Kreislaufwirtschaft – unsere Studien auf einen Blick
In drei aktuellen Studien zeigt das KONTEXT Institut das transformative Potenzial der Kreislaufwirtschaft – für wirtschaftliche Modernisierung, Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit.
Österreichs Industrie, das Herz unserer Wirtschaft, schwächelt: Keine Woche vergeht ohne eine Meldung über eine Werksschließung und Entlassungen. Österreichs ressourcenintensive und überwiegend lineare Wirtschaftsweise lässt große Potenziale ungenützt. Die gute Nachricht: Wir können den Wirtschaftskreislauf stärken – mit Kreislaufwirtschaft.
Eine neue Studie des KONTEXT Institut zeigt am Beispiel der ressourcen- und energieintensiven Sektoren Bau und Metall, dass Kreislaufwirtschaft maßgeblich zur Modernisierung der Industrie beitragen kann. Mit den richtigen Maßnahmen werden Rohstoffe, Energie und Emissionen gespart und gleichzeitig Arbeitsplätze und Wohlstand gesichert.
Die Basis der Studie liefert eine Modellierung des Umweltbundesamtes (UBA) und des Center of Economic Analysis and Research (CESAR) im Auftrag von KONTEXT. Das modellierte Szenario zeigt, dass eine Umsetzung zirkulärer Maßnahmen im Wohnbau- und Metallsektor bis 2040 im Vergleich zu einem Weiter-wie-bisher-Szenario eine umfassende Modernisierung der Industrie ermöglicht und erheblichen Mehrwert liefert:
Bau- und Metallsektor verantworten derzeit zusammen rund zwei Drittel des gesamten Ressourcenverbrauchs und damit maßgeblich den ökologischen Fußabdruck des Landes. Ihre Transformation entscheidet über den Erfolg einer zirkulären Wirtschaftsweise und über die Fähigkeit, industrielle Wertschöpfung mit Ressourcenschonung und Emissionsreduktion zu verbinden.
Die Ergebnisse zeigen klar, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur Klima und Umwelt schont, sondern auch günstigere heimische Produktion ermöglicht, die Resilienz der Industrie stärkt und sie so zukunftsfit macht. Damit die modellierten Potenziale realisiert werden können, leitet die Studie konkrete politische Maßnahmen als notwendige Rahmenbedingungen ab.
Die Potenziale sind enorm, die Umsetzung bleibt bisher jedoch deutlich hinter den Ambitionen zurück. Einige der notwendigen Maßnahmen stehen zwar im aktuellen Regierungsprogramm. Wenn Österreich bei der Kreislaufwirtschaft tatsächlich eine Vorreiterrolle einnehmen soll, müssen diese Maßnahmen rasch umgesetzt werden. Das beginnt mit einer grundlegenden Reform des Abfallwirtschaftsgesetzes. Auch auf EU-Ebene, wo in den kommenden Jahren wichtige Maßnahmen anstehen, muss Österreich eine gestaltende Rolle einnehmen. Um den vollen Mehrwert der Kreislaufwirtschaft zu entfalten, muss sie eine zentrale Säule der Industriestrategie sein.
