# KONTEXT Institut für Klimafragen

> Als unabhängiges Institut bringen wir seit Jänner 2024 Klarheit in den österreichischen Klimadiskurs.

   Newsletteranmeldung # Melden Sie sich für \[Kon\]nex an

\[Kon\]nex versorgt Sie jede zweite Woche mit den neuesten klimapolitischen Entwicklungen und Zusammenhängen und bietet Einblicke in unsere Arbeit. Melden Sie sich jetzt an und bleiben Sie informiert.

---

 # Anmeldung erfolgreich

Vielen Dank, dass Sie sich für unseren Konnex angemeldet haben. Wir halten Sie ab jetzt auf dem Laufenden.

---

 # KONTEXT Institute for Climate Matters

There is a lot of talk about the climate crisis, but too little action. Political frameworks are lacking, the economic transformation is too slow, and polarisation is on the rise. As an independent voice in Austria’s climate discourse, we have been working tirelessly since early 2024 to change that.

## **About Us**

**KONTEXT Institute for Climate Matters** is an independent think tank dedicated to evidence-based climate policy. We analyse the complex interconnections of climate, the economy and society to develop clear, actionable solutions for decision-makers. By translating scientific insights into accessible formats, we foster informed debate and drive effective climate action.

Since our founding, we have worked at the intersection of research, politics, and communication. Our focus includes climate justice, policy effectiveness, and depolarisation – because tackling the climate crisis requires broad-based societal support and courageous political decisions.

## **Making Sense of Climate Policy Developments**

Climate has become a central topic of debate – at kitchen tables, in parliaments, and in boardrooms. The urgency is undeniable, and the consequences are becoming tangible. Solutions exist, yet action remains insufficient. But why is that?

With in-depth analyses and expertise in politics, economics, and civil society, we decipher the drivers of climate policy developments. We identify stakeholder interests and responsibilities and highlight solutions that work.

##  Our work is based on three core pillars 

###  Analysis 

Research and analysis form the foundation of our work. In collaboration with leading research institutions, we go beyond describing the status quo. We explore what needs to be done, by whom, why action is lacking, and which solutions are most effective.

###  Public Outreach 

Climate policy must be transparent for the public. Through active media engagement and our own formats, we provide context to societal developments. We shine a light on crucial decisions and those responsible for them.

###  Network 

Our network grants us insights into key institutions. Through regular dialogue with decision-makers, we deepen our expertise, identify barriers and opportunities, and foster a shared understanding to drive meaningful change.

## **Independence & Impact**

KONTEXT Institute for Climate Matters is non-partisan and independent. Our work is supported by research grants, partnerships, and donations. We do not accept funding that compromises our integrity.

## **Stay Connected**

We always welcome collaboration, ideas, and dialogue. Get in touch:

- [info@kontext-institut.at](mailto:info@kontext-institut.at)

## **Support Our Work**

Help us drive evidence-based climate policy by supporting our mission. Every contribution helps strengthen independent climate research and communication.

- [Our Supporters](https://kontext-institut.at/unterstuetzerinnen/)
- [Make a Donation](https://kontext-institut.at/spenden/)

---

 

# Anmeldung "Europäische Souveränität im Zeichen von Resilienz"

Wir schaffen einen Raum für Common Ground, wo Kreislaufwirtschaft und Demokratie-Strategien langfristige Sicherheit schaffen. In dem wir uns auf eine Europäische Souveränität besinnen, die wirtschaftliche und geopolitische Resilienz stärkt.

[Jetzt anmelden](#formularcommonroom2) 

## Jetzt anmelden

##### Die **Stadt Wien** und die **ÖBB** laden gemeinsam mit dem **KONTEXT Institut** zu einem Abend, bei dem Verbundenheit zwischen breiten Allianzen spürbar wächst und Zuversicht wieder politisch wird.

##### Die Demokratiestrategie und der Klimafahrplan der Stadt Wien, die Wichtigkeit der kritischen Infrastruktur der ÖBB für die Landessicherheit und die Studien des KONTEXT Instituts zu Kreislaufwirtschaft & Souveränität zeigen, wie Abhängigkeiten wirksam reduziert und die geopolitische Resilienz Europas gestärkt werden können.

- Eröffnungsspotlights von Klima- und Demokratiestadtrat **Jürgen Czernohorszky**, Vorständin der ÖBB Infrastruktur **Silvia Angelo** und KONTEXT Vorständin **Tina Deutsch**
- Keynote von **Sophia Stanger** vom Austrian Center for Peace
- Interaktives Format durchgeführt von **Claudine Nierth** und **Roman Huber** von Mehr Demokratie.

##### Hier die wichtigsten Eckdaten:

- **Datum:** 29. September 2026
- **Uhrzeit:** Einlass ab 18:30, Start des Programms um 19:00
- **Location:** Filmquartier Wien, Schönbrunner Straße 31, 1050 Wien
- **Verpflegung:** Häppchen und Getränke

##### Der Abend wird ermöglicht durch die Stadt Wien und den ÖBB in Zusammenarbeit mit dem KONTEXT Institut.

---

 

# Breakfast Invitation

The dramatic geopolitical crises are bringing strategies such as energy independence and the circular economy into focus. Experience the transformative potential of the circular economy for economic modernization, competitiveness and resilience.

[register now](#formularbruessel) 

## Good to have you!

##### We are pleased to invite you to a breakfast event at the European Parliament, together with MEP Lena Schilling.  

The KONTEXT Institute, a think tank in Vienna, will present key findings from three studies demonstrating the transformative potential of the circular economy for economic modernization, competitiveness and resilience.

- **Date**: 5th of May 2026
- **Time**: 8:00 - 09:30
- **Location**: MEP Salon, Brussels

##### We gladly invite you for breakfast and a lively discussion on the most impactful policy measures and offer concrete recommendations for the upcoming Circular Economy Act.

---

  

## Du bist herzlich zum nächsten PACE-Event eingeladen.

- ### Datum: 4. November 2026, 19:00 - 22:00
- ### Location: tba

Save the Date - alle weitere Infos folgen.  
Wir freuen uns auf Deine Teilnahme und bitten um Vorab-Anmeldung!

---

 # Spenden

Ihre Spende an KONTEXT ermöglicht es, transformative Inhalte zu erarbeiten, Klarheit in klimapolitische Entwicklungen zu bringen und uns als neue unabhängige Stimme zu stärken. Jeder Betrag zählt. Danke vorab für Ihre Unterstützung. 

## Sie wollen direkt spenden?

Überweisen Sie gerne den Betrag Ihrer Wahl auf unser Konto:  

**Bank:** Erste Bank Österreich  
**Empfänger:** Kontext Institut für Klimafragen  
**IBAN:** AT56 2011 1849 4679 3900  
**BIC:** GIBAATWWXXX  
**Betreff:** Spende

## Spendenabsetzbarkeit

KONTEXT ist offiziell als gemeinnützige, spendenbegünstigte Organisation anerkannt – eine Spende an unser Institut ist daher steuerlich absetzbar. Das bedeutet: Bis zu 55% Ihrer Spende können über die Steuer zurückgeholt werden – je nach individuellem Einkommen und Steuersatz. Für weitere Informationen und Rückfragen sind wir unter <info@kontext-institut.at> für Sie erreichbar.

## Förderrichtlinien

Wir finanzieren unsere Arbeit durch Spenden (einmalig und wiederkehrend) von Privatpersonen und Unternehmen, durch Zuwendungen von Stiftungen, Projektfinanzierungen und öffentliche Fördergelder. Für ein Institut, dessen wichtigstes Fundament Vertrauen ist, stehen Transparenz und Glaubwürdigkeit an erster Stelle. Daher haben wir eindeutige Förderrichtlinien formuliert:

- Alle Funding-Quellen ab 5.000 EUR werden auf der KONTEXT Website und im Jahresbericht verpflichtend namentlich ausgewiesen.
- Ausschließlich Unternehmen mit explizitem Commitment zu Österreichs und Europas Klimaneutralität können KONTEXT finanzieren.
- Wir schließen Funding aus der Fossilindustrie explizit aus. Darunter verstehen wir Organisationen und Unternehmen, deren Kerngeschäft die Förderung, Verarbeitung oder der direkte Vertrieb von Erdöl, Erdgas oder Kohle ist.
- Kein:e Einzelspender:in finanziert >20% des KONTEXT Jahresbudgets – so verhindern wir finanzielle Abhängigkeit. Für Stiftungen gelten besondere Bestimmungen, die einen Beitrag von bis zu 30% ermöglichen.
- Funding steht absolut nie in Zusammenhang mit inhaltlicher bzw. strategischer Mitsprache. Funder können ihre Meinung einbringen, jedoch keine Vorgaben machen oder Kontrolle ausüben.
- Jedes Funding wird von einer unabhängigen Stelle (Rechnungsprüfer:innen) geprüft.Vorständ:innen und Mitarbeiter:innen des Instituts unterzeichnen einen Code of Conduct.

### Sach- Honorar-, & Dienstleistungsspenden

Wir nehmen Sach- & Dienstleistungsspenden unter folgenden Voraussetzungen an:

- Sie dürfen die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit von KONTEXT in keiner Weise beeinflussen.
- Sie müssen uneigennützig sein, dürfen also nicht für Werbezwecke des spendenden Unternehmens benutzt werden.
- Die Überlassung kann seitens KONTEXT formlos bestätigt werden und eine Quittung über den Zeit- oder tatsächlichen Wert kann ausgestellt werden.
- Jede Sachspende muss vom Vorstand von KONTEXT genehmigt werden.
- Übersteigt die Sachspende den Wert von 5.000 EUR, wird auch sie im Sinne der Transparenz im Jahresbericht von KONTEXT veröffentlicht.

---

   Was wir tun # Wir ordnen klimapolitische Entwicklungen ein

Das Klimathema ist zu einem Fixpunkt vieler Debatten geworden: ob am Küchentisch, in Parlamenten oder Vorstandsetagen. Seitdem ist die Dringlichkeit klarer geworden und die Auswirkungen spürbarer. Auch die Lösungen gibt es. Getan wird aber zu wenig. Warum ist das so? Mit Analysen und unserer Expertise in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ordnen wir die Ursachen und Hintergründe für klimapolitische Entwicklungen ein, benennen Interessenlagen und Verantwortlichkeiten und zeigen, welche Lösungen funktionieren.  

##  Die Säulen unserer Arbeit 

###  Analyse 

Analysen sind unser inhaltliches Fundament. Gemeinsam mit etablierten Forschungsinstitutionen schaffen wir Transparenz und gehen über Zustandsbeschreibungen hinaus. Was muss getan werden, von wem, warum passiert das nicht und welche Lösungen gibt es?

###  Öffentlichkeitsarbeit 

Transparenz muss auch ankommen. Durch aktive Medienarbeit und eigene Formate ordnen wir gesellschaftspolitische Entwicklungen ein. Wir richten Scheinwerfer auf richtungsweisende Entscheidungen und jene, die dafür verantwortlich sind.

###  Netzwerk 

Unser Netzwerk gibt uns Einblicke in einflussreiche Institutionen. Durch einen regelmäßigen Austausch mit Entscheidungsträger:innen vertiefen wir unsere Expertise, können Hürden und Chancen besser verstehen und etablieren ein gemeinsames Verständnis.

## Wo fachliche und wissenschaftliche Bewertungen enden und politische Abwägungen beginnen, wollen wir Einordnung bieten

[zu unseren Inhalten](https://www.kontext-institut.at/inhalte/) 

## Für Klarheit in Klimafragen

## Beirat und Unabhängigkeit

KONTEXT agiert frei von parteipolitischen Interessen und wirtschaftlich unabhängig. Diese Unabhängigkeit wird durch einen umfangreichen Unterstützer:innenkreis, einen hochkarätigen und erfahrenen Institutsbeirat und die fachlichen Expert:innen im wissenschaftlichen Beirat sichergestellt. Die Beiräte garantieren nicht nur die Qualität der Analysen und Inhalte, sondern auch die politische Unabhängigkeit und gesellschaftliche Breite.

[unser Beirat](https://www.kontext-institut.at/beirat/)

---

   Team # Wir sind KONTEXT

Neben unseren zwei Vorständinnen besteht das KONTEXT Team aus Fachleuten mit vielfältigen Hintergründen in wissenschaftlichen Institutionen, Kommunikation und Netzwerkarbeit. Gemeinsam schaffen wir Überblick in klimapolitischen Fragen. 

## Vorstand

Vorständin ##  Katharina Rogenhofer 

- Studium der Zoologie und Naturschutz an den Universitäten Oxford und Wien
- Mit-Initiatorin von FridaysForFuture Österreich, ehem. Sprecherin Klimavolksbegehren
- Sachbuch-Autorin zur Klimakrise und Klimapolitik
- Umfangreiche Medien- und Vortrags-Erfahrung

[katharina.rogenhofer@kontext-institut.at](mailto:katharina.rogenhofer@kontext-institut.at) [Katharina Rogenhofer](https://www.linkedin.com/in/katharina-rogenhofer/) [krogenhofer.bsky.social](https://bsky.app/profile/krogenhofer.bsky.social) 

Vorständin ##  Tina Deutsch 

- Aufbau, Verkauf und Management Buyout des eigenen Unternehmens, >10 Mio. EUR Finanzierung aufgestellt
- 10 Jahre Erfahrung in globalen Konzernunternehmen, inkl. Energy, Banking/Private Equity und Consulting
- Langjährige Expertin für Venture Building, Strategie- & Organisationsentwicklung, Leadership

[tina.deutsch@kontext-institut.at](mailto:tina.deutsch@kontext-institut.at) [Tina Deutsch](https://www.linkedin.com/in/tinadeutsch/) 

## Das Team

Analyse ### Anna Pixer

Analystin

[linkedin-button](https://www.linkedin.com/in/anna-pixer-a0979b1a0/) [bluesky-button](https://bsky.app/profile/annapixer.bsky.social) 

Analyse ### Johanna Roniger

Analystin

[linkedin-button](https://at.linkedin.com/in/johanna-roniger) 

Analyse ### Winnie Wendelin

Wissenschaftskommunikation

Öffentlichkeitsarbeit ### Lisa Manigatterer

Marketing, Strategie & Steuerung

[linkedin-button](https://www.linkedin.com/in/lisamariemanigatterer/) 

Öffentlichkeitsarbeit ### Johanna Wendlinger

Multimedia Content Managerin

[linkedin-button](https://www.linkedin.com/in/johanna-wendlinger-110b1b2a7/) 

Öffentlichkeitsarbeit ### Bernhard Schinwald

Presse & strategische Kommunikation

[linkedin-button](https://www.linkedin.com/in/brnshnwd/) [bluesky-button](@brnshnwd.bsky.social) 

Netzwerk ### Georg Günsberg

Head of Network & Partnerships

[linkedin-button](https://www.linkedin.com/in/georg-günsberg/) [bluesky-button](https://bsky.app/profile/gguensberg.bsky.social) 

Netzwerk ### Sarah Haas

Stakeholder Relations

[linkedin-button](https://www.linkedin.com/in/sarah-haas-profile/) 

Operations ### Georg Schuberth

Head of Organizational Development & PMO

[linkedin-button](https://www.linkedin.com/in/georg-ponleitner-200aba195/) 

Operations ### Madita Flörl

IT, Compliance & Operations

[linkedin-button](https://www.linkedin.com/in/madita-fl%C3%B6rl-b66a6823b/) 

Operations ### Albert Pranger

Vorstandsassistenz

[linkedin-button](https://www.linkedin.com/in/albert-pranger-9a103a330/) 

Analyse ### Eduard Wetter

Volunteer

##  Werde Teil vom Team KONTEXT! 

Wir können uns auf ein starkes und vielfältiges Team stützen, das an unseren Analysen, unserer Kommunikation und der Erweiterung unseres Netzwerks arbeitet. Derzeit sind wir wieder auf der Suche nach engagierter Verstärkung – mehr dazu in der Stellenbeschreibung:

- [**Grafik & Layout Allrounder:in (w/m/d)**](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Ausschreibungen/2608_Ausschreibung_Grafik_Layout_Allrounderin_KONTEXT.pdf?dm=1785854498)

[jobs@kontext-institut.at](mailto:jobs@kontext-institut.at)

---

 # Beirat

Unser hochkarätiger und erfahrener Beirat garantiert nicht nur die Qualität unserer Analysen und Inhalte, sondern auch die politische Unabhängigkeit und die gesellschaftliche Breite. 

## Institutsbeirat

### Franz Angerer

Geschäftsführer Österreichische Energieagentur

### Wolfgang Anzengruber

CEOs FOR FUTURE

### Christoph Badelt

Präsident des Fiskalrates

### Verena Ehold

Geschäftsführerin Umweltbundesamt

### Irmgard Griss

Juristin & ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofes

### Christoph Hofinger

Geschäftsführer Foresight

### Johannes Kopf

Vorstandsvorsitzender AMS

### Daniela Kraus

Generalsekretärin Presseclub Concordia

### Anita Malli

Leitung Umwelt und Nachhaltigkeit ORF

### Florian Maringer

Geschäftsführer IG Windkraft

### Marie Ringler

Europe Leader Ashoka und Vizepräsidentin European Forum Alpbach

### Hans Joachim Schellnhuber

Generaldirektor Internationales Institut für angewandte Systemanalyse IIASA

### Klaus Schwertner

Caritasdirektor der Caritas der Erzdiözese Wien

### Martin Selmayr

ehemaliger Generalsekretär der Europäischen Kommission

### Sandra Walder

Leiterin Klima-Team & Ressortleitung Chronik der APA - Austria Presse Agentur

##  Wissenschaftlicher Beirat 

Unser wissenschaftlicher Beirat umfasst 35 renommierte Wissenschaftler:innen. Er deckt eine breite Expertisenvielfalt von Politik-, über Sozial- und Wirtschaftswissenschaften bis hin zu Naturwissenschaften, Recht und Technik ab. Die Beirät:innen unterstützen uns durch inhaltliches und methodisches Feedback in unseren Analysen. Viele Beirät:innen sind darüber hinaus Teil des Climate Change Centre Austria, mit dem wir in unserer inhaltlichen Arbeit auch eng kooperieren.

###  Ernest Aigner 

Social Ecological Economics

Institute for Social-Ecological Systems, Leuphana Universität Lüneburg

###  Alina Brad 

Politikwissenschaft

Universität Wien

###  Ulrich Brand 

Politikwissenschaft

Universität Wien

###  Thomas Brudermann 

Nachhaltigkeitsforschung und Klimapsychologie

Universität Graz

###  Tamara Ehs 

Politikwissenschaft und Demokratieberatung

Ehs & Fils Demokratieberatung

###  Daniel Ennöckl 

Rechtswissenschaften

BOKU University

###  Laurenz Ennser-Jedenastik 

Politikwissenschaft

Universität Wien

###  Franz Essl 

Ökologie, Biodiversität & globaler Wandel

Universität Wien

###  Tara Esterl 

Energiesysteme & integrierte Infrastrukturplanung

Austrian Institute of Technology (AIT)

###  Katharina Gangl 

Verhaltenswissenschaften

Nürnberg Institut für Marktentscheidungen

###  Willi Haas 

Soziale Ökologie

BOKU University

###  Helmut Haberl 

Sozial-ökologischer Stoffwechsel und Ressourcennutzung

BOKU University

###  Edith Haslinger 

Geothermie, Geologie & Hydrochemie

Austrian Institute of Technology (AIT)

###  Daniel Huppmann 

Energiesystem & integrierte Modellierung von Emissions-Szenarien

Internationales Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA)

###  Judith Kapeller 

Simulationsbasierte techno-ökonomische Bewertung von hybriden Kraftwerksanlagen

Austrian Institute of Technology (AIT)

###  Thomas Kienberger 

Industrielle Energiesysteme, Energienetze & Energieeffizienz

Montanuniversität Leoben

###  Lukas Kranzl 

Gebäude, Wärme & Kälte

Technische Universität Wien

###  Helga Kromp-Kolb 

Meteorologie, Klimawissenschaft & nachhaltige Entwicklung

BOKU University, emeritiert

###  Barbara Laa 

Verkehrswissenschaft

Technische Universität Wien

###  Ulrich Leth 

Verkehrsplanung

Technische Universität Wien

###  Sarah Louise Nash 

Politikwissenschaft

Universität für Weiterbildung Krems

###  Andreas Novy 

Sozioökonomie

Wirtschaftsuniversität Wien

###  Ilona M. Otto 

Gesellschaftliche Folgen von Klimawandel

Universität Graz, Wegener Center für Klima & globalen Wandel

###  Günther Pauritsch 

Energiewirtschaft & Infrastruktur

Österreichische Energieagentur

###  Melanie Pichler 

Politikwissenschaft

BOKU University

###  Keywan Riahi 

Erdsystemanalyse & integrierte Modellierung von Emissions-Szenarien

Internationales Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA)

###  Patrick Scherhaufer 

Politikwissenschaft

BOKU University

###  Johannes Schmidt 

Energieökonomie

BOKU University

###  Franziska Schöniger 

Energiewirtschaft & Energiesystemmodellierung

Austrian Institute of Technology (AIT), BOKU University

###  Margit Schratzenstaller 

Öffentliche Finanzen

Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO)

###  Sigrid Stagl 

Ökologische Ökonomie

Wirtschaftsuniversität Wien

###  Karl Steininger 

Volkswirtschaftslehre / Klimaökonomik

Universität Graz, Wegener Center für Klima & globalen Wandel

###  Reinhard Steurer 

Politikwissenschaft

BOKU University

###  Hendrik Theine 

Medienökonomie, politische Ökonomie, ökologische Ökonomie

Johannes Kepler Universität Linz

###  Isabella Uhl-Hädicke 

Umweltpsychologie

Universität Salzburg

###  Alice Vadrot 

Umweltpolitik

Universität Wien

###  Johanna Vogel 

Umwelt- und Klimaökonomie

Umweltbundesamt

### In der Klimadebatte gibt es jede Menge Falschmeldungen und bequeme Halbwahrheiten. KONTEXT ordnet die Debatten ein und hebt die Diskussion auf eine fachlich fundierte Basis.

#### Thomas Brudermann

Universität Graz, Nachhaltigkeitsforschung und Klimapsychologie

### Wir benötigen Analysen, die aktuell und eng an politischen Prozessen erfolgen, und die aufzeigen, wie umkämpft die aktuellen Entwicklungen sind. Damit werden wichtige Beiträge für gesellschaftspolitische Alternativen geleistet.

#### Ulrich Brand

Universität Wien, Politikwissenschaften

### In Zeiten des Klimawandels entscheidet sich an der ökologischen Frage auch die demokratische. Der Schutz des liberalen demokratischen Rechtsstaats und seiner sozialen Voraussetzungen ist für die Lösung der Klimakrise unabdingbar. Klimaschutz ist letztlich Demokratieschutz.

#### Tamara Ehs

Ehs & Fils Demokratieberatung, Politikwissenschaft und Demokratieberatung

### Die Transformation hin zur Klimaneutralität ist eine enorme Aufgabe. Ein klares Bild der Chancen dieser Transformation für die heimische Wirtschaft – aber auch der Risiken einer verabsäumten Transformation – sowie der Lösungswege ist wesentlich, um die Bürger:innen auf diesem Weg mitzunehmen.

#### Johanna Vogel 

Umweltbundesamt, Umwelt- & Klimaökonomie

### Damit wir der Klimakrise entsprechend entgegentreten können, braucht es Handlungen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. KONTEXT zeigt auf und ordnet ein, welche Handlungen wirkliche Relevanz haben. Jetzt liegt es an uns: Machen wir es einfach! 

#### Isabella Uhl-Hädicke

Universität Salzburg, Umweltpsychologie

### Durch die verständliche Aufbereitung von Klimafakten trägt KONTEXT zur öffentlichen Akzeptanz klimapolitischer Maßnahmen bei, ohne die eine Transformation nicht gelingen kann. Ich unterstütze KONTEXT mit meiner Expertise zur Ökologisierung der öffentlichen Finanzen, einem der wichtigsten Hebel für diese Transformation. 

#### Margit Schratzenstaller 

Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung WIFO, Öffentliche Finanzen

### KONTEXT ist wichtig, weil die KONTEXTer:innen die politischen Prozesse gut kennen und daher am besten in der Lage sind, die Rahmung für Analysen und Kommunikation zu wählen, die bei Entscheidungsträger:innen ankommt und damit auch wirksam ist. 

#### Sigrid Stagl

Wirtschaftsuniversität Wien, Ökologische Ökonomie

### Ich freue mich die Arbeit von KONTEXT unterstützen zu dürfen, eine wichtige Stimme, um die dringend notwendige Transformation in Österreich voranzubringen.

#### Hendrik Theine

Johannes Kepler Universität Linz, Medienökonomie, politische & ökologische Ökonomie

### Der Klimawandel betrifft alle gesellschaftlichen Bereiche. Daher ist es essenziell, die verschiedensten Perspektiven aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zusammenzubringen, um gemeinsam nachhaltigen Wandel zu gestalten.

#### Franziska Schöniger

Technische Universität Wien, Energiewirtschaft & Energiesystemmodellierung

### Als Sozialwissenschaftler möchte ich KONTEXT dabei unterstützen, das Potential von sozialen Innovationen aufzuzeigen. Eine innovative Gesellschaft ist eine, in der neue und freche Ideen für eine sozial-ökologisch gerechte Transformation gefördert und ausprobiert werden können.

#### Patrick Scherhaufer

BOKU University, Politikwissenschaft

### Wissen ist die einzige Ressource, die sich durch den richtigen KONTEXT vermehrt.

#### Keywan Riahi

Internationales Institut für Angewandte Systemanalyse IIASA, Energie & Klima

### KONTEXT kann wissenschaftliche Ergebnisse in die Praxis übersetzen und dabei praxisrelevante Forschungsfragen an die Wissenschaft liefern.

#### Ilona M. Otto

Wegener Center für Klima und Globalen Wandel / Universität Graz, Gesellschaftliche Folgen von Klimawandel

### Rahmenbedingungen zu schaffen, die klimafreundliches Leben und Arbeiten erleichtern, erfordert gemeinsames und koordiniertes Handeln vieler Akteur:innen. Dazu kann KONTEXT einen wichtigen Beitrag leisten. 

#### Andreas Novy

Wirtschaftsuniversität Wien, Sozioökonomie

### Entscheidungen in der Klimapolitik fühlen sich oft unlogisch und fern der wissenschaftlichen Evidenz an. Dabei gibt es Rahmenbedingungen, Strukturen, Institutionen und Narrative, die einen Einfluss auf die Klimapolitik haben. Durch die Arbeit von KONTEXT schaffen wir es diesen Hintergrund besser zu verstehen und für eine sozioökologische Transformation zu mobilisieren.

#### Sarah Louise Nash 

Universität für Weiterbildung Krems, Politikwissenschaft

### Ich freue mich über jede Bemühung die notwendige Transformation zeitgerecht zu erzielen. KONTEXT stellt im Spektrum der einschlägig tätigen Organisationen, Institutionen und Netzwerke eine gute und wichtige Ergänzung dar.

#### Helga Kromp-Kolb

BOKU University, Meteorologie, Klimawissenschaft & nachhaltige Entwicklung – emeritiert

### Kommunikation und interdisziplinärer Austausch sind entscheidend, um wissenschaftliche Erkenntnisse für die Klimapolitik in konkrete Handlungsempfehlungen zu übersetzen. Super, dass KONTEXT diese Lücke füllt! 

#### Barbara Laa

Technische Universität Wien, Verkehrswissenschaft

### Die Transformation zu einer klima-resilienten Gesellschaft bietet global und in Österreich viele Möglichkeiten, unsere Lebensqualität zu erhöhen und den sozialen Ausgleich zu stärken. Es ist die Verantwortung der Wissenschaft, den dafür notwendigen Diskussionsprozess zu begleiten. KONTEXT wird einen wichtigen Beitrag zu einem konstruktiven, lösungsorientierten Diskurs leisten.

#### Daniel Huppmann

Internationales Institut für Angewandte Systemanalyse IIASA, Energiesystem & integrierte Modellierung von Emissions-Szenarien

### Mit meinem Engagement für KONTEXT will ich zu einer wissensbasierten Debatte über aktuelle Fragen zur Klimakrise im Schnittfeld Wissenschaft und Praxis beitragen. 

#### Helmut Haberl

BOKU University, Sozial-ökologischer Stoffwechsel & Ressourcennutzung

### Klimapolitik ist eine gigantische Herausforderung. Nirgendwo sonst klafft eine so große Lücke zwischen dem, was getan werden muss, und dem, was getan wird. 

#### Laurenz Ennser-Jedenastik

Universität Wien, Politikwissenschaft

### Klima- und Biodiversitätskrise haben dieselben Ursachen und können nur gemeinsam gelöst werden. Dieser Perspektive möchte ich ein stärkeres Gewicht geben. Und wo könnte das besser erfolgen als bei KONTEXT. 

#### Franz Essl

Universität Wien, Ökologie, Biodiversität & globaler Wandel

---

   Unterstützer:innen # Menschen und Organisationen, die hinter unserer Arbeit stehen

KONTEXT wird unterstützt von Privatpersonen und Organisationen, die unsere Mission teilen und diese durch ihre Unterstützung mitgestalten. Ihr Beitrag ist die Grundlage dafür, dass wir unabhängig und wirksam für Klarheit in Klimafragen arbeiten können.

##  Förderkreis Hauptpartner 

KONTEXT Förderkreis Hauptpartner sind Menschen und Organisationen, die KONTEXT mit mind. 200.000 € jährlich unterstützen. Sie sind damit finanzielles Rückgrat des Instituts und schaffen jene Planungssicherheit, die für nachhaltiges Arbeiten notwendig ist.

###  Hansmann Family Office\* 

(Hansi Hansmann)

##  Förderkreis Plus 

KONTEXT Förderkreis Plus besteht aus Personen und Organisationen, die sich mit jährlich mindestens 50.000 € sowie, je nach Möglichkeit, mit ihrer Expertise und ihren Netzwerken engagieren.

###  Claudia Garuti\* 

###  Sebastian Heinzel Beteiligungs GmbH\* 

(Sebastian Heinzel & Alessandra Bravi)

###  Püspök Erneuerbare Energie GmbH\* 

##  Förderkreis 

Der KONTEXT Förderkreis besteht aus Personen und Organisationen, die sich mit jährlich mindestens 10.000 € sowie, je nach Möglichkeit, mit ihrer Expertise und ihren Netzwerken engagieren.

###  Enery Development GmbH 

###  Fedor Holz 

###  Georg Kopetz 

###  Tatjana Liechtenstein 

###  Mondi AG 

(inaktiv)

###  oekostrom AG\* 

###  Riematerre GmbH 

###  Schachinger Logistik Holding GmbH\* 

###  Familie Scheuch Privatstiftung 

###  Jonas Stüdemann\* 

(inaktiv)

###  WEB Windenergie AG\* 

###  Windkraft Simonsfeld AG 

\*Gründungspartner:innen

##  Projektfinanzierungen 

[### European Climate Foundation](https://europeanclimate.org/) [### FFG Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft Impact Innovations Project](https://www.ffg.at/programm/impactinnovation) [### Guter Rat für Rückverteilung Marlene Engelhorn](https://guterrat.info/) [### Wirtschaftsagentur Wien Gefördert im Rahmen der Wiener Medieninitiative durch die Wirtschaftsagentur Wien. Ein Fonds der Stadt Wien. Realisiert in redaktioneller Unabhängigkeit.](https://wirtschaftsagentur.at/) 

Für ein Institut, dessen wichtigstes Fundament Vertrauen ist, stehen Transparenz und Glaubwürdigkeit an erster Stelle aller Handlungen. Daher haben wir eindeutige Förderrichtlinien formuliert.

[zu unseren Richtlinien](https://www.kontext-institut.at/codeofconduct/) 

##  Zirkel 

Der KONTEXT Zirkel umfasst jene Organisationen und Personen, die sich für mindestens drei Jahre zur jährlichen Spende von 1.000-10.000 € bereit erklärt haben.

Hermann Arnold

Romana Bilas-Kainz

Samuel Brandstätter

Katharina de Ganay

Dr. Alkier Gesellschaft mbH

Frank Dumeier

Markus Ertler

Burkhard Gantenbein

Susanne Hillebrand

IgniteDignity GmbH (Sabine Gromer)

Ikea Austria GmbH

ImWind Erneuerbare Energie GmbH

Stefan Kainz

Christian Köck

Josef Kogler

Christian Kollros

Markus Linder

MTS Beteiligungs GmbH (Martin Steininger)

MXI Investment GmbH (Michael Doberer)

red-stars.com data AG (Thomas Streimelweger)

Nikolaus Schmidt

Alexander & Andrea Schwarz

Eva Maria Titz

TOPSAN Bau- und Handels GmbH (Mehmet Altuntop)

Katharina van Zeller

Saskia Wallner

Julia Weber

WF World Fund Management GmbH

##  Spender:innen 

KONTEXT Spender:innen sind Personen und Organisationen, die unsere Arbeit einmalig bzw. unregelmäßig unterstützen. Die Namensliste stellt lediglich einen Auszug dar (freiwillige Nennung für Spenden unter 5.000 EUR/Jahr).

Kirsten Hjorth Andersen

Helmut Anka

Gabriel Baunach

Ingvild Bjornvold

Leonhard Dobusch

David Ecker

FINGREEN | iuno Advisory GmbH

Luise Fischer

Natascha Fürst

Manfred Gailberger

Markus Gansterer

Anna Glaser

Nikolaus Griller

Alexander Harrucksteiner

Elisabeth Heiserer

Fritz Herzog

Oliver Holle

Christina Kaiser

Julia Kern

Lena Köninger

Johannes Kopf

Bernhard Kühtreiber

Georg Kury

Renate Kury

Silvia Laudenbach

Letstalkbusiness

Lydia Maria Lienhart

Sophie Martinetz

Cordula Meckenstock

Niederhuber & Partner Rechtsanwälte GmbH

Birgit Oburger

Karin Oburger

Tatjana Oppitz

Gebhard Ottacher

Marika Püspök

QR Invest Consult GmbH

Matthias Reisinger

Stefan Reisinger

Verena Riedler

Martina Rogenhofer

Kiomars Safaverdi-Gall

Paula Schmidsfelden

Bernd Schmutterer

Corina Schwarz

Silberbauer Rechtsanwaltskanzlei

Michael Spiekermann

Micaela Springschitz

Mirta Surlina

Raphaela Toncic-Sorinj

Triple Impact Investment GmbH

Andreas Tschas

Verein "Das Klima Projekt"

Julian Voitl

Stefan Weiser

Daniel Weiskopf

Martin Wiesenberger

Viktoria Zimm

### *„Die Klimakrise ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Aber jede große Herausforderung ist auch ein Auftrag zu Innovation, Unternehmertum und neuem Denken. Als Unternehmer und Investor habe ich gelernt, dass Fortschritt dort entsteht, wo Menschen Probleme lösen wollen. Deshalb unterstütze ich KONTEXT: Es verbindet wissenschaftliche Expertise mit unternehmerischem Denken und bringt langfristige Perspektiven in eine Debatte, die oft von kurzfristigen Interessen geprägt ist. ​*

#### Dr. Johann "Hansi" Hansmann vom Hansmann Family Office 

Wir danken allen Unterstützer:innen für ihr Vertrauen in unser Team und unsere Arbeit.

##  Kontakt 

Für Fragen rund um das Thema Finanzierung wenden Sie sich gerne jederzeit an Georg Schuberth.

[funding@kontext-institut.at](mailto:funding@kontext-institut.at)

---

   KONTAKT # So erreichen Sie uns

Vielen Dank für Ihr Interesse. Bei Fragen oder Anliegen können Sie uns gerne eine Nachricht schicken. 

##  Institut 

KONTEXT Institut für Klimafragen

Liechtensteinstraße 55/8, 1090 Wien

[info@kontext-institut.at](mailto:info@kontext-institut.at) 

##  Pressekontakt 

Bei Fragen und für einen direkten Austausch ist unser Presseverantwortlicher Bernhard Schinwald für Sie per Mail und telefonisch erreichbar.

[presse@kontext-institut.at](mailto:presse@kontext-institut.at) [+43 681 20 442 870](tel:+4368120442870) 

[zu unserem Pressebereich](https://www.kontext-institut.at/presse/) 

## Spenden:  
KONTEXT Institut für Klimafragen  
IBAN: AT56 2011 1849 4679 3900

[Jetzt spenden](https://www.kontext-institut.at/spenden/)

---

 

# Launch-Event Chancenreport

Willkommen zum exklusiven Launch-Event des “Chancenreport für Österreich” von KONTEXT Institut und EYdenkstatt. Ein Abend, wo der schmale Grat zwischen Risiko und Chance erlebbar wird.

[Jetzt anmelden](#formularchancenreport) 

## Schön, dass Sie dabei sind!

##### Wir freuen uns sehr, nach Impulsen von **Christian Plas** (Partner, EYdenkstatt) und **Katharina Rogenhofer** (Vorständin, KONTEXT) folgende hochkarätige Speaker:innen in einem Round Table-Setting auf der Bühne begrüßen zu dürfen:

- **Christoph Badelt** (Präsident, Fiskalrat)
- **Marie Ringler** (Europe Leader, Ashoka und Vizepräsidentin, European Forum Alpbach)
- **Hannah Sommersacher** (Stv. Ressortleitung Wirtschaft, ORF)
- **Wolfgang Urbantschitsch** (Universitätsprofessor, WU Wien)
- **Peter Vorhofer** (Regierungsberater für nationale Sicherheit und staatliche Resilienz, Bundeskanzleramt)

##### Die wichtigsten Eckdaten:

- **Datum**: 9. Juni 2026
- **Uhrzeit**: Einlass ab 18:00, Programmstart 18:30, Netzwerken ab 20:00
- **Location**: "Twenty Eight" im weXelerate, Praterstraße 1, 1020 Wien
- **Verpflegung**: Häppchen und Getränke

##### Wir bitten um rasche Anmeldung, die Plätze sind limitiert.

##### Dieser Abend wird moderiert von **Tina Deutsch** (Vorständin, KONTEXT Institut) und ermöglicht durch unseren Partner **UNIQA**.

---

 

# Für Klarheit in Klimafragen.

Über die Klimakrise wird viel gesprochen. Getan wird aber zu wenig. Politische Rahmenbedingungen fehlen, die Transformation der Wirtschaft erfolgt zu langsam und die Polarisierung nimmt zu. Als unabhängige Stimme im österreichischen Klimadiskurs setzen wir seit Anfang 2024 alles daran, das zu ändern.

[Was wir tun](https://www.kontext-institut.at/was-wir-tun/) 

## Aktuelles

[Forum ## KONTEXT x European Forum Alpbach 2026: Rückblick Auch 2026 war KONTEXT offizieller Partner des European Forum Alpbach (EFA). Unter dem Motto „How Europe Wins" versammelte das Forum erneut zentrale Akteur:innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft, um über Europas Zukunftsfähigkeit und die Entscheidungen von Morgen zu diskutieren.](https://www.kontext-institut.at/veranstaltungen/efa26-rueckblick/) 

Pressemitteilung

### Schnelleinschätzung Klimagesetz: Woran sich der Entwurf messen wird

Die Regierung hat soeben erste Eckpunkte zum Klimagesetz präsentiert. KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer ordnet diese in einem Statement ein. Zusätzlich hat KONTEXT Kritierien zusammengestellt, woran sich der Entwurf des Klimagesetzes, der kommende Woche in Begutachtung gehen soll, in seiner Wirksamkeit messen lässt.

[Mehr erfahren](https://www.kontext-institut.at/presse/einigung-klimagesetz-kriterien/) 

Pressemitteilung

### Rogenhofer: "Klimaneutralität 2040 ist Frage der politischen Handlungsfähigkeit"

Statement von KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer anlässlich der Debatte um das Klimagesetz:

[Mehr erfahren](https://www.kontext-institut.at/presse/limagesetz-klimaneutralitaet-2040/) 

[Hitze](https://www.kontext-institut.at/inhalte/?topic=58827) [Klimadiskurs](https://www.kontext-institut.at/inhalte/?topic=2744) [Erneuerbare Energie](https://www.kontext-institut.at/inhalte/?topic=2747) [Klimapolitik](https://www.kontext-institut.at/inhalte/?topic=8953) [Klimafolgen](https://www.kontext-institut.at/inhalte/?topic=9489) [EU](https://www.kontext-institut.at/inhalte/?topic=15440) [Wirtschaft](https://www.kontext-institut.at/inhalte/?topic=15441) [Klimaschädliche Subventionen](https://www.kontext-institut.at/inhalte/?topic=26527) [Sicherheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/?topic=32604) 

## Unsere Inhalte

[04.08.2026 ## Sicherheits- und Wohlstandsrisiko Hitze Hitzetage und Tropennächte reihen sich aneinander – mit ersten 40 Grad in Österreich bereits im Juni. Hitze ist längst mehr als ein Umweltproblem, sie bedroht direkt die Sicherheit und den Wohlstand im Land. Für effektiven Hitzeschutz braucht es beides: Anpassungen und die Befreiung von Öl, Kohle und Gas. Einordnung Hitze Klimafolgen Sicherheit Wirtschaft Unternehmen Landwirtschaft Erneuerbare Energie Mobilität Gebäude Biodiversität](https://www.kontext-institut.at/inhalte/sicherheitsrisiko-hitze/) [30.07.2026 ## Hitze setzt Schlüsselsektoren unter Druck Intensivere und längere Hitzewellen bedeuten nicht nur ein erhebliches Risiko für die österreichische Bevölkerung, sondern auch für Österreichs Schlüsselsektoren. Die Ökologisierung kann dieses Risiko nicht nur reduzieren, sondern bietet große Chancen für heimische Unternehmen. Analyse Hitze Klimafolgen Wirtschaft Unternehmen Landwirtschaft Erneuerbare Energie Mobilität Sicherheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/hitze-risiko-wirtschaft/) [16.07.2026 ## Der EU-Emissionshandel ist eine Chance für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie Am 17. Juli legt die EU-Kommission ihren Vorschlag zur ETS-Reform vor. Erste Entwürfe lassen auf eine Aufweichung schließen. Das wäre der falsche Weg. Eine Einordnung. Einordnung Klimapolitik EU Industrie](https://www.kontext-institut.at/inhalte/eu-emissionshandel-ets/) [10.06.2026 ## Budget zementiert Öl- und Gasabhängigkeit weiter ein Die Budgetanalyse des KONTEXT Instituts zeigt zwei negative Trends im Doppelbudget 2027/28: Klimaschädliche Subvention bleiben bestehen, Klimaförderungen werden weiter gekürzt. Einordnung Budget Klimaschädliche Subventionen Klimaziele](https://www.kontext-institut.at/inhalte/budgetrede-2026/) [09.06.2026 ## Chancenreport Österreich Eine neue Analyse von KONTEXT Institut und EY denkstatt zeigt Klimarisiken und Chancen der Ökologisierung für Österreichs Schlüsselsektoren Energie, Tourismus und Landwirtschaft sowie der Automobilbranche. Studie Landwirtschaft Erneuerbare Energie Klimafolgen Mobilität Unternehmen Wirtschaft](https://www.kontext-institut.at/inhalte/chancenreport/) 

##  Unsere Inhalte 

[04.08.2026 ## Sicherheits- und Wohlstandsrisiko Hitze Hitzetage und Tropennächte reihen sich aneinander – mit ersten 40 Grad in Österreich bereits im Juni. Hitze ist längst mehr als ein Umweltproblem, sie bedroht direkt die Sicherheit und den Wohlstand im Land. Für effektiven Hitzeschutz braucht es beides: Anpassungen und die Befreiung von Öl, Kohle und Gas. Einordnung Hitze Klimafolgen Sicherheit Wirtschaft Unternehmen Landwirtschaft Erneuerbare Energie Mobilität Gebäude Biodiversität](https://www.kontext-institut.at/inhalte/sicherheitsrisiko-hitze/) [30.07.2026 ## Hitze setzt Schlüsselsektoren unter Druck Intensivere und längere Hitzewellen bedeuten nicht nur ein erhebliches Risiko für die österreichische Bevölkerung, sondern auch für Österreichs Schlüsselsektoren. Die Ökologisierung kann dieses Risiko nicht nur reduzieren, sondern bietet große Chancen für heimische Unternehmen. Analyse Hitze Klimafolgen Wirtschaft Unternehmen Landwirtschaft Erneuerbare Energie Mobilität Sicherheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/hitze-risiko-wirtschaft/) [16.07.2026 ## Der EU-Emissionshandel ist eine Chance für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie Am 17. Juli legt die EU-Kommission ihren Vorschlag zur ETS-Reform vor. Erste Entwürfe lassen auf eine Aufweichung schließen. Das wäre der falsche Weg. Eine Einordnung. Einordnung Klimapolitik EU Industrie](https://www.kontext-institut.at/inhalte/eu-emissionshandel-ets/) [10.06.2026 ## Budget zementiert Öl- und Gasabhängigkeit weiter ein Die Budgetanalyse des KONTEXT Instituts zeigt zwei negative Trends im Doppelbudget 2027/28: Klimaschädliche Subvention bleiben bestehen, Klimaförderungen werden weiter gekürzt. Einordnung Budget Klimaschädliche Subventionen Klimaziele](https://www.kontext-institut.at/inhalte/budgetrede-2026/) [09.06.2026 ## Chancenreport Österreich Eine neue Analyse von KONTEXT Institut und EY denkstatt zeigt Klimarisiken und Chancen der Ökologisierung für Österreichs Schlüsselsektoren Energie, Tourismus und Landwirtschaft sowie der Automobilbranche. Studie Landwirtschaft Erneuerbare Energie Klimafolgen Mobilität Unternehmen Wirtschaft](https://www.kontext-institut.at/inhalte/chancenreport/) 

[Alle Inhalte](https://www.kontext-institut.at/inhalte/) 

##  Unsere Arbeit 

Mit fundierten Analysen und umfassendem Einblick in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zeigen wir die Interessen, Dynamiken und Netzwerke hinter aktuellen klimapolitischen Entwicklungen auf. Wir ordnen Hintergründe ein, weisen Verantwortung zu und zeigen auch anhand von Vorbildern aus anderen Ländern, welche Lösungen funktionieren. Einordnung zu schaffen ist ein essenzieller Schritt gegen Fehlinformation und für mehr Transparenz und Klarheit in klimapolitischen Fragen.

[Was wir tun](https://www.kontext-institut.at/was-wir-tun/) 

## Wenn Sie unsere Arbeit und unsere Inhalte unterstützen möchten, freuen wir uns über einen finanziellen Beitrag.

[Jetzt spenden](https://www.kontext-institut.at/spenden/) 

## Melden Sie sich für \[Kon\]nex an

Unser Newsletter \[Kon\]nex versorgt Sie jede zweite Woche mit den neuesten klimapolitischen Entwicklungen und Zusammenhängen und bietet Einblicke in unsere Arbeit. Melden Sie sich jetzt an und bleiben Sie informiert.

---

 # "Warum ich Ursula von der Leyen faszinierend finde"

Kommentar Klimapolitik EU 

Dienstag, 23.09.2025

Mit einem Spagat zwischen Opportunismus und guten Argumenten versucht die Kommissionspräsidentin ihr klimapolitisches Vermächtnis zu retten, zu schützen und weiterzuführen. Aber ist das genug?

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/warum-ich-ursula-von-der-leyen-faszinierend-finde-120132336)*.*   
*Foto Copyright: European Union*

Ursula von der Leyen fasziniert mich. Weniger wegen ihrer Lebensleistung, wobei es diese es auch verdienen würde: Als Politikertochter bereits früh im öffentlichen Rampenlicht, dann als promovierte Medizinerin und siebenfache Mutter selbst an der Spitze der deutschen und europäischen Politik – das muss man erst einmal schaffen.

Fasziniert bin ich in erster Linie, weil ich mir nie abschließend sicher bin, ob ich sie enttäuschend, bedauernswert oder eigentlich bewundernswert finden soll.

## **Enttäuschend**

Enttäuschend finde ich etwa, dass ihre Kommission im Juli den Vorschlag für das EU-Klimaziel für 2040 vorgelegt hat. Er ermöglicht es Mitgliedsländern erstmals mittels internationalen Kompensationsprojekten, sich teilweise von den eigenen Klimaschutzpflichten freizukaufen. Damit wurde die Tür für Scheinklimaschutz geöffnet. Gegen die explizite Empfehlung des wissenschaftlichen Beirats.

Enttäuschend finde ich auch, dass sie die Berichtspflichten für Unternehmen zu Nachhaltigkeit und Lieferketten aufgemacht und verwässert hat – kurz nachdem sie beschlossen waren. Dass sie das ebenfalls fixierte Ende der Zulassung von Verbrennern im Jahr 2035 aktuell nicht besser verteidigt, fällt da auch rein.

Die Enttäuschung wiegt mit Blick auf das große Vermächtnis ihrer ersten Amtszeit umso schwerer. Sie hat mit dem Green Deal einen beispiellosen Paradigmenwechsel in der Klimapolitik eingeleitet, indem Wohlstand und Klimaschutz erstmals als zwei Seiten derselben Medaille behandelt wurden.

Klare langfristige Ausstiegspfade für fossile Energieträger, so die Idee, würden nicht nur die Emissionen, sondern mittelfristig auch Energiekosten senken und neue Technologien erfordern, in denen Europas Industrie reüssieren kann.

Sie beließ es dabei nicht nur bei nettem Gerede und rhetorischen Figuren. Es folgten klare und verbindliche Ziele und ebenso klare und verbindliche Ableitungen, vom Ausbau der erneuerbaren Energie bis eben zum Ende der Zulassung von Verbrennern.

In ihrer zweiten Amtszeit haben sich die politischen Mehrheitsverhältnisse in Brüssel und den Mitgliedsländern verschoben. Ihr Green Deal ist dabei nicht nur den politischen Kräften weit rechts der Mitte ein Dorn im Auge, sondern auch den Vertreter:innen ihrer eigenen Parteienfamilie, der Europäischen Volkspartei. Auch der französische Präsident Emmanuel Macron, der sie im Jahr 2019 für das Amt der Kommissionspräsidentin vorgeschlagen hatte, macht ihr das Leben schwer.

## **Bedauernswert**

Hier beginne ich die Kommissionspräsidentin zu bedauern. Ihre Kommission lässt in der klimapolitischen Ambition nach. Aber das steht in keinem Verhältnis zu dem, wie sich das Europäische Parlament und vor allem die Mitgliedsländer hier verhalten. Im EU-Parlament wird das neue EU-Klimaziel für 2040 von einem Rechtsaußen-Abgeordneten verhandelt, der kein Geheimnis daraus macht, dass er das Ziel ersatzlos absägen will.

Unter den Mitgliedsländern wird das Ziel nicht, wie vorgesehen, im Rat der Umweltminister, sondern vom Europäischen Rat, also den Staats- und Regierungschefs, beschlossen. Während im Umweltrat eine qualifizierte Mehrheit reichen würde, braucht es im Europäischen Rat die Einstimmigkeit, die aufgrund der Haltung von Ländern, wie Ungarn und der Slowakei kaum zu erreichen ist.

Damit droht der ursprüngliche Vorschlag zusätzlich verwässert zu werden – beispielsweise, indem der Zielwert einer Emissionsreduktion von 90 Prozent bis 2040 gesenkt wird oder indem der mögliche Anteil der Kompensationsprojekte erhöht wird. Die österreichische Regierung hat die Verschiebung in den Rat übrigens unterstützt.

Die Folgen dafür sind enorm. Denn mit dem Kommissionsvorschlag für das 2040er-Ziel ist auch das 2035er-Ziel der EU nach dem Pariser Klimaabkommen verbunden. Durch die Verschiebung der Abstimmung in den Europäischen Rat, der erst Ende Oktober stattfindet, kann die EU nicht mehr rechtzeitig vor der Weltklimakonferenz COP30 im November die eigenen Ziele einmelden.

Zwar haben die Umweltminister:innen gerade noch rechtzeitig vor dem UN-Klimagipfel in dieser Woche in einer vagen Absichtserklärung versprochen, vor der COP30 ein Ziel vorlegen zu wollen. Dennoch: Nach den USA unter Trump steht nun auch die EU in schwacher Position da.

Nach den USA unter Trump steht nun möglicherweise auch die EU ohne verbindliche Zusagen da. Unter diesen Umständen sind auch von Entwicklungsländern keine großen Versprechungen zu erwarten. Denn warum sollten sie Ziele setzen, wenn es die wohlhabenden Länder in Europa partout nicht hinbekommen? Die COP30 – und damit das 10-Jahres-Jubiliäum des Pariser Abkommens – droht damit zur Farce zu werden.

Aber nicht nur im Kampf gegen die Klimakrise sind damit Rückschritte vorprogrammiert. Im globalen Wettbewerb um die Zukunftstechnologien droht die EU den Rückstand gegenüber China, das etwa bei E-Mobilität, Photovoltaik und Batterien längst führend ist, noch weiter zu vergrößern. Nur mit klaren und verbindlichen Zielen, entsprechenden Gesetzen und Förderungen hätte die europäische Industrie die notwendigen Rahmenbedingungen, um aufschließen oder auch nur mithalten zu können.

All das geschieht vor den Augen der Kommissionspräsidentin, die den destruktiven Kräften nur wenig entgegensetzen kann und dabei zusieht, wie das Vermächtnis ihrer ersten Amtszeit demontiert wird und all das eintritt, was sie mit ihrer Politik zu vermeiden versuchte.

## **Bewundernswert**

Umso erstaunlicher war ihre Rede zur Lage der Europäischen Union – jene jährliche Grundsatzrede, die sie vor zwei Wochen im Europäischen Parlament in Straßburg hielt. Im Lichte der aktuellen Entwicklungen hätte man annehmen können, dass sie vom Klimathema komplett abrückt und ihre politische Energie anderswo einsetzt.

In der Rede hat sie aber deutlich gemacht, dass die Ökologisierung weiterhin auf ihrer Agenda steht und dabei noch stärker als zuvor den Mehrwert der Klimapolitik herausgestrichen. Denn die Ökologisierung der Wirtschaft ist nicht nur die Antwort auf die Erderhitzung und all ihren Folgen, sondern auch auf die strategische Abhängigkeit Europas von Energie-, Rohstoff- und Technologieimporten in einer zunehmend unsicheren Welt.

Erneuerbare Energie und Kreislaufwirtschaft sind dabei von zentraler Bedeutung. Dass Von der Leyen hier weitere große Schritte angekündigt hat, ist folgerichtig.

Auch für Wettbewerbsfähigkeit, Wohlstand und Arbeitsplätze ist die Ökologisierung der Wirtschaft ein zentrales Fundament. Dass Von der Leyen in diesem Zusammenhang unter dem Motto "Made in Europe" die europäische Industrie bei Zukunftstechnologien besonders fördern will, ist ebenso zu begrüßen, wie das Vorhaben, die europäischen Stärken in der Grundlagenforschung auf diesem Feld durch spezielle Finanzierungsprogramme zur Marktreife zu skalieren.

## **Faszinierend**

Und auf diese Weise ringt mir die Kommissionspräsidentin Faszination ab. Meint sie es ernst? Was ist Opportunismus und wo versucht sie, die Kernelemente des Green Deals unter den politisch veränderten Vorzeichen durchzusetzen?

Gut möglich, dass ich an ihrer Ernsthaftigkeit zweifle, wenn sie beim offenbar bevorstehenden Rückzieher vom Zulassungsende von Verbrennern nachgibt und dafür einen verwässerten Vorschlag vorlegt.

Gut möglich, dass ich sie auch wieder bedauere, wenn das Parlament und Rat den ohnehin verwässerten Vorschlag bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Gut möglich, dass ich ihr Verhandlungsgeschick an anderer Stelle bewundern werde.

Wichtiger aber als meine Faszination wird sein, ob ihr Spagat ausreichen sein wird, um Europa klimaneutral, wettbewerbsfähig, sicher und lebenswert zu machen. Das wird die Zeit zeigen. Derweil sieht es jedenfalls immer weniger so aus.

---

 # Wie ist das jetzt mit unserer neuen Eiszeit?

Kommentar Klimafolgen Klimadiskurs Sicherheit Klimaforschung 

Sonntag, 03.03.2024

Der Zusammenbruch des Golfstroms: Warum die Erderhitzung in Europa Kälte bringen könnte.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei [Newsflix.at](https://www.newsflix.at/s/wie-ist-das-jetzt-mit-unserer-neuen-eiszeit-120022776).*

**Aber was jetzt?** Hitze oder Kälte? Ist sich die Wissenschaft tatsächlich nicht einig? Wie so oft bei komplexen Themen wie der Klimakrise ist die Antwort vielschichtig: Beides kann gleichzeitig wahr sein. Wie? Ich versuche mich hier an einer Erklärung: Sieht man sich die Temperatur im Schnitt auf der ganzen Welt an, wird es weiterhin heißer. Das mit der Erderhitzung stimmt also, und sie schreitet voran. Darüber herrscht in der Klimawissenschaft Einigkeit.

**Kälte sorgt für erhitzte Gemüter** Gleichzeitig kann es aber aufgrund von Klimawandelfolgen an manchen Orten deutlich kälter werden. Wie das möglich ist? Die gigantische Atlantische Umwälzströmung AMOC, wir kennen sie auch als Golfstrom, bringt warme Luft nach Europa und gilt als Schlüsselelement für das Klima auf unserem Planeten. Noch in diesem Jahrhundert könnte es zu einem Zusammenbruch des gewaltigen Förderbandes im Atlantik kommen. Das zeigt die aktuelle Studie aus den Niederlanden, die in den sozialen Medien für erhitzte Gemüter sorgt.

**Neue Studie** Dieser Kollaps passiert als unmittelbare Folge der Erderhitzung: Durch das schmelzende Polareis gelangt zunehmend kaltes Süßwasser in den Atlantik und schwächt die Strömung ab. Passiert das zu lange, bricht das gigantische Wasserförderband vollständig zusammen. Als Möglichkeit war das der Wissenschaft schon lange bekannt und kommt als Kipppunkt auch im Bericht des Weltklimarates vor. Doch die neue Studie konnte mit ihrem Modell klar zeigen, dass ein Kollaps wahrscheinlicher ist als angenommen, und wir uns auf dem Weg dorthin befinden.

**Winter um 8 Grad kälter** Da der Golfstrom dafür sorgt, dass das Klima in Europa milder ist, als man für diese Breitengrade erwarten würde, hat sein Kollaps weitreichende Folgen. Auf Österreich heruntergebrochen prognostiziert die niederländische Studie einen Rückgang der Wintertemperatur um 8 °C. In Norwegen sinken die Temperaturen sogar um bis zu 35° C. Im Sommer wird der Effekt durch die Erderhitzung weitgehend kompensiert – es kommt also zu starken Temperaturschwankungen.

Mögliche Temperaturveränderungen innerhalb eines Jahrhunderts ab Kollaps des AMOC in unterschiedlichen Städten Europas; Van Westen et al., 2024; ©KONTEXT

**Weniger Schnee** Diese drastischen Temperaturschwankungen haben noch weitere Auswirkungen: da das im Winter vereiste Meer nahezu kein Wasser verdunsten lässt, nimmt der Niederschlag in den Wintermonaten stark ab. Auch global ändern sich die Niederschlagsmuster. Laut OECD sind die Auswirkungen für die Lebensmittelversorgung fatal: Mehr als die Hälfte der Anbauflächen für Mais und Weizen würden verschwinden. Aktuell sind keine realistischen Anpassungsmaßnahmen in Sicht, die uns in die Lage versetzen könnten, mit derart raschen Temperaturveränderungen umzugehen.

**Land unter in Amsterdam** Zusätzlich würde der Meeresspiegel aufgrund der veränderten Strömungsdynamik im Nordatlantik um bis zu einem Meter ansteigen. Städte wie Amsterdam, Hamburg oder Bremen wären dann die längste Zeit Touristenmagneten gewesen. In den Ländern des Südens würde sich die Erwärmung, andersherum als in Europa, verstärken. Im Amazonasgebiet könnten sich gar Regen- und Trockenzeiten umkehren. Damit würde der bereits geschwächte Regenwald seinen eigenen Kipppunktüberschreiten und die Temperaturen auf der ganzen Welt enorm ins Wanken bringen.

Das wirklich Dumme an Kipppunkten ist ja: Sind sie erst einmal überschritten, lassen sich die Folgen nicht einfach rückgängig machen.

**Ab nächstem Jahr wird es kritisch** Aber wie wahrscheinlich ist der Kollaps des Golfstroms? Die niederländische Studie zeigt deutlich, dass wir uns darauf zubewegen. Wann wir den Kipppunkt genau erreichen, ist noch offen. Die Wissenschaftler:innen halten einen Zeitraum zwischen 2025 und 2095 für realistisch. Den Zeitraum einzugrenzen, wird Gegenstand der weiteren Forschung sein. Was jedoch klar ist: Da der Golfstrom-Kollaps eine Folge der Erderhitzung ist, sind dieselben Maßnahmen wirksam, mit denen wir auch die Klimakrise bremsen.

**Was wir tun müsse**n Fossile Brennstoffe – also Öl, Kohle und Gas – müssen als Energielieferanten so rasch wie möglich durch erneuerbare Alternativen ersetzt werden. Das heißt im allerersten Schritt: keine neuen Kraftwerke und fossilen Infrastrukturen mehr zu bauen. Denn derzeit überschreiten die geplanten Projekte für neue Kohle- und Gaskraftwerke, Raffinerien, Flüssiggasterminals, Autobahnen oder Flughäfen unser CO2-Budget bei Weitem. Und es bedeutet auch, dass klimaschädliche Förderungen – in Österreich sind das rund EUR 5,7 Mrd. pro Jahr für Benzin, Kerosin, Dienstautos, Pendlerpauschalen oder fossile Energieträger – deutlich reduziert werden müssen.

**Es ändert sich wenig** Insofern hat sich die Aussage der Klimawissenschaft nicht stark verändert. Es wird weiterhin global heißer, und das ist eine Gefahr für das komplexe Klimasystem. Durch die Folgen der Erhitzung – wie der Kollaps des Golfstroms eben eine ist – kann es zwar regional zu kühleren Temperaturen kommen, das hebelt aber den globalen Trend nicht aus und ist selbst in Europa vor allem auf die Wintermonate beschränkt. Die Folgen insgesamt wären aber so fatal, dass sich eine Diskussion darüber jedenfalls lohnt. Denn es steht viel auf dem Spiel.

---

 # Effektive Anpassung an die Klimakrise: Kosten und Chancen

Artikel Klimapolitik EU Budget Klimaziele 

Samstag, 14.12.2024

Das Hochwasser 2024 hat neuerlich gezeigt: Investitionen in Klimaanpassung in Form von Hochwasserschutz lohnen sich. Das gilt speziell auch für Renaturierungsmaßnahmen.

Die Klimakrise führt auch in Österreich zu häufigerem Starkregen und Hochwasser, was enorme Kosten verursacht: von zerstörter Infrastruktur über Ernteausfälle bis hin zu Schäden an Wohnhäusern und wirtschaftlichen Einbußen. Diese Kosten lassen sich deutlich reduzieren, wenn rechtzeitig Maßnahmen zur Klimaanpassung umgesetzt werden.

****Hochwasser 2024 verursachte mindestens 1**,3 Milliarden Euro Schaden**

Das Jahrhunderthochwasser im September 2024 richtete laut WIFO-Berechnungen in Österreich mindestens 1,3 Milliarden Euro Schaden an. Mehr als 800 Unternehmen waren betroffen, und Privathaushalte mussten Schäden von bis zu 700 Millionen Euro beklagen. Auch die Infrastruktur wurde stark in Mitleidenschaft gezogen: So war die Westbahnstrecke schwer beschädigt und konnte erst drei Monate nach dem Hochwasser, am 15. Dezember, wiedereröffnet werden. Die ÖBB kalkuliert Reparaturkosten im dreistelligen Millionenbereich für ihr Streckennetz.

Diese Schadenssumme wäre jedoch noch höher gewesen, hätte Österreich in den vergangenen Jahren nicht erheblich [in den Hochwasserschutz investiert.](https://info.bml.gv.at/service/presse/wasser/2024/bml-invesetiert-1-milliarde-euro-schutz-vor-naturgefahren.html) Ein Vergleich macht dies deutlich: Das Hochwasser von 2002 verursachte ohne umfassende Schutzmaßnahmen dreimal so hohe Kosten für private Haushalte und Unternehmen wie das Donauhochwasser 2013, als bereits viele Schutzmaßnahmen umgesetzt waren. Renaturierungen von Flüssen und Bächen spielen dabei eine zentrale Rolle, um künftige Hochwasser besser zu verhindern.

**Investitionen in Klimawandelanpassung lohnen sich**

Zwischen 2014 und 2020 hat Österreich jährlich durchschnittlich über eine Milliarde Euro in Klimaanpassung investiert. [Laut dem Wegener Center Graz](https://unipub.uni-graz.at/obvugrveroeff/download/pdf/5201636) werden sich diese Kosten bis 2050 mehr als verdoppeln. Die [Modellierungen des PACINAS-Projekts](http://anpassung.ccca.at/pacinas/wp-content/uploads/sites/3/2017/06/PACINAS_factsheet_5_EN.pdf) zeigen jedoch: Solche Investitionen zahlen sich aus. Einerseits werden Schäden, etwa durch Überschwemmungen oder Ernteverluste, deutlich geringer ausfallen. Andererseits profitiert die gesamte Gesellschaft, da die Produktivität und die Beschäftigung steigen.

Derzeit wird vor allem in „graue“ Schutzmaßnahmen, wie den Bau von Dämmen, investiert. [Wissenschaftler:innen des Climate Change Center Austria](http://anpassung.ccca.at/pacinas/wp-content/uploads/sites/3/2017/07/10_Knittel-et-al-WP4-2017.pdf) (CCCA) prognostizieren jedoch, dass „grüne“ Maßnahmen – wie Renaturierungen – ab 2030 eine immer größere Rolle spielen werden. Bis 2050 könnten sie sogar die Hälfte aller Investitionen in Klimaanpassung ausmachen. Obwohl Renaturierungsmaßnahmen oft teurer sind, haben sie ein [hervorragendes Kosten-Nutzen-Verhältnis](https://link.springer.com/article/10.1007/s11027-019-9842-3): Jeder investierte Euro schafft fast den doppelten wirtschaftlichen Nutzen.

Dank des 2024 beschlossenen [EU-Renaturierungsgesetzes](https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/qanda_22_3747) stehen für solche Projekte außerdem zusätzliche Fördermittel zur Verfügung. Das macht Investitionen in ökosystembasierte Anpassungen noch attraktiver.

---

 # \[KON\]KLUSIO: Mit Technologieklarheit gegen Trugbilder

Analyse Erneuerbare Energie Klimadiskurs Technologien Industrie 

Mittwoch, 20.03.2024

Technologische Entwicklungen spielen eine zentrale Rolle für eine klimaneutrale Gesellschaft und Wirtschaft. Häufig werden jedoch Technologien als vermeintliche Lösungen beworben, die noch nicht marktreif oder in der breiten Anwendung ineffizient sind. Solche Technik-Trugbilder verschleppen den Ausbau jener klimafreundlichen Technologien, die bereits zur Verfügung stehen und sich als wirksam, effizient und kostengünstig erwiesen haben. Um für Planungssicherheit zu sorgen und Ressourcen bestmöglich einzusetzen, braucht es deshalb Technologieklarheit.

[Unsere \[KON\]KLUSIO zum Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202403_KONKLUSIO_Technologieklarheit-als-Schluessel-zu-einer-wirksamen-Klimapolitik.pdf?dm=1740515735)

Die meisten Technologien, die für die notwendige Emissionsreduktion gebraucht werden, haben wir bereits: Windkraft und Photovoltaik, Batterien, Wärmepumpen oder Elektro-Fahrzeuge. Um die Transformation möglichst rasch voranzubringen, müssen sie ausgebaut und überall dort eingesetzt werden, wo sie Öl, Kohle und Gas ersetzen können. Dafür notwendig sind vor allem ein verlässlicher rechtlicher Rahmen und ausreichend finanzielle Mittel. So kann Planungssicherheit für Betriebe und die Bevölkerung geschaffen und damit sichergestellt werden, dass verfügbare Ressourcen und Infrastruktur bestmöglich genutzt werden.

#### Wie Technik-Trugbilder fossile Prozesse am Laufen halten

Politisch und wirtschaftlich werden jedoch häufig Technologien beworben, die noch nicht marktreif oder nur für Nischen geeignet sind. Ihre Anwendungsmöglichkeiten werden dafür stark überzeichnet. Solche Technik-Trugbilder führen dazu, dass der Ausbau jener Technologien verschleppt wird, die schon erprobt und einsatzbereit sind. Die Folge: Öl, Gas und Kohle bleiben weiter im Einsatz. Das zeigen etwa die Debatten um Verbrennermotoren oder Heizen.

Wird zum Beispiel vorgeschlagen, dass auch grünes Gas durch die Heizungsrohre fließt, bleibt der Heizungstausch aus. Wird angeregt, dass Verbrennermotoren auch mit E-Fuels betankt werden sollen, wird der Umstieg auf Elektro- und öffentliche Mobilität verlangsamt. Tatsächlich ist der Einsatz von E-Fuels für Autos aber ineffizient: Nur rund 13 Prozent der zugeführten Energie können zum Fahren genutzt werden. Bei einem Elektroauto sind es hingegen mehr als zwei Drittel. Bei grünem Gas in der Heizung ist es ähnlich: Wärmepumpen sind fünfmal effizienter als Heizen mit Wasserstoff. Teurer als ihre jeweiligen nachhaltigen Alternativen sind E-Fuels und Wasserstoff obendrein.

#### **Technologieklarheit als Schlüssel**  

Es gibt durchaus Bereiche, in denen Wasserstoff und E-Fuels keine Trugbilder sind, sondern ganz konkrete Lösungen. Und zwar dort, wo verlässliche Alternativen fehlen: Etwa im Flug- und Schiffsverkehr, oder in der Industrie. Werden die Brennstoffe jedoch in ineffizienten Bereichen wie Heizen oder Mobilität eingesetzt, nimmt das Industriebetrieben die einzige Möglichkeit, ihre Produktionsprozesse klimaneutral zu gestalten. Für einen effizienten Einsatz von Technologien braucht es also Technologieklarheit. Dabei geht es darum zu differenzieren und sich am wissenschaftlichen Konsens zu orientieren:

- Jene Technologien, die marktreif und breitentauglich sind, brauchen einen rechtlichen Rahmen und Investitionen, um sie *jetzt* auszubauen und zu skalieren.
- Viele weitere Technologien sind zwar einsetzbereit, aber nicht in allen Anwendungen sinnvoll. Die Ressourcen für ihre Herstellung sind nur begrenzt verfügbar, die Herstellungsprozesse oft kostspielig und mit Energieverlusten verbunden. Sie sollten deshalb *fokussiert* dort eingesetzt werden, wo es bisher keine Alternativen gibt.

- Es braucht *Forschung und Entwicklung*, um Technologien, die heute noch in den Kinderschuhen stecken – oder noch nicht einmal existieren – in Zukunft in Betracht ziehen zu können.
- Um möglichst effizient mit der produzierten erneuerbaren Energie umzugehen, ist es notwendig, den *Gesamtenergieverbrauch zu senken* und entsprechende Begleitmaßnahmen zu ergreifen: Sanierungen von Gebäuden und der Ausbau von kostengünstigem öffentlichem Verkehr in der Mobilität sind dafür unabdingbar.

Um diese notwendige Technologieklarheit zu schaffen und zu einer konstruktiven Debatte über den Einsatz von Technogien zurückzukommen, ist es wesentlich, Technik-Trugbilder zu erkennen und zu entkräften oder ihnen vorzubeugen. Unsere neue \[KON\]KLUSIO soll dabei unterstützen.

####  Unsere \[KON\]KLUSIO zum Download 

[202403 KONKLUSIO Technologieklarheit als Schluessel zu einer wirksamen Klimapolitik](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202403_KONKLUSIO_Technologieklarheit-als-Schluessel-zu-einer-wirksamen-Klimapolitik.pdf?dm=1740515735)

---

 # Studie: Turbo für Wirtschaft und Beschäftigung durch Produktion grüner Technologien in der EU

Analyse Erneuerbare Energie Wirtschaft Technologien EU Industrie 

Samstag, 22.06.2024

Technologien zur Produktion, Speicherung und Nutzung erneuerbarer Energien sind entscheidend für die Ökologisierung der Wirtschaft. Europa steht bei der Entwicklung dieser Sektoren jedoch noch am Anfang. Für die nächste EU-Kommission bedeutet das eine große Chance: Die Stärkung einer europäischen Produktion grüner Technologien würde sich enorm positiv auf Wirtschaft und Arbeitsplätze auswirken. Allein die Produktionsverlagerung von fünf Schlüsseltechnologien in die EU lässt die Wirtschaftsleistung um rund 18,4 Milliarden Euro steigen und schafft 243.000 Arbeitsplätze. Das zeigt eine neue Studie des Wiener Instituts für internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) im Auftrag von KONTEXT.

##  Downloadbereich 

- [Studienergebnisse zusammengefasst](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202406_KONTEXT_WIIW_Gruene-Technologien.pdf)
- [wiiw – gesamte Studie](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202406_KONTEXT_wiiw_Study_Impacts-of-Green-Tech.pdf)
- [zur Medieninfo und den Grafiken](https://kontext-institut.at/presse/studie-turbo-gruene-technologien/)

Die Studie des wiiw zeigt: Würde die EU die Fertigung von fünf Schlüsseltechnologien – Elektroautos, Photovoltaik, Windkraftanlagen, Batterien und elektrische Motoren – selbst übernehmen, hätte das enorm positive Effekt für Wirtschaftsleistung gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) und Arbeitsmarkt. Die Ergebnisse im Detail:

## Produktion grüner Technologien steigert Wirtschaftsleistung

Bei einer Produktionsverlagerung würde das BIP der EU um rund 18,4 Milliarden Euro steigen. Die Technologie mit dem stärksten Beitrag zum BIP-Wachstum ist die Produktion von Elektroautos (8,8 Milliarden Euro), gefolgt von Photovoltaik (4,7 Milliarden Euro), und Batterien (2,6 Milliarden Euro). Der Gesamteffekt einer Produktionsverlagerung hat sich im Vergleich zu den letzten 10 Jahren etwa verdoppelt. Mit dem voranschreitenden Ausbau zukunftsfähiger Technologien wird die Wertschöpfung deshalb voraussichtlich weiter zunehmen.

- Österreich würde durch die Produktionsverlagerung zurzeit einen Wertschöpfungszuwachs von 560 Millionen Euro erzielen. Im EU-Vergleich liegt das Potenzial für Österreich auf Platz 7.
- Länder, die bereits Endprodukte wie Autos herstellen, profitieren besonders von der Verlagerung der EU-Importe, da die notwendige Infrastruktur bereits besteht. Der größte Teil des Wachstums entfällt daher auf Länder in Ost- und Zentraleuropa wie Tschechien und Slowenien sowie andere industriebasierte Volkswirtschaften, insbesondere Deutschland.

**Produktion grüner Technologien schafft Arbeitsplätze**

Auch auf die Beschäftigung hätte die die Produktionsverlagerung der fünf Schlüsseltechnologien einen signifikant positiven Effekt: 243.000 Arbeitsplätze würden neu entstehen. Auch hier hat sich das Potenzial in den letzten 10 Jahren etwa verdoppelt.

- In Österreich würde die Produktionsverlagerung grob 5.100 neue Arbeitsplätze schaffen, vor allem durch die Produktion von Elektroautos und Photovoltaikanlagen.
- Besonders starke positive Beschäftigungseffekte verzeichnen, ähnlich wie bei der Wertschöpfung, ost- und mitteleuropäische Lände. In absoluten Zahlen ergäbe sich der stärkste Effekt in Deutschland, mit rund 70.000 neuen Jobs, was einem Drittel aller neuen Arbeitsplätze entspricht.

#### **Positive Effekte auch für angrenzende Sektoren**  

Neben den direkten Effekten auf die Produktionsstätten wirkt sich die Produktionsverlagerung auch auf die Wertschöpfungsketten aus. Ein Ausbau der Produktion von Elektroautos, zum Beispiel, steigert auch die Nachfrage von Komponenten, wie Batterien, und Dienstleistungen, wie Softwareentwicklung und Vertrieb. Das führt in der Zulieferindustrie und den Absatzmärkten zu einer signifikanten Expansion, und hat auch Auswirkungen auf angrenzende Sektoren.

**Tatsächliches Potenzial voraussichtlich deutlich größer**

Die in der Studie des wiiw berechneten Effekte auf Wertschöpfung und Beschäftigung bilden nur einen Bruchteil des tatsächlichen Potenzials ab.

- Erstens stehen die Ökologisierung und der Ausbau zukunftsfähiger Technologien noch in der Entwicklungsphase. Die Szenarien der Internationalen Energieagentur rechnet mit einem starken Ausbau der Schlüsseltechnologien, welcher den von wiiw prognostizierten Effekt entsprechend verstärken würde.
- Zweitens berücksichtigt die Analyse zum Teil nur Endprodukte oder wenige zugehörige Komponenten. Bei einer Verlagerung der gesamten Produktionskette würden die positiven Effekte auf das BIP und die Arbeitsplätze weiter zunehmen.
- Drittens würden durch eine detailliertere Analyse der Zulieferer, der Absatzmärkte und der angrenzenden Industrien umfassendere positive Netzwerkeffekte sichtbar, die sowohl Beschäftigung als auch Wirtschaftsleistung weiter erhöhen würden. Gleiches gilt für die Betrachtung zusätzlicher Schlüsseltechnologien (z.B. Wärmepumpen uvm.).

Die Analyse zeigt jedoch deutlich, dass selbst bei einer Beschränkung auf wenige Schlüsseltechnologien bereits signifikante positive wirtschaftliche und beschäftigungsbezogene Effekte nachweisbar sind. Die Ökologisierung bietet somit eine große Chance für Wirtschaft und Arbeitsmarkt.

---

 # Umfrage: Zukunftsfähige Wirtschaftszweige bringen Wettbewerbsvorteil und Arbeitsplätze

Umfrage Wirtschaft EU Unternehmen Technologien Industrie 

Dienstag, 14.05.2024

Mit der bevorstehenden EU-Wahl werden die Weichen für die Zukunft Europas gestellt. Die österreichische Bevölkerung ist dabei der Meinung, dass der Standort Europa langfristig nur mit einer Ökologisierung der Wirtschaft gesichert werden kann. Mehr als drei Viertel sehen etwa im Ausbau klimafreundlicher Sektoren und dem Einsatz von Zukunftstechnologien wie erneuerbarer Energien eine große Chance für Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze. Das zeigt der zweite Teil unserer Umfrage zu EU-Themen. Befragt wurden dazu 1.000 Personen durch das Meinungsforschungsinstituts marketagent. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.

####  Die Umfrageergebnisse auf einen Blick: 

****Ausbau erneuerbarer Energien zentral, um Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze in Europa zu sichern****

Die österreichische Bevölkerung erkennt die Dringlichkeit der Standortsicherung: Knapp neun von zehn der Menschen in Österreich erwarten von der EU, auf zukunftsfähige Wirtschaftszweige zu setzen, um global – etwa gegenüber China und den USA – konkurrenzfähig zu bleiben. Vor allem durch die Ökologisierung der Wirtschaft sehen die Menschen die Konkurrenzfähigkeit und damit Arbeitsplätze und den zukünftigen Wohlstand sichergestellt.

Eine führende Rolle sollte die EU, laut Umfrageergebnissen, bei jenen Technologien einnehmen, die zur Bekämpfung der Klimakrise beitragen: Mehr als drei Viertel der Bevölkerung finden, das Potential von erneuerbaren Energien, Speichern und Elektromobilität solle genutzt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Solche Zukunftstechnologien und klimafreundliche Sektoren zu fördern, schaffe sichere Arbeitsplätze, sind ebenfalls knapp drei Viertel der Menschen in Österreich überzeugt.

****Vorwärtsgewandte Unternehmen in der Pflicht****

Den Grund für die fehlenden ambitionierten Schritte in diese Richtung sieht die österreichische Bevölkerung auch darin, dass es Akteur:innen gibt, die sich aktiv gegen eine nachhaltige Entwicklung stellen: Sieben von zehn Menschen in Österreich haben den Eindruck, dass auf EU-Ebene fossile Unternehmen und Interessensvertretungen häufig Maßnahmen gegen die Klimakrise verhindern.

Vorwärtsgewandte Wirtschaftstreibende sind deshalb in der Verantwortung: Knapp vier von fünf Menschen in Österreich finden es zentral, dass Unternehmen selbst und deren Interessenvertretungen auch öffentlich die nötigen Maßnahmen zum Klimaschutz aktiver einfordern, um das Potential einer klimafreundlichen Wirtschaft zu nützen.

####  Grafik Download: 

[Umfrage EU Wahl Wirtschaftspolitik KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Umfrage_EU_Wahl_Wirtschaftspolitik_KONTEXT.png?w=2500&h=1768&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515616&s=6a9c7002adc2af27cacd8e816ec611a9) 

##  Zum ersten Teil der Umfrage 

- [Umfrage im Vorfeld der EU-Wahl Teil 1](https://kontext-institut.at/inhalte/umfrage-eu-wahlen-2024-2/)

---

 # Umfrage: Klimaschutz als Schlüssel für Sicherheit und Unabhängigkeit Europas

Umfrage Klimapolitik EU Erneuerbare Energie Sicherheit 

Freitag, 10.05.2024

In knapp einem Monat wählen die Österreicher:innen ein neues EU-Parlament. Der Ausgang der Wahl wird entscheidend dafür, wie die heimische Energiezukunft gestaltet werden kann. Mehr als zwei Drittel der österreichischen Bevölkerung geht es in dieser Sache zu langsam: Sie halten es im Sinne der Sicherheit und Unabhängigkeit Europas für notwendig, dass die EU den Ausstieg aus Öl, Kohle und Gas beschleunigt. Das zeigt eine neue Umfrage im Auftrag des KONTEXT Instituts für Klimafragen. Befragt wurden dazu 1.000 Personen durch das Meinungsforschungsinstituts marketagent. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.

####  Die Umfrageergebnisse auf einen Blick: 

**Erneuerbare Energie als Schlüssel zu Unabhängigkeit**

Besonders erneuerbare Energien betrachten die Österreicher:innen als Schlüssel zur Unabhängigkeit: Mehr als 8 von 10 Menschen sehen es als zentrale Aufgabe der EU, den Ausbau von Erneuerbaren anzukurbeln, um unabhängig von Energieimporten zu werden. Besonders in Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hat sich gezeigt, wie abhängig Europa und damit auch österreichische Unternehmen und Haushalte von fossiler Energie aus unsicheren Ländern sind. Für die Europapolitik und auf nationaler Ebene zeigt die Umfrage einen klaren Auftrag der Bevölkerung, den Umbau durch konkrete Maßnahmen zu gestalten. 80 Prozent der österreichischen Bevölkerung sehen etwa, dass Sanierungen von Gebäuden und nachhaltige Heizformen nicht nur maßgeblich zum Klimaschutz beitragen, sondern auch die Abhängigkeit von anderen Ländern senken.

**EU-Politiker:innen in der Pflicht**

Die Umfrage unterstreicht die Hoffnung auf eine nachhaltige und sichere Energieversorgung in der EU. Gebremst wird hingegen von jenen wenigen, die nach wie vor vom Geschäft mit Öl, Kohle und Gas profitieren und deshalb an den Abhängigkeiten festhalten – oft mit falscher Information: 80 Prozent der Bevölkerung haben den Eindruck, dass gerade rund um die Wahlen in der klimapolitischen Debatte viel Falschinformation gestreut wird. In der Verantwortung sehen sie hier vor allem Politiker:innen: Mehr als 7 von 10 Menschen in Österreich erwarten, dass sich österreichische Vertreter:innen auf EU-Ebene stärker für Klimaschutz einsetzen.

####  Grafik Download: 

[Umfrage EU WAHL Ergebnisse](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/Umfrage_EU-WAHL-Ergebnisse.png?w=4000&h=2828&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515675&s=1c88adf6c42724f9aa57d160bed88041)

---

 # EU-Klimaziel 2040: Der Teufel steckt im Detail

Einordnung Klimapolitik EU Klimaziele Klimadiskurs 

Freitag, 09.02.2024

Am Dienstag, den 06.02.24 wurde von der EU-Kommission ein Entwurf für das nächste Klimaziel vorgelegt: Bis 2040 soll der Treibhausgas-Ausstoß in der EU um 90 Prozent gegenüber 1990 sinken. Damit folgt die Kommission dem Vorschlag des wissenschaftlichen Beirats der EU. Ein wichtiger Schritt in Richtung Klimaneutralität bis 2050 ist es also. Aber: Das Ziel allein lässt viel Spielraum bei der Ausgestaltung – der Teufel steckt im Detail.

### **Konkrete Vorgaben**, wie stark einzelne Sektoren wie Industrie, Landwirtschaft, Gebäude und Verkehr ihre Emissionen reduzieren sollen, **fehlen**.   

Damit ist die Gefahr groß, dass **Verantwortung** von einem Sektor zum anderen **abgeschoben** wird und niemand planen kann. Auch wie das neue Ziel erreicht werden soll, lässt Lücken offen. Vorgesehen ist, einen beachtlichen Teil der Treibhausgase weiterhin auszustoßen, aber danach wieder zu binden: Einerseits über Wälder und Böden – Flächen, die CO₂ auf natürlichen Weg wieder aufnehmen. Deren **Kapazität wird jedoch häufig überschätzt.** Andererseits sollen über technische Lösungen (etwa „Carbon Capture and Storage/Utilization“) Treibhausgase aus der Luft geholt werden. Das Problem: diese Technologien sind zum Teil nur beschränkt marktreif. Wird ihre **Rolle überbetont**, könnte es dazu kommen, dass bereits vorhandene und effiziente Lösungen (z. B. erneuerbare Energien) nicht ausreichend ausgebaut werden. Aus einem früheren Entwurf verschwunden sind handfeste Beiträge der Landwirtschaft: Wie stark landwirtschaftliche Treibhausgase wie Methan sinken sollen, bleibt offen.

##  Das Ziel allein lässt viel Spielraum bei der Ausgestaltung – der Teufel steckt im Detail. 

Noch ist das Ziel für 2040 lediglich ein Entwurf. Die Verhandlungen werden erst nach der EU-Wahl starten. Da sich sowohl die Karten im Parlament als auch in der Kommission neu mischen, besteht die **Gefahr,** dass das **wissenschaftlich fundierte Ziel** dann weiter **verwässert** wird**.** Einige Interessengruppen und Länder versuchen bereits jetzt, konkrete Beiträge und Verbindlichkeiten zu schwächen. Gerade im Wahlkampf wird das Thema auch zur **Profilschärfung und Polarisierung** einzelner Parteien verwendet werden.

Um Scheinlösungen zu vermeiden, ist eine **faktenorientierte Diskussion** notwendig und vor allem: genau hinzuschauen, wie das neue EU-Klimaziel für 2040 nun in **verbindliche** **Ziele** gegossen wird.

##  Zum Entwurf der Kommission 

- [https://climate.ec.europa.eu/eu-action/climate-strategies-targets/2040-climate-target\_en](https://climate.ec.europa.eu/eu-action/climate-strategies-targets/2040-climate-target_en)

---

 # Golfstrom nähert sich dem Kipppunkt

Artikel Klimafolgen Klimaforschung Sicherheit Biodiversität 

Freitag, 16.02.2024

Die gigantische Atlantische Umwälzströmung AMOC gilt als Schlüsselelement für das Klima auf dem Planeten. Noch in diesem Jahrhundert könnte die Klimakrise zum Zusammenbruch des gewaltigen Förderbandes im Atlantik führen, das warme Luft nach Europa bringt. Das zeigt eine aktuelle Studie aus den Niederlanden. Wegen der Erderhitzung und dadurch schmelzendem Eis gelangt zunehmend kaltes Süßwasser in den Atlantik und schwächt die Strömung ab. Die Studie zeigt deutlich: Passiert das zu lange, kollabiert das gigantische Wasserförderband.

### Die Studienergebnisse auf einen Blick: Was ist neu?

1. **Genauigkeit**: Das neue Modell ermöglicht einen wesentlich genaueren Blick auf das komplexe Zusammenspiel von Meeresströmung und Klima als bisherige Forschungen.
2. **Auswirkungen:** Kollabiert die Strömung, ändert sich das Weltklima schnell. In Europa sinken die Temperaturen drastisch, und das in extrem kurzer Zeit.
3. **Warnsignal**: Die Forscher:innen konnten ein Warnsignal identifizieren, das anzeigt, wenn wir uns dem Kipppunkt nähern – und wir bewegen uns eindeutig darauf zu.

Da der Golfstrom dafür sorgt, dass das Klima in Europa milder ist, als man für diese Breitengrade erwarten würde, hat sein Kollaps weitreichende Folgen. Auf Österreich heruntergebrochen prognostiziert die niederländische Studie einen Rückgang der Wintertemperatur um 8 °C. In Norwegen sinken die Temperaturen um bis zu 35° C. Im Sommer wird der Effekt durch die Erderhitzung weitgehend kompensiert – es kommt zu starken Temperaturschwankungen.

Mögliche Temperaturveränderungen innerhalb eines Jahrhunderts ab Kollaps des AMOC in unterschiedlichen Städten Europas. Der dargestellte Effekt ist isoliert ohne Einbezug der Auswirkungen durch die CO₂ -induzierte globale Erhitzung ausgewiesen. Quelle. Van Westen et al., 2024

Weil das vereiste Meer nahezu kein Wasser verdunsten lässt, nimmt der Niederschlag in Europa vor allem im Winter stark ab. Die großen Temperaturschwankungen und die Niederschlagsänderungen bedeuten gravierende Folgen für Ökosysteme und Landwirtschaft. Auch global würden sich die Niederschlagsmuster dramatisch ändern. Laut OECD sind die Auswirkungen für die Lebensmittelversorgung fatal: Mehr als die Hälfte der Anbauflächen für Mais und Weizen verschwinden. Es gibt kaum Anpassungsmaßnahmen, die mit derart raschen Temperaturveränderungen umgehen können. Zusätzlich würde der Meeresspiegel aufgrund der veränderten Strömungsdynamik im Nordatlantik um bis zu einem Meter ansteigen.

##  Da der Golfstrom dafür sorgt, dass das Klima in Europa milder ist, als man für diese Breitengrade erwarten würde, hat sein Kollaps weitreichende Folgen. 

