Zum Hauptinhalt springen

So geht Speicherboom

Mittwoch, 14.10.2026

Damit der Speicherausbau sein volles Potenzial entfaltet, sind fünf Schritte notwendig: 

  1. Verteilernetze digitalisieren: Im Frühjahr 2026 waren bei den Wiener Netzen knapp vier Prozent der Trafostationen digital angebunden, bei Vorarlberg Netz rund sieben Prozent. Ohne Messdaten rechnen Netzbetreiber mit dem ungünstigsten Fall und lehnen Anschlüsse ab, die das Netz tragen könnte. Echtzeitdaten müssen Pflicht werden, Sensorik und Software ähnlich vergütet wie neue Leitungen.  
  2. Flexibilitätsmärkte stärken und auf lokale Netze ausweiten: Engpassmanagement läuft heute über Einzelverträge, vor allem mit Gaskraftwerken, und ohne Wettbewerb. Der neue Flexibilitätsmarkt muss Batteriespeichern ein tragfähiges Geschäftsmodell bieten und zügig auch auf lokale Verteilernetze ausgeweitet werden. 
  3. Netzentgelte fair gestalten: Je stärker ein Speicher das Netz entlastet, desto niedriger sollte sein Netzentgelt sein. Eine Staffelung nach Standort und Netzauslastung steuert wirksamer als eine pauschale Befreiung. Ihre Höhe muss sicherstellen, dass sich der Speicherausbau weiter rechnet. 
  4. Anreize für Speicher bei PV-Anlagen schaffen: Weil die Ökostrom-Abwicklungsstelle (OeMAG) PV-Strom zum Monatsdurchschnitt abnimmt, ist es egal, wann man einspeist. Dadurch lohnt sich Speichern nicht. Eine Abnahme zum Stundenpreis würde das ändern. Förderungen für Heimspeicher sollten auch für Nachrüstungen offenstehen und Energiemanagementsystem geknüpft sein, das das Laden in netzdienliche Zeiten verschiebt.
  5. Elektroautos als Speicher nutzbar machen: Die 303.000 E-Autos in Österreich fassen zusammen rund 20 Gigawattstunden, ein Vielfaches der stationären Speicher. Wer sein E-Auto netzdienlich laden und entladen lässt, soll davon profitieren. Dafür braucht es klare Regeln und einheitliche Standards für Ladesysteme. 

Die Grafik stammt aus „So geht Speicherboom: Mehr Speicher, richtig platziert, richtig getaktet“. Das KONTEXT Institut zeigt in dieser Analyse, welche Weichen für den Speicherausbau gestellt werden müssen, damit Österreich unabhängiger und der Strom leistbarer und sauberer wird.