Chancenreport Österreich
Eine neue Analyse von KONTEXT Institut und EY denkstatt zeigt Klimarisiken und Chancen der Ökologisierung für Österreichs Schlüsselsektoren Energie, Tourismus und Landwirtschaft sowie der Automobilbranche.
Europa steht vor enormen geopolitischen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen. Angesichts steigender Rohstoffpreise, der wachsenden Nachfrage nach kohlenstoffarmen Produkten und zunehmender Risiken in den Lieferketten gewinnt die Kreislaufwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Zwar wurden erste Schritte in ihre Richtung unternommen, doch ihr volles Potenzial ist noch ungenutzt.
In drei aktuellen Studien zeigt das KONTEXT Institut das transformative Potenzial der Kreislaufwirtschaft – für wirtschaftliche Modernisierung, Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit. Um diese Chancen zu nutzen, sind geeignete politische Rahmenbedingungen erforderlich. Auf Basis der drei Studien hat KONTEXT jeweils unter Einbezug von Expert:innen die wirksamsten Maßnahmen ermittelt.
Am Beispiel der ressourcen- und energieintensiven Sektoren Bau und Metall zeigt die Studie, dass Kreislaufwirtschaft maßgeblich zur Modernisierung der Industrie beitragen kann. Sie spart Rohstoffe, Energie und Emissionen und sichert dabei gleichzeitig Arbeitsplätze und Wohlstand. Die Basis der Studie liefert eine Modellierung des Umweltbundesamtes (UBA) und des Center of Economic Analysis and Research (CESAR) im Auftrag von KONTEXT.
Die Ergebnisse zeigen klar, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur Klima und Umwelt schont, sondern auch günstigere heimische Produktion ermöglicht, die Resilienz der Industrie stärkt und sie so zukunftsfit macht. Damit die modellierten Potenziale realisiert werden können, leitet die Studie konkrete politische Maßnahmen als notwendige Rahmenbedingungen ab:
Bereits heute ist Österreich ein Pionier in der Kreislaufwirtschaft: Mit vielen Patenten im Recyclingbereich, vielen technologisch führenden Unternehmen und einer breiten industriellen Basis, die Innovation marktfähig machen kann. In Österreichs starker Ausgangslage beim Recycling steckt ein enormes Exportpotenzial, sowohl von Recyclingtechnologien als auch von Recyclingmaterialen. Die Studie zeigt anhand einer Modellierung wurde vom Umweltbundesamt (UBA) und dem Centre of Economic Scenario Analysis and Research (CESAR) im Auftrag von KONTEX: Mit einem gezielten Recyclingboost kann Österreich seine Wettbewerbsfähigkeit deutlich stärken. Das steigert nicht nur Wertschöpfung und Arbeitsplätze, sondern kurbelt auch Investitionen an. Die positiven Effekte entfalten sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette
Eine eigens für die Studie durchgeführte Umfrage unter führenden Kreislaufwirtschaftsunternehmen sowie Expert:inneninterviews zeigen, welche zusätzlichen Maßnahmen dafür notwendig sind:
Die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen birgt enorme Risiken. Engpässe in den Lieferketten gefährden die Versorgung und damit die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft. Das ergibt die Studie des KONTEXT Instituts und des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII). Sie zeigt auch: Den besten Weg, um uns aus dieser Abhängigkeit zu befreien, politisch nicht erpressbar zu werden und unsere Wettbewerbsfähigkeit abzusichern, bieten Maßnahmen der Kreislaufwirtschaft.
Die Studie identifiziert fünf zentrale Strategien mit sehr hohem Potenzial, um die Abhängigkeit bei kritischen Rohstoffen zu reduzieren und Versorgungssicherheit zu schaffen:
Auch wenn sich die Ergebnisse der Studien großteils auf österreichische Daten stützen, lassen sich ihre Schlussfolgerungen direkt auf alle EU-Mitgliedstaaten übertragen, die mit denselben strukturellen Herausforderungen konfrontiert sind. Die Studien zeigen deutlich, dass die Kreislaufwirtschaft nicht nur den Treibhausgas-Ausstoß reduziert und die Ressourceneffizienz fördert, sondern erhebliche Chancen für die Stärkung der Widerstandsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit Europas eröffnet.