In den sozialen Medien wurde die Studie viel diskutiert. Einige äußerten gar, die Forschung sei sich nicht einig: Einmal erzähle sie von Erderhitzung, später wieder von einer Eiszeit. Doch tatsächlich gilt: Das globale Klima ist ein komplexes System, und damit kann auch beides gleichzeitig wahr sein. Durchschnittlich wird es auf der Welt immer heißer. Dass es aufgrund von Folgen, wie der Abschwächung der Umwälzströmungen im Atlantik, an manchen Orten auch kälter werden kann, stimmt ebenso. Wie bei allen komplexen Problemstellungen, gibt es auch bei den Folgen der Klimakrise keine einfachen Antworten.

Zwar ist noch nicht genau berechenbar, wann der Kollaps eintritt. Doch ist der Kipppunkt einmal erreicht, lässt er sich nicht mehr rückgängig machen. Deshalb sind Maßnahmen gegen die Klimakrise umso wichtiger – sie wirken nicht nur gegen die Erhitzung, sondern beugen auch einem Kollaps des Golfstroms vor.

##  Weitere Informationen 

- [https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.adk1189](https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.adk1189)

## Grafik zum Download

[Temperaturaenderungen\_AMOC\_KONTEXT\_vanWesten\_2026-04-21-142656\_fxhv.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/Temperaturaenderungen_AMOC_KONTEXT_vanWesten_2026-04-21-142656_fxhv.png?w=4000&h=2250&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781624&s=f9b833b538770659eea395bd208a54b1)

---

 # \[KON\]KLUSIO: Wie Klimaschutz verschleppt wird

Analyse Klimadiskurs Klimapolitik Klimaziele Industrie 

Freitag, 16.02.2024

Der Werkzeugkoffer für effektiven Klimaschutz liegt bereit. An welchen Stellschrauben gedreht werden muss, ist bekannt und die Dringlichkeit wird immer klarer. Trotzdem werden die notwendigen Entscheidungen hinausgezögert, während sich die Lage verschärft. Kurz: Klimaschutz wird verschleppt. Die Taktiken, die dazu eingesetzt werden, sind vielseitig und oft schwer zu erkennen. Gemeinsam haben sie, dass sie vorhandene Unsicherheiten und berechtigte Sorgen verstärken und mit Desinformation vermischen. Um Handlungsspielraum im Klimaschutz zurückzugewinnen, gilt es, Verschleppungstaktiken [1] zu erkennen und entkräften.

Überblick der Verschleppungstaktiken nach Lamb et al. (2020), angepasst von KONTEXT

#### Fossilwirtschaft treibt die Verschleppung von Klimaschutz voran

International ist gut belegt, dass die Fossilwirtschaft lange Zweifel an der Klimakrise gestreut hat. Aber das Leugnen wird immer schwieriger. Deshalb werden jetzt vor allem konkrete klimapolitische Maßnahmen angegriffen und damit verschleppt. Wie bei einer Konkursverschleppung wird an überholten Geschäftsmodellen festgehalten, um das Vermögen, das sie abwerfen, zu schützen. Die Fossilwirtschaft zögert damit aktiv hinaus, was unvermeidbar ist: Eine Transformation hin zu einer klimafreundlichen Gesellschaft und Wirtschaft – einerseits indem sie Verschleppungstaktiken direkt anwendet, andererseits durch finanzielle Unterstützung jener, die sie aktiv verbreiten.

Schematische Darstellung der Verbreitung von Klimawandel-Desinformation nach Treen et al. (2020), angepasst von KONTEXT

#### Verschleppungstaktiken verbreiten sich in der Öffentlichkeit

Die Gefahr der Verschleppungstaktiken: Sie sind schwer zu erkennen. Auch wenn nur manche sie bewusst anwenden, werden die Argumentationslinien von vielen unbewusst übernommen – oft ohne die Absicht Klimaschutz hinauszuzögern. Denn wer Verschleppungstaktiken anwendet, leugnet weder die Klimakrise noch ihre Auswirkungen. Stattdessen wird an konkreten Diskussionspunkten im Klimaschutz angesetzt: Welche Maßnahmen sollen umgesetzt werden? Wie schnell darf das gehen? Wie sollen Kosten und Nutzen dabei verteilt werden? Diese Fragen zu stellen ist notwendig, um Klimapolitik sozial gerecht zu gestalten und für Investitions- und Planungssicherheit in der Wirtschaft zu sorgen. Verschleppungstaktiken verstärken aber bewusst vorhandene Unsicherheiten und berechtigte Sorgen und vermischen sie mit Desinformation. Was davon in der Öffentlichkeit ohne Einordnung und Faktencheck ankommt, wird häufig ungefiltert weiterverbreitet.

#### Zurück zum Handeln 

Das führt dazu, dass Positionen in der klimapolitischen Debatte einzementiert werden und niemand bereit ist, konkrete Entscheidungen zu treffen. Die Umsetzung von Maßnahmen gerät ins Stocken, die Transformation wird verhindert. Um zu einer konstruktiven Debatte zurück- und klimapolitisch voranzukommen, ist es notwendig, Verschleppungstaktiken zu erkennen und zu entkräften – oder ihnen vorzubeugen. Denn am effektivsten ist es, wenn sie sich erst gar nicht in der klimapolitischen Debatte festsetzen können.

**Mehr zu* Verschleppungstaktiken haben wir in unserer ersten \[Kon\]klusio zusammengefasst: Sie beschreibt deren argumentativen Muster und ergründet ihre Anwendungsbereiche, Wurzeln und Auswirkungen. Und sie schließt mit konkreten Empfehlungen: Wie können Medien, Politik und Zivilgesellschaft gegen die Verschleppung von notwendigen Maßnahmen vorgehen und politische Entscheidungen zugunsten der Transformation fördern? Hier geht’s zum Download:*

####  \[KON\]KLUSIO: Wie Klimaschutz verschleppt wird 

[202402 Konklusio Verschleppungstaktiken](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202402_Konklusio_Verschleppungstaktiken.pdf?dm=1740515700) 

\[1\] Die Erklärungen zu Verschleppungstaktiken basieren auf der [Publikation "Discourses of Climate Delay" von Lamb et al. (2020)](https://doi.org/10.1017/sus.2020.13).

---

 # EU-Liefergesetz: Bürokratie- und Kostenargument eingeordnet

Einordnung Klimapolitik EU Unternehmen Industrie 

Freitag, 16.02.2024

Das EU-Lieferkettengesetz soll Umwelt- und Menschenrechte entlang globaler Lieferketten verbessern. Dabei übernehmen Unternehmen Verantwortung für Arbeitsbedingungen und Umweltschäden durch ihre Produktionsabläufe. Unter anderem die Zweifel von Österreich und Deutschland haben dazu geführt, dass vergangene Woche die Abstimmung zum Gesetz auf unbestimmte Zeit vertagt wurde.

Es würden zu viele Pflichten und Haftungsrisiken auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) abgewälzt, so die Argumentation. Dieses Veto wurde von anderen Mitgliedsstaaten stark kritisiert, denn in den zweijährigen Verhandlungsprozess waren die Mitgliedsstaaten intensiv eingebunden. Darüber hinaus gab es in EU-weiten und nationalen Konsultationen über den gesamten Zeitraum breite Beteiligungsmöglichkeiten für alle Stakeholder wie Interessenvertretungen und NGOs. Die vor allem von Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer geäußerte Kritik am Gesetzesentwurf ist verwunderlich, insbesondere aufgrund der Argumentation. Werden EU-Rechtsakte pauschal abgelehnt, nehmen sich Interessenvertretungen und Parteien die Möglichkeit, gesetzliche Rahmenbedingungen mitzugestalten. Sie verstärken so nicht nur die EU-kritische Haltung und Polarisierung der Gesellschaft, sondern verhindern auch konstruktive Ansätze und pragmatische Prozesse.

### **KMUs nicht betroffen**

Das Lieferkettengesetz gilt für Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiter:innen bzw. mehr als 150 Millionen Euro Umsatz. Das Argument, dass das Gesetz zu übermäßigen finanziellen Belastungen führt und für kleinere Unternehmen nicht bewältigbar wäre, greift so also nicht: KMUs – mehr als 99,6 Prozent der österreichischen Unternehmen – sind nicht vom Gesetz erfasst. Nur 0,4 Prozent der Unternehmen in Österreich sind so groß, dass sie das Lieferkettengesetz betrifft, EU-weit etwa 20.000. KMUs selbst müssen nur dann Informationen über ihre Lieferkette geben, wenn sie große Unternehmen direkt beliefern. Doch hier sieht die Richtlinie finanzielle Unterstützungsmaßnahmen vor. Gleichzeitig greifen vorgesehene Haftungsmechanismen vor allem, wenn Berichtspflichten mutwillig ignoriert werden. Darüber hinaus ist klar geregelt, dass große Unternehmen die Kosten nicht an ihre Zulieferer weiterreichen dürfen. Da in Deutschland bereits ein wesentlich strengeres Lieferkettengesetz in Kraft ist, scheint das diskutierte EU-Gesetz in der Argumentation mit dem deutschen vermischt zu werden.

##  Nur 0,4 Prozent der Unternehmen in Österreich sind so groß, dass sie das Lieferkettengesetz betrifft. 

### **Kostenargument greift nicht**

Selbst für die vom Lieferkettengesetz eingeschlossenen Unternehmen dürften die Umsetzungskosten gering sein. Der Ausschuss für Regulierungskontrolle der EU-Kommission schätzt die jährlichen Umsetzungskosten auf 0,10 Prozent des Umsatzes für mittelgroße Unternehmen und 0,006 Prozent für große und sehr große. Die Kosten für die öffentliche Verwaltung in den EU- Staaten werden auf 20 Millionen Euro pro Jahr geschätzt. Das sind verhältnismäßig kleine Summen. Da aber gerade im Aufbau einer Nachweisführung Ressourcen gebunden sind, ist im aktuellen Entwurf auf europäischer Ebene noch Spielraum gegeben, wenn nachgewiesen werden kann, dass wirksame Prozesse aufgebaut werden.

### **Unternehmen sehen Gesetz durchaus positiv**

Einige europäische Länder wie Frankreich und Deutschland haben auf Basis der bisher freiwilligen Standards der UN und OECD bereits Lieferkettengesetze auf nationaler Ebene eingeführt. Viele Unternehmen kennen und beobachten ihre Lieferketten schon heute sehr gut, und zwar im eigenen Interesse, etwa im Hinblick auf Qualitätsstandards. Unerwähnt bleibt oft, dass sich viele Unternehmen – auch in Österreich im Rahmen des Appells der Wirtschaft im Oktober 2023 – für ein Lieferkettengesetz ausgesprochen haben. Die deutsche Wochenzeitung [*die Zeit*](https://www.zeit.de/wirtschaft/2024-02/wirtschaft-eu-lieferkettengesetz-regulierung-blockade-fdp/komplettansicht) hat offene Briefe und Stellungnahmen ausgewertet und kommt zum Schluss, dass mehr als 4.000 deutsche und internationale Unternehmen ein ambitioniertes Lieferkettengesetz befürworten. Nicht zuletzt deshalb, weil die Einhaltung von Standards für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (kurz: ESG) nachweislich positive Effekte auf die finanzielle Performance von Firmen hat. Unternehmen bekommen dadurch mehr Klarheit über die eigenen Risiken und Konsument:innen werden durch mehr Transparenz in ihren Kaufentscheidungen unterstützt.

##  Mehr Informationen zum Thema 

- [https://www.zeit.de/wirtschaft/2024-02/wirtschaft-eu-lieferkettengesetz-regulierung-blockade-fdp/komplettansicht](https://www.zeit.de/wirtschaft/2024-02/wirtschaft-eu-lieferkettengesetz-regulierung-blockade-fdp/komplettansicht)
- [https://commission.europa.eu/business-economy-euro/doing-business-eu/corporate-sustainability-due-diligence\_en](https://commission.europa.eu/business-economy-euro/doing-business-eu/corporate-sustainability-due-diligence_en)
- [https://commission.europa.eu/business-economy-euro/doing-business-eu/corporate-sustainability-due-diligence\_en](https://commission.europa.eu/business-economy-euro/doing-business-eu/corporate-sustainability-due-diligence_en)

---

 # Erneuerbares-Gas-Gesetz: eine Einordnung

Einordnung Klimapolitik Erneuerbare Energie Wirtschaft Klimaziele 

Freitag, 23.02.2024

Mit dem Erneuerbares-Gas-Gesetz (EGG) soll der Ausbau der heimischen Produktion von erneuerbarem Gas bis zum Jahr 2030 festgeschrieben werden.

### **Das** EGG im Überblick 

- Unter erneuerbares bzw. grünes Gas fällt zum einen Biogas aus biogenen Stoffen (Ackerbau, Holzwirtschaft, Biomüll, etc.) und zum anderen Wasserstoff, der aus Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne hergestellt wird.
- Der Gesetzesvorschlag definiert bis 2030 zwei Ziele: Gasversorger müssen insgesamt 9,75 Prozent des gesamten Gasverbrauchs, aber mindestens 7,5 Terawattstunden (TWh), grünes Gas an Verbraucher:innen abgeben. Wird diese Grüngas-Quote nicht erreicht, müssen Gasversorger einen Ausgleichsbetrag von 15 Cent pro Kilowattstunde (kWh) zahlen.
- Derzeit werden in Österreich jährlich rund [80 TWh Gas](https://www.e-control.at/statistik/g-statistik/charts/gas03_ver) verbraucht. Der Anteil von grünem Gas am gesamten Gasaufkommen liegt bei etwa 0,15 Prozent. Eine Erhöhung des Grüngasanteils auf 7,5 TWh entspricht einer Steigerung um den Faktor 50.
- Die Preisgestaltung und die Aufteilung der Mehrkosten, die durch die Grüngas-Quote entstehen, liegen bei den Energieversorgern. Es ist davon auszugehen, dass sie die Mehrkosten an ihre Kund:innen weitergeben.
- Die Begutachtungsfrist für das EGG endete bereits im März 2023. Am 21. Februar 2024 wurde eine Regierungsvorlage präsentiert. Im Parlament benötigt das Gesetz eine Zweidrittelmehrheit.

### **Klima- und energiepolitische Knackpunkte** 

- Kosten: Durch hohe Produktionskosten ist grünes Gas teuer, das wird auch längerfristig so bleiben. Unsicherheiten, die mit der Nutzung von fossilem Gas in jedem Fall einhergehen (z.B. geopolitische Konflikte, Abhängigkeiten von unsicheren Lieferanten) und massive Treibhausgasemissionen können zwar zum Teil durch grünes Gas reduziert werden, eine drastische Verbrauchsreduktion aber nicht ersetzen.
- Deckung der Mehrkosten: Laut EGG-Entwurf können die Mehrkosten für grünes Gas aus Budgetmitteln des Bundes gedeckt werden – müssen aber nicht. Die Ausgestaltung der Kostenaufteilung zwischen den Verbraucher:innen wird im Zuge der Verhandlungen im Parlament wohl entscheidend.
- Verfügbarkeit: Die verfügbaren Mengen von Biogas in Österreich sind limitiert. Die Produktion aus – begrenzt verfügbaren – Reststoffen (Lebensmittelabfälle, Biomüll) ist mit einem hohen logistischen und finanziellen Aufwand verbunden. Bereits jetzt werden teils Ackerpflanzen eingesetzt. Sowohl Lebensmittelabfälle als auch Biomüll und Anbauflächen sind – national wie international – limitiert, wenn keine Konkurrenzsituation mit Tierfutter oder Nahrungsmitteln verursacht werden soll. Bei grünem Wasserstoff sind die begrenzenden Faktoren neben den Kosten der hohe Stromverbrauch und die geringe Reife von Infrastruktur und Technologie.
- Verbrauchsreduktion und Alternativen: Eine Begrenzung der Kosten und eine sichere Versorgung können nur durch eine Reduktion des Gasverbrauchs insgesamt sichergestellt werden. Neben einer Steigerung der Energieeffizienz ist ein Umstieg auf Alternativen in all jenen Bereichen wichtig, für die es bereits jetzt effiziente Technologien gibt (Bsp. Raumwärme, Wärmepumpen). Das betrifft vor allem Haushalte und KMUs. In der Industrie wird der Bedarf nach Gas noch längerfristig bestehen. Aus diesem Grund ist eine Priorisierung wesentlich: Grünes Gas soll jenen Sektoren vorbehalten bleiben, in denen es derzeit noch kaum Alternativen gibt.

##  Links zum Gesetzestext 

- [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:73327093-9a7e-49ed-95c2-15a5f51fa0cf/88\_11\_gesetz.pdf](https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:73327093-9a7e-49ed-95c2-15a5f51fa0cf/88_11_gesetz.pdf)

---

 # Wasserstoffförderungsgesetz (WFöG): eine Einordnung

Einordnung Erneuerbare Energie Klimapolitik Technologien EU 

Freitag, 01.03.2024

Am 26. Februar haben Klimaschutz- und Finanzministerium den Entwurf für das Wasserstoffförderungsgesetz (WFöG) in Begutachtung geschickt. Worum geht es dabei?

### **Das** WFöG im Überblick 

- Das Gesetz soll Erzeugungsanlagen von grünem Wasserstoff in Österreich fördern und dazu beitragen, fossil erzeugten Wasserstoff im industriellen Bereich zu ersetzen. Über zehn Jahre sind dafür 400 Millionen Euro vorgesehen.
- Die finanziellen Mittel schließen an ein Europäisches Instrument zur Förderung von grünem Wasserstoff an, die European Hydrogen Bank. Das Gesetz soll ermöglichen, dass hierzulande jährlich 6.000 bis 14.000 Tonnen an grünem Wasserstoff erzeugt werden. Das entspricht 5 bis 12 Prozent des aktuellen Verbrauchs in Österreich.
- Die Standards für grünen Wasserstoff sind EU-weit einheitlich definiert. So soll sichergestellt werden, dass er ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen stammt und für klimaneutrale Produkte verwendet wird.

### **Klima- und** energiepolitische Knackpunkte 

- Weltweit – und auch in Österreich – werden mehr als 99 Prozent des Wasserstoffs aus fossiler Energie hergestellt. Grüner Wasserstoff hingegen wird mittels Elektrolyse aus erneuerbarem Strom (z.B. Wind, Sonne) erzeugt. Ersetzt grüner Wasserstoff den fossilen, könnten jährlich 40.000 bis 100.000 Tonnen CO2 eingespart werden.
- Um Wasserstoff zu erzeugen, sind große Mengen an Energie notwendig. Durch die Wasserstoffmenge, die das Gesetz mit den Fördermitteln ermöglicht, würde der Strombedarf in Österreich um 330 bis 730 Gigawattstunden steigen. Das entspricht dem Durchschnittsverbrauch von 90.000 bis 200.000 Haushalten.
- Im Schnitt können jedoch nur rund 65 Prozent der Energie, die in die Herstellung von Wasserstoff fließen, weiterverwendet werden. Auch zusätzliche Energieverluste beim Einsatz von Wasserstoff in verschiedenen Bereichen können beträchtlich sein.
- Deshalb: Wegen der Energieverluste, der großen Menge an benötigtem Strom und des hohen Bedarfs an öffentlichen Fördermitteln ist es sinnvoll, den Einsatz von grünem Wasserstoff auf jene Sektoren zu beschränken, die den höchsten Effekt erzielen, wie etwa industrielle Prozesse. Wird der grüne Wasserstoff in Bereichen wie dem Individualverkehr verwendet, fehlt er in Sektoren, die bisher wenig andere Möglichkeiten für Emissionsreduktionen haben. Das würde sich negativ auf die Einsparungen auswirken und könnte die Emissionen sogar steigern.
- Wichtig: Wasserstoff ins Erdgasnetz einzuspeisen, ist technisch nur begrenzt möglich. Die Vermischung mit fossilem Gas verhindert den Umstieg auf klimaneutrale Produktionsprozesse. Beim EU-weiten Aufbau der zukünftigen Infrastruktur für Wasserstoff sollten Lock-Ins deshalb verhindert werden. Sinnvoll ist die Stromerzeugung und Wasserstoffproduktion in räumlicher Nähe zum Verbrauch.

##  Link zum Begutachtungsverfahren 

- [https://www.bmk.gv.at/recht/begutachtungsverfahren/WFoeG.html](https://www.bmk.gv.at/recht/begutachtungsverfahren/WFoeG.html)

---

 # Die Sache mit dem Boden

Artikel Biodiversität Gebäude Wirtschaft 

Freitag, 08.03.2024

Täglich gehen in Österreich rund 12 Hektar – also 12 große Fußballfelder – an natürlichem Boden verloren. Diese werden vorrangig von Siedlungsflächen, Straßen und Gewerbegebieten in Anspruch genommen. Mehr als die Hälfte davon wird versiegelt. Um die Versiegelung ist kürzlich eine politische Debatte entbrannt. Der Auslöser: Vertreter:innen von Bundesländern, Gemeinde- und Städtebund haben eine „Bodenstrategie“ beschlossen. Allerdings ohne die Bundesregierung und ohne Obergrenze für den Bodenverbrauch.

**Warum sind natürliche Böden so wichtig für das Klima?**

- **CO2-Speicher:** Böden sind die größten Senken für Kohlenstoff. Ein einziger Hektar eines intakten Moors nimmt jährlich [bis zu einer Tonne CO2](https://www.bundesforste.at/service-presse/presse/pressedetail/news/moore-als-co2-speicher-bundesforste-setzen-renaturierung-des-steirischen-nasskoehrmoors-fort.html) aus der Atmosphäre auf. Das entspricht in etwa dem durchschnittlichen jährlichen Ausstoß eines kleinen Autos. Auch Grünland, Wälder und nachhaltig bewirtschaftete Äcker können CO2 speichern.

- **Kühlung:** Wird ein Boden bestmöglich mit Wasser versorgt, kühlt er gemeinsam mit der darauf wachsenden Vegetation die Umgebung. Ein Hektar kühlt die Lufttemperatur um bis zu 5 °C ab.

- **Wasserversickerung:** Funktionsfähige Böden, in denen Wasser gut versickern kann, spielen eine wesentliche Rolle, um Katastrophen wie Überschwemmungen und Muren vorzubeugen – und sie liefern Wasser in trockeneren Phasen.

Da gesunde Böden viele Vorteile bringen, braucht es eine verbindliche Grenze. Anders als im politischen Diskurs behauptet, heißt das aber nicht, dass Gemeinden nicht mehr bauen dürfen. Vielmehr ist es an den Ländern, sinnvolle Maßnahmen für Bodenschutz zu setzen. Dazu zählt: die Forcierung der Nutzung und Sanierung von Bestand, die Förderung großflächiger Entsiegelung, und sinnvoller Nachverdichtung. Um Gemeinden kein absolutes Limit vorzugeben und den Flächenverbrauch zwischen den Gemeinden dynamisch zu regeln, wäre die Einführung einer Flächenbörse möglich.

##  Mehr Infos zum Thema 

- [https://www.derstandard.at/story/3000000209709/scharfe-kritik-an-beschluss-der-bodenstrategie-ohne-den-bund](https://www.derstandard.at/story/3000000209709/scharfe-kritik-an-beschluss-der-bodenstrategie-ohne-den-bund)
- [https://www.bundesforste.at/service-presse/presse/pressedetail/news/moore-als-co2-speicher-bundesforste-setzen-renaturierung-des-steirischen-nasskoehrmoors-fort.html](https://www.bundesforste.at/service-presse/presse/pressedetail/news/moore-als-co2-speicher-bundesforste-setzen-renaturierung-des-steirischen-nasskoehrmoors-fort.html)
- [https://www.oerok.gv.at/raum/daten-und-grundlagen/ergebnisse-oesterreich-2022](https://www.oerok.gv.at/raum/daten-und-grundlagen/ergebnisse-oesterreich-2022)

---

 # Kontextanalyse: Wer die österreichische Klimadebatte bestimmt, wer Maßnahmen verschleppt

Analyse Klimadiskurs Klimapolitik Technologien Common Ground 

Donnerstag, 25.04.2024

Mit steigender medialer Aufmerksamkeit für Klimathemen ändert sich auch die Debatte zu klimapolitischen Entwicklungen in Österreich: Mittlerweile stehen weniger die Existenz der Klimakrise oder klimawissenschaftliche Erkenntnisse im Fokus. Vielmehr wird über konkrete Maßnahmen, Gesetze oder Ziele diskutiert. Das neue „Klimadiskurs-Monitoring 2024“, im Auftrag von KONTEXT von FORESIGHT durchgeführt, zeigt, dass manche Akteur:innen mehr Klimaschutz und schnelleres Handeln fordern, andere jedoch konkrete Entscheidungen und Maßnahmen verschleppen.

#### *Für die Studie wurden 729 zufällig und für den Zeitraum repräsentativ ausgewählte klimapolitische Aussagen in österreichischen Medien im Jahr 2023 analysiert. Die Stichprobe umfasst sowohl Artikel in Print- als auch Onlinemedien, sowie Radio- und Fernsehbeiträge.*

#### Studienergebnisse auf einen Blick 

- Während kaum jemand die Klimakrise leugnet, zögern manche Akteur:innen mit Verschleppungstaktiken dringende Entscheidungen und Maßnahmen zum Klimaschutz hinaus. Insgesamt ist der klimapolitische Diskurs zwar durchaus konstruktiv, die Vorteile von Klimaschutz finden jedoch kaum Erwähnung.
- Bestimmt wird die klimapolitische Debatte in Österreich zu rund einem Drittel von Politiker:innen. FPÖ und ÖVP wenden überproportional häufig Verschleppungstaktiken an, die klimapolitische Maßnahmen und Entscheidungen hinauszögern. Zivilgesellschaftliche Akteur:innen tragen überwiegend konstruktiv zum Diskurs bei.
- Energie und Mobilität stehen im Fokus: Rund 60 Prozent der themenbezogenen Aussagen drehen sich um diese Bereiche. Politikmaßnahmen, die am meisten Aufmerksamkeit bekommen haben, sind das Klimaschutzgesetz, der European Green Deal und das Erneuerbaren-Wärme-Gesetz. Was im Zentrum der Debatte steht, wird überproportional verschleppt.

#### **Politiker:innen dominieren Debatte – und bremsen häufig** 

Die Klimaschutzdebatte wird in Österreich zu rund einem Drittel (34 %) – und damit vorrangig – von Politiker:innen bestimmt. Am zweithäufigsten vertreten sind zivilgesellschaftliche Akteur:innen mit einem Fünftel (21 %) der Aussagen, gefolgt von Expert:innen und Personen aus der Wissenschaft (17 %). Während die klimapolitische Debatte insgesamt durchaus konstruktiv ist, zeigt sich dabei eine klare Rollenverteilung: Akteur:innen ohne Entscheidungsmacht nützen die Öffentlichkeit, um Klimaschutz voranzutreiben. Zivilgesellschaftliche Akteur:innen tragen am häufigsten konstruktiv zum Diskurs bei. Von ihnen stammen 26 Prozent der konstruktiven Aussagen.

Politiker:innen bedienen sich hingegen häufig unterschiedlicher Taktiken, um Maßnahmen und Entscheidungen hinauszuzögern: Weit mehr als die Hälfte (57 %) der verschleppenden Aussagen stammt von politischen Akteur:innen.

Betrachtet man die österreichischen Parteien, zeigt sich, dass insbesondere die Österreichische Volkspartei (ÖVP) und die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) Klimaschutz überproportional häufig verschleppen: 62 Prozent aller Aussagen, die Klimaschutz verzögern, kommen von der ÖVP, weitere 31 Prozent von der FPÖ. Die einzigen drei Aussagen der Stichprobe, die Klimaschutz leugnen, stammen ebenfalls von Politiker:innen der FPÖ.

#### **Von Klimakrisenleugnung zur Verschleppung von Maßnahmen**  

Die Studie zeigt einen klaren Trend weg vom Leugnen der Klimakrise hin zu Taktiken, die politische Entscheidungen und Maßnahmen verschleppen. Im Gegensatz zur Leugnung sind solche [Verschleppungstaktiken](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202402_Konklusio_Verschleppungstaktiken.pdf?dm=1740515700) aber deutlich schwieriger zu erkennen und benötigen oft eine fachliche Einordnung. Dabei variieren die Strategien, mit denen Klimaschutz verschleppt wird. Mit knapp einem Drittel (32 %) sprechen sich Akteur:innen besonders oft schlicht für weniger Klimaschutz aus, ebenso häufig werden Scheinlösungen vorangetrieben (28 %). Darunter fallen etwa [Technik-Trugbilder](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202403_KONKLUSIO_Technologieklarheit-als-Schluessel-zu-einer-wirksamen-Klimapolitik.pdf?dm=1740515735), die noch nicht marktreif oder in der breiten Anwendung besonders ineffizient sind und der notwendigen Transformation nicht gerecht werden können – wie etwa E-Fuels im Auto oder Wasserstoff in der Heizung. Auch vermeintliche Nachteile von Klimaschutz (26 %), wie etwa wirtschaftliche oder soziale Kosten, prägen häufig den Verschleppungsdiskurs.

#### Inhaltlicher Fokus liegt auf Mobilität und Energie 

Die Themen Mobilität und Energie stehen im Fokus der klimapolitischen Debatte in Österreich. Weit mehr als die Hälfte (60 %) aller themenbezogenen Aussagen entfallen auf diese zwei besonders emissionsintensiven Bereiche, in denen die Abkehr von Öl, Kohle und Gas große Veränderungen erfordert. Kaum diskutiert wird hingegen das Thema Arbeitsmarkt, obwohl der Weg zur Klimaneutralität auch über strukturelle Veränderungen in der Arbeitswelt führt. Die am häufigsten diskutierten Politikmaßnahmen sind das Klimaschutzgesetz, der Green Deal und das Erneuerbaren-Wärme-Gesetz.

Die Analyseergebnisse zeigen, dass jene Themen und Politikmaßnahmen, die am meisten diskutiert werden, auch überproportional häufig verschleppt werden. Das deutet darauf hin, dass gerade in jenen Bereichen der gegenwärtige Zustand umso vehementer verteidigt wird, in denen der Druck für Veränderung zunimmt*.* Verschleppungstaktiken haben dadurch auch reale Konsequenzen: Trotz ambitionierter Gesetzesentwürfe können Verschleppungstaktiken dazu führen, dass Gesetze abgeschwächt, verschoben oder sogar verworfen werden. Scheinlösungen und Fehlinformationen dringen in den öffentlichen Diskurs ein und werden oft unhinterfragt übernommen.

Auch in Verbindung mit unterschiedlichen geografischen Ebenen zeigen sich Trends im Diskurs: Vor allem Maßnahmen mit Bezug zur EU-Ebene werden überproportional häufig verschleppt. Das ist besonders im Hinblick darauf interessant, dass auf EU-Ebene in den vergangenen Jahren mit dem Green Deal besonders viele verbindliche Maßnahmen für den Umbau in Richtung Klimaneutralität beschlossen wurden, die auch für Österreich hilfreich sind.

**Positive Aspekte von Klimaschutz werden kaum erwähnt**

Die Analyse zeigt aber auch, wie ein Vorankommen begünstigt werden kann. Um klimapolitische Maßnahmen umzusetzen, sollten die positiven Effekte auf Lebensqualität, Arbeitsplätze und Wohlstand stärker hervorgehoben werden*.* Tatsächlich wird lediglich in vier Prozent der konstruktiven Aussagen über die Vorteile von Klimaschutz gesprochen. Stattdessen steht vor allem die Notwendigkeit von konsequenterem und schnellerem Handeln im Vordergrund. Damit diese Forderungen in Zukunft auch umgesetzt werden, gilt es, Verschleppungstaktiken zu entkräften und hervorzuheben, was die tatsächlich wirksamen Maßnahmen sind – das zeigt uns die Wissenschaft deutlich. Und damit diese Maßnahmen dann auch umgesetzt werden, braucht es Verantwortungsübernahme auf allen Ebenen – diese muss auch eingefordert werden.

####  Kontextanalyse zum Download 

[KONTEXTANALYSE Klimadebatte in Oesterreich](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/KONTEXTANALYSE_Klimadebatte-in-Oesterreich.pdf?dm=1773741119) 

##  Weitere Informationen & Grafiken zum Download 

- [https://kontext-institut.at/presse/presseaussendung-klimadebatte-monitoring/](https://kontext-institut.at/presse/presseaussendung-klimadebatte-monitoring/)

####  Weiterführende Informationen auch in: 

[202402 Konklusio Verschleppungstaktiken](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202402_Konklusio_Verschleppungstaktiken.pdf?dm=1740515700) [202403 KONKLUSIO Technologieklarheit als Schluessel zu einer wirksamen Klimapolitik](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202403_KONKLUSIO_Technologieklarheit-als-Schluessel-zu-einer-wirksamen-Klimapolitik.pdf?dm=1740515735)

---

 # EU: Ökologisierung der Wirtschaft bringt Sicherheit, Unabhängigkeit und Wohlstand

Analyse EU Klimapolitik Wirtschaft Sicherheit Industrie 

Sonntag, 26.05.2024

Für die Wirtschaft bricht derzeit ein neues Zeitalter der Industrialisierung an. Es zeichnet sich ein globaler Wettlauf zwischen den größten Industrienationen ab, um Wohlstand, Unabhängigkeit und Sicherheit durch diese Ökologisierung zu stärken. Mit dem Green Deal setzte die Europäische Union (EU) zwar bereits den Startschuss für eine zukunftsfähigen Wirtschaft. Ob sie damit sowohl die Emissionen reduzieren und die Chancen für Arbeitsplätze und Sektoren der Zukunft nutzen kann, wird sich nicht zuletzt durch die EU-Wahl entscheiden.

Unsere neue **\[KON\]KLUSIO** liefert einen Überblick über die Merkmale vergangener Wellen der Industrialisierung, und was wir aus ihnen lernen können. Gleichzeit zeigt sie die größten Stellschrauben der anlaufenden Ökologisierung und die Chancen eines zukunftsfähigen Europas, in dem gesellschaftlicher Wohlstand nur durch effektiven Klimaschutz und die damit verbundenen wirksamen Lösungen und Technologien gestärkt werden kann. Sie bildet die Einführung einer mehrteiligen Reihe wissenschaftlicher Analysen von KONTEXT zur Relevanz und den Chancen von standort- und klimapolitischen Maßnahmen in der EU und in Österreich.

- [Direktdowlnoad der \[KON\]KLUSIO](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202405_KONTEXT_Konklusio_Oekologisierung_Die-naechste-Industrielle-Revolution.pdf)

Für die globale Wirtschaft bricht derzeit ein neues Zeitalter der Industrialisierung an. Die Ökologisierung zeichnet sich durch den massiven Ausbau erneuerbarer Energien und eine breitflächige Elektrifizierung von Prozessen in allen Sektoren aus. Von fossilen Energieträgern abzukommen, steht dabei im Vordergrund. Die Gründe dafür sind vielfältig: Neben der Reduktion von Treibhausgasen geht es um Fragen der Kosten, Sicherheit und Effizienz.

#### **Wettbewerbsnachteil und Sicherheitsrisiko durch Abhängigkeit von fossiler Energie** 

Vergangene Wellen der Industrialisierung in Europa basierten zentral auf der Nutzung fossiler Energieträger. Diese Abhängigkeit befeuert heute nicht nur die Klimakrise, sondern birgt ökonomische sowie sicherheitspolitische Risiken. Im Vergleich dazu bietet eine Energiewende als großer Teil einer Ökologisierung zahlreiche Vorteile:

- Fossile Energien, die in Europa größtenteils importiert werden, führen historisch zu hohen Energiepreisen und Kaufkraftabflüssen im Vergleich zu Ländern wie den USA. So war Gas in Europa im Schnitt der Vorkrisenjahre (2011-2019) doppelt so teuer wie in den USA. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs stieg der Gaspreis im Schnitt sogar auf das fünffache des amerikanischen an. Erneuerbare Energien halten Preise stabiler, sind langfristig günstiger und verringern Abhängigkeiten.
- Fossile Energien machen geopolitisch abhängig, sind preisvolatil und hochsensibel gegenüber externen Schocks. Geopolitische Krisen, Kriege und andere unvorhersehbare Ereignisse können einen starken Einfluss auf ihr Preisniveau haben. Eine Preissteigerung fossiler Energieträger hat wiederum gravierende Folgen für Produktions- und Verbraucherpreise. Die Verteuerung von Haushaltsenergie, Diesel und Benzin waren 2022 alleine für ein Drittel der historisch hohen Inflationsrate von 8,5 Prozent verantwortlich. Erneuerbare Energien verringern dieses Sicherheitsrisiko.
- Fossile Energien sind ineffizient. Knapp drei Viertel der weltweit eingesetzten Primärenergie geht durch die Umwandlung in nutzbare Energie verloren. Besonders die Stromerzeugung durch fossile ist ineffizient und kann leicht durch Erneuerbare ersetzt werden: Wird Kohle für die Stromerzeugung verwendet, gehen rund 68 Prozent der Energie in der Umwandlung verloren, bei Gas sind es 56 Prozent. Erneuerbare Energien sind deutlich effizienter.

#### **Abkehr von fossiler Energie als entscheidende Chance nutzen**  

Dass die Ökologisierung bereits in vollem Gange ist, zeigen verschiedene Trends eindeutig: Investitionen in erneuerbare Energiequellen nehmen zu. Im Jahr 2023 wurden global rund 1.780 Milliarden US-Dollar in die Energiewende investiert. Verkaufs- und Produktionszahlen von Zukunftstechnologien wie Elektroautos, Photovoltaik, Windkraftanlagen und Wärmepumpen steigen kontinuierlich. Vor allem in den letzten Jahren macht sich die Ökologisierung auf globalen Märkten bemerkbar.

Diese Dynamiken versprechen viele neue Chancen für wachsenden Wohlstand und eine lebenswerte Zukunft. Um diese Chancen innerhalb der EU und in Österreich stärker zu nutzen, gilt es proaktive standort- und klimapolitische Maßnahmen zu setze, die den Umbau vorantreiben. Das bedeutet:

- Erneuerbare Energieträger und das Stromnetz sollten in der EU und in Österreich breitflächig ausgebaut werden. Hier ist die EU auf einem guten Weg: im Jahr 2021 wurde 39 % des Stroms mit erneuerbaren Quellen produziert, mehr als in den USA (20 %) und in China (29 %). Gleichzeitig gilt es, Prozesse in allen Sektoren zu elektrifizieren und wirksame Technologien einzusetzen, um den Ausstieg aus fossilen Energieträgern zu ermöglichen. Hier gibt es noch Aufholbedarf: Der Anteil von Strom am Gesamtenergieverbrauch lag im Jahr 2021 in China bereits bei 28 %, in Europa nur bei 22 %, in den USA bei 21 %.
- Im Industriesektor ist neben technischen Roadmaps eine ganzheitliche Industriestrategie notwendig, die sich auf jene Branchen und Technologien fokussiert, die großes Zukunftspotenzial haben und anderen einen Übergang in ebensolche Bereiche ermöglicht. So können die Chancen der Innovation und Beschäftigung, die dort entstehen, zeitgerecht genutzt werden.

- Im Transportsektor bedeutet das einen Umstieg auf E-Mobilität im Individualverkehr und einen massiven Ausbau von öffentlichem Nah- und Fernverkehr, sowie die Förderung aktiver Mobilität durch mehr Rad- und Fußweg-Infrastruktur.

Zur Gewährleistung der nötigen Investitions- und Planungssicherheit, ist ein Fokus auf effiziente und skalierbare Technologien sowohl durch klare Rahmenbedingungen wie Regulierung und gesetzliche Vorgaben notwendig. Dafür braucht es Technologieklarheit. Gleichzeitig dürfen Scheinlösungen keinen Raum mehr in der klimapolitischen Diskussion einnehmen. So ist es möglich, die Klimakrise zu begrenzen und gleichzeitig die technologischen, wirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Chancen der Ökologisierung zu nutzen.

####  Download der #KONKLUSIO 

[202405 KONTEXT Konklusio Oekologisierung Die naechste Industrielle Revolution](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202405_KONTEXT_Konklusio_Oekologisierung_Die-naechste-Industrielle-Revolution.pdf?dm=1740515699) 

##  Zur Presseaussendung und den Grafikdateien 

- [Medieninfo: Ökologisierung der Wirtschaft](https://kontext-institut.at/presse/eu-oekologisierung-der-wirtschaft/)

---

 # Der europäische Green Deal: Rückblick, Status Quo und Ausblick

Artikel Analyse EU Klimapolitik Wirtschaft Erneuerbare Energie 

Mittwoch, 29.05.2024

Mit einer neuen Zusammensetzung des EU-Parlaments und der Europäischen Kommission werden auch die klima- und wirtschaftspolitischen Weichen Europas neu gestellt. Wie es mit dem Green Deal – der zentralen Priorität der scheidenden Kommission – weitergeht, ist offen. Die wichtigsten Fragen rund um den Green Deal beantworten wir in unserer neuen [KON]KLUSIO.

##  Download \[KON\]KLUSIO 

- [Der europäische Green Deal](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202405_KONTEXT_Konklusio_Der-europaeische-Green-Deal.pdf)

Mit dem Green Deal wollte die EU-Kommission eine Antwort auf schwammige Klimaziele ohne klare Rahmenbedingungen liefern. Der Green Deal soll einerseits sicherstellen, dass Klimaneutralität bis 2050 in der EU erreicht wird, und andererseits den Umbau zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft ermöglichen. Mit ihm wurden Ziele mit den nötigen Rahmenbedingungen und konkreten Maßnahmen ausgestattet.

#### **Mehr als Klimaschutz: eine moderne und zukunftsfähige Wirtschaft** 

Das Kernstück des Green Deal bildet das Europäische Klimagesetz, welches das Ziel der EU, bis 2050 klimaneutral zu werden, rechtlich verbindlich macht. Daneben umfasst der Green Deal eine große Anzahl weiterer Rechtsakte, welche die Ziele konkretisieren, Maßnahmen festlegen und einen Rechtsrahmen für neue Technologien und Lösungen schaffen.

„Fit for 55“ ist das zentrale und umfangreichste Paket an Rechtsakten. Es soll die Reduktion der Treibhausgasemissionen um 55 Prozent bis 2030 sicherstellen. Das ETS, die Lastenteilung und die LULUCF-Verordnung regeln die direkte Emissionsreduktion. Weitere Rechtsakte im Bereich Energie und Verkehr schaffen den rechtlichen Rahmen für die Umsetzung. Neben „Fit for 55“ beinhaltet der Green Deal flankierende Initiativen wie den Grünen Industrieplan, das Paket zur Kreislaufwirtschaft, die Biodiversitätsstrategie 2030, die Farm-to-Fork-Strategie, und den Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums.

#### **Wo steht die Umsetzung und was hat der Green Deal gebracht?** 

Während ein Großteil der Rechtsakte des Green Deals bereits beschlossen wurden, müssen viele noch umgesetzt werden und die Wirkung wird sich erst in den kommenden Jahren entfalten. Dennoch haben die neuen Rechtsakte die EU bereits auf einen Emissionspfad gebracht, der mit Szenarien vereinbar ist, die den globalen Temperaturanstieg auf etwas über 2 °C begrenzen. Das stellt eine Verbesserung um mehr als 1°C im Vergleich zu den Prognosen vor dem Green Deal dar.

#### **Welchen Gestaltungsspielraum gibt es für Österreich?** 

Aus den neu geschaffenen Rahmenbedingungen ergibt sich ein umfangreicher Umsetzungsbedarf für Österreich mit vielen Gestaltungsmöglichkeiten. Bei unzureichender Umsetzung riskiert Österreich Kürzungen von Fördermitteln, hohe Strafzahlungen und Vertragsverletzungsverfahren mit schwerwiegenden Konsequenzen. Während neue Rechtsakte notwendig sind, um die Ziele und die Ökologisierung der Wirtschaft zu erreichen, wird in der politischen Debatte jedoch über ein Zurückfahren des Fortschritts gesprochen. Mit einem Versuch, die Ökologisierung zu stoppen, wird nicht nur hohe Bürokratie und massive Planungsunsicherheit geschaffen, sondern auch ein Rechtsverstoß gegen die Grundrechtecharta riskiert.

Die Maßnahmen, die vom Green Deal abgeleitet werden können, haben Potential, die Transformation der Wirtschaft voranzutreiben und die Treibhausgasemissionen einzudämmen – aber nur, wenn sie effektiv umgesetzt und ausgebaut werden. Dazu ist es andersherum notwendig, die Ökologisierung nach der EU-Wahl ambitioniert weiterzuführen und das von der Kommission vorgeschlagene Ziel für 2040 zu konkretisieren.

##  weiterführende Links 

- [Download der Konklusio](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202405_KONTEXT_Konklusio_Der-europaeische-Green-Deal.pdf)
- [Presseinformation und Grafiken](https://kontext-institut.at/presse/eu-green-deal-analyse/)

---

 # Preisschocks: Fossile Energie gefährdet Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Sicherheit

Analyse Erneuerbare Energie Wirtschaft Technologien Sicherheit 

Dienstag, 04.06.2024

Die Abhängigkeit von fossilem Gas bedeutet große Unsicherheit. Spätestens der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat gezeigt, wie rasant die Preise fossiler Energieträger ansteigen können. Wie sich ein solcher Gaspreisschock von 80 Prozent auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt auswirkt, modellierte das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) in einer neuen Studie für KONTEXT. Die Ergebnisse verdeutlichen: Von fossilen Energieträgern abzukommen, macht die österreichische Gesamtwirtschaft widerstandsfähiger.

##  Downloadbereich 

- [Zusammenfassung von Hauptaussagen der Studien](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202406_KONTEXT_WIIW_Preisschocks-Fossile-Energie-gefaehrdet-Wertschoepfung-Arbeitsplaetze-und-Sicherheit.pdf)
- [wiiw - Gesamte Studie](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202405_KONTEXT_wiiw_Study_Energy-Price-Shocks.pdf)
- [KONTEXT – \[KON\]KLUSIO 3](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202405_KONTEXT_Konklusio_Oekologisierung_Die-naechste-Industrielle-Revolution.pdf)

#### **Preisschocks wirken unterschiedlich auf emissionsintensive und -arme Sektoren**

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine lies die Preise von fossilen Brennstoffen und dadurch auch Strom im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr massive steigen. Betrachtet man die Verbraucherpreise, wurde Gas im Schnitt um 80 Prozent teurer, Öl um 90 Prozent und Strom um 18,5 Prozent. Teilt man die Wirtschaft in emissionsintensive und emissionsarme Sektoren, abhängig davon, wie viel CO2 sie produziert \[1\], erkennt man: Die Preissteigerungen haben jeweils sehr unterschiedliche Effekte, da die Produktionsketten stärker oder schwächer auf diesen Energieträgern beruhen.

#### **Fossile Energieträger kosten Wertschöpfung und Arbeitsplätze**

Wie sich Gaspreisschocks dieser Größenordnung auf Wertschöpfung und Arbeitsmarkt auswirken, modellierte das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) in einer Studie für KONTEXT. Die [Modellierung](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202405_KONTEXT_wiiw_Study_Energy-Price-Shocks.pdf?dm=1740515699) zeigt:

**Auswirkungen auf die Wertschöpfung**: Ein Gaspreisschock von + 80 Prozent…

- …lässt die jährliche Wertschöpfung **in emissionsintensiven Sektoren** im Folgejahr nach der Preiserhöhung um 6,6 Prozent einbrechen. Das entspricht einem Verlust von 10,1 Milliarden Euro im Vergleich zum Jahr 2022. Zwei Jahre nach dem Preisschock sinkt die Wertschöpfung immer noch um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
- …hat keine signifikanten negativen Auswirkungen auf die Wertschöpfung von **emissionsarmen Sektoren.**

**Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt**: Ein Gaspreisschock von + 80 Prozent…

- … lässt die Beschäftigung **in emissionsintensiven Sektoren** im Folgejahr um 4,1 Prozent sinken. Das entspricht etwa 74.000 verlorenen Arbeitsplätzen im Vergleich zum Jahr 2022. Auch in den Jahren darauf sinkt die Beschäftigung im Modell signifikant weiter. Addiert man den Effekt auf die Arbeitsplätze innerhalb von **drei Jahren nach dem Schock auf**, sind in Summe etwa **133.000 Jobs** im emissionsintensiven Sektor gefährdet.
- … hat hingegen keine signifikanten negativen Effekte auf den Arbeitsmarkt in **emissionsarmen Sektoren**. Durch die stark erhöhten Gaspreise wird das Beschäftigungswachstum zwar etwas geringer, bleibt aber durchwegs positiv. Im ersten Jahr nach dem Preisschock erhöht sich die Beschäftigung ähnlich dem Normalzustand weiter um 3,1 Prozent, was 90.000 Arbeitsplätzen entspricht. Auch in den Folgejahren steigt die Beschäftigung im Modell signifikant an, wenn auch in geringerem Ausmaß. **Drei Jahre** nach dem Preisschock gibt es in Summe **279.000 mehr Jobmöglichkeiten** als im Jahr 2022.

Sektoren, die vermehrt auf fossilen Energieträgern beruhen, sind also wesentlich anfälliger dafür, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in solchen Krisensituationen einzubüßen. Zusätzlich zeigen die Studienergebnisse die Tendenz, dass emissionsarme Sektoren auch langfristig resilienter sind. Selbst mehrere Jahre nach dem Preisschock tragen sie in dem Modell viel kleinere Einbußen im Wertschöpfungswachstum davon und verzeichnen im Kontrast zu den emissionsintensiven Sektoren weiterhin Wachstum. Auch die Arbeitsplätze in emissionsarmen Sektoren sind nicht nur unmittelbar viel sicherer gegen die genannten externen Schocks, sondern wachsen trotz einer enormen Gaspreiserhöhung, auch Jahre danach, weiterhin.

#### **Erneuerbare Energien bringen Preisstabilität, Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit** 

Ein Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und eine nachhaltige Transformation aller Sektoren führt lang- und kurzfristig zu mehr Sicherheit, stabileren Preisen und mehr Unabhängigkeit. Das zeigt auch eine Analyse auf Basis eines breiten Spektrums wissenschaftlicher Studien und Datenquellen, von KONTEXT zusammengeführt in [\[KON\]KLUSIO 3.](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202405_KONTEXT_Konklusio_Oekologisierung_Die-naechste-Industrielle-Revolution.pdf?dm=1740515699)

**Von fossilen Energien abzukommen, schafft eine höhere Preisstabilität.** Das hat mehrere Gründe:

- Preise fossiler Energieträger sind durchgehend volatil, auch außerhalb von Krisensituationen.
- In Krisen sind die Auswirkungen auf fossile Energiepreise besonders drastisch.
- Die starke Abhängigkeit fossiler Energieträger geht mit geopolitischer Unsicherheit einher.

**Von fossilen Energieträgern abzukommen, schafft eine höhere Wettbewerbsfähigkeit**. Die österreichische Volkswirtschaft (der Bruttoinlandsverbrauch) wird zu zwei Dritteln aus Öl, Gas und Kohle gespeist \[2\]. Da diese Rohstoffe fast gänzlich importiert werden müssen, verzeichnet Österreich eine starke Abhängigkeit von der ökonomischen und geopolitischen Situation fossiler Energieträger. Das führt zu Wettbewerbsnachteilen, denn:

- Andere große Wirtschaftszonen haben durch weniger Importabhängigkeit einen durchgehenden Preisvorteil.
- Die Ressourcenverfügbarkeit fossilen Gases in Europa ist sehr limitiert.

####  Grafik Gaspreise 

**Von fossilen Energieträgern abzukommen, schafft sozioökonomische Stabilität und verringert das Risiko einer von Energiepreisen getriebenen Inflation:**

- Hohe Gas- und Ölpreise machen sich *direkt* im Verbraucherpreisindex bemerkbar (Haushaltsenergie wie Strom, Heizgas, Heizöl, Fernwärme usw., sowie Diesel und Benzin waren im Jahr 2022 für ein Drittel der historisch hohen Inflationsrate von 8,6 Prozent verantwortlich). Steigende Energiekosten treiben durch höhere Produktionskosten ebenso Güter- und Dienstleistungspreise in die Höhe. \[3\]

Sowohl die Studie des wiiw als auch \[KON\]KLUSIO 3 zeigen: Der Ausstieg aus fossilen und der Umstieg auf erneuerbare Energien stärkt die österreichische Wirtschaft und die zugehörigen Arbeitsplätze. Emissionsarme Sektoren sind deutlich resilienter in und abseits von globalen und europäischen Krisen. Der komplette Umstieg auf erneuerbare Energieträger und der Einsatz von modernen Technologien, die nicht auf fossile Brennstoffe angewiesen sind, schafft somit Resilienz, Sicherheit, Unabhängigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und sichere Arbeitsplätze für Österreich und Europa.

**Fußnoten:**

\[1\] Anm.: Für alle Sektoren (NACE-Klassifizierung) wird in der Studie die CO2-Intensität berechnet (CO2-Ausstoß pro Produktionseinheit). Alle Industrien, deren CO2-Intensität über dem gesamten Median liegt, gelten als emissionsintensiv, alle darunter als emissionsarm.

\[4\] [Umweltbundesamt (2022)](https://www.umweltbundesamt.at/umweltthemen/energie/energieverbrauch)

\[3\] [Österreichische Nationalbank (2024)](https://www.oenb.at/Presse/oenb-blog/2024/wie-gruen-ist-die-inflation.html)

- [zur Presseaussendung und den Grafiken](https://kontext-institut.at/presse/studie-preisschocks-fossile-energie/)

---

 # Studie: Ökologisierung der Industrie stärkt Wirtschaftsleistung und senkt Energiepreise

Analyse EU Wirtschaft Erneuerbare Energie Technologien 

Donnerstag, 11.07.2024

Die Ökologisierung der Wirtschaft nimmt global Fahrt auf. Ein ambitionierter Umbau der europäischen Industrie sichert nicht nur eine lebenswerte Zukunft, sondern zahlt sich auch für Wirtschaft und Arbeitsmarkt aus. Das zeigt eine neue Studie von Cambridge Econometrics im Auftrag von KONTEXT – Institut für Klimafragen.

##  Downloadbereich 

- [\[KON\]TEXTANALYSE – Studienergebnisse zusammengefasst](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202407_KONTEXTANALYSE_Zukunftsfaehige-Industriepolitik-in-Europa.pdf)
- [Gesamte Studie – Cambridge Econometrics](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202407_KONTEXT_CambridgeEconometrics_Study_green-industrial-policies-EU.pdf)
- [Studienergebnisse Österreich](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202408-Cambridge-Econometrics-Ergebnisse-Oesterreich.pdf)

Modelliert wurden für den Zeitraum 2022 bis 2050 zwei Szenarien und deren Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt, sowie auf Energieverbrauch/-produktion, Energiepreise und Treibhausgasemissionen in der EU und Österreich: Das Business-As-Usual- bzw. **BAU-Szenario** stellt das Basisszenario dar, in dem alle klima- und energierelevanten Maßnahmen enthalten sind, die im Jahr 2022 beschlossen oder bereits umgesetzt wurden. Das Zukunftsfähige-Industriepolitik- bzw. **ZIP-Szenario** bildet eine deutlich ambitioniertere Ökologisierung der Industrie ab. Es enthält zusätzlich weitere Maßnahmen zur Dekarbonisierung, Energieeffizienz und verstärkten europäischen Produktion von Zukunftstechnologien und orientiert sich an den Zielen des *Net Zero Industry Acts* der EU.

#### Die Ergebnisse der Studie: 

- **Die Wirtschaftsleistung steigt durch zukunftsfähige Industriepolitik langfristig stärker an.** Bis zum Jahr 2050 liegt das Bruttoinlandsprodukt im ZIP-Szenario um 3,3 Prozent über jenem im BAU-Szenario, was allein in diesem Jahr einem Plus von 767 Milliarden Euro entspricht. Über den gesamten Modellzeitraum entstehen Zugewinne von 9.498 Milliarden Euro in der EU und 250 Milliarden in Österreich.

- **Investitionen in die Ökologisierung der europäischen Industrie lohnen sich.** Die anfänglichen Investitionen ermöglichen einen rasant steigenden Output im ZIP-Szenario. Im Jahr 2032 übersteigt die zusätzlich generierte Wirtschaftsleistung erstmals die zusätzlichen Investitionen im Vergleich zum Business-As-Usual-Szenario. Ab hier steigt der Effekt jedoch rasant an: Im Jahr 2040 wird etwa viermal so viel zusätzliche Wirtschaftsleistung generiert, wie zusätzlich investiert wird. Im Jahr 2050 bringt jeder zusätzlich investierte Euro in zukunftsfähige Industriepolitik fünf Euro mehr an Wirtschaftsleistung in der EU.

- **Die Zugewinne verteilen sich auf alle Sektoren.** Das höchste Plus im sektoralen Output verzeichnet die Produktion im technischen Bereich, also etwa die Elektro-, Elektronik-, Motorindustrie oder der Maschinenbau mit rund 928 Milliarden Euro im Jahr 2050. Auffallend ist jedoch, dass fast alle Sektoren im ZIP-Szenario einen stärkeren Output erzielen können, also von Spillover-Effekten profitieren. Die einzigen Abnahmen werden im Öl-, Gas- und Kohlesektor verzeichnet, deren Transformation jedoch erklärtes Ziel der Ökologisierung ist.

- **Die Importabhängigkeit sinkt.** Zukunftsfähige Industriepolitik macht die EU durch eine gestärkte heimische Produktion deutlich unabhängiger vom Import von Zukunftstechnologien und Energie. Über den *gesamten* Zeitraum des Modells fallen im technischen Bereich 2.750 Milliarden Euro weniger Importen an, über alle Sektoren hinweg 956 Milliarden Euro weniger.

- **Zukunftsfähige Industriepolitik schafft Arbeitsplätze.** Im BAU-Szenario wird ein leichter Rückgang der Beschäftigung bis zum Jahr 2050 prognostiziert, der teilweise auf einen Bevölkerungsrückgang zurückgeführt werden kann. Zukunftsfähige Industriepolitik kann hier einen Ausgleich schaffen: Im ZIP-Szenario entstehen im Vergleich zum BAU-Szenario bis zum Jahr 2050 2,5 Millionen Arbeitsplätze, in Österreich 44.000 – der Großteil davon im Dienstleistungsbereich und der technischen Produktion.

- **Der Anteil erneuerbarer Energie steigt, Strompreise und Energiebedarf sinken.** Im ZIP-Szenario werden fossile Brennstoffe rascher zurückgefahren während erneuerbare Energien schneller ausgebaut werden. Der höhere Einsatz erneuerbarer Energien und die mit der Elektrifizierung verbundenen effizienteren Technologien führen bis 2050 im ZIP-Szenario zur Halbierung der Energieumwandlungsverlusten, zu einem 29 Prozent niedrigeren Primärenergieverbrauch und um 16 Prozent niedrigeren Strompreisen.

#### **Klare Rahmenbedingungen und Maßnahmen erforderlich** 

Zusätzlich zu Subventionen für erneuerbare Energieträger und Investitionen in den Auf- und Ausbau der Produktion von Zukunftsindustrien, sieht das ZIP-Szenario in der Studie auch klare Leitplanken wie einen Kohleausstieg ab 2023 und Gasausstieg ab 2030 vor, sowie einen schrittweisen Ausstieg aus fossilen Heizsystemen und Verbrennermotoren und den Ausbau von Wärmepumpen. Denn neben Investitionen braucht es für den Umbau der Industrie auch Planungssicherheit: konkrete Pläne für den Umstieg von fossilen auf Erneuerbare Energien erzeugen Verbindlichkeit und können private und öffentliche Investitionen hebeln. Zusätzlich ist Technologieklarheit zentral, um fokussiert den Ausbau von marktreifen und wirksamen Technologien zu unterstützen und Fehlallokationen von Ressourcen und Stranded Investments zu vermieden – wie etwa e-Fuels in Autos, oder Wasserstoff in der Heizung. Der Ausbau erneuerbarer Energiequellen und die Elektrifizierung sind deshalb Schlüsselelemente der Ökologisierung. Um diesbezüglich in Österreich die Gänge zu kommen sind mehr qualifiziertes Personal für effiziente Genehmigungsverfahren, verbindliche Flächenzonierungen in allen Bundesländern und der Ausbau der Netzinfrastruktur notwendig. Um das daraus entstehende Potenzial für den Arbeitsmarkt voll auszuschöpfen, bedarf es gezielter Aus- und Weiterbildungsoffensiven.

#### **Fazit** 

Industriepolitische Maßnahmen, welche die Produktion von Schlüsseltechnologien in Europa fördern und den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen begünstigen, bringen Österreich und der EU langfristig strukturelle Zugewinne. Je ambitioniert dieser Umbau fortgeführt wird, desto größer die Chancen, die daraus entstehen.

---

 # KONTEXT Pocketguide

Mittwoch, 28.08.2024

In Österreich wird die Klimakrise kaum noch geleugnet. Stattdessen werden Verschleppungstaktiken angewendet, um Klimaschutzmaßnahmen zu verhindern bzw. zu verzögern. Dieser Guide hilft, Verschleppungstaktiken zu identifizieren und gegen drei weitverbreitete Irrtümer in der Klimadebatte zu argumentieren.

#### Argumentationshilfe in der Klimadebatte

Eine Richtlinie zu gängigen Verzögerungstaktiken und wie man sie überwindet. Entwickelt im Rahmen des European Forum Alpbach 2024.

####  Überblick: häufige Verschleppungstaktiken 

#### 1. Verschleppungstaktik identifizieren  

Oft heißt es, die Ökologisierung würde durch den hohen Investitionsbedarf und den Umbau der Industrie Arbeitsplätze gefährden und dem Wettbewerb schaden. Es werden Drohbilder von Kosten, oder dem Abwandern der Industrie gezeichnet, ohne die negativen Folgen der Klimakrise und die wirtschaftlichen Vorteile eines ökologischen Umbaus zu berücksichtigen.

#### 2. Quelle und Kontext analysieren, berechtigte Sorgen adressieren 

- Von welchen Wirtschaftsindikatoren wird gesprochen? Beruht die konkrete Aussage auf wissenschaftlicher oder fachlicher Expertise?

- Wurden mögliche und notwendige Begleitmaßnahmen für eine reibungslose Transformation berücksichtigt?

#### 3. Mit konstruktiven Argumenten kontern 

Die Ökologisierung bereits in vollem Gange. [Investitionen](https://assets.bbhub.io/professional/sites/24/Energy-Transition-Investment-Trends-2024.pdf) in Erneuerbare nehmen zu, die [Produktion von Zukunftstechnologien](https://iea.blob.core.windows.net/assets/d718c314-c916-47c9-a368-9f8bb38fd9d0/CleanEnergyMarketMonitorMarch2024.pdf) steigt. Es entwickelt sich ein [globaler Wettlauf](https://kontext-institut.at/inhalte/konklusio-eu-oekologisierung-der-wirtschaft/) zwischen den führenden Industrienationen. Vorne dabei zu sein, bringt enorme wirtschaftliche Vorteile:

- **Die Ökologisierung der Industrie stärkt Wirtschaft und Arbeitsmarkt.** Zukunftsorientierte Industriepolitik kann bis 2050 [3,3 Prozent](https://kontext-institut.at/inhalte/studie-zukunftsfaehige-industriepolitik/) höhere Wertschöpfung in der EU bringen und 44 Tsd. Jobs schaffen.

- **Investitionen in die Zukunft lohnen sich.** Jeder investierte Euro in ausgewählte Maßnahmen zur Ökologisierung in der EU kann langfristig [fünf Euro](https://kontext-institut.at/inhalte/studie-zukunftsfaehige-industriepolitik/) mehr an Wirtschaftsleistung bringen.

- **Schlüsseltechnologien** **bergen** **steigendes Potential**. Eine lokale Fertigung von allein fünf Zukunftstechnologien hätte 2020 [18,4 Milliarden Euro](https://kontext-institut.at/inhalte/studie-turbo-gruene-technologien/) höhere Wertschöpfung, Tendenz steigend.

#### 1. Verschleppungstaktik identifizieren  

Im Kern der Ökologisierung stehen der Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung von Prozessen. Um am Status quo festzuhalten, verbreiten einige Akteur:innen jedoch den Irrglauben, dass fossile Brennstoffe, insbesondere Gas, langfristig kostengünstiger und sicherer seien und erneuerbare Energien nie den gesamten Energiebedarf decken könnten.

#### 2. Quelle und Kontext analysieren, berechtigte Sorgen adressieren 

- Welche Daten werden verglichen? Um welchen Zeitraum und welche Region handelt es sich?

- Stehen die Akteur:innen, die die Aussage treffen in Verbindung mit der Fossilindustrie?

- Welche Ängste gibt es in Bezug auf Energiepreise und Versorgungssicherheit? Wie kann man ihnen begegnen?

#### 3. Mit konstruktiven Argumenten kontern 

- **Fossile Energien bedingen Importabhängigkeit, hohe Energiepreise und Wettbewerbsnachteile.** So war Gas in Europa im Schnitt 2011–2019 [doppelt so teuer](https://kontext-institut.at/inhalte/konklusio-eu-oekologisierung-der-wirtschaft/) und in den Monaten nach Beginn des russischen Angriffskriegs sogar fünfmal so teuer wie in den USA. Die Importabhängigkeit der EU von Gas lag im Jahr 2023 bei [90 Prozent](https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=Natural_gas_supply_statistics#:~:text=In%202023%2C%20the%20EU's%20natural,in%202023%20compared%20with%202022.).

- **Emissionsintensive Sektoren sind hochsensibel gegenüber externen Schocks.** Ein Gaspreisschock ähnlich jenem zu Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine bringt im Folgejahr über [10 Milliarden](https://kontext-institut.at/inhalte/preisschocks-fossile-energie/) Euro Verluste in den emmissionsintensiven Sektoren Österreichs. Das bringt geopolitische und ökonomische Abhängigkeit von anderen Nationen. Sektoren, die weniger von fossilen Energieträgern abhängig sind, sind resilienter.

- **Bei Fossilen Energieträgern** gehen fast [**drei Viertel**](https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1364032115015750?via%3Dihub) **der weltweit eingesetzten Primärenergie nach der Umwandlung in nutzbare Energie verloren**. Erneuerbare Energien sind wesentlich effizienter, da sie in den meisten Fällen ohne Umwandlungsprozesse direkt genutzt werden können.

#### 1.Verschleppungstaktik identifizieren 

Vermeintliche „Technologieoffenheit“ führt häufig dazu, dass Technologien [bevorzugt](https://kontext-institut.at/inhalte/konklusio-technologieklarheit/) werden, die in bestehende Strukturen passen. E-Fuels und Wasserstoff, beispielsweise, die Verbrenner und Gasheizungen betreiben, werden von manchen Akteur:innen als großflächige Lösungen präsentiert. Tatsächlich sind sie in vielen Anwendungen weder technisch und noch wirtschaftlich sinnvoll. An solchen Technik-Trugbildern festzuhalten, verzögert deshalb notwendige Rahmenbedingungen für Zukunftstechnologien.

#### 2. Quelle und Kontext analysieren, berechtigte Sorgen adressieren 

- Welche Interessen vertreten die Akteur:innen, die die Aussage treffen?

- Welche Technologien werden im Status quo begünstigt – durch Subventionen, gesetzliche Rahmenbedingungen oder bestehende Infrastrukturen?

- Sind die beworbenen Technologien marktreif und breit anwendbar? Sind sie in Bezug auf Effizienz, Verfügbarkeit und Kosten vergleichbar mit Alternativen?

#### 3. Mit konstruktiven Argumenten kontern 

- **Technologieoffenheit führt zu ineffizienter Verwendung**. Bei E-Fuels für Autos können nur rund [14 Prozent](https://vcoe.at/themen/energiewende-im-verkehr-voranbringen/energie-im-verkehr-zielgerichtet-einsetzen) der zugeführten Energie zum Fahren genutzt werden, während es bei Elektroautos mehr als 80 Prozent sind. Wasserstoffheizungen erreichen nur [ein Fünftel](https://h2sciencecoalition.com/blog/hydrogen-for-heating-a-comparison-with-heat-pumps-part-1/) der Effizienz von Wärmepumpen. Zudem bräuchte es für eine Versorgung mit Wasserstoff neue (teure) Infrastruktur.

- **Grüner** Wasserstoff und E-Fuels werden relativ [**teuer**](https://www.nature.com/articles/s41558-021-01032-7) **bleiben und** in [**geringen Mengen**](https://www.h2knowledgecentre.com/content/researchpaper3029) **verfügbar sein**. Sie sollten deshalb dort eingesetzt werden, wo es keine Alternativen gibt, etwa in [Industrie, Schiff- und Luftfahrt](https://publica.fraunhofer.de/entities/publication/d6091faf-1451-4d8a-9393-7a164e5702a3/details).

- **Technologieklarheit schafft** [**Investitions- und Planungssicherheit**](https://kontext-institut.at/inhalte/konklusio-technologieklarheit/)**.** Um Zukunftstechnolgien effektiv auszubauen und einzusetzen, brauchen Unternehmen und Haushalte klare [gesetzliche Rahmenbedingung](https://kontext-institut.at/inhalte/eu-green-deal-analyse/).

---

 # Aufgabe für nächste Regierung: Weichenstellung für Green Jobs

Artikel Wirtschaft Klimapolitik Unternehmen Industrie 

Mittwoch, 11.09.2024

Für die Ökologisierung der Wirtschaft braucht es Arbeitskräfte in klima- und umweltrelevanten Jobs. Aber wie werden solche Green Jobs eigentlich entlohnt? Das zeigt ein Blick auf neue Daten der Statistik Austria. Um den Arbeitsmarkt entsprechend umzugestalten, braucht es vor allem Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten – eine zentrale Aufgabe der kommenden Regierung. Dieser Hebel wird im Zusammenhang der Ökologisierung in den Wahlprogrammen der derzeitigen Nationalratsparteien nur von ÖVP, SPÖ und Grünen explizit erwähnt.

Berufe, die besonders relevant für Klima- und Umweltschutz sind, werden oft als Green Jobs bezeichnet. Welche Berufsgruppen und Qualifikationen genau darunterfallen, ist nicht klar definiert. Das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) benennt – angelehnt an die Definition der EU – Arbeitsplätze „in der Herstellung von Produkten, Technologien und Dienstleistungen, die Umweltschäden vermeiden und natürliche Ressourcen erhalten“, [als grün](https://www.bmk.gv.at/themen/klima_umwelt/nachhaltigkeit/green_jobs/oe_green_jobs.html). Andere Organisationen (UNO, ILO, auch das AMS) verwenden ähnliche Definitionen.

**Green Jobs: zukunftssicher und gut bezahlt**

Zentral für Klima- und Umweltschutz sind jedenfalls solche Jobs, die dafür sorgen, erneuerbare Energien auszubauen, zu betreiben und in Stand zu halten. Angelehnt an eine [Studie](https://irihs.ihs.ac.at/id/eprint/6317/1/ihs-report-2022-kimmich-et-al-photovoltaik-wirtschaft-wiener-arbeitsmarkt.pdf) des IHS (2022) lässt sich eine Handvoll Berufsgruppen festlegen, die besonderes für den Ausbau erneuerbarer Energieträger (allen voran PV-Anlagen) gebraucht werden. Das sind: Ingenieur:innen in Elektrotechnik, Elektronik und Telekommunikationstechnik. Material- und ingenieurtechnische Fachkräfte, Baukonstruktions- und verwandte Berufe, Ausbaufachkräfte und verwandte Berufe, Elektroinstallateur:innen und -mechaniker:innen, sowie Montageberufe. Die Daten der Verdienststrukturerhebung (2022) erlauben einen Blick auf das mittlere Gehalt der jeweils übergeordneten Berufsgruppen (nach ISCO 2-Stelle-Klassifikation).

Die Daten zeigen: Der mittlere Stundenlohn aller unselbständig beschäftigten Österreicher:innen liegt bei 17,5 Euro brutto ([Statistik Austria, Verdienststrukturerhebung 2022](https://www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/einkommen-und-soziale-lage/verdienststruktur)). Bei fast allen Berufsgruppen, die nach obiger Definition für die Energiewende relevant sind, liegt der Gehalt bzw. Lohn über dem österreichischen Median. Das trifft nicht nur für Berufe mit höherer Ausbildung wie z. B. Ingenieur:innen, sondern auch für Elektr(on)iker:innen oder Mechaniker:innen zu.

**Anstieg der Entlohnung für Green Jobs stark unterschiedlich**

Seit der letzten Erhebung (2018) ist der Gehalt bzw. Lohn dieser Berufsgruppen jedoch unterschiedlich stark gestiegen. Der mittlere Bruttostundenverdienst *aller* unselbständig Beschäftigen lag 2018 bei 15,1 Euro. Die Steigerung beträgt somit + 15,9 Prozent bzw. + 2,4 Euro. Absolut betrachtet verzeichnen einige der Green Jobs ein höheres Plus in derselben Zeitperiode: Bei Naturwissenschafter:innen, Mathematiker:innen, Ingenieur:innen, sowie Berufen in Ingenieurtechnik und Elektr(on)iker:innen ist das Gehalt innerhalb von vier Jahren stärker gestiegen als im österreichischen Mittel. Bei Mechaniker:innen und Metallarbeiter:innen ist der Zugewinn in etwa gleich groß. Bei Baufachkräften und Montageberufen ist das Plus hingegen im Vergleich geringer. Zu beachten gilt: Innerhalb der jeweiligen Berufsgruppen können Gehalt bzw. Lohn unterschiedlich ausfallen. Die Zahlen zeigen lediglich den Schnitt über die den Gruppen zugeordneten Arbeitsplätze hinweg.

**Weichenstellung für zukunftsfähigen Arbeitsmarkt**

Was heißt das für die Zukunft? Jobs, die dabei helfen, die Ökologisierung voranzutreiben und ihr Potenzial für Österreich zu hebeln, sind nicht nur sicher. Sie versprechen nach derzeitigem Stand ein stabiles, überdurchschnittliches Einkommen. Um den Bedarf für die Energiewende zu decken, sollte deshalb sichergestellt werden, dass genügend Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in diesen Bereichen geboten und diese Berufswege weiter attraktiviert werden.

Die kommende Regierung, die mit 29. September gewählt wird, trägt die Verantwortung für diesen Umbau des Arbeitsmarktes mit. In den Wahlprogrammen der derzeitigen Nationalratsparteien erwähnt werden Green Jobs von ÖVP, der SPÖ und den Grünen. Diese Berufsgruppen attraktiv zu gestalten und den Ein- und Umstieg für Arbeitskräfte zu ermöglichen, spielt eine zentrale Rolle bei der Weichenstellung für einen zukunftsfähigen Arbeitsmarkt. Jobs, die für den Umbau hin zu einer klimafreundlichen Gesellschaft und Wirtschaft relevant sind, sollten auf- und nicht abgewertet werden. Dafür notwendig ist eine kontinuierliche Attraktivierung und faire Entlohnung, sowie adäquate Verdienstanpassung zukunftsfähiger Jobs und Fachkräfte.

## Grafiken zum Download

[Green-Jobs\_Entlohnung\_Kontext-Institut\_2024.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/Green-Jobs_Entlohnung_Kontext-Institut_2024.png?w=3842&h=2130&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515681&s=347a35b31f45adea8804d09a30dd4fc8) [Green-Jobs\_Entlohnung\_Veraenderung\_Kontext-Institut\_2024.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/Green-Jobs_Entlohnung_Veraenderung_Kontext-Institut_2024.png?w=3852&h=2243&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515678&s=52f6f96c2fa6f6799584177c5f7bac74)

---

 # Windrad oder Ölbohrer? Was die US-Wahl fürs Weltklima bedeutet

Kommentar Klimapolitik EU Erneuerbare Energie Technologien 

Dienstag, 20.08.2024

Das Duell Donald Trump gegen Kamala Harris ist auch beim Thema Klimaschutz eine Richtungsentscheidung. Welche Rolle Europa dabei spielt, erklärt Katharina Rogenhofer.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei [Newsflix.at](https://www.newsflix.at/s/windrad-oder-oelbohrer-was-die-us-wahl-fuers-weltklima-bedeutet-120052991).*   
2024 ist ein Superwahljahr – für rund 3,5 Milliarden Menschen weltweit werden heuer neue Regierungen oder Staatsoberhäupter gewählt. Auch in den USA wählen die Bürger:innen Anfang November einen neuen Präsidenten – oder eine Präsidentin. Denn mit dem Rücktritt Joe Bidens könnte zum ersten Mal eine Frau das oberste Amt innehaben: Kamala Harris. Was würde das für den Kampf gegen die Klimakrise bedeuten? Und was kommt auf uns und das Klima zu, wenn Donald Trump wiedergewählt wird?**

#### Kamala Harris kämpfte gegen VW

Der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris werden große Klimaschutz-Ambitionen nachgesagt. Sie hat bereits vor 20 Jahren als Bezirksstaatsanwältin von San Francisco eine der landesweit ersten Umweltgerechtigkeits-Einheiten ins Leben gerufen. Als Generalstaatsanwältin, erkämpfte sie später nach Umweltverstößen mit Konzernen wie VW und Ölfirmen Vergleiche in Millionenhöhe. Volkswagen musste im Skandal um manipulierte Emissionswerte bei Dieselautos 86 Millionen Dollar an den US-Bundesstaat Kalifornien zahlen, ingesamt 603 Millionen Dollar an 44 US-Bundesstaaten.

In ihrer Zeit als US-Senatorin unterstrich Kamala Harris ihren Einsatz für Umweltschutzthemen, indem sie den Green New Deal unterstützte.

#### European Green Deal, amerikanischer Green New Deal: Was ist der Unterschied?

Der Kern des europäischen Green Deal [(hier mehr dazu lesen)](https://www.kontext-institut.at/inhalte/eu-green-deal-analyse/) ist das europäische Klimagesetz. Es setzt rechtlich fest, dass die EU bis 2050 klimaneutral wird. Um dieses Ziel zu erreichen, beinhaltet der Green Deal eine große Anzahl weiterer Rechtsakte und Maßnahmen, die beispielsweise die Reduktion der Treibhausgasemissionen um 55 Prozent bis 2030 sicherstellen sollen.

Der US-amerikanische Green New Deal hingegen ist eine unverbindliche Sammlung an potenziellen Lösungen, eine Plattform für Maßnahmen zur Ökologisierung, die seit den frühen 2000ern immer wieder von verschiedenen Organisationen und Politiker:innen aufgegriffen, erweitert und unterstützt wird. Der Name spielt auf den "New Deal" an, der von Präsident Franklin D. Roosevelt geprägt wurde. Ausgelöst durch die Weltwirtschaftskrise der 1920er und 1930er Jahre übernahm der Staat eine tragende Rolle beim massiven Ausbau von Infrastruktur und der Umsetzung von Wirtschafts- und Sozialreformen.

Der "Green New Deal" soll ähnliche Anstrengungen mobilisieren, nur eben mit dem Ausgangspunkt der Klimakrise – sie soll mit Arbeits-, Energie-, Sozial- und Wirtschaftsreformen bekämpft werden. Einige daran angelehnte Maßnahmen fanden sich schließlich in Kamala Harris‘ Programm für die Präsidentschaftsvorwahlen 2019: Klimaneutralität schon 2045 statt 2050, ein CO2-freies Stromsystem bis 2030 und ein Zulassungsverbot für Autos mit Verbrennungsmotor ab 2035. Sie befürwortete auch die Einführung einer CO2-Steuer, Öko- und Infrastrukturmaßnahmen im Umfang von zehn Billionen Dollar und ein Verbot für das Bohren nach Öl und Gas auf öffentlichen Flächen.

#### Was von Kamala Harris nach der Wahl zu erwarten ist

Als Vizepräsidentin wurde Kamala Harris zur Verfechterin von Joe Bidens Klimapolitik.Die Klimaagenden der USA sind im "Inflation Reduction Act" integriert, der gegen den Widerstand der Republikaner beschlossen wurde. Dieses Klima- und Energiepaket sieht vor, die Treibhausgasemissionen der USA bis 2030 um 42 Prozent unter das Niveau von 2005 zu senken. Die Einführung des Gesetzes wirkt: Mehr als 170.000 "Green Jobs" wurden geschaffen, der Verkauf von Wärmepumpen übersteigt erstmals jenen von Gasboilern und viele hunderte Millionen wurden in die Verbesserung von Luftqualität, die Durchsetzung von Umweltgerechtigkeit und den Schutz von Ökosystemen investiert.Sollte Kamala Harris Präsidentin werden, wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit versuchen, die Klimaschutzambitionen ihres Vorgängers weiterzuführen oder sogar auszubauen. Ganz so mutig, wie vor ihrer Zeit als Vizepräsidentin, wird sie aber wohl nicht sein. Ihr Kampagnenbüro gab etwa bekannt, dass sie sich nicht gegen Fracking – eine sehr umweltschädliche Form der Erdgasförderung – aussprechen wird. Auch der Beschluss anderer wichtiger Maßnahmen, wird mit den bestehenden Mehrheitsverhältnissen wohl nicht ganz einfach.

#### Und wenn Trump gewinnt?

Sollten sich die Bürger:innen der USA im Herbst für Donald Trump entscheiden, sieht es für den weltweiten Klimaschutz düster aus. Schon in seiner letzten Amtsperiode hat Trump veranlasst, dass die USA als bisher einziges Land aus dem Pariser Klimaabkommen austraten. Große Teile der Klimaschutzmaßnahmen seines Vorgängers Barack Obama hat er zurückgebaut und gleichzeitig die Öl- und Gasindustrie unterstützt. Sein Auftritt in diesem Wahlkampf lässt darauf schließen, dass er im Falle eines Sieges wohl wieder viel daran setzen wird, effektiven Klimaschutz möglichst zu verhindern.

Ein Grund für diese Annahme ist das "Project 2025", eine Sammlung ultrakonservativer bis rechter politischer Fantasien, die eine grundlegende Umstrukturierung der US-Regierung anstreben. Ob Privatisierung des nationalen Hochwasserversicherungsprogramms, der nationalen ozeanischen und atmosphärischen Verwaltung oder Auflösung der Abteilungen für Forschung und Umsetzung im Bereich saubere Energie – effektiver Klimaschutz soll verunmöglicht werden. Auch 140 Personen der letzten Trump-Administration haben an dem Dokument mitgearbeitet. Trump verspricht außerdem in seinen Wahlkampfreden, den Inflation Reduction Act rückabzuwickeln.

#### Was das für Europa bedeutet

Bekleidet Donald Trump ab Herbst das höchste Amt, kann das vielfach negative Auswirkungen für Europa haben: ob Handelskriege durch die Einführung von Zöllen, sicherheitspolitische Gefahren durch die Annäherung an Putin oder Unterstützung nationalistischer Kräfte in der EU selbst. Für effektiven Klimaschutz wäre der Republikaner ebenfalls eine Katastrophe. Öl- und Gas würden wohl in vollem Umfang weiter gefördert und die von Biden gesetzten Maßnahmen rückgebaut werden.

Sollte die nächste US-Präsidentin Kamala Harris heißen, könnte sich das für zukünftige Zusammenarbeit im Klimabereich positiv auswirken. Die Klimastrategie der USA hat große Auswirkungen auf die globalen Emissionen, schließlich verzeichnet das Land den zweithöchsten Ausstoß von Treibhausgasen weltweit (nach China). Die Wahl im November ist also eine Richtungsentscheidung für die ganze Welt. Sie wird wohl festlegen, wie und ob wir es schaffen, die Folgen der Klimakrise noch einzudämmen.

---

 # Frist verpasst: Österreich ist weiter planlos beim Klimaschutz

Kommentar Klimapolitik EU Klimadiskurs Klimaziele 

Samstag, 13.07.2024

Österreich hat keinen nationalen Energie- und Klimaplan bei der EU-Kommission abgegeben. Wieso das mehr als peinlich ist, wie es dazu kam und was nun passiert, erklärt Katharina Rogenhofer.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei [Newsflix.at](https://www.newsflix.at/s/frist-verpasst-oesterreich-ist-weiter-planlos-beim-klimaschutz-120046920).*

Klimaschutz, um unsere Lebensgrundlage zu sichern, die Wirtschaft zu transformieren, dem Artensterben entgegenzuwirken – die EU ist dran. Dabei gibt sie hauptsächlich Ziele und einen gesetzlichen Rahmen vor. Die Mitgliedstaaten müssen dann Wege finden, die für das jeweilige Land passen. Für die Erreichung der Klimaziele etwa müssen von jedem Mitgliedsstaat selbst ausgewählte Maßnahmen in Form eines nationalen Energie- und Klimaplans (NEKP) eingemeldet werden. Am Sonntag, 30. Juni, war die Deadline dafür. Dass Brüssel bisher nicht einmal einen Entwurf von Österreich begutachten konnte, ist nicht nur blamabel, sondern auch fahrlässig.

**Was in den nationalen Klimaplänen drinstehen muss**  

Jeder Mitgliedsstaat der EU muss also einen nationalen Klima- und Energieplan an die EU-Kommission schicken, um zu zeigen, mit welchen Maßnahmen die jeweiligen Klimaziele erreicht werden sollen. Der europäische Green Deal sieht für die gesamte EU eine Reduktion der Treibhausgase um 55 Prozent bis 2030 vor. Für Österreich – das sich selbst als Ziel gesteckt hat, bis 2040 klimaneutral zu werden – bedeutet das eine notwendige Reduktion von 48 Prozent bis 2030.  
Der Energie- und Klimaplan soll sowohl Bürger:innen als auch Unternehmen zeigen, wie sich Österreich den Fahrplan zu diesem Ziel vorstellt und dadurch Planungssicherheit bieten. Ein erster Entwurf wurde vom Klimaministerium vergangenes Jahr veröffentlicht. Auf dessen Grundlage berechnete das Umweltbundesamt, dass selbst bei Umsetzung aller geplanten Maßnahmen immer noch eine Lücke von 13 Prozent bis zum Ziel verbliebe. Der Plan war also nicht ausreichend. Das Ministerium regte daher alle Institutionen an, im Zuge von Stellungnahmen weitere Ideen einzumelden, um die Lücke zu schließen. Der unvollständige Entwurf ging derweil – zu spät – für eine Rückmeldung nach Brüssel. Doch er blieb nicht lange dort.

#### Warum der Erstentwurf des Klimaplans zurückgezogen wurde

Mit einigen Monaten Verspätung hatte Klimaministerin Leonore Gewessler im Oktober 2023 den bekannten, unvollständigen Entwurf nach Brüssel gesandt. Kurz darauf wurde er von EU- und Verfassungs-Ministerin Karoline Edtstadler jedoch wieder zurückgezogen, die damit ihre fundamentale Ablehnung des Entwurfs zum Ausdruck brachte. Seit Dezember 2023 läuft wegen der verpassten Frist deshalb ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich.  

Seitdem herrscht öffentlich Funkstille. Weder ist klar, was die Vorschläge der ÖVP zur Zielerreichung wären, noch konnte die EU-Kommission den Entwurf begutachten und Feedback rückmelden. Am 30. Juni 2024 hätte dann der überarbeitete, fertige Plan in Brüssel einlangen müssen. Doch auch das ist nicht passiert. Damit hat Österreich vergangene Woche eine weitere Frist verpasst.  

#### Wer nein sagt muss auch B sagen

Als Bürger:innen dürfen wir erwarten, dass sich die Regierung konstruktiv an komplexe Themen heranwagen. Vor allem, wenn sie so wichtig für die Gegenwart und Zukunft aller in Österreich lebenden Menschen sind. Das Mittel der Wahl: konstruktive Kritik. Verbesserungsvorschläge. Verhandlungen. Abschlüsse. Sagt eine Seite ausschließlich nein, ohne mitzuteilen, was sie ändern will, wird die Lösungsfindung schwierig und produktive politische Arbeit wird unmöglich.

Auch die sinnvolle Einbeziehung von Wissenschaft, Umweltorganisationen, Verwaltung, Parteien und Interessensvertretungen und der Bevölkerung leidet darunter. Denn offiziell sollen die Erstellung der Pläne auch unter Einbeziehung der Öffentlichkeit passieren. Nachdem die ÖVP den Erstentwurf jedoch fundamental abgelehnt hat, wird ein neuer Plan – selbst bei Einigung – wohl ganz anders aussehen. Wie genau ist unklar und Begutachtung wird es dann keine mehr geben. Demokratiepolitisch ist das nicht ideal, abgesehen davon, dass es auch auf EU-Ebene kein gutes Licht auf Österreich wirft.

#### Wie es nun weitergehen könnte

Das Umweltministerium hat darum gebeten, die Frist bis nach dem Sommer zu verlängern. Bis zur Nationalratswahl im September hätte die Regierung dann noch Zeit, um sich auf einen überarbeiteten Entwurf des NEKP zu einigen und ihn bei der EU-Kommission einzureichen. Ob diese Einigung gelingen wird, ist unklar, wie der Entwurf dann aussieht, ob er für die Erreichung der Klimaziele ausreicht, ob die bisherigen Stellungnahmen ernst genommen werden, ebenso. Wird er nicht eingereicht, hinterlässt die Regierung der Nächsten wohl zwei Vertragsverletzungsverfahren. Eines hat die EU wegen des fehlenden Entwurfs bereits eingeleitet, ein zweites dürfte nun nach Verpassen der neuerlichen Frist folgen. Das wäre kein gutes Erbe einer Regierung.

#### Weitere politische Projekte noch offen

Neben einem nationalen Klimaplan mangelt es Österreich auch an weiteren Entscheidungen: Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz Gesetz ist noch ausständig, auf ein Klimaschutzgesetz wartet Österreich seit 2020. Dabei sollte die Ökologisierung möglichst mutig und ambitioniert vorangetrieben werden: denn sie bringt viele Vorteile und ohne sie können wir unseren Wohlstand und unsere Sicherheit nicht aufrechterhalten. Klimapolitische Maßnahmen zu verschleppen, bedeutet im Umkehrschluss, Ungewissheit ans Steuer zu lassen. Und das wäre fahrlässig.

