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Sicherheits- und Wohlstandsrisiko Hitze

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Dienstag, 04.08.2026
Hitzetage und Tropennächte reihen sich aneinander – mit ersten 40 Grad in Österreich bereits im Juni. Hitze ist längst mehr als ein Umweltproblem, sie bedroht direkt die Sicherheit und den Wohlstand im Land. Für effektiven Hitzeschutz braucht es beides: Anpassungen und die Befreiung von Öl, Kohle und Gas.

Ein Hitzetag folgt dem nächsten, eine Tropennacht der anderen. Konkret bedeutet das: Untertags überschreitet die Temperatur 30 Grad Celsius, in der Nacht sinkt sie nicht unter 20 Grad. Dazu kommen Wüstentage mit Temperaturen über 35 Grad. Zum ersten Mal wurden 2026 bereits in einem Juni in Österreich 40 Grad gemessen. Dabei handelte es sich nicht um einen Ausreißer: Die neuen Temperaturhöchstwerte übertrafen alte im Schnitt um 1,4 Grad. Auf diese erste Hitzewelle folgen die nächsten.  

Wer meint, heiße Sommer hätte es immer schon gegeben, wirft einen Blick auf die Zahlen, dann wird klar: Das stimmt so nicht. Für Wien konnte man auf der Hohen Warte zwischen 1961–1990 durchschnittlich fünf Hitzetage messen. Heuer waren es mit Stand 30. Juli bereits 29 Hitzetage. Heiße Tage und Nächte treten häufig aneinandergereiht auf, die Dauer der Hitzewellen nimmt über die Jahre kontinuierlich zu. Im Mittel dauern sie heute rund sieben Tage länger als noch 1960. Abkühlung wird damit immer schwieriger – nicht nur in der Bundeshauptstadt. Auch in den anderen Bundesländern sind die Entwicklungen dramatisch, wie Daten der Geosphere Austria zeigen, die das Klimadashboard interaktiv aufbereitet hat.

Risiken für alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche 

Hitze belastet die Gesundheit der Bevölkerung massiv: Allein während der ersten Hitzewelle Ende Juni sind in Österreich laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) 395 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben. (Zum Vergleich: Das entspricht in etwa der Zahl der Toten im Straßenverkehr im gesamten Jahr 2025 – 403 Tote laut Statistik Austria).  

Aber auch für Infrastruktur, Landwirtschaft oder Produktion bedeutet Hitze enorme Schäden. Hitze ist längst keine alleinige Umweltfrage mehr. Sie bedroht direkt die Sicherheit der Menschen und den Wohlstand im Land.

Anpassung und Ursachenbekämpfung 

Um die Risken zu minimieren, braucht es beides: Anpassung und Ursachenbekämpfung. Hitzeschutzpläne, Begrünung, Entsiegelung, Sanierung, außenliegender Sonnenschutz, Kühlung, Schutz am Arbeitsplatz und für besonders gefährdete Gruppen – all das ist notwendig, um die Risiken der nächsten Hitzewellen zu reduzieren. Die Folgen der Klimakrise nachhaltig einzudämmen, gelingt nur durch die Befreiung von Öl, Gas und Kohle.  

Für die Umsetzung ist einerseits die Politik gefragt, auf allen Ebenen: Gemeinden bei Begrünung und Raumplanung, die Länder beim Ausbau der erneuerbaren Energie und der Renaturierung, der Bund bei effektiver Klimapolitik und Hitzeschutz am Arbeitsplatz, und die Europäische Union bei Emissionshandel und Elektrifizierung. Andererseits braucht es die Wirtschaft selbst: Unternehmen, die jetzt umstellen, sichern sich Wettbewerbsvorteile. Anstatt veraltete Geschäftsmodelle zu verteidigen und damit die Ökologisierung zu verzögern, können Interessensvertretungen die Ökologisierung aktiv beschleunigen.   

Anpassung und Ursachenbekämpfung sind nicht Hitzeschutz, sondern Investitionen: in niedrigere Energierechnungen, wertbeständige Gebäude, resiliente Infrastruktur. Jeder Euro, der heute in die Ökologisierung fließt, schafft zugleich Wohlstand und Sicherheit. 

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