---

 # Zahl der Tropennächte in Wien am Weg zum Rekordwert

Kommentar Klimafolgen Wirtschaft Biodiversität 

Dienstag, 13.08.2024

Ost-Österreich erlebt einen Hitzesommer. Katharina Rogenhofer erklärt die Zahlen, welche Auswirkungen die Temperaturen auf Mensch, Natur und Wirtschaft haben und welche Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei [Newsflix.at](https://www.newsflix.at/s/zahl-der-tropennaechte-in-wien-am-weg-zum-rekordwert-120049646).*

**In dieser Woche strebt Wien einem neuen Hitzehöhepunkt entgegen. Schon über Wochen ist es jetzt fast ununterbrochen unaushaltbar heiß, bis zu 35 Grad sollen es in Wien am Mittwoch werden. Ein Hitzetag folgt dem nächsten, eine Tropennacht der anderen. Konkret bedeutet das: Untertags überschreitet die Temperatur 30 Grad Celsius, in der Nacht sinkt sie nicht unter 20 Grad. Wer sich jetzt denkt, dass das schon immer so war und wo denn dabei das Problem liegt, liest am besten weiter.**

#### War das nicht schon immer so?

Viele meinen, so heiße Sommer hätte es immer schon gegeben. Werfen wir einen Blick auf die Zahlen, wird klar: Das stimmt so nicht. Laut Geosphere Austria konnte man etwa in Wien bis in die 1980er Jahre mit ein bis zwei Tropennächten pro Jahr rechnen. Im Jahr 2023 lag die Anzahl in der Bundeshauptstadt bei 16 Nächten – also achtmal so hoch wie noch vierzig Jahre zuvor. Heuer waren es mit dem Stand 13. August bereits 19, der bisher zweithöchste Wert.\*

Auch die Tage werden signifikant heißer. Die Anzahl der Tage mit über 30 Grad hat sich in Wien seit den 1970ern vervierfacht – 2023 waren es 32, dieses Jahr stehen wir bei 23 (Stand 11. August). Diese heißen Tage und Nächte treten häufig aneinandergereiht auf, die Dauer der Hitzeperioden nimmt über die Jahre kontinuierlich zu. Abkühlung wird damit immer schwieriger – nicht nur in der Bundeshauptstadt. Auch in den anderen Bundesländern sind die Entwicklungen dramatisch, wie eine [neue interaktive Karte des Complexety Science Hub](https://vis.csh.ac.at/heat-health-habitats/) veranschaulicht.

Auch wenn viele Tageszeitungen diese Hitzeperioden mit Badespaß bebildern, so steht Spaß oft nicht im Vordergrund - vielen Menschen macht die Hitze sehr zu schaffen. Warum das so ist, macht der Vergleich im Detail zwischen heuer (Stand 11. August) und dem Durchschnitt 1961 bis 1980 auf der Messstation Hohe Warte Wien deutlich:

#### Hitzetage im Vergleich

- Zahl der Hitzetage 2024: 23
- Zahl der Hitzetage 1961 bis 1990: 8

#### Sommertage (25 Grad oder mehr) im Vergleich

- Zahl der Sommertage 2024: 71
- Zahl der Sommertage 1961 bis 1990: 40

#### Tropennächte

- Zahl der Tropennächte 2024: 19
- Zahl der Tropennächte 1961 bis 1990: 1

#### Folgen für uns Menschen…

Besonders stark wirkt sich die Hitze auf Kinder, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen aus. Im schlimmsten Fall können hohe Temperaturen nicht nur zu Herz-Kreislauf Problemen, sondern auch zum Tod führen. Laut dem Gesundheitsministerium sterben pro Jahr bis zu 500 Personen in Österreich an den Folgen der Hitze.  

Betroffen sind aber weit mehr Personen. Wer schon einmal bei 35 Grad Außentemperatur einen Tag im unklimatisierten Büro verbracht hat, weiß: Nicht nur der Computer kann überhitzen. Anhaltende Hitze hat schon ab 26 Grad Raumlufttemperatur Auswirkungen auf jede und jeden von uns: weniger Konzentration, langsamere Reaktion, erhöhte Gereiztheit. Mit jedem weiteren Grad steigt die Gefahr von Arbeitsunfällen und körperlichen Problemen. Am drastischsten sind die Auswirkungen jedoch außerhalb des Büros, wo Arbeiter:innen Sonne und Hitze schutzlos ausgeliefert sind, etwa am Bau. Im Bauwesen zeigen sich in den wärmsten Monaten auch die höchsten Unfallraten.

#### … die Wirtschaft…

Egal ob Baustelle, Büro, oder Biergarten: die hohen Temperaturen drücken auch auf die Wirtschaft. Neue Ergebnisse eines EU-weiten Forschungsprojekt des Instituts für höhere Studien (IHS) zeigen: Unsere Volkswirtschaft verzeichnet Einbußen durch die Hitze – Tendenz steigend. Besonders betroffen sind Wirtschaftszweige, die auf körperliche Arbeit unter der Sonne angewiesen sind: Der Bausektor, die Landwirtschaft und gewisse Industriesektoren. Auch aus der Gastronomie sind vermehrt Klagen zu vernehmen. Bei hohen Temperaturen bleibt vor allem um die Mittags- und Nachmittagszeit die Kundschaft aus.

Abgesehen vom menschlichen Faktor tun sich zunehmend Materialfragen auf.

Wie lange und zuverlässig hält wichtige Infrastruktur der Hitze stand, etwa Schienen, Energienetze oder auch Straßen? Derweil passiert es noch nicht sehr häufig, dass der Asphalt schmilzt, sich Gleise verformen, oder die Energieversorgung eingeschränkt ist, doch häufiger werden diese Ereignisse allemal.

Auch die Stromerzeugung durch heimische Wasserkraftwerke ist verletzlich gegenüber Hitzeperioden. Im Juli 2022 konnte durch hitzebedingte Ausfälle etwa knapp ein Drittel weniger Strom als im selben Monat des Vorjahres produziert werden.

#### … und die Natur

Anhaltende Trockenheit und Dürre verursachen erhebliche Schäden in der Forst- und Landwirtschaft und bedrohen damit langfristig unsere Lebensgrundlage. Den historisch weitflächig gepflanzten Fichten geht als Flachwurzler buchstäblich das Wasser aus und der Hitzestress macht sie wiederum anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer. Die Dürre schmälert aber auch die Erträge am Feld.

Und das alles verstärkt sich gegenseitig, denn die Klimakrise sorgt nicht nur für ausbleibenden Regen. Warme Temperaturen machen auch eine längere Wachstumsperiode möglich. Das klingt erstmal gut, aber je länger Pflanzen wachsen, desto mehr Wasser nehmen sie aus dem Boden auf und geben es durch Verdunstung an die Umgebungsluft ab. Regnet es dann nicht genug, kann der Wasserverlust nicht ausgeglichen werden und es wird noch trockener. All das führt zu einem sinkenden Grundwasserspiegel.

#### Was wir jetzt gegen die Hitze-Auswirkungen tun können

Bleiben wir gleich beim Boden: In kaum einem EU-Land wird so viel versiegelt wie in Österreich. Versiegelte Flächen sind Wärmespeicher und strahlen auch in der Nacht Hitze ab. Grün- und Wasserflächen reduzieren die Oberflächentemperatur im Vergleich zu verbauten Flächen um bis zu acht Grad Celsius. Bäume und Grünflächen in Städten, Flüsse und Bäche, die an die Oberfläche geholt und nicht in Kanälen unter der Stadt geführt werden – all das führt zu einer merklichen Kühlung.

Damit Gebäude sich gar nicht erst so stark erhitzen, gibt es diverse Möglichkeiten zur Außenbeschattung, Fassadenbegrünung und Oberflächenaufhellung. Griechische Städte machen es vor: Durch gezieltes Streichen von Flächen und Dächern mit weißer oder hoch reflektierender Farbe wird weniger Sonnenstrahlung aufgenommen und die Gebäude bleiben kühler. Kühle Luftströme aus den umgebenden Gebieten gilt es, gezielt so zu leiten, dass die heiße Luft aus Städten geblasen wird.

Die Hitze verlangt aber nach mehr helfenden Händen. Mehr Personal in der Pflege, im Rettungsdienst und in den Spitälern kann sich um die steigende Anzahl derer, die durch die hohen Temperaturen gesundheitliche Probleme bekommen, besser kümmern. Gleichzeitig ist es notwendig, Arbeitnehmer:innen durch angepasste arbeitsrechtliche Bestimmungen abzusichern. Wer unsere Gesellschaft samt Infrastruktur am Laufen hält, muss ausreichend von Hitze geschützt werden, um das auch weiterhin tun zu können.

#### Gegensteuern und anpassen

Es ist notwendig, an vielen Schrauben zu drehen, um uns und unsere Umgebung an die hohen Temperaturen anzupassen und die Schäden, die entstehen, zu minimieren. Klimaanpassungen sind essenziell. Sie dürfen aber Klimaschutz nicht ersetzen. Nur die Reduktion unserer Emissionen kann weiterer Erhitzung vorbeugen.

*\* In der ursprünglichen Version stand hier "der bisherige Rekordwert". Tatsächlich gab es 2015 – allerdings für das Gesamtjahr betrachtet – 23 Tropennächte auf der Hohen Warte.*

---

 # Warum Klima-Maßnahmen immer öfter verschleppt werden

Kommentar Klimapolitik Wirtschaft Klimadiskurs Mobilität 

Donnerstag, 25.04.2024

Die Klimakrise wird nur mehr selten geleugnet, gemacht wird gegen die Erderhitzung aber wenig. Katharina Rogenhofer erklärt die Gründe.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/warum-klima-massnahmen-immer-oefter-verschleppt-werden-120033507)*.*

In Österreich ändert sich die Debatte zu klimapolitischen Entwicklungen zunehmend, und zwar je größer die Aufmerksamkeit für Klimathemen in der Gesellschaft wird. Mittlerweile stehen nicht mehr die Existenz der Klimakrise oder klimawissenschaftliche Erkenntnisse im Mittelpunkt, sondern vielmehr konkrete Maßnahmen, Gesetze oder Ziele, um der Klimakrise entgegenzutreten.

Im Auftrag des KONTEXT Instituts für Klimafragen hat FORESIGHT das "Klimadiskurs-Monitoring 2024" durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass trotz des zunehmenden Bewusstseins für die Dringlichkeit von Klimaschutz in Österreich bestimmte Akteur:innen – häufig aus dem politischen Bereich – klimapolitische Maßnahmen verzögern.

#### Politiker:innen dominieren die Debatte – und bremsen häufig

Die Klimadebatte wird in Österreich vorrangig von Politiker:innen bestimmt. Und im Gegensatz zu zivilgesellschaftlichen Gruppen, die weitreichende Schritte fordern, wird von ihnen vor allem über die vermeintlichen Nachteile von Klimaschutz, wie wirtschaftliche und soziale Kosten, und Scheinlösungen gesprochen - Strategien, die den notwendigen Umbau der Wirtschaft und Klimaschutzmaßnehmen behindern. Diese Verzögerungstaktiken werden vorwiegend von Vertreter:innen der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) benutzt.

Die einzigen Aussagen des Monitorings, die Klimaschutz leugnen, stammen von Politiker:innen der FPÖ. Christian Hafenecker gab in einem Interview mit Armin Wolf zu Klimaschutzmaßnahmen der FPÖ etwa die Antwort: "Alle paar Jahre finden wir einen Modus Operandi, um die Leute in Angst und Schrecken zu versetzen." Er unterstellt damit, die Klimakrise wäre nur eine Erfindung und keine Realität, gegen die etwas unternommen werden sollte.

#### Von der Leugnung zur Verschleppung

Die gute Nachricht: Generell zeigt die Analyse einen klaren Trend weg vom Leugnen der Klimakrise. Die schlechte: Notwendige politische Entscheidungen und Maßnahmen werden zunehmend angegriffen und verschleppt. Dabei variieren die Strategien: Politiker:innen verschleppen notwendige Maßnahmen und Entscheidungen vor allem dadurch, dass sie sich generell für weniger Klimaschutz aussprechen oder – deutlich subtiler – Scheinlösungen propagieren, die der Dringlichkeit und Dimension der Klimakrise schlicht nicht gerecht werden.

Unter Scheinlösungen fallen etwa Technologien, die noch nicht marktreif oder in der breiten Anwendung besonders ineffizient sind – wie E-Fuels im Auto oder Wasserstoff in der Heizung. Diese Techniktrugbilder verzögern dann den notwendigen Umbau der Mobilität und Wärmeversorgung mit nachhaltigen Alternativen.

#### Techniktrugbild E-Fuels

E-Fuels können in manchen Bereichen der Industrie und im Schiffs- oder Flugverkehr durchaus Teil der Lösung sein. In der Öffentlichkeit werden sie aber als vermeintliche Lösung für den Individualverkehr beworben. Dabei herrscht wissenschaftlicher Konsens, dass E-Fuels in der Herstellung zu teuer, ineffizient und gleichzeitig in zu geringen Mengen verfügbar sein werden, um in der breiten Anwendung sinnvoll zu sein. Im Individualverkehr ist der Elektromotor die deutlich effizientere und billigere Antriebstechnologie, die im Gegensatz zu E-Fuels auch schon marktreif ist. Je länger also Technologieklarheit fehlt und sich Unternehmen und Menschen auf Techniktrugbilder wie E-Fuels verlassen, desto länger wird ein Umstieg hinausgezögert.

#### Inhaltlicher Fokus liegt auf Mobilität und Energie

Heiß debattiert wurden 2023 vor allem die Themen Mobilität und Energie. Weit mehr als die Hälfte aller themenbezogenen Aussagen in der Analyse entfallen auf diese zwei besonders emissionsintensiven Bereiche, in denen die Abkehr von Öl, Kohle und Gas große Veränderungen erfordert. Kaum diskutiert wird in der österreichischen Klimadebatte das Thema Arbeitsmarkt, obwohl der Weg zur Klimaneutralität auch über strukturelle Veränderungen in der Arbeitswelt führt. Am politischen Spielfeld waren das Klimaschutzgesetz, der European Green Deal und das Erneuerbaren-Wärme-Gesetz die Spitzenreiter der Debatte.

Auffällig ist, dass genau jene Themen und Politikmaßnahmen, die am meisten diskutiert werden, überproportional häufig verschleppt zu werden. Das legt nahe, dass gerade in jenen Bereichen, in denen der Druck für Veränderung zunimmt, der gegenwärtige Zustand umso vehementer verteidigt wird.

Das hat reale Konsequenzen: Trotz ambitionierter Gesetzesentwürfe können Verschleppungstaktiken dazu führen, dass Gesetze abgeschwächt, verschoben oder sogar verworfen werden. Scheinlösungen und Fehlinformationen dringen in den öffentlichen Diskurs ein und werden oft unhinterfragt übernommen. Das beeinflusst auch politische Entscheidungen: Das Erneuerbaren-Wärme-Gesetz wurde abgeschwächt und erlaubt langfristig weiterhin Gasheizungen in Bestandsgebäuden. Ein Enddatum für Verbrennermotoren auf EU-Ebene wurde zwar für 2035 festgelegt, aber nur mit einer Ausnahme für mit E-Fuels betriebene Fahrzeuge. Dür diese wurde zuvor von verschiedenen Interessensvertretungen und politischen Parteien Stimmung gemacht.

Und ein nationales Klimaschutzgesetz wurden bis heute nicht beschlossen.

#### Positive Aspekte von Klimaschutz betonen

Aber was kann dagegen getan werden? Die Analyse unterstreicht, wie wichtig es ist, die positiven Auswirkungen von Klimaschutzmaßnahmen auf Lebensqualität, Arbeitsplätze und Wohlstand hervorzuheben, um die Unterstützung der notwendigen Maßnahmen zu fördern. Nur vier Prozent der konstruktiven Aussagen in der Analyse, beschäftigen sich jedoch mit diesen Vorteilen. Ein verlorenes Feld.

Um generell gegen Verschleppungstaktiken anzukommen, müssen sie auch als solche benannt und entkräftet werden. Dafür ist es notwendig, hervorzuheben, was die tatsächlich wirksamen Maßnahmen sind – das zeigt die Wissenschaft deutlich. Damit diese dann auch umgesetzt werden, braucht es vor allem Verantwortungsübernahme auf allen Ebenen, statt eines Verantwortungskarussells innerhalb der Politik.

##  Weiterführende Links 

- [Kontextanalyse "Klimadebatte in Österreich: Zwischen Appellen und Verschleppung"](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/KONTEXTANALYSE_Klimadebatte-in-%C3%96sterreich.pdf)
- [\[KON\]klusio "Technologieklarheit als Schlüssel zu einer wirksamen Klimapolitik"](https://kontext-institut.at/uploads/202403_KONKLUSIO_Technologieklarheit-als-Schluessel-zu-einer-wirksamen-Klimapolitik.pdf)
- [\[KON\]klusio "Wie Klimaschutz verschleppt wird"](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202402_Konklusio_Verschleppungstaktiken.pdf)

---

 # Nicht alle Technologien, denen man ein grün vorschiebt, können liefern

Kommentar Klimapolitik Technologien Klimaziele Klimakonferenzen 

Samstag, 16.03.2024

Bei Klimatechnologien muss man auf das richtige Pferd setzen. Expertin Katharina Rogenhofer über gute Lösungen und Trugbilder.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei [Newsflix.at](https://www.newsflix.at/s/nicht-alle-technologien-denen-man-ein-gruen-vorschiebt-koennen-liefern-120025891).*

In der Klimadebatte wird viel über Technologien gesprochen. Das ist gut so, schließlich spielen sie eine zentrale Rolle am Weg aus der Klimakrise. Ohne Windräder, ohne Solaranlagen auf den Dächern, ohne Wärmepumpen wird es schwierig mit der Energiewende. Aber Achtung: Nicht alle Technologien, denen man ein "grün" oder ein "E" vorschiebt, können liefern, was mit ihnen versprochen wird. In der Hoffnung auf einfache Lösungen werden ihre Möglichkeiten stark überzeichnet. Was rauskommt: Trugbilder, die der Wissenschaft nicht standhalten.

**Zuerst die gute Nachricht** Fast alle Technologien, die wir brauchen, um bei Öl und Gas endgültig den Hahn abzudrehen, haben wir bereits. Sie sind erprobt und einsatzbereit: Windkraft, Solaranlagen, Batterien, Wärmepumpen, Elektro-Mobilität, … – die Liste ist lang.

Wenn sie dann jemand fortführt, etwa von E-Fuels für Autos, von grünem Gas zum Heizen spricht, klingt das zunächst richtig und wichtig. Warum sollten wir nicht das Öl im Tank und das Erdgas in den Heizungsrohren durch saubere Alternativen ersetzen? Die Antwort ist schlicht, dass diese Technologien teuer und ineffizient sind und die Ressourcen für ihre Herstellung begrenzt.

**Konkret heißt das** Die Herstellung von E-Fuels braucht viel Strom und bei der Übertragung und der Verbrennung im Tank geht weitere Energie verloren. Nur rund 13 Prozent der zugeführten Energie können tatsächlich zum Fahren genutzt werden. Bei einem Elektroauto sind es hingegen mehr als zwei Drittel. Bei grünem Gas in der Heizung ist es ähnlich: Wärmepumpen sind fünfmal effizienter als Heizen mit Wasserstoff. Teurer als ihre jeweiligen nachhaltigen Alternativen sind E-Fuels und Wasserstoff durch diebenötigten Energiemengen obendrein.

**Auf die Anwendung fokussieren!** Es gibt allerdings Bereiche, in denen Wasserstoff und E-Fuels keine Trugbilder sind, sondern ganz konkrete Lösungen. Dort nämlich, wo verlässliche Alternative fehlen. Bei E-Fuels sind das der Flug- und Schiffsverkehr, bei Wasserstoff etwa eine Nutzung in der Industrie. Werden die Brennstoffe jedoch in ineffizienten Bereichen wie Heizen oder Mobilität eingesetzt, nimmt das Betrieben die einzige Möglichkeit, ihre Produktionsprozesse klimaneutral zu gestalten.

Technologieklarheit: Wo der Einsatz von Wasserstoff und E-Fuels sinnvoll ist, ©KONTEXT

**Politische Aussagen haben Auswirkungen** Doch die Märchen rund um diese Technologien halten sich hartnäckig. In der EU ist die Neuzulassung für Autos mit Verbrennermotoren ab 2035 untersagt. Außer sie werden mit E-Fuels betankt. In Österreich passierte in der Debatte um das Erneuerbare-Wärme-Gesetz ähnliches: Zuerst wurde ein Enddatum für Gasheizungen bis 2040 diskutiert, dann eine Ausnahme für Grüngas angehängt, und am Ende wurde das ganze Vorhaben restlos gestrichen.

**Trugbilder verschleppen Ausbau** Rücken Trugbilder in den Fokus klimapolitischer Debatten, ist die Gefahr groß, dass aufs falsche Pferd gesetzt wird. Denn wo auf grünes Gas gehofft wird, bleibt der Heizungstausch aus. Werden E-Fuels im Tank versprochen, steigt niemand auf Elektro-Autos oder öffentlichen Verkehr um. Kurz: Die Trugbilder verschleppen den Ausbau jener Technologien, diezur Verfügung stehen und im breiten Einsatz funktionieren. Und während alle warten, wird weiter fossiles Öl und Gas gepumpt.

**Quelle der Verwirrung** Von mancher Seite ist das genau so gewollt. Denn der Umbau zu einer klimafreundlichen Wirtschaft und Gesellschaft bringt tiefgreifende Veränderungen mit sich, und neben Gewinner:innen auch Verlierer:innen. Studien zeigen, dass vor allem die Fossilwirtschaft den Übergang hin zu erneuerbaren Energien verlangsamt. Damit das gelingt, werden Solarenergie und Windkraft als Bedrohung für Versorgungssicherheit oder der Wechsel auf eine Wärmepumpe als unüberwindbare Hürde dargestellt. Die Fossilwirtschaft verschleppt also gezielt den Einsatz von Lösungen, von jenen Technologien, die bereitstehen. Ihre Argumente werden aber von vielen übernommen, auch weil die technischen Details kompliziert sind und die Hoffnung auf eine einfache Lösung groß ist.

Technologieklarheit: Wärmepumpen sind fünfmal effizienter als Wasserstoff, ©KONTEXT

**Auf die erprobten Pferde setzen** Glücklicherweise ist die Lösung aber tatsächlich simpel: Heute sollten Pferde an den Start, deren Training abgeschlossen ist, die gesattelt an der Startlinie stehen. Die Technologien, die sich als effizient, günstig und breitentauglich bewiesen haben, müssen gefördert und ausgebaut werden. Wir sollten auf jene Pferde setzen, die uns rasch und effizient am weitesten bringen, um unabhängig von Öl, Kohle und Gas zu werden: Erneuerbare Energien, Wärmepumpen oder Elektromobilität etwa sind effizient und sparen Kosten.

Damit wir in ihrer Anwendung den Turbo starten können, braucht es aber auch einen verlässlichen rechtlichen Rahmen. So kann Planungssicherheit für Betriebe und die Bevölkerung geschaffen und damit sichergestellt werden, dass die verfügbaren Ressourcen und die Infrastruktur bestmöglich genutzt werden.

**Energieverbrauch muss sinken** Der Umstieg auf saubere Energie allein ist aber nur ein Teil der Lösung. Damit unsere Energieressourcen nicht verschwendet und effizient eingesetzt werden können, muss auch der Gesamtenergieverbrauch sinken. Wie? Etwa, indem wir Gebäude sanieren, renovieren und dämmen und den öffentlichen Verkehr flächendeckend und kostengünstig ausbauen.

**Es braucht Forschung** Technologien, die für die Breite ineffizient oder zu teuer sind, sollten gezielt nur dort eingesetzt werden, wo sie ihre Wirkung bestmöglich entfalten können. Und dort, wo Technologien noch in den Kinderschuhen stecken – oder noch nicht einmal existieren – braucht es Forschung und Entwicklung, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

Wesentlich ist, dass wir uns am Weg nicht von Trugbildern ablenken lassen und uns voll und ganz darauf konzentrieren, Technologien so einzusetzen, dass sie einen effizienten Umbau ermöglichen.

---

 # Leistbarer Wohnraum und Klimaschutz: Geht das zusammen?

Kommentar Klimapolitik Sicherheit Gebäude Budget 

Sonntag, 07.04.2024

Ja, wenn wir es klug angehen: Nicht Neubau, sondern sanieren, dämmen, Heizungen tauschen, das wäre jetzt das Gebot der Stunde. Klima-Expertin Katharina Rogenhofer erklärt warum.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei [Newsflix.at](https://www.newsflix.at/s/leistbarer-wohnraum-und-klimaschutz-geht-das-zusammen-120029830).*

Leistbarer Wohnraum ist in Österreich rar. Durch die stotternde Bauwirtschaft könnte sich das Problem weiter verschärfen. Um sie anzukurbeln, hat die Regierung ein Wohn- und Baupaket geschnürt. Der Nationalrat gab kürzlich für Teile davon grünes Licht: Eine Milliarde Euro an Zuschuss stellt der Bund den Ländern in den kommenden drei Jahren zur Verfügung, zweckgebunden für den Wohnbau. 25.000 neue Wohneinheiten sollen damit geschaffen werden.

So weit, so gut. Allerdings nur 5.000 davon durch Sanierungen. Das Problem daran: Wo neu gebaut wird, wird wertvoller Boden versiegelt – während Leerstand ungenützt bleibt und Ortskerne aussterben. Gleichzeitig fressen schlecht gedämmte Wohneinheiten und klimaschädliche Gasheizungen weiterhin massive Energiemengen und treiben die Kosten für Bewohner:innen in die Höhe.

Anstatt mehr Geld in Neubau zu stecken, sollte die Aufgabe der Bauwirtschaft angesichts von Klimakrise und Teuerung eigentlich lauten: Sanieren, dämmen, Heizungen tauschen.

####   
Jeden Tag 12 Fußballfelder

Nutzbaren Wohnraum gibt es prinzipiell genug. Mehr als 650.000 Wohnungen und Häuser stehen laut Statistik Austria leer, das ist rund jede 7. Wohneinheit. Trotzdem verbrauchen wir jeden Tag zwölf Fußballfelder neuen Boden in Österreich, die Hälfte davon asphaltieren oder betonieren wir.Das hat massive Auswirkungen auf das Klima: Böden sind die größten Senken für Kohlenstoff, absolute Spitzenreiter sind intakte Moore. Ein einziger Hektar nimmt etwa jährlich bis zu einer Tonne CO2 aus der Atmosphäre auf. Das entspricht dem durchschnittlichen jährlichen Ausstoß eines kleinen Autos. Aber auch Grünland, Wälder und nachhaltig bewirtschaftete Äcker können CO2 speichern. Wird ein Boden bestmöglich mit Wasser versorgt, kühlt er gemeinsam mit der darauf wachsenden Vegetation die Umgebung. Allein ein Hektar senkt die Lufttemperatur um bis zu fünf Grad Celsius. Funktionsfähige Böden, in denen Wasser gut versickern kann, spielen eine wesentliche Rolle, um Katastrophen wie Überschwemmungen und Muren vorzubeugen – und sie liefern Wasser in trockeneren Phasen.

#### Wohnbauförderung ist Schlüssel

Durch Neubauten wie Shoppingcenter oder Einfamilienhaus-Siedlungen auf der grünen Wiese gehen also nicht nur Flächen, sondern auch alle wichtigen Funktionen des Bodens verloren, die das Klima regulieren. Ja, leistbarer Wohnraum ist dringend notwendig. Aber jeden Cent, der jetzt in den Wohnbau fließt, müssen wir akribisch auf seine Klimatauglichkeit prüfen.

Ein gutes Instrument zur Finanzierung haben wir bereits, die Wohnbauförderung. Wir müssen es nur richtig einsetzen. 1,3 Milliarden Euro betrug die Wohnbauförderung 2022. Der Haken: Weil das Geld nicht zweckgewidmet ist, stecken die Länder lediglich ein Drittel davon tatsächlich in die Schaffung von neuem Wohnraum. Mit dem neuen Wohnbaupaket pumpt die Regierung zusätzlich Geld ins System.

Wir sehen: immer nur mehr Geld löst die grundlegenden Herausforderungen nicht. Denn fließt es rein in Neubauten, wäre das, als würde man hungrig vor dem vollen Kühlschrank stehen und, anstatt sich etwas zu kochen, wieder einkaufen gehen. Wir sollten also lieber mit jenen Zutaten kochen, die wir schon haben – Leerstand beleben und alten Wohnraum aufwerten.

##  Mehr lesen: 

- [Nicht alle Technologien, denen man ein grün vorschiebt, können liefern](https://kontext-institut.at/inhalte/technologie-trugbilder-kommentar/)

#### Turbo für die Bauwirtschaft: klimafreundlich und leistbar

Damit zur guten Nachricht: Die Bauwirtschaft braucht den Neubau nicht. Ihre Auftragsbücher kann sie auch füllen, ohne dabei die Landschaft von grün in grau zu verwandeln – etwa mit Sanierungen und Heizungstausch. Wir erhalten schöne, wertvolle Bausubstanz und bringen das Leben in die Orte zurück. Die Warnung, dass mit Neubau das falsche Signal gesetzt wird, kommt auch mitten aus der Branche selbst, etwa in einer Aussendung der österreichischen Ziviltechniker:innen im Februar. Sie stellen klar, dass die große Aufgabe im 21. Jahrhundert die Nutzung der vorhandenen Bausubstanz ist. Und sie betonen auch: Nur umweltfreundliches Wohnen ist tatsächlich leistbares Wohnen.

Denn: Ein Viertel der Energie, die in Österreich verbraucht wird, stecken wir ins Wohnen. Die Energierechnungen der letzten Jahre zeigen, dass es auch auf die Geldbörse schlägt, wenn Preise durch Abhängigkeiten von Regimen wie Russland in die Höhe getrieben werden. Zusätzlich leben viele Menschen, die am Ende des Monats jeden Cent umdrehen müssen, in Wohnungen mit schlechter Dämmung und alten Fenstern. Wo jedoch Wohnraum saniert, Wände gedämmt und Gasheizungen durch klimafreundliche Alternativen ersetzt werden, sinkt auch die Energierechnung drastisch. Die Kosten reduzieren wir dabei in einem Atemzug mit der Abhängigkeit von Öl, Kohle und Gas. Wertvollen Boden für Landwirtschaft und Natur erhalten wir ganz nebenbei.

#### Wie kommen wir dorthin?  

Um nachhaltigen und kostengünstigen Wohnraum zu schaffen, müssen allerdings grundlegende Dinge in Angriff genommen werden: In Mietshäusern etwa können Mieter:innen nicht darüber entscheiden, wie sie heizen oder ob die Wohnung saniert wird. Vermieter:innen haben gleichzeitig wenig Anreize zu investieren. Die braucht es aber, genauso wie strukturelle Veränderungen in der Gesetzgebung. Schließlich wohnt in Österreich knapp die Hälfte der Menschen in Mietverhältnissen.

Steuerliche Anreize für ökologische Sanierungen und Heizungstausch sind also genauso wichtig wie ein rechtlicher Rahmen. Klare Spielregen müssen dafür sorgen, dass saniert statt neu gebaut, Leerstand genutzt und Spekulation verhindert wird. Dafür sollte auch die Wohnbauförderung wieder zweckgewidmet werden. Neben Geld des Bundes und klaren Gesetzen braucht es die notwendigen Strukturen auch von den Bundesländern. Die Zuständigkeit für Wohnbau und Raumordnung liegt in ihren Händen.

Bauen wir statt an neuen Gebäuden an diesem soliden Rahmen, um ausgestorbene Ortskerne wieder zu beleben, Leerstand zu nutzen und Bestand zu sanieren, schaffen wir eine Win-Win-Situation: Heimische Betriebe mit vollen Auftragsbüchern, weniger Bodenversiegelung und leistbaren Wohnraum für die Menschen.

---

 # Klima: 80 Prozent fühlen sich vor Wahlen falsch informiert

Kommentar Klimapolitik Klimadiskurs Renaturierung EU 

Mittwoch, 15.05.2024

Denken die Menschen längst weiter als die Politik? Eine neue Umfrage legt das nahe, sagt Katharina Rogenhofer.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei [Newsflix.at](https://www.newsflix.at/s/klima-80-prozent-fuehlen-sich-vor-wahlen-falsch-informiert-120036356).*

**In knapp einem Monat steht Österreich vor einer wichtigen Entscheidung: die Wahl des neuen EU-Parlaments. Doch diese Wahl geht über die bloße politische Vertretung hinaus. Sie wird den Kurs für die heimische Energiezukunft maßgeblich beeinflussen. Eine [kürzlich durchgeführte Umfrage](https://kontext-institut.at/inhalte/umfrag-eu-wahlen-2024/) im Auftrag des KONTEXT Instituts für Klimafragen\* verdeutlicht die drängende Notwendigkeit, den Ausstieg aus Öl, Kohle und Gas zu beschleunigen. Die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung sieht dies als entscheidend an – gerade um die Sicherheit und Unabhängigkeit Europas zu gewährleisten.**

#### Umfrageergebnisse sprechen klare Sprache

Mehr als zwei Drittel der Befragten empfinden den bisherigen Fortschritt beim Klimaschutz als zu langsam. Besonders erneuerbare Energien werden als Schlüssel zur Unabhängigkeit Europas gesehen. Photovoltaikanalagen auf Dächern und Windräder zeigen die Möglichkeit auf, die notwendige Energie sauber vor Ort zu produzieren. Um unabhängig von Energieimporten zu werden, sehen deshalb über 80 Prozent der in Österreich lebenden Menschen es als zentrale Aufgabe der EU, den Ausbau dieser nachhaltigen Energiequellen rascher voranzutreiben.

#### Die Ergebnisse der Umfrage im Detail

- *Es ist für die Sicherheit und Unabhängigkeit in Europa wichtig, dass die EU den Ausstieg aus Öl, Kohle und Gas beschleunigt:* **68,1 Prozent stimmen zu**
- *Die EU muss mehr erneuerbare Energien ausbauen, um unabhängig von Energieimporten zu werden:* **82,4 Prozent stimmen zu**
- *Sanieren von Gebäuden und nachhaltige Heizformen senken unsere Abhängigkeit von anderen Ländern und tragen maßgeblich zum Klimaschutz bei:* **80,8 Prozent stimmen zu**
- *Ich habe den Eindruck, dass gerade rund um Wahlen in der klimapolitischen Debatte viele Falschinformationen gestreut werden:* **80,0 Prozent stimmen zu**
- *Ich erwarte mir, dass sich österreichische VertreterInnen auf EU-Ebene stärker für Klimaschutz einsetzen:* **71,4 Prozent stimmen zu**

*Die Umfrage wurde von marketagent durchgeführt, 1.000 Nettointerviews, Personen zwischen 14 und 75 Jahren, Feldarbeit zwischen 25. April und 2. Mai 2024. "Stimmen zu" heißt "stimme eher zu" oder "stimme ganz zu".*

#### Geopolitik verstärkt Wunsch nach Unabhängigkeit

Die aktuellen geopolitischen Ereignisse haben die Brisanz dieser Maßnahmen noch einmal unterstrichen. Wir beziehen das meiste Öl aus Kasachstan und dem Irak, das meiste Gas aus Russland. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat verdeutlicht, wie abhängig Europa von unsicheren Regionen ist und hat uns die Auswirkungen dieser Abhängigkeit vor Augen geführt.

Dies betrifft nicht nur große Unternehmen, sondern auch jeden Haushalt. Die Preise sind enorm gestiegen und haben die Inflation angeheizt. Hinzu kommt, dass wir – je nach Jahr – rund zehn Milliarden Euro für den Import fossiler Brennstoffe ausgeben. Geld, das vor Ort besser investiert wäre und durch Heizkesseltausch und den Ausbau Erneuerbarer Energien besonders kleinen und mittleren Betrieben in Österreich zugutekommen würde.

Auch die österreichische Bevölkerung sieht es deshalb als unerlässlich, dass die EU und die nationale Politik konkrete Maßnahmen ergreifen, um den Umbau zu einer nachhaltigen Energieversorgung voranzutreiben. Ein zentraler Aspekt dieses Umbaus ist die Sanierung von Gebäuden und der Wechsel nachhaltiger Heizformen. 80 Prozent der Befragten finden diese Maßnahmen notwendig, um die Abhängigkeit von anderen Ländern zu reduzieren.

#### Renaturierung fällt bedeutende Rolle zu

Doch trotz des klaren Auftrags der Bevölkerung, haben 80 Prozent der Befragten den Eindruck, dass gerade rund um die Wahlen in der klimapolitischen Debatte viel Falschinformation gestreut wird. Und das ist tatsächlich ein Problem, wie wir in unterschiedlichen Debatten rund um europapolitische Themen sehen. Ein Beispiel ist das Renaturierungsgesetz, das eine Wiederherstellung von zerstörten Ökosystemen ermöglicht und gerade Moore schützen sollen, die durch ihre Fähigkeit CO2 aus der Luft zu binden zu besonderen Mitstreitern im Kampf gegen die Klimakrise werden.

Eben dieses Gesetz wird von den Landeshauptleuten verhindert und die Gründe beziehen sich teilweise auf veraltete Gesetzestexte, oder sind schlicht an den Haaren herbeigezogen. Auch die Verbrenner-Debatte flammt rund um den EU-Spitzenkandidaten der ÖVP, Reinhold Lopatka, wieder auf. Er setze sich besonders für Verbrennungsmotoren ein, E-Fuels sieht er als Lösung. Warum sie es nicht sind, habe ich bereits in einer [früheren Kolumne](https://www.newsflix.at/s/nicht-alle-technologien-denen-man-ein-gruen-vorschiebt-koennen-liefern-120025891) diskutiert.

Mit solchen Trugbildern wird jedenfalls konkreter Fortschritt gebremst – auf Kosten der Sicherheit unserer Energieversorgung. In der Verantwortung sehen die Befragten vor allem Politiker:innen: Mehr als 7 von 10 Menschen in Österreich erwarten, dass sich österreichische Vertreter:innen auf EU-Ebene stärker für Klimaschutz einsetzen.

#### EU-Wahl ist von entscheidender Bedeutung

Es ist an der Zeit für konkrete Maßnahmen, um Europas Sicherheit und Unabhängigkeit langfristig zu gewährleisten. Dazu muss die EU den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen beschleunigen und den eingeschlagenen Weg fortsetzen. Die Ökologisierung der Wirtschaft bietet zudem enorme wirtschaftliche Chancen und schafft Arbeitsplätze in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und grüne Technologien.

Indem wir also konsequent auf erneuerbare Energien setzen und den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen beschleunigen, können wir nicht nur die Klimakrise eindämmen, sondern auch die Sicherheit und Unabhängigkeit in der EU langfristig garantieren. Die aktuelle Umfrage zeigt, dass in Österreich lebende Menschen von der Politik erwarten, dieses Potential zu heben.

---

 # Wird der "Green-Deal" der EU nach der Wahl gestoppt?

Kommentar Klimapolitik EU Budget 

Dienstag, 11.06.2024

Der Klimaplan der EU wurde 2019 fixiert, nun steht er vor einer ungewissen Zukunft. Was der Green Deal ist, was ihm blühen könnte und die Folgen, analysiert von Katharina Rogenhofer.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei [Newsflix.at](https://www.newsflix.at/s/wird-der-green-deal-der-eu-nach-der-wahl-gestoppt-120041095).*

**Der Aufschwung der Klimabewegung machte die Klimakrise zu einem der wahlentscheidenden Themen bei der vergangenen EU-Wahl 2019. Ein umfassendes klimapolitisches Programm wäre davor undenkbar gewesen. Mit dem Green Deal wollte die EU-Kommission jedoch eine Antwort auf den Vorwurf der schwammigen Klimaziele ohne klare Rahmenbedingungen liefern. Er soll einerseits sicherstellen, dass die Europäische Union Klimaneutralität bis 2050 erreicht, und andererseits den Umbau zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft ermöglichen.**

#### Was ist der Green Deal und was regelt er?

Das Kernstück des Green Deal bildet das Europäische Klimagesetz. Es setzt das Ziel der EU, bis 2050 klimaneutral zu werden, rechtlich verbindlich fest. Daneben umfasst der Green Deal eine große Anzahl weiterer Rechtsakte. "Fit for 55" ist das zentrale und umfangreichste Paket. Es soll die Reduktion der Treibhausgasemissionen um 55 Prozent bis 2030 sicherstellen.

Dieses Ziel wird dann auf drei Regelungsbereiche heruntergebrochen:

- Das Emissionshandelssystem (ETS) für ausgewählte Sektoren mit hohen Emissionen (insbesondere Industrie)
- die LULUCF-Verordnung für Landnutzung und Forstwirtschaft, und die
- Lastenteilung für alle übrigen Sektoren (insbesondere Haushalte und Verkehr).

Das Emissionshandelssystem, die Lastenteilung und die LULUCF-Verordnung legen direkt Emissionsziele fest. Weitere Rechtsakte im Bereich Energie und Verkehr schaffen den rechtlichen Rahmen für die Umsetzung.

„Fit für 55“ ist ein EU-Plan für den grünen Wandel, der Name bezieht sich auf das Ziel, die Netto-Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 % zu senken,© KONTEXT

Neben "Fit for 55" gibt es weitere Pakete. Besondere Bedeutung kommt dem grünen Industrieplan zu, dessen Rahmenwerk darauf abzielt, mehr saubere Technologien in der EU zu produzieren und die Elektrifizierung voranzutreiben. Das Paket zur Kreislaufwirtschaft, das Wiederverwendung, Reparatur und Recycling fördert, zählt ebenso zu den flankierenden Vorhaben. Auch die Biodiversitätsstrategie 2030, die den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen, zum Ziel hat, zählt dazu.

#### Wo steht die Umsetzung und was hat der Green Deal gebracht?

Während ein Großteil der Rechtsakte des Green Deals bereits beschlossen wurden, müssen viele noch umgesetzt werden und die Wirkung wird sich erst in den kommenden Jahren entfalten. Während die Treibhausgasemissionen seit der Einführung des Green Deals erst um wenige Prozentpunkte abgenommen haben, zeigt sich bei den Berechnungen der künftigen Emissionen ein klarer Unterschied. Der Climate Action Tracker zeigt, dass sich die EU durch den Green Deal nun auf einem Pfad befindet, der mit Szenarien vereinbar ist, die den globalen Temperaturanstieg auf etwas über 2 °C begrenzen. Das stellt eine Verbesserung um mehr als 1°C im Vergleich zu den Prognosen vor dem Green Deal dar.

Welche Konsequenzen die Maßnahmen des Green Deals (zumindest auf dem Papier) haben sollen, © KONTEXT

#### Wird der Green Deal jetzt gestoppt?

Während neue Gesetze und vor allem Maßnahmen notwendig sind, um die gesteckten Ziele und die Ökologisierung der Wirtschaft zu erreichen, wird in der politischen Debatte jedoch bereits über ein Zurückfahren des Fortschritts gesprochen. Dazu ist zu sagen: Die Ziele des Green Deals sind rechtlich verbindlich. Um die Ökologisierung zu stoppen, müssten das Klimagesetz und alle relevanten Rechtsakte aufgehoben oder geändert werden, was aufwendige bürokratische Prozesse erfordert. Dafür sind Entscheidungen der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rats notwendig. Die Aufhebung oder Änderung von bestehenden Gesetzen ist unüblich und politisch unwahrscheinlich: Im EU-Rat müssten mindestens 55 Prozent der Mitgliedsstaaten, die 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren, zustimmen.

Es ist aber nicht nur bürokratisch aufwändig, den Green Deal zu stoppen: Unternehmen, Investoren sowie Gemeinden und Länder, die ihre Planung an die Klimapolitik angepasst haben, würden vor großen Unsicherheiten stehen. Investitionen in nachhaltige Technologien und Infrastrukturen könnten an Wert verlieren, was die Marktstabilität erheblich beeinträchtigen würde. Neue Investitionen wären gefährdet. Außerdem wäre ein Vertrauensverlust in die Stabilität und Vorhersehbarkeit der EU-Politik wäre zu befürchten, was negative Auswirkungen auf internationale Kooperationen und Handelsbeziehungen hätte. Vertrauensschutz ist in der österreichischen Verfassung sowie im EU-Rechtssystem verankert.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte leitete im April aus Artikel 8 der Europäischen Grundrechtecharta außerdem ein Grundrecht auf Klimaschutz ab. Eine Aufweichung der europäischen Klimapolitik ist nach diesem Urteil sehr unwahrscheinlich.

Die beiden möglichen Szenarien nach der EU-Wahl, © KONTEXT

#### Wie geht es mit dem Green Deal weiter?

Die bestehenden Gesetze des Green Deals werden vermutlich nicht abgeschwächt werden, wie es sich rechtspopulistische Parteien wünschen. Dennoch steht Europa vor einer wichtigen Weichenstellung: wird der Green Deal jetzt nur mehr pro forma umgesetzt, oder wirklich ambitioniert weiter gestaltet? Letzteres ist notwendig, um die Transformation der Wirtschaft voranzutreiben. Denn das muss in jedem Fall passieren – je schneller und ambitionierter, desto wirksamer.

Nicht nur um die katastrophalen Folgen der Erderhitzung möglichst zu begrenzen, sondern auch um den Wohlstand im Europa der Zukunft zu sichern. Denn: Die globale technologische Weiterentwicklung schreitet schnell voran. Europa braucht Maßnahmen, die uns aus der fossilen Sackgasse führen und sicherstellen, dass wir nicht zum Schrottplatz der Welt werden. Der Green Deal bietet ein europaweites Grundgerüst dafür. Ob er seinen angedachten Zweck hinreichend erfüllen kann, wird sich mit der EU-Wahl zeigen.

---

 # Wollen wir Weltmarktführer in der Herstellung von Kutschen sein?

Kommentar Klimapolitik Wirtschaft Technologien 

Sonntag, 26.05.2024

Die Ökologisierung sichert den Wohlstand in Europa, sie schwächt ihn nicht. Warum das so ist und was wir dafür tun müssen, erklärt Katharina Rogenhofer.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei [Newsflix.at](https://www.newsflix.at/s/wollen-wir-weltmarktfuehrer-in-der-herstellung-von-kutschen-sein-120038620).*

**Trotz gegenteiliger Aussagen mancher Interessensvertreter, ist die Ökologisierung der Industrie und Wirtschaft nicht Belastung, sondern die einzige Chance weiterhin ein zukunftsfähiger Standort zu bleiben. Denn die Industrie siedelt sich dort an, wo Infrastruktur für erneuerbare Energien vorhanden ist.**

Es geht immer wieder durch die Medien: Österreich rutscht in Industrie-Rankings als beliebter Standort ab. Von Interessensvertretungen werden oft hohe Steuern als Grund vorgeschoben. Doch sieht man sich die Rankings genauer an, kann man feststellen, dass das nicht der Hauptgrund sein dürfte, denn: Dänemark belegt immer Spitzenplätze und das mit Spitzensteuern. Aber was macht einen Standort sonst attraktiv?

Eine der Antworten: immer mehr Unternehmen siedeln sich dort an, wo es bereits Infrastruktur für eine verlässliche und effiziente Energieversorgung durch erneuerbare Energien gibt. Das heißt auch: wenn Österreich und Europa weiterhin attraktive Standorte sein wollen, ist es notwendig die Ökologisierung aktiv zu gestalten und die Chancen daraus nutzen. Sonst enden wir als Freilichtmuseum der Welt. Dann sind wir zwar womöglich Weltmarktführer bei Verbrennern, aber ebenso bedeutend, wie der Weltmarktführer in der Herstellung von Kutschen ist.

Was es auf der anderen Seite braucht, um den "[grünen Sog](https://wupperinst.org/a/wi/a/s/ad/8256)" zu verstärken und den Standort Europa zukünftig zu sichern? Die kurze Antwort: klare Rahmenbedingungen und mehr Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energieträger und der Elektrifizierung quasi aller Wirtschaftsbereiche. Nutzen wir die aktuelle globale Welle der Ökologisierung richtig, schaffen wir geopolitische und ökonomische Sicherheit für Europa und dämmen gleichzeitig die Folgen der Klimakrise ein.

#### Die nächste industrielle Revolution passiert jetzt

Die globale Wirtschaft befindet sich gerade in einer neuen Industrialisierungswelle. Weltweit erleben wir einen massiven Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung von Prozessen in allen Bereichen. Die technologische Veränderung, die damit einhergeht, markiert den Beginn einer neuen industriellen Revolution – der Ökologisierung.

In die Energiewende wird so viel Geld investiert wie noch nie, © KONTEXT

Von fossilen Energieträgern wegzukommen ist dabei die Kernaufgabe. Die Gründe dafür sind vielfältig – Umweltverschmutzung, Kosten und Sicherheitsfragen. Dass die Ökologisierung bereits in vollem Gange ist, zeigen verschiedene Trends eindeutig: Investitionen in erneuerbare Energieträger nehmen zu. Im Jahr 2023 wurden global rund 1.770 Milliarden US-Dollar in die Energiewende investiert, achtmal so viel wie noch vor zehn Jahren. Auch die Verkaufszahlen von Zukunftstechnologien wie PV-Anlagen, Elektroautos, Windkraftanlagen und Wärmepumpen kontinuierlich. Besonders in den letzten Jahren wird der ökologische Umbau und dessen Folgen auf den globalen Märkten immer deutlicher.

Die Verkaufszahlen von Zukunftstechnologie schießen in die Höhe © KONTEXT

Aber: Derzeit läuft die Weltwirtschaft noch vorwiegend mit Kohle, Öl und Gas – mit negativen Folgen, die weit über Umweltverschmutzung hinausgehen.

#### Unsere Wirtschaft ist strukturell abhängig von fossilen Energieträgern

Ein Blick auf die bisherigen Phasen der Industrialisierung zeigt, wie Europa abhängig von Kohle, Gas und Öl und damit auch von anderen Regionen der Erde wurde: Seit der Erfindung der Dampfmaschine vor rund 250 Jahren hat sich unsere Lebensrealität grundlegend verändert. Diese erste Welle der Industrialisierung machte Energie unabhängig von menschlicher Arbeitskraft nutzbar und legte den Grundstein für weitere technologische Entwicklungen. Die folgende Mechanisierung und schließlich die Digitalisierung stellen weitere Industrialisierungswellen dar und haben die Produktionsweisen und die gesamte Wirtschaftsstruktur Schritt für Schritt revolutioniert.

Allen bisherigen Industrialisierungswellen ist eines gemeinsam: Sie führten zu einem massiven Anstieg des Energieverbrauchs, der überwiegend auf fossilen Energieträgern basierte.

#### Öl, Kohle und Gas: krisenanfällig und ineffizient

Mehr als die Hälfte aller industriellen Prozesse in der EU werden nach wie vor durch fossile Energien angetrieben. Insgesamt stammen fast 70 Prozent der Energie in der EU aus fossilen Quellen. Dabei ist die Europäische Union stark von Importen aus Drittstaaten angewiesen: Im Jahr 2021 lag die Importabhängigkeit von Erdgas bei 83 Prozent, jene von Öl sogar bei 91 Prozent. Im Jahr 2021 kamen 83 Prozent der fossilen Energien aus Drittstaaten.

Dass fossile Energien in Europa größtenteils importiert werden, führt zu hohen Energiepreisen und Kaufkraftabflüssen im Vergleich zu Ländern wie etwa den USA. So war Gas in Europa im Schnitt der Vorkrisenjahre (2011-2019) mehr als doppelt so teuer wie in den USA. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs stieg der europäische Gaspreis im Schnitt der darauffolgenden Monate sogar auf das fünffache des amerikanischen an. Denn Preise für fossile Energieträger sind gerade für Europa nicht nur überproportional hoch, sondern auch volatil und hochsensibel gegenüber externen Schocks. Geopolitische Krisen, Kriege und andere unvorhersehbare Ereignisse können einen starken Einfluss auf ihr Preisniveau haben.

Die Preise für fossile Energieträger sind für Europa überproportional hoch und volatil © KONTEXT

Eine Preissteigerung fossiler Energieträger hat wiederum gravierende Folgen für Produktions- und Verbraucherpreise. Die Verteuerung von Haushaltsenergie, Diesel und Benzin war 2022 allein für ein Drittel der historisch hohen Inflationsrate von 8,6 Prozent verantwortlich.

Zusätzlich sind fossile Energieträger enorm ineffizient: Knapp drei Viertel der weltweit eingesetzten Primärenergie geht durch die Umwandlung in nutzbare Energie verloren. Bei der Stromerzeugung durch Öl, Kohle und Gas ist der Verlust besonders hoch. Energien aus erneuerbaren Energieträgern hingegen können mit weitaus geringeren Verlusten nutzbar gemacht werden.

#### Luft nach oben im globalen Vergleich

Mit dem Green Deal hat Europa die ersten Schritte zur Ökologisierung gesetzt, doch der Weg ist weit. Wo stehen wir im globalen Vergleich? Im relativen Vergleich mit China und den USA führt Europa in der erneuerbaren Stromproduktion, das zeigen Daten der Internationalen Energieagentur. Die Geschwindigkeit aber lässt nach: Innerhalb von zehn Jahren (2021 vs. 2011) hat China seine erneuerbare Stromproduktion mehr als verdreifacht, in Europa ist sie im selben Zeitraum nur halb so stark angestiegen. Bei der Elektrifizierung aller Sektoren deckte China 2021 fast 30 Prozent seines Energieverbrauchs mit Strom ab, verglichen mit 21-22 Prozent in Europa und den USA. Hier gilt es, aufzuholen.

Ökologisierung der größten Wirtschaftszonen: Innerhalb von zehn Jahren hat China seine erneuerbare Stromproduktion mehr als verdreifacht © KONTEXT

#### Die EU-Wahl als Chance effizienter Ökologisierung

Die Transformation hin zu einer ökologischen industriellen Ära ist unumgänglich und hat bereits begonnen. Die aktuelle, strukturelle Abhängigkeit von fossilen Energieträgern bringt nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische und sicherheitspolitische Nachteile mit sich. Die Liste der Vorteile, wenn wir den Umbau beschleunigen, ist hingegen lang: Energieunabhängigkeit, Sicherheit, stabilere Preise, Wettbewerbsvorteile und natürlich eine Reduktion der Emissionen, sind nur ein paar. In Europa und in Österreich können wir uns nun entscheiden, ob wir die Vorteile und Chancen der Ökologisierung nutzen, oder lieber an veralteten Technologien festhalten wollen.

##  Weiterführende Links: 

- [Konklusio Ökologisierung](https://kontext-institut.at/inhalte/konklusio-eu-oekologisierung-der-wirtschaft/)

---

 # Warum ich das EU-Renaturierungsgesetz für wichtig halte

Kommentar Klimapolitik EU Renaturierung Landwirtschaft 

Mittwoch, 26.06.2024

Das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur sorgt weiter für Aufregung. Worum es dabei eigentlich geht, warum viele Befürchtungen unbegründet sind, erklärt Katharina Rogenhofer.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei [Newsflix.at](https://www.newsflix.at/s/warum-ich-das-eu-renaturierungsgesetz-fuer-wichtig-halte-120044508).*

**Am 10. Juni stimmte die grüne Ministerin Leonore Gewessler für Österreich dem Renaturierungsgesetz der Europäischen Union zu. Ihre Stimme war nicht nur entscheidend, um das Gesetz zu verabschieden. Sie löste auch großen Unmut beim Koalitionspartner aus. Bundeskanzler Karl Nehammer zeigt sich empört, die ÖVP brachte gar eine Klage gegen die Ministerin ein.

Seit Monaten wird gegen die Renaturierung Stimmung gemacht: Österreich sei ohnehin Vorreiter beim Naturschutz, das Gesetz bedeute eine Gefahr für die Ernährungssicherheit, man möchte Bäuerinnen und Bauern vor Enteignung schützen. Mit viel Falschinformation wurden vorhandene Ängste verstärkt und versucht, dringend notwendige Entscheidungen und Maßnahmen im Klimaschutz zu verschleppen. Warum die Renaturierung nicht nur für das Klima und damit für die Bevölkerung, sondern auch für die Zukunft der Landwirtschaft dringend notwendig ist, zeigt ein Blick vorbei am innenpolitischen Hickhack.

#### Was das Renaturierungsgesetz ist und warum wir es brauchen

Das Renaturierungsgesetz ist ein wichtiger Baustein des europäischen Green Deals. Konkret geht es in dem Vorhaben darum, geschädigte Ökosysteme – etwa Moore, Wälder, Seen, Wiesen und Flüsse – zu reparieren. Sie sollen in ihre natürliche und gesunde Form gebracht werden, um die Klimakrise und ihre Folgen möglichst einzudämmen. Die EU setzt damit auch umfassende Schritte für den Schutz der Artenvielfalt und die Ernährungssicherheit in Europa.

Dafür ist es auch höchste Zeit: In Österreich sind 80 Prozent aller geschützten Lebensräume in einem schlechten Zustand. Für mehr als die Hälfte unserer heimischen Fließgewässer gilt dasselbe. Das hat nicht nur verehrende Folgen für das Klima, sondern schadet direkt der umliegenden Bevölkerung: Wo intakte Natur fehlt, fallen die Folgen von zunehmenden Extremwetterereignissen deutlich schwerwiegender aus. Sie können schlechter abgefangen werden und die Wahrscheinlichkeit von Hochwasser, Überschwemmungen und Erdrutschen steigt. Das zeigt: Die bisher bestehenden Regeln reichen nicht aus, um Arten und Lebensräume effektiv zu schützen.

#### Beim Wald soll uns die EU nicht reinpfuschen

In Österreich wächst tatsächlich mehr Wald nach, als geschlagen wird. Das ist gut und macht viele stolz. Viele meinen, da bräuchte es doch gar keine Vorgaben für den heimischen Wald, alles wäre tiptop in Ordnung. Doch ein ganz anderer Umstand macht unseren Wald anfällig für die klimatischen Bedingungen: historisch haben wir vor allem auf Fichten gesetzt, der überwiegende Waldbestand sind Fichtenforste. Und diese sind als Flachwurzler besonders anfällig – die Trockenheit setzt ihnen zu, Borkenkäfer inklusive.

Deshalb gibt es schon lange Bemühungen, Wälder klimafit zu machen, zum Beispiel durch die Durchforstung mit anderen Baumarten. Denn ein vielfältiger und an den Standort angepasster Mischwald ist widerstandfähiger als Monokulturen. Genau solche Maßnahmen sind wiederum integraler Teil des Renaturierungsgesetzes. Österreichs Wälder würden also davon profitieren. Sehr wahrscheinlich ließe sich für den Waldumbau sogar weiteres Geld aus Brüssel abholen.

Außerdem wird ein wichtiger Aspekt oft vergessen: um die lokale Nahrungsversorgung sicherzustellen, sind wir auf effektiven Artenschutz angewiesen. Denn die Bestäubung von drei Viertel unserer Nutzpflanzen – gerade Obst und Gemüse – ist abhängig von Bestäubern. Was also wirklich die Ernährungssicherheit gefährdet, ist das besorgniserregende Artensterben, das sich derzeit abspielt. Es aufzuhalten ist ein Ziel des Renaturierungsgesetzes. Verwunderlich ist auch, das quasi nicht vorhandene Aufbegehren vieler landwirtschaftlicher Interessensvertretungen wenn es um die Versiegelung von Flächen geht. Denn das Asphaltieren und Betonieren von Straßen, Parkplätzen und Gewerbegebieten kostet viel mehr landwirtschaftliche Flächen und gefährdet dadurch die Ernährungssicherheit langfristig stark.

#### Wir wissen viel besser, was die österreichische Natur braucht

Dennoch: Können wir die Natur nicht alleine viel besser schützen, braucht es dazu Vorgaben aus Brüssel? Zwar gibt das Gesetz konkrete Zielvorgaben: Bis 2030 sollen auf 20 Prozent Prozent der EU-Fläche Renaturierungsmaßnahmen gesetzt werden, höhere Ziele gibt es für die bereits geschützten Lebensräume (hier sollen 30 Prozent der Ökosysteme bis 2030 und bis 2050 dann 90 Prozent renaturiert sein). Wie diese Ziele aber zu erfüllen sind und welche Maßnahmen genau gesetzt werden, obliegt ganz den Mitgliedsstaaten. Grundsätzlich haben alle EU-Staaten nach Inkrafttreten des Gesetzes zwei Jahre Zeit, einen Wiederherstellungsplan zu erstellen, der alle Maßnahmen bis 2030 beinhaltet. Österreich hat also viel Gestaltungsspielraum.

Und das EU-Gesetz stellt sicher, dass alle Länder mitziehen. Von den Vorteilen profitieren wir aber unmittelbar: Flüssen, die jetzt in Betonbetten fließen, wird wieder mehr Raum zurückgegeben. Die so geschaffenen Versickerungsflächen beugen Überflutungen vor. Wälder werden Schritt für Schritt umgebaut – weg von anfälligen Fichtenmonokulturen, hin zu Mischwäldern, die Wasser speichern und den Boden stabilisieren. So führt Starkregen nicht so schnell zu Hochwasser und Muren können vermieden werden.Trockene Moore werden wiedervernässt, um damit zu Mitstreitern im Kampf gegen die Klimakrise zu werden: Sie binden mehr schädliche Treibhausgase aus der Luft als jedes andere Ökosystem.

#### Investitionen in die Natur lohnen sich auf allen Ebenen

Für die Umsetzung stellt die EU den einzelnen Mitgliedsstaaten außerdem zusätzliche Mittel zur Verfügung. Wie immer in Sachen Klimaschutz gilt jedoch: Die Kosten des Nichtstuns sind deutlich höher. Das hält auch rein volkswirtschaftlich betrachtet: Jeder in die Natur investierte Euro bringt zwischen acht und 38 Euro an Wert zurück – etwa durch größere Ernteerträge und vermiedene Schäden. Das Renaturierungsgesetz als Investition in die Bestäubungsleistung von Insekten, das Versickerungspotenzial von Böden und effektiven Überflutungsschutz lohnt sich also auch finanziell. Aktuell tun wir zu wenig, um unsere Ökosysteme zu schützen, damit sie uns schützen können. Das kann das Renaturierungsgesetz ändern.

Alexander Gauss © Unsplash

#### Stilllegungen werden die Ernährungssicherheit gefährden

Die Wälder werden also vom Renaturierungsgesetz profitieren, aber wie sieht es mit der Landwirtschaft aus? Viele meinen, durch die Renaturierung von Flächen werde Ackerland und damit die Lebensmittelversorgung gefährdet. Landwirt:innen würden durch Enteignung zur Stilllegung von landwirtschaftlich genutzten Flächen gezwungen.

Diese Argumente gehen aber an den Fakten vorbei, denn nichts davon steht im Renaturierungsgesetz: Die Ernährungssicherheit steht ganz vorne im Gesetz als Priorität. Verpflichtende Stilllegungen sind nicht vorgesehen. Alles beruht auf Freiwilligkeit. Staaten können selbst einmelden, welche Flächen sie renaturieren wollen. Viele Maßnahmen die Bauern und Bäuerinnen heute schon im Rahmen der Umweltförderungen setzen, können eingemeldet werden. Tatsächlich ist in den meisten Fällen sogar eine aktive Landbewirtschaftung durch Menschen notwendig, um den Zustand von Ökosystemen zu verbessern.

#### Investitionen in die Natur lohnen sich auf allen Ebenen

Für die Umsetzung stellt die EU den einzelnen Mitgliedsstaaten außerdem zusätzliche Mittel zur Verfügung. Wie immer in Sachen Klimaschutz gilt jedoch: Die Kosten des Nichtstuns sind deutlich höher. Das hält auch rein volkswirtschaftlich betrachtet: Jeder in die Natur investierte Euro bringt zwischen acht und 38 Euro an Wert zurück – etwa durch größere Ernteerträge und vermiedene Schäden. Das Renaturierungsgesetz als Investition in die Bestäubungsleistung von Insekten, das Versickerungspotenzial von Böden und effektiven Überflutungsschutz lohnt sich also auch finanziell. Aktuell tun wir zu wenig, um unsere Ökosysteme zu schützen, damit sie uns schützen können. Das kann das Renaturierungsgesetz ändern.

---

 # Bodenversiegelung: Schon 76 Prozent für fixe Grenzwerte

Kommentar Klimapolitik EU Wirtschaft Gebäude 

Donnerstag, 26.09.2024

Plötzlich ist Bodenversiegelung in TV-Duellen ein großes Thema. Eine neue Umfrage zeigt, dass die Bevölkerung da schon viel weiter ist als die Politik. 87 Prozent sind für mehr Bodenschutz. Katharina Rogenhofer über Studie und Folgen.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei [Newsflix.at](https://www.newsflix.at/s/bodenversiegelung-schon-76-prozent-fuer-fixe-grenzwerte-120060129).*

**Das Hochwasser der vergangenen Woche zeigt die Folgen der Klimakrise deutlich. Die Bevölkerung hat das längst erkannt und ist sich einig: Es braucht Bodenschutz, Renaturierung und starken Klimaschutz. Jetzt ist die Politik am Zug – und damit die nächste Regierung.**

Wir erleben mittlerweile alle elf Jahre ein Hochwasser, das statistisch gesehen nur einmal in 100 Jahren stattfinden sollte. Die Klimakrise sorgt dafür, dass Wetterextreme zunehmen. Hinter uns liegt der wärmste Sommer der Messgeschichte. Der Landwirtschaft mangelt es chronisch an Regen, dem Tourismus an Schnee. Wenn der Niederschlag dann doch kommt, kommt er immer häufiger im katastrophalen Ausmaß. Es ist etwas aus den Fugen geraten.

Die Bevölkerung hat das längst erkannt – und zwar quer durch das politische Spektrum. Das zeigt eine neue KONTEXT-Umfrage, in deren Rahmen über 1.000 wahlberechtigte Menschen in Österreich zu Klimaschutz befragt wurden. Die Ergebnisse: Über die Parteigrenzen hinweg geben knapp drei Viertel der Befragten an, dass ihnen Klimaschutz ein wichtiges Anliegen ist. Zwei Drittel machen sich Sorgen um die Folgen der Klimakrise und erwarten von ihren jeweils gewählten Partei, dass sie sich stärker für Klimaschutz einsetzt.

Tatsächlich ist die Politik nicht ohnmächtig gegen Naturgewalten – ganz im Gegenteil. Sie hat die Macht und Verantwortung, hier gegenzusteuern – und zwar mit systemischen Maßnahmen in zwei Bereichen: Einerseits kann effektiver Klimaschutz verhindern, dass Extremwetterereignisse in Zukunft noch häufiger und heftiger werden. Andererseits lindern Bodenschutz und Renaturierung deren Auswirkungen.

#### Konsens für Klimaschutz und Renaturierung

Gesunde Böden sind unsere Lebensversicherung. Sie binden nicht nur CO2, sondern lassen Wasser besser versickern. Flüsse, die jetzt in Betonbetten fließen, brauchen wieder mehr Raum. Durch Renaturierung kann Platz für Ausbreitung gerade vor Siedlungsgebieten geschaffen werden, mit Versickerungsflächen, Seitenarmen und Auenlandschaften, die Überflutungen vorbeugen. Wälder müssen Schritt für Schritt zukunftsfit gemacht werden – weg von Borkenkäfer gefährdeten Fichtenmonokulturen, hin zu Mischwäldern, die Wasser speichern und den Boden stabilisieren. So führt Starkregen nicht so schnell zu Hochwasser. Die Politik schützt die Bevölkerung, indem sie die Natur schützt.

Gerade wenn es darum geht, den Auswirkungen der Extremwetterereignisse vorzubeugen, ist der Auftrag der Bevölkerung an die Politik eindeutig. Während das Thema Renaturierung im Sommer beinahe zu einem Koalitionsbruch geführt hat, sind sich die Wähler:innen der Noch-Regierungsparteien über deren Notwendigkeit einig: Mit 98,1 Prozent nicht nur fast die gesamte Grün-Wähler:innenschaft, sondern auch 87,2 Prozent der ÖVP-Wähler:innen stimmen zu, dass es mehr Anpassung wie Begrünungen, Schutzwälder und Flussrenaturierungen braucht.

Große Einigkeit herrscht auch beim Thema Bodenschutz: Die Versiegelung der Böden soll laut 86,6 Prozent aller Befragten nicht nur reduziert werden. Mehr als drei Viertel – exakt 75,7 Prozent – wollen sogar einen verbindlichen Grenzwert, um den Bodenverbrauch zu beschränken. Unter ÖVP-Wähler:innen ist letzterer Wert mit 77 Prozent überdurchschnittlich, unter FPÖ-Wähler:innen mit 62,7 Prozent nicht allzu weit darunter.

#### Ökologisierung der Wirtschaft als Chance

Aber es geht den Wähler:innen nicht nur darum, die Schäden von Hitzewellen, Dürren, Starkregen, Überflutungen zu begrenzen. Es geht auch darum, dafür zu sorgen, dass sie in Zukunft nicht noch schlimmer werden. Um die Klimakrise und ihre Auswirkungen einzudämmen, muss der Ausstoß von Treibhausgasen drastisch reduziert werden.

Das bedeutet allen voran, von Öl, Kohle und Gas auf erneuerbare Energien umzusteigen. Auch hier ist sich die Bevölkerung quer über Parteipräferenzen einig: Mehr als vier von fünf Befragten wollen, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien beschleunigt und die Sanierungen von Gebäuden und nachhaltige Heizformen umfassend gefördert wird.

Eine zentrale Rolle im Klimaschutz spielt auch die Ökologisierung der Wirtschaft und der Industrie. Laut der KONTEXT-Umfrage erkennen die Österreicher:innen darin nicht nur die ökologischen, sondern auch die ökonomischen Vorteile, deutlich: Österreich soll laut knapp 70 Prozent der Befragten eine führende Rolle bei der Entwicklung von Zukunftstechnologien wie Erneuerbaren Energien, Batterien und Elektromobilität einnehmen. Damit würden nicht nur sichere Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden. Ebenso notwendig ist die Förderung von Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in Zukunftsberufen, die diesen Umbau ermöglichen. Mit über 90 finden fast alle Befragten, dass es hier mehr Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten braucht.

#### Auftrag an die nächste Regierung

Ob Hochwasser ähnlich katastrophale Folgen, wie vergangene Woche, nach sich ziehen, hängt von den richtigen politischen Maßnahmen ab. Was heißt das für die nächste Bundesregierung, die kommenden Sonntag gewählt wird? Sie muss Katastrophenschutz ernst nehmen und deshalb die Bodenversiegelung eindämmen und Flüsse renaturieren. In nur fünf Jahren, nämlich 2030, ist außerdem das klimapolitische Jahr der Abrechnung. Um die Klimaziele bis dahin zu erreichen, muss die nächste Regierung in ihrer Klimapolitik ambitioniert und mutig sein.

Die KONTEXT-Umfrage zeigt, dass die Bevölkerung bereit dafür ist. 13 der 22 abgefragten Maßnahmen und Aussagen finden unter den Wähler:innen aller Parteien eine mehrheitliche Zustimmung – auch unter jenen der FPÖ. Der Vergleich zu den vorliegenden Wahlprogrammen zeigt allerdings, dass fast alle Parteien dem klimapolitischen Willen ihrer Wähler:innen hinterherhinken. Das Thema Renaturierung hat im Sommer beinahe zu einem Koalitionsbruch geführt, zu verbindlichen Grenzwerte für die Versiegelung von Böden kann sich kaum eine Partei durchringen.

Zwar beinhalten Wahlprogramme, wie jene von Grünen und Neos, wichtige Ansätze für einen ökologischen Umbau und auch die SPÖ erkennt die Transformation der Industrie als Schlüssel. Insbesondere die FPÖ will jedoch jegliche Ökologisierung stoppen und sieht in der Klimakrise nur Hysterie, während bei der ÖVP wirtschaftliches Vorankommen immer noch zumeist als Gegensatz zu Klimaschutz darstellt wird. Doch der klimapolitische Auftrag der österreichischen Bevölkerung an diese nächste Regierung ist klar: Zwei Drittel aller Befragten erwarten von jener Partei, die sie zu wählen gedenken, dass sie sich stärker für Klimaschutz einsetzt.

---

 # "Wie es mit dem Klima weitergeht, entscheidet die ÖVP"

Kommentar Klimapolitik EU Klimaziele 

Freitag, 11.10.2024

Welche Koalition wählt der Umweltschutz? Expertin Katharina Rogenhofer hat sich angeschaut, ob ein Pakt zwischen Volkspartei und Freiheitlichen oder eine Dreierkoalition besser fürs Klima wäre.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei [Newsflix.at.](https://www.newsflix.at/s/wie-es-mit-dem-klima-weitergeht-entscheidet-die-oevp-120065414)*

**Österreich hat gewählt. Aus jener Wahl, bei der klimapolitisch besonders viel auf dem Spiel stand, ging ausgerechnet die FPÖ als Sieger hervor, die einzige Partei in Österreich, die die menschengemachte Klimakrise leugnet. Bei den Nachwahlbefragungen ist das Thema Klima für viele Wähler:innen ebenfalls weit nach unten gerutscht. Spannend ist: obwohl es weniger Priorität hat, sind unter den Wähler:innen aller Parteien jedoch interessante [Mehrheiten zu vielen klimarelevanten Maßnahmen möglich](https://www.newsflix.at/s/bodenversiegelung-schon-76-prozent-fuer-fixe-grenzwerte-120060129). Und die braucht es auch.**  

Denn die nächste Regierung ist die letzte, die die Ökologisierung der Gesellschaft und Wirtschaft aufgleisen kann. Bis zum Jahr 2030 muss Österreich seinen Teil der EU-Klimaziele erfüllen und den Treibhausgasausstoß um 48 Prozent senken. Schafft die kommende Regierung das nicht, ist Österreich nicht nur zu hohen Strafzahlungen verpflichtet, sondern trägt weiterhin dazu bei, dass die Folgen der Klimakrise, wie Extremwetterereignisse und Hochwasser, immer drastischer werden.  

#### Grund zur Hoffnung

Auch wenn es diese Analyse des Wahlergebnisses eingangs nahelegen mag: Für die österreichische Klimapolitik ist mit dem Wahlausgang noch nichts verloren. Entscheidend ist, welche Parteien künftig zu einer Koalition zusammenfinden. Und der Blick auf die möglichen Regierungskonstellationen gibt Grund zur Annahme, dass Österreich seinen internationalen Verpflichtungen gerecht werden kann.

Beim KONTEXT Institut für Klimafragen haben wir anlässlich der Nationalratswahl in einer Studie erhoben, welche Klimapolitik von welcher Koalition zu erwarten ist. Dafür wurden die Einstellungen der Parteien im Nationalrat zu sechs zentralen klimapolitischen Themen anhand ihrer Wahlprogramme und öffentlicher Aussagen untersucht, um daraus Ableitungen für rechnerisch mögliche Regierungskonstellationen zu treffen.

Das Ergebnis: Bei einer FPÖ-ÖVP-Koalition scheint in den analysierten Themenfeldern tatsächlich ein Stillstand oder Rückschritt in der Klimapolitik wahrscheinlich. Die möglichen Dreierkoalitionen von ÖVP und SPÖ mit NEOS oder GRÜNEN bieten hingegen Potenzial für die notwendigen Weichenstellungen.

Einschätzung: Wie verschiedene Koalitionen Klimamaßnahmen umsetzen würden

#### Dreierkoalition vielversprechender als Große Koalition

In einer Koalition von FPÖ oder ÖVP wäre die Festlegung von verbindlichen Zielen zur Erreichung von Österreichs Klimaneutralität höchst unwahrscheinlich, da sich keine der Parteien zu verpflichtenden nationalen Emissionspfaden bekennt. Erneuerbare Energien würden voraussichtlich weiter ausgebaut werden, jedoch ohne hohe Priorität.

Gleichzeitig wären importiertes Öl und russisches Gas weiterhin Teil des Energie-Mixes, denn keine der beiden Parteien hat sich das Ziel gesetzt, davon unabhängig zu werden. Klimaschädliche Subventionen würden im Wesentlichen bestehen bleiben und potenziell sogar erhöht. Die Zukunft der nationalen CO₂-Bepreisung (inkl. Klimabonus) wäre ungewiss. Zudem sehen sowohl FPÖ als auch ÖVP in der Ökologisierung der Wirtschaft eher eine Gefahr als eine Chance für Österreich.

Bei den möglichen Dreierkoalitionen gibt es in der Studie aufgrund der unterschiedlichen Positionen mehr Ungewissheit. Was sich allerdings sagen lässt: Zusammen hätten die SPÖ und die NEOS oder die GRÜNEN ein größeres politisches Gewicht als die ÖVP. Daher ist jedenfalls zu erwarten, dass die Standpunkte, in denen SPÖ und NEOS bzw. GRÜNE übereinstimmten, in einer Dreierkoalition eher durchgesetzt werden als in einer ÖVP-SPÖ-Koalition.

#### Chance für das Erreichen der EU-Klimaziele lebt

Demnach sind ambitioniertere Maßnahmen für die Energiewende sowie den Netzausbau in einer Regierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS eher zu erwarten. Zudem wäre es wahrscheinlicher, dass die CO₂-Bepreisung weitergeführt werden würde, da dies eine Priorität der NEOS ist.

Im Vergleich dazu ist von einer Koalition aus ÖVP, SPÖ und GRÜNEN wohl ein stärkerer Fokus auf den Umbau der Industrie und die notwendige Elektrifizierung zu erwarten. Zudem würden sich die Grünen voraussichtlich stärker als die NEOS gegen weitere Förderungen von E-Fuels im Individualverkehr einsetzen. Dadurch könnte die Verkehrswende in der Koalition effizienter ablaufen.

Die Studie zeigt: Unter den aktuell möglichen und diskutierten Varianten bieten die Drei-Parteien-Koalitionen am ehesten die Chance für das Erreichen der EU-Klimaziele. Eine Garantie für eine wirksame Klimapolitik ist das freilich nicht. Schließlich braucht es dafür eine Vielzahl an Maßnahmen, die in allen Sektoren und Bereichen mitgedacht werden müssen.

#### ÖVP hat es in der Hand

Im August hat die scheidende Regierung den Nationalen Energie- und Klimaplan (NEKP) vorgelegt. Laut Berechnungen des Umweltbundesamtes wäre es damit zum ersten Mal möglich, die Emissionen bis 2030 um 48 Prozent zu reduzieren und somit das EU-Ziel zu erreichen.

Alles andere wäre nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich fatal, denn global ist die Ökologisierung bereits in vollem Gange: in der USA wird massiv Geld in Zukunftstechnologien investiert und China verdrängt bereits jetzt mit PV-Anlagen und E-Autos Mitbewerber aus dem Markt. Die EU-Klimapolitik mit dem Green Deal und dem Fokus auf Industrietransformation ist eine Antwort darauf.

Ob Österreich seine Wettbewerbsfähigkeit dementsprechend stärken kann oder zurückfällt, hängt davon ab, wie ambitioniert der Umbau nun vorangetrieben wird. Gelingt es, die erforderlichen politischen Maßnahmen umzusetzen, birgt das enorme Chancen – nicht nur für das Erreichen der Klimaziele, sondern auch für Wohlstand, Arbeitsplätze und Sicherheit.

Anders als es das Ergebnis der Nationalratswahl nahelegt, entscheidet nicht die erst-, sondern die zweitplatzierte Partei über den klimapolitischen Erfolg Österreichs. Die ÖVP positioniert sich – auch das zeigt die KONTEXT-Studie – alles andere als ambitioniert in der Klimapolitik. Würde die ÖVP jedoch die Ökologisierung der Wirtschaft als Wettbewerbsvorteil erkennen, könnte eine Regierung in einer Dreierkonstellationen sogar wichtige Reformen anstoßen. Die Chance, die EU-Klimaziele zu erreichen, lebt jedenfalls. Die nächste Regierung sollte sie nutzen, denn sie wird die letzte sein, die das kann.

---

 # Klimabonus bis Dieselprivileg: Wenn sparen, dann richtig

Kommentar Klimapolitik EU Mobilität Klimaschädliche Subventionen 

Freitag, 25.10.2024

Österreich fördert "Klimasünden" und "Klimasünder" pro Jahr mit bis zu 5,7 Milliarden Euro. Expertin Katharina Rogenhofer erklärt, was sich ändern müsste. Wie einfach man sparen könnte. Und warum sie wenig Hoffnung auf Besserung hat.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei [Newsflix.at](https://www.newsflix.at/s/klimabonus-bis-dieselprivileg-wenn-sparen-dann-richtig-120068113).*

**Wenige Tage nach der Nationalratswahl haben das "Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung" [(WIFO)](https://www.wifo.ac.at/) und das "Institut für Höhere Studien! ([IHS](https://www.ihs.ac.at/de/)) ihren wirtschaftlichen Ausblick für das aktuelle und die kommenden Jahre nach unten korrigiert. Das Ergebnis: Der erhoffte leichte Konjunkturaufschwung verzögert sich. Österreich befindet sich in der längsten Rezession seit 1946. Dem Staatshaushalt fehlen drei Milliarden Euro. Das neue Gebot lautet: Sparen. Trotz Rezession.**  

Ein erster Sparkandidat wurde schnell ausgemacht: der Klimabonus. Die [Ökonomin Sigrid Stagl](https://www.wu.ac.at/ecolecon/institute/team/sstagl) war eine der wenigen Gegenstimmen. Sie hat die Forderung, den Klimabonus abzuschaffen, im ["Standard"](https://www.derstandard.at/story/3000000240042/den-klimabonus-streichen-ein-verheerendes-signal) als "verheerendes Signal" gewertet, das verdeutliche, "dass es unserem Land an konsequenter Klimapolitik mangelt. Klimaschutz ist keine Luxusaktivität, die nur in Zeiten wirtschaftlicher Prosperität verfolgt werden sollte."

Gedacht war der [Klimabonus](https://www.oesterreich.gv.at/themen/umwelt_und_klima/klima_und_umweltschutz/klimabonus.html) bei Einführung als sozialer Ausgleich der CO2-Steuer. Dass er als solches nicht wahrgenommen wird, ist ein anderes Thema. Was aber zurecht kritisiert wird, ist die geringe Treffsicherheit. Eine gezielte Unterstützung für Menschen mit geringem Einkommen, die die CO2-Steuer im Vergleich zu ihrem Gehalt prozentuell stärker belastet, ist weiterhin wichtig. Ob ein Teil der Einnahmen der CO2-Steuer jedoch besser zweckgebunden für Investitionen in die Energie- und Verkehrswende investiert wäre, ist eine berechtigte Frage.

#### Förderungen sind Brandbeschleuniger

Unabhängig davon, ob man den Klimabonus in der aktuellen Ausgestaltung befürwortet oder ablehnt: Stagls Befund ist grundsätzlich trotzdem zutreffend. Denn, wenn Klimaziele aufgrund eines unausgeglichenen Haushalts nicht über Bord geworfen werden sollen, wäre der erste Sparkandidat ein ganz anderer: die klimaschädlichen Subventionen.

Pendlerpauschale, Dieselprotektionismus und Co. belasten derzeit nicht nur Klima und Umwelt, sondern auch das Budget. Pro Jahr fließen in Österreich 4,1 bis 5,7 Milliarden Euro an staatlichen Mitteln in [Förderungen](https://www.parlament.gv.at/aktuelles/pk/jahr_2023/pk0120), die klimaschädliches Verhalten oder Produkte begünstigen. Es trägt also jährlich Steuergeld dazu bei, dass noch mehr Treibhausgase ausgestoßen werden. Dieses Geld konterkariert nicht nur alle Klimaschutzmaßnahmen, sondern trägt noch dazu bei, dass Extremwetterereignisse, wie Hochwasser und Dürren, noch häufiger und noch drastischer ausfallen.

#### 2 Millionen Tonnen einsparen

Österreich hat sich im Nationalen Energie- und Klimaplan (NEKP) sogar dazu verpflichtet, diese klimaschädlichen Förderungen zu ökologisieren oder abzuschaffen. Damit sollen laut Plan bis zum Jahr 2030 mindestens [zwei Millionen Tonnen CO2 eingespart](https://www.umweltbundesamt.at/klima/dashboard) werden.

Zuständig für die Ausgestaltung dieser Maßnahmen ist eine Arbeitsgruppe im Finanzministerium. Die ÖVP, die den Finanzminister stellt und wohl auch Teil der nächsten Regierung sein wird, hat jedoch unmittelbar nach der Einreichung des NEKPs im August dieses Jahres deutlich gemacht, dass sie sowohl an der jetzigen Ausgestaltung des Pendlerpauschale und der geringeren Besteuerung von Benzin festhalten wollen.

Nach der Wahl kann das jetzt natürlich anders aussehen. Eine Abkehr von den klimaschädlichen Subventionen ist aber auch in einer neuen Regierung ungewiss, wie eine KONTEXT-Analyse zur Klimapolitik der möglichen Koalitionen zeigt. Geht es nach den Wahlprogrammen, wird in einer FPÖ-ÖVP-Regierung wohl keine dieser klimaschädlichen Anreize abgeschafft. Auch in einer Koalition von ÖVP und SPÖ wären die Aussicht auf Erfolg gering.

Die SPÖ ist einer Reform zwar nicht abgeneigt, in der Positionierung allerdings sehr vage. NEOS und Grüne formulieren ihre Forderung für ein Ende der klimaschädlichen Subventionen sehr deutlich. Am ehesten besteht also in einer Dreier-Koalition die Chance für eine notwendige Reform. Schließlich hätten in einer solchen Konstellation etwa NEOS und SPÖ gemeinsam ein größeres politisches Gewicht als die ÖVP.

#### 12 Regierungen verfehlen Öko-Ziele

Fest steht: bleibt eine Reform dieser schädigenden Anreize aus, agiert die Regierung sowohl ökologisch als auch fiskalpolitisch verantwortungslos. Das gilt umso mehr, wenn man sich vor Augen führt, dass die klimaschädlichen Subventionen nicht nur viel Steuergeld kosten. Ihre Beibehaltung kann in weiterer Folge noch zu einer deutlich höheren finanziellen Belastung beitragen.

Denn die im [NEKP](https://energy.ec.europa.eu/system/files/2020-01/at_final_necp_main_de_0.pdf) vorgeschlagene Abschaffung und Ökologisierung macht einen erheblichen Anteil der CO2-Reduktion aus, die notwendig sein wird, um Pfad zur Erreichung der EU-Klimaziele einzuhalten. 48 Prozent des Treibhausgasausstoßes müssen in den Sektoren Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft bis zum Jahr 2030 reduziert werden.

Verfehlt die nächste Regierung dieses Ziel muss Österreich seine Defizite kompensieren, indem es Emissionszertifikate von EU-Mitgliedsländern erwirbt, die ihr Ziel übererfüllt haben. Und das kann teuer werden: Nach aktuellem Wissensstand dürften zwölf Mitgliedsländer ihr jeweiliges nationales Ziel verfehlen.

Dementsprechend hoch wird die Nachfrage nach Ausgleichszertifikaten und damit auch deren Preis sein. Das Finanzministerium schätzt, dass im Falle der Zielverfehlung 2030 Kosten in Höhe von mindestens 4,7 Milliarden Euro auf den Bundeshaushalt zukämen. Der Rechnungshof errechnete im Jahr 2021, dass die Zahlungen mit den damals bestehenden Maßnahmen sogar fast 10 Milliarden Euro betragen könnten – und das bei einem damaligen Reduktionsziel von nur 36 Prozent.

#### Nichtstun kostet 25 Milliarden

Die Beibehaltung der [klimaschädlichen Subventionen](https://kontext-institut.at/inhalte/klimaziele-kosten-oesterreich/) würde den Staatshaushalt in den kommenden fünf Jahren, also in der Zeitspanne der nächsten Regierungsperiode, demnach effektiv mit mindestens (!) 25 Milliarden Euro belasten.

Mit diesem Betrag ließe sich das ausgemachte Budgetloch theoretisch mehr als achtmal schließen. Auch an den milliardenschweren Geldabflüssen für den Import von Öl, Kohle und Gas kann bei gleichzeitigem Ausbau erneuerbarer Energien gespart werden.

Mit diesem Geld ließen sich aber auch die Industrie elektrifizieren, die notwendigen Netze ausbauen, Gebäude sanieren, öffentliche Verkehrsmittel und die Infrastruktur für E-Mobilität ausbauen, Schlüsseltechnologien skalieren oder – kurz gesagt – die Ökologisierung der Wirtschaft und Gesellschaft vorantreiben, um damit die mittel- und langfristige Voraussetzung von nachhaltigem Wohlstand zu schaffen.

Der Auftrag an die nächste Regierung ist eindeutig: klimaschädliche Förderungen müssen abgeschafft oder reformiert werden, um Spielraum im Budget für notwendige Investitionen für die Ökologisierung zu schaffen. Je früher, desto besser.

---

 # Grüne Jobs: Was Österreich von den USA lernen kann

Kommentar Klimapolitik EU Wirtschaft Unternehmen 

Freitag, 08.11.2024

Also doch Donald Trump! Milliarden-Investitionen führen die USA gerade ins Zeitalter der Erneuerbaren. Der Ausgang der Wahlen war deswegen richtungsweisend – auch für die EU und Österreich.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei [Newsflix.at](https://www.newsflix.at/s/gruene-jobs-was-oesterreich-von-den-usa-lernen-kann-120070540).*

**Ausgerechnet Texas. Eine spontane Umfrage in Ihrem Büro oder Freundeskreis, welcher US-Bundesstaat der größte Produzent von erneuerbarer Energie ist, würde wohl für Kalifornien oder einen liberalen Neu England-Staat ausfallen. Die tatsächliche Antwort sorgt hingegen wohl für Erstaunen: es ist Texas.**  

Ausgerechnet Texas. Das Eldorado der Ölförderung und republikanische Hochburg seit vielen Jahrzehnten erlebte in den vergangenen Jahren einen massiven Aufschwung in der Windkraft und der Solarenergie. Mehr Sonnenstrom wird heute nur in Kalifornien produziert. Bei Windkraft ist Texas unter den US-Bundesstaaten bereits führend.

Die Gründe für diese Entwicklung sind in erster Linie wirtschaftlicher Natur. Für Landbesitzer:innen ergeben sich mit den Energieanlagen neue Einkommensmöglichkeiten. Konsument:innen profitieren von den günstigeren Energiepreisen.

Die politische Führung des Bundesstaats hat zu dieser Entwicklung in den letzten Jahren nur wenig beigetragen. Im Gegenteil: Die Administration des republikanischen Gouverneurs Georg Abbott versuchte mit neuen Regularien für Erneuerbare und Subventionen für die Fossilwirtschaft den Boom aktiv zu unterbinden. Er scheiterte mit nahezu allen Vorschlägen aber im texanischen Senat und Repräsentantenhaus - und das, obwohl seine Partei die Mehrheit in beiden Kammern hält.

#### Politik ohnehin machtlos?

In dieser Woche wählten die USA die künftige Regierungsspitze ihres Landes. Die führende Weltmacht und zweitgrößte Treibhausgasproduzentin der Erde ([China ist hier führend](https://de.statista.com/statistik/daten/studie/179260/umfrage/die-zehn-groessten-c02-emittenten-weltweit/)) traf die Entscheidung, ob sie mit US-Präsidentin Kamala Harris und einem demokratisch geführten Kongress den eingeschlagenen Weg in Richtung Klimaneutralität bis zur Mitte des Jahrhunderts weitergehen wollte. Oder mit Präsident Donald Trump davon abkehrt.

Der Kontrast könnte nicht größer sein. Gerade mit Blick auf den globalen Kampf gegen die Klimakrise war diese Wahl eine fundamentale und klare Weichenstellung. Oder?

Das Beispiel Texas legt nahe, dass die Aussichten für die amerikanische Klima- und Energiepolitik gar nicht so eindeutig sind. Die USA sind immer für Überraschungen gut. Und die Wirtschaft scheint sich im Land der Freiheit nicht von der Politik dreinreden zu lassen.

Als Donald Trump während seiner ersten Amtszeit im Weißen Haus im Jahr 2017 aus dem Pariser Klimaabkommen ausstieg, veröffentlichte die US-Bank Morgan Stanley einen Bericht, der darlegte, dass die USA allein aufgrund der niedrigen Preise von erneuerbaren Energien die [Klimaziele des Abkommens erreichen werde - ob Trump will oder nicht](https://www.climatechange.ie/report-the-u-s-will-exceed-its-paris-accord-goals-despite-trump%C2%92s-official-withdrawal/).

Gerade jetzt erleben die USA, was vielfach als "green technology revolution" bezeichnet wird. Allein in den vergangenen zwei Jahren wurden laut Regierungsangaben mehr als 330.000 neue Green Jobs geschaffen und über 265 Milliarden Dollar an Investitionen für grüne Technologien lukriert.

Auf der anderen, der schmutzigeren Seite der US-Energiepolitik, steht das "Fracking". Die gefährliche und umweltschädliche Förderung von Schiefergas hat weiterhin zentrale Bedeutung für Politik und Wirtschaft in den USA. Das wäre auch unter einer US-Präsidentin Harris so geblieben, wie sie selbst im Wahlkampf angekündigt hat.

War es also gar nicht so entscheidend, wie die US-Wahlen ausgegangen sind und wer die politischen Zügel in der Hand hält, weil ohnehin die Märkte die Richtung vorgeben?

#### Inflation Reduction Act liefert

Die Antwort lautet nein. Es war eine politische Entscheidung, die diese "Green technology revolution" losgetreten hat. Den zentralen Impetus dafür lieferte der Inflation Reduction Act (IRA), den Präsident Joe Biden im Jahr 2022 auf den Weg brachte.

Die Regierung nimmt darin rund 369 Milliarden Dollar für Steuerbegünstigungen und Investitionen in grüne Technologien in die Hand. Laut Goldman Sachs kann dieser Betrag mit privater Beteiligung auf ein Investitionsvolumen von einer Billion Dollar gehebelt werden. Geld, dass unter anderem in den Ausbau der erneuerbaren Energie, der Elektrifizierung der Industrie oder in die E-Mobilität fließt.

Der IRA und begleitende Maßnahmen schaffen einen gesetzlichen Rahmen, der Unternehmen Planungs- und Investitionssicherheit bietet und Investitionen in die richtige Richtung lenkt. Unter solchen Voraussetzungen werden auf wirtschaftlichem Wege Tatsachen geschaffen, die sich politisch nur mehr schwer zurückdrehen lassen.

#### Widerstand wird immer schwieriger

Trumps Partei stimmte im August 2022 geschlossen gegen den IRA. Es fällt den Republikanern aber zunehmend schwerer, den Erfolg des Pakets zu ignorieren – auch deswegen, weil rund zwei Drittel aller Projekte, die in diesem Rahmen gefördert werden, [in republikanisch dominierten Districts](https://www.politico.com/news/2023/01/23/red-states-are-winning-big-from-dems-climate-law-00078420) befinden.

So erheben sich zwischenzeitlich Stimmen innerhalb der Partei, die den IRA zumindest in Teilen auch in einer Präsidentschaft von Donald Trump und einem republikanisch dominierten Kongress [fortführen wollen.](https://www.politico.com/news/2024/08/25/republican-fight-inflation-reduction-act-00176223) So könnte es einem US-Präsidenten Trump ähnlich wie seinem Parteifreund in Texas ergehen, dessen politische Absichten von der wirtschaftlichen Realität überholt werden.

Übrigens: Auch der Boom der Erneuerbaren in Texas hat eine politische Vorgeschichte. Sie liegt nur etwas länger zurück: Ende der 1990er-Jahre erließ George W. Bush, noch vor seiner Präsidentschaft als texanischer Gouverneur, ein Dekret, dass die Zulassung von Windkraftanlagen erleichterte. Immer produktivere und effizientere Anlagen leiteten viele Jahre später einen Boom ein.

#### Lehren für EU und Österreich

Auch in den USA zeigt sich, dass die Politik entscheidet und in der Verantwortung steht, die Ökologisierung der Wirtschaft voranzutreiben und zu gestalten. Und deswegen war die Wahl zwischen Kamala Harris und Donald Trump um die Präsidentschaft und jene zwischen Demokraten und Republikanern um die Führung im Senat und Repräsentantenhaus sehr wohl entscheidend. Mit Blick auf den Kampf gegen die Klimakrise [steht viel auf dem Spiel](https://www.newsflix.at/s/windrad-oder-oelbohrer-was-die-us-wahl-fuers-weltklima-bedeutet-120052991).

Bleiben die USA ihren internationalen Zusagen verpflichtet, setzen sie ihre Transformationspolitik weitere vier Jahre fort und verstärken diese vielleicht noch, werden Öl, Kohle und Gas schneller von Erneuerbaren abgelöst und auch künftige Regierungen werden diesen Trend nicht mehr einfach umkehren können. Zudem sind erst gut zwei Drittel der Mittel des IRA ausgeschöpft. Was mit dem übrigen Drittel passiert, entscheidet die nächste Administration.

Der Ausgang der Wahl hat aber auch Auswirkungen weit über die USA hinaus. Was passiert nun mit dem IRA, den Joe Biden losgetreten hat?

Die EU hat mit dem Net Zero Industry Act im Speziellen und dem Green Deal im Allgemeinen Pendants zum IRA, die diesem im Umfang keineswegs nachstehen. Im Rahmen des Green Deal nimmt die EU 578 Milliarden Euro aus dem Mehrjährigen Finanzrahmen in die Hand mit dem Ziel, mittels privater Beteiligung auf ein Investitionsvolumen von einer Billion Euro zu kommen.

Die Wirtschaft kann ein enorm hilfreicher Katalysator für Klimaschutz sein. Aber die Politik muss die richtige Richtung vorgeben, die gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen und auch finanzielle Impulse geben. Das gilt auch für die EU, in der demnächst eine neue Kommission ihr Amt antritt.

Und es gilt auch für Österreich, das am Beginn von Regierungsverhandlungen steht. Hinreichender Klimaschutz entsteht nicht von selbst. Das zeigt sich sehr eindrücklich am Beispiel der USA. Und jenem von Texas. Ausgerechnet Texas.

---

 # Klimakonferenz im Endspurt: Es geht um eine Billion Dollar

Kommentar Klimapolitik EU Budget 

Donnerstag, 21.11.2024

Zähes Ringen in Baku. Wie es um das Pariser Klimaziel steht und warum die nächste Regierung dem britischen Premierminister Keir Starmer ein Ohr schenken sollte. Klima-Expertin Katharina Rogenhofer über die COP 29 und die Folgen.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei [Newsflix.at](https://www.newsflix.at/s/klimakonferenz-im-endspurt-es-geht-um-eine-billion-dollar-120073097).*

**Zahnlose Beschlüsse, verwässerte Kompromisse und Greenwashing für die Gastgeberländer – die jährlichen Klimakonferenzen haben zuletzt viel an Glaubwürdigkeit eingebüßt.**  

Dabei haben die Klimakonferenzen seit ihrem Start 1995 in Berlin einige wichtige Erfolge erzielt. Meilensteine wie das Kyoto-Protokoll von 1997, das erstmals Emissionsreduktionsziele für Industrienationen setzte, oder das Pariser Abkommen 2015, das globale Klimaziele formulierte, zählen zu den Höhepunkten.

Doch die aktuellen Fortschritte sind dürftig: Zwar hat die Weltgemeinschaft theoretische Verpflichtungen, aber den großen Wurf sucht man vergebens.

Dennoch sind Klimakonferenzen wichtig, allein schon deshalb, weil sich alle Länder zumindest einmal im Jahr ernsthaft mit dem Klima beschäftigen müssen. Und weil sie ein Moment der Bestandsaufnahme im Kampf gegen die Klimakrise sind, die der Weltöffentlichkeit die Dringlichkeit vor Augen führen kann.

#### Wo wir am Weg zu den Pariser Klimazielen stehen

Die Aussichten, die im Vorfeld der diesjährigen COP präsentiert wurden, geben jedenfalls keinen Anlass zur Freude. Weltweit steigen die Treibhausgasemissionen weiter an. Im Jahr 2023 haben sie laut dem [Emission Gap Report 2024](https://www.unep.org/resources/emissions-gap-report-2024) des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) mit 57,1 Gigatonnen CO2-Äquivalenten einen historischen Höchstwert erreicht (+1,3 Prozent gegenüber 2023).

Um das Pariser Klimaziel einzuhalten, müssen die globalen Emissionen bis 2030 um 42 Prozent (gegenüber 2019) sinken. Laut Schätzung des Emission Gap Reports wird die Reduktion ohne weitere Maßnahmen jedoch lediglich vier bis zehn Prozent betragen. Blieben die Emissionen auf dem Niveau wie bisher, wäre das CO2-Budget für die Einhaltung des 1,5 Grad-Ziels noch in diesem Jahrzehnt aufgebraucht.

Auch beim Thema Klimafinanzierung ist die Lücke zwischen Notwendigkeit und Realität eklatant. Die Klimakonferenz in Baku gilt in erster Linie als "Finanzierungs-COP". Im Zentrum steht die Frage, welche Länder welchen finanziellen Beitrag zu Klimaschutz und zur Klimaanpassungen leisten müssen, um dabei vor allem Länder des Globalen Südens zu unterstützen.

Reiche Länder, wie die EU oder die USA, hatten sich bereits im Jahr 2009 dazu verpflichtet, ärmere Länder jährlich mit 100 Milliarden Dollar zu unterstützen. Erst seit 2022 wird dieser Zielwert tatsächlich erreicht.

Das Ziel aus 2009 ist 14 emissionsreiche Jahre später aber längst überholt. Die COP29 in Baku versucht, woran die COPs der vergangenen Jahre gescheitert sind: Die Verpflichtungen für die Klimafinanzierung zu verzehnfachen, auf eine Billion Dollar. Derweil sind die Hoffnungen, dieses Ziel auch tatsächlich zu erreichen, nicht besonders groß.

#### Und dann kam Donald Trump

Als wäre die Lage nicht düster genug, steht nun mit Donald Trump ein nächster Präsident an der Spitze einer führenden Weltmacht und zweitgrößten Treibhausgasproduzentin der Erde. Er sieht in der in der Klimakrise einen "hoax" – einen Schwindel.

Bereits in der ersten Woche nach seiner Wahl bestätigen Medienberichte viele Befürchtungen über die künftige Klimapolitik in Donald Trumps zweiter Amtszeit. Die Rede ist von der Rücknahme wichtiger Grenzwerte über die Umweltbehörde, eine Verstärkung der Öl- und Gasförderung und dem Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen.

Mit Trumps Wahl zum US-Präsidenten hat die Klimadiplomatie einen Rückschlag erlitten. Sie überschattet nun auch die COP29. Viel wichtiger als die Kompromisse der Schlusserklärung wird in Baku deshalb sein, dass sich eine neue Allianz der Mutigen findet, die im globalen Kampf gegen die Klimakrise die Führung übernimmt – Staaten und Regierungen, die nicht bloß Versprechen abgeben, sondern diese auch umsetzen. Hier ist Europa und damit auch Österreich gefordert.

Österreichs Treibhausgas-Emissionen sind zwischen 2022 und 2023 um 6,4 Prozent gesunken, jene in der EU um 7,5 Prozent. Die Europäische Union gehört somit zu jenen G20-Mitgliedern, deren Treibhausgasausstoß den Höhepunkt bereits überwunden hat und die ein Zieljahr für die Klimaneutralität gesetzlich verankert haben. Der Emission Gap Report bewertet den Reduktionspfad der EU im Hinblick auf Transparenz, Umfang und Reporting mit den Bestnoten. Das gelingt außer der EU nur Großbritannien.

Apropos Großbritannien – der britische Premierminister Keir Starmer hat im Zuge des Klimagipfels das Ziel verlautbart, die Emissionen seines Landes bis 2035 um 81 Prozent zu reduzieren. Die EU-Kommission hat Anfang dieses Jahres angekündigt, dass sie die Emissionen bis 2040 um 90 Prozent reduzieren will. Folgen den Worten auch Taten, dann sieht so Leadership aus.

#### "Ich will nicht im Mittelfeld sein"

Sowohl London als auch Brüssel haben mit einer raschen Ökologisierung nicht nur Klimaschutz im Auge. "Täuschen Sie sich nicht, der Wettlauf für die Jobs der Zukunft im Bereich saubere Energie, die Wirtschaft der Zukunft läuft schon", sagt Premier Starmer. „Und ich will nicht im Mittelfeld sein. Ich will vorangehen.”

Auch die EU hat mit dem Green Deal die ersten Schritte zu einer Trendumkehr gesetzt. Die Emissionen sinken. Jetzt Zukunftsindustrien aufzubauen und von fossilen auf erneuerbare Energien umzusteigen, schafft sichere Jobs und Wettbewerbsvorteile über EU-Grenzen hinaus. Der Clean Industrial Deal, der demnächst als Fortsetzung des Green Deal präsentiert wird, sollte daran gemessen werden.

Und auch Österreichs neue Regierung muss sich hier klug und mutig positionieren: erneuerbare Energien ausbauen, industrielle Prozesse elektrifizieren, klimaschädliche Subventionen abschaffen und einen Plan für den Ausstieg aus Öl und Gas in der Raumwärme vorlegen. Die Ökologisierung kann der heimischen Wirtschaft dringend benötigte Impulse geben, denn der Wettlauf um die Jobs und Industrien der Zukunft hat längst begonnen – und wer vorne mitspielen will, muss jetzt handeln.

---

 # Wer den Klimaschutz abdreht, schadet der Wirtschaft

Kommentar Klimapolitik Wirtschaft 

Donnerstag, 16.01.2025

FPÖ und ÖVP haben Koalitionsgespräche aufgenommen. Beide versprechen Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand. Die Ökologisierung der Wirtschaft ist die Voraussetzung dafür, diese Versprechen einzulösen, sagt Expertin Katharina Rogenhofer.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei [Newsflix.at](https://www.newsflix.at/s/wer-den-klimaschutz-abdreht-schadet-der-wirtschaft-120083108).*

**Die FPÖ leugnet die menschengemachte Klimakrise. Die ÖVP sah in der Ökologisierung der Wirtschaft bisher eher eine Gefahr als eine Chance für Österreich. Ändert sich an dieser Ausgangslage nichts, sind mit einer Regierung aus FPÖ und ÖVP leider deutliche Rückschritte für die österreichische Klimapolitik zu erwarten - und dadurch Risiken für die heimische Wirtschaft und den Staatshaushalt.**

Setzen die beiden Parteien um, was sie bislang versprochen haben, ist davon auszugehen, dass die EU-Klimaziele 2030 verfehlt, Strafzahlungen in Kauf genommen werden und Österreich zum Ramschladen alter Technologien und Industrien verkommt.

####   

#### Ernüchternde Aussichten

Anlässlich der Nationalratswahl hat das KONTEXT Institut für Klimafragen die Haltungen der Parteien zu zentralen klimapolitischen Themen anhand ihrer Wahlprogramme und öffentlicher Aussagen untersucht. Die Aussichten für eine blau-türkise Bundesregierung sind dabei ernüchternd.

In einer FPÖ-ÖVP-Koalition wäre die Festlegung von verbindlichen Reduktionszielen zur Erreichung von Österreichs Klimaneutralität höchst unwahrscheinlich. Auch die Zukunft der nationalen CO₂-Bepreisung (inkl. Klimabonus) ist ungewiss. Für Unternehmen bedeutet dies Unsicherheit für Planungen und Investitionen.

Erneuerbare Energien würden voraussichtlich weiter ausgebaut werden, jedoch ohne hohe Priorität. Hohe Energiekosten blieben damit auch mittel- und langfristig eine Belastung für Unternehmen und Haushalte. Öl und Gas sollen zudem auf unbestimmte Zeit weiter importiert werden. So bliebe die Energieabhängigkeit bestehen und damit auch das Sicherheitsrisiko und die Inflationsgefahr, die sie birgt.

Klimaschädliche Subventionen würden unter blau-türkis wohl bestehen bleiben und potenziell sogar erhöht. Damit ließe sich die Regierung ein Sparpotential von knapp über einer Milliarde Euro pro Jahr entgehen. Durch das Verfehlen der EU-Klimaziele würden zudem Ausgleichszahlungen in Höhe von ungefähr 4,7 Milliarden Euro anfallen, die den Staatshaushalt zusätzlich belasten.

####  Klimaschutz: Die Schnittmengen zwischen FPÖ und ÖVP 

#### Bundesländer kein gutes Vorbild

Die Wahlprogramme und öffentlichen Positionen sind das eine. FPÖ und ÖVP lassen sich in der Klimapolitik aber auch an ihren Taten messen – und zwar in den Bundesländern.

Im industrieintensivsten Bundesland, in Oberösterreich, hat die dortige Koalition der beiden Parteien im Dezember ein großes Windparkprojekt mit 22 Anlagen in Sandl (Bezirk Freistadt) mit einer Leistung von 160 Megawatt verhindert, obwohl dazu bereits ein Genehmigungsverfahren läuft und es von den dortigen Gemeinden unterstützt wird.

In Kärnten hat die FPÖ gar eine Volksbefragung über die Windkraft erwirkt. Am Sonntag stimmten 51,55 Prozent für ein Verbot von neuen Windkraftwerken.

In der Steiermark dagegen hat sich die neue Landesregierung unter FPÖ-Landeshauptmann Mario Kunasek im Regierungsprogramm vorgenommen, die "Windkraftausbau so vorantreiben, dass ein zusätzlicher Energieumsatz von 400 Megawatt bis 2030 erreicht werden kann". Ob das für die Ausbauziele reicht, die etwa durch das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz gesetzt sind, steht auf einem anderen Blatt.

Einen durchwachsenen Eindruck hinterlassen in den Bundesländern auch die Wirtschaftskammer und die Industriellenvereinigung, in denen manche Flügel wohl maßgeblich an der Bildung der blau-türkisen Bundesregierung beteiligt waren. In Kärnten kämpfen sie gemeinsam mit der SPÖ-ÖVP-Landesregierung sowie Gewerkschaft und Arbeiterkammer gegen das Windkraft-Verbot. In Oberösterreich haben sie das Aus für den Windpark in Sandl kritiklos zur Kenntnis genommen, obwohl die Wirtschaftskammer OÖ noch [eine Woche vor der Entscheidung öffentlich davor warnte](https://www.krone.at/3617616) und das Projekt in Sandl sogar mit einem eigenen Standortanwalt begleitete.

####   

#### FPÖ und ÖVP tragen Verantwortung

In welchem Maß auch immer sich die Parteien an ihre Aussagen vor der Wahl halten, fest stehen die Probleme, mit denen sie sich in Regierungsverantwortung befassen müssen. Österreichs Wirtschaft steht vor strukturellen Herausforderungen: Hohe Energiepreise schwächen die Wettbewerbsfähigkeit. Neue Technologien am Weltmarkt, wie die E-Mobilität, lassen die Nachfrage in jenen Bereichen schwinden, in denen Österreichs Industrie bislang stark war.

Um diese Probleme zu überwinden, muss die nächste Regierung Zukunftstechnologien, wie etwa E-Mobilität, Wärmepumpen, Geothermie, Speichersysteme und grüne Wasserstoffproduktion für die Industrie fördern. Durch den Umstieg auf erneuerbare Energie sinken mittelfristig die Energiepreise. Auf diese Weise wird die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft gestärkt, neue Arbeitsplätze und Wohlstand geschaffen. Der Ausstieg aus fossilen Energien reduziert zudem die Importabhängigkeit und fördert damit die Sicherheit und Eigenversorgung des Landes.

Sowohl FPÖ als auch ÖVP versprechen Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand. Die Ökologisierung der Wirtschaft und Gesellschaft steht dazu nicht im Widerspruch. Sie ist sogar die Voraussetzung dafür, dass diese Ziele erreicht werden können.

Um ihre eigenen Versprechen von Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand tatsächlich einlösen zu können, wären FPÖ und ÖVP also gefordert, in den anstehenden Regierungsverhandlungen von ihren bisherigen Positionen abzurücken und zukunftsfähige Standort- und Wirtschaftspolitik in den Mittelpunkt zu stellen.

####  Wie es die Wählerschaft mit dem Klimaschutz hält 

#### Wählerschaft ist bereit

Ihre Wählerschaft müssen die beiden Parteien jedenfalls nicht mehr davon überzeugen. Wie eine Umfrage von KONTEXT anlässlich der Nationalratswahl zeigt, findet die Forderung nach einem Umstieg auf erneuerbare Energien eine mehrheitliche Zustimmung unter FPÖ- und ÖVP-Wähler:innen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich mit Blick auf die Ökologisierung der Wirtschaft: Demnach soll Österreich eine führende Rolle bei der Entwicklung von Zukunftstechnologie einnehmen (FPÖ: 52 %, ÖVP: 73 %). Damit würden sichere Arbeitsplätze geschaffen (FPÖ: 64 %, ÖVP: 87 %) und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden (FPÖ: 69 %, ÖVP: 92 %), sind die Wähler:innen überzeugt.

---

 # Warum die deutsche Wahl über EU-Klimapolitik entscheidet

Kommentar Klimapolitik EU 

Samstag, 22.02.2025

Das wichtigste Land der Union wählt am Sonntag. Wer regiert danach? Kommt der Klimaschutz unter die Räder und hilft Kommissionschefin Ursula von der Leyen dabei tatkräftig mit? Klima-Expertin Katharina Rogenhofer über Wahl und Folgen.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/warum-die-deutsche-wahl-ueber-eu-klimapolitik-entscheidet-120092057)*.*

**Die Bundestagswahl beeinflusst nicht nur die politische Zukunft in Deutschland, sondern auch die Klimapolitik der gesamten Europäischen Union.**

**Am kommenden Mittwoch präsentiert die EU-Kommission unter der Führung ihrer Präsidentin, Ursula von der Leyen, den lange angekündigten erwarteten Clean Industrial Deal. Das neue Gesetzespaket wird das Herzstück der EU-Klima- und Wirtschaftspolitik in den kommenden fünf Jahren und schließt an den Green Deal aus der ersten Amtszeit von der Leyens an.**

Ziel des Gesetzespakets ist es durch die Ökologisierung der Wirtschaft die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und gleichzeitig die Treibhausgasemissionen bis 2040 um 90 Prozent (gegenüber 2005) zu reduzieren. Dazu soll der Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigt, die Industrie elektrifiziert, Zukunftstechnologien gefördert, grüne Leitmärkte geschaffen und die Kreislaufwirtschaft ausgebaut werden.

## **Besondere Bedeutung für die Rolle Deutschlands**

Die Maßnahmen des Green Deal wurden ab 2019 von einer breiten Mehrheit im Europäischen Parlament und im Rat der EU getragen. Anders als für das Vorgängerprogramm wird die EU-Kommission für den Clean Industrial Deal nun aber deutlich mehr politische Überzeugungsarbeit bei den beiden Ko-Gesetzgebern auf EU-Ebene leisten müssen.

Das liegt einerseits daran, dass heute in mehr Mitgliedsländern rechte Regierungen an der Macht sind, denen die EU-Klimapolitik ein Dorn im Auge ist.

Andererseits machen auch innerhalb des konservativ-bürgerlichen Lagers immer mehr Verantwortliche Stimmung gegen notwendige Maßnahmen, sodass sich die Kommissionspräsidentin der Unterstützung aus ihrer eigenen Parteienfamilie nicht mehr gewiss sein kann. Im Lichte dieser Entwicklung kommt der Rolle Deutschlands und damit auch der Bundestagswahl am Sonntag besondere Bedeutung zu.

Deutschland ist der wichtigste Handelspartner von nahezu jedem anderen Mitgliedsland und stemmt den höchsten finanziellen Beitrag für das EU-Budget. Entscheidend auf politischer Ebene ist aber, dass es das bevölkerungsreichste Mitgliedsland ist. Gerade im Rat der EU fällt Deutschlands Stimme dadurch enorm ins Gewicht. Durch die aktuellen politischen Machtverhältnisse im Rat steht und fällt die EU-Klimapolitik mit der Unterstützung Deutschlands.

## **Neue Machtverhältnisse in Europa**

Italiens aktuelle Regierung unter der Ministerpräsidentin Georgia Meloni steht der EU-Klimapolitik ebenso kritisch bis ablehnend gegenüber wie Viktor Orban in Ungarn. In Tschechien steht Andrej Babis, ebenfalls Gegner der Klimapolitik, laut Umfragen vor der Rückkehr ins Amt des Ministerpräsidenten nach den Parlamentswahlen im Herbst. In Belgien und den Niederlanden stellen Parteien weit rechts der Mitte die Regierung.

Für die qualifizierte Mehrheit im Rat, die für EU-Gesetze notwendig ist, reicht die Zustimmung von 15 Mitgliedsländern, solange sie 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren. Das heißt, selbst wenn all die oben genannten und bis zu sieben weitere kleine Mitgliedsländer geschlossen abstimmen würden, könnten sie klimapolitischen Maßnahmen der EU-Kommission nicht blockieren.

Anders wäre es im Falle Deutschlands. Mit einem Anteil von 18,8 Prozent an der EU-Bevölkerung müssen nur wenige weitere Mitgliedsländer gemeinsam mit Berlin abstimmen, um notwendige Maßnahmen zu kippen.

Deutschland macht den Unterschied im Rat der EU aus. Rechts zu sehen: Gemeinsam mit Italien, Ungarn und den Niederlanden kann ein Gesetz zu Fall gebracht werden

Diese Mehrheitsverhältnisse stärken die Verhandlungsposition Deutschlands in Brüssel – und damit auch jene von einzelnen Minister:innen in der Regierung. Bereits im letzten Jahr der Ampel-Regierung haben FDP-Minister Vorhaben, wie das Zulassungsende von fossil betriebenen Autos mit 2035 und das Lieferkettengesetz durch ihre Zurückhaltung im Rat eigenmächtig verzögert. Es macht für die EU also einen Unterschied, welche Parteien in Berlin Regierungsverantwortung tragen.

## **Rot-Schwarz oder Rot-Schwarz-Grün?**

In diesem Lichte kommt der Bundestagswahl am Sonntag besondere Bedeutung zu. Glaubt man den Umfragen wird der nächste deutsche Bundeskanzler mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Friedrich Merz heißen. Offen bleibt aber, mit wem die Union aus CDU und CSU eine Regierung bilden werden. Eine Koalition mit der AfD schließt die Union aus, eine mit der FDP wird sich, wenn sie es denn überhaupt in den Bundestag schafft, rechnerisch nicht ausgehen.

Damit bleiben die Sozialdemokraten als wahrscheinlicher Koalitionspartner übrig. Da die Partei von Kanzler Olaf Scholz aber laut Umfragen wohl deutlich weniger als 20 Prozent der Stimmen bekommen wird, könnte eine dritte Partei für eine Mehrheitsbildung im Bundestag notwendig sein: am wahrscheinlichsten wären wohl die Grünen.

## **Wachsender Widerstand in der Europäischen Volkspartei**

Sowohl SPD als auch Grünen stehen im Wesentlichen für die Fortführung der EU-Klimapolitik der vergangenen fünf Jahre. Aus der Union (CDU und CSU) hört man im Wahlkampf wenig zu Klimaschutz. Aber wie in der gesamten Europäischen Volkspartei (EVP) wächst die Skepsis gegenüber dem Green Deal. Das wurde [**bei einem Treffen**](https://www.euractiv.de/section/energie-und-umwelt/news/evp-spitze-will-green-deal-in-teilen-rueckabwickeln/) der Parteispitzen Mitte Jänner in Berlin deutlich.

Damit setzt sich der Kurs fort, den die EVP mit ihrem massiven Widerstand gegen das EU-Renaturierungsgesetz ab 2023 eingeschlagen hat. Damals hatte sie teilweise Falschinformationen verbreitet, um Stimmung gegen das Gesetz zu machen.

Nun passiert dasselbe mit legitimen Sorgen über die Nachhaltigkeits-Berichtspflichten von Unternehmen. Statt hier konstruktive Lösungen – gerade für kleinere Betriebe – zu finden, werden die Ziele der Gesetze infrage gestellt und es formiert sich eine Totalopposition. Diese Haltung reicht über die Parteigrenzen hinaus. Jüngst hat sich auch Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron für die Rücknahme von Berichtspflichten für Unternehmen ausgesprochen.

## **Von der Leyen gibt in Teilen nach**

Kommissionspräsidentin von der Leyen regiert auf den wachsenden Widerstand aus den eigenen Reihen. In einem "Competitiveness Report" hat sie parallel zum Clean Industrial Deal in Aussicht gestellt, dass wichtige Errungenschaften ihrer ersten Amtszeit, wie den CO2-Grenzausgleich, das Lieferkettengesetz und die Nachhaltigkeitsberichterstattung, "vereinfacht" und in weiten Teil rückabwickelt werden sollen.

Zwar ist eine Vereinfachung in manchen Bereichen sinnvoll, damit Unternehmen beispielsweise nicht an alle, die sie beliefern, hundertfach in verschiedenen Ausführungen berichten müssen und auch die Kennzahlen vereinheitlicht werden. Aber Rückschritte was die Ziele dieser Vorhaben betrifft, sind kontraproduktiv.

Der Green Deal hat die EU auf einen deutlich besseren Emissionspfad gebracht

Denn die klimapolitische Bilanz des Green Deals durchaus beachtlich: Der Green Deal hat die EU auf einen Emissionspfad gebracht, der mit Szenarien vereinbar ist, die den globalen Temperaturanstieg auf etwas über 2°C begrenzen. Das entspricht einer Verbesserung von mehr als 1°C im Vergleich zu den Prognosen vor dem Green Deal. Und genau so muss es weitergehen – gerade, wenn wir zunehmenden Dürren und Extremwetterereignissen vorbeugen und den Vorteil der Ökologisierung für Wirtschaft und Arbeitsplätze sinnvoll nutzen wollen.

---

 # Neue Regierung im Klimatest: Richtige Ziele, wenig Konkretes

Kommentar Klimapolitik Klimaziele EU 

Mittwoch, 12.03.2025

Die Koalition hat sich ein umfangreiches Programm verordnet. Die Maßnahmen im Klimakapitel sind unzureichend. Die Ziele sind geblieben, am Weg dorthin stehen allerdings neue und alte Hürden. Klima-Expertin Katharina Rogenhofer analysiert.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/neue-regierung-im-klimatest-richtige-ziele-wenig-konkretes-120095546)*.*

**Mit dem Regierungsprogramm in Österreich und dem Clean Industrial Deal in der EU sind die Weichen für die Klimapolitik der kommenden Jahre gestellt. Die Ziele bleiben weitgehend gleich, auf Maßnahmenebene fällt das Fazit ernüchternd aus. Doch pragmatisch sein heißt 2025, die großen Herausforderungen zu meistern. Und dafür braucht es aktive Klimapolitik.**

Die Wahlen sind geschlagen, die Regierungsverhandlungen abgeschlossen. In Wien nimmt eine Bundesregierung ihr Amt auf, die dem Klimaschutz so viel Priorität gibt, wie keine zuvor, und dem Thema ein eigenes Ministerium widmet. Gleichzeitig legt die EU-Kommission in Brüssel ein klimapolitisches Programm vor, das in seinen Ambitionen auf der Welt und in der Geschichte kein Beispiel kennt.

Das war vor fünf Jahren. Heute klingt die Lagebeschreibung deutlich nüchterner.

Die Wahlen sind geschlagen, die Regierungsverhandlungen abgeschlossen. In Wien nimmt eine Bundesregierung ihr Amt auf, für die der Klimaschutz eine geringere Priorität hat und die das frühere Superministerium wieder in Einzelteile demontiert. Gleichzeitig legt die EU-Kommission in Brüssel mit dem Clean Industrial Deal ein politisches Programm vor, das tunlichst vermeidet, die Wörter "Klima" oder "grün" zu erwähnen. Aber der Reihe nach.

## **Die Ziele bleiben weitgehend aufrecht**

2025 ist nicht 2020. Die Welt ist eine andere. Die Wirtschaft in Österreich und der gesamten EU kämpft mit strukturellen Problemen: Hohe Energiepreise und eine zunehmende globale Konkurrenz bei wichtigen Zukunftstechnologien schwächen die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. In Österreich klafft zudem ein Budgetloch, das die politische Manövrierfähigkeit deutlich einschränkt.

Viele könnten nun meinen, ein gewisser Pragmatismus sei angebracht. Es kann schließlich nicht immer um Klimathemen gehen. Dass jedoch gerade die empfindliche Abhängigkeit von Gasimporten für hohe Energiepreise sorgte und langfristig stabile und günstige Energie nur mit dem Ausbau erneuerbarer Energien zu erreichen ist, wird dann oft geflissentlich übergangen.

Globale Wettbewerbsfähigkeit gibt es nur, wenn wir auf die Technologien der Zukunft, statt jene der fossilen Vergangenheit setzen. Arbeitsplätze schafft das auch noch. Kurz: die wirtschaftliche Lage in Österreich bessert sich nur mit klimapolitischen Maßnahmen.

Das Positive am [**Regierungsprogramm**](https://kontext-institut.at/inhalte/regierungsprogramm-2025/) und dem [**Clean Industrial Deal**](https://kontext-institut.at/inhalte/clean-industrial-deal/): Die Ziele bleiben weitgehend aufrecht. Die neue Regierung rückt nicht von der Klimaneutralität bis 2040 ab. Zehn Jahre später soll dieses Ziel dann in der gesamten EU erreicht sein. Richtige Absichten zeigen sich auch in manchen Maßnahmen, in vielen Bereichen klaffen Lücken.

## **Ausbau erneuerbarer Energie**

Die neue Regierung will umsetzen, was die EU-Maßnahmen der vergangenen Jahre erfordern. Dringend notwendige Gesetze, wie das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) und Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG), sollen noch vor dem Sommer dieses Jahres beschlossen werden.

Für den beschleunigten Ausbau und die Flexibilisierung von erneuerbaren Energien, Speichern und Netzen sind diese Maßnahmen zentral. Mittels Garantien sollen Energieprojekte besichert und deren Umsetzung erleichtert werden.

Wien und Brüssel gehen in diesem Bereich in die richtige Richtung. In Österreich sind nun vor allem die Bundesländer in der Pflicht, genügend Flächen etwa für Windkraft auszuweisen. Zusätzlich ist es notwendig, personelle Ressourcen für Genehmigungsverfahren zu erhöhen.

## **Förderung von Zukunftstechnologien**

Die Regierung nennt Schlüsseltechnologien die "Grundlage für eine innovative Zukunft" und verspricht sich davon "Wertschöpfung und Arbeitsplätze". Konkrete Maßnahmen dafür bleibt das Programm aber schuldig. Wichtige Zukunftstechnologien wie Speichertechnologien, erneuerbare Energien und Wärmepumpen, oder auch Technologien zur Elektrifizierung der Industrie werden nicht erwähnt.

Auch im Bereich Mobilität kommt mit der Erwähnung von E-Fuels ein altbekannter Strohmann auf. Hier besteht die Gefahr, dass ineffiziente Technologien anstelle von bereits marktreifen und effizienteren Alternativen gefördert werden. Denn der Wirkungsgrad von E-Fahrzeugen – also der Anteil der eingesetzten Energie, die auch tatsächlich zum Fahren genutzt werden kann – liegt bei 81 Prozent, während jener von E-Fuels nur bei 14 Prozent liegt. Eine reine Verschwendung von Energie.

Aus der EU werden jedenfalls rechtliche Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung von Zukunftstechnologien angekündigt. Neue Finanzierungsmöglichkeiten sollen die Entwicklung und Skalierung fördern und damit mehr Angebot schaffen. Durch neue Regeln für die öffentliche und private Beschaffung soll mehr Nachfrage entstehen.

Sowohl das Regierungsprogramm, als auch der Clean Industrial Deal versäumen es aber, einen klaren Fokus auf jene Technologien zu legen, in denen EU und Österreich bereits heute stark sind. In Österreich wären das etwa erneuerbare Wärme, industrielle Elektrifizierung, Maschinenbau und Rohstoffaufbereitung.

## **Stärkung der Kreislaufwirtschaft**

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Maßnahmen zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft. Es ist richtig, dass sowohl die EU, als auch Österreich das wirtschaftliche, aber auch sicherheitspolitische Potenzial der Kreislaufwirtschaft erkennen.

So will die neue Regierung gesetzliche Hindernisse für zirkuläre Geschäftspraktiken abbauen, etwa im Abfall-Recht. Sekundärrohstoffe (Abfall und recycelte Materialien) sollen nicht weiter gegenüber Primärrohstoffen benachteiligt werden. Auf EU-Ebene sollen der Binnenmarkt für Rohstoffe und recycelte Produkte gestärkt werden und Exporte von Rohstoffabfällen stark beschränkt werden.

Leider legen jedoch beide Programme keinen Fokus auf Ressourcenschonung und auch nicht auf Bereiche, in denen die EU und Österreich bereits stark sind. Österreich hat großes Know-how in der Rückgewinnung kritischer Rohstoffe, besonders in Bereichen wie der Metallverarbeitung, dem Baustoff- und Kunststoffrecycling und der Aufbereitung industrieller Nebenprodukte.

## **Viele Fragezeichen bei Mobilität und klimaschädlichen Förderungen**

Dass die im Regierungsprogramm erwähnten Ziele häufig nicht mit konkreten Maßnahmen unterlegt sind, zeigt sich auch an vielen anderen Stellen im Regierungsprogramm. Zwar sollen beim Heizen die Emissionen sinken, ein verbindliches Ausstiegsdatum aus fossilen Heizsystemen gibt es aber nicht. Ölheizungen kommen explizit gar nicht vor.

Bei der "schrittweisen Ökologisierung" klimaschädlicher Subventionen gibt es weder Details zu konkreten Maßnahmen, noch einen Zeitplan. Dabei gilt: je früher sie reformiert wird, desto mehr Steuergeld wird gespart und desto mehr Emissionen werden vermieden.

Mit klugem Sparen bei klimaschädlichen Anreizen kann das massive Budgetloch im kommenden Jahr teilweise gestopft werden. Erneuerbare Energien bringen stabile Energiepreise, was wiederum die Menschen und die Industrie entlastet, während Zukunftstechnologien und Kreislaufwirtschaft die Wettbewerbsfähigkeit stärken und Arbeitsplätze schaffen.

All das sind Win-Win-Win Maßnahmen für die Wirtschaft, die Menschen im Land und das Klima. Dafür braucht es, neben der Verkündung von Zielen, vor allem eine konkrete Umsetzung, nicht nur auf allen politischen Ebenen, sondern auch von Interessenvertretungen und Unternehmen.

Pragmatismus 2025 heißt, anders als das die Weltlage vermuten ließe, Klimaschutz ernst zu nehmen. Denn nur dadurch wird die Lagebeschreibung in fünf Jahren deutlich weniger nüchtern ausfallen.

---

 # Wie Klimapolitik schlecht geredet wird – und wie es anders ginge

Kommentar Klimapolitik Klimadiskurs 

Montag, 05.05.2025

Klimapolitik entscheidet sich dadurch, wie darüber gesprochen wird. Wie machen das Medien? Wie die Politiker? Wie verhält sich die Zivilgesellschaft? Eine neue Studie nimmt das unter die Lupe. Expertin Katharina Rogenhofer über die Ergebnisse.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/wie-klimapolitik-schlecht-geredet-wird-und-wie-es-anders-ginge-120106097)*.*

Wie über Klimapolitik gesprochen wird, beeinflusst, welche politischen Entscheidungen getroffen werden. Und wie über Klimapolitik gesprochen wird, verändert sich. Zwar äußern sich die meisten in den österreichischen Medien weiterhin überwiegend konstruktiv. Aber der Trend geht in die andere Richtung. Die Klimakrise und ihre Folgen werden zwar weitestgehend nicht geleugnet, die Maßnahmen dagegen aber immer häufiger verschleppt.

Verschleppung heißt zum Beispiel, dass nur die Nachteile von klimapolitischen Maßnahmen betont oder gar Ängste geschürt werden. Da hört man Argumente, wie: "Klimaschutz zerstört die Wirtschaft", oder "Das schadet nur den Armen", ohne dass konstruktive Lösungen angeboten werden.

Oder die Verschleppung geschieht, indem Verantwortung abschoben wird: "Das Weltklima wird nicht in Niederösterreich gerettet" und "Zuerst muss China anfangen". Oder aber: "Jeder Mensch soll das für sich entscheiden". Verschleppungstaktiken finden sich auch in Scheinlösungen: "Alle sollen ihren Verbrenner behalten, irgendwann tanken wir mit E-Fuels", oder „Es braucht Anreize statt Regeln”.

Konstruktiver Diskurs? Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Parteien

Die Gefahr der Verschleppungstaktiken: Anders als Leugnung sind sie schwer zu erkennen. Auch wenn nur manche sie wirklich bewusst anwenden, werden die Argumentationslinien von vielen unbewusst übernommen – oft ohne die Absicht Klimaschutz hinauszuzögern. Denn sie sind eingängig.

Wer findet nicht, dass China auch zum Klimaschutz beitragen müsse, oder hofft auf eine Wunderlösung, die uns wenig Veränderung abverlangt? Das Problem ist aber, dass all diese Argumentationen denselben Schluss nahelegen: Wir müssen jetzt nicht handeln. Und das ist in einer sich beschleunigenden Klimakrise mit zunehmenden Extremwetterereignissen, die wir auch schon hier in Österreich spüren, schlichtweg fahrlässig.

Um Verschleppungstaktiken zu erkennen und ihnen konstruktiv zu begegnen, braucht es deshalb ein tiefgreifendes Verständnis davon, wie die Klimadebatte geführt wird. Darum schauen wir uns im KONTEXT Institut für Klimafragen jedes Jahr im "Klimadiskurs-Monitoring" an, wer in den österreichischen Medien wie und über welche Klimathemen spricht. Die [**neueste Ausgabe der Studie**](https://kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-monitoring-2025/) haben wir gerade veröffentlicht.

Interessant ist die CO2-Bepreisung, hier wird der Diskurs gern verschleppt

## **Weniger, aber kontroversere Klimadebatte**

Das Monitoring zeigt, dass Klimathemen im Jahr 2024 in österreichischen Medien weniger präsent waren als noch 2023. Zwar überwiegen weiterhin konstruktive Aussagen, aber verschleppende Aussagen nahmen zu.

Die Klimadebatte wird vorrangig von Politiker:innen bestimmt. Sie wenden auch häufiger Verschleppungstaktiken an als andere Akteursgruppen, wie Wissenschafter:innen, Zivilgesellschaft oder Interessenvertretungen. Wenig überraschend, sprechen SPÖ und Grüne eher konstruktiv über Klimapolitik, ÖVP eher und FPÖ ausschließlich verschleppend.

Die meistdiskutierten Themen sind dabei Energie und Mobilität. Während Unternehmen und Interessensvertretungen stärker über Energie sprechen, äußert sich die Zivilgesellschaft und Aktivist:innen stärker zu Mobilität. Bei Technologien stehen erneuerbare Energien und Elektrifizierung im Vordergrund. Zum Großteil werden diese Technologien konstruktiv diskutiert.

Polarisierender wird über den Verkehrsbereich gesprochen, wo medial effiziente Lösungen gegen fossile Technologien und Scheinlösungen wie E-Fuels abgewogen werden.

Die Zivilgesellschaft nähert sich dem Thema geradliniger als die Politik

## **Wie geht es konstruktiver?**

Im Jahr 2024 waren etwa das EU-Renaturierungsgesetz und das Zulassungsende von Verbrenner-Autos anschauliche Beispiele für Verschleppungstaktiken – dafür, wie legitime Bedenken politisch instrumentalisiert oder durch Desinformation überzeichnet werden. Es war von Enteignungen die Rede und von Schmetterlingszählungen, die Landwirt:innen angeblich durchführen müssten, wenn das EU-Renaturierungsgesetz beschlossen würde.

Beides ist im Gesetz nicht vorgesehen. Die Desinformation hat jedoch die Aufgabe erfüllt, Vorbehalte in der Bevölkerung zu schüren. Ähnliches war bei der Debatte um das Zulassungsende für Verbrenner-Autos 2035 der Fall. Mit dem Verweis auf E-Fuels und der Möglichkeit irgendwann "grün" zu tanken, liefen viele politische Akteur:innen gegen die Regelung Sturm, obwohl mit ihr emissionsfreie Antriebe sowieso umfasst wären.

Das zeigt: das Beharren auf "Technologieoffenheit" oder der ausschließliche Fokus auf Anreize statt klaren Regelungen führt meist dazu, den Status quo beizubehalten und notwendige strukturelle Veränderungen zu vermeiden.

Um solchen Verschleppungstaktiken entgegenzuwirken, haben wir uns in der Studie auch angesehen, wie konstruktiver Diskurs funktioniert und wie damit klimapolitische Maßnahmen und Entscheidungen beschleunigt werden können.

Was sich zeigt: Argumente sind dann konstruktiv, wenn sie legitime Bedenken adressieren, wirksame Lösungen anbieten und den wirtschaftlichen, sozialen und sicherheitspolitischen Mehrwert von klimapolitischen Maßnahmen hervorheben. Den eigene Handlungsspielraum zu benennen und Verantwortung zu übernehmen ist gerade für Akteur:innen mit großer Handlungsmacht zentral – etwa der Politik.

Der Großteil des klimapolitischen Diskurses in Österreich bezieht sich auf die nationale Ebene. Maßnahmen werden jedoch stärker verschleppt, wenn es um die EU-Ebene geht.

## **Was heißt das für Österreich, etwa für die Bundesregierung?**

Der Mehrwert der Ökologisierung zeigt sich zum Beispiel in der aktuellen Spardebatte: Durch die Reform der klimaschädlichen Subventionen können jährlich über eine Milliarden Euro an Steuergeld eingespart und über 750.000 Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden. Das hilft nicht nur dem Klima, sondern auch dem Budget.

Ganz generell gilt: die Ökologisierung kann einen großen Beitrag zur Erreichung vieler gesellschaftlicher Ziele leisten – die Wahrung der Sicherheit in Österreich, die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und die Schaffung zukunftsfitter Arbeitsplätze. Wer diesen Mehrwert erkennt, kann auch jene Menschen überzeugen, für die der Klimaschutz keine Priorität hat.

Die Politik nimmt in der Klimadebatte die tragende Rolle ein

Menschen zu überzeugen, gelingt aber nur dann, wenn proaktiv Verantwortung übernommen wird. Im Fall der Bundesregierung würde das etwa bedeuten, den Zielen und Absichten im Regierungsprogramm rasch konkrete Maßnahmen folgen zu lassen und vor allem wirksame Lösungen anzubieten.

"Technologieoffenheit" wird im aktuellen Regierungsprogramm viermal genannt. Um wirksame Lösungen voranzutreiben und um die Gefahr zu vermeiden, dass Förderung ineffizient eingesetzt werden, braucht es stattdessen Technologieklarheit und einen Fokus auf jene Technologien, die marktreif und möglichst effizient sind.

Wie gesagt: Wie wir darüber sprechen, beeinflusst, welche Entscheidungen getroffen werden. Nicht-Handeln ist keine Option. Umso wichtiger ist konstruktiver und lösungsorientierter Diskurs – gerade in der Politik.

---

 # Budget: Warum uns Sparen beim Klima viel Geld kosten wird

Kommentar Klimapolitik Budget Wirtschaft 

Dienstag, 20.05.2025

In der Klimapolitik arbeiten ÖVP, SPÖ und Neos bisher gegen ihr eigenes Regierungsprogramm. Der Umbau des Energiesystems wäre eine gute Gelegenheit, nun in die richtige Spur zu finden. Katharina Rogenhofer über Doppelbudget, die Folgen, und wie es besser ginge.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/budget-warum-uns-sparen-beim-klima-viel-geld-kosten-wird-120109164)*.*

Üblicherweise gibt man einer neuen Regierung eine Schonfrist von 100 Tagen, ehe man eine erste Zwischenbilanz zieht. Nun sind ÖVP, SPÖ und Neos zwar erst knapp 80 Tage in Regierungsverantwortung. Gerade klimapolitisch haben sie jedoch einen Weg des Rückschritts eingeschlagen, der mit der Präsentation des Doppelbudgets 2025/26 vergangene Woche einen unrühmlichen Höhepunkt erlebte.

Dabei war der Start noch einigermaßen vielversprechend. [**Das Regierungsprogramm**](https://kontext-institut.at/inhalte/regierungsprogramm-2025/) ließ zwar deutlich weniger klimapolitische Ambition erkennen als jenes der Vorgängerregierung und blieb bei konkreten Maßnahmen eher vage, aber die meisten Ziele waren die richtigen: Bekenntnis zur Klimaneutralität 2040, den EU-Klimazielen, Ökologisierung der klimaschädlichen Subventionen, Null-Emissionen in der Raumwärme, Ausbau der Erneuerbaren Energien und dergleichen mehr.

Nun, eben rund 80 Tage später, fällt eine Zwischenbilanz ernüchternd aus. Natürlich war nicht zu erwarten, dass diese großen Themen in so kurzer Zeit umgesetzt werden. Aber es gab nicht nur keine Fortschritte oder Stillstand, sondern aktive Rückschritte.

Anstatt sie zu ökologisieren, wurden mit der Verdreifachung des Pendlereuros und der NoVA-Befreiung von fossilen Kleintransportern de facto neue klimaschädlichen Subventionen eingeführt. Im Auto in die Arbeit zu pendeln, wird aktiv gefördert, während das Klimaticket empfindlich verteuert und der Ausbau des Eisenbahnnetzes verzögert wird. Statt Maßnahmen für den Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen im Bestand zu setzen, wurden Förderungen dafür gestrichen.

Aus klimapolitischer Sicht sind die budgetären Maßnahmen, die die Regierung bisher gesetzt hat und die [**im neuen Doppelbudget**](https://kontext-institut.at/inhalte/budgetredet-2025/) vorgesehen sind, ausschließlich kontraproduktiv. Damit rücken auch die EU-Klimaziele 2030 in weite Ferne. Die damit drohenden Strafzahlungen in Milliardenhöhe werden sich als Bumerang für die Budgetsanierung erweisen.

## **Lackmustest Umbau des Energiesystems**

Der rückschrittliche Kurs kann sich in vielfacher Weise als kontraproduktiv erweisen, nicht nur beim Klima oder Budget, sondern auch mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, der allgemeinen Leistbarkeit und der Unabhängig und Sicherheit des Landes. Das gilt speziell für den Umbau des österreichischen Energiesystems. Gerade hier steht die Regierung vor einer entscheidenden Herausforderung.

Hohe Energie- und Netzkosten belasten Haushalte und Unternehmen. Doch obwohl erneuerbare Energie den heimischen Stromverbrauch im Jahr 2024 zu 95 Prozent decken konnte, profitieren Industrie und Bevölkerung derzeit kaum von den niedrigeren Preisen der Erneuerbaren.

Das KONTEXT Institut für Klimafragen hat das heimische Energiesystem unter die Lupe genommen und [**zehn Schritte identifiziert**](https://www.kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit), die einen sauberen und effizienten Umbau ermöglichen. Die Analyse kommt zum Ergebnis: Erst wenn Stromerzeugung, Netze, Verbrauchsverhalten und rechtliche Rahmenbedingungen grundlegend auf ein zukunftsfähiges Energiesystem ausgerichtet sind sinken die Kosten nachhaltig.

Im Vordergrund steht dabei der gezielte Ausbau der erneuerbaren Energie, vor allem jener der Windkraft. Bei der Erzeugung erneuerbarer Energie ist jedoch nicht nur die Ausbaumenge entscheidend, sondern auch der Standort. Strom sollte dort erzeugt werden, wo er besonders gut genutzt werden kann – etwa dort, wo große industrielle Abnehmer, Speicher oder genügend Netzkapazitäten vorhanden sind.

Auch der gezielte Ausbau von Netzen und Speicher ist zentral. Intelligente Lösungen sind notwendig, um die Energieverteilung und den -verbrauch zu steuern. Echtzeitinformationen aus Sensorik- und Smart-Meter-Daten, dynamische Strom- und Netzpreise und Flexibilitätsmärkte können dabei nützlich sein. Das entlastet Netze und reduziert deren Ausbaubedarf und somit die Kosten.

Wie beim neuen Budget mit dem Klimaschutz umgegangen wird

Derzeit wird nur knapp ein Viertel des österreichischen Energieverbrauchs durch Strom gedeckt. Der Umstieg auf Strom für Heizen, Mobilität und Industrie ist nicht nur notwendig, um auch in diesen Bereichen von Öl und Gas loszukommen. Ein höherer Elektrifizierungsgrad macht das Energiesystem auch effizienter, flexibler und langfristig kostengünstiger.

Strombasierte Anwendungen, wie etwa Wärmepumpen, benötigen deutlich weniger Energie als Öl- und Gasheizungen. Gleiches gilt für E-Mobilität und elektrifizierte industrielle Prozesse. Obwohl der Strombedarf durch die Elektrifizierung steigt, sinkt damit der gesamte Energiebedarf. Fixkosten für Erzeugung, Netze und Speicher verteilen sich durch die Elektrifizierung auf mehr Abnehmer:innen und werden damit leistbarer.

Zudem sind viele dieser Anwendungen zeitlich steuerbar und können damit netz- und systemdienlich eingesetzt werden. Der Einsatz von Sektorkopplung, also die Nutzung von Strom in anderen Sektoren, wie zum Beispiel Mobilität, kann neben Speichern dem System helfen: Wenn etwa E-Autos in Haushalten dann geladen werden, sobald Energieüberschüsse bestehen, oder diese zur Wärmebereitstellung in Pufferspeichern genutzt wird.

## **Gelegenheit, in die richtige Spur zu finden**

All diese Maßnahmen erfordern nicht nur gezielte Investitionen, sondern auch viel politischen Willen. Beim Ausbau der Windkraft sind zwar in erster Linie die Bundesländer gefordert. In allen weiteren Fragen liegt die Zuständigkeit aber bei der Bundesregierung.

Das Erneuerbaren-Ausbaubeschleunigungsgesetz (EABG) und das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) sind die beiden Schlüsselgesetze, die die rechtlichen Rahmenbedingungen für den raschen Ausbau erneuerbarer Energien und die intelligente Steuerung von deren Verteilung und Verbrauch schaffen. Beide Gesetze liegen beschlussfähig vor.

Im Regierungsprogramm hatten ÖVP, SPÖ und Neos versprochen, sie noch vor dem Sommer 2025 zu verabschieden. Ob dieses Versprechen gehalten werden kann, ist noch offen.

Nach dem klimapolitischen Fehlstart im Budget wären diese Maßnahmen, eine gute Gelegenheit, in die richtige Spur zu finden. Erneuerbare Energie liegen in großer Menge und das ganze Jahr über vor unserer Haustür. Sie zu nutzen würde die Energiekosten dauerhaft senken, das Leben leistbarer, die Wirtschaft wettbewerbsfähiger und uns alle unabhängiger machen. Es würde uns Energiefreiheit verschaffen.

---

 # Warum rückschrittliche Klimapolitik in die Bedeutungslosigkeit führt

Kommentar Klimapolitik Klimadiskurs Budget 

Montag, 02.06.2025

Förderkürzungen, Abrücken von Klimazielen: Wie alle großen Umbrüche erfährt auch die Ökologisierung derzeit politischen Widerstand. Sie wird sich dennoch durchsetzen, ist Expertin Katharina Rogenhofer überzeugt.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/warum-rueckschrittliche-klimapolitik-in-die-bedeutungslosigkeit-fuehrt-120111623)*.*

Wer sich, wie ich, seit vielen Jahren intensiv mit der Klimakrise und dem Kampf dagegen beschäftigt, musste sich über die letzten Monate eine gewisse Leidensfähigkeit angewöhnen. Die Arbeit an politischer Umsetzung ist eine permanente Geduldsprobe. Die Klimapolitik der letzten Monate war aber nicht einmal mehr von zögerlichem Fortschritt, sondern von einer Serie von Rückschritten geprägt – in Österreich und darüber hinaus.

## **Politik im Rückwärtsgang**

Das [**Doppelbudget 2025/26**](https://kontext-institut.at/inhalte/budget-warum-uns-sparen-beim-klima-viel-geld-kosten-wird/) der österreichischen Regierung ist das rezenteste Beispiel dieser Rückschritte. Ein Drittel dieses Sparpakets von historischer Größe geht zu Lasten des Klimaschutzes. Klimafreundliches Verhalten wird belastet, klimaschädliches begünstigt.

Aber auch die Aufteilung der Agenden des früheren Klimaschutzministeriums machen die Verantwortungsdiffusion für klimapolitische Umsetzung leichter. Waren mit Energie, Verkehr, Umwelt und Klima die emissionsintensiven Sektoren früher an einer Stelle gebündelt, sind sie jetzt auf drei verschiedene Ministerien aufgeteilt.

Die Abkehr von Klimaagenden ist auch in einer Verschiebung in der medialen Debatte beobachten. Wie wir im KONTEXT Institut für Klimafragen zeigen konnten, wurde im Jahr 2024 in Österreichs Medien [**weniger über Klimapolitik gesprochen als im Jahr davor**](https://kontext-institut.at/inhalte/wie-%C3%BCber-klimapolitik-gesprochen-wird-newsflix/) und wenn doch, dann mit mehr negativen und verschleppenden Argumenten.

Die Rückschritte beschränken sich leider auch nicht nur auf Österreich. Die neue deutsche Bundesregierung ist im Rückwärtsgang in ihr Amt gestartet. Wirtschaftsministerin Katharina Reiche will neue Gaskraftwerke errichten. Bundeskanzler Friedrich Merz will das EU-Lieferkettengesetz gänzlich abschaffen und hat darin im französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron einen ebenso mächtigen Verbündeten gewonnen.

Die klimapolitische Abkehr der Europäischen Volkspartei, der auch Merz und Reiche angehören, und der Rechtsruck in vielen Mitgliedsstaaten hinterlässt auch auf EU-Ebene seine Spuren: Zentrale Errungenschaften der vergangenen Jahre, wie die schrittweise Reduktion der erlaubten Emissionen von PKWs oder die Ziele für Ausbau der erneuerbaren Energien oder die Energieeffizienz von Gebäuden stehen offen zur Disposition.

Klimapolitische Rückschritte also allenthalben – und da habe ich noch nicht einmal den Namen Donald Trump ins Spiel gebracht.

##   

**Schöpferische Zerstörung**

Eine gewisse Leidensfähigkeit ist demnach in diesen Monaten tatsächlich angebracht. Ein Grund für Resignation sind die Ereignisse aber nicht. Denn wer sich, wie ich, seit vielen Jahren intensiv mit der Klimakrise und dem Kampf dagegen beschäftigt, hat sich vermutlich auch schon etwas grundsätzlicher mit gesellschaftlichen Transformationen auseinandergesetzt und weiß daher, dass solche Prozesse nie immer nur in eine Richtung verlaufen.

Alle großen Umwälzungen in der Menschheitsgeschichte haben in irgendeiner Form Gegenbewegungen provoziert (die einmal mehr und einmal weniger erfolgreich waren). Denn alle Umbrüche hatten nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer.

Dasselbe gilt für große technologische und wirtschaftliche Transformationen. Die Industrialisierung ging zu Lasten der Handwerkszünfte, die Elektrifizierung zu Lasten des mechanischen Maschinenbaus. Wenn Neues entsteht, vergeht auch immer gleichzeitig Altes.

Mit diesen S-Kurven lässt sich die aktuelle Situation treffend beschreiben

## **Konfliktreiche Technologiewende**

Mit der Ökologisierung stehen viele technologische Umbrüche an. In der Wirtschaftswissenschaft gibt es das S-Kurven-Konzept, das die unterschiedlichen Entwicklungsphasen von Technologien beschreibt: Die Anfangsphase mit wenig Nutzung, hohen Kosten und viel Unsicherheit. Die Wachstumsphase mit schneller Verbreitung, Investitionen und öffentlicher Sichtbarkeit. Und die Reifephase mit hoher Marktdurchdringung und geringen Innovationssprüngen.

Die Kurven zeigen, wie durch zunehmende Forschung und Entwicklung, die Leistungsfähigkeit von Technologien in der Anfangsphase schwach und in der Wachstumsphase stark wachsen bis sie die Reifephase erreichen.

Mit diesen S-Kurven lässt sich die aktuelle Situation treffend beschreiben. Waren es in den Anfangsphasen vor allem gesellschaftliche und politische Motive, die etwa klimafreundliche Technologien vorangetrieben haben, greifen mittlerweile immer mehr Marktkräfte.

E-Autos oder Wärmepumpen sind deutlich energieeffizienter als ihre fossilen Pendants und sie werden immer leistungsfähiger und billiger. Erneuerbare Energien sind ohnehin bereits günstiger als Öl, Gas oder Kohle. Investitionen in klimafreundliche Technologien steigen weltweit exponentiell.

Zukunftstechnologien befinden sich also in der Wachstumsphase, während fossile Technologien, wie zum Beispiel Verbrenner-Autos oder Gasheizungen, bereits in der Sättigungsphase sind. Solche Technologie-Wendepunkte krempeln bestehende Systeme um und lösen Konflikte im politischen System aus. Das gilt umso mehr, da viele dieser Technologien, wie das Verbrenner-Auto, für einige europäische Länder über Jahrzehnte ein Wohlstandsgarant waren.

Wie die Entwicklung weitergehen, zeigt sich in China. Die chinesische Regierung hat strategisch auf Zukunftstechnologien gesetzt. Wie Europa ist China nicht in der Lage, sich selbst mit fossilen Energieträgern zu versorgen und baut deshalb offensiv erneuerbare Energien aus.

Auch E-Autos haben sich dort bereits durchgesetzt – sehr zum Leidwesen der europäischen Autobauer und ihres wichtigsten Exportmarktes. China ist bei E-Autos, Photovoltaik oder Batterien mittlerweile weltweit führend, was dem Land Unabhängigkeit und seiner Industrie enorme Wettbewerbsvorteile beschert.

Diese Fortschritte sind keineswegs das Ergebnis von klimapolitischem Eifer (China baut weiterhin Kohlekraftwerke), sondern fußen rein auf wirtschaftsstrategischen Überlegungen. Sie haben jedoch den erfreulichen Nebeneffekt, dass die CO2-Emissionen des Landes erstmals nicht mehr steigen. Dieses Ziel hatte sich die Führung in Peking ursprünglich erst für 2030 gesetzt.

## **Die nächste industrielle Revolution**

Die Ökologisierung der Wirtschaft ist nichts weniger als die nächste industrielle Revolution. Je früher und je ambitionierter Österreich und die EU vorgehen, desto größer ist die Chance, dass auch die angeschlagene Wirtschaft damit neuen Wind unter die Segel bekommt – und desto schneller sinken auch die Emissionen.

Damit diese Entwicklung im notwendigen Maß beschleunigt wird, damit also Zukunftstechnologien möglichst rasch in die volle Wachstumsphase kommen, braucht es aber noch politische Maßnahmen. Rechtliche Rahmenbedingungen, wie PKW-Flottenziele oder ein Enddatum für den Ausstieg von Öl- und Gasheizungen helfen wir genauso, wie der Ausbau von Netzen und Speichern und der Rückbau von Gasinfrastruktur.

Die Entscheidung, die Europa (und auch Österreich) jetzt treffen muss lautet also: wollen wir auf den Zug der Zukunftstechnologien aufspringen, Wettbewerbsfähigkeit aufbauen und Arbeitsplätze schaffen, oder in die industrielle Bedeutungslosigkeit abgleiten? Für mich ist die Antwort klar.

---

 # Neue Studie: Warum die Klimakrise Österreich besonders stark trifft

Kommentar Klimapolitik Klimaforschung 

Dienstag, 17.06.2025

Ein neuer Bericht bestätigt: Die Klima-Prognosen für Österreich sind besonders besorgniserregend. Leider lässt sich dasselbe Urteil über die Maßnahmen fällen, die die Politik dagegen unternimmt. Expertin Katharina Rogenhofer über das Dilemma.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/neue-studie-warum-klimakrise-oesterreich-besonders-stark-trifft-120114280)*.*

Der Sommer steht in Startlöchern. Kaum zeichnen sich Temperaturen jenseits der 25 Grad ab, beginnen bei mir strategische Planungen: Wie lange kann ich im Schlafzimmer lüften und ab wann müssen Fenster und Vorhänge dicht sein? Wie komme ich heute zu meinen Terminen und in welchen Straßen liegt möglicherweise mehr Schatten? Bis wann muss ich geistig herausforderndere Arbeit erledigt haben, weil mit zunehmender Temperatur die Konzentrationsfähigkeit abnimmt?

Die immer intensiveren und immer längeren Hitzewellen der letzten Jahre bestimmen unseren Alltag in den Sommermonaten. Für immer mehr Menschen werde sie eine ernsthafte gesundheitliche Gefahr.

Die Hitzewellen sind eine Folge der voranschreitenden Klimaerhitzung, die Österreich in besonderem Maße trifft. Laut dem zweiten österreichischen Sachstandsbericht (AAR2), der am Dienstag veröffentlicht wurde, hat sich Österreich seit 1900 um 3,1 Grad erwärmt und damit doppelt so stark wie der globale Schnitt.

Hitzewellen treten mittlerweile etwa um 50 Prozent häufiger auf und dauern im Schnitt ein bis vier Tage länger als im Zeitraum der Jahre 1961 bis 1990. Extremwetterereignisse, wie Starkregen, Hagel oder Stürme, werden häufiger und bedrohen zunehmend unsere Infrastruktur.

## **Herausforderung für Gesellschaft und Wirtschaft**

Diese Veränderungen betreffen nicht nur unseren Alltag und unsere Gesundheit, sondern auch unsere Wirtschaft. Österreichs Wirtschaft ist in gesundem Maße diversifiziert: mit einem – dank des Tourismus – starken Dienstleistungssektor, einer intakten Landwirtschaft und einem soliden industriellen Rückgrat.

Diese Diversifizierung ist eine Stärke. Sie fördert die Resilienz der gesamten Wirtschaft gegenüber externen Schocks auf einzelne Bereiche. Doch die Klimakrise und ihre Folgen entwickeln sich in einem Ausmaß und einer Geschwindigkeit, dass sie alle Sektoren in Mitleidenschaft zieht.

Der Schneemangel macht den Wintertourismus in niederen Lagen zunehmend unmöglich, hinzu kommt zunehmende Hitze im Sommer und sterbende Wälder, die der Landschaft zusetzen. Das gefährdet nicht nur die Existenz von Gastwirtinnen, sondern auch jene der örtlichen Bäcker, die sie beliefern, oder der Handwerkinnen, die die Häuser sanieren oder Autos reparieren.

Stark betroffen sind auch die Landwirtinnen und Landwirte. Ihre Ernten sind der steigenden Gefahr ausgesetzt, in langen Dürren langsam zu vergehen oder durch Extremwetterereignisse plötzlich zerstört zu werden. Die österreichische Hagelversicherung bezifferte die Schäden in der Landwirtschaft durch Frost, Dürre, Hagel, Sturm und Überschwemmungen im Jahr 2024 auf 260 Millionen Euro.

Die Industrie ächzt indessen im dritten Rezessionsjahr weiterhin unter den Strompreisen, die von fossilen Energieträgern in die Höhe getriebenen werden. Der AAR2-Bericht bestätigt: Die klimatischen Prognosen und ihre Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft sind besorgniserregend. Bedauerlicherweise lässt sich dasselbe Urteil auch über die Maßnahmen fällen, die die Politik dagegen unternimmt.

Die EU-Kommission hat Ende Mai in einem Bericht über den Nationalen Klima- und Energieplan zwar festgestellt, dass Österreich das verbindliche Klimaziel bis 2030 erreichen kann. Jedoch nur, wenn es alle (!) Maßnahmen des Plans umsetzt.

Viele dieser Maßnahmen, wie die Ökologisierung der klimaschädlichen Subventionen, sind aber weiterhin nicht in Sicht. Im Gegenteil: Mit dem Doppelbudget 2025/26 werden sogar neue Förderungen dieser Art eingeführt, das Klimaticket verteuert und Umweltförderungen – etwa für den Heizkesseltausch – gekürzt.

## **Was es jetzt braucht**

Was es angesichts dieser Entwicklungen braucht, sind Maßnahmen in zwei Bereichen: zum einen im Klimaschutz, um die Erhitzung nicht weiter zu verschärfen, und zum anderen in der Klimaanpassung, um die Folgen der Erhitzung möglichst zu lindern.

Um Österreichs europäischen und internationalen Verpflichtungen im Klimaschutz gerecht zu werden, ist es notwendig, die Maßnahmen im Nationalen Klima- und Energieplan umsetzen. Und zwar sämtliche: die Ökologisierung klimaschädlicher Subventionen inklusive.

Gibt es für bestimmte Bereiche – etwa den Umstieg von fossilen Heizsystemen auf Wärmepumpen – zu wenig Geld, dann müssen eben ordnungspolitische Maßnahmen gesetzt werden, um die Ziele zu erreichen. Denn sowohl die EU-Kommission als auch der Sachstandsbericht zeigen, dass der Ausbau erneuerbarer Energie und die Elektrifizierung von Industrie, Verkehr und Heizungen zentral sind, um den Treibhausgasausstoß maßgeblich zu reduzieren.

Der Umstieg auf erneuerbare Energie senkt gleichzeitig mittel- bis langfristig die Energiepreise. Dadurch kann die Industrie wieder günstiger produzieren und die privaten Haushalte günstiger heizen. Zudem wird Österreich auf die Weise unabhängig von Gas- und Ölimporten und damit sicherer.

In diesem Zusammenhang ist es erfreulich, dass die Regierung in Kürze das überfällige Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) vorlegen dürfte, das die Stromnetze den neuen Anforderungen anpasst und damit wichtige Voraussetzungen für Energiefreiheit schafft.

##   

**Anpassungen auf allen Ebenen**

Auch bei Klimaanpassung ist die Politik gefordert – und zwar auf allen Ebenen: Bund, Land und Gemeinden. Entsiegelten Bodenfläche und renaturierte Flussläufe sind effektiver Hochwasserschutz, Bäume kühlen unsere Städte.

Zugegeben: das alles kostet Geld – Geld, das angesichts der angespannten Haushaltslage nur schwer verfügbar ist. Aber auch hier ist der Sachstandsbericht deutlich: "Vorsorgender Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen sind auf lange Sicht deutlich kostengünstiger als die Bewältigung der Schäden, die durch die Auswirkungen des Klimawandels verursacht werden."

Vorsorge ist also immer besser als Nachsorge. Dasselbe kennen wir alle von der Klimaanpassung, die uns der Alltag abverlangt. Das beginnt schon mit der morgendlichen Frage, wie man bestmöglich das eigene Schlafzimmer lüften kann.

---

 # Wie die EU die Tür zum Schein-Klimaschutz aufstößt

Kommentar Klimapolitik EU Klimadiskurs 

Montag, 30.06.2025

Die EU definiert ihre Klimaziele neu. Länder können sich "freikaufen". In Österreich besteht dagegen Hoffnung. Die Regierung will noch vorm Sommer ein Klimaschutzgesetz vorlegen. Katharina Rogenhofer erklärt, warum wir mehr Norwegen wagen sollten.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/neue-studie-warum-klimakrise-oesterreich-besonders-stark-trifft-120116715)*.*

Klimaziele sind kein Selbstzweck, sondern die Voraussetzung für notwendige Maßnahmen zur Ökologisierung. In der EU drohen hier große Rückschläge. In Österreich könnte sich das Blatt demnächst wenden.

Nichts ist abgedroschener als zur Beschreibung von funktionierender Politik Beispiele aus Skandinavien anzuführen. Aber an dieser Stelle mache ich es dennoch, weil die Lehren sehr eindrücklich sind. Deshalb beginnt dieser Text mit E-Autos in Norwegen.

In Norwegen lag der Anteil der E-Autos an den gesamten PKW-Neuzulassungen im Jahr 2012 bei 2,8 Prozent und damit nicht wesentlich höher als jener in Österreich (ein Prozent). 2024 lag dieser Wert in Norwegen bei 89,3 Prozent und damit um einiges höher als die 17,6 Prozent in Österreich.

Möglich wurde dieser rasche Sprung, weil die norwegische Regierung im Jahr 2017 das Ziel festlegte, mit 2025 nur mehr E-Autos zulassen zu wollen. Aber was dann geschah, könnte die eine oder den anderen Beteiligten in der österreichischen und europäischen Klimapolitik durchaus verblüffen: Die Politik – egal, wer in Regierungsverantwortung war – hat sich einfach an dieses Ziel gehalten und alle Maßnahmen umgesetzt, die nötig waren, um das Ziel zu erreichen.

Verblüffen mag das in Österreich und der EU deswegen, weil wir es hierzulande mittlerweile gewohnt sind, dass klimapolitische Ziele zwar gerne ausgerufen, dann aber sehr unterschiedlich ernst genommen werden, zur Not an ihnen gerüttelt wird oder sie gänzlich zu Makulatur verkommen.

## **Neuer Rückschritt bei EU-Klimazielen**

In Österreich gibt es mit der Klimaneutralität 2040 zwar ein Klimaziel, zu dem sich bereits zwei Regierungen hintereinander bekennen konnten. Allerdings bisher nur in Form einer Absichtsbekundung und ohne gesetzliche Verbindlichkeit. Ein Klimaschutzgesetz ist seit 2020 ausständig.

Zudem lässt sich nicht erkennen, dass die aktuelle Politik dem Ziel mit großer Entschlossenheit folgt. Zwar sinken die Emissionen seit einigen Jahren. 2023 lag Österreich laut Umweltbundesamt aber weiterhin 23 Prozent über dem Reduktionspfad, der uns bis 2040 auf null führen soll.

Selbst das weniger ambitionierte EU-Klimaziel für 2030 ist laut EU-Kommission nur mit einigen zusätzlichen Maßnahmen zu erreichen. Der politische Trend geht aktuell jedoch in die genau [**entgegengesetzte Richtung**](https://kontext-institut.at/inhalte/budget-warum-uns-sparen-beim-klima-viel-geld-kosten-wird/).

Auf EU-Ebene gibt es zwar gesetzlich verbindliche Ziele, allerdings lässt auch hier der politische Wille, sie zu erreichen, spürbar nach. Im vorauseilenden Gehorsam gegenüber den zunehmend bremsenden Mitgliedsländern schwächt die EU-Kommission mittlerweile laufend wichtige Gesetze und Zwischenziele des Green Deals ab. Politico beschrieb dieses Vorgehen in einem martialischen Bild: Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen amputiert den Green Deal, um ihn noch am Leben zu halten.

Der nächste Einschnitt betrifft nun die Klimaziele selbst und steht unmittelbar bevor. Am Mittwoch den 2. Juli präsentiert die Kommission zwar mit einer Emissionsreduktion von 90 Prozent bis 2040 ein auf den ersten Blick ambitioniertes Ziel. Allerdings entsprechen die 90 Prozent dem unteren Ende dessen, was der wissenschaftliche Klimabeirat der EU für notwendig erachtet.

Zudem sollen die Mitgliedsländer künftig die Möglichkeit haben, sich in einem gewissen Maß internationale Kompensationsprojekte gutschreiben zu lassen. Vielen Regierungen stehen damit möglicherweise künftig vor der Alternative: gegen vermeintlichen Widerstand die notwendige Wärmewende vorantreiben (und damit Mehrwert vor Ort schaffen) oder doch lieber nur schnell ein gesundes Stück Wald im Amazonas kaufen?

Die Kommission nimmt die Mitgliedsländer damit zunehmend aus der Verantwortung und öffnet eine Tür für Scheinklimaschutz, die der populistische politische Wind bald ganz aufdrücken könnte.

## **Ein Klimaschutzgesetz für Österreich**

Vielversprechenderes kommt gleichzeitig aus Österreich. Klimaminister Nobert Totschnig hat angekündigt, noch vor dem Sommer ein Klimaschutzgesetz vorzulegen. Dieses Gesetz bietet die Chance für eine Trendumkehr in der bislang eher kontraproduktiven Klimapolitik der aktuellen Regierung.

Zum einen würde es die Klimaneutralität 2040 endlich gesetzlich festzuzurren und damit etwas schaffen, was der schwarz-grünen Vorgängerregierung nicht gelungen war. Zum anderen könnte es klare Zuständigkeiten und Prozesse festsetzen.

Gerade im österreichischen Föderalismus ist die Gefahr (oder die Versuchung) groß, dass wichtige Maßnahmen im Verantwortungsdschungel verloren gehen und nicht umgesetzt werden.

Spätestens seit das Klimaschutzministerium zerschlagen und die emissionsintensiven Sektoren in drei verschiedene Ministerien aufgeteilt wurden, ist ein Klimaschutzgesetz die dringend notwendige Voraussetzung für eine wirkungsvolle Klimapolitik in diesem Land.

Ein Klimaschutzgesetz sollte für alle Sektoren verbindliche Pfade bis zur Klimaneutralität 2040 festschreiben, Zuständigkeiten definieren und einen Prozess schaffen, in dem die Zieleinhaltung jedes Jahr wissenschaftlich geprüft wird und Sofortmaßnahmen ergriffen werden, wenn sich eine Lücke auftut.

## **Entschlossene Politik macht den Unterschied**

Klimaziele und die Prozesse, um sie zu erreichen, sind kein Selbstzweck. Sie sind die Voraussetzung für effektiven Klimaschutz auf politischer Ebene. Aber nicht nur: Sie geben den Menschen und Unternehmen klare Perspektiven für ihre Konsum- oder Investitionsentscheidungen.

Wenn ich als Hausbesitzerin weiß, dass ich 2040 nicht mehr mit Öl oder Gas heizen darf, werde ich beim nächsten Heizungswechsel, der irgendwann ohnehin nötig sein wird, auf eine saubere Alternative wechseln und damit einen Beitrag zur Emissionsreduktion leisten.

Und wenn ich als Unternehmerin weiß, dass ich und all meine Konkurrent:innen die Emissionen unserer Produktion bis zum Zeitpunkt x unten den Wert y bringen müssen, habe ich einen langen Vorlauf, um mich den Vorgaben anzupassen und mir mit klugen Entscheidungen möglicherweise einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Eine Politik, die im Fünfjahrestakt Gesetze beschließt und wieder zurücknimmt, ist dagegen Gift für jegliche Planungssicherheit.

Für den Umstieg auf E-Autos musste die Regierung in Norwegen nur einige das Ziel ausgeben und einige wirkungsvolle Maßnahmen erlassen: weniger Steuern, Maut und Parkgebühren für E-Autos.

Aber bevor wir uns weiter skandinavischen Best-Practice-Beispielen hingeben: Die Lehre aus Norwegen ist nicht, dass die politischen Mühlen in Oslo besser mahlen als in Brüssel oder Wien. Die Lehre ist vielmehr, dass eine entschlossene Politik mit klaren Zielen und entschlossener Umsetzung in kurzer Zeit einen sehr großen Unterschied machen kann.

---

 # Warum politische Angst ein Gift für Klima und Wirtschaft ist

Kommentar Klimapolitik Klimadiskurs Wirtschaft 

Mittwoch, 10.09.2025

Inflation und Rezession, Putin und Trump: Viele Sorgen, ja Ängste, lähmen derzeit die aktuelle Politik. Katharina Rogenhofer pladiert für das genaue Gegenteil. Österreich bracht nun Mut, Zuversicht und neue Impulse. Das würde sich auch finanziell lohnen.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/warum-politische-angst-ein-gift-fuer-klima-und-wirtschaft-ist-120129390)*.*

Die Sommerpause ist vorbei, doch statt mit Frische und Erholung aus dem Sommer zu starten, stimmt mich der politische Diskurs gerade nachdenklich. Einerseits hallt das Europäischen Forum Alpbach noch nach. Zwar war die Zeit dort, wie immer, mit beeindruckenden Begegnungen und Gesprächen, inspirierenden Persönlichkeiten und Ideen gefüllt.

Doch, obwohl das Forum mit einem Programm unter dem Titel "Recharging Europe" zum Aufbruch einzuladen versuchte, dominierten andere Gefühle auf den Panels: Zögerlichkeit, Sorge, ja sogar Angst. Angst vor dem Imperialismus von Wladimir Putin und der Unberechenbarkeit von Donald Trump. Angst vor den Auswüchsen der Künstlichen Intelligenz und Desinformation

Die Schlussfolgerung daraus war jedoch nicht der Aufbruch, sondern Abschottung und Aufrüstung. Der Kampf gegen die Klimakrise kam in den hochrangigen Diskussionsveranstaltungen kaum vor.

Ein ähnlicher Eindruck beschleicht mich, wenn ich die Innenpolitik in Österreich in diesen Tagen mitverfolge. Kürzlich wurde ein früher Entwurf des Klimagesetzes öffentlich, in dem gefühlt jeder Paragraf zu versprechen versucht, dass es keine Verbindlichkeit geben wird.

## **Angst ist der schlechteste Ratgeber**

Auch die Regierungsklausur in der letzten Woche schien dominiert von der Angst vor dem Budgetloch, der Angst vor Rezession und Inflation. Und über allem: Die Angst, die Wähler:innen in die Hände der FPÖ zu treiben, wenn man ihnen nur etwas zumutet – und seien es nur neue Ideen oder Politikansätze. Die Klimapolitik, so wird auch hier suggeriert, sei jetzt einmal hintanzustellen.

Die Sorgen sind absolut nachvollziehbar: Die Aggression Russlands, der verheerende Krieg, und die turbulente Zollpolitik in den USA sind real. Das Loch im österreichischen Staatshalt ist noch lange nicht gefüllt und die österreichische Wirtschaft strauchelt, während die Inflation den Haushalten auf der Tasche liegt.

Bedenklich ist allerdings, dass wir uns offenkundig zunehmend von unseren Sorgen lähmen lassen. Die österreichische Politik ist so sehr um den Verlust von Kontrolle und Souveränität besorgt, dass sie dadurch jegliche Kontrolle und Souveränität zu verlieren droht.

Und so starte ich mit einem Plädoyer in den Herbst. Ein Plädoyer für Mut und Zuversicht. Und ein Plädoyer für neue Impulse und dafür, uns unserer Stärken zu besinnen und ins Handeln zu kommen. Nur so kommen wir aus der Passivität wieder in die Aktivität und können ein zukunftsträchtiges Österreich gestalten. Angst ist dafür jedenfalls der schlechteste Ratgeber.

## **Mehr Wohlstand, mehr Sicherheit**

Die österreichische Regierung verhandelt aktuell einige Gesetze, die genau solche positiven Impulse liefern könnten. Das beginnt mit besagtem Klimagesetz: mit dem klaren Ziel der Klimaneutralität bis 2040 und ebenso verbindlichen Zielen für die Emissionsreduktion in Energie, Verkehr, Industrie und Gebäude könnte es den rechtlichen Rahmen schaffen, um die Ökologisierung voranzutreiben. So würde es Planungssicherheit ermöglichen, sodass Unternehmen und private Haushalte die Transformation mitgestalten und von ihr profitieren können.

Denn der weltweite Markt für klimafreundliche Technologien wächst exponentiell. Österreich kann durch Investitionen in klimafreundliche Technologien ins Spitzenfeld gelangen und nicht nur sauberer produzieren, sondern auch Exportmärkte erschließen.

Diese Ausrichtung müsste Herzstück der Industriestrategie sein, wenn wir nicht auf das industrielle Abstellgleis des 20. Jahrhunderts verbannt werden wollen. Denn eine zügige Transformation steigert die heimische Wertschöpfung – allein durch die Industrie um bis zu drei Prozent.

Laut einer Studie der Energieagentur kann die Energiewende in Österreich zudem bis 2040 jährlich über 21.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Ein großer Teil dieser Beschäftigung entsteht in Klein- und Mittelunternehmen, insbesondere im Bau- und Installationsbereich.

Ähnlich starke Impulse kann der konsequente Umstieg auf erneuerbare Energie bringen. Auch hier verhandelt die Regierung aktuell mit dem Elektrizitäts-Wirtschaftsgesetz (ElWG) und dem Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) zwei maßgebliche Gesetze, die diesen Umstieg massiv beschleunigen können.

Bei ambitionierter Umsetzung kann sich Österreich dadurch mittel- bis langfristig mit Energie sauber und günstig selbst versorgen. Unternehmen würden dadurch wettbewerbsfähiger und privaten Haushalten bliebe mehr Geld für das tägliche Leben. Gleichzeitig macht uns eine rasche Energiewende unabhängig vom Gas aus Russland, Öl aus Kasachstan und dem Irak oder auch dem Flüssiggas aus den USA. Die bangen Blicke in den Kreml oder ins Weiße Haus könnten wir uns dadurch bald sparen.

## **Österreich hat es in der Hand**

Apropos sparen: mit der Ökologisierung klimaschädlicher Förderungen könnte auch das verbleibende Budgetloch gefüllt, oder notwendige Investitionen in die Zukunft finanziert werden. Und gleichzeitig ließen sich Emissionen einsparen. Ein Win-Win für Budget und Klima.

Österreich muss nicht auf Wunder und die Güte anderer hoffen, sondern kann selbst wichtige Impulse setzen. Wir haben viele Stärken. Bei sauberen Zukunftstechnologien, beispielsweise in den Bereichen Gebäude und Eisenbahnen, liegt Österreich gemessen an den Patenten pro Kopf weltweit auf Platz 1. Auch im Bereich Kreislaufwirtschaft bestehen große Potenziale.

Auch die Bevölkerung ist hier weiter, als viele Politik gelegentlich zu befürchten scheint. Solarpaneele gehören ohnehin mittlerweile in die Ortsbilder; kaum ein Bauernhof, dessen Dächer noch nicht damit bedeckt sind. Und im Bezirk Freistadt (OÖ) haben kürzlich 15 Bürgermeister Landeshauptmann Thomas Stelzer dazu bewogen, das Verbot eines Windparks durch dessen Landesregierung zurückzunehmen.

## **Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben**

"The only thing we have to fear is fear itself", sagte US-Präsident Franklin D. Roosevelt bei seinem Amtsantritt 1933, am Gipfel der Depression in den USA. Das Einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Furcht selbst.

Oder um es mit Johann Nestroy etwas österreichischer zu sagen: "Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben". Roosevelt hat die Depression mit einem Befreiungsschlag, dem "New Deal", überwunden und seinem Land damit Jahrzehnte des Wohlstands bescherte. Einen Befreiungsschlag dieser Art hat Österreich nun auch nötig. Klimapolitik ist dabei nicht ein Klotz am Bein, sondern eine zentrale Lösung.

---

 # Europas Sicherheit beginnt bei Energie und Rohstoffen

Kommentar EU Erneuerbare Energie Klimapolitik 

Sonntag, 25.01.2026

Wirkliche Unabhängigkeit entsteht nur, wenn wir Energie selbst erzeugen. Ein Gastkommentar von Katharina Rogenhofer.

*Dieser Text erschien als Gastkommentar bei* [*KURIER.at*](https://kurier.at/meinung/gastkommentare/europa-sicherheit-energie-rohstoffe-trump/403124168)

Über Jahrzehnte hielten Europa und Österreich ihre Sicherheit für selbstverständlich. Tatsächlich haben wir sie mit gefährlichen Abhängigkeiten erkauft. Wie hoch dieser Preis ist, zeigt sich mindestens seit Russlands Angriff auf die Ukraine und Chinas wachsendem geopolitischem Einfluss. Und spätestens seit Donald Trump wieder im Weißen Haus sitzt, ist klar: Auf Verlässlichkeit von außen kann Europa nicht mehr bauen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach in Davos von einem „geopolitischen Schock“. Er zwingt Europa, seine Unabhängigkeit neu zu definieren. Und das ist gut so.

Am Montag legt das Bundesheer mit dem „Risikobild 2026“ eine umfassende Analyse der Sicherheitslage vor. Sie macht Jahr für Jahr deutlich, dass Sicherheit nicht an der Grenze des Militärischen endet. Auch die Energie- und Rohstoffversorgung entscheiden darüber, wie handlungsfähig Staaten im Krisenfall sind.

Im Energiebereich war diese Verwundbarkeit lange bekannt und wurde dennoch ignoriert. Zwischen 1991 und 2006 kam es laut der schwedischen Defence Research Agency zu 55 Fällen, in denen Russland Gaslieferungen aussetzte oder damit drohte. Meist waren diese Fällemit wirtschaftlichen oder politischen Forderungen verbunden. Der Krieg gegen die Ukraine legte eine weitere Dimension offen. Explodierende Energiepreise trieben die Inflation, belasteten Haushalte und schwächten Unternehmen. Das traf nicht nur die Wirtschaft, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Nach dem Ausstieg aus russischem Öl und Gas droht nun die nächste Schieflage. Statt echter Unabhängigkeit tauschen wir eine Abhängigkeit gegen eine andere und setzen zunehmend auf Flüssiggas (LNG) aus den USA. Diversifizierung mag Risiken kurzfristig dämpfen, sie löst das Problem aber nicht. Wirkliche Sicherheit und Unabhängigkeit entsteht nur, wenn wir Energie selbst erzeugen. Das gelingt nur mit erneuerbaren Quellen und mit der konsequenten Elektrifizierung von Verkehr, Industrie und Heizungen.

Auch bei Rohstoffen ist Europa empfindlich abhängig. Für viele elektronische Anwendungen benötigen wir Lithium, Kobalt oder seltene Erden, über die wir kaum verfügen. China hat im vergangenen Jahr demonstriert, wie schnell diese Abhängigkeit politisch genutzt werden kann. Exportbeschränkungen machten deutlich, wie fragil europäische Wertschöpfungsketten sind. Laut McKinsey stünden in Österreich im Ernstfall bis zu 50.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Der Ausweg ist klar, auch wenn er politischer Ambition bedarf. Erstens braucht Europa mehr technologische Souveränität. Europa muss zentrale Zukunftstechnologien in Zukunft selbst produzieren. Am besten ganz ohne kritische Rohstoffe. Speicher, die etwa mit Salzen und Sanden funktionieren, existieren bereits. China investiert gezielt in Solarmodule, Batterien und andere Zukunftstechnologien. Nicht aus Idealismus, sondern aus strategischem Kalkül. Europa darf diesen Wettlauf nicht weiter verschlafen.

Zweitens müssen wir Rohstoffe besser nutzen. Wegwerfen ist eine Verschwendung, den die uns nicht mehr leisten können. Kreislaufwirtschaft ist kein ökologisches Nischenprojekt, sondern ein sicherheitspolitisches Gebot. Kritische Materialien müssen recycelt, aufbereitet und innerhalb der EU genutzt werden, statt als Abfall exportiert zu werden.

Die Politik hat diese Zusammenhänge teilweise erkannt. Kreislaufwirtschaft und saubere Zukunftstechnologien nehmen in der neuen Industriestrategie eine prominente Rolle ein. Gleichzeitig stockt der Ausbau erneuerbarer Energien, besonders der Windkraft. Auch bei der Elektrifizierung fehlt oft der Mut zu klaren Entscheidungen, wie sich bei der Diskussion um das Ende der Autoabgase 2035 gezeigt hat.

Europa und Österreich stehen vor einer entscheidenden Frage. Wollen wir an fossilen Abhängigkeiten festhalten und damit unsere Verwundbarkeit verlängern? Oder wollen wir mit sauberen Technologien unsere Sicherheit selbst in die Hand nehmen? Die Risikoanalyse ist eindeutig. Erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft und saubere Zukunftstechnologien sind die Grundlage für Unabhängigkeit, Stabilität und Sicherheit in einer unsicher gewordenen Welt.

---

 # Die Windkraft schlecht zu reden, können wir uns nicht leisten

Kommentar Erneuerbare Energie Klimapolitik 

Montag, 11.05.2026

Wie wir über die Energiewende sprechen, entscheidet, ob sie stattfindet oder nicht. Ein Appell für eine lösungsorientierte Debatte – vor allem über die Windkraft.

*Dieser Text erschien als Gastkommentar am 11. Mai 2026 in der Printausgabe der* [*Salzburger Nachrichten*](https://www.sn.at).

Nach Russlands Überfall auf die Ukraine haben die hohen Öl- und Gaspreise die längste Rezession in der Zweiten Republik mitverursacht. Nun trübt der Krieg im Mittleren Osten die Aussichten auf den lang ersehnten Aufschwung. Und in der instabilen Weltlage ist leider auch der nächste fossile Preisschock nur eine Frage der Zeit. Das muss nicht so sein. Unsere Öl- und Gasabhängigkeit ist kein Schicksal, sondern eine Wahl. Wir haben es in der Hand, uns daraus zu befreien. Das erfordert einen nationalen Kraftakt – und der beginnt mit einer konstruktiven Debatte über wirksame Lösungen. Denn wie wir über die Energiewende sprechen, entscheidet, ob sie stattfindet oder nicht.

## **Energiethemen zunehmend außer Streit**

Vieles geht schon in die richtige Richtung. Denn auch wenn die Medienberichterstattung vereinzelt einen anderen Eindruck vermittelt: Bei erneuerbarer Energie ist die Debatte überwiegend konstruktiv. Im KONTEXT Institut analysieren wir jährlich, wer in der medialen Debatte wie über Klimapolitik spricht. Das Ergebnis unserer diesjährigen Studie zeigt: Wenn in Medien über erneuerbare Energie gesprochen wird, dann zu rund 75 Prozent auf positive Weise. Im Mittelpunkt stehen dabei höhere Versorgungssicherheit durch Importunabhängigkeit, niedrigere Energiepreise durch mehr Erneuerbare im Energiemix und damit allgemeine wirtschaftliche Stabilität. Gleichzeitig werden Chancen für Innovation, neue Technologien und Arbeitsplätze – sogenannte „Green Jobs“ – hervorgehoben. Erneuerbare Energie wird also weitgehend als Chance für Unabhängigkeit und Wettbewerbsfähigkeit wahrgenommen.

Die positive Entwicklung der Erneuerbaren zeigt sich nicht nur in wissenschaftlichen Diskursanalysen, sondern auch bei einer Fahrt durchs Land. Der Ausbau der Solarenergie geht rasch voran. Photovoltaik-Anlagen sind längst ein fixer Bestandteil von Ortsbildern – kaum ein Bauernhof, der keine am Dach hat. Energiegemeinschaften gehören mittlerweile ebenso zu vielenGemeinden, wie die Musikkapelle oder der Sportverein.

## **Windkraft bleibt fehlendes Stück**

Das fehlende Stück in dieser Entwicklung bleibt die Windkraft, deren Ausbau nicht ähnlich schnell, wie jener der Photovoltaik vorankommt. Auch in der öffentlichen Debatte bleibt sie eine Zielscheibe von Desinformation und einem Populismus, in dem oft die Hoffnung auf ein paar zusätzliche Wählerstimmen mehr wiegt als der Wohlstand und die Unabhängigkeit der eigenen Wirtschaft und Gesellschaft. Der neue Kärntner Landeshauptmann, Daniel Fellner, spricht offen von seinem „Hass“ auf Windräder. Im Industrieland Oberösterreich weist die Landesregierungohne irgendeine rechtliche Notwendigkeit „Ausschlusszonen“ für Windkraft aus. In Salzburg, Tirol und Vorarlberg steht bis heute kein einziges Windrad.

Um diese Weigerung zu rechtfertigen, beobachten wir durch unsere Analysearbeit verschiedene “Verschleppungstaktiken.” Die Vorgehensweise ist dabei häufig sehr einfach: Berechtigte Bedenken, etwa rund um den Natur- oder den Vogelschutz, werden politisch gegen die Windkraft instrumentalisiert. Ein anderes dieser Themen ist die Versorgungssicherheit, bei dem das Schreckensgespenst der sogenannten Dunkelflaute an die Wand gemalt wird. Diese ist tatsächlich eine Herausforderung, aber durch Wetterprognosen vorhersehbar und in einem gutintegrierten Stromsystem mit anderen Energiequellen, mehr Speicherkapazität, stärkeren Netzen und notfalls mittels Importen steuerbar.

Dennoch werden mit diesem punktuellen Risiko gezielt Ängste geschürt und weiter aufgebauscht. Für unsere Studie haben wir Beispiele beobachtet, in denen die vermeintliche Unverlässlichkeit zu einem Problem für den Wirtschaftsstandort hochstilisiert wird. Bezogen auf die deutsche Industrie wird etwa in einem Meinungsbeitrag in der Tageszeitung „Die Presse“ imFebruar 2025 behauptet, dass die „Anpassung der Industrieproduktion an den Flatter-Ökostrom“ die Deindustrialisierung beschleunigen könnte.

Dass die Bedenken um die Versorgung häufig nur ein Vorwand sind, wird darin deutlich, dass ein viel größeres Problem in diesem Zusammenhang gerne ignoriert wird: die Winterstromlücke. Anders als die Dunkelflaute, die kurzfristige managebare Belastungsproben verursacht, ist die Winterstromlücke ein chronisches Defizit. Hier ist die Windkraft, die vor allem im Winter leistungsstark ist, der Schlüssel zur Versorgungssicherheit. Verbund-CEO Micheal Strugl, der diese Debatte konstruktiv führt, sagte kürzlich in einem TV-Interview, dass Österreich im Jännerdieses Jahres 27 Prozent des Stroms importieren musste: „Das zeigt, wir haben eine Winterstromlücke. (...) Windkraft wird helfen, diese Lücke zu schließen." Die Energieagentur hat kürzlich erhoben, dass Kärnten in den Wintermonaten 35 Prozent des Stroms importieren muss und diese Lücke mit 100 anstatt der 50 geplanten Windräder zu schließen sei. Das sollte dem Landeshauptmann – bei allem Respekt vor seinen persönlichen Geschmäckern – zu denken geben.

## **Geringer politischer Nutzen**

Auch die verzerrten Schlussfolgerungen für den Wirtschaftsstandort verkennen die tatsächlichen Entwicklungen. Gerade für die energieintensive Industrie wird die ausreichende Verfügbarkeit von günstigem sauberem Strom zunehmend zu einer zentralen Standortfrage. Dieser sogenannte „Renewables Pull Effect“ wurde in diversen Untersuchungen bestätigt. Unternehmerumfragen bestätigten etwa, dass der Norden Deutschlands durch die bessere Versorgung mit sauberem Strom deutlich attraktiver als der traditionell industriestarke Süden des Landes ist. Wasserstoffproduktionen, Datencenter oder KI-Serverfarmen werden diesen Trend künftig noch verstärken.

Nicht voll auf Windkraft & Co. zu setzen, kann also schwerwiegende Nachteile bedeuten. Einzig aus kurzfristigem politischem Kalkül die Windkraft schlecht zu reden, können wir uns jedenfalls nicht mehr leisten. Und es geht auch anders: „Die Verfügbarkeit von Energie wird künftig bestimmen, wie attraktiv ein Bundesland sein wird", sagt richtigerweise die steirische Energielandesrätin Simone Schmiedtbauer. In der Steiermark entstehen deshalb bis zu 150 neue Windräder. Ja, genau: 150 Windräder. Weil Unabhängigkeit eine Wahl ist.

---

 # Budgetkürzungen – wenn, dann richtig!

Kommentar Erneuerbare Energie Klimapolitik Mobilität Budget 

Donnerstag, 21.05.2026

Nicht einseitig bei E-Autos zu sparen wäre gut. Klimaschädliche Subventionen im Ver­kehr zu ökologisieren wäre besser.

*Dieser Text erschien als Gastkommentar am 21. Mai 2026 in* [*DiePresse*](https://www.diepresse.com/25303468/budgetkuerzungen-wenn-dann-richtig).

Budgetkürzungen können eine Chance sein – dort, wo das Falsche gefördert wird, zum Beispiel der Verbrauch von Öl und Gas. Die Re­gierung hat diese Chance bereits einmal verpasst. Jetzt könnte die nächste Runde folgen.

Mit dem Doppelbudget 2027/28 planen ÖVP, SPÖ und Neos, die private Nutzung von Dienst-E-Autos zu besteuern. 75 Millionen Euro soll das 2027 bringen, 160 Millionen 2028. Für Verbrenner-Dienstwagen ändert sich offenbar nichts. Es ist dieselbe Logik wie im Vorjahr, als die Regierung Förderungen für E-Autos gekürzt, sie zusätzlich besteuert und gleichzeitig Verbrenner-Nutzfahrzeuge steuerlich bessergestellt hat. Wer sauber unterwegs ist, zahlt drauf, wer nicht, wird belohnt.

Das ist in vieler Hinsicht selbstschädigend – vor allem wirtschaftlich: Gerade jetzt, da die Treibstoffpreise in die Höhe schnellen, verzögert die Politik die Mobilitätswende und damit den Weg aus der Öl- und Gasabhängigkeit. Und riskiert in späterer Folge Strafzahlungen durch die Verfehlung der EU-Klimaziele. E-Mobilität setzt sich zudem gerade auf dem globalen Markt durch, die Zulassungszahlen erreichen mit jedem Monat neue Rekordwerte und die Anschaffungskosten sinken. Bezüglich Effizienz und Betriebskosten sind sie Verbrennern ohnehin schon lange überlegen, nicht erst, seitdem die Straße von Hormuz blockiert ist. Ausgerechnet in dieser Situation, in der die Transformation an Fahrt aufnimmt, schafft die Regierung falsche Anreize zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt.

Anstatt zu versuchen, den Verbrenner vor dem technologischen Fortschritt und den Marktentwicklungen zu schützen, wäre die Regierung besser beraten, die Anreize für betriebliche Mobilität grundsätzlicher zu überdenken. Österreich gibt mehrere Milliarden Euro pro Jahr für klimaschädliche Förderungen aus. Das Dienstwagenprivileg in der heutigen Form subventioniert systematisch große Autos und deren private Nutzung. Die Pendlerförderung ist komplex, sozial ungerecht und überfördert Pkw-Nutzung. All das auf Staatskosten.

Beim Dienstwagenprivileg würde die Abschaffung der Sachbezugsdeckelung den unverhältnismäßigen Vorteil für große Autos vermeiden. Durch die Einführung einer kilometerabhängigen Abgabe würden die tatsächlich privat gefahrenen Kilometer in der Besteuerung berücksichtigt und ein Anreiz geschaffen, die Nutzung zu reduzieren. Damit allein könnte der Staat jährlich rund 300 Millionen Euro einsparen – fast doppelt so viel wie mit der neuen E-Auto-Steuer.

## Andere finanzielle Anreize

Gleichzeitig ließen sich die Pendlerförderungen in individuelle Mobilitätsbudgets umwandeln, die allen Beschäftigten die freie Entscheidung über die Wahl der Verkehrsmittel lassen und zudem einfacher zu administrieren wären. Mit finanziellen Anreizen für Öffis, Carsharing-Angebote oder eben E-Autos kann die Mobilitätswende entscheidend vorankommen. Diese Maßnahmen können viele Tausende Tonnen an CO₂-Emissionen vermeiden und die letzte Chance am Leben halten, Klimaziele zu erreichen und Milliardenbelastungen zu entgehen.

Das zeigt: Kluge Politik kann Steuergeld sparen und gleichzeitig teure Abhängigkeiten und Emissionen reduzieren. Versprochen haben das ÖVP, SPÖ und Neos eigentlich in ihrem Regierungsprogramm. Getan haben sie bisher das Gegenteil. Wie viel das Versprechen wert ist, wird der Finanzminister mit seiner Budgetrede beantworten.

---

 # Spritpreise: Mit Symptombekämpfung bleibt Energiekrise Dauerzustand

Kommentar Erneuerbare Energie Klimapolitik Mobilität 

Sonntag, 15.03.2026

Die Antworten der Regierung auf die hohen Energiepreise sind nicht nur kurzsichtig, sondern fahrlässig. Ein Gastkommentar von Katharina Rogenhofer.

*Dieser Text erschien als Gastkommentar bei* [*KURIER.at*](https://kurier.at/meinung/gastkommentare/iran-spritpreise-symptombekaempfung-energiekrise-dauerzustand/403141195)

Jetzt ist schon wieder was passiert. Im Mittleren Osten ist Krieg, und die Preise für Öl und Gas steigen rasant an. Überraschen darf das niemanden. Bereits der russische Angriff auf die Ukraine hat gezeigt, wie teuer uns die Abhängigkeit von Öl und Gas zu stehen kommt. Hohe Energiepreise belasten unsere Industrie und Haushalte, schwächen die Wettbewerbsfähigkeit und befeuern die Inflation – bis heute. Damals wie heute ist klar: Nur eine konsequente Energiewende kann uns langfristig aus dieser Abhängigkeit führen. Erneuerbare Energien müssen nicht durch Kriegsgebiete oder gefährliche Schiffspassagen, sondern lassen sich dauerhaft zu leistbaren und stabilen Preisen vor unserer Haustür produzieren.

Obwohl der Preisschock nach 2022 für die längste Wirtschaftskrise der Zweiten Republik mitverantwortlich war und die Lösung so offensichtlich ist, hat kaum Umdenken stattgefunden. Auch im Moment befasst sich Regierung allein mit Symptombekämpfung und verschließt dabei die Augen vor den Ursachen. Niedrigeren Treibstoffsteuern und einem Preisdeckel, die zwischenzeitlich im Gespräch waren, hat der Bundeskanzler selbst bereits wieder eine Absage erteilt. Wirtschaftsministerium und Wirtschaftskammer sehen aber weiterhin die Stunde gekommen, marktwirtschaftliche Instrumente wie den Emissionshandel und die Merit Order gemeinsam mit anderen EU-Mitgliedern abzuschwächen. Nächste Woche wird darüber bei einem EU-Gipfel beraten.

Bei allem Verständnis für den Wunsch nach schnellen Lösungen: Solche Vorschläge verzögern die notwendige Ökologisierung unserer Energieversorgung. Sie entsprechen jedoch der kontraproduktiven Politik der letzten Monate. Die Regierung hat in ihrem ersten Jahr viele Chancen verpasst, bei der Ökologisierung der Wirtschaft voranzukommen und damit gefährliche Abhängigkeiten zu beenden. Gerade die ÖVP bremst auf EU-Ebene häufig Maßnahmen zur Transformation, etwa das Ende der Autoabgase oder den Emissionshandel.

## Umstieg auf E-Autos

Beim Ausbau der Erneuerbaren hat die Regierung bereits zentrale Schritte gesetzt und weitere angekündigt. Ob damit die Windräder in den Bundesländern früher stehen und die Netze schneller ertüchtigt sind, bleibt abzuwarten. Darüber hinaus geht es aber bei der Energiewende auch um den Umstieg auf E-Autos, Wärmepumpen und die Elektrifizierung der Industrie. Hier gibt es bisher wenig Fortschritte. Das schadet dem Standort.

Eine Studie des Kontext Instituts mit dem WIIW aus dem Jahr 2024 zeigt, dass Gaspreisschocks über 100.000 Arbeitsplätze und die Wertschöpfung in emissionsintensiven Branchen gefährden. Emissionsarme Sektoren hingegen bleiben von den direkten Folgen eines Öl- und Gaspreisschocks verschont.

Hätten wir bereits nach dem Preisschock 2022 den Ausstieg aus Öl und Gas konsequent in Angriff genommen, könnten wir heute entspannter auf die Energiepreise blicken. Dieser Fehler sollte uns nicht noch einmal passieren. In der instabilen Weltlage ist die nächste Krise leider nur eine Frage der Zeit. Die rasche und konsequente Energiewende muss daher oberste Priorität haben. Es ist Zeit, die Energiewende nicht als ideologisches Projekt, sondern als wirtschaftliche und sicherheitspolitische Notwendigkeit zu begreifen. Alles andere wäre grobe Fahrlässigkeit.

---

 # Sicherheitspolitisches Gebot

Kommentar Sicherheit Kreislaufwirtschaft Erneuerbare Energie EU 

Sonntag, 25.01.2026

Österreich muss angesichts der düsteren Weltlage endlich ökologisch und ökonomisch umdenken. Von Katharina Rogenhofer.

*Dieser Text erschien als Gastkommentar am 29. Jänner 2026 in der* [Kleinen Zeitung](https://www.kleinezeitung.at/meinung/20520822/sicherheitspolitisches-gebot).

Das neue „Risikobild 2026“ des Bundesheers ist nicht nur eine wichtige Übersicht von Bedrohungen. Es ist vor allem ein wichtiger Impuls, Sicherheit umfassender zu denken und politische Entscheidungen auch jenseits klassischer Verteidigungsfragen strategisch zu treffen. Die „systemische Unordnung“, die das Bundesheer benennt, macht uns vielfach verletzlich. Zwei Bereiche, die der Bericht anschneidet, sind die Energie- und Rohstoffversorgung unseres Landes.

Im Energiebereich ist Österreich als Importeur von russischem Öl und Gas zwar nicht mehr der Erpressbarkeit Moskaus ausgesetzt. Doch der wachsende Rückgriff auf Flüssiggas aus den USA zeigt, wie rasch alte Abhängigkeiten einfach durch neue ersetzt werden. Diversifizierung kann zwar kurzfristig entlasten, wirkliche Sicherheit entsteht aber nur dort, wo Energie verlässlich im eigenen Land erzeugt wird. Das erfordert den raschen Ausbau erneuerbarer Energien und die konsequente Elektrifizierung von Verkehr, Industrie und Heizungen.

Auch bei Rohstoffen sind wir empfindlich abhängig – etwa von Lithium, Kobalt oder seltenen Erden, die gerade für elektronische Anwendungen notwendig sind. China hat im vergangenen Jahr vorgeführt, wie schnell diese Abhängigkeiten durch Exportkontrollen politisch instrumentalisiert werden können. Die Lehren daraus sind eindeutig. Erstens muss Europa zentrale Zukunftstechnologien entwickeln, die am besten ohne kritische Rohstoffe auskommen. Zweitens müssen wir Rohstoffe besser, das heißt mehrfach, nutzen – Stichwort: Kreislaufwirtschaft. Diese ist, genauso wie die Energiewende und saubere Zukunftstechnologien, kein ökologisches Nischenprojekt, sondern ein sicherheitspolitisches Gebot.

---

 # Klimapolitik: Strukturwandel gestalten statt ignorieren

Kommentar Sicherheit Kreislaufwirtschaft EU 

Freitag, 20.02.2026

Die Ökologisierung ist nicht der Sündenbock für die wirtschaftlichen Herausforderungen. Sie ist der Ausweg daraus. Von Katharina Rogenhofer und Christoph Badelt (Präsident des Produktivitäts- und des Fiskalrats).

*Dieser Text erschien am 20. Februar 2024 als Gastkommentar in der Tageszeitung* [*Die Presse.*](https://www.diepresse.com/20609573/klimapolitik-strukturwandel-gestalten-statt-ignorieren)

Seit vielen Monaten kursiert ein Schreckensgespenst durch die heimischen Tageszeitungen: die Deindustrialisierung. Produktionsstandorte werden geschlossen, Beschäftigte entlassen. Österreichs Wirtschaft, so die Meinung vieler Beobachter, ist dabei, sein industrielles Herz zu verlieren.

Halten die aktuellen Prognosen, dürfte die längste Rezession in der Zweiten Republik vorerst zu Ende sein. Aber ein Zurück zu alten, glorreichen Zeiten ist für viele Industriebetriebe nicht abzusehen. Immer häufiger wird dafür in der Klimapolitik der Sündenbock ausgemacht. Maßnahmen für die Emissionsreduktion würden auf Kosten des Wohlstands und der Wettbewerbsfähigkeit gehen, heißt es.

Der Klimapolitik die Schuld an der wirtschaftlichen Situation zu geben wäre aber nicht nur zu einfach, es ist schlicht falsch. Österreichs Wirtschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Die Wirtschaft schwächelt unter anderem deswegen, weil die Ökologisierung in vielen Bereichen nicht zu schnell, sondern zu zögerlich vorangeht. Das wird an drei Gründen deutlich.

## 1. Preistreiber Energie

Nichts belastet Österreichs Wirtschaft mehr als die hohen Energiepreise der letzten Jahre. Unterneh­men können nicht wettbewerbsfä­hig produzieren. Auch das Leben für private Haushalte wird schwerer leistbar, der Konsum schwächelt. Die hohen Energiepreise, speziell der Preisschock ab 2022, waren im Wesentlichen eine Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukra­ine – oder genauer: Sie waren Folge der massiven Abhängigkeit Österreichs von russischen Gasimporten. Auch wenn diese nun beendet ist, stammen in Österreich weiterhin fast zwei Drittel des Gesamtenergieverbrauchs aus Energieimporten.

Die Bundesregierung versucht gerade, diese Preisbelastungen mit einem geförderten Industriestrompreis zu drücken. Das kann möglicherweise kurzfristig Abhilfe schaffen, ist aber kostspielig. Dauerhaft leistbare Energie ohne die Gefahr neuer Preisschocks bekommen wir mittel- und langfristig nur, indem wir sie selbst produzieren. Das geht ausschließlich durch erneuerbare Energien. Der aktuelle Produktivitätsbericht empfiehlt daher den konsequenten Ausbau der Windkraft sowie der Speicher und Netze. Zwar erfordert die Energiewende große Investitionen, die Verfügbarkeit von sauberer Energie senkt aber nicht nur die Preise, sondern wird zunehmend zu einer Standortfrage, gerade für energieintensive Industrien oder Datencenter.

## 2. Zickzack-Politik

Die Planungs- und Investitionshorizonte von Unternehmen strecken sich, gerade wenn es um tiefgreifende Richtungsentscheidungen geht, mitunter über Jahrzehnte. Umso wichtiger sind verlässliche politische Rahmenbedingungen. In diesem Sinne ist es kontraproduktiv, wenn gerade **EU**-Regeln, nur wenige Jahre, nachdem sie beschlossen wurden, wieder abgeschwächt oder ganz zurückgenommen werden, wie etwa beim Rückzieher vom Ende der Autoabgase 2035 oder von ambitionierten Klimazielen für die Jahre ab 2040. Dieser Zickzack-Kurs unterminiert nicht nur die notwendigen Ambitionen für die Transformation. Er konterkariert das Vertrauen in politische Rahmenbedingungen generell.

Das betrifft im Speziellen auch den Europäischen Emissionshandel, ein marktwirtschaftliches Instrument, das sich bislang als äußerst wirksam erwiesen hat. Der Produktivitätsbericht erkennt zwar die Herausforderungen, die er für Unternehmen verursacht, sieht es aber kritisch, dass dessen Weiterentwicklung (ETS2) gebremst wird. Schließlich werden damit Anreize für den Aufbau wichtiger technologischer Kompetenzen reduziert, was sich im globalen Wettbewerb um saubere Zukunftstechnologien mittelfristig kontraproduktiv für die europäische Wirtschaft auswirken kann.

## 3. Ungenutztes Potenzial

Und damit kommen wir zum dritten Punkt: Ungenutztes Technologie-Potenzial. Bestehendes Know-how bildet die Grundlage für die einzigartigen Wettbewerbsvorteile der österreichischen Industrie im globalen Markt. Auch das macht der Produktivitätsbericht klar. In nur wenigen Bereichen sind Österreichs Unternehmen heute so innovativ wie bei Umwelttechnologien. Und unter den Umwelttechnologien sticht die Kreislaufwirtschaft besonders heraus. In einer Studie vom Dezember 2025 hat das Kontext-Institut gezeigt, dass die Kreislaufwirtschaft das Potenzial hat, wichtige Industrien, wie die Metallverarbeitung und den Bausektor, nachhaltig zu modernisieren, dabei Energie zu sparen, Emissionen zu vermeiden und Output-Preise zu senken. In einer neuen Studie zeigt Kontext Ende Februar, wie Österreich vom Kreislaufwirtschaft-Pionier zum Pulsgeber in Europa werden kann. Durch die Wettbewerbssteigerung, so die Studie, profitiert die gesamte Wirtschaft. Zudem macht Kreislaufwirtschaft unabhängiger von Rohstoffimporten und schafft damit sicherere Wirtschaftsbedingungen.

Viele Geschäftsmodelle im Bereich der Kreislaufwirtschaft und anderen sauberen Zukunftstechnologien scheitern jedoch an der Skalierung. So bleibt viel wirtschaftliches Potenzial ungenutzt. Mit der Industriestrategie setzt die Regierung an wichtigen Punkten an. Durch bessere Finanzierungsmöglichkeiten kann mehr privates Risikokapital in die Entwicklung fließen. Dazu braucht es auch eine Reform der Forschungsförderung (Fokussierung!), damit ausreichend „pipelines of investable companies“ entstehen. Die öffentliche Beschaffung und Leitmärkte könnten dann gezielt Nachfrage stimulieren, schaffen stabile Absatzmärkte und helfen, mit Innovationen auch auf dem globalen Markt zu reüssieren.

Es steht außer Zweifel, dass die Transformation große Investitionen und ambitionierte politische Maßnahmen erfordert, die viele Unternehmen kurzfristig herausfordern. Nicht alle Unternehmen und Geschäftsmodelle werden diesen Wandel überdauern. Doch damit ein Großteil es tut und viele sogar noch erfolgreicher werden, braucht es eher mehr als weniger Ökologisierung. Saubere Energien und Zukunftstechnologien sind bereits heute vielfach technologisch gegenüber jenen industriellen Produkten und Prozessen überlegen, die auf Kohle, Öl und Gas angewiesen sind. Länder wie China und zunehmend auch Indien haben das erkannt und setzen darauf – nicht aus ökologischem Gewissen, sondern aus strategischem Kalkül.

Die Ökologisierung ist nicht nur die Antwort auf die Klimakrise. Sie ist auch die Antwort auf den globalen Wettbewerb um die Technologien und Industrien der Zukunft. Europa und Österreich haben alle Voraussetzungen, um in diesem Wettbewerb zu bestehen. Das setzt aber voraus, dass wir den tiefgreifenden Strukturwandel mit strategischem Weitblick gestalten, ihn als Chance für Erneuerung verstehen und damit unsere industrielle Zukunft sichern. Wer stattdessen die Klimapolitik zum Sündenbock für die industrielle Misere erklärt, ignoriert diesen stattfindenden Wandel und erweckt letztlich das Schreckensgespenst der Deindustrialisierung tatsächlich zum Leben.

---

 # Verbrenner-Mythen: Warum Europas Autos in die Sackgasse fahren

Kommentar Klimapolitik Klimadiskurs Mobilität 

Dienstag, 07.10.2025

Teile der europäischen Autoindustrie wollen den Verbrenner-Motor am Leben erhalten. Mit Schützenhilfe aus der Politik kämpfen sie gegen den technischen Fortschritt und globale Märkte. Wieso das E-Auto nicht perfekt ist, aber trotzdem das Beste, was wir haben.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/verbrenner-mythen-warum-europas-autos-in-die-sackgasse-fahren-120135574)

Zwei Gedanken vorab: Erstens, ich bin keine leidenschaftliche Verfechterin von E-Autos. Sie sind aufwendig, energie- und ressourcenintensiv zu produzieren, vor allem mit Blick auf kritische Rohstoffe. Und sie lösen viele der bestehenden Probleme des Straßenverkehrs nicht, etwa den hohen Flächenverbrauch. Dennoch wird es an vielen abgelegeneren Orten weiterhin Autos brauchen.

Zweitens, mir ist bewusst, dass die Verbrenner-Technologie über Jahrzehnte ein Garant für Wohlstand und Arbeitsplätze in Europa war. Mehr noch: Weil Europa mit dieser Technologie so erfolgreich war, hatte der Autobau in vielen Teilen nahezu identitätsstiftende Wirkung*.*

Mit diesen beiden Gedanken beobachte ich aktuell die Debatte um ein mögliches "Verbrenner-Aus-Aus" – also der Abkehr vom Ziel, das Neuwagen ab 2035 emissionsfrei sein sollen. Ich verstehe, dass die europäische Automobilindustrie den ikonischen Verbrenner-Motor am Leben erhalten will.

Verblüfft bin ich allerdings davon, wie weit manche dafür ihren Kampf gegen den technologischen Fortschritt und die globalen Märkte treiben. Und von dem Maß an Unterstützung, das dafür aus der Politik kommt: Die Europäische Volkspartei hat das Aus für das sogenannten "Verbrenner-Aus" versprochen und in ÖVP-Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer einen lautstarken Verbündeten in der österreichischen Bundesregierung gefunden.

## **Desinformation**

Die Mittel, mit denen bei der Kommunikation über das Zulassungsende für Verbrenner-PKWs vorgegangen wird, sind das, was wir bei KONTEXT in unseren Diskursanalysen als "Verschleppungstaktiken" beschreiben – also Taktiken, um unliebsame Maßnahmen zu verhindern oder zumindest zu verzögern. In diesem speziellen Fall reicht die Palette von der Irreführung mit technischen Trugbildern bis hin zu blanker Desinformation.

Beginnen wir von hinten, mit der Desinformation und dem Begriff "Verbrenner-Aus". Der suggeriert nämlich, dass ab 2035 nur mehr E-Autos zugelassen werden dürfen. Auch Minister Hattmannsdorfer sprach in diesem Zusammenhang von einem "Technologieverbot" und verwies auf die Möglichkeit von E-Fuels oder Wasserstoff als Antriebsmöglichkeiten.

Doch in keinem EU-Gesetz steht, dass Autos mit Verbrenner-Motoren verboten werden oder keine Neuzulassung mehr bekommen sollen. Das entscheidende EU-Gesetz besagt lediglich, dass ab 2035 in der EU keine Autos mehr zugelassen werden dürfen, die CO2 ausstoßen. E-Fuels und Wasserstoff als Antriebe sind weiterhin möglich, auch wenn es nicht sehr klug wäre, sie in Autos einzusetzen. Dazu aber später.

Hier also ein Verbot zu unterstellen, ist eine bewusst eingesetzte Fehlinformation, die nur den Zweck verfolgen kann, dass weiterhin CO2 hinten aus dem Auspuff kommen darf und damit Diesel und Benzin am Leben bleiben. Aber das würde wohl niemand so offen sagen. Da braucht es den Vorwand: E-Fuels. Doch für die wurde nach politischem Druck bereits eine entsprechende Ausnahme in den Gesetzen eingeräumt.

## **Trugbilder**

Das bringt uns zur zweiten Kategorie der "Verschleppungstaktiken": den Trugbildern. Denn: Auch wenn E-Fuels erlaubt sind, heißt das noch lange nicht, dass es klug ist, sie einzusetzen.

Ganz im Gegenteil: E-Fuels brauchen in der Herstellung viel Energie und sind äußerst rar – so rar, dass die Mengen, die im Schiffs- und Flugverkehr gesetzlich vorgeschrieben sind, kaum produziert werden können. Entsprechend hoch sind auch die Preise für diese Treibstoffe.

Noch entscheidender ist aber die Ineffizienz: Durch die aufwendige Produktion bringen E-Fuels nur 14 Prozent der eigensetzen Energie tatsächlich auf die Straße. Mit 100 Kilowattstunden kommt ein E-Auto im Schnitt 428 Kilometer. Ein mit E-Fuels betankter Verbrenner schafft gerade einmal 45 Kilometer, also etwas mehr als ein Zehntel.

Auch wenn diese Idee für einige grundsätzlich verlockend sein mag, sind E-Fuels im Autoverkehr schlicht nicht marktfähig. Sie sollten vor allem dort eingesetzt werden, wo es keine Alternativen gibt, wie eben dem Schiffs- oder dem Flugverkehr.

E-Fuels und Wasserstoff brauchen in der Herstellung viel Energie

Eine andere Idee, um Verbrenner-Autos klimafreundlich zu betreiben, ist es, die Autos zusätzlich mit einem E-Motor und einer Batterie auszustatten. Hybrid-Fahrzeuge erfreuen sich großer Beliebtheit bei Konsument:innen und Autoherstellern. Schließlich helfen sie die strenger werdenden Emissionsziele für die Flotten zu erreichen. Sie versprechen weniger Emissionen, im tatsächlichen Fahrbetrieb liegt der [**CO₂-Ausstoß im Schnitt aber bei 139 Gramm**](https://www.transportenvironment.org/articles/closing-the-growing-phev-loophole) und damit ähnlich hoch, wie bei Verbrenner-Autos.

Hybrids sind also längst nicht so klimafreundlich, wie sie vorgeben. Sie verbinden die schlechten Eigenschaften beider Technologien: Sie haben einen ähnlich hohen CO2-Ausstoß, wie Verbrenner, aber eine deutlich geringere elektrische Reichweite als reine E-Autos.

Mit Verbrenner-Motor und E-Motor und Batterie sind sie darüber hinaus schwerer, komplizierter und ressourcenintensiver in der Produktion und Wartung. Und sie werden bei den sinkenden Vorgaben für CO2-Grenzwerte nicht mithalten können.

Um die Flottenziele zu erreichen, müssen Autohersteller so viel in die elektronische Reichweite investieren, dass es zunehmend unwirtschaftlich wird, in denselben Autos auch noch Verbrenner-Motoren zu betreiben.

## **Die Alarmglocken schrillen**

So sehr sich Teile der europäischen Autoindustrie mit Technik-Trugbildern dagegen wehrt und so sehr sie dabei von der Politik mit Desinformation unterstützt wird, ändert das nichts an den technischen Realitäten: Die Zukunft des Individualverkehrs liegt in der E-Mobilität.

E-Autos sind am effizientesten im Einsatz und verursachen die geringsten Kosten im Betrieb. Die Anschaffungskosten sinken, die Reichweiten steigen und die Ladeinfrastruktur wird auch hierzulande immer besser. Die Absatzzahlen steigen weltweit exponentiell.

Die Frage ist also nicht, ob Autos, die mit Diesel und Benzin betrieben werden, im breiten Gebrauch von unseren Straßen verschwinden werden, sondern nur wann es so weit sein wird. Und es ist auch keine Frage mehr, von welcher Technologie sie abgelöst werden, sondern nur wo diese Technologie in Zukunft weiterentwickelt und produziert wird.

China war über viele Jahre der größte Exportmarkt für Autos aus Europa. Mittlerweile liegt dort der E-Auto-Anteil bei den Neuzulassungen bei über 50 Prozent. Die Autos dafür produzieren sie hauptsächlich selbst, was der Grund für den massiven Einbruch in der deutschen Automobilindustrie ist.

Doch China produziert längst nicht nur für den eigenen Markt: Von keinem anderen Hersteller wurden in Österreich im August dieses Jahres mehr E-Autos zugelassen als vom chinesischen Konzern BYD. So wendet sich das Blatt: Europa wird zunehmend ein großer Abnehmer für Autos aus China.

Auch wenn ich den Verbrenner-Überlebenskampf grundsätzlich nachvollziehen kann: Spätestens hier müssten doch in der europäischen Autoindustrie und Politik die Alarmglocken schrillen. Stattdessen werden in der EU die Flottenziele aufgeweicht oder ernsthaft erwogen, vom Ziel abzurücken, dass Neuwagen ab 2035 emissionsfrei sein müssen.

In Österreich werden die Förderungen für Verbrenner-Autos munter ausgeweitet, während für E-Autos neue Steuern eingeführt werden. Die vermeintliche "Technologieoffenheit" unter deren Schirm das alles passiert, ist vor allem ein Vorwand für die Förderung von Diesel und Benzin.

Und diese kostet nicht nur viel Steuergeld, sondern gefährdet auch die Autoindustrie durch fehlende Klarheit und damit Wohlstand und viele Arbeitsplätze.

Europa hat in den letzten 100 Jahren hinlänglich bewiesen, dass es hochqualitative Autos für alle Welt bauen kann. Gerade deswegen ist es schwer zu verstehen, wieso man jetzt zusieht, wie Autos aus anderen Ländern die nächste Stufe der technologischen Entwicklung dominieren werden.

---

 # So wurde Photovoltaik zum Welt-Hit (und das lernen wir daraus)

Kommentar Klimapolitik Erneuerbare Energie Technologien 

Montag, 20.10.2025

Erneuerbare Energien sind in Österreich und weltweit am Vormarsch. Das sorgt für positive Kipppunkte. Der Klimaschutz wird vorangetrieben, der Wirtschaft wachsen Flügel. Von der Politik bräuchte es nun nicht viel. Vor allem sollte sie nicht im Wege stehen.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/so-wurde-photovoltaik-zum-welt-hit-und-das-lernen-wir-daraus-120138623)

Kipppunkte sind kritische Schwellen, bei deren Überschreiten sich Veränderungen selbst verstärken und unumkehrbar werden. Wenn im Zusammenhang von Klimathemen über Kipppunkte gesprochen wird, geht es in erster Linie um negative Kipppunkte, etwa um das Abschmelzen polarer Eisschilde, das Absterben des Amazonas oder das Auftauen des Permafrosts.

Schon geringe zusätzliche Erwärmung kann diese Prozesse auslösen, zu Kettenreaktionen führen und das globale Klimasystem dauerhaft verändern.

Es gibt aber auch positive Kipppunkte. Das sind Wendepunkte, an denen gesellschaftliche, technologische oder wirtschaftliche Veränderungen sich selbst verstärken und in eine nachhaltige Richtung entwickeln.

Positive Kipppunkte führen zu beschleunigtem Klimaschutz und gerade bei klimafreundlichen Technologien haben wir einige schon erreicht. Sie könnten auch massive wirtschaftliche Chancen mit sich bringen. Wenn die Politik nicht im Weg steht.

## **Erneuerbaren-Boom: Positiver Kipppunkt in action**

Das Paradebeispiel für einen positiven Kipppunkt ist die Entwicklung der erneuerbaren Energie. Erneuerbare sind in der Produktion nicht nur emissionsfrei, sie sind vor allem sehr günstig. Das erklärt auch den globalen Boom, der aktuell zu beobachten ist.

China hat beispielsweise im Mai dieses Jahres Photovoltaik in einem Leistungsumfang von 93 Gigawatt installiert. China brachte damit an einem Tag mehr Photovoltaik-Kapazität als Österreich in einem ganzen Jahr auf den weg.

In Indien machen nicht-fossile Energieträger seit heuer mehr als die Hälfte der installierten Stromerzeugungskapazität aus – ein Ziel, dass sich das Land ursprünglich für 2030 gesetzt hatte. Ähnliches in Europa: Polen etwa, lange die Hochburg der Kohleverstromung, hat sein 2030-Ziel für den Photovoltaik-Ausbau bereits jetzt verdreifacht.

Solarenergie wächst schneller als jede andere Energiequelle in der Geschichte, hat der amerikanische Publizist Bill McKibben jüngst festgehalten. Der Erneuerbaren-Anteil am globalen Kapazitätszuwachs betrug laut der International Renewable Energy Agency 2024 ganze 92,5 Prozent. Übersetzt heißt das: Wenn Energieerzeugung ausgebaut wird, dann fast nur mehr Solarenergie, Wind- oder Wasserkraft.

Der Anteil der Erneuerbaren am globalen Strommix lag 2024 bei 34,3 Prozent und damit erstmals über jenem von Kohlestrom. Die Internationale Energieagentur rechnet damit, dass sich die Kapazität der Erneuerbaren Energie weltweit bis 2030 nochmal verdoppeln wird.

Österreich konnte im Jahr 2024 seinen Inlandsstromverbrauch bilanziell zu 94 Prozent decken. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als 2023. Das Ziel bis 2030, den Verbrauch zu 100 Prozent zu decken, scheint zum Greifen nahe.

Auch hierzulande wächst Photovoltaik über die Zielpfade hinaus. Aber auch die Zahl der Erneuerbaren-Energiegemeinschaften hat sich in Österreich in den letzten beiden Jahren mehr als verzehnfacht.

Energiefreiheit, in der wir uns den Storm vor unserer Haustür günstig, sauber und unabhängig von schmutzigen Öl- und Gasimporten aus Diktaturen selbst produzierten – all das ist keine ferne Zukunftsmusik. Um sie zu erreichen, müssen wir aber noch einen Zahn zulegen.

Vor allem der Ausbau der Windkraft hinkt hinterher, und viele Prozesse in der Industrie müssen noch elektrifiziert werden. Um auch hier die positiven Kipppunkte zu erreichen, braucht es weitere Anstrengungen – und in erster Linie den politischen Willen, diese Kipppunkte zuzulassen.

##   
**Windkraft: Positiver Kipppunkt on hold**

Bei Photovoltaik ist die soziale Akzeptanz in Österreich sehr ausgeprägt. Anlagen gehören mittlerweile in die Ortsbilder. Agri-PV-Anlagen entwickeln sich immer mehr zu probaten Nebeneinkunftsquellen für die Landwirtschaft. Dementsprechend groß ist auch deren politische Unterstützung.

Die Windkraft jedoch gerät regelmäßig ins Fadenkreuz von Desinformation und Populismus, auf die auch politische Akteur:innen aufspringen, wie sich vor allem in Diskussionen in den Bundesländern zeigt. Dadurch leidet vielerorts (noch) die öffentliche Akzeptanz.

Wobei hier zu unterscheiden ist: Wo es bereits Windkraft gibt, ist der Widerstand am geringsten. Im Osten Österreichs ist der positiver Kipppunkt schon erreicht. In Niederösterreich stehen heute 823 Windräder. Noch in diesem Jahr sollen 37 weitere dazu kommen.

Zum Vergleich: In Oberösterreich, deren energieintensive Industrie auf günstigen Strom angewiesen ist, stehen gerade einmal 31 Anlagen. Natürlich spielt hier die Geografie eine zentrale Rolle, aber nicht nur. Die IG Windkraft beziffert das Potenzial für den Windkraft-Ausbau bis 2030 in Niederösterreich mit 6,2 Terawattstunden, in Oberösterreich mit 1,2 Terrawattstunden.

Die Zahl der bestehenden oder in Bau befindlichen Windkraft-Anlagen gibt dieses Verhältnis bei Weitem nicht wieder. Die oberösterreichische Landespolitik definiert ohne Notwendigkeit "Ausschlusszonen" und zieht den Bau von Anlagen selbst dann in Zweifel, wenn bereits die Umweltverträglichkeitsprüfung dafür läuft und diese von den Anrainergemeinden und Unternehmensvertretungen ausdrücklich gewünscht werden. Noch trister sieht es in Salzburg, Tirol und Vorarlberg aus. Dort stehen gar keine Windräder.

## **E-Mobilität: Positiver Kipppunkt on hold**

Ein weiteres Beispiel, in dem sich die Politik aktiv positiven Kipppunkte in den Weg stellt, ist die E-Mobilität. E-Autos sind den Verbrenner technisch überlegen. Sie sind am effizientesten im Einsatz, verursachen geringe Kosten im Betrieb, die Reichweiten steigen schnell und die Absatzzahlen schießen global in die Höhe.

Weltweit wurden im September 2025 auf 2,1 Millionen E-Autos verkauft – ein neuer Monatsrekord. In China sind mittlerweile mehr als die Hälfte der neuzugelassenen Autos batteriebetrieben. Aber nicht nur dort: Auch in Dänemark liegt der Anteil der elektrischen Neuwagen bei über 50 Prozent, in Norwegen sogar jenseits der 90 Prozent.

In Österreich lag dieser Wert im letzten Jahr bei 17 Prozent. Es gibt keinen Grund, warum er nicht auf bei einem ähnlichen Niveau, wie in skandinavischen Ländern liegen könnte. Batterien, E-Motoren oder Ladestationen funktioniert hierzulande genauso gut, wie im europäischen Norden.

Anders als dort, setzen maßgebliche Teile der heimischen Politik aber auf falsche Prioritäten, fördern klimaschädliche Verbrenner und belasten klimafreundliche E-Mobilität. Und mehr noch: [**Entgegen jeglichen Marktlogiken und dem technischen Fortschritt**](https://www.newsflix.at/s/verbrenner-mythen-warum-europas-autos-in-die-sackgasse-fahren-120135574) wird die Industrie dabei unterstützt, auch mittel- und langfristig die unterlegene Verbrenner-Technologie weiterzuentwickeln.

## **Fossile Vergangenheit oder elektrifizierte Zukunft**

Die Verschleppungspolitik, die sich etwa beim Windkraft-Ausbau oder der E-Mobilität zeigt, wird gerne damit begründet, dass zu ambitionierte Klimaziele und -gesetze die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft untergraben. Klimaschutz brauche keine Ziele und Verbote, sondern müsse stattdessen dem Markt und dem technologischen Fortschritt überlassen werden.

Diese Argumente sind in Wien ebenso zu hören, wie in Berlin, Brüssel und in Washington. Tatsächlich ist es aber genau umgekehrt: Wer vorgibt, die Wirtschaft vor klimapolitischen Vorgaben schützen zu wollen, will häufig nur fossile Industrien und Technologien schützen oder künstlich am Leben behalten – zur Not auch gegen den Markt und gegen technologische Fortschritte.

So verfallen wir in industrielle Bedeutungslosigkeit und überlassen Ländern wie China die Märkte der Zukunft. Ob sich die österreichischen und europäischen Entscheidungsträger:innen dieser Verantwortung bewusst sind?

---

 # Gas, Öl, Seltene Erden: So schaffen wir es raus aus der Erpressbarkeit

Kommentar Klimapolitik Sicherheit EU Wirtschaft 

Dienstag, 04.11.2025

China nutzt seine Marktmacht bei Seltenen Erden. Russland übt mit Öl und Gas politischen Druck aus. Was hilft Österreich und dem Rest der Welt raus aus der Erpressbarkeit? Eine kluge Energiewende und Kreislaufwirtschaft, sagt Expertin Katharina Rogenhofer.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/gas-oel-seltene-erden-so-schaffen-wir-es-raus-aus-der-erpressbarkeit-120141619)

Plötzlich läuten die Alarmglocken. China hatte kürzlich angekündigt, Exportkontrollen auf Seltene Erden einzuführen. Wieder wird Europa und Österreich schlagartig und schmerzhaft bewusst, wie abhängig wir von anderen Ländern sind.

Seltene Erden sind essenziell für moderne Technologien und für die Ökologisierung besonders relevant. Sie werden für Windrädern ebenso benötigt, wie für E-Autos und Batterien. Besonders wichtig sind sie für Permanentmagnete, die etwa in Elektromotoren verbaut werden.

Laut dem Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) importierte Österreich im Jahr 2023 rund die Hälfte dieser Magnete im Wert von 21,2 Millionen Euro direkt aus China. McKinsey sieht bis zu 50.000 Arbeitsplätze in Österreich bedroht, wenn die Lieferungen ausfallen.

## **Erinnerungen an den Februar 2022**

Diese akut schmerzhaft gewordene Abhängigkeit von Rohstoffen, erinnert stark an den Februar 2022 als Russland die Ukraine überfiel. Allen Österreicher:innen wurde schlagartig vor Augen geführt, dass ihr Gas zu 80 Prozent von einem nunmehr kriegstreiberischen Regime stammte und die Einkünfte daraus nicht nur zum Druckmittel wurden, sondern auch direkt in neue Waffen floss.

Damals wie heute, war das Abhängigkeitsrisiko aber abzusehen. Dass Moskau das erpresserische Potenzial dieser Abhängigkeit nutzt, war bereits länger offensichtlich. Zwischen 1991 und 2006, also in Friedenszeiten vor dem Angriff auf die Ukraine, zählte die Stockholmer Defence Research Agency 55 Fälle, in denen Russland die Gaslieferungen aussetzte oder zumindest damit drohte. Viele dieser Fälle waren mit wirtschaftlichen oder politischen Forderungen verbunden.

Ähnlich lang bekannt ist auch die Abhängigkeit von Rohstoffen: Viele heimische Industriezweige sind auf den Import essenzieller Güter, Rohstoffe und Komponenten aus einigen wenigen Lieferländern angewiesen. Besonders im Bereich kritischer Infrastruktur bestehen Abhängigkeiten von Halbleitern und Rohstoffen wie Magnesium und Niob. Die Elektrifizierung und der Ausbau erneuerbarer Energien führen außerdem zu einem steigenden Bedarf an seltenen Erden, wie Kobalt und Lithium.

Solche Abhängigkeiten sind auch dann ein Risiko, wenn keine übelmeinenden Regime ihre Marktmacht missbrauchen. Auch Hindernisse in den globalen Lieferwegen oder Extremwetterereignisse können zu Ausfällen führen und damit ganze Teile der Industrie lahmlegen.

## **Abhängigkeiten an der Wurzel packen**

In einem zweiten Aspekt ähnelt die aktuelle Situation, jener vom Februar 2022. Damals, wie heute, lautete die erste politische Reaktion: Diversifizierung. Wenn wir nur das Gas aus anderen Ländern, wie Kasachstan, den Golf-Emiraten oder dem Irak beziehen, befreien wir uns aus der einseitigen Abhängigkeit, lautet damals die Losung.

Auch heute sind die Rufe laut, die Seltenen Erden vermehrt in anderen Ländern zu kaufen und dafür neue Handelsabkommen zu schließen.

Diese Spontanreaktionen sind nachvollziehbar, lösen aber das Problem nicht. Schließlich wird die Abhängigkeit damit zwar gestreut, aber nicht beendet. Eine wirkliche Befreiung schaffen nur tiefgreifende Veränderungen in der Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten endet für Europa und Österreich dann, wenn wir in der Lage sind, uns günstig mit Energie selbst zu versorgen. Das geht nur mit einem beispiellosen Ausbau der erneuerbaren Energien und der Elektrifizierung von Verkehr, Heizungen und Industrie.

Auch die Abhängigkeit von Rohstoffen schrumpft für Europa und Österreich erheblich, wenn wir es schaffen, uns mit den benötigten Rohstoffen selbst zu versorgen. Da es für die meisten kritischen Rohstoffe und seltenen Erden aber keine ausreichenden Vorkommen in Europa gibt, geht das nur auf zwei Arten.

Einerseits, indem wir die Innovation von Technologien vorantreiben, die ohne diese selten vorkommenden Rohstoffe auskommen. Batterien, die ganz ohne seltene Erden funktionieren, hat China bereits in Autos eingebaut. Und auch für die Speicherung von Energie abseits von Autos gibt es Beispiele von Speichern die mit sehr verbreiteten Salzen oder Sand auskommen. Hier sollte Europa – schon alleine aus Eigeninteresse – mitmischen.

Und andererseits verringern wir unsere Abhängigkeit, indem wir gebrauchte Rohstoffe nicht wegwerfen, sondern wieder verwenden. Das Gebot der Stunde lautet also: Kreislaufwirtschaft.

## **Bereits auf der politischen Agenda**

Um die Kreislaufwirtschaft zu etablieren, sind viele politischen Maßnahmen erforderlich. Die Fähigkeit, kritische Rohstoffe auszubauen und wieder aufzubereiten, muss gezielt gefördert werden. Rohstoff-Abfälle dürfen außerdem nicht mehr exportiert werden, sondern sollten in einem Markt für Sekundärrohstoffe EU-weit gehandelt werden.

Generell müssen sich auch zirkuläre Geschäftspraktiken durchsetzen. Dafür ist es notwendig, Zirkularität und Nachhaltigkeit als Kriterien etwa in der öffentlichen Beschaffung vorzuschreiben, um auf diese Weise in grünen Leitmärkten die Nachfrage für solche Produkte zu stimulieren.

Ermutigend ist, dass die Politik diese Notwendigkeit scheinbar erkannt hat. Die Kreislaufwirtschaft steht im Arbeitsprogramm der EU-Kommission für 2026 ganz oben auf der Agenda. Die Stadt Wien hat kürzlich eine eigene Strategie für zirkuläres Wirtschaften präsentiert. Auch im aktuellen Regierungsprogramm in Österreich spielt die Kreislaufwirtschaft eine große Rolle. Ob die Bedeutung in der Regierung auch ernstgenommen wird, wird sich wohl in der kommenden Industriestrategie zeigen.

## **Mehrwert auf allen Ebenen**

Und in noch einem Punkt ähnelt die aktuelle Situation jener von 2022 und dem Umgang mit Abhängigkeit. Sowohl die Energiewende als auch die Kreislaufwirtschaft schaffen einen Mehrwert, der weit über die Unabhängigkeit und Sicherheit hinaus geht.

Erneuerbare Energie senkt mittelfristig die Kosten, lässt den Menschen mehr Geld zum Leben und die Industrie günstiger produzieren. Gleichzeitig schafft sie die Möglichkeit für innovative Unternehmen mit neuen Technologien zu reüssieren. Das schafft Wohlstand und Arbeitsplätze.

Auch die Kreislaufwirtschaft bringt positive Effekte auf vielen Ebenen. Sie erfordert neue Technologien, in denen österreichische Unternehmen bereits heute führend sind. Gleichzeitig ist die Wiederverwertung von Rohstoffen deutlich weniger energie- und ressourcenintensiv als die Verarbeitung von Primärrohstoffen.

Getoppt werden diese positiven Effekte aber von den klimapolitischen Auswirkungen. Denn sowohl die Energiewende als auch die Kreislaufwirtschaft senken den Treibhausgasausstoß massiv. Die Ökologisierung, mit den Erneuerbaren Energien und der Kreislaufwirtschaft als tragende Säulen, machen uns strategisch unabhängiger, sicherer, wohlhabender, wettbewerbsfähiger und sauberer. Und sie bewirkt, dass die Alarmglocken künftig ruhig bleiben dürfen.

---

 # Weltklimagipfel: Warum noch mehr Bla Bla für Europa fatal wäre

Kommentar Klimapolitik EU Klimakonferenzen 

Dienstag, 18.11.2025

Auf der Weltklimakonferenz geht es in dieser Woche um die Wurscht. Vor allem für Europa steht viel am Spiel. Der Kontinent droht zwischen dem Klimawandel-Leugner Trump und der neuen Energie-Supermacht China zerrieben zu werden. Was nun gefragt ist.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/weltklimagipfel-warum-noch-mehr-bla-bla-fuer-europa-fatal-waere-120144380)

Im brasilianischen Belém haben die entscheidenden Tage der COP30 begonnen. Doch auch in diesem Jahre zeichnet sich ab: Die Weltklimakonferenz ist mittlerweile nicht mehr der Ort für wirkliche ambitionierte Fortschritte in der globalen Klimapolitik.

In vergangenen Jahren wurden kaum noch Einigungen erzielt, die den Herausforderungen der Klimakrise gerecht werden. In diesem Jahr – im ersten Jahr der zweiten Amtsperiode von US-Präsident Donald Trump – wird das besonders deutlich.

Neben der berechtigten Kritik an der Anwesenheit zahlreicher fossiler Lobbyisten und der Bewegung indigener Menschen gegen ihre Macht auf der Klimakonferenz, fällt vor allem die Abwesenheit hochrangiger Vertreter:innen der USA auf der diesjährigen Konferenz auf. Es wird eine Verschiebung sichtbar, eine Erschütterung, die die Weltpolitik und Weltwirtschaft in den vergangenen Monaten erfahren hat.

Die USA stand – wenn auch sicherlich nicht immer berechtigt – lange für Demokratie, eine regelbasierte Ordnung und eine offene Wirtschaft. Europa hat davon profitiert. Zuletzt haben die USA auch die internationalen Klimadiplomatie vorangetrieben und im Ausbau von sauberer Energie und der Entwicklung von Zukunftstechnologien Meter gemacht.

**Europa steht unter Druck**

Diese USA sind vorerst Geschichte. Die Führung in Washington begünstigt nun die Autokraten dieser Welt, setzt auf das Recht des Stärkeren und errichtet mit Zöllen neue Barrieren. Trump hat dem Klimaschutz den Kampf angesagt und die Entwicklung von Zukunftstechnologien gebremst.

Die Folgen dieses Gezeitenwechsels bekommt auch Europa zu spüren. Das gilt nicht nur mit Blick auf die Zölle und die gemeinsame Sicherheitspolitik, sondern auch auf die Umwelt- und Klimapolitik. Trump verpflichtet die EU zu Öl- und Gasimporten und versucht, mit Druck ihm unliebsame EU-Regelungen, wie das Lieferkettengesetz, zu verhindern.

Dabei entwickeln sich die globalen Märkte genau in die andere Richtung. Ein neuer Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) zeigt, dass der globale Boom der erneuerbaren Energie das Ende des fossilen Zeitalters besiegeln wird. In den nächsten fünf Jahren wird weltweit mehr erneuerbare Energie installiert werden als in den vergangenen 40 Jahren. Ähnliche Entwicklungen zeichnen sich bei der E-Mobilität ab.

China setzt strategisch bereits viele Jahren auf diese Trends und wurde so Spitzenreiter vieler Zukunftstechnologien, wie E-Autos, Photovoltaik-Anlagen und Batterien. Als Antwort auf den US-Protektionismus setzt Peking aber auch zunehmend auf Abschottung und wirtschaftspolitische Konfrontation. Maßnahmen, wie die Exportbeschränkungen von kritischen Rohstoffen, bekommen auch wir schmerzhaft zu spüren.

## **Europa schadet sich selbst**

Ein Vorteil der Weltklimakonferenz ist, dass sich alle Länder der Welt zumindest einmal im Jahr ernsthaft fragen müssen, welche Klimapolitik sie verfolgen wollen. Ganz unabhängig von der notwendigen Emissionsreduktion stehen Europa und Österreich jedoch zusätzlich vor der Entscheidung, welche Rolle wir künftig in der Welt spielen wollen: Wollen wir mit den USA unter Donald Trump bei den unterlegenen Technologien der fossilen Vergangenheit stehen bleiben und uns dafür weiterhin der Willkür der Öl- und Rohstoffexporteure ausliefern?

Oder wollen wir mit Pioniergeist und Klarheit eine saubere Zukunft herbeiführen – eine Zukunft der Unabhängigkeit und Selbstbestimmung mit enormen wirtschaftlichen Chancen?

Der Weg in diese saubere Zukunft wird allerdings sehr beschwerlich, wenn die EU ihren Mitgliedern künftig ermöglicht, sich von Teilen ihrer Klimaziele für viel Geld freizukaufen, anstatt diese Mittel in die eigene Ökologisierung zu stecken und damit Wertschöpfung im eigenen Land zu schaffen.

Die europäische Industrie wird nicht wettbewerbsfähiger, wenn Klimaziele künftig regelmäßig überprüft und abgeändert werden können oder wenn längst geltende Bestimmungen, wie die Ausweitung des Emissionshandels auf Verkehr und Heizen, kurzerhand verschoben werden. Denn eine Zickzack-Politik dieser Art verschleppt wichtige Anpassungen und ist Gift für jegliche Planungssicherheit für Unternehmen und Menschen.

Und die Zukunft wird nicht in Europa gestaltet, wenn Industrie und Teile der Politik etwa bei der Frage nach Autoantrieben aktiv gegen den technischen Fortschritt und die globalen Märkte kämpfen und mit dem Verbrenner-Motor an den Technologien der fossilen Vergangenheit festhalten.

All das betrifft Debatten und Entscheidungen der jüngeren Vergangenheit, die der EU nicht aus Washington oder von sonstwo aufgezwungen wurden, sondern die sie selbst getroffen hat. Anstatt das große Ganze im Blick zu haben, dominieren Partikularinteressen einzelner Länder oder Industrien. Auf diese Weise geraten wir in die industrielle Bedeutungslosigkeit. Die Zukunft wird anderswo stattfinden.

Leider hat die österreichische Regierung hier auf EU-Ebene bisher nicht zu positiven Veränderungen beigetragen. Und auch hierzulande stehen überfällige Entscheidungen, wie ein ambitioniertes Klimagesetz mit klaren und verbindlichen Zielen, die Abschaffung von Abgasförderungen, die Reform der Energiegesetze oder eine wegweisende Industriestrategie, die auf Zukunftstechnologien und Kreislaufwirtschaft setzt, weiterhin aus.

## **Europa ist nicht ohnmächtig**

Wettbewerbsfähigkeit und Klimapolitik werden in Brüssel genauso wie in Wien wieder zunehmend gegeneinander ausgespielt. Die Transformation wäre viel zu kostspielig und Europas und Österreichs Einfluss auf die globalen Emissionen ohnehin nur gering, ist da zu hören. Das ist aber nicht nur eine Ausrede. Es ist auch faktisch nicht richtig.

Denn die EU ist erstaunlich stark darin, mit den eigenen Entscheidungen die Regeln der Weltwirtschaft und gar die Gesetze anderer Länder zu beeinflussen. Erstaunlich ist das deshalb, weil die EU dafür keine "Grand Strategy” verfolgt, in außenpolitischen Fragen meist uneinig agiert, in wesentlichen Bereichen von anderen abhängig ist und durch die globale Bevölkerungsentwicklung zunehmend an Bedeutung verliert.

Dennoch: Durch die schiere Größe des gemeinsamen Marktes mit knapp einer halben Milliarde vergleichsweise wohlhabender Konsument:innen passen viele global agierende Unternehmen ihr Angebot an EU-Regeln an. Das wiederum beeinflusst die Gesetze anderer Länder. Europa hat also weiterhin Einfluss in der Welt. Und Österreich hat Einfluss in Europa. Diesen Einfluss gilt es zu nutzen.

## **Europa muss sich entscheiden**

In diesem Sinne ist die Weltklimakonferenz tatsächlich noch bedeutend: Viel wichtiger als die Kompromisse in der Schlusserklärung ist, dass sich Allianzen der Mutigen finden - Staaten und Regierung, die die Ökologisierung ihrer Wirtschaft und Gesellschaft als große Chance begreifen und so beim Kampf gegen die Klimakrise ambitioniert vorangehen. Hier sind Europa und Österreich gefordert.

Nur so kann die EU der Klimakrise und dem Trumpismus gleichzeitig etwas entgegensetzen. Nur so kann sie eine sauberen Zukunft in Unabhängigkeit und Selbstbestimmung mit enormen wirtschaftlichen Chancen und ein besseres Leben für alle Bewohner:innen garantieren.

---

 # Warum 2026 beim Klima ein Jahr der Entscheidung für Europa wird

Kommentar Klimapolitik EU 

Dienstag, 16.12.2025

Am Dienstag beschloss die EU-Kommission aus Aus für das Verbrenner-Aus. Nach dem Klimagipfel in Brasilien der zweite Schlag in die Magengrube in diesem verkorksten 2026. Im nächsten Jahr steht beim Klima viel am Spiel. Wo die Risiken liegen und wo die Chancen.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/warum-2026-beim-klima-ein-jahr-der-entscheidung-fuer-europa-wird-120150490)

2025 war ein verlorenes Jahr für die Klimapolitik, vor allem aber war es ein Jahr der Mutlosigkeit. Zu viele Entscheidungen wurden vertagt, abgeschwächt oder gleich rückgängig gemacht.

2026 darf kein weiteres Jahr des Zögerns werden. Denn es geht längst nicht mehr nur um Emissionsziele – es geht um selbstbestimmte Politik, industrielle Zukunft und gesellschaftliche Handlungsfähigkeit.

Der Blick über den Atlantik zeigt, was auf dem Spiel steht. Mit Donald Trumps Amtsantritt im Jänner ist aus klimapolitischer Rücksichtslosigkeit offene Sabotage geworden. Die USA haben sich vorerst vom Klimaschutz verabschiedet und setzen stattdessen auf Kulturkampf gegen Windräder und saubere Technologien.

Wer glaubt, Europa könne sich davon elegant abkoppeln, verkennt die geopolitische Realität.

Umso wichtiger wäre es gewesen, dass Europa geschlossen und selbstbewusst reagiert. Anfang 2025 gab es dafür durchaus Hoffnung, denn auf EU-Ebene legte die Kommission mit dem Clean Industrial Deal ein industriepolitisches Anschlussprojekt zum Green Deal vor. Für einen Moment schien klar: Europa hält Kurs.

Doch parallel dazu begann die schleichende Demontage des Green Deals. Berichtspflichten für Unternehmen wurden nicht nur erleichtert, sondern in ihrer Zielsetzung ausgehöhlt, Klimaziele relativiert, der Emissionshandel abgeschwächt.

Und nun folge das Aus für das Verbrenner-Aus 2035, das 2025 kommen sollte. Viele konservative Politiker – speziell in Deutschland – spielen sich als "Retter" der Autoindustrie auf, führen sie jedoch genau damit wohl in die industrielle Bedeutungslosigkeit.

Denn die europäische Autoindustrie gerät nicht wegen ambitionierter CO₂-Grenzwerte unter Druck, sondern weil der globale Absatzmarkt für Verbrenner schrumpft – schneller, als viele wahrhaben wollen. Wer diesen Strukturbruch ignoriert, verspielt technologische Führungsansprüche und Investitionssicherheit zugleich. Die Entscheidung ist sowohl strategisch als auch wirtschaftlich kurzsichtig.

## **Ein Jahr der verpassten Chancen**

Auch in Österreich startete die Regierung nicht schlecht. ÖVP, SPÖ und Neos kündigten in ihrem Regierungsprogramm sinnvolle Schritte zur Ökologisierung an. Doch unmittelbar darauf folgte die Aufteilung des Klimaschutzministeriums. Die drei emissionsrelevanten Sektoren Energie, Verkehr und Klimawanderten in unterschiedliche Ministerien und die Koordination wurde damit erheblich erschwert.

Ein kluges Klimagesetz hätte dieses Defizit ausgleichen können. Mit verbindlichen Zielen, Zuständigkeiten und Prozessen wäre die Verantwortung für die Emissionsreduktion klar aufgeteilt. Doch dieses Gesetz existiert bis heute nicht, ein geleakter Entwurf enthielt weder verbindliche Reduktionspfade noch klare Zuständigkeiten pro Sektor.

Für Unternehmen, die investieren wollen, ist das ein fatales Signal: Wer nicht weiß, wohin die Reise geht, investiert nicht – oder woanders.

Auch budgetpolitisch blieb 2025 eine vertane Chance. Statt klimaschädliche Subventionen abzubauen, wurden durch die Verdreifachung des Pendlereuros neue geschaffen. Gleichzeitig kürzte man klimafreundliche Förderungen mit hoher konjunktureller Hebelwirkung, etwa für Sanierungen und Heizkesseltausch. Das schadet dem Klima – und kostet heimische Betriebe reale Aufträge.

In einem Bereich gab es aber durchaus Fortschritte. Beim Ziel der Energiefreiheit – einer sicheren, leistbaren Stromversorgung aus heimischer, erneuerbarer Produktion – ist Österreich vorangekommen. Zwei wichtige Energiegesetze wurden auf den Weg gebracht. Mit dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) wurde letzte Woche ein durchaus gelungenes Gesetz im Nationalrat beschlossen.

Beim Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) steht ein solider Entwurf, jedoch sind noch ein paar Nachbesserungen notwendig. Ohne klare Verpflichtungen für die Bundesländer wird der dringend notwendige Ausbau – speziell der Windkraft – weiter stocken.

##   
**Klimapolitik ist Standortpolitik**

Wer Klimaschutz weiterhin als moralisches Projekt missversteht, übersieht den Kern der Debatte. Es geht um Wettbewerbsfähigkeit, um Energiesicherheit, um Resilienz in einer Welt zunehmender geopolitischer Spannungen. Fossile Abhängigkeiten sind kein Naturgesetz – sie sind eine politische Entscheidung.

Europa steht vor einer klaren Wahl: Wollen wir mit den USA unter Donald Trump bei den Technologien der fossilen Vergangenheit stehen bleiben und uns damit weiterhin der Willkür den dubioser Öl- und Rohstoffexporteure ausliefern?

Oder investieren wir entschlossen und mit Pioniergeist in eine saubere industrielle Basis, die Wohlstand, Innovation und Selbstbestimmtheit verbindet? Diese Frage sollte Europa und Österreich im kommenden Jahr beschäftigen.

## **Maßgebliche Richtungsentscheidungen**

Gerade jetzt braucht Europa strategische Klarheit. Der schnelle Ausbau erneuerbarer Energien, die Elektrifizierung von Industrie, Verkehr und Gebäuden und verlässliche regulatorische Leitplanken sind keine Ideologie, sondern ökonomische und geopolitische Notwendigkeit.

Instrumente wie der Net-Zero Industry Act, die Gebäuderichtlinie und das Ende der Autoabgase 2035 setzen dafür den richtigen Rahmen. Sie müssen konsequent umgesetzt werden – nicht ständig neu verhandelt.

Denn im globalen Wettbewerb um saubere Zukunftstechnologien ist dieser Zickzackkurs fatal. Das betrifft E-Mobilität, PV-Anlagen, Batterien, Wärmepumpen und Windräder: will Europa hier global mitspielen, statt zum Importeur chinesischer Technologien zu werden, dann braucht es klare politische Leitplanken.

Neben den dafür notwendigen Gesetzen, muss auch das Geld der öffentlichen Hand die Transformation unterstützen und als sicherer Abnehmer für heimische Zukunftstechnologien grüne Leitmärkte schaffen. Zurzeit ist Europa stark in Forschung und Patenten, aber schwach in der Skalierung von eigenen Produkten.

Ebenso zentral ist der Aufbau einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Der für Herbst 2026 angekündigte Circular Economy Act ist eine große Chance, Europas Rohstoffabhängigkeit zu reduzieren und neue industrielle Wertschöpfung zu schaffen.

Auch in Österreich stehen maßgebliche Richtungsentscheidungen an. Die Industriestrategie, die Mitte Jänner präsentiert wird, muss deshalb mehr sein als eine Absichtserklärung. Gibt sie der Kreislaufwirtschaft und sauberen Industrie eine zentrale Rolle, eröffnet das reale Chancen für den Standort.

Ein ambitioniertes Klimagesetz mit dem verbindlichen Ziel der Klimaneutralität bis 2040 würde endlich Planungssicherheit schaffen – für Unternehmen ebenso wie für Haushalte.

In der Energiepolitik braucht es klare Vorgaben an die Bundesländer, damit der Ausbau der Windkraft endlich Fahrt aufnimmt. Außerdem sind Investitionen in Netze und Speicher, sowie die Industrietransformation notwendig. Die finanziellen Spielräume dafür sind vorhanden, wenn klimaschädliche Subventionen endlich reformiert werden.

## **Österreich muss Vorreiter eines selbstbewussten Europas werden**

Auf EU-Ebene gehörte Österreich im Jahr 2025 zu jenen Ländern, die bei der Ökologisierung auf der Bremse standen und wichtige Maßnahmen des Green Deals abschwächen wollten. 2026 bietet die Chance, diesen Kurs zu korrigieren.

Denn die Welt dreht sich weiter. In China wird die Kommunistische Partei im März den nächsten Fünfjahresplan vorlegen. Zu erwarten ist, dass das Reich der Mitte künftig international noch protektionistischer auftritt. Exportbeschränkungen für seltene Erden betreffen Europa bereits heute ebenso, wie die schwindenden Märkte für die heimische Wirtschaft.

In den USA wird das politische Jahr im Zeichen der Midterm Elections stehen. Möglicherweise wenden sich Land und Partei von Trump ab. Möglicherweise aber auch nicht. Egal jedoch, wie es ausgeht, es braucht ein selbstbewusstes Europa – und Mitgliedstaaten, die Verantwortung übernehmen.

Die aktuelle US-Administration sieht in Österreich einen potenziellen Spaltpilz für die Europäische Union. Die richtige Antwort darauf kann nur sein, dass wir stattdessen Vorreiter eines handlungsfähigen und selbstbestimmten Europas werden.

Die Ökologisierung bietet dafür eine zentrale Chance. In Österreich finden im nächsten Jahr keine Wahlen statt – weder auf Bundes- noch auf Länderebene. Das bedeutet: keine Ausreden, keine Ablenkung.

Es ist eine seltene Gelegenheit, Politik zu machen, die über die nächste Wahlumfrage hinausdenkt. 2026 kann ein Jahr des Aufbruchs werden. Es muss eines werden.

---

 # Bilanz vor der Wahl: So steht Wien beim Klimaschutz wirklich da

Kommentar Klimapolitik Mobilität Gebäude 

Donnerstag, 24.04.2025

Am 27.04.2025 wählt Wien. Expertin Katharina Rogenhofer zieht eine Klima-Bilanz der vergangenen fünf Jahre und gibt einen Ausblick: Der Weg zur "Klimamusterstadt" ist noch weit – aber machbar, wenn die kommende Stadtregierung den nötigen Mut dafür aufbringt.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/warum-sich-eu-vor-klimathemen-drueckt-und-das-keine-gute-idee-ist-120104136)*.*

Politik findet in irgendeiner Weise immer in der Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit statt. Zwischen Notwendigem und Machbarem. Zwischen Wertvorstellungen und nackten Interessen. Zwischen großen Ambitionen und mitunter sehr kleingeistigen Widersachern.

Die rot-pinke Stadtregierung hat sich am Beginn ihrer Amtszeit vorgenommen, Wien zur "Klimamusterstadt" zu machen. Bis 2040 soll die Stadt klimaneutral werden. Das ist auch notwendig. Ob es machbar ist, entscheidet die nächste Stadtregierung. Die bisherigen Maßnahmen haben die Brücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit noch nicht ganz geschlagen.

## **Zwar gut, aber nicht ganz**

Die Emissionen der Stadt sind in letzten Jahren deutlich gesunken. Doch vor allem in der Mobilität und beim Heizen stehen Wien weiterhin Mammutaufgaben bevor. Zwar sind die Emissionen im Gebäudesektor zurückgegangen, von der Klimaneutralität trennen die Bundeshauptstadt aber weiterhin rund eine halbe Million bestehender Gasheizungen und viele unsanierte und dementsprechend energieverschwenderische Häuser.

Der Plan der Wien Energie, die Fernwärme von Gas auf erneuerbare Energien umzustellen, ist vorbildlich, doch die Sanierungsrate hinkt den Zielwerten hinterher und gerade im mehrgeschoßigen Wohnbau fällt der Heizkesseltausch oft nicht leicht.

Bei der Mobilität besticht Wien mit hoher Qualität der öffentlichen Verkehrsmittel. Der Anteil der Wege, den die Wiener:innen auf nachhaltige Weise (also zu Fuß, mit Rad oder Öffis) zurücklegen, ist mit 75 Prozent vergleichsweise hoch. Doch diese Zahl stagniert seit einigen Jahren. Etwa die Hälfte der Emissionen in Wien entfallen damit weiterhin auf den Verkehrssektor.

Auch der Blick auf die Vorhaben in dem Bereich erzeugt ein gemischtes Bild. Laut Stadtregierung würde etwa das größte Öffi-Projekt, der Bau des U-Bahnlinienkreuzes U2/U5, jährlich 75.000 Tonnen CO2-Emissionen sparen. Gleichzeitig wollen sowohl SPÖ als auch NEOS den Bau des Lobautunnels umsetzen.

Eine strategische Prüfung, die vom ehemaligen Klimaschutzministerium in Auftrag gegeben und Anfang des Jahres veröffentlicht wurde, zeigt, dass in einem Verkehrsszenario für das Jahr 2040 mit Lobautunnel 68.000 Tonnen CO2 mehr ausgestoßen würden als in einem Szenario, in dem auf den Bau verzichten wird.

Kurz gesagt: Was sich durch das größte Öffi-Projekt an Emissionen einsparen lässt, soll durch ein neues Straßenprojekt wieder in die Luft geblasen werden. Auf diese Weise kann die Wirklichkeit dem Anspruch nicht nachkommen.

## **Die lebenswerteste Stadt lebenswerter machen**

Neben den Klimazielen gibt es viele weitere Gründe, die für ambitionierte Klimapolitik sprechen. Maßnahmen in diesen Bereichen senken nicht nur die Emissionen, sondern bringen erheblichen Mehrwert für die Lebensqualität der Wiener:innen.

Durch die Sanierung von Gebäuden und den Umstieg auf nachhaltige Heizformen können Heizkosten gesenkt werden. Damit bleibt den Menschen mehr Geld zum Leben. Verkehrsberuhigte Zonen, Begrünung und nachhaltige Mobilität reduziert den Lärmpegel, verbessert die Luftqualität und damit die Gesundheit der Bevölkerung deutlich.

Einen Mehrwert schaffen diese Maßnahmen auch mit Blick auf die wachsende Hitzebelastung während der Sommermonate, die für immer mehr Menschen zu einem Gesundheitsrisiko wird. Zwischen den Jahren 1961 und 1990 erlebte Wien durchschnittlich 9,6 Hitzetage im Jahr. Im Jahr 2024 waren es 45.

Gab es in der Vergangenheit durchschnittlich nur 1 bis 2 Tropennächte pro Jahr, so waren es 2024 in der Wiener Innenstadt 53.

Die Folgen für die Menschen sind evident: Laut dem Gesundheitsministerium sterben pro Jahr bis zu 500 Personen in Österreich an den Folgen der Hitze. Entsiegelte und begrünte Flächen und die thermische Sanierung von Gebäuden mildern hingegen die wachsende Hitzebelastung.

Und auch die Wirtschaft profitiert von Maßnahmen zur Ökologisierung: Sanierungen und den Tausch von Heizkesseln werden nämlich vor allem von kleinen und mittleren heimischen Unternehmen durchgeführt. Gerade bei Gebäudesanierungen ist Österreichs Wirtschaft stark. Immer mehr und gut ausgebildete Fachkräfte sind in diesem Bereich gefragt.

## **Bevölkerung und Wirtschaft sind überzeugt**

Um die Menschen in Wien zu überzeugen, gäbe es also viele Argumente. Nur: überzeugen muss man sie gar nicht mehr. Die Wiener Bevölkerung erkennt diesen Mehrwert bereits und unterstützt auch entsprechende Maßnahmen zum Klimaschutz im Mobilitäts- und Gebäudebereich. Das zeigen die [**Ergebnisse mehrerer repräsentativer Umfragen**](https://www.kontext-institut.at/inhalte/herausforderungen-hebel-klima-wien/), die von KONTEXT nach Bundeslanddaten ausgewertet wurden.

Knapp drei Viertel (73 Prozent) der Wiener Bevölkerung ist Klimaschutz ein wichtiges Anliegen. Dass die Klimakrise in der Stadt bereits deutlich spürbar ist, haben die langen Hitzeperioden, aber auch Starkregenereignisse und Überflutungen der letzten Jahre, gezeigt.

Mehr als vier von fünf Wiener:innen (82 Prozent) wünschen sich von der Politik deshalb eine Anpassung an Extremwetterereignisse. 86 Prozent der Befragten befürworten die Förderung von Gebäudesanierung und von nachhaltigen Heizformen. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) spricht sich für den Ausbau klimafreundlicher Mobilität statt eines Festhaltens an Verbrennermotoren aus.

Auch Wiener Unternehmen erkennen die Notwendigkeit von Klimaschutz und sind bereit, daran mitzuwirken. Das geht aus einer gemeinsamen Studie von KONTEXT und der KMU Forschung Austria hervor, in der kleinere und mittlere Unternehmen zu Klimaschutz und Klimapolitik befragt wurden. Der Großteil (86 Prozent) der befragten Unternehmen fordert von der Politik, sich umfassend für Klimaschutz einzusetzen.

Beinahe zwei Drittel (64 Prozent) unterstützen ambitionierte Klimapolitik, selbst wenn damit Einschränkungen für ihr Unternehmen verbunden sind. Vermisst werden hingegen konkrete Schritte der Politik: Zwei Drittel (66 Prozent) meinen, es werden zwar Ziele formuliert aber nicht genug konkrete Maßnahmen ergriffen, um diese umzusetzen.

## **Wien muss sich trauen**

Wien erwirtschaftet ein Viertel des österreichischen BIP, beheimatet ein Fünftel der österreichischen Bevölkerung, verursacht aber nur ein Zehntel der österreichischen Emissionen. Pro Kopf sind das nur halb so viel, wie der österreichische Durchschnitt.

Wien hat als erstes und bisher einziges Bundesland ein verpflichtendes Klimagesetz. Und eine Bevölkerung und Unternehmerschaft, die hinter einer ambitionierten Klimapolitik steht. Was Wien jetzt braucht, ist eine Stadtregierung, die die Angst vor dem eigenen Mut überwindet, um die selbstgesteckten Ziele konsequent und ohne Umwege zu erreichen.

Im Mobilitätsbereich heißt das vor allem, klimafreundliche Alternativen zu stärken. Das gelingt durch großflächige Verkehrsberuhigung, Tempo 30 im Stadtgebiet, das Auflassen von Parkplätzen für Begrünung, den Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln, die Attraktivierung von Geh- und Radwegen sowie die Ausweitung von Sharing-Angeboten für E-Mobilität.

Im Gebäudebereich ist vor allem Planungs- und Investitionssicherheit notwendig. Dafür braucht es einerseits ein rechtlicher Rahmen samt Fristen für den Ausstieg aus fossilen Heizsystemen, die Stilllegung von Gasnetzen und die Erhöhung der Sanierungsrate. Speziell in Mehrparteienhäusern gilt es, die Zentralisierung von Heizsystemen und Sanierungsmaßnahmen zu erleichtern.

Nur mit einer ambitionierten Politik wird Wien tatsächlich eine "Klimamusterstadt". Und nur so kann der notwendige Anspruch auch Wirklichkeit werden.

---

 # Warum sich die EU vor Klimathemen drückt (und das keine gute Idee ist)

Kommentar Klimapolitik EU Klimadiskurs 

Dienstag, 08.04.2025

Die Rücknahme der Berichtspflichten ist wohl nur der Beginn von maßgeblichen Rückschritten in der Ökologisierung der europäischen Wirtschaft. Gerüttelt wird auch an Emissionsgrenzen für Autos und den Klimazielen. Das ist kurzsichtig – gerade jetzt.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/warum-sich-eu-vor-klimathemen-drueckt-und-das-keine-gute-idee-ist-120101267)*.*

"Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück" bedeutet, dass politischer und gesellschaftlicher Fortschritt immer geprägt ist von Widerstand und vereinzelten Rückschlägen. "Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück" bedeutet aber auch, dass Fortschritt, wenn auch träge und langsam, möglich ist.In der EU-Klimapolitik wird diese Phrase um eine unrühmliche Bedeutung erweitert: "Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück" könnte auch einfach nur der Anfang von mehreren Rückschritten sein.

## Zwei Schritte vor

Ein Rückblick: Ursula von der Leyen wird nach den Europawahlen 2019 zur Präsidentin der Europäischen Kommission gewählt und legt innerhalb weniger Wochen nach Amtsantritt mit großer Inszenierung den Green Deal vor. Dessen Ziel der Klimaneutralität bis 2050 und der gesetzliche Weg, den die EU in den Folgejahren geht, ist mutig und zukunftsgewandt: PKW sollen emissionsfrei, Gebäude energieeffizienter und erneuerbare Energie stark ausgebaut werden. Unternehmen sollen ihre Tätigkeit und jene ihrer Zulieferer umfangreicher auf Nachhaltigkeitskriterien überprüfen. Und dergleichen mehr.

Im Wesentlichen wird der Green Deal von einer breiten Mehrheit der christdemokratischen, sozialdemokratischen, liberalen und grünen Parteien im Europäischen Parlament und dem Rat getragen. Im Vorfeld der Europawahlen 2024 beginnt diese Allianz zu bröckeln. Vor allem in von der Leyens eigener Parteienfamilie regt sich Widerstand. Die Europäische Volkspartei (EVP) schaltet bei dem Gesetz zur Wiederherstellung der Natur auf Fundamentalopposition. Bereits fertig ausverhandelte Regelungen, wie das Lieferkettengesetz oder die Emissionsgrenzwerte für PKW, werden in Formalakten verzögert und teilweise aufgeweicht. Die Gesetze gehen letztlich durch. Die Diskussionen darüber sind aber Vorboten einer Phase der Rückschritte.

## Ein Schritt zurück

Ursula von der Leyen wird nach der Europawahl 2024 im Amt bestätigt. Der klimapolitische Enthusiasmus aus dem Jahr 2019 ist mit der Covid-19-Pandemie, Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und der anhaltenden Krise der europäischen Wirtschaft aber abgeebbt. Neben der wachsenden Skepsis der EVP und der Liberalen im Europäischen Parlament, sind viele Regierungen der Mitgliedsstaaten nach rechts gerückt, allen voran Italien.

Der Green Deal wurde von der Kommissionspräsidentin noch als persönliches Herzensanliegen lautstark ausgerufen. Das Nachfolgeprogramm, den Clean Industrial Deal, ließ von der Leyen von ihren Stellvertreter:innen in einer routinemäßigen Pressekonferenz verlesen. Der Green Deal wurde als unerlässliche Antwort auf die Klimakrise dargestellt. Im Clean Industrial Deal werden Wörter, wie "Klima" oder "grün" peinlichst penibel vermieden.

Stattdessen geht es um "Wettbewerbsfähigkeit" – ein Zugang, der nicht nur berechtigt, sondern notwendig ist. Mit strauchelnden Industrien, hohen Energiepreisen und einer immer offensichtlicheren Erpressbarkeit durch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, wird die Ökologisierung der Wirtschaft und Gesellschaft zu einem zentralen Puzzlestück, nicht nur im Klimaschutz, sondern auch für die Schaffung von Sicherheit, Arbeitsplätzen, Wohlstand und – eben – Wettbewerbsfähigkeit.

Der Clean Industrial Deal verspricht Antworten auf diese Herausforderungen, wenngleich dessen wirklicher Gehalt in kommenden Monaten und Jahren noch mit Substanz zu füllen sind. Bedenklich wird dieser Fokus allerdings, wenn er als Vorwand dafür verwendet wird, die klimapolitischen Errungenschaften der vergangenen Jahre zurückzunehmen. So zu beobachten etwa beim sogenannten Omnibus-Paket, mit dem die EU-Kommission Berichtspflichten für Unternehmen mit Blick auf Nachhaltigkeit und Lieferketten effizienter gestalten will. Dabei wären viele Maßnahmen sehr sinnvoll: die Vereinfachung von Berichtspflichten, etwa durch eine geringere und standardisierte Zahl an Indikatoren, die gemeldet werden müssen, oder auch staatliche Unterstützung bei der Erhebung und Einmeldung gerade für kleinere und mittlere Betriebe.

Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen werden aber nicht nur bürokratische Hürden abgebaut, sondern die Nachhaltigkeitsberichterstattung einfach für weniger Unternehmen gültig und das Lieferkettengesetz nahezu substanzlos gemacht. Leider steht zu befürchten, dass dieser Vorschlag nur ein Vorbote einer Phase noch weitgreifenderer Rückschritte ist.

## Noch weiter zurück? 

Mittlerweile stehen wichtige Ziele und Maßnahmen in entscheidenden Sektoren offen zur Debatte. Die Kommission hat angekündigt, Zwischenziele für die schrittweise Reduktion von PKW-Emissionen nach hinten zu verschieben. Sie schafft es dabei [**offenbar nicht mehr**](https://www.derstandard.at/story/3000000263785/neuer-kommissionsentwurf-wird-das-verbrenner-aus-bald-endgueltig-gekippt), sich zu einem Bekenntnis zum "Verbrenner-Aus" 2035 durchzuringen. Zur Debatte stehen [**Berichten zufolge**](https://www.politico.eu/article/eu-simplification-green-energy-laws/) auch die Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Anforderungen für die Energieeffizienz von Gebäuden.

Auch die EU-Klimaziele selbst sind nicht mehr sicher. Um bis 2050 klimaneutral zu werden, muss der Treibhausgasausstoß bis zum Jahr 2040 um 90 Prozent sinken. Das wurde vom wissenschaftlichen Beirat schon lange berechnet, die Kommission hat sich auch öffentlich dazu bekannt, schafft es aber bisher nicht, das im EU-Klimagesetz verbindlich zu verankern.

Die Folgen dieser Rückschritte werden wir alle spüren. Neben schlechten Nachrichten für das Klima, bedeutet das auch wirtschaftlich nichts Gutes. Je länger wir abhängig von fossilen Brennstoffen sind, desto länger ist Europa erpressbar und unsere Energiepreise der Willkür anderer ausgeliefert.Darüber hinaus lösen die Maßnahmen keine Probleme: Die europäische Automobilindustrie kompensiert ihre Verluste in ihrem wichtigsten Exportmarkt – in China, in dem zunehmend E-Autos dominieren – nicht dadurch, indem sie den Verbrennermotor entgegen allen Marktlogiken künstlich am Leben erhalten darf. Und bei allen Zielen und Maßnahmen gilt: die Stop-and-Go Politik der Kommission ist Gift für jegliche wirtschaftliche Planungssicherheit und untergräbt das Vertrauen in die Politik.

## Strategischer Weitblick gefragt

Die Abkehr von Europa durch die US-Administration von Donald Trump macht die wirtschafts- und sicherheitspolitischen Probleme Europas akut. Brüssel sucht händeringend nach kurzfristigen Lösungen, verliert dabei aber jeglichen strategischen Weitblick. Jetzt könnte eine ambitionierte Ökologisierung der strauchelnden Wirtschaft in der EU wichtige neue Impulse verleihen.

Mit der aktuellen Politik der Trump-Administration und dem einsetzenden Brain-Drain in den USA ergibt sich die Gelegenheit, speziell bei Zukunftstechnologien Rückstände aufzuholen und sich sogar relative Wettbewerbsvorteile zu erarbeiten. Außerdem ist es in der aktuellen geopolitischen Situation essenziell, dass sich die EU mit dem Ausbau erneuerbarer Energie oder der Stärkung der Kreislaufwirtschaft eine strategische Unabhängigkeit von Energie- und Rohstoffimporten erarbeitet.

Es ist also klima-, wirtschafts- und sicherheitspolitisch der denkbar schlechteste Zeitpunkt, um die EU-Klimapolitik zurückzufahren und den Green Deal einzustampfen. Gerade jetzt sind Ambition, Mut und Fortschritt geboten. Dem "zwei Schritte vor" und "ein Schritt zurück" sollte ordnungsgemäß wieder ein "zwei Schritte vor" folgen.

---

 # Warum auch wir ein Sondervermögen fürs Klima ausgeben werden

Kommentar Klimapolitik EU Budget 

Dienstag, 25.03.2025

Jetzt investieren oder später draufzahlen. Ob wir wollen oder nicht: Österreich wird ein ähnlich großes Sondervermögen im Klimabereich ausgeben, wie Deutschland. Offen ist nur die Frage wofür. Expertin Katharina Rogenhofer analysiert.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/warum-auch-wir-ein-sondervermoegen-fuers-klima-ausgeben-werden-120098639)*.*

Deutschland und Österreich verbindet vieles in diesen Tagen. Beide Länder stehen politisch am Beginn einer neuen Legislaturperiode, in denen die ehemaligen Großparteien gerade noch eine Parlamentsmehrheit haben (hierzulande ist zur Sicherheit noch eine dritte Partei im Bunde).

Beide Länder befinden sich in einer langanhaltenden Rezession, kämpfen gegen hohe Energiepreise und nachlassenden Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Beide Länder stehen also vor der Herausforderung, ihre Wirtschaft neu auszurichten und gleichzeitig die EU-Klimaziele zu erreichen.

Die Problembeschreibung ist dieselbe, die Wahl der verfügbaren Mittel könnte allerdings kaum unterschiedlicher sein. Die nächste deutsche Regierung hat sich mit einem Sondervermögen einen zusätzlichen Investitionsspielraum von 1.000 Milliarden Euro über zehn Jahre geschaffen. 500 Milliarden sollen in Infrastruktur fließen, 100 Milliarden Euro davon zusätzlich in Klimaschutzmaßnahmen.

## **Klima-Budgetbombe droht zu platzen**

In Österreich hingegen bleibt für die notwendigen Reformen nur ein kleiner budgetärer Spielraum, der gefühlt monatlich noch weiter schrumpft. Noch in dieser Woche werden WIFO und IHS wohl die ohnehin schon schlechten Aussichten für die heimische Wirtschaft nochmal nach unten korrigieren.

Schlechtere Wirtschaftszahlen bedeuten weniger Steuereinnahmen und mehr Ausgaben. Der Konsolidierungsbedarf dürfte sich damit nochmal deutlich verschärfen.

Fiskalrat-Präsident Christoph Badelt hat kürzlich davor gewarnt, dass ohne Gegensteuern bei Pensionen, Pflege und Gesundheit die Belastung für den Staatshaushalt in den kommenden Jahren immer stärker zunehmen wird. Badelt sieht darin eine "demographische Bombe" für den Staatshaushalt.

Eine ähnliche Bombe für das Bundesbudget droht ohne Gegensteuern auch im Klimabereich zu explodieren. Denn: Erreicht Österreich die EU-Klimaziele 2030 nicht, drohen Strafzahlungen von mehreren Milliarden Euro. Einzelne Berechnungen, wie jene vom Rechnungshof, gehen dabei von über neun Milliarden Euro aus. Auf österreichische Maße runtergerechnet, entspricht das etwa der Höhe jenes Sondervermögens, das Deutschland für Klimamaßnahmen ausgeben wird.

Ob wir wollen oder nicht: Österreich wird trotz der geringen finanziellen Möglichkeiten im Klimabereich zusätzlich viel Geld in die Hand nehmen müssen. Die Frage ist nur wofür: Für Strafzahlungen, die ohne jeglichen Effekt für die Wertschöpfung in diesem Land, ohne jegliche Verbesserung der Infrastruktur, ohne irgendeinem bleibenden Mehrwert für die heimische Wirtschaft und für das Klima einfach verpuffen? Das wäre eine Lose-Lose-Lose-Lösung für Budget, Wirtschaft und Klima.

## **Das wenige Geld richtig nutzen**

Die Regierung ist besser beraten, dieses Geld stattdessen in die Ökologisierung der Wirtschaft und Gesellschaft zu intensiveren: in den Ausbau der erneuerbaren Energie inklusive der Netze, den Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen, die Elektrifizierung der Industrie und in die Förderung von Zukunftstechnologien. Anstatt Milliarden sinnlos verpuffen zu lassen, wären die Effekte auf diese Weise bleibend.

Erneuerbare sind mittel- bis langfristig günstiger. Dadurch bleibt den Menschen mehr Geld zum Leben und die Wirtschaft, vor allem die Industrie, kann günstiger produzieren und wird somit wettbewerbsfähiger.

Die eigene Versorgung mit erneuerbarer Energie macht uns zudem unabhängig von fossilen Energieimporten und damit weniger erpressbar und sicherer. Auch die Inflationsgefahr – mit allen negativen Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft – sinkt mit dem Ausstieg aus fossiler Energie.

Eine transformierte Industrie und Zukunftstechnologien können der heimischen Wirtschaft zu neuem Aufschwung verhelfen. Eine zukunftsfähige Industriestrategie hat großes Potenzial die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft zu stärken, neue Arbeitsplätze und Wohlstand zu schaffen.

[**KONTEXT-Studien zeigen**](https://kontext-institut.at/inhalte/studie-zukunftsfaehige-industriepolitik/#:~:text=Zukunftsf%C3%A4hige%20Industriepolitik%20kann%20hier%20einen,Dienstleistungsbereich%20und%20der%20technischen%20Produktion.): Die Ökologisierung der Industrie könnte die Wirtschaftsleistung Österreichs bis 2050 um 3,3 Prozent steigern und 44.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Der globale Markt für Zukunftstechnologien wächst bis 2030 auf über 14.000 Milliarden USD, wie unsere Studie mit der Boston Consulting Group (BCG) zeigt.

## **Nur Ankündigungen, aber immerhin die richtigen**

Die neue Regierung scheint das erkannt zu haben. Was im Regierungsprogramm steht, wurde nach der Regierungsklausur am vergangenen Dienstag (18. März) nochmals verdeutlicht: In einer neuen Industriestrategie für Österreich sollen Schlüsseltechnologien, in denen Österreich bereits stark ist, eine zentrale Rolle spielen. Dazu zählen laut Regierung neben der Digitalisierung auch Umwelttechnologien.

Noch sind ÖVP, SPÖ und NEOS aber nicht über Ankündigungen hinausgekommen. Welche Umwelttechnologien konkret gemeint sind, ließen die Regierungsspitzen am Dienstag weitgehend offen.

Gerade im Bereich Wärmepumpen, Gebäudeeffizienz, Stromnetze oder bei der Kreislaufwirtschaft gibt es hierzulande große Chancen. Großes Potenzial besteht auch in der Elektrifizierung der Industrie. Diese wurde von der Regierung weder nach der Klausur noch im Regierungsprogramm erwähnt. Dabei ist sie einer der größten Hebel für die Reduktion österreichischer Emissionen.

## **Sondervermögen mit Gegenfinanzierung**

Doch die bisherigen konkreten Maßnahmen laufen den Absichten entgegen: So hat die neue Regierung bei wichtigen Förderungen, wie jene für den Heizungstausch oder der E-Mobilität, den Sparstift angesetzt, ohne als Alternative ordnungspolitische Maßnahmen in Aussicht zu stellen. Das spüren nicht nur die Installateure und Elektrikerinnen in Österreich gerade bitter, es steigert auch die Gefahr, die Klimaziele zu verfehlen und damit eine weitere Budgetbombe zum Platzen zu bringen.

Der Sparstift wäre stattdessen besser bei den klimaschädlichen Subventionen angesetzt. Die drohende Klima-Budgetbombe ließe sich so nahezu entschärfen und der Staat könnte mindestens eine Milliarde Euro jährlich sparen. Auf zehn Jahre gerechnet, hätte das österreichische Sondervermögen – anders als das deutsche – sogar eine Gegenfinanzierung. Das wäre eine Win-Win-Win-Lösung für Budget, Wirtschaft und Klima.

---

 # Raus aus dem Klimaschutz, rein in den Wirtschaftsboom?

Kommentar Klimapolitik Wirtschaft 

Dienstag, 28.01.2025

Die Klimapolitik wird die USA nicht länger von neuem Ölreichtum abhalten, sagt Donald Trump. Er wird dieses Versprechen nicht halten können. Warum das so ist, erklärt Klima-Expertin Katharina Rogenhofer.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/raus-aus-dem-klimaschutz-rein-in-den-wirtschaftsboom-120087052)*.*

**Donald Trump hat der Welt bereits am ersten Tag seiner zweiten Amtszeit einen Vorgeschmack auf die Klimapolitik der USA in den kommenden vier Jahren gegeben. Unmittelbar nach seiner Amtseinführung hat er** [**per "Executive Order”**](https://www.newsflix.at/s/trumps-48-erste-befehle-menschen-sind-wichtiger-als-fische-120085350) **den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen beauftragt, Umweltauflagen für fossile Energieträger aufgehoben, Förderungen für E-Mobilität ausgesetzt und Offshore-Windparkprojekte gestoppt. Außerdem hat er die Klimadekrete von Joe Biden zurückgenommen.**

Die Folgen dieser Politik sind für das Klima gravierend. Gelänge es Trump, sämtliche Klimagesetze der Biden-Administration zurückzunehmen, würden laut dem Thinktank Carbon Brief die USA bis zum Jahr 2030 zusätzlich vier Milliarden Tonnen an CO2 ausstoßen. Zum Vergleich: Das entspricht dem jährlichen Ausstoß der gesamten EU und Japans zusammen.

#### Trumps erstes Opfer

Trump lässt jedenfalls keine Zweifel an der Umsetzung seiner Wahlkampf-Versprechen: Der Weg der USA zu neuem fossilem Reichtum darf nicht von Klimazielen verbaut werden – schon gar nicht von internationalen.

Das Pariser Klimaabkommen ist in dieser Logik das symbolische erste Opfer der Trump-Administration. Der neuerliche Ausstieg der USA ist ein Rückschlag für die internationale Klimapolitik – auch wenn eine Gruppe von Philanthropen um Michael Bloomberg, den wegfallenden Beitrag der USA für die UN-Klimarahmenkonvention durch Spenden ersetzen wollen.

Die Weltklimakonferenzen haben sich bereits in den vergangenen Jahren als äußerst schwerfällig erwiesen. Künftig wird es aber noch schwieriger, etwa in Fragen der internationalen Finanzierung von Klimaschutz und Klimaanpassung zu Lösungen zu kommen.

Offen bleibt, ob hier weitere Länder folgen werden. Nach dem Ausstieg der USA aus dem Abkommen während Trumps erster Amtszeit, war dies jedenfalls nicht der Fall. Dennoch wird sich die Weltbühne verändern und statt globalen Abkommen werden dadurch Allianzen der Willigen immer wichtiger. Ihnen winken wirtschaftlich Vorteile, anders als den USA mit dem von Trump ausgerufenen Ölrausch.

#### Wirtschaftsboom durch Ölrausch?

Die Förderung von Öl und Gas in den USA ist während der Präsidentschaft von Joe Biden auf ein Rekordniveau gestiegen. Noch nie in der Weltgeschichte hat ein einziges Land so viel Öl und Gas gefördert, wie die USA zum jetzigen Zeitpunkt. Dass unter Trump der Weg für einen mit fossiler Energie befeuerten Wirtschaftsaufschwung nun frei ist, darf aber bezweifelt werden.

Wie das [Wall Street Journal](https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&opi=89978449&url=https://www.wsj.com/business/energy-oil/trump-oil-gas-policy-drilling-donors-3438e99e&ved=2ahUKEwiD0OiG9o2LAxVd1gIHHRu-JH4QFnoECBYQAQ&usg=AOvVaw0g2vsJxl3itJDbm7z08hm-) und andere Medien berichten, haben fossile Energieförderer aktuell gar kein Interesse, die Produktion noch weiter zu steigern. Denn der Markt ist gesättigt. Zusätzliches Angebot würde nicht mehr Absatz schaffen, sondern bei gleichbleibender Nachfrage nur den Preis und damit die Einnahmen drücken.

Für die Fossil-Industrie ist es stattdessen viel wichtiger, die Nachfrage nach Öl und Gas zu steigern und zu sichern. In diesem Lichte sind etwa Trumps Maßnahmen gegen die E-Mobilität und der Ausbau der fossilen Infrastruktur zu verstehen. "Drill, baby, drill" wird also höchstens der Fossil-Industrie ein paar Jahre Mehreinnahmen sichern.

Der gesamtwirtschaftliche Nutzen von Trumps Ausbauplänen für Öl und Gas wird jedoch überschaubar und vor allem kurzfristiger Natur sein: Öl und Gas sind auch in den USA zumindest mittel- bis langfristig mit mehr Kosten verbunden als erneuerbare Energie. Dazu kommen standortpolitische Risiken: der globale Wettlauf um Zukunftstechnologien schreitet voran, treibende Kraft dafür ist China. Die USA drohen mit den angekündigten Rückschritten den Anschluss zu verlieren.

#### Die Welt dreht sich weiter

Die Idee, mit Öl und Gas die Wirtschaft zu retten, entstammt dem letzten Jahrhundert. Die Welt hat sich seitdem weitergedreht, auch in den USA. Die Ökologisierung der Wirtschaft ist selbst hier längst im Gange und lässt sich auch vom US-Präsidenten höchstens verlangsamen, aber nicht aufhalten. Denn viele Entscheidungen obliegen den Bundesstaaten.

Während Trumps erster Amtszeit haben etwa traditionell demokratisch regierte Staaten, wie Kalifornien oder Maryland, eigene Umweltstandards, Ausstiegsziele für fossile Energie oder Reduktionspfade für Emissionen aus der Industrie gesetzt. Weitere Bundesstaaten sind diesem Beispiel mit ähnlichen Gesetzen gefolgt.

Selbst republikanisch geführte Bundesstaaten bauen kontinuierlich erneuerbare Energiequellen aus. Sie haben mittlerweile sogar die demokratischen Staaten überholt und produzieren mehr als die Hälfte der erneuerbaren Energie in den USA. Texas ist unter den 50 Bundesstaaten Spitzenreiter.

Aber auch Staaten wie Iowa, Kansas oder South Dakota profitieren durch ihre günstige Topografie und die vielen Sonnenstunden vom Ausbau erneuerbarer Energie. Die Triebfeder ist dabei weniger die Reduktion von Treibhausgasen, als vielmehr die neuen Einnahmequellen für Landbesitzer, niedrige Energiekosten und zusätzliche Arbeitsplätze.

####  Wie die USA wirtschaftlich vom Klimaschutz profitieren 

Außerdem gilt weiterhin der Inflation Reduction Act (IRA), der im Sommer 2022 von Joe Biden und dem demokratisch geführten Kongress verabschiedet wurde und seither eine "grüne Technologie-Revolution" ausgelöst hat. Er hat mehr als 330.000 neue Jobs geschaffen und über 265 Milliarden Dollar an Investitionen für grüne Technologien lukriert.

Trump hat im Wahlkampf angekündigt, den IRA ebenfalls stoppen zu wollen. Das wird jedoch nicht leicht. Er bräuchte dafür die Zustimmung im Kongress. Die Mehrheit seiner Republikaner ist in beiden Kammern nicht groß und der IRA erfreut sich auch unter ihnen großer Popularität. Schließlich befinden sich mehr als zwei Drittel aller IRA-Projekte in republikanisch dominierten Bezirken.

#### Kein Vorbild für Europa

Trump zeigt vom ersten Tag seiner Amtszeit an, wohin die Reise für die US-Fossilpolitik in den kommenden vier Jahren führen wird: In die Sackgasse. Er wird mit dieser Politik auch auf der Weltbühne kaum Nachahmer finden. Schon gar nicht auf der anderen Seite des Atlantiks.

Anders als die USA, kann sich Europa nicht in ausreichendem Maß mit Öl und Gas selbst versorgen. Die EU importiert 90 Prozent ihres Gasverbrauchs. Die Energiepreise sind dadurch durchgehend höher als in den USA. Dazu birgt die Importabhängigkeit die Gefahr von Preisschocks und damit Inflation, wie wir etwa nach dem Beginn von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine gesehen haben. Sie ist zudem ein Sicherheitsrisiko für Europa: wir machen uns erpressbar.

#### Chance für Europa

Um all diese negativen Effekte zu vermeiden, sind Europa und auch Österreich besser beraten, auf den Ausstieg von Fossilen und den Ausbau von erneuerbaren Energien zu setzen. Ein Rückschritt in der US-Klimapolitik darf keine Ausrede für ein Nachlassen oder Resignation in der europäischen Klimapolitik sein. Im Gegenteil: noch zielstrebiger voranzugehen, ist eine Chance für Europa.

Der IRA hat ein Umfeld geschaffen, das auch Start-ups aus Europa oder Asien angezogen hat. Wird der IRA beendet und weitere Umweltgesetze und grüne Projekte gestrichen, wird die USA diese Anziehungskraft verlieren. Für Europa und Österreich können sich daraus Chancen für Wettbewerbsvorteile ergeben.

Jetzt ambitioniert zu sein, unabhängig von Energieimporten zu werden und eine Vorreiterrolle bei Zukunftstechnologien einzunehmen, würde die Wettbewerbsfähigkeit Europas und Österreichs dauerhaft stärken. Jetzt wird die Frage beantwortet, ob Europa und Österreich zum Ramschladen fossiler Technologien wird, oder einen innovativeren Weg einschlägt als die USA.

---

 # Analyse zu den Klima-Sparplänen einer möglichen FPÖ-ÖVP-Regierung

Analyse Klimapolitik Wirtschaft Budget 

Donnerstag, 16.01.2025

Die Verhandler von FPÖ und ÖVP haben ihre Klima-Sparpläne in einer möglichen Koalition präsentiert. Einige der Maßnahmen sind nachvollziehbar, andere bringen Rückschritte im Klimaschutz. Eine Einordnung.

Die Budgetverhandler von FPÖ und ÖVP haben heute, Donnerstag, jene Maßnahmen präsentiert, mit denen sie in einer gemeinsamen Regierung den Staatshaushalt sanieren und damit ein EU-Defizitverfahren abwenden wollen. Rund ein Drittel der geplanten Einsparungen betrifft den Klimabereich. Einige der Maßnahmen sind nachvollziehbar. Andere bringen Rückschritte im Klimaschutz und führen, entgegen den Beteuerungen der Verhandler, auch zu negativen konjunkturellen Effekten und sozialer Unverträglichkeit.

Die Ökologisierung bringt stabilere Energiepreise, schafft Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze vor Ort. Gerade die Einschnitte bei Umweltförderung und E-Mobilität verzögern die positiven Effekte für die Wirtschaft. Würde die nächste Regierung stattdessen klimaschädliche Subventionen im Verkehrssektor reformieren, könnte sie ähnlich hohe Einsparungen erzielen, die Wirtschaft fördern und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Um zusätzlich Strafzahlungen in Milliardenhöhe aus der EU zu vermeiden, müssen die heute präsentierten Einschnitte durch andere Maßnahmen und Gesetze kompensiert werden.

**1. Reduktion bei Umweltförderungen:**

Die Förderungen im Bereich Klima- und Umwelt sollen laut aktuellen Plänen von 2,5 auf rund 2 Milliarden Euro gekürzt werden. Eine Reduktion der Umweltförderungen um 20 Prozent schadet nicht nur dem Klima, sondern auch der Wirtschaft. Einschnitte bei Heizkesselförderung etwa gefährden Aufträge und Arbeitsplätze bei Installateuren. Gleichzeitig wird es vielen Menschen erschwert, durch einen Heizungstausch schneller ihre Heizkosten zu stabilisieren und zu senken. Sollen die gleichen Ziele mit weniger Förderungen erreicht werden, ist es notwendig, den Ausstieg gesetzlich festzuschreiben, etwa durch ein Erneuerbares-Wärme-Gesetz. Gleichzeitig bedeutet weniger Geld für den Transformationsfonds der Industrie, dass die Umstellung von industriellen Prozessen verzögert wird. Darunter leidet auch die Wettbewerbsfähigkeit.

**2. Wegfall der Förderungen von Photovoltaik und E-Autos:**

Zwei für die Ökologisierung besonders relevante Technologien – Photovoltaik-Anlagen und E-Autos – unterliegen derzeit Steuerbegünstigungen: beim Kauf von PV-Anlagen ist keine Mehrwertsteuer zu entrichten, während E-Autos von der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit sind. Beide dieser Steuerbefreiungen sollen nun fallen. Photovoltaik-Anlagen haben sich am Markt bereits gut etabliert. Der Wegfall der Mehrwertsteuer-Befreiung ist dementsprechend verkraftbar. Bei E-Autos ist das nicht der Fall. Im Jahr 2024 sind die Neuzulassungen von E-Autos gegenüber dem Vorjahr sogar zurückgegangen. Der Wegfall von Förderungen wird diesen Trend verstärken und die notwendige Entwicklung hin zu emissionsfreier Mobilität verzögern.

**3. Klimaticket:**

Das Klimaticket in der derzeitigen Form beizubehalten ist sinnvoll. Schließlich erleichtert es den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel und reduziert auch Bürokratie in Unternehmen. Entscheidend ist jedoch, dass das Ticket zu den aktuellen Preisen verfügbar bleibt und nicht über die nächsten Jahre verteuert und unerschwinglich wird, sodass seine positiven Effekte verpuffen.

Das Gratis-Klimaticket für unter 18-Jährige wurde bis dato sehr wenig in Anspruch genommen. Das liegt jedoch auch daran, dass die Maßnahme erst seit Juli 2024 in Kraft ist. Grundsätzlich ist die Attraktivierung von öffentlichen Verkehrsmitteln für junge Menschen essenziell, die Abschaffung deshalb kontraproduktiv. Denn gerade in diesem Alter bilden sich Mobilitätsgewohnheiten. Das Klimaticket kann hier die Öffi-Nutzung nachhaltig fördern.

**4. Streichung des Klimabonus:**

Der Klimabonus, der als sozialer Ausgleich für CO2-Bepreisung eingeführt wurde, soll gänzlich abgeschafft werden. Dieser größte Brocken der Budgeteinsparung soll jährlich Minderausgaben von fast 2 Milliarden Euro bringen. Entscheidend für das Klima ist nicht der Klimabonus, sondern die CO2-Bepreisung. Der Klimabonus kann für obere Einkommensgruppen durchaus gestrichen werden, bei einkommensschwachen Haushalten ist er jedoch eine wichtige Kompensation. Im Jahr 2023 galten in Österreich laut Statistik Austria und EU-Definition mehr als 1,5 Millionen Personen als armutsgefährdet. Würde der Klimabonus etwa nur mehr an diese Personengruppe ausbezahlt, könnten weiterhin über 80 Prozent des Klimabonus eingespart werden. Die Kosten lägen dann nur bei etwa 390 Millionen Euro.

**5. Reduktion des Kilometergelds für Fahrräder und Motorräder**

Das Kilometergeld, eine Pauschale für Dienstreisekosten mit privatem Kfz, soll für Motor- und Fahrräder reduziert werden. Statt derzeit 0,5 Euro pro Kilometer, wie es auch für PKWs zugelassen ist, sollen 0,25 bzw. 0,12 Euro erstattet werden. Somit entsteht ein Vorteil für Personen, die eine weniger klimafreundliche Mobilitätsform wählen. Aus klimapolitischer Sicht ist das somit nicht zielführend, während die budgetären Einsparungen mit 2,5 Millionen Euro sehr überschaubar sind.

**6. Standortbeitrag der Energiewirtschaft**

Durch die Erhöhungen der Energiepreise während der Energiekrise haben viele Energiekonzerne Übergewinne erzielt. Sofern dieses Geld nicht in eine Ökologisierung der Energiewirtschaft investiert werden, ist ein budgetärer Beitrag durch Übergewinnabschöpfungen nicht kontraproduktiv. Am meisten Lenkungswirkung würde solch ein Beitrag jedoch entfalten, wenn das Geld zweckgewidmet in die Energiewende investiert wird.

**7. Klimaschädlichen Subventionen:**

Wer klimaverträglich sparen will, muss mit der Reform von klimaschädlichen Subventionen beginnen. Sie ist ein Win-Win für Budget und Klima. Allein durch die Pendlerförderung, Dieselprotektionismus und Dienstwagenprivileg kann die Regierung jährliche über eine Milliarde Euro und mindestens 764.000 Tonnen CO₂-Äquivalente einsparen. Leider wurden hierfür keine Maßnahmen präsentiert.

---

 # Trump Amtsantritt: Hoffnung für Klimaschutz kommt aus den Bundesstaaten

Kommentar Klimapolitik Wirtschaft Erneuerbare Energie 

Freitag, 17.01.2025

In der zweiten Amtszeit von Donald Trump als US-Präsident sind Rückschritte in der Klimapolitik zu erwarten. Aber Klimapolitik wird nicht nur auf nationaler Ebene gemacht, sondern auch darunter. Das gilt auch für Österreich.

Am kommenden Montag, 20. Jänner wird Donald Trump zum zweiten Mal zum US-Präsidenten angelobt. Den Klimaschutz erwartet in den kommenden vier Jahren ein Rückschlag. Bereits in seiner ersten Amtszeit hatte Trump wichtige Regulierungen zurückgenommen, etwa strengere Abgasnormen für Autos und Vorgaben für Emissionsreduktionen von Kohlekraftwerken. 2017 trat aus dem Pariser Klimaabkommen aus, in dem sich zwei Jahre zuvor 196 Länder auf das 1,5-Grad Ziel geeignet hatten.

Die Treibhausgasemissionen der USA sind während Trumps erster Amtszeit dennoch leicht gesunken. Das lag jedoch hauptsächlich an den wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Der Thinktank Rhodium Group berechnete, dass allein die größten Deregulierungen im Bereich Klimaschutz bis 2035 potenziell einen zusätzlichen Ausstoß von bis zu 1.8 Gigatonnen CO2-Äquivalenten verursachen könnten. Das entspricht fast einem Drittel der Emissionen der USA im Jahr 2019.

Auch für seine zweite Amtszeit sind umfassende Rückschritte in der Klimapolitik zu erwarten. Trump und sein Umfeld haben das bereits angekündigt. So sollen Steuervergünstigungen für Erneuerbare Energien gestrichen, deren weiterer Ausbau erschwert, und stattdessen weitere Flächen für die Förderung von Gas freigegeben werden. Außerdem soll die Umweltschutzbehörde (EPA) ein deutlich kleineres Budget bekommen.

**Parteiübergreifender Ausbau von Erneuerbaren Energien**

Dennoch werden es in den USA keine vier verlorenen Jahre für das Klima. Denn Klimapolitik wird nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch in den Bundesstaaten gemacht. Diese haben umfassende Möglichkeiten, um Klimaschutz weiter voranzubringen – auch bei Gegenwind aus Washington.

Während Trumps erster Amtszeit nutzten das vor allem demokratisch geführte Staaten: Kalifornien setzte eigene, strengere Standards für Fahrzeugemissionen durch – diese wurden von zwölf weiteren Bundesstaaten übernommen. Fast die Hälfte aller Bundesstaaten hat sich außerdem zum Ziel gesetzt in Zukunft ausschließlich Energie aus erneuerbaren Quellen zu nutzen.

Auch der Ausbau von Stromnetz und Speichertechnologien wird in Kalifornien und Maryland gefördert. Mehrere Bundesstaaten nutzen Steuervergünstigungen und Subventionen, damit Industriebetriebe ihre Emissionen reduzieren oder um klimaneutrale Projekte zu fördern. Kalifornien, Massachusetts und Colorado haben zudem bereits verbindliche Reduktionspfade für Emissionen aus der Industrie verabschiedet.

Aber auch republikanisch geführte Bundesstaaten bauen kontinuierlich erneuerbare Energiequellen aus. Aktuell wird dort mehr als die Hälfte aller erneuerbaren Energie in den USA produziert. Das liegt auch daran, dass diese Staaten in stärkerem Ausmaß von der finanziellen Unterstützung im Rahmen des Inflation Reduction Acts (IRA) unter der Präsidentschaft von Joe Biden profitiert haben.

Unter dem IRA wurde massiv investiert: Seit August 2022 flossen fast 70% der Investitionen im Bereich Erneuerbare Energien und Elektrifizierung in republikanisch geführte Staaten.

Aber auch bereits unter Trumps erster Präsidentschaft wurden knapp 30% der Gesetzesentwürfe für Dekarbonisierung in traditionell republikanisch kontrollierten Staaten verabschiedet. Denn dort sind die Voraussetzungen für Wind- und Solarenergie vielerorts besonders günstig: viel Wind und Sonnenschein sowie große unbewohnte Flächen und bereits bestehende Industrie- und Energieinfrastruktur.

Der Ausbau von Erneuerbaren Energien wird in Amerika also immer weniger zu einer Frage des Klimaschutzes als vielmehr eine der ökonomischen Vorteile: Investitionen bringen nicht nur neue Jobs und zusätzliche Steuereinnahmen für die Regionen, sondern senken auch die Energiekosten für die Bevölkerung.

**Verantwortung für Klimaschutz auf jeder politischen Ebene**

Das Beispiel USA verdeutlicht, dass, selbst wenn auf der nationalen Ebene wenig oder keine Klimaschutzmaßnahmen gesetzt werden, andere politische Ebenen diese Verantwortung übernehmen können. Ähnliches gilt auch für Österreich: Die Bundesländer haben eigene Kompetenzen, um Klimaschutz voranzutreiben, etwa beim Ausbau von Windkraft und PV-Anlagen, der Abfallwirtschaft oder im Baurecht. Gerade der Ausbau von Windkraft steht und fällt mit den Landesregierungen. Schließlich obliegt es ihnen, die notwendigen Flächen für Windkraft auszuweisen und die Genehmigungen durchzuführen.

---

 # 5 Ideen: Das kann Österreichs Wirtschaft aus der Krise führen

Kommentar Klimapolitik Wirtschaft Industrie Erneuerbare Energie Sicherheit 

Donnerstag, 05.12.2024

Die Wirtschaft strauchelt – doch die Lösung liegt auf der Hand: Erneuerbare Energien und Zukunftstechnologien könnten Jobs sichern und den Wohlstand bewahren. Klimaexpertin Katharina Rogenhofer zeigt auf, wie das geht.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei [Newsflix.at](https://www.newsflix.at/s/5-ideen-das-kann-oesterreichs-wirtschaft-aus-der-krise-fuehren-120076122).*

**Österreich steckt in der tiefsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg, und es sind nicht nur konjunkturelle, sondern strukturelle Probleme, die die Wirtschaft straucheln lassen. Immer neue Berichte über Werksschließungen und Massenkündigungen belegen, wie weit die Krise bereits fortgeschritten ist.**

Die Ursachen? Hohe Energiepreise – getrieben durch unsere Gasabhängigkeit und den Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine – und die stockende Nachfrage, insbesondere aus der deutschen Automobilindustrie, die mit der wachsenden Dominanz der Elektromobilität in China kämpft.

Die nächste Regierung darf den wirtschaftlichen Stillstand nicht einfach hinnehmen, sondern muss konsequent die Weichen stellen: für die Energiewende und die Förderung innovativer Technologien. Denn in der Ökologisierung liegt die Chance, Österreich widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger zu machen.

Die künftigen Ministerinnen und Minister müssen dafür das Rad nicht neu erfinden. Produktive Vorschläge gibt es in rauen Mengen. Mehr noch: es wäre schon ein großer Schritt, allein jene Maßnahmen umzusetzen, die auf EU-Ebene ohnehin schon beschlossen sind und deren Umsetzung teilweise bereits mittels Vertragsverletzungsverfahren von Österreich eingefordert werden.

#### Blick nach Brüssel: Blaupause für die Ökologisierung der Wirtschaft

Anfang dieser Woche hat die neue EU-Kommission ihr Amt angetreten. Präsidentin Ursula von der Leyen verspricht, innerhalb von 100 Tagen den Clean Industrial Deal zu präsentieren.

Dieses Programm soll das nächste Zwischenziel am Weg zur Klimaneutralität, nämlich eine Emissionsreduktion von 90 Prozent (gegenüber 1990) bis zum Jahr 2040, ermöglichen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft stärken. Der Clean Industrial Deal ist die Fortsetzung des Green Deal, Emissionen zu reduzieren und die europäische Wirtschaft zu ökologisieren.

Der Auftakt ist gelungen. Ein Großteil der Maßnahmen des Green Deals wurde umgesetzt - darunter das richtungsweisende EU-Klimagesetz, das die Emissionsreduktion um 55 Prozent bis 2030 und bis 2050 vollständige Klimaneutralität verbindlich vorschreibt.

Das Maßnahmenpaket hat Europa durch den Ausbau erneuerbarer Energien und die Entwicklung innovativer Technologien auch auf einen deutlich nachhaltigeren Kurs gebracht. Während die Welt vor dem Green Deal auf eine Erderwärmung von über 4 °C bis Ende des Jahrhunderts zusteuerte, liegt das prognostizierte Plus heute bei etwas über 2 °C. Ein Fortschritt, der zeigt: Ehrgeizige Klimapolitik macht einen spürbaren Unterschied.

Green Deal wirkt: Statt bei einem Plus von über 4 °C bis Ende des Jahrhunderts, liegt die Welt heute bei einem Plus von etwas über 2 °C

#### Standortpaket für Jobs und Wettbewerbsfähigkeit

Die nächste österreichische Regierung sollte sich die Ambitionen von Ursula von der Leyen zum Vorbild nehmen. Sie muss den Mut aufbringen, die längst überfällige Transformation der Wirtschaft entschlossen anzugehen. Ein umfassendes Standortpaket muss her – und zwar innerhalb der ersten 100 Tage. Fünf Punkte sind dabei essenziell:

**1. Ausbau erneuerbarer Energien und Netze**  
Dazu gehört der Beschluss des fertigen Erneuerbaren-Ausbaubeschleunigungsgesetz (EABG) und des Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG). Beide Gesetze kommen einer EU-Richtlinie, für deren Fehlen die EU-Kommission im Oktober beispielsweise ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich eingeleitet hat. Beide Gesetze sorgen dafür, dass die Energiewende vorangetrieben wird.

**2. Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen im Bestand**  
Noch immer heizen rund 1,4 Millionen Haushalte in Österreich mit Öl oder Gas. Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG) muss so überarbeitet werden, dass Haushalte mit einem klaren Enddatum für fossile Brennstoffe im Bestand, Planungssicherheit für den Umstieg auf klimafreundliche Alternativen erhalten. Die Umsetzung des Gaswirtschaftsgesetzes (GWG) sollte zudem die Stilllegung von Gasnetzen ermöglichen, um steigende Netzkosten zu vermeiden.

**3. Industrie elektrifizieren**  
Die Nutzung von Strom und Wasserstoff statt fossilen Brennstoffen in der Industrie ist essenziell, um Energiekosten zu stabilisieren und die Unabhängigkeit der Industrie zu sichern. Österreich könnte so zum führenden Anbieter nachhaltiger Industriegüter werden.

**4. Zukunftstechnologien fördern**  
E-Mobilität, Wärmepumpen, Geothermie, Speichersysteme, grüne Wasserstoffproduktion für die Industrie und andere Zukunftstechnologien müssen unterstützt werden. Es braucht Klarheit und Investitionen, damit Österreich nicht nur Anwender bleibt, sondern direkt an der Entwicklung beteiligt ist.

**5. Klimaschädlichen Subventionen abschaffen oder ökologisieren** gerade jetzt ist budgetärer Spielraum für die Investitionen in die Ökologisierung notwendig. Die [Reform der Pendlerförderung](https://kontext-institut.at/inhalte/oekologisierung-pendlerfoerderung/), des Dienstwagenprivilegs oder des Dieselprotektionismus bieten die Chance, Ausgaben einzusparen und gleichzeitig eine ökologisch und sozial gerechtere Lenkungswirkung zu erzielen. So könnte beispielsweise eine [Angleichung der Dieselbesteuerung](https://kontext-institut.at/inhalte/abschaffung-dieselprotektionismus/) an das Benzin-Niveau rund 500 Millionen Euro zusätzlich in die Staatskasse spülen und zugleich den CO₂-Ausstoß um 648.000 Tonnen pro Jahr senken.

Das würde eine Harmonisierung der Besteuerung von Benzin und Diesel bringen

#### Keine Zeit zu verlieren

Nur mit einem beherzten Standortpaket kann die nächste Regierung die heimische Wirtschaft vor weltpolitischen Verwerfungen schützen und sie zu einem Player im globalen Wettbewerb um Zukunftstechnologien machen. Und nur auf diese Weise wird es der nächsten Regierung gelingen, neue Jobs für Menschen, Wettbewerbsfähigkeit für Unternehmen und Wohlstand für alle zu schaffen.

Direktor Mario Draghi in seinem [Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der EU](https://commission.europa.eu/topics/strengthening-european-competitiveness/eu-competitiveness-looking-ahead_en) oder der österreichische Produktivitätsrat in seinem <a>aktuellen Bericht</a> oder jene Unternehmen, die für [den jüngsten PWC-Marktcheck](https://volksblatt.at/wirtschaft/energiewende-betriebe-fordern-mehr-sicherheit-1760464/) befragt wurden.

Das alles mag ambitioniert klingen, aber es ist kein utopisches Wunschdenken. Europa zeigt, dass Transformation möglich ist. Ursula von der Leyen legte den Green Deal binnen 41 Tagen vor. Warum sollte Österreich nicht dasselbe Tempo an den Tag legen? Die Zeit des Zauderns ist vorbei.

---

 # Klima-Vorsätze: Damit wir nicht jedes Jahr Keller auspumpen

Kommentar Klimapolitik Klimafolgen Sicherheit Gebäude 

Mittwoch, 18.12.2024

Warum uns das Hochwasser 2024 eine Warnung sein muss. Welche drei Herausforderungen auf die neue Regierung warten. Und wie sich mit der Abschaffung von Subventionen über 1 Milliarde Euro einsparen lässt. Expertin Katharina Rogenhofer hat Pläne.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei [Newsflix.at](https://www.newsflix.at/s/klima-vorsaetze-damit-wir-nicht-jedes-jahr-keller-auspumpen-120078773).*

**2024 hat gezeigt, wie nah die Klimakrise ist – und wie weit Worte und Taten auseinanderliegen. Während Wetterextreme wie Rekordhitze und Überflutungen die Dringlichkeit verdeutlichen, wird an notwendigen Maßnahmen gerüttelt. 2025 muss das Jahr werden, in dem "wir stehen hinter den Klimazielen" mit Leben erfüllt wird.**

Das Jahr 2024 wird in die Geschichte eingehen: als das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, als Symbol für die fortschreitende Klimakrise – und als Mahnung, wie dringlich konsequentes Handeln geworden ist. Mit 1,54 °C über dem vorindustriellen Niveau wird die Erderhitzung greifbarer denn je.

Katastrophen wie das dritte Jahrhunderthochwasser in Österreich innerhalb von 22 Jahren oder zerstörerische Überschwemmungen von Spanien bis Polen verdeutlichen, dass wir längst mitten in der Krise leben. Die wirtschaftlichen Schäden sind immens, die menschlichen Tragödien kaum bezifferbar.

Dennoch war 2024 kein Klimajahr, kein Jahr der Ökologisierung. International trübt die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten die Aussichten auf den notwendigen Fortschritt: seine Liebe zu Öl und Gas, sein möglicher Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen und die Nominierung eines Fracking-Unternehmers und Klimakrisenleugner als Energieminister drohen globale Fortschritte zunichtezumachen.

#### Alle stehen hinter den Klimazielen

In der EU jedoch gibt es Grund zur Hoffnung: der Green Deal lieferte wichtige Fortschritte, der erwartete Rechtsruck ist ausgeblieben und Ursula von der Leyen ist weiterhin Kommissionspräsidentin. Gerade ihre eigene Partei sägt aber immer wieder heftig an den errungenen Fortschritten.

So hat die Europäische Volkspartei diese Woche ihre Forderung aus dem EU-Wahlkampf wiederholt, fossile Autos auch nach dem Jahr 2035 noch zuzulassen. Auch gegen das Renaturierungsgesetz lief sie damals Sturm. Gleichzeitig wird immer wieder versichert, [man stehe hinter den Klimazielen.](https://www.handelsblatt.com/dpa/mitte-rechts-buendnis-evp-verbrenner-aus-umkehren-aber-klimaziele-einhalten/30127174.html)

Auch hierzulande wird an vielen klimapolitische Notwendigkeiten gerüttelt. Die Wirtschaftskammer gab der ÖVP für die Regierungsverhandlungen viele "[No-Gos](https://www.derstandard.at/story/3000000247116/leak-wirtschaftskammer-fordert-offenbar-rueckschritte-in-klimapolitik)" mit, also Maßnahmen, die in der nächsten Regierung tabu sein sollten: der Ausstieg aus russischem Gas etwa, das Enddatum für Öl- und Gasheizungen im Bestand, der Rückbau des Gasnetzes für die Abfederung der Netzkosten und auch die Klimaneutralität 2040.

Spannenderweise sind die "No-Gos" genau einige [jener zentralen Maßnahmen](https://www.newsflix.at/s/5-ideen-das-kann-oesterreichs-wirtschaft-aus-der-krise-fuehren-120076122), die es braucht, wenn wir nicht jedes Jahr die Keller auspumpen wollen.

Auch die Wirtschaftskammer betont immer wieder, sie stehe hinter den Klimazielen. Den europäischen, nicht den österreichischen, wohlgemerkt. Würde ich zum Ende des Jahres also einen Unspruch des Jahres küren, wäre es wohl "Wir stehen hinter den Klimazielen". Wer das sagt, will oft im selben Atemzug davon abrücken.

#### Die Klimaziele erreichen sich nicht von selbst

Das Versprechen, die Klimaziele einhalten zu wollen, ist irgendwann zu einer Rechtfertigung dafür verkommen, klimapolitische Maßnahmen zurückzunehmen. Nur: Wie sollen die Klimaziele erreicht werden, wenn nicht in absehbarer Zeit die Energie-, Wärme- oder Verkehrswende realisiert wird?

Die scheidende türkis-grüne Regierung hat im Sommer in ihrem Nationalen Energie- und Klimaplan gezeigt, was notwendig wäre, um die Emissionen um 48 Prozent bis 2030 zu reduzieren. Aber auch hier blieb es vorerst nur bei Ankündigungen. Die Abschaffung oder Ökologisierung der klimaschädlichen Subventionen etwa soll bis 2030 jährlich zwei Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vermeiden.

Welche Subventionen dabei wie konkret reformiert werden sollen, steht nicht im Plan. Und es war die Tinte am Plan noch nicht trocken, als die ÖVP bereits ankündigte, dass der Dieselprotektionismus und das Dienstwagenprivileg, also zwei der größten Subventionen, nicht angerührt werden dürfen.

#### Geld sparen und Wirtschaft beflügeln

Dabei ließe sich gerade durch diese Maßnahme das Budget sanieren. Die [neueste KONTEXT-Studie](https://kontext-institut.at/inhalte/reform-klimaschaedliche-subventionen-verkehrssektor/) zeigt, dass im emissionsstarken Verkehrssektor allein durch die Abschaffung von drei der größten klimaschädlichen Subventionen jährlich rund 1,04 Milliarden Euro eingespart und mindestens 764.000 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr vermieden werden könnten.

Über die gesamte fünfjährige Legislaturperiode gerechnet würden das einen budgetären Spielraum von 5,2 Milliarden Euro schaffen und maßgeblich dazu beitragen, dass Österreich die EU-Klimaziele 2030 erreicht. In diesem Fall können zusätzlich Strafzahlungen in Milliardenhöhe vermieden werden.

Außerdem ließen sich mit der Ökologisierung der Wirtschaft neue Jobs schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen erhöhen. Das haben wir in einer [Studie mit Cambridge Econometrics](https://kontext-institut.at/inhalte/studie-zukunftsfaehige-industriepolitik/) am Beispiel der europäischen Industrie gezeigt: jeder Euro, der in die Ökologisierung der Industrie gesteckt wird, generiert bis 2050 sein fünffaches an Wirtschaftsleistung. Zusätzlich werden 2,5 Millionen zusätzliche Jobs geschaffen.

#### Köpfe zusammenstecken und umsetzen

Auf die nächste Regierung warten drei große Herausforderungen: Sie muss die Klimaziele erreichen, den Staatshaushalt konsolidieren und die Wirtschaft aus der Krise führen.

Deshalb will ich, statt No-Gos, lieber Win-Wins anbieten: durch die Abschaffung klimaschädlicher Subventionen kann die Regierung sparen und Emissionen reduzieren, durch den Ausstieg aus fossilen Heizungen und die Sanierung von Gebäuden unterstützt sie vor allem heimische Installateure, KMUs und die Bauwirtschaft.

Der Ausbau von erneuerbaren Energien, Netzen und Speichern macht uns unabhängig von Russland und reduziert die Energiepreise langfristig. Die Elektrifizierung der Industrie und Investitionen in Zukunftstechnologien bringt einen Wettbewerbsvorteil.

Um diese Win-Wins auf den Boden zu bringen, braucht die nächste Regierung, neben dem Willen zur Umsetzung, auch die Unterstützung von Klima- und Wirtschaftsinstituten, Unternehmen und Interessensvertretungen.

In Ansätzen passiert das bereits. Auch in der Wirtschaftskammer gibt es viele Mitgliedsunternehmen und Funktionär:innen, die in der Ökologisierung der Wirtschaft eine große Chance sehen.

Meine Hoffnung für das neue Jahr ist, dass genau diese Menschen mehr Gehör finden, wir vermeintliche Gegensätze überwinden und stattdessen die Köpfe zusammenstecken und das Notwendige tun, um die Klimaziele zu erreichen und die Gesellschaft und Wirtschaft in Österreich voranzubringen.

---

 # Warum 2030 mit den Klimaversprechen abgerechnet wird

Kommentar Klimapolitik EU Industrie 

Donnerstag, 12.09.2024

Viele Klimaschutzpläne messen ihr Gelingen am Jahr 2030. Was muss bis dahin passieren? Wo stehen wir? Und was hat Österreichs Nationalratswahl damit zu tun? Katharina Rogenhofer zum Jahr der Abrechnung.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei [Newsflix.at](https://www.newsflix.at/s/warum-2030-mit-den-klimaversprechen-abgerechnet-wird-120057757).*

**2030 scheint noch weit entfernt. Und doch beginnt das neue Jahrzehnt schon in fünf Jahren. Bis dahin sind viele Ziele festgelegt – im internationalen Klimaabkommen von Paris, im Green Deal der EU, in den Emissionsreduktionspläne von USA und Kanada: Wohin man auch blickt, ist das Jahr 2030 eine Art Zäsur in der Klimapolitik.**

Zurück in die Gegenwart: 2024 ist ein Jahr der Weichenstellung – international wie in Österreich. Der Ausgang der Präsidentschaftswahl in den USA wird massive Auswirkungen auf den globalen Umweltschutz haben. Auch Österreich wählt im Herbst eine neue Regierung – die (voraussichtlich) letzte, die unsere Klimabilanz 2030 noch beeinflussen kann. Sie hat also große Verantwortung.

#### Warum ist 2030 so ein wichtiges Jahr?

Am Jahr 2030 werden – als Zwischenschritt zur Klimaneutralität – national wie international Klimaschutzziele festgemacht und gemessen. Das Jahr dient als Bilanzjahr der bisherigen Fortschritte und ist Gradmesser für das Erreichen der Klimaneutralität.

#### Die wichtigsten Vorhaben im Überblick

- **Die Weltgemeinschaft** Auf globaler Ebene haben 197 Länder mit dem Pariser Klimaschutzabkommen eine gemeinsame Zielsetzung getroffen: Der Ausstoß von Treibhausgasen muss bis 2030 fast halbiert werden.
- **Die Europäische Union** Das Maßnahmenpaket der EU, um dieses Ziel zu erreichen, heißt "Fit for 55". Was es genau umfasst, habe ich bereits [hier](https://www.newsflix.at/s/wird-der-green-deal-der-eu-nach-der-wahl-gestoppt-120041095) zusammengefasst. Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen der EU bis 2030 um 55 Prozent zu senken. Die Richtlinien und Verordnungen, die das Paket beinhaltet, sind der wichtigsten Weichenstellungen der EU, um bis 2050 klimaneutral zu werden.
- **Deutschland** Hier sieht das neue Klimaschutzgesetz vor, dass die Treibhausgasemissionen des Landes bis 2030 um 65 Prozent im Vergleich zu 2005 zurückgehen müssen. Österreich soll eine Reduktion um 48% schaffen.
- **USA und Kanada** Auch mit Blick nach Nordamerika zeigt sich die Relevanz des Jahres 2030: Joe Biden verspricht im Rahmen seiner Climate Agenda eine Reduktion von 50 bis 52 Prozent im Vergleich zu 2005. Kanada hat sich in seinem "Emission Reduction Plan" 40 bis 45 Prozent vorgenommen.

#### Wie macht sich Österreich?

Seit dem Jahr 1990 ist in Österreich diesbezüglich nicht viel weitergegangen. Erst in den vergangenen zwei Jahren sind die Emissionen konstant um rund 6 Prozent gesunken. Der neue Nationale Energie- und Klimaplan (NEKP), den die Bundesregierung im vorigen Monat nach Brüssel geschickt hat, ist der erste mit dem das Ziel für 2030 erreicht werden könnte, berechnete das Umweltbundesamt.

Die Krux daran: das Ziel erreichen wir nur, wenn auch alle Maßnahmen im Plan umgesetzt werden. Und da schieden sich schon nach dem Abschicken des Dokuments die Geister. Zwar verspricht das Finanzministerium im NEKP Förderungen abzuschaffen, die klimaschädliche Produkte und Verhalten begünstigen. Vielen Politiker:innen der ÖVP – inklusive dem Kanzler beim Sommergespräch des ORF – war allerdings wichtig zu betonen, dass es sich dabei nicht um Pendlerpauschale und Dieselprivileg handle. Die sollten auf jeden Fall bleiben. Da sie aber bei weitem die größten Förderungen darstellen, wird es spannend, wie die Ziele mit alternativen Maßnahmen erreicht werden sollen.

#### Was kann in fünf Jahren schon passieren?

Wie das Beispiel oben zeigt, kann in fünf Jahren einiges passieren. Wir sind von einem Klimaschutzschlusslicht der EU etwas aufgerückt und könnten uns in den nächsten fünf Jahren mit der richtigen Politik auf die Zielgerade bewegen.

Der europäische Green Deal zeigt ebenfalls, wie schnell durch verbindliche Gesetze Veränderung angestoßen werden kann. Allein durch die neue EU-Klimapolitik korrigierte der Climate Action Tracker seine Vorhersagen: der Green Deal verbessert die Prognosen des Temperaturanstiegs [um mehr als 1°C](https://www.newsflix.at/s/wird-der-green-deal-der-eu-nach-der-wahl-gestoppt-120041095).

Auch an großen Städten wie Wien und Paris sehen wir, dass politische Gestaltung durchaus schnell Veränderung bringen kann. Durch den massiven Ausbau von Fahrradwegen etwa, ist die Radwegnutzung in Paris innerhalb weniger Jahre um knapp 50 Prozent gestiegen. In Wien hat das gute öffentliche Verkehrsangebot bereits dazu geführt, dass mehr Personen ein Jahresticket für die Wiener Linien besitzen, als es Autos in Wien gibt.

Die Auswirkungen, die unser heutiges (Nicht-)Handeln auf das globale Klima hat, spüren wir zwar erst mit Verzögerung. Maßnahmen hingegen können und müssen schnell umgesetzt werden. In der Wirtschaft, im Verkehr und im Energiesektor – die Ökologisierung passiert jetzt. Ob sie beschleunigt oder gebremst wird, hängt auch am Ausgang der kommenden Nationalratswahl.

#### Worauf es jetzt ankommt

Es ist kein Geheimnis: Um die Klimakrise effektiv einzudämmen, müssen alle Regierungen der Welt in den nächsten fünf Jahre ordentlich an Geschwindigkeit zulegen und den Ausstoß von Treibhausgasen massiv zurückschrauben. Nachdem viele Länder, inklusive Österreich, die notwendige Veränderung Jahrzehnte vor sich hergeschoben haben, gilt es jetzt, umso schneller in die Umsetzung zu kommen.

Ob erneuerbare Energien, Radwege oder öffentliche Verkehrsmittel auszubauen, einen Plan für den Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen festzulegen, die Ökologisierung der Industrie voranzutreiben oder klimaschädlicher Subventionen abzuschaffen: Die nächste österreichische Bundesregierung steht vor großen Aufgaben. Sie muss dafür sorgen, dass politische Versprechen eingehalten werden und der klimapolitische Kassasturz gelingt. Sonst drohen neben Strafzahlungen auch massive Nachteile für die Bevölkerung.

---

 # Umfrage: Wähler:innen aller Parteien wollen mehr Klimaschutz

Umfrage Klimapolitik Technologien Klimadiskurs 

Donnerstag, 19.09.2024

Fast alle Parteien hinken dem klimapolitischen Willen ihrer Wähler:innen hinterher. Das zeigt eine neue Umfrage des KONTEXT Institut für Klimafragen anlässlich der Nationalratswahl.

Über die Parteigrenzen hinweg geben knapp drei Viertel der Befragten an, dass ihnen Klimaschutz ein wichtiges Anliegen ist. 13 der 22 abgefragten Maßnahmen und Aussagen finden unter den Wähler:innen aller Parteien eine mehrheitliche Zustimmung – auch unter jenen der FPÖ.

**Große Zustimmung für Renaturierung und Bodenschutz**

Während das Thema Renaturierung im Sommer beinahe zu einem Koalitionsbruch geführt hat, sind sich die Wähler:innen der Regierungsparteien über deren Notwendigkeit mit Blick auf Extremwetterereignisse einig (ÖVP: 87,2 %; Grüne: 98,1 %). Große Einigkeit herrscht auch beim Thema Bodenschutz: Die Versiegelung der Böden soll demnach nicht nur reduziert (laut 86,6 % aller Befragten), sondern mit Grenzwerten sogar verbindlich beschränkt werden (75,7 %). Unter ÖVP-Wähler:innen ist letzterer Wert mit 77 % überdurchschnittlich, unter FPÖ-Wähler:innen mit 62,7 % nicht allzu weit darunter.

Die aktuellen Extremwetterereignisse verdeutlichen, dass es neben der Bekämpfung der Klimakrise auch notwendig wird, uns an ihre Folgen anzupassen. Die Umfragedaten zeigen, dass die Bevölkerung die Notwendigkeit von Renaturierung und Bodenschutz erkannt hat. Hohe Zustimmung unter allen Befragten findet der Umstieg auf erneuerbare Energien (84,1 %) und nachhaltige Heizformen (85,5 %) sowie die Förderung von Zukunftsberufen (90,9 %).

**Ökologisierung der Wirtschaft als Chance**

Die Ökologisierung der Wirtschaft steht nicht nur in keinem Widerspruch zu Wohlstand, sie ist mittel- bis langfristig sogar die Voraussetzung dafür. Generell zeigt sich, dass die Österreicher:innen die Vorteile der Ökologisierung der Wirtschaft deutlich erkennen. Österreich soll laut 69,4 % der Befragten eine führende Rolle bei der Entwicklung von Zukunftstechnologien einnehmen. Damit würden sichere Arbeitsplätze geschaffen (77,3 %) und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden (81,1 %). Die Wähler:innen aller Parteien stimmen diesen Aussagen mehrheitlich ebenso zu, wie der Aussage, dass die finanzielle Förderung von klimaschädlichen Produkten und Verhalten gestoppt werden soll – Sichtwort: Klimaschädliche Subventionen.

Um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen, muss die nächste Regierung in ihrer Klimapolitik ambitioniert und mutig sein. Der Vergleich zu den vorliegenden Wahlprogrammen zeigt, dass vor allem ÖVP und FPÖ dem Willen ihrer jeweiligen Wähler:innen in Sachen Klimaschutz nicht gerecht werden. Knapp zwei Drittel aller Befragten erwarten von ihrer gewählten Partei, dass sie sich klimapolitisch stärker einsetzt.

**Methodologie**

Für die repräsentative Umfrage hat marketagent im Zeitraum zwischen 9. und 16. September 2024 1.022 wahlberechtigte Österreicher:innen im Alter zwischen 16 und 75 Jahren online befragt.

####  Gesamte Umfrageergebnisse zum Download 

[2024 09 Umfrageregebnisse KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/2024_09-Umfrageregebnisse-KONTEXT.pdf?dm=1740515699)

---

 # Die letzte Regierung vor 2030: Koalitionen im Klimacheck

Analyse Klimapolitik Erneuerbare Energie Wirtschaft 

Donnerstag, 26.09.2024

Eine neue Analyse von KONTEXT zeigt anhand der Wahlprogramme und Parteipositionen, welche Klimapolitik in möglichen Regierungskonstellationen zu erwarten ist und ob Österreich damit seinen Verpflichtungen gerecht wird.

Um die EU-Klimaziele zu erreichen, muss Österreich bis 2030 seinen Treibhausgasausstoß um 48 Prozent senken. Die nächste Regierung ist die letzte, die die Weichen für eine Ökologisierung der Gesellschaft und Wirtschaft stellen kann. Andernfalls ist Österreich nicht nur zu hohen Strafzahlungen verpflichtet, sondern trägt dazu bei, dass die Folgen der Klimakrise, wie Extremwetterereignisse und Hochwasser, immer drastischer werden.

Eine neue KONTEXT-Analyse anlässlich der Nationalratswahl zeigt: **Potenzial für die notwendigen Weichenstellungen bieten besonders die möglichen Dreierkoalitionen von ÖVP und SPÖ mit NEOS oder Grünen.** Bei einer **FPÖ-ÖVP-Koalition** scheint hingegen in den analysierten Themenfeldern ein Stillstand oder **Rückschritt in der Klimapolitik** wahrscheinlich.

**Chancen und Hürden für die Klimapolitik**

Die Autorinnen haben für die Analyse die Einstellungen der Parteien im Nationalrat zu sechs zentralen klimapolitischen Themen untersucht. Während sich für bestimmte Maßnahmen, wie etwa den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, alle Parteien grundsätzlich aussprechen, wurden sechs Themenfelder ausgewählt, die besonders unterschiedliche Haltungen zu klimarelevanten Themen aufzeigen und in der österreichischen Klimadebatte aktuell diskutiert werden:

- Klimaneutralität bis 2040 verbindlich festlegen
- Von fossiler auf erneuerbare Energie umsteigen
- Ökologisierung der Wirtschaft vorantreiben
- CO₂-Bepreisung fortführen
- Klimaschädliche Subventionen abschaffen
- Elektromobilität vorrangig ausbauen

Herangezogen wurden für die Analyse die Wahlprogramme der jeweiligen Parteien sowie ergänzende öffentliche Aussagen. Die klimapolitischen Positionen der derzeit im Nationalrat vertretenen Parteien zeigt deutliche Unterschiede, die sich auch in den kommenden Regierungsverhandlungen niederschlagen werden. Für die möglichen Regierungsprogramme, die daraus entstehen, ergeben sich teils Chancen, teils klimapolitische Hürden.

**Rückschritte unter Blau-Schwarz zu erwarten**

In einer Koalition der ÖVP mit der FPÖ wäre die Festlegung von verbindlichen Zielen zur Erreichung von Österreichs Klimaneutralität höchst unwahrscheinlich, da sich weder ÖVP noch FPÖ zu verpflichtenden nationalen Emissionspfaden bekennen. Erneuerbare Energien würden voraussichtlich weiter ausgebaut werden, jedoch ohne hohe Priorität. Öl und russisches Gas würden auf unbestimmte Zeit importiert werden. Klimaschädliche Subventionen würden großteils bestehen bleiben und potenziell sogar erhöht. Die Zukunft der nationalen CO₂-Bepreisung (inkl. Klimabonus) wäre ungewiss.

Sowohl FPÖ als auch ÖVP sehen in der Ökologisierung der Wirtschaft eher eine Gefahr als eine Chance für Österreich. Die FPÖ leugnet den menschengemachten Klimawandel generell. Unter diesen Voraussetzungen sind deutliche Rückschritte für die österreichische Klimapolitik zu erwarten.

**Chancen in einer Dreierkoalition**

Bei den möglichen Dreierkoalitionen gibt es aufgrund der unterschiedlichen Positionen mehr Ungewissheit, welche Maßnahmen umgesetzt würden. Zusammen hätten die SPÖ und die NEOS oder die Grünen voraussichtlich jedoch ein größeres politisches Gewicht als die ÖVP. Daher ist jedenfalls zu erwarten, dass die Standpunkte, in denen SPÖ und NEOS bzw. Grüne übereinstimmten, eher durchgesetzt werden als in einer ÖVP-SPÖ Koalition, in der die ÖVP vermutlich der größere Koalitionspartner wäre.

Demnach sind ambitioniertere Maßnahmen für die Energiewende sowie den Netzausbau in einer Regierung aus ÖVP, SPÖ und Neos eher zu erwarten. Zudem wäre es wahrscheinlicher, dass die CO₂-Bepreisung weitergeführt werden würde, da dies eine Priorität der NEOS ist.

Im Vergleich dazu ist von einer Koalition aus ÖVP, SPÖ und Grüne wohl ein stärkerer Fokus auf den Umbau der Industrie und die notwendige Elektrifizierung zu erwarten. Zudem würden sich die Grünen voraussichtlich stärker als die NEOS gegen weitere Förderungen von E-Fuels im Individualverkehr einsetzen. Dadurch könnte die Verkehrswende in der Koalition effizienter ablaufen.

**Wie es nach der Wahl weitergeht**

Für eine Klimapolitik, die ökologisch sinnvoll, sozial verträglich und wirtschaftlich machbar ist, sind nicht nur die Einzelmaßnahmen an sich, sondern ihr Zusammenspiel entscheidend. Bis 2030 stehen wesentliche Klimaziele auf dem Spiel – nicht nur für Österreich, sondern auch die internationale Gemeinschaft. Die nächste Regierung wird die Weichen für eine Ökologisierung der Gesellschaft und Wirtschaft stellen – oder diesen notwendigen Umbau versäumen. Gelingt es, die erforderlichen politischen Maßnahmen umzusetzen, birgt das enorme Chancen – nicht nur für unsere Umwelt, sondern auch für Gesundheit, Wirtschaft und Sicherheit.

####  Die Analyse zum Download 

[2024 09 Konklusio 7 Nationalrats Parteien im Klimacheck KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/2024_09_Konklusio_7_Nationalrats-Parteien-im-Klimacheck_KONTEXT.pdf?dm=1740515699)

---

 # Was passiert, wenn Österreich die EU-Klimaziele nicht erreicht?

Artikel Klimapolitik EU Klimaziele Budget 

Donnerstag, 17.10.2024

Nach den EU-Klimazielen ist Österreich verpflichtet, seine Emissionen in den Sektoren Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft bis zum Jahr 2030 um 48 Prozent zu reduzieren. Wenn die Bundesregierung nicht sämtliche eingeplanten Maßnahmen aus dem aktuellen Klimaplan umsetzt, wird sie dieses Ziel allerdings verfehlen. Dann könnten laut dem Finanzministerium Ausgleichzahlungen in Milliardenhöhe anfallen und den Bundeshaushalt zusätzlich belasten.

Auf EU-Ebene wurden zwei Instrumente entwickelt, die maßgeblich dazu beitragen sollen, dass die EU bis 2050 klimaneutral wird. Einerseits regelt der Europäische Emissionshandel (ETS) die Reduktion der Treibhausgas-Emissionen (THG), zunächst in der Industrie und Energiewirtschaft. Ergänzend legt das [EU-Lastenverteilungsgesetz](https://climate.ec.europa.eu/eu-action/effort-sharing-member-states-emission-targets/effort-sharing-2021-2030-targets-and-flexibilities_de) für jedes Mitgliedsland basierend auf dessen Wirtschaftsstärke ein eigenes nationales Reduktionsziel bis 2030 fest. Dieses Ziel gilt für alle Sektoren, die nicht Teil des Emissionshandels sind, wie Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft. Gemeinsam machen sie rund 60% der THG-Emissionen aus.

#### Welche Verpflichtungen hat Österreich? 

Im Jahr 2023 wurden die Ziele auf EU-Ebene durch den Green Deal verschärft: Seitdem ist Österreich verpflichtet, bis 2030 48 Prozent seiner Emissionen im Vergleich zu 2005 zu reduzieren. Anders als beim ETS trägt Österreich für die Einhaltung dieses Klimaziels staatliche Verantwortung. Als letztes Mitgliedsland hat die Bundesregierung im August 2024 einen [*Integrierten Nationalen Energie- und Klimaplan* (NEKP)](https://www.bmk.gv.at/themen/klima_umwelt/klimaschutz/nat_klimapolitik/energie_klimaplan.html) bei der EU-Kommission eingereicht.

#### Was genau steht im aktuellen Klimaplan? 

Der NEKP enthält verschiedene Prognosen über die Entwicklung der THG-Emissionen und Maßnahmen, um diese zu reduzieren. Die dort eingeplanten Maßnahmen reichen rechnerisch zwar aus, um das Reduktionsziel von –48 Prozent einzuhalten. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Instrumenten, sind jedoch auch Einsparungen vorgesehen, die bisher noch nicht rechtlich verankert wurden. Diese Maßnahmen, etwa der Abbau klimaschädlicher Förderungen und die Nutzung von Wäldern als Kohlenstoffsenken, sind essenziell, um das EU-Reduktionsziel zu erreichen.

#### Was passiert, wenn Österreich die Klimaziele nicht erreicht? 

Die EU-Kommission wird im Jahr 2030 überprüfen, welche Länder ihr Reduktionsziel eingehalten oder sogar übererfüllt haben – und welche nicht. Wenn Österreich das Ziel verfehlt und seine Emissionen um weniger als 48 Prozent reduziert, gibt es die Möglichkeit Emissions-Zertifikate von Mitgliedsländern zu erwerben, die ihr Ziel übererfüllt haben. Durch [diesen Handel](https://www.transportenvironment.org/uploads/files/National_climate_target_off_track_07_2024_2024-07-10-173954_jdsa.pdf) sollen die THG-Emissionen oberhalb der erlaubten Menge ausgeglichen werden. Falls Österreich nicht rechtzeitig genug Emissionen reduziert, könnten hohe Kosten für den Staatshaushalt entstehen. Der Preis der Zertifikate im Jahr 2030 ist schwer abzuschätzen: Je mehr Länder ihre Zielvorgaben nicht erfüllen, desto höher wird die Nachfrage nach Zertifikaten und damit ihr Preis. Ein [Bericht von Transport & Environment](https://www.transportenvironment.org/uploads/files/National_climate_target_off_track_07_2024_2024-07-10-173954_jdsa.pdf) zeigt auf, dass aktuell wahrscheinlich mindestens zwölf Länder ihr Reduktionsziel verfehlen.

Mit den bestehenden Maßnahmen wird Österreich es nicht schaffen, seine THG-Emissionen tatsächlich um 48 Prozent zu reduzieren. Das Bundesfinanzministerium schätzt, dass 2030 dann Kosten in Höhe von [circa](https://service.bmf.gv.at/Budget/Budgets/2024/beilagen/Klima-_und_Umweltschutz_2024.pdf)[4,7 Milliarden Euro](https://service.bmf.gv.at/Budget/Budgets/2024/beilagen/Klima-_und_Umweltschutz_2024.pdf) auf den Bundeshaushalt zu kämen. Im Jahr 2021 kalkulierte der Bundesrechnungshof, dass die Zahlungen mit den damals bestehenden Maßnahmen sogar [fast 10 Milliarden Euro](https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/home/Bund_2021_16_Klimaschutz_in_Oesterreich.pdf) betragen könnten – und das bei einem Reduktionsziel von nur 36%. Das Einhalten des Klimaplans ist daher nicht nur entscheidend für den Klimaschutz, sondern auch essenziell, um milliardenschwere Ausgleichszahlungen zu vermeiden. Dieses Geld könnte stattdessen in Investitionen für die Ökologisierung der Wirtschaft fließen.

---

 # So geht die Ökologisierung der Pendlerförderung

Analyse Mobilität Klimapolitik Klimaschädliche Subventionen Budget 

Donnerstag, 24.10.2024

Vor Beginn der Regierungsverhandlungen präsentiert das KONTEXT Institut für Klimafragen einen konkreten Vorschlag zur Ökologisierung einer klimaschädlichen Subvention: das Pendlerpauschale.

Rund 510 Millionen Euro gibt der Staat jährlich dafür aus, Arbeitnehmer:innen bei den Kosten ihres Arbeitsweges zu unterstützen. In ihrer derzeitigen Form ist die Pendlerförderung jedoch komplex und teuer. Sie gilt als sozial nicht gerecht. Und auch wenn öffentliche Verkehrsmittel verfügbar wären, wird deren Nutzung nicht gefördert. Das überfördert den PKW und schadet damit dem Klima.

Die Pendlerförderung macht in seiner derzeitigen Ausgestaltung einen substanziellen Teil der klimaschädlichen Subventionen aus. Nicht nur sie, sondern auch die anderen national abänderbaren klimaschädlichen Subventionen mit einem Gesamtvolumen von 2,3 Milliarden Euro müssen in der kommenden Legislaturperiode reformiert oder abgeschafft werden.

Österreich hat sich im Nationalen Energie- und Klimaplan (NEKP) verpflichtet, die klimaschädlichen Förderungen zu ökologisieren oder abzuschaffen. Damit sollen laut Plan bis zum Jahr 2030 mindestens zwei Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Mit welchen Maßnahmen dieses Ziel erreichbar ist, lässt der Plan offen. Das bemängelte zuletzt die EU-Kommission in ihrer jüngsten Rückmeldung auf Österreichs NEKP. Verfehlt Österreich das EU-Klimaziel, [drohen Ausgleichszahlungen in Milliardenhöhe](https://kontext-institut.at/inhalte/klimaziele-kosten-oesterreich/) und damit weitere Belastungen für den Staatshaushalt.

**Umfassendes Maßnahmenpaket**

Vor dem Beginn der Regierungsverhandlungen zeigt das KONTEXT Institut für Klimafragen nun einen Weg, die Pendlerförderung zu ökologisieren. Das Maßnahmenpaket fördert den Umstieg von PKW auf öffentlichen Verkehr, wo dieser vorhanden ist, sorgt für einen sozial gerechten Ausgleich und vereinfacht die Komplexität der drei bisher existierenden Förderungen. Die Analyse geht davon aus, dass die Maßnahmen aufkommensneutral für den Staatshaushalt sind, je nach Ausgestaltung auch zu Einsparungen führen können.

Auf Basis wissenschaftlicher Literatur, bestehender Reformvorschläge sowie Expert:innen-Interviews analysieren die Autorinnen in der vorliegenden Analyse die Vor- und Nachteile von Reformvorschläge und leiten eine konkrete Lösungsoption für eine ökologisch verantwortungsvolle, ökonomisch vernünftige und sozial gerechte Neugestaltung der Pendlerförderung ab. Diese umfasst folgende Maßnahmen:

- Zusammenlegung von Pendlerpauschale und Pendlereuro
- Zusätzliche Förderung zum Verkehrsabsetzbetrag ab einem Arbeitsweg von 7 Kilometern
- Bei Zumutbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel: Koppelung der Förderung an deren Benutzung. In diesem Fall steht Bezieher:innen ein regionales Jahresticket zu.
- Bei teilweiser Zumutbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel: ab fünf Kilometern ökologisch faires Kilometergeld bis zum nächsten ÖV-Hub zusätzlich zum regionalen Jahresticket
- Bei Nicht-Zumutbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel: kann Kilometergeld für die gesamte Strecke (ab 7 Kilometern) bis zu einem Höchstsatz in Höhe eines regionalen Öffitickets bezogen werden
- Kilometergeld soll als Steuerabsetzbetrag für Bezieher:innen mit unterschiedlichem Einkommen gleich hoch sein

Wird der Fokus zudem auf budgetäre Einsparungen gelegt, kann zusätzlich der Verkehrsabsetzbetrag in die Höhe der Förderung einbezogen und nur die Differenz ausgezahlt werden.

Für eine langfristig sozial gerechte Ökologisierung von Arbeitswegen ist zusätzlich der Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes und eine erhöhte Taktung von Bussen, Zügen und Bahnen in vielen Gebieten notwendig.

Der Auftrag an die nächste Regierung ist eindeutig: Sie muss die klimaschädlichen Förderungen abschaffen oder ökologisieren. Je früher, desto besser.

####  \[KON\]KRET zum Download 

[202410 Konkret Oekologisierung der Pendlerfoerderung KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202410-Konkret-Oekologisierung-der-Pendlerfoerderung-KONTEXT.pdf?dm=1740515702) 

##  Weiterführende Infos 

- [Presseaussendung und Grafiken zum Download](https://kontext-institut.at/presse/oekologisierung-pendlerfoerderung/)

---

 # So geht die Abschaffung des Dieselprotektionismus

Analyse Mobilität Klimapolitik Klimaschädliche Subventionen Industrie 

Montag, 18.11.2024

Während der Sondierungsgespräche präsentiert das KONTEXT Institut für Klimafragen einen weiteren konkreten Vorschlag zur Abschaffung einer klimaschädlichen Subvention: des Dieselprotektionismus.

Um die verpflichtenden EU-Klimaziele zu erreichen, muss Österreich seine Emissionen bis 2030 um 48 Prozent reduzieren. Die Abschaffung oder Ökologisierung der klimaschädlichen Subventionen können dafür einen wichtigen Beitrag leisten. Der Nationale Energie- und Klimaplan sieht vor, dass auf diese Weise mindestens zwei Millionen Tonnen CO2-Äquivalent eingespart werden können.

Die klimaschädlichen Subventionen haben nicht nur negative Folgen für Klima und Umwelt, sondern belasten auch das Budget. 4,1 bis 5,7 Milliarden Euro an Steuergeld tragen jährlich dazu bei, dass noch mehr Treibhausgase ausgestoßen werden. Der Dieselprotektionismus macht einen substanziellen Teil davon aus.

**Warum der Dieselprotektionismus ein Problem ist**

In Österreich fallen für einen Liter Diesel 39,7 Cent an Mineralölsteuer (MÖSt) an und damit um 8,5 Cent weniger als für einen Liter Benzin (48,2 Cent). Die ungleiche Besteuerung hat historische Gründe und ist ökologisch nicht haltbar – Dieselautos stoßen im Schnitt mehr CO2 pro Kilometer aus als Benziner. Durch die geringere Besteuerung ist der Dieselverbrauch seit 1990 jedoch drastisch angestiegen. Er hat sich verdreifacht, während jener von Benzin gesunken ist.

Im EU-Vergleich liegt die MÖSt auf Diesel in Österreich im untersten Drittel. Dieser Preisunterschied fördert, zusätzlich zum inländischen Verbrauch, den Kraftstoffexport im Tank. Dieser sogenannte „Tanktourismus“ verursacht rund ein Fünftel der Emissionen in Österreichs Verkehrssektor. Die geringere Mineralölsteuer auf Diesel hält zudem die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Bahn zurück und verursacht durch gefahrene Umwege zusätzliche Emissionen. Historisch gesehen waren die Einnahmen aus dem Kraftstoffexport eine lukrative Einnahmequelle für den Staat. Eine Steuerangleichung wurde daher lange vermieden. Inzwischen ist der ökonomische Nutzen des Kraftstoffexports durch die anfallenden Ausgleichszahlungen an die EU bei Verfehlung der Klimaziele jedoch nicht mehr darstellbar.

****Wi**e die nächste Regierung den Dieselprotektionismus abschaffen kann**

Um das Problem zu lösen, muss der Dieselprotektionismus abgeschafft werden, in dem die Dieselbesteuerung schrittweise, etwa über drei Jahre, auf das Niveau von Benzin angeglichen wird. Um die Steuerangleichung in der Landwirtschaft abzufedern, könnte jene Rückvergütung angehoben werden, die Landwirte bereits für den Ausgleich von Inflation und CO2-Steuer beziehen.

Die vollständige Anpassung würde zu einer Reduktion der Treibhausgas-Emissionen um etwa 648.000 Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr führen und rund 500 Millionen Euro an zusätzlichen Staatseinnahmen generieren.

Diesel genießt am freien Markt einen kostspieligen staatlichen Schutz zulasten des Klimas. Das ist kein großzügiges “Privileg”, das ist unfairer Protektionismus. Die Abschaffung des Dieselprotektionismus würde den Staatshaushalt entlasten und einen bedeutenden Beitrag dafür leisten, dass Österreich seine Klimaziele 2030 erreicht.

####  \[KON\]KRET zum Download 

[202411 KONKRET So geht die Abschaffung des Dieselprotektionismus KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202411_KONKRET_So-geht-die-Abschaffung-des-Dieselprotektionismus_KONTEXT_2024-11-15-094408_mhol.pdf?dm=1740515703) 

##  Weiterführende Infos 

- [Presseaussendung und Grafiken zum Download](https://kontext-institut.at/presse/abschaffung-dieselprotektionismus)

---

 # Keine Trendwende: Gütertransport weiterhin großteils auf der Straße

Artikel Mobilität Wirtschaft Klimaziele 

Dienstag, 29.10.2024

Das Klimaschutzministerium will bis 2040 mindestens 40% des Güterverkehrs in Österreich auf die Schiene bringen. Zuletzt Anteil des Güterverkehrs auf der Schiene ist sogar gesunken. Was für eine Trendwende notwendig ist.

Die Mobilitätswende ist ein essenzieller Baustein für die Ökologisierung der Wirtschaft und den Klimaschutz. Beim Güterverkehr steht Österreich aber noch vor großen Anstrengungen auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2040. Der Anteil des Güterverkehrs an den gesamten nationalen CO2-Emissionen betrug im Jahr 2022 rund 11 Prozent.   

Je mehr Produkte transportiert werden, desto mehr Güterverkehr entsteht. Die Zahlen der Statistik Austria zeigen, dass dieser Transport in Österreich größtenteils auf der Straße stattfindet: Im Jahr 2022 wurden dabei knapp 85 Prozent der Güter auf der Straße transportiert – und nur circa 15 Prozent über die Schiene.   

Bezieht man nicht nur die Menge der Güter, sondern auch die Transportdistanz mit ein, steht der Anteil der Schiene immerhin bei knapp 30 Prozent, da sie besonders für den Transport über weitere Strecken genutzt wird. Angestrebt ist laut Masterplan Güterverkehr des Klimaschutzministeriums allerdings ein Anteil von 40 Prozent bis 2040.   

Neueste Zahlen von Statistik Austria zeigen auch für 2023 keine Trendwende bei der Entwicklung des Güterverkehrs. Zwar ist die Menge der Güter generell, und auch unter Berücksichtigung der Transportdistanz beim Straßengüterverkehr leicht zurückgegangen. Gleichzeitig sank dort aber auch der Anteil des Güterverkehrs auf der Schiene im Jahr 2023 sogar stärker, nämlich um 8,8 Prozent.

#### Mangelnde Kostenwahrheit auf der Straße

Der hohe Anteil des Güterverkehrs auf der Straße hat viele negative Auswirkungen, etwa Lärmbelastung, Luftverschmutzung, Staukosten und CO2-Emissionen. Dadurch verursacht er externe Kosten für die Allgemeinheit. So lagen 2021 laut Umweltbundesamt die Kosten für CO2-Emissionen des Straßengüterverkehrs auf Autobahnen und Schnellstraßen bei 319 Millionen Euro, für Lärmbelastung waren es knapp 80 Millionen Euro. Insgesamt wird prognostiziert, dass sich die externen Kosten im Jahr 2024 auf 613 Millionen Euro belaufen werden.

Bisher fehlt es im Straßengüterverkehr an Kostenwahrheit, denn Unternehmen müssen beim Transport ihrer Güter nicht vollständig für diese externen Kosten aufkommen, die sie verursachen. Dadurch wird der LKW-Transport für Unternehmen günstiger als er eigentlich ist – und verschafft ihm einen unverdienten Wettbewerbsvorteil im Vergleich mit der Schiene. Kostenwahrheit herzustellen ist daher wichtig, um Klimaneutralität im Güterverkehr zu erreichen.

#### Welche politischen Maßnahmen kann die Bundesregierung kurzfristig umsetzen? 

Der Güterverkehr wird nur dann klimafreundlicher, wenn einerseits emissionsärmere Fahrzeuge genutzt werden und sich andererseits der Güterverkehr anteilig von der Straße hin zur Schiene verschiebt. Wichtige Anreize setzen kann die Politik dabei über:

- das Mautsystem: Zuschläge für CO2-Emissionen, Lärmbelastung und Luftverschmutzung
- die Steuerpolitik: Abschaffung des Dieselprotektionismus

**Das Mautsystem:** Damit Unternehmen einen Anreiz haben, auf emissionsärmere oder sogar emissionslose Fahrzeuge zu wechseln, ermöglicht die EU ihren Mitgliedsländern seit 2022 differenzierte Mautzuschläge nach Emissionsklasse des Fahrzeugs für CO2-Emissionen, Lärmbelastung und Luftverschmutzung zu erheben. Dadurch wird auch in Österreich ein Teil der externen Kosten im Straßengüterverkehr eingepreist. Die zusätzlichen Mauteinnahmen können dann direkt in beispielsweise Schieneninfrastruktur investiert werden. Österreich macht von dieser Möglichkeit zwar Gebrauch, allerdings setzt es deutlich niedrigere Aufschläge pro Kilometer an als zum Beispiel Deutschland. Dadurch entgehen dem Bundeshaushalt für 2025 Einnahmen in Höhe von knapp 330 Millionen Euro, die dringend für klimafreundliche Investitionen benötigt werden. Das Umweltbundesamt prognostizierte, dass auch 2025 trotz des Mautzuschlages auf CO2 ungefähr die Hälfte der externen Kosten weiterhin nicht von den Unternehmen selbst bezahlt werden muss.

**Der Dieselprotektionismus:** Weil Diesel in Österreich besonders niedrig besteuert wird, ist er deutlich günstiger als in den Nachbarländern. Da LKWs hauptsächlich Diesel tanken, führt diese Steuerbegünstigung dazu, dass die Transportroute über Österreich für Spediteure günstiger ist und erhöht damit den Transitverkehr. Dieser Tanktourismus führt dazu, dass ausländische LKWs Dieselkraftstoff in ihren Tanks exportieren. Dieser Diesel wird zwar nicht vollständig in Österreich verfahren, die entstehenden Emissionen werden aber trotzdem Österreich als Verkaufsort angerechnet. Das verschlechtert Österreichs nationale CO2-Bilanz und könnte 2030 dazu führen, dass hohe Ausgleichszahlungen anfallen.

## Grafiken zum Download

[202410\_Einspeisung\_Guetervekehr\_KONTEXT.jpeg](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202410_Einspeisung_Guetervekehr_KONTEXT.jpeg?w=3264&h=3264&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515751&s=52acc80f0f06cf8db2a79361f8b9d77a) [202410\_Gueterverkehr\_keineTrendwende\_KONTEXT.jpeg](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202410_Gueterverkehr_keineTrendwende_KONTEXT.jpeg?w=4000&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515619&s=77243578cd86e531363d2f183d5125a7)

---

 # Warum die Weltklimakonferenz dennoch wichtig ist

Artikel Klimapolitik Klimakonferenzen 

Dienstag, 12.11.2024

Von 11. bis 22. November treffen Vertreter:innen von 197 Staaten zur COP29-Weltklimakonferenz in Baku zusammen. Was Sie darüber wissen müssen.

Klimakonferenzen waren in den letzten Jahren nicht mehr der Ort, an dem wirklich ambitionierte Fortschritte in der globalen Klimapolitik gemacht wurden. Weil sie ihre Beschlüsse nur einstimmig annehmen kann, bestehen die Schlusserklärungen der COP-Konferenzen häufig aus verwässerten Kompromissen oder unverbindlichen Absichtsbekundungen. Nennenswerte und vor allem verbindliche Fortschritte im Klimaschutz bleiben damit meist aus.

Zudem wird die Austragung der Konferenzen von Ländern, wie Aserbaidschan oder auch Dubai, häufig für Greenwashing genutzt. Jüngste Berichte, wonach der Chef-Organisator der COP29, Elnur Soltanov, seine Position für einen neuen Öl- und Gasdeal genutzt haben soll, bestätigen diesen Eindruck.

Unter dieser Entwicklung verlieren die COP-Konferenzen an Glaubwürdigkeit. Dabei gab es in den vergangenen 29 Jahren auch wichtige Erfolge. Seit der ersten Ausgabe im Jahr 1995 in Berlin haben die COP-Klimakonferenzen für Meilensteine im internationalen Klimaschutz gesorgt. 1997 wurden in Kyoto erstmals Ziele für die Reduktion von Emissionen vereinbart. Allerdings sollten diese nur für Industrie- und nicht für Schwellenländer, wie China oder Indien, gelten. 2015 wurden in Paris erstmals Reduktionsziele für die gesamte Welt festgeschrieben.

**Wo wir am Weg zu den Pariser Klimazielen stehen**

Weltweit steigen die Treibhausgasemissionen derweil weiter an. Im Jahr 2023 haben sie laut dem [Emission Gap Report 2024](https://www.unep.org/resources/emissions-gap-report-2024) des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) mit 57,1 Gigatonnen CO2-Äquivalenten einen historischen Höchstwert erreicht (+1,3 Prozent gegenüber 2023). Um das Pariser Klimaziel einzuhalten, müssen die globalen Emissionen bis 2030 um 42 Prozent (gegenüber 2019) sinken. Laut Schätzung des Emission Gap Reports wird die Reduktion bis dahin ohne weitere Maßnahmen jedoch lediglich vier bis zehn Prozent betragen.

Österreichs THG-Emissionen sind zwischen 2022 und 2023 um 6,4 Prozent gesunken, jene in der EU um 7,5 Prozent. Die Europäische Union gehört zu jenen G20-Mitgliedern, deren Treibhausgasausstöße den Höhepunkt bereits überwunden haben und die ein Zieljahr für die Klimaneutralität gesetzlich verankert haben. Der Emission Gap Report bewertet den Reduktionspfad der EU im Hinblick auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit, Umfang und Reporting mit den Bestnoten. Das gelingt außer der EU nur Großbritannien.

**Unterstützung für Länder des globalen Südens**

Die diesjährige Ausgabe der Klimakonferenz gilt in erster Linie als „Finanzierungs-COP“. Im Zentrum steht die Frage, welche Länder welchen finanziellen Beitrag zum Klimaschutz und zur Klimaanpassungen leisten müssen, um dabei vor allem Länder des Globalen Südens zu unterstützen. Diese Frage beschäftigte schon die COPs der vergangenen Jahre, bleibt aber weiterhin unbeantwortet.

Reiche Länder, wie die EU oder die USA, hatten sich bereits im Jahr 2009 dazu verpflichtet, ärmere Länder jährlich mit 100 Milliarden Dollar zu unterstützen. Seit 2022 wird dieser Zielwert tatsächlich erreicht. Die EU steuerte in den Jahren 2022 und 2023 jeweils 28,6 Milliarden Euro aus öffentlichen Quellen bei und mobilisierte weitere 7,2 Milliarden Euro an privaten Mitteln. Die hochrangige Expert:innengruppe ILHEG die die COP27 und –28 beriet, schätzt den Betrag, der notwendig ist, um die Pariser Klimaziele zu erreichen, auf 2,4 Billionen Dollar (also 2.400 Milliarden Dollar) pro Jahr. Um die Erderhitzung möglichst gering zu halten, werden aus der EU und damit auch aus Österreich künftig höhere Beiträge notwendig.

**Europa als Vorbild bei der Ökologisierung**

Der globale Kampf gegen die Klimakrise ist auf eine Kooperation zwischen den Regierungen aller Staaten angewiesen. Die COP29-Weltklimakonferenz in Baku ist dafür bei aller begründeten Skepsis eine wichtige und notwendige Zusammenkunft. Das gilt gerade jetzt: Mit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hat die Klimadiplomatie einen Rückschlag erlitten. Sie wirft den Schatten auf die COP29 voraus.

Viel wichtiger als die Kompromisse der Schlusserklärung wird bei der COP29 in Baku deshalb sein, dass sich eine neue Allianz der Mutigen findet, die im globalen Kampf gegen die Klimakrise die Führung übernimmt – Staaten und Regierungen, die nicht bloß Versprechen abgeben, sondern diese auch umsetzen. Hier ist Europa und damit auch Österreich gefordert.

---

 # So geht die Reform der klimaschädlichen Subventionen im Verkehrssektor

Analyse Klimaschädliche Subventionen Mobilität Klimapolitik 

Dienstag, 10.12.2024

Die nächste Regierung kann bei Pendlerförderung, Dieselprotektionismus und Dienstwagenprivileg jährlich 1,04 Milliarden Euro sparen.

**Achtung: Diese Analyse entstand vor Erhöhung des Pendlereuros – diese Maßnahme ist in der vorliegenden Berechnung nicht enthalten und lässt die tatsächlichen Einsparugen durch eine Ökologisierung der Pendlerförderung etwas höher ausfallen.**

Klimaschädliche Subventionen belasten den Staatshaushalt jährlich mit bis zu 5,7 Milliarden Euro und fördern den CO₂-Ausstoß. Ohne Reformen droht Österreich die EU-Klimaziele 2030 zu verfehlen und damit Strafzahlungen in Höhe von 4,7 Milliarden Euro.

Mehr als 60 Prozent dieser Subventionen entfallen auf den Verkehrssektor, dessen Emissionen seit 1990 steigen. Der Nationale Energie- und Klimaplan (NEKP) sieht deren Abbau vor. Laut Finanzministerium sollen auf diese Weise jährlich zwei Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente vermieden werden. Allerdings liegen bis dato keine konkreten Maßnahmen dafür vor.

**Konkrete Reformvorschläge**

Bei der [Pendlerförderung](https://kontext-institut.at/inhalte/oekologisierung-pendlerfoerderung/) gilt es, den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel – je nach Verfügbarkeit am Arbeitsweg – durch die Vergabe regionaler Jahrestickets zu attraktiveren. Das Kilometergeld soll als Steuerabsetzbetrag für Bezieher:innen mit unterschiedlichen Einkommen gleich hoch sein, um sozial treffsicherer zu wirken. Durch die Zusammenlegung von Pendlerpauschale und –euro kann Komplexität reduziert werden. Wird der Verkehrsabsetzbetrag in die Höhe der Förderung einbezogen und nur die Differenz ausgezahlt, kann Budget gespart werden.

Der [Dieselprotektionismus](https://kontext-institut.at/inhalte/abschaffung-dieselprotektionismus/) kann mit einer schrittweisen Angleichung der Mineralölsteuer für Diesel auf das Niveau von Benzin abgeschafft werden. Damit wäre auch der sogenannte “Tanktourismus” und Umwegtransit nicht mehr rentabel und die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene würde attraktiver.

Beim [Dienstwagenprivileg](https://www.kontext-institut.at/inhalte/dienstwagenprivileg/) werden durch die Abschaffung der Deckelung des Sachbezugswerts hochpreisige Fahrzeuge nicht mehr bevorteilt. Durch eine kilometerabhängige Abgabe wird eine effiziente Nutzung sichergestellt und die Subvention fossiler Fahrzeuge abgeschafft. Ein gestaffelter Steuersatz für E-Autos macht stromsparende Fahrzeuge attraktiver. Die steuerlichen Vorteile für betriebliche Mobilitätsbudgets können zudem Anreize für öffentliche Verkehrsmittel, E-Carsharing oder Fahrräder schaffen.

**Klimafreundlich sparen**

Wie eine neue Studie des KONTEXT Instituts für Klimafragen zeigt, könnten allein im emissionsstarken Verkehrssektor durch die Abschaffung von drei der größten klimaschädlichen Subventionen jährlich rund 1,04 Milliarden Euro eingespart und mindestens 764.000 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr vermieden werden.

Über die gesamte fünfjährige Legislaturperiode gerechnet würden nur diese drei Maßnahmen allein einen budgetären Spielraum von 5,2 Milliarden Euro schaffen und maßgeblich dazu beitragen, dass Österreich die EU-Klimaziele 2030 erreicht. In diesem Fall können zusätzlich Strafzahlungen von 4,7 Milliarden Euro vermieden werden.

Laut Fiskalrat fehlen dem Staat aktuell 4,4 Milliarden Euro pro Jahr. Die vorgeschlagenen Maßnahmen können dieses Budgetloch fast zu einem Viertel stopfen.

Neben den drei hier analysierten Subventionen hat die Regierung weitere Möglichkeiten, ihr Budgetdefizit auf klimafreundliche Weise zu reduzieren. Dazu zählt, die LKW-Maut an die CO₂-, Luft- und Lärmbelastung der Fahrzeuge anzupassen. Dadurch könnten 320 Millionen Euro pro Jahr an zusätzlichen Haushaltseinnahmen generiert werden.

[REFORMVORSCHLAG ## So geht die Reform der klimaschädlichen Subventionen im Verkehrssektor Die nächste Regierung kann bei Pendlerförderung, Dieselprotektionismus und Dienstwagenprivileg jährlich 1,04 Milliarden Euro sparen. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202412-Reformvorschlag-Oekologisierung-klimaschaedlicher-Subventionen-im-Verkehr-KONTEXT.pdf?dm=1740515699) 

##  Weiterführende Infos 

- [Presseaussendung und Grafik zum Download](https://kontext-institut.at/presse/klimaschaedliche-subventionen-verkehrssektor)
- [\[KON\]KRET: Dienstwagenprivileg](https://7a4f4455-c23b.dotsandlines-cloud.at/uploads/Dateien/202412_KONKRET_So-geht-die-Oekologisierung-des-Dienstwagenprivilegs_KONTEXT.pdf)
- [\[KON\]KRET: Dieselprotektionismus](https://7a4f4455-c23b.dotsandlines-cloud.at/uploads/202411_KONKRET_So-geht-die-Abschaffung-des-Dieselprotektionismus_KONTEXT.pdf)
- [\[KON\]KRET: Pendlerförderung](https://7a4f4455-c23b.dotsandlines-cloud.at/uploads/Dateien/202410-Konkret-Oekologisierung-der-Pendlerfoerderung-KONTEXT.pdf)

---

 # So geht die Ökologisierung des Dienstwagenprivilegs

Analyse Klimapolitik Klimaschädliche Subventionen Mobilität 

Dienstag, 10.12.2024

Während die Regierungsverhandlungen in vollem Gange sind, präsentiert KONTEXT einen weiteren konkreten Vorschlag zur Ökologisierung einer klimaschädlichen Subvention: des Dienstwagenprivilegs.

Um die verpflichtenden EU-Klimaziele zu erreichen, muss Österreich seine Emissionen bis 2030 um 48 Prozent reduzieren. Die Abschaffung oder Ökologisierung der klimaschädlichen Subventionen können dafür einen wichtigen Beitrag leisten. Der Nationale Energie- und Klimaplan sieht vor, dass auf diese Weise mindestens zwei Millionen Tonnen CO2-Äquivalent eingespart werden können.

Die klimaschädlichen Subventionen haben nicht nur negative Folgen für Klima und Umwelt, sondern belasten auch das Budget. 4,1 bis 5,7 Milliarden Euro an Steuergeld tragen jährlich dazu bei, dass noch mehr Treibhausgase ausgestoßen werden. Das Dienstwagenprivileg macht einen substanziellen Teil davon aus.

**Warum das Dienstwagenprivileg ein Problem ist**

Unternehmen haben in Österreich die Möglichkeit, ihren Angestellten Dienstwägen zur Verfügung stellen, die sie auch privat nutzen können. Die private Nutzung wird als Form der Entlohnung betrachtet und unterliegt als Sachbezug der Einkommenssteuer. Der pauschalierte und gedeckelte Sachbezugswert ist dabei häufig geringer als der finanzielle Vorteil für Unternehmen und Beschäftigte. Dadurch entgehen dem Staat Steuereinnahmen und es entstehen klimaschädliche Anreize.

- **Anreiz für fossile Dienstwägen:** Durch den steuerlichen Vorteil für die Nutzung von Dienstwägen werden auch fossile Fahrzeuge gefördert und dadurch Emissionen staatlich subventioniert.
- **Anreiz für hochpreisige Autos:** Durch die Deckelung des Sachbezugswerts werden hochpreisige Autos, also vor allem größere und schwerere Fahrzeuge, begünstigt. Elektrofahrzeuge genießen zudem eine vollständige Steuerbefreiung, unabhängig von ihrer Größe oder Effizienz.
- **Anreiz für intensive Privatnutzung:** Variable Kosten wie Treibstoff werden beim Dienstwagenprivileg nicht berücksichtigt. Dadurch entstehen, unabhängig von der zurückgelegten Strecke, immer dieselben Kosten. Das begünstigt eine hohe Nutzung und hindert den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel.

**Wie die nächste Regierung das Dienstwagenprivileg ökologisieren kann**

Mit der Abschaffung der Deckelung des Sachbezugswerts wird eine unverhältnismäßige Bevorzugung großer und schwerer Fahrzeuge vermieden. Zusätzlich wird durch die Einführung einer kilometerabhängigen Abgabe die tatsächlich privat gefahrenen Kilometer in der Besteuerung berücksichtigt und ein Anreiz geschaffen, die Nutzung zu reduzieren. Durch diese Abgabe wird auch der Steuervorteil für fossile Dienstwägen abgeschafft.

Mit einem gestaffelten Steuersatz für E-Autos (0,5 Prozent für effiziente, 1 % für weniger effiziente Modelle) wird ein Anreiz für besonders energieeffiziente Fahrzeuge geschaffen. Zusätzlich wird ein betriebliches Mobilitätsbudget steuerlich begünstigt, das Beschäftigten ermöglicht, emissionsfreie Alternativen wie öffentliche Verkehrsmittel, E-Carsharing oder Fahrräder zu nutzen.

**Vorteile der Reform**

Mit dieser Reform kann die nächste Regierung die Steuerbegünstigungen für fossile Dienstwägen beenden. Elektroautos werden unter Berücksichtigung von Unterschieden in der Energieeffizienz weiterhin begünstigt. Damit spart der Staat Geld, beseitigt soziale Benachteiligungen und vermeidet den Ausstoß von mindestens 67.000 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr. Ein wichtiger Schritt für die Erreichung der EU-Klimaziele 2030.

####  \[KON\]KRET zum Download 

[202412 KONKRET So geht die Oekologisierung des Dienstwagenprivilegs KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202412_KONKRET_So-geht-die-Oekologisierung-des-Dienstwagenprivilegs_KONTEXT.pdf?dm=1740515701) 

## Grafiken und Tabellen zum Download

[202412\_Klimaschaedliche-Subventionen\_Dienstwagen\_Oekologisierung\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202412_Klimaschaedliche-Subventionen_Dienstwagen_Oekologisierung_KONTEXT.png?w=1787&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515655&s=3d461f20e068a93ca3d41567a18cfa6f) [202411\_Benennung-Klimaschaedliche-Subventionen\_Oesterreich\_Dienstwagenprivileg\_KONTEXT1.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202411_Benennung-Klimaschaedliche-Subventionen_Oesterreich_Dienstwagenprivileg_KONTEXT1.png?w=2000&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515684&s=bd6e8be961c75d22f56ae997121c56e2) [202412\_Klimaschaedliche-Subventionen\_privat\_genutzte\_Dienstwagen\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202412_Klimaschaedliche-Subventionen_privat_genutzte_Dienstwagen_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515650&s=4fd9d6ccd0c0cbb06b83c4700757b004) [202412\_Klimaschaedliche-Subventionen\_Dienstwagen\_StatusQuo\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202412_Klimaschaedliche-Subventionen_Dienstwagen_StatusQuo_KONTEXT.png?w=2000&h=1524&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515661&s=4fecffbd4fc71fc537c0bbe2b4230fd6) [202412\_Klimaschaedliche-Subventionen\_Dienstwagen\_Subventionshoehe\_Oekologisierung\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202412_Klimaschaedliche-Subventionen_Dienstwagen_Subventionshoehe_Oekologisierung_KONTEXT.png?w=1555&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515642&s=768229c7ce3c5f5b03fb4918c5fa2d9b)

---

 # Wie Europa strategisch unabhängig wird, und Österreich auch

Kommentar EU Klimapolitik Sicherheit 

Mittwoch, 12.02.2025

Wir sind nicht so schlecht, wie wir oft glauben. Österreich liegt etwa bei Patenten im Bereich Clean Tech (relativ zur Bevölkerung) weltweit auf Platz neun. Expertin Katharina Rogenhofer sagt, was nun zu tun ist: autokratischen Staaten keine Macht geben.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/wie-europa-strategisch-unabhaengig-wird-und-oesterreich-auch-120089945)*.*

**Von Davos über Brüssel bis München wird in diesen Tagen die globale Sicherheitslage bewertet und dabei nehmen Klimathemen immer mehr Raum ein. Für Europa und Österreich muss in der Beantwortung dieser Frage vor allem um eines gehen: strategische Unabhängigkeit.**

Wir schreiben das Jahr 2000. Billige Energie aus Russland und ölreichen Ländern im Mittleren Osten und verlängerte Werkbänke in Drittländern, die Just-in-Time liefern, lassen Europas Industrie mit günstig produzierten High-End-Produkten am Weltmarkt erfolgreich sein.

Die USA, die freundliche Partnerin auf der anderen Seite des Atlantiks, garantieren den Zugang zu neuester Technologie und militärischem Schutz.

Die Globalisierung und verlässlich funktionierende Lieferketten, gestützt von einer stabilen internationalen Ordnung, machen es möglich, auf wirtschaftliche Effizienz zu setzen. Die schmutzige Erbeutung von kritischen Rohstoffen und die Folgen für das Klima sind hingenommenes Übel.

Nur 25 Jahre später bröckelt dieses Selbstverständnis an allen Ecken und Enden. Die internationale Ordnung ist fragil, neue Kriege und Konflikte erschüttern globale Märkte. Lieferketten geraten ins Stocken. Billige Energiequellen sind versiegt. Die industriellen High-End-Produkte werden andernorts nun günstiger produziert. Die USA ist nicht mehr die freundliche Partnerin von nebenan: wirtschaftliche Verstrickungen erweisen sich zunehmend als Gefahrenquellen und militärischer Schutz als Erpressungsmasse.

#### **Raus aus der Erpressbarkeit: Ökologisierung als Schlüssel**

Wenn, wie kürzlich in Davos oder am kommenden Wochenende auf der Sicherheitskonferenz in München, führende Sicherheitsexpert:innen aktuelle Bedrohungslagen bewerten, dann geht es neben den unmittelbaren militärischen Konflikten auch um die Gefahren durch Extremwetter, Ernährungssicherheit und die Notwendigkeit größerer "strategischer Autonomie" der EU.

Europas Wohlstand und Sicherheit waren durch Abhängigkeiten teuer erkauft. Billiges Gas aus Russland und die Auslagerung vieler Produktionsprozesse sicherten wirtschaftliche Vorteile. Das Streben nach Effizienz ging zu Lasten der Resilienz. Heute steht nicht nur der Wohlstand Europas auf dem Spiel, sondern auch die Sicherheit.

Um eine selbstbestimmte Zukunft zu garantieren, muss Europa sich in der geopolitischen Situation neu erfinden – und das beginnt damit, sich aus den Abhängigkeiten zu lösen. Die Ökologisierung der Gesellschaft und Wirtschaft ist der Schlüssel für strategische Unabhängigkeit bei Energie, Technologien und Ressourcen. Sie schafft damit aber nicht nur Sicherheit, sondern auch neuen Wohlstand.

#### **Ende der Energieabhängigkeit**

Derzeit importiert Österreich zwei Drittel der Energie, die verbraucht wird. Das vor allem in Form von Öl und Gas aus Ländern wie Kasachstan, dem Irak und Libyen. Um von fossilen Importen unabhängig werden zu können und nicht zum Spielball autokratischer Willkür zu werden, muss Europa in der Lage sein sich weitgehend selbst zu versorgen – und das geht nur mit erneuerbaren Energien.

Die Defence Research Agency in Stockholm zählte zwischen 1991 und 2006 – also lange vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und den darauffolgenden EU-Sanktionen – mindestens 55 Fälle, in denen Moskau die Gaslieferung an das Ausland entweder aussetzte oder zumindest damit drohte, meist verbunden mit politischen Forderungen.

Die "Österreichische Sicherheitsstrategie" aus dem Vorjahr hält explizit fest, dass "Russland Energie- und Lebensmittelexporte gezielt als Waffe" einsetzt. Diese Art von Erpressbarkeit kann sich Österreich nicht mehr leisten, sie macht uns verwundbar und schadet gleichzeitig direkt der Bevölkerung und Wirtschaft.

Denn Gaspreisschocks, wie jener, der durch Russlands Angriff auf die Ukraine ausgelöst wurde, heizen Energiepreise und die Inflation an. Die Produktion wird teurer, der tägliche Einkauf auch, sowohl Betriebe als auch Haushalte leiden ganz massiv unter den steigenden Preisen. Das birgt wiederum die Gefahr von sozialen und politischen Verwerfungen. Polarisierung und Zulauf zu politischen Extremen sind die Folge – zu beobachten aktuell in vielen Staaten in Europa und Amerika.

Solarenergie und Windkraft hingegen sind mittelfristig die günstigsten und sichersten Energiequellen und sichern uns dagegen ab, ein Spielball autokratischer Staaten zu werden. Sie machen uns unabhängig, freier und lassen die Produktionskosten für Unternehmen und die Lebenserhaltungskosten der Menschen sinken.

#### **Ende der Technologieabhängigkeit**

Für das Ende der Energieabhängigkeit ist aber nicht nur der Ausbau der erneuerbaren Energien notwendig, sondern auch der Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen sowie die Elektrifizierung industrieller Prozesse und des Verkehrs. Das wiederum setzt die Weiterentwicklung und den Einsatz von Technologien wie Wärmepumpen, Geothermie, Speichern, grünem Wasserstoff oder E-Mobilität, voraus.

Sowohl bei E-Autos, Photovoltaik-Anlagen als auch bei Batterien dominiert China heute den Weltmarkt. Das war eine strategische Entscheidung – China will genau in diesen wachsenden Feldern führend sein. Auch hier besteht nun die Gefahr, neue Abhängigkeiten zu produzieren und vor allem auch langfristig Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen.

Auch wenn in manchen Bereichen das Rennen um Zukunftstechnologien schon geschlagen scheint, gibt es noch in vielen Bereichen das Potential, führend zu werden und zu bleiben. In der EU werden etwa doppelt so viele Patente im Bereich Clean Tech angemeldet als in den USA. Österreich rangiert bei diesen Patenten (relativ zur Bevölkerung) weltweit auf Platz neun. Dieses Potential für Zukunftstechnologien zu nutzen, ist nur eine der richtigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen.

#### **Ende der Ressourcenabhängigkeit**

Österreich ist wie viele andere Länder auf funktionierende internationale Lieferketten und die Versorgung mit wichtigen Rohstoffen angewiesen. Auch diese Versorgung kann von geopolitischen Verwerfungen gestört oder von willkürlichen Autokraten als politisches Druckmittel genutzt werden.

Das Risikobild 2025 des Bundesheers identifiziert hier ein "sehr hohes Risiko durch ausgeprägte strategische Abhängigkeiten der österreichischen Wirtschaft von einzelnen Staaten". Um diese Abhängigkeiten zu reduzieren, sollten laut dem Bericht nicht nur österreichische und europäische Lieferketten und die gemeinsame europäische Beschaffung gestärkt werden, sondern auch "zirkuläre Geschäftsmodelle" ausgebaut werden.

Denn die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft schafft strategische Unabhängigkeit von kritischen Rohstoffen wie Metallen und seltenen Erden. Gerade in Bereichen der Ressourcen- und Abfallaufbereitung sind Europa und auch Österreich führend. Das kann strategisch genutzt und zu einem großen geopolitischen Vorteil werden.

Die EU-Kommission schätzt, dass der aktuelle Marktwert der Kreislaufwirtschaft von aktuell 31 Milliarden Euro bis 2030 auf 100 Milliarden Euro steigen und damit mehr als verdreifacht werden kann. Auf diese Weise sollen 500.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

#### **Klimapolitik ist Sicherheitspolitik ist Wirtschaftspolitik ist Klimapolitik ...**

Die Ökologisierung der Wirtschaft und Gesellschaft reduziert demnach Abhängigkeiten und schafft Sicherheit. Auch die Zeiten, in denen die die Zuspitzung der Klimakrise als Übel hingenommen wurden, sind vorbei: Klimafolgen, wie Extremwetterereignisse, das Artensterben oder Ernteausfälle rangieren in den gängigen Risikoberichten weit oben.

Unter den Top-10 der langfristigen Risiken des "Global Risk Report 2025" des Weltwirtschaftsforums gehen die ersten vier Plätze an klima- und umweltbezogene Risiken. Auch das Risikobild des Bundesheers geht sehr umfassend auf diese Bedrohungen ein.

Klimapolitik ist im 21. Jahrhundert demnach nicht nur Wirtschaftspolitik. Sie ist auch Sicherheitspolitik.

---

 # Umfrage: Mehrheit für Reform der klimaschädlichen Subventionen und gegen Kürzungen bei Umweltförderungen

Umfrage Klimaschädliche Subventionen Mobilität Klimapolitik 

Dienstag, 11.02.2025

Eine neue Umfrage des KONTEXT Instituts zeigt: Mehrheit für Reform der klimaschädlichen Subventionen und gegen Kürzungen bei Umweltförderungen

***Achtung: Dieser Artikel wurde nach Ende der Koalitionsverhandlungen zwischen FPÖ und ÖVP aktualisiert.***   

Um das Budget zu entlasten, braucht es Einsparungen. Gleichzeitig sind gerade jetzt Investitionen unerlässlich, um die Ökologisierung und ihre positiven Effekte für die Wirtschaft voranzubringen. Anstatt die Ökologisierung mit Kürzungen bei Umweltförderungen auszubremsen, lohnt es sich, **auf Maßnahmen zu setzen, die Einsparungen und Klimaschutz verbinden: etwa mit einer Reform der klimaschädlichen Subventionen im Verkehrssektor.** Eine aktuelle repräsentative Umfrage von KONTEXT zeigt, dass Österreicher:innen mehrheitlich eine solche Reform befürworten – und Einschnitte bei Umweltförderung ablehnen.

**Für Reformen der klimaschädlichen Subventionen**

Der Nationale Energie- und Klimaplan (NEKP) sieht den Abbau der klimaschädlichen Subventionen vor. Eine [KONTEXT-Analyse](https://kontext-institut.at/inhalte/reform-klimaschaedliche-subventionen-verkehrssektor/) zeigt, dass allein durch die Reformen von drei klimaschädlichen Subventionen im Verkehrssektor der Staatshaushalt jährlich um 1,04 Milliarden Euro entlastet werden kann: Ökologisierung der Pendlerförderung und des Dienstwagenprivilegs sowie der Abschaffung des Dieselprotektionismus. Diese Maßnahmen finden großen Zuspruch in der österreichischen Bevölkerung: Zwei Drittel der Befragten (65,8 Prozent) sind der Meinung, dass, um das Budget zu entlasten, Förderungen gestrichen werden sollten, die dem Klima schaden.

Die höchste Zustimmung findet dabei die Ökologisierung der Pendlerförderung: Wenn öffentliche Verkehrsmittel für den Arbeitsweg zur Verfügung stehen und diese auch zumutbar sind, sollte ein Jahresticket für den öffentlichen Verkehr bereitgestellt werden anstatt eines Auto-Zuschusses, sagen 72,8 Prozent. 64,6 Prozent sprechen sich für die Abschaffung des Dieselprotektionismus aus – also dafür, dass die Mineralölsteuer auf Diesel an das Niveau von Benzin angeglichen werden soll. Die Ökologisierung des Dienstwagenprivilegs wird von 60,9 Prozent der Befragten unterstützt: Personen, die einen fossilen Dienstwagen privat nutzen, sollten keine steuerlichen Vorteile auf Kosten des Staatsbudgets erfahren. Stattdessen sollen Alternativen, wie öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad oder Car-Sharing steuerlich begünstigt werden, sagen 68,6 Prozent.

**Gegen Kürzungen bei Umweltförderungen**

Von den Österreicher:innen abgelehnt werden hingegen Kürzungen bei Umweltförderungen: Mehr als drei Viertel (76,9 Prozent) der Befragten wollen, dass Umweltförderungen für den Umstieg auf nachhaltige Heizsysteme erhalten bleiben, um Menschen und Unternehmen diesen Umstieg zu erleichtern. 63,2 Prozent geben an, dass ihnen der Umstieg ein persönliches Anliegen ist. 57,5 Prozent wollen auch die Förderung für E-Autos beibehalten.

**Sozial gerecht und ökonomisch vernünftig**

Kluge Sparmaßnahmen verbinden die Ziele von Budgetentlastung mit Klimaschutz und sind darüber hinaus auch sozial gerecht und ökonomisch vernünftig. All diese Ziele lassen sich miteinander erreichen. Auch darauf legen die Befragten mehrheitlich großen Wert.

Dass die Höhe der Pendlerförderung für alle Einkommen gleich sein sollte, anstatt höhere Einkommen zu bevorzugen, findet mit 81,8 Prozent die höchste Zustimmung aller abgefragten Forderungen. Mehr als zwei Drittel (67,7 Prozent) sind zudem der Meinung, dass der Klimabonus für armutsgefährdete Menschen weiterhin erhalten bleiben sollte.

Auch auf die Vorteile für die heimische Wirtschaft werden erkannt: Kürzungen bei zukunftsfähigen Technologien wie Photovoltaik-Anlagen oder Elektroautos gefährden Österreichs Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu anderen Ländern (60,6 Prozent). Und 77,6 Prozent finden, dass Investitionen in nachhaltige Technologien in der heimischen Industrie die österreichische Wirtschaft stärken.

**Hintergrund**

Das Meinungsforschungsinstitut marketagent befragte für die Umfrage 1.020 Personen im Zeitraum 29. Jänner bis 4. Februar 2025. Sie ist repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.

[UMFRAGE #4 ## Mehrheit gegen Kürzungen bei Umweltförderungen Die Mehrheit der Österreicher:innen befürwortet außerdem eine Reform der klimaschädlichen Subventionen Download Ergebnisse](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/2025_02_Umfrageergebnisse_KONTEXT.pdf?dm=1740515698) 

##  Weiterführende Links 

- [Analyse zu den Klima-Sparplänen einer möglichen FPÖ-ÖVP-Regierung](https://kontext-institut.at/inhalte/budgetplan-fpö-övp/)
- [So geht die Reform der klimaschädlichen Subventionen im Verkehrssektor](https://kontext-institut.at/inhalte/reform-klimaschaedliche-subventionen-verkehrssektor/)

---

 # Die Klimakrise als Sicherheitsrisiko: Drei Beispiele

Artikel Sicherheit Erneuerbare Energie Klimafolgen 

Freitag, 14.02.2025

Wie die Klimakrise und die strategische Abhängigkeit von Energie und Rohstoffen zu einem wachsenden Sicherheitsrisiko für Österreich und Europa werden, zeigt eine neue Analyse von KONTEXT.

Mehr als die Hälfte der zehn größten globalen Sicherheitsrisiken sind direkte oder indirekte Auswirkungen der Klimakrise. Das zeigt der neue Report der Münchner Sicherheitskonferenz, die heute startet. Dessen Kernstück, der Munich Security Index, bildet die globale Risikowahrnehmung der G7- und B(R)ICS-Länder ab: Vier der zehn größten Risiken sind direkte Folgen der Klimakrise. Drei weitere werden durch ihre indirekten Effekte verstärkt.

Das weltweit führende Forum zu internationaler Sicherheitspolitik verdeutlicht damit, dass die Klimakrise nicht nur eine ökologische, sondern auch eine zentrale sicherheitspolitische Herausforderung ist. Neben Extremwetterereignissen verschärft sie geopolitische Spannungen, destabilisiert ganze Regionen, zwingt Menschen zum Verlassen ihrer Heimat und trägt zu wachsender Ungleichheit und Konflikten bei.

KONTEXT hat sich drei zentrale sicherheitspolitische Herausforderungen für Österreich genauer angesehen.

**Strategische Unabhängigkeit**

In Europa und auch Österreich bergen geopolitische Abhängigkeit hohe Risiken - bei fossilen Energien, aber auch bei für die Ökologisierung zentralen Rohstoffen und Schlüsseltechnologien. Diese Abhängigkeiten gelten auch in der [österreichischen Sicherheitsstrategie](https://www.bundeskanzleramt.gv.at/themen/sicherheitspolitik/sicherheitsstrategie.html) als zentrale sicherheitspolitische Herausforderung und das [österreichische Risikobild](https://www.bmlv.gv.at/pdf_pool/publikationen/risikobild_2025.pdf) hebt hervor, dass sie „insbesondere angesichts der angespannten geopolitischen Situation“ ein bedeutendes Risiko darstellen. Österreich wird dadurch erpressbar, was von Ländern wie Russland und den USA geopolitisch und wirtschaftlich ausgenutzt wird. Um diese Sicherheitsrisiken einzudämmen, ist es notwendig kritische Abhängigkeiten bei Energie, Rohstoffen und Technologien zu reduzieren.

*Energieabhängigkeiten reduzieren*

Im Energiebereich hat Österreichs starke Importabhängigkeit bei Gas und Öl gravierende Folgen für Preis- und Versorgungssicherheit. [Preisschocks](https://kontext-institut.at/presse/studie-preisschocks-fossile-energie/) in der Höhe von jenem nach Beginn des russischen Angriffskriegs verursachen in emissionsintensiven Sektoren Österreichs Verluste von über zehn Milliarden Euro. Emissionsarme Sektoren sind hingegen resilient gegenüber fossilen Preisschocks.

Gleichzeitig heizen hohe Energiepreise die Verbraucherpreise an. Während der historisch hohen Inflationsrate von rund elf Prozent Ende des Jahres 2022 waren die stark gestiegenen Preise von Haushaltsenergie (Gas, Öl, Elektrizität) und Treibstoffen (Diesel, Benzin) für [rund ein Drittel](https://www.statistik.at/statistiken/volkswirtschaft-und-oeffentliche-finanzen/preise-und-preisindizes/verbraucherpreisindex-vpi/hvpi) der Teuerung verantwortlich (siehe Grafik 2). Solche kurzfristigen und drastischen Preisanstiege haben tiefgreifende wirtschaftliche und soziale Folgen. Die Teuerung spüren vor allem Haushalte mit geringen Einkommen [überproportional stak](https://www.ecb.europa.eu/pub/pdf/scpwps/ecb.wp2894~5fd5d33b3f.en.pdf) im Geldbörsel und die Industrie in der Produktion. Durch indirekte Effekte (Lieferketten, Energie als Produktionsgut, etc.) erhöhen steigende Energiepreise auch die Preise anderer Güter und Dienstleistungen. Der Inflationseffekt durch die gestiegenen Energiepreise lag im Jahr 2022 insgesamt demnach sogar bei [mehr als zwei Drittel](https://www.arbeiterkammer.at/interessenvertretung/wirtschaft/energiepolitik/Factsheet_Inflationseffekte_der_Energiekrise_2021-23.pdf).

Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wirkt nicht nur durch hohe und unsichere Preise destabilisierend, sie bedeuten für Österreich auch Erpressbarkeit und erhebliche wirtschaftliche Nachteile – nicht nur in Krisenzeiten: Schon vor dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine kam es seitens Russlands zu mindestens [55 Fällen](https://www.energyagency.at/fileadmin/1_energyagency/presseaussendungen/allg._pa/2023/aea_analyse_an_der_gasleine_executive-summary_final.pdf) von Gaslieferstopps oder Drohungen. Viele davon waren mit wirtschaftlichen oder politischen Forderungen verbunden. Laut Österreichs Sicherheitsstrategie soll der Gasverbrauch daher „so rasch wie möglich reduziert werden“. Die jährlichen Netto-Ausgaben für Gas, Öl und Kohle lagen selbst vor Kriegsbeginn bei rund acht Milliarden Euro jährlich (Schnitt 2015–2019). Im Krisenjahr 2022 stieg das Handelsbilanzdefizit – also der Überschuss an Importen im Vergleich zu Exporteinnahmen – bei fossilen Energieträgern auf mehr als 19 Milliarden Euro. Hohe Importkosten bedeuten auch Wettbewerbsnachteile. So strauchelt auch die heimische Industrie unter den gestiegenen Gaspreisen und hinkt damit anderen Wirtschaftszonen, wie beispielsweise den USA hinterher, die durch eigene fossile Brennstoffvorkommen deutlich günstigere Preise und dadurch Produktionskosten aufweisen.

Deshalb stellt der Ausbau erneuerbarer Energien die wichtigste Maßnahme dar, um die Abhängigkeit von fossilen Importen zu verringern und Energie langfristig günstiger und zu stabileren Preisen zur Verfügung zu stellen. Die Elektrifizierung verschiedener Prozesse und Sektoren schafft somit Sicherheit. Dadurch profitieren sowohl die Industrie als auch die Gesellschaft. Wertschöpfung bleibt vor Ort und neue Arbeitsplätze werden geschaffen, anstatt Milliarden an andere Länder abzuführen (für Rohöl beispielweise Kasachstan, Libyen und dem Irak).

*Ressourcenabhängigkeit reduzieren*

Neben Energieabhängigkeiten ergeben sich in Österreich durch internationale Wertschöpfungsketten auch ausgeprägte Abhängigkeiten bei Ressourcen: Viele Industriezweige sind auf den Import essenzieller Güter, Rohstoffe und Komponenten aus einigen wenigen Lieferländern angewiesen. Neben oft verehrenden Arbeits- und Umweltbedingungen bei der Rohstoffgewinnung können solche Abhängigkeiten auch geopolitische Machtungleichgewichte verstärken. Die starke Importabhängigkeit dieser Rohstoffe erhöht das Risiko von Lieferengpässen und Preisvolatilität, insbesondere in Krisenzeiten oder bei geopolitischen Spannungen, aber auch durch Naturkatastrophen.

Besonders im Bereich kritischer Infrastruktur bestehen Abhängigkeiten von Halbleitern und bestimmten Rohstoffen wie Magnesium und Niob. Zudem führt die Elektrifizierung und der Ausbau erneuerbarer Energien zu einem steigenden Bedarf an kritischen Rohstoffen wie seltenen Erden, Kobalt und Lithium. Da Europa über geringe eigene Vorkommen verfügt, ist eine effiziente Kreislaufwirtschaft für strategische Unabhängigkeit entscheidend. Dazu ist es notwendig Recyclingkapazitäten auszubauen, Rückgewinnungstechnologien zu verbessern und die industrielle Wiederverwertung konsequent zu fördern. Neben der Rohstoffsicherung bietet dies auch wirtschaftliche Chancen: Europa und Österreich können eine Vorreiterrolle in der Kreislaufwirtschaft einnehmen, da bereits zahlreiche innovative Unternehmen in diesem Bereich tätig sind.

**Folgen von Extremwetterereignissen**

Ein zweites großes sicherheitspolitisches Risiko sind die mit der Klimakrise zunehmende Extremwetterereignisse wie Überflutungen, Stürme und Dürren. Im Herbst 2024 traf Österreich bereits das **dritte Jahrhunderthochwasser innerhalb von 22 Jahren**. Die Überschwemmungen verursachten Schäden von **mindestens 1,3 Milliarden Euro**, zerstörten Wohngebiete, Verkehrswege und großflächig landwirtschaftliche Flächen. Die Zunahme von Überschwemmungen, Stürmen, Waldbränden und extremen Temperaturereignissen sieht man auch in der Statistik (siehe Grafik 3). Mit jedem Zehntel Grad Erderwärmung steigt die Wahrscheinlichkeit solcher Extremwetterereignisse weiter.

Die Folgen von Extremwetterereignisse gehen aber über direkte wirtschaftliche Schäden hinaus. Steigende Versicherungskosten, hohe Wiederaufbauausgaben und Beeinträchtigungen der Infrastruktur belasten öffentliche Haushalte ebenso wie Unternehmen und Privatpersonen. Das [österreichische Risikobild](https://www.bmlv.gv.at/pdf_pool/publikationen/risikobild_2025.pdf) zeigt auf, dass Extremwetterereignisse Lieferketten unterbrechen, Versorgungssicherheit gefährden und durch Ressourcenknappheit zu gewaltsamen Verteilungskonflikten führen können. Außerdem verstärken sie bestehende Versorgungsrisiken und setzen in Kombination mit anderen Krisen – etwa geopolitischen Konflikten oder Handelsbeschränkungen – die wirtschaftliche und politische Stabilität zusätzlich unter Druck.

**Desinformation**

Ein drittes wachsendes sicherheitspolitisches Risiko ist die Verbreitung von Desinformation. Sie vertieft die gesellschaftliche Spaltung vertieft und destabilisiert demokratische Prozesse. Das Risikobild 2025 unterstreicht, dass Desinformation nicht auf den Medieninhalt zu reduzieren ist, da es darauf abzielt „die Stabilität unserer demokratischen Gesellschaft zu untergraben“. Die [Europäische Beobachtungsstelle für digitale Medien](https://edmo.eu/edmo-news/pandemic-war-and-more-18-months-of-disinformation/) stellt fest, dass die Klimakrise neben Russlands Angriffskrieg und COVID-19 zu den zentralen Themen von Desinformation zählt und während der Hitzewellen im August rund 20 Prozent der erfassten Desinformationsinhalte ausmachte.

Neben extern gesteuerten Kampagnen ist auch die Verzögerung politischer Entscheidungen eine Form der Desinformation mit sicherheitsrelevanten Folgen. Eine [Klimadiskursanalyse von KONTEXT (2024)](https://kontext-institut.at/inhalte/kontextanalyse-klimadebatte/) zeigt, dass 57 Prozent der Aussagen, die Klimaschutz verzögern, von politischen Akteur:innen stammen. Besonders häufig werden Scheinlösungen propagiert oder wirtschaftliche und soziale Kosten betont, um Maßnahmen hinauszuzögern. Genau die Maßnahmen, die sicherheitspolitisch notwendig wären: Ausbau erneuerbarer Energien, Elektrifizierung der Industrie, Renaturierung und Entsiegelung von Böden für Katastrophenschutz und vieles mehr.

Die gezielte Steuerung des öffentlichen Diskurses beeinträchtigt nicht nur die Klimapolitik, sondern auch die politische Stabilität und demokratische Entscheidungsprozesse. Das macht geordnete Reformen schwieriger. Denn die Voraussetzung für die Lösung all dieser Herausforderungen und die Umsetzung von notwendigen Maßnahmen sind stabile demokratische Prozesse und Institutionen.

**Fazit**

All diese Punkte unterstreichen: klimapolitische Maßnahmen sind in vielen Fällen auch sicherheitspolitisch relevant. Der Ausbau von erneuerbaren Energien und die Elektrifizierung von industriellen Prozessen stabilisieren die Energiepreise und lösen uns gemeinsam mit einer Forcierung der Kreislaufwirtschaft aus der Erpressbarkeit. Die Senkung unserer Emissionen, proaktive Renaturierung und Anpassungsmaßnahmen sind für den Katastrophenschutz und den Schutz vor Extremwetterereignissen unabdingbar. Und der Kampf gegen Desinformation ist für stabile demokratische Prozesse notwendig, die die Grundlage einer Ökologisierung der Wirtschaft und Gesellschaft darstellen.

---

 # Drei Jahre Krieg in der Ukraine: Österreichs Gasabhängigkeit nutzte nur Russland

Analyse Erneuerbare Energie Wirtschaft Sicherheit 

Freitag, 21.02.2025

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat die Risiken der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verdeutlicht. Trotz des Gasstopps aus Russland drohen neue Abhängigkeiten, etwa durch Flüssiggas. Ein Ausweg liegt im Ausbau erneuerbarer Energien.

Am 24. Februar, jährt sich der russische Angriff auf die Ukraine zum dritten Mal. Der Kriegsbeginn und die darauffolgende Energiekrise haben Europa und Österreich die jahrzehntelange Abhängigkeit von russischem Gas deutlich vor Augen geführt. Erst seit Jahreswechsel fließt kein russisches Erdgas mehr nach Österreich. Während andere europäische Länder knapp nach Kriegsbeginn den Import einstellten oder deutlich drosselten, hielt Österreich daran fest. Auch 2024 lag der russische Anteil der Gasimporte noch beständig bei [über 80 Prozent](https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1425254/umfrage/anteil-von-russischem-gas-an-den-gasimporten-von-oesterreich/).

Dadurch flossen weiterhin erhebliche Summen nach Russland – und indirekt in die Kriegsfinanzierung. Mehr als 12 Milliarden Euro hat Österreich seit Kriegsbeginn für russische Energieimporte ausgegeben. Das zeigt eine Auswertung der Außenhandelsstatistik der Statistik Austria.

**Von alten zu neuen Abhängigkeiten**

Der russische Angriffskrieg hat auch gezeigt, welches Sicherheitsrisiko mit der Abhängigkeit von fossilen Energien für Europa und Österreich einhergeht. Sie macht erpressbar durch potenzielle Lieferstopps, an die wirtschaftlichen Forderungen geknüpft werden können. Bereits vor dem Beginn des Kriegs gab es [mindestens 55 Fälle](https://www.energyagency.at/fileadmin/1_energyagency/presseaussendungen/allg._pa/2023/aea_analyse_an_der_gasleine_executive-summary_final.pdf), in denen Russland seine Lieferungen an das Ausland stoppte oder damit drohte.

Gleichzeitig bedeuten Preisschocks bei fossilen Energien, wie jenem zu Kriegsbeginn, [enorme wirtschaftliche Verluste](https://kontext-institut.at/inhalte/preisschocks-fossile-energie/) für jene Bereiche, die direkt von ihnen abhängen. Sie heizen aber auch die allgemeine Teuerung an: Rund ein Drittel der historisch hohen Teuerungsrate von elf Prozent Ende 2022 war auf die enormen Anstiege bei Haushaltsenergie und Treibstoffen zurückzuführen.

Russisches Gas fließt zwar seit Jahreswechsel durch das Auslaufen des Transitvertrags zwischen Ukraine und Russland keines mehr über Pipelines nach Österreich. Die Abhängigkeit droht sich aber lediglich hin zu anderen Ländern zu verschieben: Ein verstärkter Bezug von Flüssiggas (LNG, Liquefied Natural Gas), das in großen Mengen per Schiff transportiert werden kann, schafft neue Abhängigkeiten – etwa von großen [LNG-Exportländern wie etwa den USA](https://www.eia.gov/todayinenergy/detail.php?id=61483&utm_source=chatgpt.com).

Nicht zuletzt gehen mit Importabhängigkeiten von fossilen Energien auch erhebliche Wettbewerbsnacheile und dadurch Kaufkraftabflüsse einher. In den USA liegt der Gaspreis beispielsweise auch abseits des Kriegs deutlich unter dem europäischen. Das verdeutlichen auch die milliardenschweren Ausgaben für fossile Energien Österreichs: Zwar lies der Kriegsbeginn das Handelsbilanzdefizit – also den Überschuss an Importen im Vergleich zu Exporteinnahmen – im Jahr 2022 auf über 19 Milliarden Euro ansteigen. Aber auch im Schnitt 2015 bis 2019 belief es sich auf acht Milliarden Euro pro Jahr.

**Abhängigkeiten reduzieren durch erneuerbare Energien**

Um langfristig stabile und niedrige Energiepreise sicherzustellen, ist es zentral, die Abhängigkeit von fossiler Energie abzubauen, anstatt sie lediglich zu verschieben. Dazu braucht es einerseits den raschen Ausbau von erneuerbaren Energien, Netzen und Speichertechnologien und andererseits die Elektrifizierung industrieller Prozesse. Anstatt Milliarden in den Import von fossilen Energien zu investieren – und damit sogar militärische Konflikte mitzufinanzieren – kann Österreich so seine wirtschaftliche Resilienz stärken und Haushalte und Unternehmen vor zukünftigen fossilen Preisschocks schützen.

## Grafiken zum Download

[2025\_02\_Energieimporte-aus-Russland\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/2025_02_Energieimporte-aus-Russland_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515693&s=864971b0ac301badbae298bc2c234b34) [2025\_02\_Fossile-Energieimporte\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/2025_02_Fossile-Energieimporte_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515609&s=7c0ed310407ea595741166c68b27ad4e)

---

 # Clean Industrial Deal: Der Weg stimmt, Ziel nur gemeinsam zu erreichen

Analyse EU Wirtschaft Industrie Erneuerbare Energie 

Mittwoch, 26.02.2025

Mit dem Clean Industrial Deal hat die EU-Kommission das Herzstück der EU-Klima- und Wirtschaftspolitik für die kommenden Jahre vorgelegt. KONTEXT hat das Gesetzespaket analysiert.

Hohe Energiepreise und zunehmender internationaler Wettbewerb bringen die EU in Bedrängnis. Der Clean Industrial Deal soll dem entgegenwirken.

KONTEXT hat das neue Gesetzespaket genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Die EU-Kommission erkennt die richtigen Handlungsfelder, bietet aber nur vereinzelt neue Antworten, wie die Schaffung von Leitmärkten und eines Marktes für Sekundärrohstoffe und Energieverträge. Zu Recht nimmt sie in ihren Maßnahmen aber die EU-Mitgliedsländer stärker in die Pflicht, die in der Umsetzung der EU-Klimapolitik häufig säumig sind. Das betrifft auch Österreich.

Der Fokus der Analyse liegt auf den folgenden drei Bereichen: Leistbare Energie, Zukunftstechnologien und Kreislaufwirtschaft.

**Leistbare Energie durch Ausbau erneuerbarer Energien**

Um die Energiepreise zu senken, soll der Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigt werden. Dafür sollen Investitionen in Energieprojekte mit Garantien abgesichert und Netze ausgebaut werden. Bis 2030 sollen jährlich 100 Gigawatt an erneuerbarer Energiekapazität ausgebaut werden.

Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt von den Mitgliedsländern ab, die in der Umsetzung wichtiger EU-Gesetze, wie frühere Strommarktreformen, noch säumig sind. Das betrifft auch Österreich, das den EU-rechtlichen Rückstand mit dem Beschluss des Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) und des Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) aufholen kann.

**Zukunftstechnologien: Mehr Angebot, mehr Nachfrage**

Für die Entwicklung und Skalierung von Zukunftstechnologien, wie Batterien und Wärmepumpen, setzt der Clean Industrial Deal auf zwei Hebel: durch neue Finanzierungsmöglichkeiten soll das Angebot von und durch Leitmärkte die Nachfrage nach Zukunftstechnologien und nachhaltigen Produkten, wie grünem Stahl, gesteigert werden. Bis 2030 sollen 40 Prozent der Zukunftstechnologien in der EU produziert werden.

Gerade Österreich ist hat bei vielen Technologien schon großes Know-How. Neben grünem Stahl oder erneuerbare Wärme liegt vor allem bei Rohstoffaufbereitung oder Recycling, also der Kreislaufwirtschaft, enormes Potenzial für die heimische Wirtschaft.

**Kreislaufwirtschaft**

Bis 2030 will die Kommission die Kreislaufwirtschaftsquote auf 24 Prozent verdoppeln. Gelingen soll das mit einem eigenen Markt für Abfälle und Sekundärrohstoffe und einer Exportbeschränkung für Rohstoffabfälle. Weitere Details sollen mit einem eigenen Gesetz, dem *Circular Economy Act*, 2026 geklärt werden.

**Lücken im Clean Industrial Deal**

In den Maßnahmen bietet der Deal nur vereinzelt neue Antworten. Wichtige Schlüsselziele, die etwa den Verbrauch von Energie oder Ressourcen reduzieren oder einen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen festzulegen, werden gänzlich vermieden. Auch bei Zukunftstechnologien fehlt der notwendige Fokus auf jene Technologien, die bereits skalierbar und in der Breite einsetzbar sind.

[EINORDNUNG ## Clean Industrial Deal: Eine Einordnung. Richtige Handlungsfelder, wenig neue Antworten: Wir haben den Clean Industrial Deal genauer unter die Lupe genommen mit Fokus auf: leistbare Energie, Zukunftstechnologien und Kreislaufwirtschaft. Download Ergebnisse](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/2025_02_Clean-Industrial-Deal_KONTEXT.pdf?dm=1740578032) 

##  Weiterführende Links 

- [Pressemeldung](https://kontext-institut.at/presse/krieg-ukraine-russland-gasabhaengigkeit/)

---

 # Klimapolitik der neuen Regierung: Analyse des Regierungsprogramms

Analyse Klimapolitik Klimaziele 

Donnerstag, 27.02.2025

ÖVP, SPÖ und Neos haben ihr gemeinsames Regierungsprogramm präsentiert. KONTEXT hat die geplanten klima- und energiepolitischen Maßnahmen analysiert.

Die kommende Bundesregierung aus ÖVP, SPÖ und Neos hat ihr Regierungsprogramm vorgelegt. Die Herausforderungen sind groß: strukturelle Wirtschaftskrise, Budgetdefizit, Klimaziele 2030. Die Ökologisierung der Wirtschaft ist ein Schlüssel für all diese Herausforderungen.

In dieser Hinsicht ist es positiv, dass sich die kommende Regierung zu den EU-Klimazielen bekennt und die notwendige Emissionsreduktion mit einem Klimagesetz rechtlich verbindlich festlegen will. Klimaneutralität 2040 als explizites Ziel wird jedoch nur im Zusammenhang mit der Erstellung eines Klimafahrplans erwähnt. Hier bleibt unklar, ob die neue Regierung weiterhin ambitioniert bleibt.

Beim Ausbau der erneuerbaren Energien unterfüttert sie das Bekenntnis zum Ausbau mit konkreten wichtigen Maßnahmen und Gesetzen. Beim Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen im Bestand, der Reform klimaschädlicher Subventionen, der Förderung von Zukunftstechnologien und der Industrietransformation bleibt das Programm hingegen vage. Einige notwendige Präzisierungen fehlen ganz: so wird der Ausstieg aus Ölheizungen nicht explizit erwähnt, viele Zeitpläne bleiben offen und der Fokus auf marktreife Technologien für die Transformation fehlt.

Die mangelnde Technologieklarheit kann kontraproduktiv wirken. Hier besteht die Gefahr, dass unterentwickelte und ineffiziente Technologien anstellen von bereits marktreifen und effizienteren Alternativen gefördert werden, zum Beispiel der Einsatz von E-Fuels im Individualverkehr oder Wasserstoff beim Heizen von Gebäuden.

Die Punkte im Detail:

**Verankerung von Klimazielen im Klimagesetz**  
Die kommende Regierung bekennt sich zu den EU-Klimazielen und will die notwendige Emissionsreduktion mit einem Klimagesetz rechtlich verbindlich festlegen. Klimaneutralität 2040 als explizites Ziel wird jedoch nur im Zusammenhang mit der Erstellung eines Klimafahrplans erwähnt. Hier bleibt unklar, ob die neue Regierung weiterhin ambitioniert bleibt. Neben der jährlichen Obergrenze für Emissionen müssen jedenfalls zusätzlich sektorspezifische Ziele festgelegt werden.

**Ausbau von erneuerbaren Energien, Speichern und Netzen**  
Die neue Regierung setzt beim Ausbau der Erneuerbare Energien wichtige gesetzliche Prioritäten: Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) und das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) sollen noch vor dem Sommer 2025 beschlossen werden. Damit können Netze und Erneuerbare Energien schneller ausgebaut und flexibler genutzt werden. Das Nadelöhr für den Ausbau der erneuerbaren Energien bleiben jedoch die Bundesländer, die genügend Flächen dafür ausweisen müssen. Zusätzlich ist es notwendig personelle Ressourcen für Genehmigungsverfahren zu erhöhen.

**Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen im Bestand**   
In Österreich gibt es noch 1,4 Millionen Öl- und Gasheizungen. Im Regierungsprogramm wird das Ziel festgelegt die Emissionen im Gebäudebereich auf Null zu reduzieren und die Wärmewende gesetzlich zu regeln. Dazu wäre ein Erneuerbaren-Wärme-Gesetz notwendig, das ein fixes Enddatum für alle fossilen Heizsysteme im Bestand festlegt. Im Regierungsprogramm werden Ölheizungen jedoch nicht explizit erwähnt und auch ein klares Ausstiegsdatum fehlt. Allerdings soll eine Möglichkeit zur Gasnetzstilllegung geschaffen werden. Das ist zentral, um Netze rückzubauen und so die Kosten für die Verbraucher:innen zu stabilisieren.

**Ökologisierung klimaschädlicher Subventionen**   
Die Ökologisierung der klimaschädlichen Subventionen entlastet den Staatshaushalt und reduziert den Treibhausgasausstoß – ist also ein Win-Win für Klima und Budget. Unklar bleibt im Programm, wann die entsprechenden Reformen kommen und wie sie aussehen sollen. Je früher diese Maßnahmen erfolgen, desto mehr Steuergeld kann eingespart und Emissionen vermieden werden. Allein mit der Reform von Pendlerförderung, Dienstwagenprivileg und Dieselprotektionismus könnte der Staatshaushalt jährlich um über einer Milliarde Euro entlastet werden.

**Nachhaltige Mobilität**   
Im Mobilitätskapitel spricht die neue Regierung von Technologieoffenheit und bringt damit ineffiziente Technologien zurück in eine geklärte Debatte. Im Mobilitätsbereich ist wissenschaftlich klar: E-Autos sind deutlich effizienter als mit Wasserstoff oder E-Fuels betriebene Fahrzeuge. Hier braucht es vor allem Technologieklarheit, um wertvolle Energiequellen wie Wasserstoff, gezielt dort einzusetzen, wo sie wirklich gebraucht werden: in der Industrie. Das Ziel den Import von fossilen Treibstoffen zu reduzieren, ist gut, der Fokus sollte jedoch klar auf die Elektrifizierung und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs gesetzt werden. Der öffentliche Verkehr soll, laut Regierungsprogramm, zwar ausgebaut und stufenweise dekarbonisiert werden, konkrete Ziele und Pläne werden jedoch nicht genannt. Die Beibehaltung eines leistbaren Klimatickets ist positiv.

**Förderung von Zukunftstechnologien**   
Die Regierung spricht von Schlüsseltechnologien für Wertschöpfung und Arbeitsplätze, bleibt jedoch unkonkret. Wichtige Zukunftstechnologien wie Speichertechnologien, erneuerbare Energien und Wärmepumpen, oder auch Technologien zur Elektrifizierung der Industrie werden nicht explizit erwähnt. Hier braucht es eine klare Fokussierung und Priorisierung für den gezielten Auf- und Ausbau effizienter, bereits marktreifer Lösungen.

**Elektrifizierung der Industrie**   
Die Elektrifizierung der Industrie ist einer der größten Hebel für die Reduktion österreichischer Emissionen. Trotz hoher Priorität des Industriesektors im Regierungsprogramm wird ihre Elektrifizierung nicht konkret thematisiert. Ein starker Fokus wird jedoch auf CO2-Speichertechnologien gelegt, gerade für Sektoren, die – beispielsweise durch Prozessemissionen – schwer vollständig dekarbonisieren können. Ein klares Bekenntnis, dass CO2-Speicherung immer nur als letzter Hebel, nicht jedoch anstelle von tatsächlicher CO2-Reduktion verwendet werden muss, fehlt allerdings.

**Stärkung der Kreislaufwirtschaft**  
Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft schafft strategische Unabhängigkeit von kritischen Rohstoffen. Das Regierungsprogramm betont diese Aspekte richtig und stellt wichtige Maßnahmen in Aussicht. Gesetze und Vorschriften, die zirkuläre Geschäftspraktiken behindern, sollen reformiert werden, zum Beispiel im Abfallrecht. Das ist zentral, um Abfälle als Sekundärrohstoffe weiterverarbeiten zu können und sie nicht mehr zu benachteiligen. Da Europa und auch Österreich bei vielen Metallen und kritischen Rohstoffen keine eigenen Vorkommen hat, ist dies ein wichtiger Schritt, nicht nur für mehr nachhaltige Produktion, sondern auch für die Verringerung von Abhängigkeiten. Wichtig ist hier vor allem, dass bereits verwendete kritische Rohstoffe nicht als Abfall exportiert, sondern weiterverwendet werden.

[EINORDNUNG ## Klimapolitik der neuen Regierung: Eine Einordnung Wir haben uns das Regierungsprogramm 2025 genau angesehen und schaffen einen Überblick über die wichtigsten acht klimapolitischen Punkte. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202502_Klimapolitik_neue_Regierung_Einordnung_KONTEXT-1.pdf?dm=1740670157)

---

 # Wie Österreichs Unternehmen zum Klimaschutz stehen

Analyse Wirtschaft Klimapolitik Unternehmen Klimadiskurs 

Mittwoch, 05.03.2025

Unternehmen spielen bei der Ökologisierung von Wirtschaft und Gesellschaft eine tragende Rolle. Eine neue Studie in Kooperation zwischen KMU Forschung Austria und dem KONTEXT Institut für Klimafragen zeigt die Haltung der österreichischen Unternehmen zu Klimapolitik.

[ANALYSE ## Die Akzeptanz klimapolitischer Maßnahmen bei österreichischen Unternehmen Kooperation zwischen KMU Forschung Austria und KONTEXT Institut für Klimafragen Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202502_Akzeptanz-von-Klimapolitik-bei-Unternehmen_KMU_KONTEXT.pdf?dm=1741089294) 

- Österreichische Unternehmen erkennen die Notwendigkeit von Klimaschutz und sind bereit, daran mitzuwirken.
- Staatliche Eingriffe und Förderungen im Sinne der Ökologisierung stoßen auf große Akzeptanz.
- Die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die Klimapolitik sind hingegen gering.

Unternehmen sind von wesentlicher Bedeutung für die Ökologisierung: Als *Verbraucher:innen* beeinflussen sie die Nutzung von Ressourcen und Energie. Als *Anbieter:innen* können sie klimafreundliche Infrastrukturen, Produkte und Dienstleistungen entwickeln. Als *zivilgesellschaftliche und politische Akteur:innen* üben sie – durch direkte Kontakte und Interessensvertretungen – Einfluss auf die Ausgestaltung der notwendigen klimapolitischen Rahmenbedingungen.

Wie Österreichs Unternehmen zum Klimaschutz und Klimapolitik stehen, beleuchtet deshalb **eine neue Studie in Kooperation zwischen KMU Forschung Austria und dem KONTEXT Institut für Klimafragen**, für die **2.263 Unternehmen** befragt wurden. Der Großteil (97 %) der beantworteten Fragebögen stammt von Vertreter:innen aus Klein- und Mittelunternehmen. Es ist die bislang umfassendste Erhebung zu diesen Themen.

**Die Studienergebnisse**

Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass sich die Mehrheit der befragten österreichischen Unternehmen der Notwendigkeit des Klimaschutzes bewusst ist und entsprechende klimapolitische Maßnahmen befürwortet. Auch für ordnungsrechtliche Maßnahmen gibt es eine hohe Akzeptanz. Glaubwürdigkeit der und Vertrauen in die Politik sind jedoch sehr gering.

*Klimaschutz ist Unternehmen wichtig*

Die überwiegende Mehrheit der befragten Unternehmen misst dem Schutz von **Umwelt und Klima eine hohe Bedeutung** bei – als hohe interne Priorität (80 %), zentrale Unternehmenswerte (76 %) und Pfeiler für langfristigen Unternehmenserfolg (68 %). Rund neun von zehn Unternehmen stehen zu ihrer Verantwortung, Umwelt und Klima zu schützen (88 %) und wollen einen positiven Beitrag dazu leisten (87 %).

*Unternehmen mehrheitlich für Eingriffe in Wirtschaft*

Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen stehen hinter einer **ambitionierten Klimapolitik**, auch wenn damit Einschränkungen für sie verbunden sind (55 %). Mehr als zwei Drittel (70 %) sehen die Politik sogar in der Verantwortung alles zu tun, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Knapp drei von fünf Unternehmen (58 %) halten es für wichtig, dass Politik und öffentliche Verwaltung in die Wirtschaft eingreifen, um den Klimaschutz voranzutreiben.

*Förderungen im Sinne der Ökologisierung erwünscht*

**Förderungen und andere finanzielle Unterstützungsleistungen** stoßen erwartungsgemäß auf hohe Akzeptanz. Die meisten Unternehmen (70 %) geben an, dass finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand für sie unerlässlich ist, um ambitionierten Klimaschutz zu betreiben.

*Vertrauen in Politik bei Klimaschutz gering*

**Politik und Verwaltung** werden von den meisten befragten Unternehmen in Klimaschutzbelangen als **unglaubwürdig wahrgenommen**. Etwa zwei Drittel nehmen keinen starken politischen Willen für ambitionierten Klimaschutz wahr (63 %), bemängeln die Unterstützung für Klimaschutzmaßnahmen von Politik und Verwaltung (67 %), sowie die tatsächliche Umsetzung notwendiger Maßnahmen (69 %).

Dementsprechend ist auch das **Vertrauen in Politik und Verwaltung gering**. Drei Viertel der befragten Unternehmen (75 %) stufen die Kompetenz der Politik und öffentlichen Verwaltung im Klimaschutz als unzureichend ein. Etwa gleich viele befinden, dass *nicht* im besten Interesse der Öffentlichkeit gehandelt wird. Weniger als die Hälfte (44 %) vertraut darauf, dass im Klimaschutz generell fair, offen und ehrlich agiert wird.

**Wie Politik und Unternehmen klimapolitisch zusammenfinden**

Die Ergebnisse sprechen für eine hohe Akzeptanz der Unternehmen für ordnungsrechtliche Maßnahmen und einen Bedarf an öffentlichen Förderungen für die Transformation. Als Hauptgründe für die fehlende Glaubwürdigkeit der Politik werden von den befragten Unternehmen vor allem partei- und interessenspolitische Einflüsse angeführt, die notwendige Maßnahmen verhindern. Auch eine unzureichende Umsetzung von Maßnahmen in Bereichen, die als besonders wichtig empfunden werden, werden kritisiert. Dem fehlenden Vertrauen liegt häufig die Überzeugung zugrunde, dass klimapolitische Maßnahmen unbürokratischer und fairer umgesetzt werden könnten. Insbesondere kleinere Unternehmen fühlen sich zum Teil benachteiligt.

Fazit: Verbesserungen in der Ausgestaltung von klimapolitischen Instrumenten sind entscheidend dafür, Vertrauen und Glaubwürdigkeit auszubauen:

- Politik sollte stabile und verbindliche Rahmenbedingungen schaffen, nachvollziehbare Maßnahmen für zentrale Hebel der Ökologisierung umsetzen sowie Transparenz und genügend Informationen für die betroffenen Unternehmen bereitstellen.
- Bei Förderungen sollte sichergestellt werden, dass insbesondere kleine Betriebe einen niederschwelligen Zugang zu diesen bekommen und ein höheres Maß an Kontinuität gewährleistet wird.
- Ein überparteilicher Konsens und eine klarere Positionierung durch Interessenvertretungen würden zusätzlich helfen, die Notwendigkeit von klimapolitisch wirksamen Maßnahmen partei- und interessenspolitisch außer Streit zu stellen.

**Hintergrund**

Die dieser Studie zugrundeliegende Unternehmensbefragung wurde im Zeitraum Mai-Juni 2024 von der KMU Forschung Austria im Rahmen des Forschungsprojekts “TranS4MER” (14th ACRP Call) und mit finanzieller Unterstützung des Klima- und Energiefonds durchgeführt. 97 Prozent der beantworteten Fragebögen stammen von Vertreter:innen aus Klein- und Mittelunternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitenden.

##  Weiterführende Links 

- [Presseaussendung inkl. Grafikdownload](https://kontext-institut.at/presse/klimaschutz-unternehmen)

---

 # Studie: Grüne Transformation statt Stillstand

Analyse Erneuerbare Energie Klimadiskurs Klimapolitik 

Mittwoch, 29.01.2025

Klimaschutz ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Das verdeutlicht eine neue Studie von der Boston Consulting Group (BCG) und KONTEXT.

Untätigkeit beim Klimaschutz kostet: Das Verfehlen des 1,5-Grad-Ziels hat auch schwerwiegende wirtschaftliche Konsequenzen. Ohne entschlossenen Klimaschutz drohen globale BIP-Verluste von bis zu **22 Prozent bis zum Jahr 2100**. Bereits heute sind die Risiken spürbar: Extremwetterereignisse verursachen zunehmend wirtschaftliche Einbußen. Unternehmen könnten durch diese Ereignisse EBITDA-Verluste (vor Steuern) von bis zu **25 Prozent innerhalb der nächsten 20 Jahre** verzeichnen.

Unternehmen, die ihre Dekarbonisierung aktiv vorantreiben, können ihre Gewinne sichern, indem sie steigende CO₂-Preise vermeiden. Andernfalls drohen **bis 2030 Verluste von bis zu 50 Prozent**. Diese Zahlen verdeutlichen, dass eine nachhaltige Transformation für Unternehmen essenziell ist, um zukunftsfähig zu bleiben.

## **Ökologisierung als Chance**

Die Transformation hin zu einer ökologischen Wirtschaft bietet außerdem immense Chancen. Der weltweite Markt für Zukunftstechnologien und Produkte wird laut BCG bis **2030 auf über 14.000 Milliarden USD** anwachsen. Die größten Segmente umfassen alternative Energien, nachhaltigen Verkehr und nachhaltige Konsumgüter. Unternehmen, die frühzeitig auf diese Märkte setzen, können ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern.

Der globale Wettbewerb um Zukunftstechnologien wie erneuerbare Energien und Energiespeicherung hat bereits begonnen. Auch für Europa und Österreich bietet dies eine große Chance: Eine ambitionierte Ökologisierung der Industrie könnte das österreichische BIP bis **2050 um 3,3 Prozent** steigern, verglichen mit einem Szenario des Weiter-wie-bisher.

## **Von Zielen zum Handeln**

**73 der 100 größten österreichischen Unternehmen** haben mittlerweile quantitative Klimaschutzziele definiert haben – ein Plus von 14 Unternehmen im Vergleich zu 2022. Ein Fünftel dieser Unternehmen hat seine Ziele seitdem ambitionierter gestaltet. Allerdings gibt es auch Rückschläge: Zehn Unternehmen haben ihre Ziele zurückgeschraubt.

Trotz der Fortschritte bleibt viel zu tun. Diese 100 Unternehmen sind immer noch für mehr als ein **Drittel der Gesamtemissionen Österreichs** verantwortlich. Ihre Rolle ist entscheidend, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen.

Damit diese Transformationspotenziale genutzt werden können, sind entschlossene Industriepolitik und klare Rahmenbedingungen essenziell. Nur so kann die notwendige Planungssicherheit geschaffen werden, um Investitionen in eine ökologisierte Wirtschaft zu fördern.

## **Die Weichen für eine nachhaltige Zukunft stellen**

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Klimaschutz weit mehr als nur eine ökologische Aufgabe ist. Unternehmen und Regierungen stehen in der Verantwortung, die Transformation aktiv voranzutreiben. Die Kosten der Untätigkeit sind immens – zugleich bieten sich durch Zukunftstechnologien und nachhaltige Strategien enorme wirtschaftliche Chancen.

##  Weiterführende Links 

- [Studie: Grüne Transformation statt Stillstand](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202501_Studienergebnisse_Gruene-Transformation-statt-Stillstand_BCG_KONTEXT.pdf)

---

 # Unser Jahresbericht 2025

Dienstag, 03.02.2026

Ein Jahr voller Debatten, Perspektiven und Weichenstellungen liegt hinter uns. Unser zweiter Jahresbericht gibt Einblick in unsere Arbeit und die nächsten Schritte für 2026.

## KONTEXT ist notwendiger denn je

2025 war geprägt von politischen Umbrüchen, geopolitischen Krisen und einer weiter zunehmenden Polarisierung. Klimapolitik wurde in vielen Bereichen überlagert von Fragen zu Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Gleichzeitig verschärften sich die Zielkonflikte zwischen kurzfristigen politischen Interessen und der Notwendigkeit langfristiger Umbrüche immer weiter.

In diesem Spannungsfeld hat KONTEXT dazu beigetragen, die Klimadebatte konstruktiv zu rahmen: durch faktenbasierte Einordnung, das Sichtbarmachen von Interessenlagen und umsetzbare Lösungsansätze. Unser Anspruch ist es, Klimapolitik nicht als isoliertes Einzelthema, sondern als gesellschaftliche Gestaltungsfrage zu verankern – und die Ökologisierung als verbindendes Element zwischen Wohlstand, Sicherheit und Demokratie sichtbar zu machen.

[KONTEXT JAHRESBERICHT 2025 ## Ein Jahr voller Debatten, Perspektiven und Weichenstellungen liegt hinter uns. Unser zweiter Jahresbericht gibt Einblick in unsere Arbeit und die nächsten Schritte für 2026. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/KONTEXT_Jahresbericht_2025.pdf?dm=1784805025) 

## Was uns 2025 bewegt hat 

Klimapolitik ist Wirtschaftspolitik – und Sicherheitspolitik zugleich. In Österreich und Europa stellte sich die zentrale Frage: **Wollen wir an den Technologien der fossilen Vergangenheit festhalten oder mit sauberen Zukunftstechnologien Wohlstand, Sicherheit und Unabhängigkeit erreichen?** Welche Antworten darauf von Regierung, Unternehmen und Gesellschaft kommen, hat KONTEXT 2025 in Analysen, Einordnungen und Umfragen durchgehend beobachtet.

**Wie gelingt die Energiewende effizient, gerecht und zukunftsfähig?** Hohe Energie- und Netzkosten belasten Haushalte und Unternehmen. Nachhaltige Entlastung entsteht nur, wenn Erzeugung, Netze, Verbrauch und rechtliche Rahmenbedingungen grundlegend auf ein zukunftsfähiges Energiesystem ausgerichtet werden. Wir haben analysiert, welche Schritte Stromnetze, Genehmigungsverfahren und das Elektrizitätswirtschaftsgesetz für eine **Energiefreiheit Österreichs** brauchen – und wie Digitalisierung diesen Umbau unterstützt.

**Wie stärken wir unseren Wirtschaftskreislauf?** Österreichs Industrie steht unter Druck. Die lineare Produktionsweise gefährdet Wettbewerbsfähigkeit und Ressourceneffizienz. Unsere Studien zeigen: **Kreislaufwirtschaft spart Rohstoffe, Energie und Emissionen** und kann gleichzeitig die Modernisierung der Wirtschaft vorantreiben.

**Wie entsteht eine konstruktive Debatte über Klimapolitik?** Wie wir über Klimathemen sprechen, beeinflusst, welche Maßnahmen umgesetzt werden. Unser **Klimadiskurs-Monitoring** hat 2025 Trends im Klimadiskurs erfasst und Strategien entwickelt, um gemeinsame Anknüpfungspunkte – Common Ground – sichtbar zu machen.

Mit **27 Studien, Analysen, Umfragen und Einordnungen** hat KONTEXT 2025 diese Fragen bearbeitet – fundiert, praxisnah und mit klaren Handlungsempfehlungen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Als Anlaufstelle für Medien haben wir mit Einordnungen und Analysen in fast **600 Medienbeiträgen** zur öffentlichen Debatte beigetragen.

## Ausblick 2026 

2026 wird ein Jahr, in dem entscheidende Weichen für die ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Transformation gestellt werden. KONTEXT wird auch weiterhin mit **analytischer Tiefe, klarer Einordnung und konstruktiver Kommunikation** daran arbeiten, Klimafragen dorthin zu bringen, wo sie wirksam verhandelt werden können: **ins Zentrum gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Entscheidungen.**

Wir wollen dazu beitragen, dass die Ökologisierung nicht nur diskutiert, sondern aktiv gestaltet wird – als Chance für Wohlstand, Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dabei verstehen wir **2026 als ein Jahr des Aufbruchs, in dem wir gemeinsam Veränderung vorbereiten – und möglich machen.**

---

 # Unser Jahresbericht 2024

Montag, 03.02.2025

Ein Jahr voller klimapolitischer Analysen, Debatten und Impulse liegt hinter uns. Unser erster Jahresbericht gibt Einblick in unsere Arbeit, zentrale Erkenntnisse und die nächsten Schritte für 2025.

## **KONTEXT wächst – und ist notwendiger denn je**

2024 war ein Jahr der Umbrüche. Die Klimapolitik stand im Spannungsfeld zwischen ambitionierten Zielen und politischer Realität, zwischen notwendigen Maßnahmen und verschleppten Debatten. In dieser Dynamik hat KONTEXT dazu beigetragen, faktenbasierte Einordnung zu liefern, Desinformation entgegenzuwirken und die öffentliche Debatte mit klaren Analysen zu bereichern.

## **Was bisher geschah** 

Wie viele Arbeitsplätze kann die Ökologisierung der Industrie schaffen? Wie lassen sich klimaschädliche Subventionen reformieren? Wie denken FPÖ- und ÖVP-Wähler:innen über Klimapolitik? **Mit 15 Analysen und Umfrage haben wir uns aktuellen klimapolitischen Fragen gestellt und Lösungen aufgezeigt.**

Welche Maßnahmen braucht es? Wie kann die Ökologisierung Lebensqualität in allen Bereichen schaffen? Wo können neue Brücken entstehen zwischen Werten, Lebensrealitäten oder Lösungsansätzen? **Mit über 50 Keynotes und 17 eigenen Veranstaltungen haben wir Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammengedacht und zusammengebracht.**

Welche Erzählungen prägen die Klimadebatte? Welche Auswirkungen haben US-, EU- und Nationalratswahl auf die Klimapolitik? **Als Anlaufstelle für Medien haben wir mit unseren Einordnungen und Analysen zu 645 Medienberichten beigetragen.**

[KONTEXT JAHRESBERICHT 2024 ## Ein Jahr voller klimapolitischer Analysen, Debatten und Impulse liegt hinter uns. Unser erster Jahresbericht gibt Einblick in unsere Arbeit, zentrale Erkenntnisse und die nächsten Schritte für 2025. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/KONTEXT_Jahresbericht_2024.pdf?dm=1741602188) 

## **Ein Blick nach vorn**

2025 wird ein Jahr der Entscheidungen – für die Klimapolitik, für demokratische Prozesse und für eine konstruktive Debatte. Unser Jahresbericht zeigt auch, wo wir ansetzen, welche Chancen und Herausforderungen wir sehen und welche Projekte vor uns liegen. KONTEXT wird weiter mit Klarheit, fundierten Analysen und konstruktiver Kommunikation dazu beitragen, dass Klimafragen in der öffentlichen Debatte nicht untergehen, sondern dort ansetzen, wo Veränderung möglich ist.

**Wir freuen uns darauf, gemeinsam weiter Klarheit in Klimafragen zu bringen!**

## Video Rückblick

---

 # Einordnung: Was der EU-Omnibus für die Berichtspflichten von Unternehmen bedeutet

Einordnung EU Klimapolitik Unternehmen 

Montag, 31.03.2025

Mit dem Omnibus-Paket der Europäischen Union sollen wichtige Regelungen für Unternehmen mit Blick auf Nachhaltigkeit und Lieferketten effizienter gestaltet werden, sagt die Kommission. An vielen Stellen schwächen die Änderungen der Berichtspflichten jedoch die Ziele ab, die sie verfolgt hätten und schaffen Unsicherheit bei Unternehmen. Was das bedeutet: Eine Einordnung.

Gleichzeitig mit dem Clean Industrial Deal hat die EU-Kommission Ende Februar ein sogenannte Omnibus-Paket vorgeschlagen. Während der Clean Industrial Deal die Ziele des Green Deals fortführt, schwächt das Omnibus-Paket wichtige Gesetze daraus ab. Das Paket umfasst im Wesentlichen Änderungen in drei Bereichen:

- Die **Nachhaltigkeitsberichterstattung** (Corporate Sustainability Reporting Directive, CSRD; European Sustainability Reporting Standards, ESRS; Taxonomie) fordert von Unternehmen umfassende Angaben zu Umweltauswirkungen, Sozialem und Unternehmensführung, um Transparenz und Vergleichbarkeit für Investoren und Stakeholder zu erhöhen.
- Das **Lieferkettengesetz** (Corporate Sustainability Due Diligence Directive, CSDDD) verpflichtet Unternehmen zur Einhaltung von Sorgfaltspflichten in Bezug auf Menschenrechte und Umwelt in ihren Lieferketten. Sie zielt darauf ab, negative Auswirkungen zu vermeiden und zu mindern.
- Der **CO2-Grenzausgleichsmechanismus** (Carbon Border Adjustment Mechanism, CBAM) belegt Importe aus emissionsintensiven Branchen außerhalb der EU mit einer Abgabe, die dem EU-CO2-Preis entspricht. Ziel ist, ein level-playing-field für EU-Unternehmen gegenüber der globalen Konkurrenz zu schaffen und auf diese Weise Klimaschutzbemühungen auch außerhalb der EU zu fördern.

## Was das Omnibus-Paket vorsieht

### Nachhaltigkeitsberichterstattung

#### Vertretbar: 

- Ein neuer freiwilliger Berichtsstandard, den die Kommission für nicht berichtspflichtige Unternehmen einführen will, soll festlegen, welche Daten von großen Unternehmen erfragt werden können und verhindert, dass kleinere Unternehmen uneinheitliche Berichtsanforderungen erfüllen müssen.
- Um die Berichterstattung für berichtspflichtige Unternehmen zu vereinfachen, sollen die vorgegebenen Datenpunkte stark reduziert und auf quantitative Datenpunkte fokussiert werden. Das kann den bürokratischen Aufwand reduzieren, aber auch relevante Informationen einschränken.

#### Bedenklich:

- Für einen großen Teil der Unternehmen soll die Berichtspflichten um zwei Jahre nach hinten verschoben werden.
- Kleinerer Geltungsbereich: Der Schwellenwert für berichtspflichtige Unternehmen würde mit dem Vorschlag von 250 auf 1.000 Mitarbeitende steigen, wodurch 80 Prozent der ursprünglich einbezogenen Unternehmen wieder aus dem Geltungsbereich fallen.
- Die sektorspezifischen Standards sollen fallen. Diese hätten Unternehmen helfen sollen, die relevanten Nachhaltigkeitsthemen pro Branche zu identifizieren und Wesentlichkeitsanalysen effektiver gemacht.

### Lieferkettengesetz

#### Bedenklich:

- Die Sorgfaltspflicht soll auf direkte Zulieferer beschränkt werden und nur dann gelten, wenn diese mindestens 500 Mitarbeiter:innen haben. Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung finden jedoch häufig früher in der Wertschöpfungskette und auch in kleineren Organisationen statt, etwa bei der Rohstoffgewinnung.
- Die EU-weit geltende zivilrechtliche Haftung soll entfallen, sodass jeder Mitgliedstaat selbst entscheidet, ob er sie beibehält. Dies würde das wichtigste Durchsetzungsinstrument für Mitgliedsstaaten optional machen und damit auch ein einheitliches Wettbewerbsumfeld in der EU untergraben.
- Die Umsetzung von Transformationsplänen – also die Umsetzung von Maßnahmen zur Erreichung der Ziele – wäre nicht mehr verpflichtend. Sie müssten nur mehr erstellt und dazu berichtet werden.
- Weitere bedenkliche Änderungsvorschläge: Due-Diligence-Prüfung nur mehr alle 5 Jahre, Streichung der Verpflichtung, die Kündigung als letztes Mittel einzusetzen, Stakeholder nur mehr definiert als direkt Betroffene.

### CO2-Grenzausgleichsmechanismus

#### Vertretbar

- Wird der CBAM-Schwellenwert, wie vorgeschlagen, auf 50 Tonnen pro Jahr angehoben, sind 90 Prozent der Importeure ausgenommen, während weiterhin 99 Prozent der Emissionen in den betroffenen Sektoren erfasst werden.

## Fazit

Durch die Vereinheitlichung von Standards würden die Berichtspflichten deutlich vereinfacht und der bürokratische Aufwand für Unternehmen reduziert. Das ist grundsätzlich zu begrüßen. Jedoch würden durch den Fokus auf sehr große Unternehmen (ab 1.000 Mitarbeiter:innen) viele relevante Unternehmen aus der Berichtspflicht fallen. Dadurch wird das Instrument der Nachhaltigkeitsberichterstattung weniger wirkungsvoll.

Besonders problematisch sind die Vorschläge des Omnibus-Pakets aber im Bereich des Lieferkettengesetzes: Indem die Sorgfaltspflicht nur mehr für große direkte Lieferanten gelten und Transformationspläne nicht umgesetzt werden müssen, geht die Essenz verloren. Zudem würde die EU-weite zivilrechtliche Haftung entfallen, sodass jeder Mitgliedstaat selbst entscheidet, ob Verstöße auf diesem Wege einklagbar sind.

Generell bedenklich ist die Stop-and-Go-Politik der EU. Die betroffenen Gesetze wurden erst in den letzten Jahren verabschiedet. Viele Unternehmen haben mittlerweile Vorarbeit geleistet. Sie jetzt wieder abzuändern, würde Unternehmen benachteiligen, die bereits in die Umsetzung investiert haben.

## Nächste Schritte

Nach dem Vorschlag der EU-Kommission müssen die einzelnen Gesetze nun durch das Europäische Parlament und den Rat in den entsprechenden Gesetzgebungsverfahren abgeändert und, je nach Bestimmung, in weiterer Folge von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden. Die Berichtspflichten für jene Unternehmen, für die die CSRD und CSDDD ab diesem Jahr gegolten hätten, sollen mit einem Dringlichkeitsverfahren im Europäischen Parlament verschoben werden.

---

 # Mobilität und Gebäude: Klimapolitische Hebel für die nächste Wiener Stadtregierung

Analyse Klimapolitik Mobilität Gebäude 

Dienstag, 22.04.2025

Um bis zum Jahr 2040 klimaneutral zu werden, muss Wien große Baustellen in den Bereichen Mobilität und Gebäude angehen. Die Wiener Bevölkerung und Unternehmen sind jedenfalls bereit dafür, wie eine neue Analyse vom KONTEXT Institut für Klimafragen zeigt.

Mit einem eigenen und österreichweit einzigartigen Klimagesetz hat Wien in diesem Jahr das Ziel in Gesetz gegossen, 2040 klimaneutral zu werden. Anlässlich der Wiener Landtags- und Gemeinderatswahl am Sonntag, den 27. April, hat KONTEXT analysiert, vor welchen klimapolitischen Herausforderungen Wien steht, welche Hebel es gibt, um diese zu überwinden – und was die Bevölkerung und Unternehmen davon halten.

Zwar lag der Ausstoß von Treibhausgasen in Wien im Jahr 2022 im Vergleich zu 2005 um mehr als zwei Zehntel (23,5 Prozent) niedriger. \[1\] Auch im Jahr 2022 pumpte die Bundeshauptstadt jedoch immer noch rund 5,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente in die Luft, so die [Daten des Umweltbundesamts (UBA)](https://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/rep0929.pdf). Bereits herausgerechnet ist darin jener Teil des Treibhausgas-Ausstoßes, der über das Europäische Emissionshandelssystem gehandelt wird.

Den anderen Bundesländern ist Wien deutlich voraus: Während Wien im Jahr 2022 pro Kopf 2,8 Tonnen an Treibhausgasen ausstieß, lag der Schnitt über alle Bundesländer im selben Jahr mit 5,1 Tonnen pro Kopf fast doppelt so hoch. Auf dem Weg zum Ziel, 2040 klimaneutral zu werden, steht Wien dennoch vor großen Herausforderungen – allen voran in den Bereichen Mobilität und Gebäude.

## Herausforderungen der Mobilitätswende

Etwa die Hälfte der Wiener Emissionen entfallen auf den Bereich Verkehr (50,9 Prozent). In den Wiener Verkehrsemissionen enthalten ist zum Teil auch jener Verkehr, der durch Auto-Pendler:innen aus anderen Bundesländern entsteht.

Zwar wird bereits drei Viertel (75 Prozent) der Wege in Wien [klimafreundlich zurückgelegt](https://presse.wien.gv.at/presse/2025/03/16/modal-split-2024-weitere-zunahme-bei-oeffis-und-radfahren-zu-fuss-gehen-nach-wie-vor-auf-rekordniveau) – also mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Allerdings stagniert dieser Anteil seit Jahren in etwa auf demselben Niveau. Ziel des Wiener Klimafahrplans ist es, ihn bis 2030 auf und bis 2050 deutlich über 85 Prozent zu steigern.

Entscheidend für das Mobilitätsverhalten ist die Infrastruktur. Welche Verkehrsmittel in Zukunft verwendet werden, hängt stark davon ab, wie das Bahn-, Bus-, Fahrrad- oder Straßennetz ausgebaut wird. Der Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel und Radwege wird zwar in Wien etwa durch Projekte wie den Bau des Linienkreuzes U2/U5 oder die Radwegoffensive vorangetrieben. Im Mittelpunkt der Debatte zur Verkehrsinfrastruktur steht jedoch weiterhin der Bau des Lobautunnels. Das Umweltbundesamt, die TU Graz und die TU Wien kommen in einer [strategischen Prüfung](https://www.bmimi.gv.at/themen/verkehrsplanung/strategische_pruefung/pruefungen/wr-aussen-schwechat-suessen.html) zum Schluss, dass der Lobautunnel zwar den überregionalen Verkehr teilweise verbessern würde, aber weiterhin eine hohe Auslastung im bestehenden Straßennetz bedeutet. Insgesamt würden der Straßenverkehr und damit auch die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu den untersuchten Alternativen am stärksten zunehmen, was den klimapolitischen Ambitionen der Stadt entgegenläuft. Langfristige positive wirtschaftliche Effekte seien davon nicht zu erwarten. Die Kosten für den Tunnel und Vollausbau der S1 sind mit 2,4 Milliarden Euro jedoch enorm. Deutlich effektiver, kostengünstiger und klimafreundlicher wären hingegen Ausgaben in Maßnahmen zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs und zur Verkehrslenkung.

## Herausforderungen der Wärmewende

Knapp ein Viertel der Wiener Emissionen (24,8 Prozent) wird im Gebäudesektor verursacht. Der Großteil davon stammt von Gasheizsystemen (fast 90 Prozent). Sowohl Heizungen als auch Wasser werden in Wiener Gebäuden häufig über eine Gastherme erwärmt. Rund 840.000 Gasheizungen sind derzeit noch in Österreich verbaut – mehr als die Hälfte davon in Wien (474.000). Dazu kommt, dass viele Häuser schlecht gedämmt sind. Um solche Wohnungen im Winter warm zu halten, fallen nicht nur hohe Mengen an klimaschädlichem Erdgas, sondern auch hohe Kosten für die Bewohner:innen an. Besonders für Haushalte mit niedrigen Einkommen, die in schlecht gedämmten Wohnungen wohnen, wodurch ihr Energieverbrauch hoch ist – sogenannte energiearme Haushalte, wird das Winter für Winter zum enormen Problem. Fünf Prozent der Wiener Haushalte gaben laut [Statistik Austria](https://www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/einkommen-und-soziale-lage/soziale-krisenfolgen) im letzten Quartal 2024 an, sich es nicht leisten zu können, Haus oder Wohnung angemessen warm zu halten.

Die Herausforderungen für eine effektive Wärmewende ist einerseits der Zeitdruck: Um Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen, müssen Gasheizungen in Wien innerhalb weniger Jahre durch klimafreundliche Heizformen ersetzt werden. Andererseits ist auch die Zuständigkeit beim Heizungstausch eine Hürde: Ein Großteil der Wohnungen mit Gasheizungen in Wien sind Mietwohnungen. Für einen Heizungstausch zuständig sind jedoch nicht die Mieter:innen, die unmittelbar von den Nachteilen einer Gasheizung betroffen sind und von den Vorteilen eines Umstiegs profitieren würden, sondern die Vermieter:innen, die nur geringe Anreize für derartige Investitionen haben.

## Notwendige Maßnahmen

Aber nicht nur die Herausforderungen, auch die klimapolitischen Hebel der Stadt sind groß – und vielfältig. Im Mobilitätsbereich ist es notwendig, nachhaltige Alternativen zu stärken. Das gelingt durch den Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln und Radwegen, aber auch durch Verbreitung und Attraktivierung von Gehwegen. Gleichzeitig sollten Sharing-Angebote im Mobilitätsbereich ausgeweitet und auf E-Mobilität umgestellt werden. Um die Verkehrsberuhigung voranzutreiben, sollten Tempo-30 Zonen ausgeweitet, sogenannte Supergrätzel überall in Wien umgesetzt und Fahrradstraßen, Fußgänger- und Begegnungszonen ausgeweitet werden. Auch bei Parkraumbewirtschaftung und Stellplatzregulierung gibt es Hebel hin zu nachhaltiger Mobilitätsplanung: Berechtigungszonen für das Parkpickerl könnten verkleinert werden und für besonders große Autos (SUVs) erhöhte Parkgebühren eingehoben werden. Für Autos mit besonders hohen Emissionswerten könnten Einfahrtsverbote verhängt werden. Über Anpassungen im Garagengesetz kann die Zahl der vorgeschriebenen neu zu errichtenden Stellplätze reduzieren werden, im Einklang mit dem Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel für die entsprechenden Standorte.

Im Gebäudebereich braucht es Planungs- und Investitionssicherheit. Dafür notwendig ist einerseits ein rechtlicher Rahmen samt Fristen für den Ausstieg aus fossilen Heizsystemen und Sanierungen. Insbesondere die Stilllegung von Gasnetzen, sollte langfristig und transparent geplant werden, damit sich die Menschen darauf einstellen können. Speziell in Mehrparteienhäusern gilt es, die Zentralisierung von Heizsystemen und Sanierungsmaßnahmen zu erleichtern. Damit eine schnelle Ökologisierung im Gebäudebereich möglich wird, braucht es auch mehr und gut ausgebildete Fachkräfte in den Bereichen Sanierung und Heizungsinstallation, die diese umsetzen.

Eine effektive, schnelle Mobilitäts- und Wärmewende ist jedoch nicht nur zum Erreichen der Wiener Klimaziele unerlässlich. Für die Bevölkerung bedeuten sie erheblichen Mehrwert. Durch die Sanierung von Gebäuden und den Umstieg auf nachhaltige Heizformen können die Heizkosten erheblich gesenkt werden. Nachhaltige Mobilität verbessert nicht nur die Luftqualität und damit die Gesundheit der Bevölkerung, sondern senkt auch den Lärmpegel in der Stadt deutlich.

## Wiener Bevölkerung und Wirtschaft für ambitionierten Klimaschutz

Die Wiener Bevölkerung erkennt diesen Mehrwert: Sie unterstützt nicht nur ambitionierte Klimapolitik, sondern auch entsprechende Maßnahmen zum Klimaschutz im Mobilitäts- und Gebäudebereich. Das zeigen die Ergebnisse mehrerer repräsentativer Umfragen, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut marketagent, die von KONTEXT nach Bundeslanddaten ausgewertet wurden.

Knapp drei Viertel (73 %) der Wiener Bevölkerung ist Klimaschutz ein wichtiges Anliegen. Dass die Klimakrise in der Stadt bereits deutlich spürbar ist, haben die langen und starken Hitzeperioden, aber auch Starkregenereignisse und Überflutungen der letzten Jahre gezeigt. Mehr als vier von fünf (82 %) wünschen sich von der Politik eine Anpassung an Extremwetterereignisse. Ebenso mehrheitliche Zustimmung finden Klimaschutzmaßnahmen: 86 Prozent der Befragten befürworten die Förderung von Gebäudesanierung und von nachhaltigen Heizformen. Mehr als die Hälfte (57 %) spricht sich für den Ausbau klimafreundlicher Mobilität statt eines Festhaltens an Verbrennermotoren aus. Gut drei Viertel (76 %) halten die Förderung von Zukunftstechnologien und klimafreundlichen Sektoren für wichtig, um sichere Arbeitsplätze zu schaffen.

Auch Wiener Unternehmen erkennen die Notwendigkeit von Klimaschutz und sind bereit, daran mitzuwirken. Das geht aus einer gemeinsamen Studie von KONTEXT und der KMU Forschung Austria hervor, in der KMUs zu Klimaschutz und Klimapolitik befragt wurden. Mehr als drei Viertel (77 %) der befragten Unternehmen sehen Verantwortung bei sich, Umwelt und Klima zu schützen. Beinahe zwei Drittel (64 %) unterstützen ambitionierte Klimapolitik, auch wenn damit Einschränkungen für ihr Unternehmen verbunden sind. Vermisst werden hingegen konkrete Schritte von Seiten der Politik: Zwei Drittel (66 %) meinen, es werden zwar Ziele formuliert aber nicht genug konkrete Maßnahmen ergriffen, um diese umzusetzen. Der Großteil (86 %) der befragten Unternehmen fordert von der Politik, sich umfassend für Klimaschutz einzusetzen.

## Fazit 

Ob und wie Wien den Forderungen und Bedürfnissen seiner Bevölkerung und Unternehmen nachkommt, hängt auch von der bevorstehenden Wahl ab: Die Zeit bis 2040, bis zum Erreichen der Klimaneutralität, ist knapp. Das Regierungsprogramm, das auf die Wahl folgt, ist entscheidend dafür, ob bis dahin eine ambitionierte Mobilitäts- und Wärmewende gelingen kann. Zwar ist Wien dabei nicht zuletzt auch auf die Bundesregierung angewiesen, um entsprechende Gesetze zu beschließen. Eine Vielfalt an klimapolitischen Hebel ermöglicht es aber der Stadt, selbst, nicht nur bei den Zielen, sondern auch bei den Maßnahmen ambitioniert voranzugehen.

***\[1\]** Die Stadt Wien verwendet für ihre Kommunikation zu Emissionszahlen und für den Klimafahrplan die sogenannten “Second Estimate”-Daten des Umweltbundesamts, für die ein spezieller Schlüssel angewendet wird, damit die die Bundesländer-Zuteilung von österreichweiten Verkehrsemissionen präziser erfolgt. Aufgrund der unvollständigen Verfügbarkeit dieser Daten – auch mit Blick auf Bundesländer- und Sektorenvergleiche – verwendet diese Analyse die Emissionsdaten des Umweltbundesamts nach den Vorgaben des Klimaschutzgesetzes (KSG).*

---

 # Klimadiskurs-Monitoring 2025: Wie Österreich über Klima spricht

Analyse Klimadiskurs 

Dienstag, 29.04.2025

Das „Klimadiskurs-Monitoring 2025“ des KONTEXT Instituts für Klimafragen fasst die Klimadebatte in Österreich in Zahlen und erläutert Strategien für konstruktiven Diskurs.

Das Superwahljahr 2024 hat auch in der Klimadebatte Spuren hinterlassen. Klimathemen haben in den Wahlkämpfen meist nur eine untergeordnete Rolle gespielt, wurden aber kontroverser diskutiert. Das spiegelt sich auch in der heimischen öffentlichen Debatte wider: Klimapolitische Inhalte waren im medialen Diskurs in Österreich im Jahr 2024 weniger präsent als im Jahr davor. Zwar wird die Klimadebatte überwiegend konstruktiv geführt. Immer häufiger werden jedoch notwendige Maßnahmen und konkrete Entscheidungen durch verschiedene Strategien verschleppt \[1\]. Dazu werden Ängste geschürt, Verantwortung abgeschoben, Desinformation verbreitet und Zweifel gesät. Das zeigt unsere neue umfassende KONTEXTANLAYSE: das „Klimadiskurs-Monitoring 2025“.

## Die zentralen Ergebnisse auf einen Blick:

- Klimathemen waren 2024 in österreichischen Medien weniger präsent als 2023
- Konstruktive Aussagen überwiegen, aber verschleppende Aussagen nahmen zu
- SPÖ und Grüne eher konstruktiv, ÖVP und FPÖ eher verschleppend
- Politik bestimmend, Wissenschaft konstruktiv, Aktivist:innen weniger präsent
- Konstruktiver Diskurs: Lösungen und Mehrwert zeigen, Verantwortung übernehmen

Wie bereits im Vorjahr hat KONTEXT für die Studie einen repräsentativen medialen Datensatz des Meinungsforschungsinstituts FORESIGHT ausgewertet. Nachdem der Schwerpunkt der [ersten Ausgabe der Studie](https://kontext-institut.at/inhalte/kontextanalyse-klimadebatte/) auf Verschleppungstaktiken lag, steht heuer der konstruktive Diskurs im Fokus. Begleitend zur quantitativen Studie hat KONTEXT dazu [Strategien für einen konstruktiven Diskurs](https://www.kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-konstruktiv-gestalten/) erarbeitet, die zeigen, wie klimapolitische Maßnahmen und Entscheidungen beschleunigt werden können.

[STUDIE ## Klimadiskurs-Monitoring 2025: Die österreichische Klimadebatte im Superwahljahr Mit unserer umfangreichen Studie auf Basis einer Datenerhebung von FORESIGHT fassen wir die mediale Klimadebatte in Österreich in Zahlen – erläutert Strategien für konstruktiven Diskurs. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202504_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring_2025.pdf?dm=1747911164) 

## Klimadebatte wird kontroverser

Klimaschutz und Klimapolitik waren 2024 im medialen Diskurs deutlich weniger präsent als noch im Vorjahr. Die Zahl der klimapolitischen Aussagen in den analysierten Medien ging um 13 Prozent zurück. Gleichzeitig hat sich die Tonalität verändert: Zwar überwiegen weiterhin konstruktive Aussagen. Doch der Anteil der Aussagen, die klimapolitische Maßnahmen und Entscheidungen verschleppen, ist von 16 Prozent auf 28 Prozent deutlich gestiegen.

Bestimmt wurde der Diskurs im Jahr 2024, wie schon 2023, von Politiker:innen. Sie wandten häufiger Verschleppungstaktiken an als andere Akteursgruppen. Während SPÖ und Grüne vorwiegend konstruktiv über Klimapolitik sprachen, zeigte sich bei ÖVP und FPÖ ein anderes Bild: Sechs von zehn der klimapolitischen Aussagen der ÖVP und sogar neun von zehn der FPÖ tragen zum Verschleppungsdiskurs bei. Wissenschafter:innen hingegen argumentierten überwiegend konstruktiv. Aktivist:innen waren 2024 deutlich weniger präsent als im Jahr davor.

## Energie und Mobilität im Fokus der Debatte

Inhaltlich dominierten die Themen Energie und Mobilität den klimapolitischen Diskurs. Je nach Thema zeigen sich erhebliche Unterschiede im Anteil verschleppender und konstruktiver Aussagen. Die Debatte um Gebäude und Wohnen, Folgen der Klimakrise und Anpassungsmaßnahmen wird überwiegend konstruktiv geführt. Besonders oft verschleppt wurde hingegen beim Renaturierungsgesetz. Dieses fand auch am häufigsten Erwähnung, wenn es um konkrete Maßnahmen ging, gefolgt vom Ende der Neuzulassungen für Verbrenner-Autos.

Wird konkret über Technologien gesprochen, stehen Energien und Elektrifizierung im Vordergrund. Besonders polarisierend wird über den Verkehrsbereich debattiert, wo medial effiziente Lösungen gegen fossile Technologien und Scheinlösungen wie E-Fuels abgewogen werden. Der Blick auf unterschiedliche Akteursgruppen zeigt, dass fossile Technologien tendenziell häufiger von Politiker:innen in den Diskurs eingebracht werden.

## Von Verschleppung zu Beschleunigung im Klimadiskurs 

Wie über Klimapolitik öffentlich gesprochen wird, ist zentral dafür, welche klimapolitischen Maßnahmen und Entscheidungen umgesetzt werden. Begleitend zu den qualitativen Ergebnissen der Studie hat KONTEXT Strategien entwickelt, um den Klimadiskurs konstruktiv voranzubringen.

Demnach erweist sich die Kommunikation dann als konstruktiv, wenn sie legitime Bedenken aufnimmt, wirksame Lösungen anbietet und den wirtschaftlichen, sozialen und sicherheitspolitischen Mehrwert von klimapolitischen Maßnahmen hervorhebt. Ein weiterer Faktor für konstruktiven Diskurs ist die Übernahme von Verantwortung – gerade von jenen, die in dem Thema viel Handlungsmacht besitzen, wie Politik und Unternehmen.

Die Strategien für eine konstruktive Klimadebatte im Detail gibt es [hier](https://www.kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-konstruktiv-gestalten/).

## Fazit 

Klimapolitik rückt in der öffentlichen Debatte ein Stück weit in den Hintergrund. Inmitten wirtschaftlicher und geopolitischer Spannungen bekommen Fragen der Sicherheit, Unabhängigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und sozialer Ungleichgewichte zunehmend Relevanz – auch in Österreich. Die Ökologisierung von Wirtschaft und Gesellschaft hängt jedoch mit all diesen Fragen zusammen. Mehr noch: Sie kann einen erheblichen Beitrag zu deren Antworten leisten. Ambitionierte Maßnahmen zur Ökologisierung bremsen nicht nur die Klimakrise, sondern reduzieren teure Abhängigkeiten von fossilen Brennstoffen wie Öl, Kohle und Gas und stärkt so die geopolitische, ökonomische und soziale Sicherheit. Gleichzeitig können Wettbewerbsfähigkeit gesteigert und Arbeitsplätze geschaffen werden. Diesen Mehrwert zu erkennen ist zentral dafür, um klimapolitisch, wirtschaftspolitisch und sicherheitspolitisch voranzukommen. Gleichzeitig gilt es aber auch, Verantwortung zu übernehmen. Im Fall der Bundesregierung würde das etwa bedeuten, dass sie den Zielen und Absichten im Regierungsprogramm rasch konkrete Maßnahmen folgen lässt.

\[1\] Verschleppungstaktiken basieren auf der [Publikation "Discourses of Climate Delay" von Lamb et al. (2020)](https://doi.org/10.1017/sus.2020.13).

## Grafiken zum Download

[202504\_Klimadiskursmonitoring\_Akteursgruppen\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Klimadiskursmonitoring_Akteursgruppen_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1745418311&s=4b319b24a0b6719dd7f35e32029c2f27) [202504\_Klimadiskursmonitoring\_Parteien\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Klimadiskursmonitoring_Parteien_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1745418304&s=60c5dcddc3c3c085af24cca171970489) [202504\_Klimadiskursmonitoring\_Themen\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Klimadiskursmonitoring_Themen_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1745418282&s=0ec30bf1b4db7a1f98cfc0a0ed7eeed7) [202504\_Klimadiskursmonitoring\_Themen-bei-Akteursgruppen\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Klimadiskursmonitoring_Themen-bei-Akteursgruppen_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1745418289&s=eaf3717645a78929ea0a46a941c1c45f) [202504\_Klimadiskursmonitoring\_Technologie\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Klimadiskursmonitoring_Technologie_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1745418297&s=fab32abb0a14753174055ec57a4998c4) [202504\_Klimadiskursmonitoring\_Ebene\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Klimadiskursmonitoring_Ebene_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1745418318&s=d57fca54a1bedcc60c9261ad444b9b29) 

##  Weiterführende Links 

- [Strategien für konstruktiven Diskurs](https://kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-konstruktiv-gestalten)
- [Klimadiskurs-Monitoring 2024 (Vorjahr)](https://kontext-institut.at/inhalte/kontextanalyse-klimadebatte/)

---

 # Wie wir den Klimadiskurs konstruktiv gestalten

Artikel Klimadiskurs Common Ground 

Dienstag, 29.04.2025

Auf welche Weise über Klima gesprochen wird, beeinflusst, welche Entscheidungen getroffen und welche Maßnahmen gesetzt werden. Begleitet zum Klimadiskurs-Monitoring 2025 hat KONTEXT Strategien entwickelt, um die Debatte konstruktiv zu gestalten.

Der Klimadiskurs in Österreich verändert sich: Statt naturwissenschaftlicher Aspekte stehen allen voran klimapolitische Maßnahmen und Entscheidungen im Mittelpunkt. Zwar wird die Debatte dazu überwiegend konstruktiv geführt. Immer häufiger werden jedoch notwendige Maßnahmen und konkrete Entscheidungen verschleppt \[1\]. Dazu werden Ängste geschürt, Verantwortung abgeschoben, Desinformation verbreitet und Zweifel gesät. Um Verschleppungstaktiken zu erkennen, zu adressieren und ihnen konstruktiv zu begegnen, braucht es ein tiefgreifendes Verständnis des klimapolitischen Diskurses.

Unser Klimadiskurs-Monitoring leistet dazu einen Beitrag. Auf Basis einer repräsentativen Datenerhebung durch FORESIGHT analysiert KONTEXT jährlich den medialen Klimadiskurs in Österreich: Wer spricht wie über Klima? Welche Akteur:innen, Themen und Maßnahmen prägen die mediale Debatte? Wie hat sich der Klimadiskurs im Vergleich zum Vorjahr verändert? Der Schwerpunkt der vorangegangenen [ersten Ausgabe der Studie](https://kontext-institut.at/inhalte/kontextanalyse-klimadebatte/) lag auf den unterschiedlichen Taktiken, mit denen Klimaschutz verschleppt wird. Das Klimadiskurs-Monitoring 2025 rückt nun den konstruktiven Diskurs in den Fokus. Die Studienergebnisse gibt es [hier](https://www.kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-monitoring-2025/).

Begleitend zu quantitativen Ergebnissen der Analyse hat KONTEXT Strategien für einen konstruktiven Diskurs entwickelt, die zeigen, wie klimapolitische Maßnahmen und Entscheidungen beschleunigt werden können.

## Mehrwert hervorheben

Wird über Maßnahmen zum Klimaschutz gesprochen, werden sowohl Vorteile als auch Nachteilen damit verknüpft – oft innerhalb desselben Themenfelds wie Wirtschaft, Leistbarkeit oder Versorgungssicherheit. Während manche Akteur:innen gezielt Ängste betonen oder schüren, rücken andere den Mehrwert in den Vordergrund und zeigen auf, wie berechtigte Sorgen durch gezielte politische Maßnahmen abgefedert werden können. Konstruktive Kommunikation gelingt, indem **(1) der Mehrwert von klimapolitischen Maßnahmen hervorgehoben wird** und **(2) legitime Bedenken adressiert und Lösungen angeboten werden**.

**Verantwortung übernehmen**

Verantwortung für klimapolitische Maßnahmen wird häufig auf andere abgeschoben: Verweise auf andere Länder mit höheren Emissionen, andere Bundesländer oder politische Ebenen werden im Klimadiskurs teils genutzt, um den Eindruck zu vermitteln, dass eigenes Handeln kaum Wirkung hat. Gleichzeitig finden sich im österreichischen Diskurs auch klare Signale der Verantwortungsübernahme, zum Beispiel durch die Ankündigung konkreter Maßnahmen, Investitionen oder die Betonung gemeinsamer Ziele. Konstruktive Kommunikation gelingt denen, die **(1) den eigenen Handlungsspielraum benennen und Verantwortung übernehmen** und **(2) Zuständigkeiten anderer benennen und gezielt zum Handeln auffordern**, ohne sich aus der eigenen Verantwortung zu ziehen.

**Wirksame Lösungen vorantreiben**

In der Debatte um Lösungsansätze zeigen sich konstruktive und Verschleppungstaktiken. Begriffe wie „Technologieoffenheit“ oder der ausschließliche Fokus auf Anreize werden häufig genutzt, um den Status quo abzusichern, ohne notwendige strukturelle Veränderungen anzustoßen. Demgegenüber stehen Stimmen, die Maßnahmen und Technologien differenziert nach Wirksamkeit, Effizienz und Kosten einordnen. Konstruktive Kommunikation gelingt dort, wo **(1) Lösungsansätze verglichen und strukturelle Faktoren aufgezeigt werden** und **(2) Klarheit für wirksame Lösungen geschaffen wird**.

\[1\] Verschleppungstaktiken basieren auf der [Publikation "Discourses of Climate Delay" von Lamb et al. (2020)](https://doi.org/10.1017/sus.2020.13)

## Grafiken zum Download

[202504\_Klimadiskurs\_konstruktiv\_Verantwortung\_KONTEXT\_w.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Klimadiskurs_konstruktiv_Verantwortung_KONTEXT_w.png?w=1414&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1745477096&s=9c833c1195cd1e380309c825da40977e) [202504\_Klimadiskurs\_konstruktiv\_Loesungen\_KONTEXT\_w.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Klimadiskurs_konstruktiv_Loesungen_KONTEXT_w.png?w=1414&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1745477095&s=20dcbdf57249446ffc090e6d664aa807) [202504\_Klimadiskurs\_konstruktiv\_Mehrwert\_KONTEXT\_w.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Klimadiskurs_konstruktiv_Mehrwert_KONTEXT_w.png?w=1414&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1745477095&s=d523600110e5cba2e41a9dd1da1bfa9a) 

[STUDIE ## Klimadiskurs-Monitoring 2025: Die österreichische Klimadebatte im Superwahljahr Mit unserer umfangreichen Studie auf Basis einer Datenerhebung von FORESIGHT fassen wir die mediale Klimadebatte in Österreich in Zahlen – erläutert Strategien für konstruktiven Diskurs. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202504_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring_2025.pdf?dm=1747911164) 

##  Weiterführende Links 

- [Klimadiskurs-Monitoring 2025: Wie Österreich über Klima spricht](https://kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-monitoring-2025)
- [Klimadiskurs-Monitoring 2024 (Vorjahr)](https://kontext-institut.at/inhalte/kontextanalyse-klimadebatte/)

---

 # Budget: Maßnahmen klimapolitisch kontraproduktiv

Einordnung Budget Klimapolitik 

Dienstag, 13.05.2025

Der Budgetplan 2025/26 wurde im Nationalrat vorgestellt. KONTEXT ordnet die Maßnahmen klimapolitisch ein.

Im Rahmen der Budgetrede im Nationalrat hat Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) das Doppelbudget 2025/26 vorgestellt. Das KONTEXT Institut für Klimafragen hat die darin enthaltenen Maßnahmen eingeordnet.

Zwar hat sich die Regierung in ihrem Programm zu den EU-Klimazielen bekannt. Aus klimapolitischer Sicht sind jedoch die budgetären Maßnahmen, die die Regierung bisher gesetzt hat und die im neuen Doppelbudget vorgesehen sind, ausschließlich kontraproduktiv. Sie belasten klimafreundliches und begünstigen klimaschädliches Verhalten. Teurer werden PV-Anlagen, Reparaturen, E-Autos, thermisch-energetische Gebäudesanierung, Heizkesseltausch und die Industrietransformation, während Pendeln im PKW und die Nutzung von fossilen Kleintransportern günstiger wird.

### **Drittel der Sparlast im Klimabereich**

Die budgetäre Lage macht Einsparungen unerlässlich. Rund ein Drittel der gesamten Sparlast entfallen jedoch auf den Klimabereich, wenn man den Klimabonus mitberücksichtigt. Das ist nicht nur klimapolitisch fahrlässig. Gerade im Klimabereich könnten sich die Einsparungen als Bumerang für die Budgetkonsolidierung erweisen. Denn mit den Strafzahlungen, die anfallen, wenn Österreich die EU-Klimaziele nicht erreicht, hängt ein milliardenschweres Damoklesschwert über dem Budget.

### **Reform der klimaschädlichen Subventionen fehlt weiterhin**

Dabei gäbe es Möglichkeiten die Budgetsanierung mit der Emissionsreduktion zu verbinden. Allein durch die [Reform der drei größten klimaschädlichen Subventionen im Verkehrsbereich](https://kontext-institut.at/inhalte/reform-klimaschaedliche-subventionen-verkehrssektor/) ließe sich etwa im Jahr 2025 doppelt so viel Steuergeld (1,1 Milliarden Euro mit dreifachem Pendlereuro) einsparen, wie durch die vorgeschlagenen Kürzungen der Umweltförderungen (557 Mio. Euro). Gleichzeitig können über 750.000 Tonnen an CO2-Emissionen vermieden und damit die Gefahr von Strafzahlungen wegen verfehlter Klimaziele gemildert werden. Die Reform der klimaschädlichen Subventionen kommt jedoch weder in der Budgetrede des Finanzministers noch in einem Budgetbericht vor.

### **Förderkürzungen ohne regulatorischen Ausgleich**

Der vom Finanzminister angekündigte Mix aus Förderungen und Regularien ist grundsätzlich zu begrüßen, etwa beim Ausstieg aus Öl- und Gas-Heizungen in Bestandsgebäuden. Würden Hausbesitzer:innen etwa wissen, dass sie ab 2040 nicht mehr mit Öl oder Gas heizen dürfen, wechseln sie beim nächsten Heizungstausch, der irgendwann ohnehin nötig sein wird, eher auf eine saubere Alternative. ÖVP, SPÖ und NEOS haben allerdings nur ein vages Null-Emissionsziel im Regierungsprogramm vorgesehen – ohne ein klares Enddatum für den Ausstieg und ohne etwa Ölheizungen explizit zu erwähnen. Mit den Förderungskürzungen schafft die Regierung bereits jetzt Fakten, jedoch ohne klarzustellen, ob und wann die notwendigen gesetzlichen Maßnahmen tatsächlich kommen. Die Zeit dafür ist jedenfalls knapp: Die EU-Klimaziele sind bereits in fünf Jahren fällig.

##  Weiterführende Links 

- [So geht die Reform der klimaschädlichen Subventionen im Verkehrssektor](https://kontext-institut.at/inhalte/reform-klimaschaedliche-subventionen-verkehrssektor/)

---

 # Zehn Schritte zur Energiefreiheit

Analyse Erneuerbare Energie Technologien Wirtschaft Mobilität 

Montag, 19.05.2025

Was braucht es, um Österreich künftig mit sauberer und leistbarer Energie zu versorgen? Eine neue Studie des KONTEXT Institut für Klimafragen nennt zehn Schritte, die dafür notwendig sind.

Hohe Energie- und Netzkosten belasten Haushalte und Unternehmen. Dabei ist der Ausbau erneuerbarer Energien in Österreich – bis auf Windenergie – bereits weit fortgeschritten. Doch obwohl erneuerbare Energie den heimischen Stromverbrauch im Jahr 2024 zu 95 Prozent decken konnte, profitieren Industrie und Bevölkerung derzeit kaum von niedrigeren Preisen.

Das KONTEXT Institut für Klimafragen hat das heimische Energiesystem unter die Lupe genommen und zehn Schritte identifiziert, die einen sauberen und effizienten Umbau ermöglichen. Die Analyse kommt zum Ergebnis: Nachhaltig sinken die Kosten erst, wenn Stromerzeugung, Netze, Verbrauchsverhalten und rechtliche Rahmenbedingungen grundlegend auf ein zukunftsfähiges Energiesystem ausgerichtet sind.

[\[KON\]KUSIO #8 ## Zehn Schritte zur Energiefreiheit: So geht der effiziente und leistbare Umstieg auf saubere Energie Was braucht es, um Österreich künftig mit sauberer und leistbarer Energie zu versorgen? Eine neue Studie des KONTEXT Institut für Klimafragen nennt zehn Schritte, die dafür notwendig sind. 202505 KONKLUSIO Zehn Schritte zur Energiefreiheit KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202505_KONKLUSIO_Zehn-Schritte-zur-Energiefreiheit_KONTEXT.pdf?dm=1748948766) 

### **Knackpunkte am Weg zur Energiefreiheit**

Der Übergang zu einem sauberen und günstigen Energiesystem für Österreich braucht eine langfristige Planung und Koordination auf nationaler und EU-Ebene. Zentral ist ebenso, die Bevölkerung einzubinden, um die soziale Akzeptanz zu steigern, sowie eine gerechte Verteilung der Kosten.

Ein wesentlicher Schritt zur Energiefreiheit ist die **Elektrifizierung aller Sektoren**: von Industrie über Verkehr bis hin zu Raumwärme. Damit der Umbau gelingt, gilt es, die entsprechenden politischen und technischen Weichen **bei der Erzeugung, Verteilung und Verbrauch** **von Strom** zu stellen.

### **Weichenstellung bei Erzeugung, Verteilung und Verbrauch**

Um den wachsenden Strombedarf durch die Elektrifizierung zu decken, braucht es einen weiteren gezielten Ausbau der erneuerbaren Energie, vor allem der Windkraft. Bei der **Erzeugung** erneuerbarer Energie ist jedoch nicht nur die Ausbaumenge entscheidend, sondern auch der Standort. Strom sollte dort erzeugt werden, wo er besonders gut genutzt werden kann – etwa dort, wo große industrielle Abnehmer, Speicher oder genügend Netzkapazitäten vorhanden sind.

Auch der gezielte Ausbau von Netzen und Speicher ist zentral. Intelligente Lösungen sind notwendig, um **die** **Energieverteilung und den -verbrauch** zu steuern. Echtzeitinformationen aus Sensorik- und Smart-Meter-Daten, dynamische Strom- und Netzpreise und Flexibilitätsmärkte können dabei nützlich sein. Das entlastet Netze und reduziert deren Ausbaubedarf und somit die Kosten.

Um die Preise bereits unmittelbar zu senken und zu stabilisieren ist es notwendig, die vorhandenen Hürden für die Eigenstromproduktion von Unternehmen zu senken. Auch Garantien für langfristige Direktstromverträge helfen Industrieunternehmen, direkt von günstigen Erneuerbaren Energien zu profitieren. Haushalte können durch Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften ebenfalls leistbar Energie beziehen.

### **Elektrifizierung vorantreiben**

Derzeit wird nur knapp ein Viertel des österreichischen Energieverbrauchs durch Strom gedeckt. Der Umstieg auf Strom für Heizen, Mobilität und Industrie ist nicht nur notwendig, um auch in diesen Bereichen von fossilem Öl und Gas auf erneuerbare Energie umzusteigen. Ein höherer Elektrifizierungsgrad macht das Energiesystem auch effizienter, flexibler und langfristig kostengünstiger.

Strombasierte Anwendungen, wie etwa Wärmepumpen, benötigen deutlich weniger Energie als Öl- und Gasheizungen. Gleiches gilt für E-Mobilität und elektrifizierte industrielle Prozesse. Obwohl der Strombedarf durch die Elektrifizierung steigt, sinkt damit der gesamte Energiebedarf. Fixkosten für Erzeugung, Netze und Speicher werden außerdem auf mehr Abnehmer:innen verteilt und damit kosteneffizienter. Zudem sind viele dieser Anwendungen zeitlich steuerbar und können damit netz- und systemdienlich eingesetzt werden. Der Einsatz von Sektorkopplung, also die Nutzung von Strom in anderen Sektoren, wie z. B. Mobilität, kann neben Speichern dem System helfen: Wenn etwa E-Autos in Haushalten dann geladen werden, sobald Energieüberschüsse bestehen, oder diese zur Wärmebereitstellung in Pufferspeichern genutzt wird.

### **Fazit**

Erst wenn ein ausreichender Versorgungsgrad durch erneuerbare Energien garantiert ist und der Strom intelligent verteilt und verbraucht wird, sinken die Energiekosten nachhaltig. Der Umbau des Energiesystems hat in Österreich bereits gestartet. Photovoltaik-Anlagen werden ans Netz angeschlossen, die Elektrifizierung von Industrie, Mobilität und Haushalten schreitet voran und auch Netzausbau und Flexibilisierung rücken auf die politische Agenda. Bei smarten Stromzählern oder Energiegemeinschaften ist Österreich bereits heute Vorreiter. Um diese Stärken nutzen zu können und den Umbau leistbar und effizient zu gestalten, braucht es politische Weichenstellungen:

- Rascher Beschluss des Erneuerbaren-Ausbaubeschleunigungsgesetz (EABG) und des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (ElWG) um die rechtlichen Rahmenbedingungen für den schnellen Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung und die intelligente Steuerung von deren Verteilung und Verbrauch zu ermöglichen
- Rechtsrahmen für die Stilllegung von Gasnetzen im Gaswirtschaftsgesetz (GWG)
- Neue Ausgestaltung von Finanzierungs- und Förderregimen
- Transparenz über Netzkapazitäten und Ausbaupläne und umfassende Einbindung der Bevölkerung und aller Stakeholder, um die gesellschaftliche Akzeptanz zu steigern

##  Weiterführende Links 

- [Pressemeldung](https://kontext-institut.at/presse/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)

## Grafiken und Tabellen zum Download

[202505\_Energiefreiheit\_Schritte\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202505_Energiefreiheit_Schritte_KONTEXT.png?w=1414&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1747323409&s=ce1230b4812e79dec4214d19fd54a391) [202505\_Energiefreiheit\_Schritte\_Tabelle\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202505_Energiefreiheit_Schritte_Tabelle_KONTEXT.png?w=2828&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1748948979&s=5cc97ef51519b61419fcff519a92d400) [202505\_Energiefreiheit\_Oesterreich-Energiesystem\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202505_Energiefreiheit_Oesterreich-Energiesystem_KONTEXT.png?w=2828&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781675&s=dd2bbe78ccafc9443bab7c619c68ccd6) [202505\_Energiefreiheit\_Elektrifizierung-und-Energieverbrauch-\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202505_Energiefreiheit_Elektrifizierung-und-Energieverbrauch-_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1747323441&s=953245be360236c68758ebb741fec8ba) [202505\_Energiefreiheit\_Massnahmen\_fuer\_Steuerung\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202505_Energiefreiheit_Massnahmen_fuer_Steuerung_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781694&s=bd7c5b453cfca7fd6a4252bc3585264f) [202505\_Energiefreiheit\_Speicherueberblick\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202505_Energiefreiheit_Speicherueberblick_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781442&s=e476c66849b9e919cbe7bbd2bf62abd5)

---

 # Netzausbau: Wie wir die Kosten senken und gerecht verteilen

Analyse Erneuerbare Energie Klimapolitik Technologien 

Donnerstag, 05.06.2025

Der Ausbau der Stromnetze ist zentral für eine saubere und günstige Energieversorgung. Eine neue Analyse des KONTEXT Instituts für Klimafragen zeigt, wie notwendige Investitionen in den Netzausbau günstig finanziert und entstehende Kosten gerechter verteilt werden können.

Der Ausbau der **Stromnetze** ist zentral für eine saubere und günstige Energieversorgung und dafür, dass Österreich bis 2040 klimaneutral wird. Auch ökonomisch ist ein rascher Netzausbau sinnvoll – Zurückhaltung kommt in Summe teurer. Für den Netzausbau sind jedoch Investitionen erforderlich. Die neue **\[KON\]KLUSIO** des KONTEXT Instituts für Klimafragen untersucht daher einerseits, wie die Kosten für den Netzausbau reduziert und notwendige Investitionen günstig finanziert werden können. Andererseits zeigt sie Lösungen auf, wie die entstehenden Netzkosten künftig gerechter verteilt werden können.

[\[KON\]KUSIO #9 ## Netzausbau: Kosten senken und gerecht verteilen Der Ausbau der Stromnetze ist zentral für eine saubere und günstige Energieversorgung. Eine neue Analyse des KONTEXT Instituts für Klimafragen zeigt, wie notwendige Investitionen in den Netzausbau günstig finanziert und entstehende Kosten gerechter verteilt werden können. 202505 KONKLUSIO 9 Netzausbau Kosten und Verteilung](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202505_KONKLUSIO_9_Netzausbau-Kosten-und-Verteilung.pdf?dm=1748929853) 

### **Kosten für den Netzausbau reduzieren** 

Um erneuerbare Energien optimal zu nutzen und ihren Mehrwert in Hinblick auf niedrige Kosten, Preisstabilität und Unabhängigkeit zu entfalten, muss das Stromnetz in den nächsten Jahren ausgebaut werden. Der Umfang dieses Netzausbaus kann durch technische und regulatorische Maßnahmen massiv reduziert werden, die KONTEXT in einer vorangegangenen [Studie](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202505_KONKLUSIO_Zehn-Schritte-zur-Energiefreiheit_KONTEXT.pdf) zu den *Zehn Schritten zur Energiefreiheit* ausführt. Dazu gehört etwa der strategisch kluge Ausbau erneuerbarer Energien, eine umfassende Elektrifizierung, der Einsatz von Speichern und gezieltes Verbrauchsmanagement.

### **Investitionen günstig finanzieren** 

Dennoch sind für den verbleibenden Netzausbau umfangreiche Investitionen erforderlich: Neue Stromanschlüsse und Leitungen müssen verlegt, sowie Transformatorstationen verstärkt werden. Auch die Integration von Wärmepumpen, kleinen PV-Anlagen und Elektromobilität ist erforderlich. Diese notwendigen Investitionen müssen finanziert werden – es ist also Kapital für den Netzausbau notwendig. Um die Finanzierung möglichst günstig zu gestalten und so auch die entstehenden Kosten für Haushalte und Unternehmen zu senken, gibt es sowohl staatliche als auch unternehmerische Möglichkeiten.

Dabei ist einerseits wichtig, die Kosten für Investitionen insgesamt zu reduzieren. Hier helfen Instrumente, die den Zugang zu günstigem Kapital erleichtern:

- **Zugang zu günstigerem Eigenkapital durch staatliches Nachrangkapital:** Da der Zinssatz für Eigenkapital deutlich höher liegt als bei Fremdkapital, kann die Nutzung von staatlichem Nachrangkapital zu einem geringeren Zinssatz die Finanzierungskosten senken.
- **Zugang zu günstigerem Fremdkapital durch Garantien:** Garantien oder Bürgschaften durch den Bund oder Förderbanken senken Risiken für Fremdkapitalgeber:innen und dadurch den Finanzierungszinssatz.
- **Bündelung von Maßnahmen durch einen staatlichen Fonds:** Ein solcher Fonds kann sowohl für Zuschüsse als auch rückzahlbaren Finanzierungsinstrumente eingesetzt werden. Rückflüsse aus den rückzahlbaren Komponenten erhöhen die langfristige Tragfähigkeit.

Andererseits ist es notwendig, die zeitlichen Komponenten der Investitionen so zu gestalten, dass Kostenspitzen vermieden werden:

- **Kluge Wahl des budgetären Planungshorizonts:** Ein zu langer oder kurzer Planungshorizont verursacht Unsicherheiten und Ineffizienzen – und lässt so die Kosten steigen. Wird er klug gewählt, werden Kosten, aber auch Größe und Anzahl der Baustellen gleichmäßiger über mehrere Jahre verteilt.
- **Verlängerung der Abschreibungsdauer:** Die Abschreibungsdauer bestimmt, wie die Anschaffungskosten für ein Anlageobjekt über dessen Nutzungsdauer verteilt werden. Wird sie verlängert, wird auch der Steuerbeitrag der Netzbetreiber:innen über einen längeren Zeitraum verteilt.

### **Netzkosten gerecht verteilen**

Neben der Frage nach der Höhe der Investitionen und deren Finanzierung, ist nachgelagert die Frage der Verteilung der Kosten zentral. Die Kosten der Netzbetreiber:innen werden derzeit in Form von Netzentgelten auf Erzeuger:innen und Verbraucher:innen (Haushalten, Unternehmen und Industrie) umgelegt. Aktuell zahlen Verbraucher.innen ca. 90 Prozent der Netzentgelte und damit der Ausbaukosten. Zusätzlich orientiert sich die aktuelle Aufteilung der Netzentgelte nicht an der bezogenen Leistung und damit der tatsächlichen Nutzung der Netze.

Folgende Maßnahmen können die Verteilung der Netzkosten effizienter und gerechter gestalten:

- **Für Haushalte:** Dynamische Netzentgelte setzen Anreize, um Netze möglichst effizient zu nutzen, während Haushalte von niedrigeren Strompreisen in bestimmten Zeitfenstern profitieren. Ein Sozialtarif, der eine leistbare Grundversorgung garantiert, unterstützt armutsbetroffene Haushalte zusätzlich. Eine bundesweite Harmonisierung oder ein regionaler Kostenausgleich entlastet Haushalte dort, wo besonders viel in den Netzausbau investiert wird.
- **Für Erzeuger:innen:** Erzeuger:innen *räumlich und technologisch differenziert* an den Kosten für den Netzausbau zu beteiligen, schafft Anreize für einen strategisch klugen Ausbau erneuerbarer Energien. Beim Ausbau an netzdienlichen Standorten, oder gemeinsam mit Speichern, fallen geringere Entgelte an.
- **Für Industrie:** Eine Verlängerung der Strompreiskompensation entlastet die energieintensive Industrie. Wird die Strompreiskompensation an Maßnahmen zur Dekarbonisierung und Energieeffizienz gekoppelt, treibt das die Elektrifizierung voran und verteilt so die Kosten des Netzausbaus auf mehr genutzte Kilowattstunden.

### **Regierung hat Hebel in der Hand**

Einige der empfohlenen Maßnahmen zur Finanzierung des Netzausbaus und gerechter Kostenverteilung sind – zumindest ansatzweise – bereits im aktuellen Regierungsprogramm zu finden: Um die Kosten für den Netzausbau zu reduzieren, wird auf Garantien und Abschreibungsdauern verwiesen, ebenso wie auf die Möglichkeit öffentlicher, nicht budget-relevanter Finanzierung. Auch genannt wird die Anpassung der Netztarifstruktur mit einem Fokus auf Verursachergerechtigkeit, die Belohnung von netzdienlichem Verhalten und eine Orientierung an der Leistung, ein vergünstigter Sozialtarif für Energiearme Haushalte und die Beteiligung von Einspeisern an den Kosten.

Während die Umsetzung der Maßnahmen noch offen ist, wurden andere Hebel bisher noch wenig bis kaum auf Regierungsebene angesprochen. Fest steht: ein rascher Netzausbau ist am Weg zur Energiefreiheit unumgänglich. Jetzt geht es darum, die notwendigen Investitionen effizient zu gestalten, die Kosten niedrig zu halten und gerecht zu verteilen

##  Weiterführende Links 

- [Pressemeldung](https://kontext-institut.at/presse/netzausbau)
- [Analyse: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)

## Grafiken zum Download

[202506\_Netzausbau\_Überblick\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202506_Netzausbau_%C3%9Cberblick_KONTEXT.png?w=2828&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1748952343&s=683ff8d8b7afdac63d2fcae5a4f91baf) [202506\_Netzausbau\_Kostenaufteilung\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202506_Netzausbau_Kostenaufteilung_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1748952336&s=12b7c88ff7f78d41572b137bce50c8fa)

---

 # Mit Common Ground entpolarisieren

Artikel Common Ground Klimadiskurs 

Mittwoch, 11.06.2025

Die Polarisierung in der Klimadebatte nimmt zu. Um zu entpolarisierender Kommunikation beizutragen, hat KONTEXT mithilfe der Medienstart-Förderung der Wirtschaftsagentur Wien den Common Ground-Check (CGC) entwickelt und in unterschiedlichen Formaten getestet.

Zwar waren Klimathemen im letzten Jahr etwas weniger präsent, wie das KONTEXT [Klimadiskurs-Monitoring 2025](https://kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-monitoring-2025/) zeigt. Insgesamt nahm die mediale Berichterstattung über die Klimakrise in den vergangenen Jahren jedoch stark zu. Gleichzeitig hat sich die Klimadebatte wegbewegt von einer wissenschaftlichen hin zu einer politischen Diskussion, in der vor allem Klimaschutzmaßnahmen als politische Antworten auf die Klimakrise im Fokus stehen.

Während die Klimakrise kaum noch geleugnet wird, erschweren Falschinformationen, das Vermischen von Meinungen und Fakten oder die Zuspitzungen von Ängsten und Sorgen einen konstruktiven Dialog – kurz: Klimaschutz wird verschleppt. Unterschiedliche [Verschleppungstaktiken](https://kontext-institut.at/inhalte/verschleppung-klimaschutz-konklusio/) tragen dazu bei, polarisierende Positionen in der Klimadebatte zu verstärken und die Bereitschaft für konkrete Maßnahmen und Entscheidungen zu lähmen. Das zeigt sich auch in der Wahrnehmung der österreichischen Bevölkerung, wie eine repräsentative [Umfrage](https://kontext-institut.at/inhalte/umfrag-klimadebatte-2/) im Auftrag von KONTEXT bereits Anfang 2024 zeigte: 84 Prozent der Befragten empfinden, dass die Polarisierung in der Gesellschaft zunimmt und eine lösungsorientierte Debatte zu Klimathemen immer schwieriger wird.

Um konstruktive, entschlossene Klimapolitik zu beschleunigen und gleichzeitig den demokratischen Diskurs zu stärken, will KONTEXT dazu beitragen, eine entpolarisierende Kommunikation zu ermöglichen: Um dem Verschleppungsdiskurs entgegenzuwirken, haben wir [Strategien für einen konstruktiven Klimadiskurs](https://kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-konstruktiv-gestalten/) entwickelt. Jetzt wollen wir erstmals **Common Ground** ins Zentrum des Klimadiskurses rücken: Darunter versteht KONTEXT das Finden von Gemeinsamkeiten, den konstruktiven Diskurs und das Identifizieren und Ermöglichen von verbindenden Lösungen.

**Um die Ansprüche von Common Ground in der Praxis anwendbar zu machen, hat KONTEXT mithilfe der „Medienstart“-Förderung der Wirtschaftsagentur Wien den Common Ground-Check (CGC) entwickelt. Im Zuge des Projekts hat KONTEXT die Methodik auch für unterschiedliche Kommunikationsformate – von Analysen über Social Media-Postings bis hin zu Events – getestet. Im Folgenden listen wir alle Veröffentlichungen, die mit Unterstützung der Förderung entstanden sind. Damit auch andere an entpolarisierender Kommunikation im Klimadiskurs mitwirken können, veröffentlichen wir den Common Ground-Check in den kommenden Wochen auf unserer Website – stay tuned.**

**Videos**

- [AMS Expert Talk 2025: Personalstrategien für morgen – nachhaltig denken, gemeinsam gestalten](https://www.youtube.com/watch?v=TXo2iKOHM90)
- [KONTEXT-Webinar: Klimadiskurs-Monitoring 2025; Wie Österreich über Klima spricht](https://www.youtube.com/watch?v=gZ-A67xlB4g)
- [Kurz mal Kotext: Budget](https://www.youtube.com/shorts/6HbOhzTdUhE)

**Interviews, Kolumnen & Gastkommentare**

- [Die Unternehmen sind zu mehr Klimaschutz bereit](https://www.wienerzeitung.at/a/die-unternehmen-sind-zu-mehr-klimaschutz-bereit) – Interview mit KONTEXT-Vorsttändin Katharina Rogenhofer in der Wiener Zeitung
- [Bilanz vor der Wahl: So steht Wien beim Klimaschutz wirklich da](https://www.newsflix.at/s/warum-sich-eu-vor-klimathemen-drueckt-und-das-keine-gute-idee-ist-120104136) – Kolumne von KONTEXT-Vorständin Katharina Rogehofer bei NewsFlix
- [Wie Klimapolitik schlecht geredet wird – und wie es anders ginge](https://www.newsflix.at/s/wie-klimapolitik-schlecht-geredet-wird-und-wie-es-anders-ginge-120106097) – Kolumne von KONTEXT-Vorständin Katharina Rogehofer bei NewsFlix
- [Expertin zu den Budgeteinschnitten in puncto Klima](https://on.orf.at/video/14276460/15882900/expertin-zu-den-budgeteinschnitten-in-puncto-klima) – KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer im Interview mit ORFIII
- [Wie bekommt Österreich mehr Energiefreiheit?](https://bsky.app/profile/kontext-institut.at/post/3lpj5r2gfkk2r) – Gastkommentar von KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer in der Tageszeitung Die Presse

**Podcast-Auftritte**

- [\#18 WIE WEITER mit der Klimapolitik der neuen Bundesregierung, Katharina Rogenhofer?](https://open.spotify.com/episode/1dLBNjTLZVbcqec6XWTdEX?si=2b0fadaf604e4a3a&nd=1&dlsi=e09ec00716004e6a) – mit KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer
- [Am Punkt. #251 – Regierungsprogramm Klimapolitik](https://bsky.app/profile/kontext-institut.at/post/3lnf3zgyc4k2c) – mit KONTEXT-Analystin Anna Pixer
- [Beyond The Edge](https://beyond-the-edge.blogs.audiorella.com/s1e73-klimainstitut-kontext-tina-deutsch) – mit KONTEXT-Vorständin Tina Deutsch
- [Trending Topics Climate Talk #5](https://www.trendingtopics.eu/climate-talk-5-energiefreiheit-vs-oel-und-gas-als-junk-food-der-wirtschaft/) – mit KONTEXT-Vorständin Tina Deutsch
- [FALTER Radio: Killt das Sparbudget den Klimaschutz?](https://www.falter.at/podcasts/radio/20250522/killt-das-sparbudget-den-klimaschutz)  – mit KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer
- [Ganz Offen Gesagt: #32 2025 Über die Klima-Kürzungen der Bundesregierung](https://ganzoffengesagt.simplecast.com/episodes/32-2025-uber-die-klima-kurzungen-der-bundesregierung-mit-katharina-rogenhofer) – mit KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer

**Analysen**

- [Mobilität und Gebäude: Klimapolitische Hebel für die nächste Wiener Stadtregierung](https://kontext-institut.at/inhalte/herausforderungen-hebel-klima-wien/)
- [\[KON\]TEXTANALYSE: Klimadiskurs-Monitoring 2025: Die österreichische Klimadebatte im Superwahljahr](https://kontext-institut.at/publikationen/kontextanalyse-4-klimadiskurs-monitoring-2025/)
- [Klimadiskurs-Monitoring 2025: Wie wir den Klimadiskurs konstruktiv gestalten](https://kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-konstruktiv-gestalten/)
- [\[KON\]KLUSIO #8: Zehn Schritte zur Energiefreiheit: So geht der effiziente und leistbare Umstieg auf saubere Energie.](https://kontext-institut.at/publikationen/konklusio-8-zehn-schritte-saubere-energie/)
- [\[KON\]KLUSIO #9: Netzausbau: Kosten senke und gerecht verteilen](https://kontext-institut.at/publikationen/konklusio-netzausbau/)

**LinkedIn-Postings**

- [Klimaneutralität Wien 2040 – das Ziel steht. Aber ist Wien auch auf dem Weg dahin?](https://www.linkedin.com/posts/kontext-institut_analyse-hebel-und-h%C3%BCrden-f%C3%BCr-klimaschutz-activity-7320331524162174977-20wS?utm_source=share&utm_medium=member_desktop&rcm=ACoAAFbXALsBO_J-78niue8uMxeW0yY5j0CinQo)
- [Strategien für einen konstruktiven Klimadiskurs](https://www.linkedin.com/posts/kontext-institut_strategien-f%C3%BCr-konstruktive-klimakommunikation-ugcPost-7325057943446409218-PXh6?utm_source=share&utm_medium=member_desktop&rcm=ACoAAB-46EsBUXtr98fcHFdWqTPQ2AuE79lZwhg)
- [Überzeugen heißt: Verantwortung übernehmen](https://www.linkedin.com/posts/kontext-institut_klimadebatte-verschleppung-newsflix-activity-7325445928486686722-4pSs?utm_source=share&utm_medium=member_desktop&rcm=ACoAAFbXALsBO_J-78niue8uMxeW0yY5j0CinQo)
- [Kürzungen beim Klima: Bumerang für die Budgetsanierung](https://www.linkedin.com/posts/kontext-institut_budgetrede-klimapolitik-budgetrede-activity-7328034564818231297-CJLN?utm_source=share&utm_medium=member_desktop&rcm=ACoAAFbXALsBO_J-78niue8uMxeW0yY5j0CinQo)
- [Budget: Klima-Kürzungen mit Gesetzen kompensieren](https://www.linkedin.com/posts/kontext-institut_budgetdebatte-doppelbudget-regierung-activity-7335613586636955648-rVAF?utm_source=share&utm_medium=member_desktop&rcm=ACoAAFbXALsBO_J-78niue8uMxeW0yY5j0CinQo)
- [Netzausbau](https://www.linkedin.com/posts/kontext-institut_netzausbau-kosten-senken-und-gerecht-verteilen-activity-7336289794596954114-DRRW?utm_source=share&utm_medium=member_desktop&rcm=ACoAAFbXALsBO_J-78niue8uMxeW0yY5j0CinQo)

**Bluesky-Postings**

- [Wienwahl: Klimapolitsche Hebel Wien für die nächste Stadtregierung](https://bsky.app/profile/kontext-institut.at/post/3lnf3zgyc4k2c)
- [Strategien für einen konstruktiven Klimadiskurs](https://bsky.app/profile/kontext-institut.at/post/3log5bqinws2r)
- [Was braucht es, um Österreich künftig mit sauberer und leistbarer #Energie zu versorgen?](https://bsky.app/profile/kontext-institut.at/post/3lpj5r2gfkk2r)
- [Budget: Förderkürzungen erfordern ordnungspolitische Maßnahmen](https://bsky.app/profile/kontext-institut.at/post/3lqp4eprhgc2l)
- [Netzausbau](https://bsky.app/profile/kontext-institut.at/post/3lqtxgyntgs2e)

#### Das Common Ground Check-Projekt ist gefördert im Rahmen der Wiener Medieninitiative durch die Wirtschaftsagentur Wien. Ein Fonds der Stadt Wien. Realisiert in redaktioneller Unabhängigkeit.

---

 # Budget: Welche Gesetze die Kürzungen im Klimabereich kompensieren könnten

Artikel Klimapolitik Budget 

Dienstag, 17.06.2025

Rund ein Drittel der gesamten Einsparungen im Doppelbudget 2025/26 betreffen den Klimabereich. Die Kürzungen bei Klimaförderungen machen gesetzliche Maßnahmen erforderlich.

Rund ein Drittel der gesamten Einsparungen im Doppelbudget 2025/26 betreffen den Klimabereich. Gerade hier können sich die Einsparungen als Bumerang für die Budgetkonsolidierung erweisen. Denn verfehlt Österreich die EU-Klimaziele, werden Strafzahlungen fällig: es hängt ein milliardenschweres Damoklesschwert über dem Budget.

### Klimaziel 2030: Gesetze, die uns wieder auf Kurs bringen

Bereits Ende Mai hat die EU-Kommission in einem Bericht über den Nationalen Klima- und Energieplan festgestellt, dass Österreich das verbindliche Klimaziel bis 2030 durchaus erreichen kann. Jedoch nur, wenn es alle Maßnahmen des Plans umsetzt. Viele der notwendigen Maßnahmen, wie die Ökologisierung der klimaschädlichen Subventionen, sind aber weiterhin nicht in Sicht. Im Gegenteil: Mit dem neuen Budget werden sogar neue klimaschädliche Förderungen eingeführt, das Klimaticket verteuert und Umweltförderungen – etwa für den Heizkesseltausch – gekürzt.

Die Regierung kann auf zwei Weisen wieder auf Kurs mit Blick auf die Klimaziele kommen. Erstens durch gesetzliche Maßnahmen, die die Budget-Einschnitte im Klimabereich kompensieren – ohne dabei den Staatshaushalt zu belasten: Das ginge etwa mittels der verbindlichen Festlegung eines Ausstiegsdatum für Öl- und Gasheizungen im Bestand, der Schaffung von Grünen Leitmärkten, um Nachfrage nach CO2-armen Produkten zu erhöhen oder ein Gaswirtschaftsgesetz (GWG) das die Stilllegung von Gasnetzen ermöglicht.

**Klimaschädliche Subventionen ökologisieren**

Zweitens durch die Ökologisierung der klimaschädlichen Subventionen Steuergeld gespart und Emissionen vermieden werden: Allein durch die [Reform der drei größten klimaschädlichen Subventionen im Verkehrsbereich](https://kontext-institut.at/inhalte/reform-klimaschaedliche-subventionen-verkehrssektor/) ließe sich etwa im Jahr 2025 doppelt so viel Steuergeld (1,1 Milliarden Euro mit dreifachem Pendlereuro) einsparen, wie durch die vorgeschlagenen Kürzungen der Umweltförderungen (557 Mio. Euro). Gleichzeitig können über 750.000 Tonnen an CO2-Emissionen vermieden und damit die Gefahr von Strafzahlungen wegen verfehlter Klimaziele gemildert werden.

## Grafik zum Download

[250603-Foerderkuerzungen-mit-Gesetzen-kompensieren-KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/250603-Foerderkuerzungen-mit-Gesetzen-kompensieren-KONTEXT.png?w=2000&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781410&s=c374489bc527e2eea405bd3fd9665b72) 

##  Weiterführende Links 

- [Medieninfo – Rogenhofer: "Klimaziele nur erreichbar, wenn Regierung Förderkürzungen mit Gesetzen kompensiert"](https://kontext-institut.at/presse/budget-nationalrat/)
- [Medieninfo – Budget: Klima-Kürzungen mit Gesetzen kompensieren](https://kontext-institut.at/presse/budget-ordnungspolitische-ma%C3%9Fnahmen/)
- [Einordnung Doppelbudget 2025/26](https://kontext-institut.at/inhalte/budgetredet-2025/)
- [So geht die Reform der klimaschädlichen Subventionen im Verkehrssektor](https://kontext-institut.at/inhalte/reform-klimaschaedliche-subventionen-verkehrssektor/)

---

 # Was ein zukunftsweisendes Elektrizitätswirtschaftsgesetz braucht

Einordnung Erneuerbare Energie Technologien 

Freitag, 20.06.2025

Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) ist das gesetzliche Herzstück der Energiewende. Im Vordergrund steht dabei die Entlastung der Netze. Das umfasst auch eine neue Verteilung der Netzkosten. Eine Einordnung.

Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien ändern sich die Anforderung an die Stromnetze. Das spiegelt sich auch in den Netzkosten wider. Durch effektive und dynamische Anpassung von Erzeugung und Verbrauch an die Netzkapazitäten und den Ausbau von Speichern können die Netze jedoch entlastet werden und die Kosten für deren Ausbau gedämpft werden. Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) ist der zentrale gesetzliche Hebel, der das ermöglichen kann.

Die Regierung hat es in der Hand, mit einem zukunftsweisenden Gesetz die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Damit das ElWG ein solches wird, sollte es netzschonendes Verhalten

- *ermöglichen*
    - **Transparenz schaffen**: Einführung verpflichtender Veröffentlichung von Netzkapazitäten durch Verteilnetzbetreiber:innen (inkl. Plattform).
    - **Datenzugang vereinfachen**: Opt-out-Regelung für die Nutzung von Smart-Meter-Daten zur besseren Netzsteuerung (statt bisherigem Opt-in).
    - **Rechtsrahmen schaffen:** Netzseitige Steuerung von Erzeugung, Speicher und Verbrauch ermöglichen (z. B. durch Preisanreize, Flexibilitätsmärkte oder ordnungspolitische Maßnahmen)
- *anregen*
    - **Differenzierte Netzentgelte:** je nach netzdienlichem Verhalten für Verbraucher:innen, Speicher und Erzeuger:innen (z. B. dynamische Netztarife)
    - **Anpassung Netzentgelte für Speicher:** Befreiung von doppelten Netzentgelten bei netzdienlichen Speichern und Definition integrierter Speicher-Erzeugungseinheiten
- *vorschreiben*
    - **Spitzen abfedern:** Begrenzung von Einspeisespitzen bei PV- (und Windanlagen)
    - **Steuerbarkeit sicherstellen:** Verpflichtende netzorientierte Steuerung nach deutschem Vorbild (§ 14a EnWG) für bestimmte Verbrauchseinrichtungen festlegen (z. B. Wärmepumpen, Wallboxen)

Auch die Verteilung der Netzkosten kann dabei einen wichtigen Beitrag zur Netzentlastung leisten. Entscheidend ist, dass sich die Netzentgelte nach dem tatsächlichen Verhalten richten und Anreize für Netzdienlichkeit setzen. Pauschale Mehrkosten für bestimmte Gruppen sind nicht zielführend. Denn ob beispielsweise Haushalte mit PV-Anlagen und Batterien die Netze entlasten oder belasten, hängt letztlich von ihrem individuellen Verhalten ab.

Neben der effektiven Nutzung der Netze kann das ElWG mit zusätzlichen Maßnahmen weitere positive Effekte erreichen:

- **Sozialtarife für energiearme Haushalte:** Festlegung eines reduzierten Strompreises für die ersten 2.900 KWh
- **Förderungen für die energieintensive Industrie**: zum Beispiel durch eine Weiterentwicklung des Strompreiskosten-Ausgleichsgesetzes, gekoppelt an Energieeffizienz- oder Dekarbonisierungsziele
- **Dynamische Stromtarife gesetzlich absichern:** Recht auf einen Vertrag mit dynamischen Strompreisen verankern
- **Nationale Koordinierungsstelle einrichten und Ziele festlegen:** strategische Steuerung der Energiewende inkl. Festlegung verbindlicher Ausbauziele (z. B. für Netze, Speicher)

Ob sich Österreich künftig mit sauberer und leistbarer Energie versorgen kann, hängt in wesentlichen Teilen vom ElWG ab. Mit diesem Gesetz kann die Regierung die Netze entlasten, den Ausbau effizient gestalten und netzdienliche Erzeugung und Verbrauch belohnen. Schafft sie die notwendigen Rahmenbedingungen, bedeutet das einen großen Schritt in Richtung Energiefreiheit – also dafür, dass das Leben leistbarer, die Wirtschaft wettbewerbsfähiger und unser Land unabhängiger wird.

Weitere Informationen dazu gibt es [in unserer Studie “Zehn Schritte zur Energiefreiheit”](https://kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/) (Mai 2025), in der wir zeigen, welche Maßnahmen notwendig sind, damit sich Österreich künftig mit sauberer und leistbarer Energie versorgen kann.

##  Weiterführende Links 

- [Analyse: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)
- [Analyse: Netzausbau: Kosten senken und gerecht verteilen](https://kontext-institut.at/inhalte/netzausbau/)

---

 # Der KONTEXT Common Ground-Check

Artikel Common Ground Klimadiskurs 

Mittwoch, 23.07.2025

Die Polarisierung in der Klimadebatte nimmt zu. Mit dem neuen KONTEXT Common Ground-Check (CGC) wollen wir zu entpolarisierender und lösungsorientierter Kommunikation beitragen.

In den vergangenen Jahren hat sich die Klimadebatte immer mehr wegbewegt von einer wissenschaftlich geprägten Diskussion hin zu einer populistisch geführten politischen Auseinandersetzung. Zwar wird die Klimakrise kaum noch geleugnet. Ein konstruktiver Dialog wird jedoch dadurch erschwert, dass häufig Falschinformationen verbreitet, Meinungen und Fakten vermischt oder Ängste und Sorgen zugespitzt werden. Das verstärkt polarisierende Positionen und lähmt die die Bereitschaft für konkrete Maßnahmen und Entscheidungen. Eine lösungsorientierte Debatte zu Klimathemen wird damit immer schwieriger. Begleitet wird dies von einer sich stark verändernden Medien-Landschaft, die Polarisierung insgesamt verstärkt und den demokratischen Diskurs in vielen Bereichen erschwert.

Um konstruktive, entschlossene Klimapolitik zu beschleunigen und gleichzeitig den demokratischen Diskurs zu stärken, will KONTEXT zu einer entpolarisierenden Kommunikation beitragen. Dazu wollen wir ***Common Ground*** ins Zentrum der Klimadebatte rücken. ***Unter Common Ground versteht KONTEXT einen konstruktiven Diskurs, der Gemeinsamkeiten findet und Lösungen identifiziert und ermöglicht.** \[1\]*

## Der KONTEXT *Common Ground*-Check 

Um diese Ansprüche von *Common Ground* in der Praxis anwendbar zu machen, hat KONTEXT den ***Common Ground*****-Check (CGC)** entwickelt. Dazu haben wir ausgearbeitet, welche Schritte es im Klimadiskurs braucht, um uns wieder aufeinander zu und in Richtung ambitionierter klimapolitischer Maßnahmen zu bewegen.

### Klarheit schaffen

Warum? Die Klimakrise ist enorm komplex und für uns als Gesellschaft herausfordernd. Auf welche Weise sie sich unmittelbar auf alle Lebensbereiche auswirkt, ist auf den ersten Blick oft nicht ersichtlich. Entsprechend schwierig ist es auch, wirksame Maßnahme von Scheinlösungen zu unterscheiden. Politische und wirtschaftliche Interessen führen zu einer unübersichtlichen Debatte. Machtgefälle ergeben ungleiche Möglichkeiten, sich am Diskurs zu beteiligen und lassen manche Argumente gewichtiger oder sogar richtiger erscheinen als andere.

Zentral für eine konstruktive Debatte ist daher, **Klarheit zu schaffen**. Dabei hilft…

- komplexe Sachverhalte verständlich darlegen
- größere Zusammenhänge erläutern
- Interessenslagen benennen
- Verschleppungstaktiken entlarven
- Desinformation aufzeigen
- Gegenstrategien für Desinformation und Verschleppungstaktiken anwenden
- wirksame Lösungen samt Begründungen darlegen
- Machtgefälle und Hegemonien ansprechen

### Entpolarisierend kommunizieren

Warum? Die Klimakrise bereitet uns große Sorgen. Auch der Umbau, der notwendig ist, um die Krise einzudämmen, löst Ängste und Verunsicherung aus. Beides lähmt dringend notwendige Handlungen. Anstatt den berechtigten Kern dieser Verunsicherung zu identifizieren und in der Planung von Maßnahmen zu adressieren, werden Sorgen und Ängste jedoch häufig verstärkt, zugespitzt und zu einer Polarisierung der Debatte instrumentalisiert.

Zentral für eine konstruktive Debatte ist daher, **entpolarisierend zu kommunizieren**. Dabei hilft…

- sachliche und empathische Tonalität einbringen
- persönliche Angriffe, Abwertungen und „Entmenschlichung“ vermeiden
- Trennende Begrifflichkeiten und Feindbilder vermeiden
- Kritik auf Argumente beziehen
- Themen differenziert darstellen, statt zu verallgemeinern oder zu übertreiben
- Vermeintliche Widersprüche ansprechen, Gleichzeitigkeiten und Komplexität würdigen
- Vorurteile ansprechen, abbauen und die Person dahinter sehen

### Bedürfnisse erkennen und Verbindendes suchen

Warum? Hinter real und vermeintlich gegensätzlichen Interessen stecken häufig unterschiedliche Erfahrungen, Lebensrealitäten und Bedürfnisse. Ohne den Versuch, diese zu erkennen und zu benennen, wird schnell das Trennende vor das Verbindende gestellt. Das verhindert einerseits, gemeinsame Werte und Bedürfnisse zu identifizieren und andererseits, verbindende Lösungen zu finden. Denn ein Verständnis füreinander ist die Grundlage wirkungsvoller Lösungen.

Zentral für eine konstruktive Debatte ist daher, **Bedürfnisse zu erkennen und Verbindendes zu suchen**. Dabei hilft…

- unterschiedliche Erfahrungen, Lebensrealitäten und Bedürfnisse anerkennen
- Offenheit signalisieren, nachfragen und zuhören
- Emotionen würdigen und ihnen Platz geben
- Bedürfnisse, Motivationen und legitime Sorgen hinter den Argumenten erkennen und darauf eingehen
- Perspektivenwechsel üben
- gemeinsame Bedürfnisse und Werte benennen
- Konsens suchen und Übereinstimmungen hervorheben

### Lösungen entwickeln und Handlungskraft aktivieren

Warum? Die Folgen der Klimakrise sind global verheerend und auch hierzulande bereits spürbar. Steht jedoch allein die schiere Dimension des Problems im Fokus, ohne die Möglichkeiten und Mehrwerte von Lösungen aufzuzeigen, lähmt das dringend notwendiges Handeln. Wird Verantwortung aud andere abgeschoben, verhindert das, gemeinsame Ziele zu setzen und Wege zu gestalten. Dadurch gehen wichtige Handlungsräume verloren.

Zentral für eine konstruktive Debatte ist daher, **Lösungen zu entwickeln und Handlungskraft zu aktivieren**. Dabei hilft…

- Handlungsspielräume aufzeigen, den Blick auf Chancen richten
- Gemeinsame Ziele identifizieren und Lösungen kreieren
- Lösungsvorschläge auf glaubwürdige Quellen aufbauen
- Vorteile und Mehrwert von Lösungen betonen
- Geschichten über positive Entwicklungen, Lösungsansätze oder Menschen als Inspiration anbieten
- Verantwortung übernehmen und bei anderen klar benennen und einfordern
- Machbare nächste Schritte gemeinsam entwickeln

### Risiken von *Common Ground* im Klimadiskurs erkennen und vermeiden 

*Common Ground* in Klimafragen hilft, den demokratischen Diskurs zu stärken und konstruktiv zu argumentieren. Jedoch bergen einige der Schritte auch Risiken, die konstruktive Lösungen bremsen oder verhindern können, anstatt sie zu ermöglichen. Um diese Risiken im Blick zu halten und bestenfalls zu vermeiden, helfen folgende Fragen als Teil des *Common Ground*-Checks:

#### False Balance vermeiden 

Um zu gemeinsamen Lösungen zu kommen, müssen unterschiedliche Perspektiven, Bedürfnisse und Interessen abgewogen werden. Werden jedoch alle Positionen unabhängig von der Faktenlage als gleichermaßen berechtigt dargestellt, kann eine falsche Gleichgewichtung („False balance“) entstehen.   
**Frage zum Check:** Werden wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse oder ethische Grundsätze auf die gleiche Stufe mit Meinungen gestellt?

#### Inkrementalismus vermeiden

Um der Dringlichkeit der Klimakrise gerecht zu werden, braucht es Offenheit für Kompromisse, wo sie sinnvoll sind – aber auch die Bereitschaft, klare Positionen zu vertreten, wo grundlegende Veränderungen notwendig sind. Nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu setzen, verwässert oder verhindert transformative Lösungen.   
**Frage zum Check:** Fallen transformative Lösungen schwachen Kompromissen zum Opfer?

#### Deutlich bleiben

Wird eine differenzierte Kommunikation zu zurückhaltend oder schwammig, dominieren jene Stimmen, die am lautesten oder kompromisslosesten auftreten. Dadurch gehen konstruktive, aber komplexe Lösungsansätze unter.  
**Frage zum Check:** Sind die eigenen Positionen und Argumente deutlich genug und ist die Kommunikation klar und effektiv?

#### Kurs halten 

In aufgeheizten Debatten kann es passieren, dass man sich von deren Dynamik vereinnahmen lässt: entweder, indem man sich von der Polarisierung mitreißen lässt, oder indem man mit Blick auf Kompromisse klare Linien und Prinzipien aus den Augen verliert  
**Frage zum Check:** Besteht die Gefahr, entweder zu stark auf Harmonie und Kompromiss bedacht zu sein oder sich von der Polarisierung mitreißen zu lassen?

#### Konstruktive Kontroverse zulassen

Kontroverse Debatten sind ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Prozesse. Werden Widersprüche durch den Anspruch, sie aufzulösen, unterdrückt, kann das kontroverse, aber notwendige Diskussionen der Öffentlichkeit entziehen.   
**Frage zum Check:** Geht die Entpolarisierung auf Kosten der konstruktiven inhaltlichen Auseinandersetzung?

### Der KONTEXT *Common Ground*-Check in der Anwendung

Der KONTEXT *Common Ground*-Check dient als Grundlage, um die Ansprüche von *Common Ground* in Klimafragen – konstruktiver Diskurs, das Finden von Gemeinsamkeiten und das Identifizieren und Ermöglichen von verbindenden Lösungen – in unterschiedlichen Formaten anzuwenden: von Veröffentlichungen, über Events und (Podiums-)Diskussionen bis hin zu Social Media Postings und Videos. Gleichzeitig soll der KONTEXT *Common Ground*-Check auch anderen ermöglichen, an entpolarisierender Kommunikation im Klimadiskurs mitzuwirken. Für unterschiedliche Formate und deren Zielgruppen, kann der KONTEXT *Common Ground*-Check entsprechen angepasst und erweitert werden. Ziel sollte dabei immer bleiben, konstruktive, entschlossene Klimapolitik zu beschleunigen und gleichzeitig den demokratischen Diskurs zu stärken.

#### Den KONTEXT *Common Ground*-Check in einer Kurzversion als Pocketguide gibt es hier:

[DOWNLOAD ## Pocket Guide: KONTEXT Common Ground-Check Mit dem KONTEXT Common Ground-Check wollen wir zu entpolarisierender Kommunikation im Klimadiskurs beitragen. 202507 Common Ground Check Pocket Guide KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202507_Common-Ground-Check_Pocket-Guide_KONTEXT.pdf?dm=1752740584) 

## Grafik zum Download

[202507\_Ueberblicksgrafik\_CommonGroundCheck\_Website\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202507_Ueberblicksgrafik_CommonGroundCheck_Website_KONTEXT.png?w=1200&h=1200&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1753271462&s=7ea61b726573a40804df4182eb72fbcf) 

##  Weiterführende Links 

- [Klimadiskurs-Monitoring 2025](https://kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-monitoring-2025/)
- [Klimadiskurs konstruktiv gestalten](https://kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-konstruktiv-gestalten/)
- [Wie Klimaschutz verschleppt wird](https://kontext-institut.at/inhalte/verschleppung-klimaschutz-konklusio/)

*\[1\] Der Begriff Common Ground wird unterschiedlich verwendet, unter anderem auch in der Sprachwissenschaft. In unserer Verwendung von Common Ground lehnen wir uns an die ursprüngliche Bedeutung des englischen Begriffs – z. B.* [*hier*](https://dictionary.cambridge.org/dictionary/english/common-ground) *– um damit **einen konstruktiven Diskurs, der Gemeinsamkeiten findet und Lösungen identifiziert und ermöglicht** beschreibbar und über den Common Ground-Check anwendbar zu machen.*

---

 # ElWG: Positiver Schrittmacher am Weg zur Energiefreiheit

Einordnung Erneuerbare Energie Technologien Klimapolitik 

Dienstag, 15.07.2025

Mit dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) hat die Regierung kürzlich das gesetzliche Herzstück der Energiewende in Begutachtung geschickt. KONTEXT bewertet den Entwurf positiv, wenngleich viele Details noch offen sind.

Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien ändern sich die Anforderungen an die Stromnetze. Das spiegelt sich auch in den Netzkosten wider, sodass die Energiekosten nicht sinken, obwohl immer mehr Strom aus billigeren erneuerbaren Quellen kommt.

Im Mai hat das KONTEXT Institut für Klimafragen [in einer Analyse "Zehn Schritte zur Energiefreiheit”](https://kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/) identifiziert, die notwendig sind, um Österreich künftig mit sauberer und günstiger Energie zu versorgen. Das ElWG hat in den meisten dieser Schritte eine zentrale Funktion. In der Gegenüberstellung der Analyse mit dem aktuellen Begutachtungsentwurf fällt die Bewertung für das Gesetz durchaus positiv aus.

Zwar sind viele Details noch unklar oder von der Ausgestaltung durch die E-Control abhängig. Insgesamt enthält aber bereits der Begutachtungsentwurf viele notwendige Maßnahmen, um die Netze zu entlasten. Die lange Begutachtungsphase sollte noch dafür genutzt werden, um mehr Details zu klären und Verbesserungen vorzunehmen. Dann kann das ElWG die volle Wirkung als Schrittmacher am Weg zur Energiefreiheit entfalten.

Folgende Maßnahmen können das Gesetz noch weiter verbessern:

- Zentrale Technologiekombinationen, wie der gezielte gemeinsame Ausbau von Speichern mit Erneuerbaren, oder PV-Anlagen mit Windkraft, sowie die Eigenstromnutzung in der Industrie werden nicht gezielt gefördert, obwohl sie essenziell für ein stabiles und effizientes Energiesystem sind.
- Die Beteiligung von Erzeugern am Netznutzungsentgelt darf den Ausbau von PV und Wind nicht ausbremsen. Die Kostenverteilung muss fair und investitionsfreundlich ausgestaltet werden, um Verunsicherung zu vermeiden.
- Die netzseitige Steuerung sollte dort ansetzen, wo kleine Eingriffe große Wirkung entfalten: Die geplante Spitzenkappung bei Wind sollte nur gezielt eingesetzt werden, um hohe Ertragsverluste zu vermeiden. Zusätzlich fehlt die Möglichkeit automatischer Verbrauchsreduktion in Notfällen, mit denen sich Stromausfälle kostengünstig verhindern ließen.

Die Gegenüberstellung im Überblick:

##  Weiterführende Links 

- [Pressemeldung](https://kontext-institut.at/presse/einordnung-elektrizit%C3%A4tswirtschaftsgesetz/)
- [Grafiken als PDF zum Download](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202507_ElWG-im-Check_KONTEXT.pdf)
- [Analyse: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)
- [Analyse: Netzausbau: Kosten senken und gerecht verteilen](https://kontext-institut.at/inhalte/netzausbau/)

---

 # Was ein wirksames Klimaschutzgesetz braucht

Einordnung Klimapolitik Klimaziele 

Dienstag, 15.07.2025

Österreich will bis 2040 klimaneutral werden. Dieses ambitionierte Vorhaben erfordert nicht nur effektive klimapolitische Maßnahmen, sondern auch ein starkes Klimaschutzgesetz, das den politischen Rahmen dafür schafft. Was ein solches Gesetz erfordert: Eine Einordnung.

Klimaziele und die Prozesse, um sie zu erreichen, sind kein Selbstzweck. Sie geben Bevölkerung und Unternehmen Orientierung und Planungssicherheit. Nur wenn die Politik verlässlich und langfristig handelt, kann die Ökologisierung wirtschaftlich erfolgreich und sozial verträglich gelingen. Außerdem schafft ein wirksames Klimaschutzgesetz klare Zuständigkeiten, ermöglicht öffentliche Kontrolle und bindet die Politik an transparente Prozesse.

Ein Klimaschutzgesetz, das Österreich ermöglicht, bis 2040 klimaneutral zu werden, muss folgende Elemente aufweisen:

**Klimaziele und Reduktionspfade:**

Im Zentrum eines Klimaschutzgesetzes stehen die Ziele zur Emissionsreduktion. Die EU-Klimaziele sind bereits rechtlich bindend. Für das Ziel der Klimaneutralität 2040 in Österreich gibt es bislang nur Absichtsbekundungen, etwa im aktuellen Regierungsprogramm, aber keine gesetzliche Grundlage. Deshalb ist es notwendig, die Klimaneutralität 2040 im Klimaschutzgesetz rechtlich zu verankern und zusätzlich verbindliche Reduktionspfade mit jährlichen Zwischenzielen für alle Sektoren festzulegen.

**Maßnahmenpläne und Monitoring:**

Um die Reduktionsziele zu erreichen, müssen die notwendigen Maßnahmen umgesetzt werden. Diese können beispielsweise in Form von Maßnahmenpaketen in einem Klimafahrplan für die kommende Legislaturperiode erlassen werden. Begleitend muss ein jährliches Monitoring durch externe wissenschaftliche Expert:innen im Klimaschutzgesetz verankert werden, das prüft, ob die Ziele erreicht und die Maßnahmen umgesetzt wurden und auf diese Weise Transparenz schafft. Die Ergebnisse der Evaluierung sollten in Monitoringberichten veröffentlicht werden, die nachvollziehbar aufzeigen, wo Lücken in der Umsetzung und Emissionsreduktion bestehen.

**Sofortmaßnahmen:**

Für den Fall, dass Reduktionsziele nicht erreicht werden, ist im Klimaschutzgesetz ein Mechanismus für den raschen Beschluss von zusätzlichen Sofortmaßnahmen vorzusehen. Diese müssen sicherstellen, dass die Ziele im folgenden Jahr erreicht werden. Das erfordert klare und verbindliche Fristen: Die Sofortmaßnahmen sollten ehestmöglich, spätestens aber sechs Monate nach der Evaluierung ergriffen werden, damit sie noch wirksam werden können.

**Hochrangige Steuerungsgruppe:**

Damit die Umsetzung der Maßnahmenpakete und der Beschluss von Sofortmaßnahmen sichergestellt wird, ist eine effektive Zusammenarbeit in der Regierung notwendig. Dafür braucht es eine hochrangig besetzte Steuerungsgruppe, der neben dem Bundeskanzler und Finanzminister alle Minister:innen, in deren Zuständigkeit emissionsintensive Sektoren fallen, angehören. In der aktuellen Bundesregierung wären das Landwirtschafts- und Klimaminister Nobert Totschnig, Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer sowie Infrastruktur- und Mobilitätsminister Peter Hanke.

Gerade im österreichischen Föderalismus ist die Gefahr groß, dass wichtige Maßnahmen im Verantwortungskarussell abgeschoben und nicht umgesetzt werden. Spätestens seit das Klimaschutzministerium aufgelöst und die emissionsintensiven Sektoren in drei verschiedene Ministerien aufgeteilt wurden, ist ein Klimaschutzgesetz die dringend notwendige Voraussetzung für eine wirkungsvolle heimische Klimapolitik.

##  Weiterführende Links 

- [Pressemeldung](https://kontext-institut.at/presse/was-ein-wirksames-klimaschutzgesetz-braucht)

---

 # Kreisverkehr Klimapolitik: Wie Windräder vom Winde verweht werden

Kommentar Erneuerbare Energie Klimapolitik Klimadiskurs Technologien 

Samstag, 19.07.2025

Wer ist zuständig für den Ausbau der Erneuerbaren Energien: Bund, Länder, Gemeinden – oder die EU? Unklare Verantwortungen sorgen für Verzögerungen und am schlimmsten ist es bei der Windkraft. Expertin Katharina Rogenhofer über Ursachen und Auswirkungen.

*Dieser Text erschien als Kolumne bei* [*Newsflix.at*](https://www.newsflix.at/s/kreisverkehr-klimapolitik-so-werden-windraeder-vom-winde-verweht-120120151)*.*

Ich bekenne mich schuldig. Auch ich ziehe in aller Verkürztheit gelegentlich ganz pauschal "die Politik" zur Verantwortung. Aber wer ist eigentlich "die Politik"? Der Bundeskanzler? Eine Landeshauptfrau? Die Parteien? Oder zählen auch Sozialpartner, Interessenvertretungen, Zivilgesellschaft dazu?

Solche pauschalen Zuschreibungen verwischen Verantwortlichkeiten. Niemand fühlt sich angesprochen. Und genau das ist ein Kernproblem der österreichischen Klimapolitik: Verantwortung wird munter weitergereicht. Gemeinden zeigen auf die Länder, die Länder auf den Bund, der wiederum auf die EU – und zurück. Am Ende bleibt alles, wie es ist. Und das hat Folgen. Denn in der Klimapolitik sind klare Zuständigkeiten kein Luxus, sondern Voraussetzung für wirksames Handeln.

## Woher der Wind weht

Ein aktuelles Beispiel zeigt das Dilemma in aller Deutlichkeit: Der Zweite österreichische Sachstandsbericht zum Klimawandel identifiziert den Ausbau der Windkraft als wirksamste Einzelmaßnahme im Kampf gegen die Klimakrise. Bis zu 30 Millionen Tonnen CO2-Emissionen lassen sich damit jährlich einsparen. Zur Einordnung: Das entspricht beinahe der Hälfte von Österreichs Gesamtemissionen im Vorjahr.

Obwohl ihr Nutzen für den Klimaschutz so eindrücklich ist und der Ausbau von Erneuerbaren die Unabhängigkeit von Öl- und Gasimport stärkt sowie Energiekosten senkt, hinkt die Windkraft noch deutlich hinter den national gesteckten Zielen hinterher. Bis 2030 soll Windkraft laut dem geltenden Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz 17 Terawattstunden (TWh) Strom produzieren. In den letzten zwölf Monaten lag die Produktion mit 8,4 TWh knapp unter der Hälfte.

Das ist wohl ein klassischer Fall von "Die Politik setzt nicht genug um". Nur, wer ist in dem Fall "die Politik"? Die Bundesregierung hat in dem Bereich einen ersten wichtigen Schritt gemacht und mit dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) kürzlich das rechtliche Herzstück der Energiewende vorgelegt.

Ja, das Gesetz war EU-rechtlich geboten und bereits überfällig und ja, der Entwurf der Vorgängerregierung lag bereits fertig in der Schublade und ja, es gibt in einzelnen Fragen noch Korrekturbedarf. Aber die wesentliche Stoßrichtung ist absolut richtig: Das Gesetz soll die Netze entlasten, damit die Kosten senken und den Strommarkt so neugestalten, dass er neuen Realitäten mit immer mehr kleinen Einzelproduzenten und Energiegemeinschaften gerecht wird.

Wichtig sind noch Verbesserungen in einigen Bereichen, um das volle Potential des ElWG zu heben. Zentrale Technologiekombinationen, wie der gezielte gemeinsame Ausbau von Speichern mit Erneuerbaren, oder PV-Anlagen mit Windkraft, sowie die Eigenstromnutzung in der Industrie werden nicht gezielt gefördert, obwohl sie essenziell für ein stabiles und effizientes Energiesystem sind.

Ein weiteres Gesetz im Köcher der Bundesregierung ist das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG), das EU-rechtliche Vorgaben umsetzt. Hier ist die Ausgestaltung noch offen, aber das Gesetz hat jedenfalls das Ziel, Genehmigungsverfahren effektiver zu gestalten und soll dazu beitragen, dass genügend Flächen für erneuerbare Energieträger – und somit auch Windkraft – zur Verfügung stehen. Und hier kommen die Bundesländer ins Spiel.

## Mehrheit der Bundesländer säumig

Spätestens an diesem Punkt liegt es nicht nur allein an "der Politik" des Bundes, sondern zentral in der Verantwortung der Bundesländer, die notwendigen Flächen für Windkraft auszuweisen. Auch bei den Genehmigungsverfahren liegen viele Hebel in den Ländern: um sie effizient abzuwickeln, müssen die personellen Ressourcen in den Landesbehörden erhöht werden.

In diesen Bereichen ist die große Mehrheit der Bundesländer säumig. Welche? Das lässt sich an den Produktionszahlen erkennen: Im Burgenland und Niederösterreich schreitet der Ausbau der Windkraft so voran, dass die Ziele für 2030 durchaus in Reichweite sind. Auch in der Steiermark bewegt sich etwas. In Oberösterreich und Kärnten gibt es trotz nennenswertem Potenzial wenig Fortschritte. Westlich davon – in Salzburg, Tirol und Vorarlberg – steht bis heute kein Windrad.

Der Windkraftausbau zeigt exemplarisch, wie viele Akteure Verantwortung tragen und wie leicht sie sich dieser entziehen können. Auch Gemeinden spielen eine gewichtige Rolle. Viele Windkraft-Projekte gehen auf das Engagement und Initiativen von Gemeinden zurück und sie können auch die Akzeptanz von Windkraftprojekten unterstützen, indem sie zu Runden Tischen laden und Informationsveranstaltungen abhalten.

Auch Interessenvertretungen wie Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung könnten mehr beitragen – etwa durch Servicestellen, die bei Genehmigungsverfahren und Projektentwicklung unterstützen. Schließlich sind deren Mitglieder auf günstige und verlässliche Energieversorgung angewiesen.

## Die Politik ist gefordert

Der Ausbau der Windkraft ist eindrückliches Beispiel dafür, wie viele politische Ebenen und Gruppen mitverantworten, ob wichtige Maßnahmen umgesetzt werden. In vielen Bereichen sind zersplitterte Zuständigkeiten dem klimapolitischen Fortschritt nicht unbedingt zuträglich. Im Baurecht, Naturschutz und Raumordnung gelten jeweils neun verschiedene Landesgesetze.

Das macht Projekte, die sich über mehrere Bundesländer erstrecken, wie etwa der Ausbau von Stromleitungen oder Renaturierungsprojekte, deutlich komplizierter und erfordert in den Genehmigungsverfahren zusätzlichen Koordinations- und damit Personalaufwand.

Um wirksame Klimapolitik zu betreiben, braucht es jedoch klare Rahmenbedingungen, Verantwortlichkeiten und Prozesse. Ein ElWG samt kleinen Verbesserungen und ein wirkungsvolles EABG können Puzzlesteine dafür sein. Ein solides Klimaschutzgesetz kann einen weiteren Teil dieser Aufgaben erfüllen.

Spätestens seit das Klimaschutzministerium aufgelöst und die emissionsintensiven Sektoren in drei verschiedene Ministerien aufgeteilt wurden, ist so ein Gesetz die dringend notwendige Voraussetzung für eine wirkungsvolle, koordinierte und transparente Klimapolitik in diesem Land. An der Qualität des Gesetzes wird sich jedenfalls zeigen, welchen Stellenwert die Klimapolitik für Klimaminister Norbert Totschnig und die gesamte Bundesregierung hat.

Ich traue es mich kaum zu schreiben: Hier ist die Politik gefordert.

---

 # Fünf gute Gründe für Klimaneutralität bis 2040

Einordnung Klimapolitik Klimaziele Wirtschaft Sicherheit 

Montag, 01.09.2025

Mit dem Klimagesetz kann die Regierung das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 in Österreich gesetzlich festschreiben. Fünf Gründe sprechen dafür.

Klimaminister Norbert Totschnig kündigte im Juli das lang erwartete Klimagesetz an, im Herbst soll es in Begutachtung gehen. Die zentrale Frage wird – neben verbindlichen Sektorzielen, Zeitläufen und Verantwortlichkeiten – sein, ob Klimaneutralität 2040 als Ziel verbindlich festgeschrieben wird. Obwohl das Ziel im Regierungsprogramm steht, ist es in dem jüngst öffentlich gewordenen Entwurf des Gesetzes (Stand Ende Juni) nicht enthalten. Soll Österreich ambitioniert vorangehen mit seinem Ziel, bereits 2040 klimaneutral zu werden? Die kurze Antwort: Auf jeden Fall.

Klimaneutralität bis 2040 ist mehr als ein ökologisches Ziel. Sie ist ein zentraler Hebel für wirtschaftliche Stärke, geopolitische Resilienz und soziale Stabilität. Die aktuelle österreichische Bundesregierung hat das Ziel bereits im Regierungsprogramm festgelegt. Damit Österreich den Umbau gestalten und die Vorteile eines ambitionierten, entschlossenen Handelns nutzen kann, ist es notwendig, das Ziel nun im Klimaschutzgesetz gesetzlich zu verankern. So kann Verbindlichkeit und Planungssicherheit geschaffen werden, anstatt durch Zögern an Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität zu verlieren.

Die folgenden fünf Perspektiven zeigen, warum Klimaneutralität bis 2040 für Österreich sinnvoll, machbar und notwendig ist – für Gesellschaft, Wirtschaft und Sicherheit.

## Klimaneutralität bis 2040 ist für Österreich…

### 1. Wirtschaftlich sinnvoll

**Stärkung der Wirtschaftsleistung:** Eine zügige Transformation steigert die Wertschöpfung, allein durch die Industrie um [2,3–3 Prozent](https://www.researchsquare.com/article/rs-6335114/v1). Laut einer Studie der Energieagentur kann die Energiewende in Österreich bis 2040 jährlich über [21.000](https://www.bmimi.gv.at/dam/jcr:3f79e5a2-c1a8-4231-8879-c918fa8ec36a/GreenJobs_2030.pdf) neue Arbeitsplätze schaffen, insbesondere in den Bereichen Gebäudesanierung, erneuerbare Wärme und Photovoltaik. Ein großer Teil dieser Beschäftigung entsteht in Klein- und Mittelunternehmen, insbesondere im Bau- und Installationsbereich.

**Vorreiterrolle und Innovationschancen:** Der weltweite Markt für klimafreundliche Technologien wächst [exponentiell](https://kontext-institut.at/inhalte/konklusio-eu-oekologisierung-der-wirtschaft/). Länder wie China investieren gezielt, während Europa in wichtigen Bereichen wie Photovoltaik und Elektromobilität bereits Marktanteile verloren hat. Österreich kann durch Investitionen in klimafreundliche Technologien und Geschäftsfelder ins Spitzenfeld gelangen. Im Bereich der [Gebäudetechnologien](https://www.patentamt.at/alle-news/news-detail/artikel/gruene-patente-oesterreich-auf-platz-1-im-bereich-gebaeude) und der [Eisenbahntechnololgien](https://wien.arbeiterkammer.at/interessenvertretung/umweltundverkehr/verkehr/unsere-bahnen/Mobilitaetswende_produzieren.pdf) liegt Österreich gemessen an der Erfindungsdichte (Patente pro Kopf) weltweit auf [Platz 1](https://www.patentamt.at/alle-news/news-detail/artikel/gruene-patente-oesterreich-auf-platz-1-im-bereich-gebaeude). Auch im Bereich Kreislaufwirtschaft bestehen große Potenziale. Die geplanten EU Circular Economy Hubs im Rahmen des Circular Economy Act bieten die Chance, diese Stärken mit den richtigen politischen Rahmenbedingungen auszubauen, und eine wettbewerbsfähige Exportwirtschaft zu etablieren. Jetzt ist der Zeitpunkt, um zu entscheiden, ob Österreich bei der Ökologisierung vorne dabei ist oder in industrielle Bedeutungslosigkeit zurückfällt.

**Standortvorteile durch erneuerbare Energien**: Erneuerbare Energien entwickeln sich zunehmend zu einem entscheidenden Standortfaktor. Unternehmen investieren bevorzugt dort, wo Energie langfristig günstig, sauber und verlässlich verfügbar ist. Dieser sogenannte [„Renewables Pull“](https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2214629623003171)-Effekt führt zur Entstehung neuer industrieller Cluster. Das heißt, wer früh auf erneuerbare Versorgung setzt, zieht Wertschöpfung und zukunftsfähige Arbeitsplätze an. Frühzeitige Schritte in Richtung Klimaneutralität bis 2040 erhöhen somit die Chancen, dass Österreich ein attraktiver Industriestandort für zukunftsfähige Unternehmen wird und bleibt.

**Planungssicherheit:** Viele Unternehmen haben sich bereits auf das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 eingestellt. Zahlreiche Vertreter:innen aus der Wirtschaft betonen regelmäßig, wie wichtig stabile Rahmenbedingungen für langfristige Investitionsentscheidungen sind und auch [empirische Evidenz](https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0165176522000167) zeigt, dass politisches Risiko ein wesentliches Hemmnis für Investitionen darstellt. Planungssicherheit durch klare, ambitionierte Zielvorgaben ist daher ein zentraler Standortfaktor.

### 2. Technisch machbar

**Technologien vorhanden**: Die [Transform.Industry-Studie](https://www.ait.ac.at/themen/efficiency-in-industrial-processes-systems/projekte/transform-industry) analysiert 13 Industriesektoren und zeigt, dass jene zentralen Technologien, die es für Klimaneutralität bis 2040 braucht, bereits verfügbar sind.

**Transformation planbar:** Laut einer [Studie der JKU Linz und dem AIT](https://sciety.org/articles/activity/10.21203/rs.3.rs-6335114/v1?utm_source=chatgpt.com) können Energie- und Investitionsbedarf bis 2040 konkret beziffert werden. Damit ist die Transformation nicht nur technisch möglich, sondern auch strategisch planbar.

### 3. Sicherheitspolitisch notwendig

**Reduktion fossiler Erpressbarkeit**: Russland drohte bereits vor dem Krieg in der Ukraine [mindestens 55 Mal](https://www.energyagency.at/fileadmin/1_energyagency/presseaussendungen/allg._pa/2023/aea_analyse_an_der_gasleine_executive-summary_final.pdf) mit der Unterbrechung fossiler Lieferungen oder setzte diese tatsächlich um. Auch die USA nutzten Flüssiggasexporte als politisches Machtinstrument, wie sich unter Präsident Trump zeigte. Die Energiewende und ambitionierte Elektrifizierung aller Sektoren beendeten solche Abhängigkeiten. Gleichzeitig senkt der Umstieg auf effizientere erneuerbare Systeme den Energieverbrauch um rund [20 Prozent](https://www.unsereenergiewelt2040.at/).

**Strategische Unabhängigkeit durch Kreislaufwirtschaft:** Um den stark steigenden Bedarf an kritischen Rohstoffen zu begrenzen, ist eine leistungsfähige Kreislaufwirtschaft unerlässlich. Laut einer Studie von Transport & Environment könnten durch konsequentes Recycling bis 2040 etwa [32 Prozent](https://www.transportenvironment.org/articles/from-waste-to-value-the-potential-for-battery-recycling-in-europe) des Lithium- und bis zu [95 Prozent](https://www.transportenvironment.org/articles/from-waste-to-value-the-potential-for-battery-recycling-in-europe) des Kobaltbedarfs für Elektroautos gedeckt werden. Ein klares Bekenntnis zur Klimaneutralität bis 2040 schafft den notwendigen politischen Rahmen, um diesen Umbau rechtzeitig einzuleiten und geopolitische Abhängigkeiten wirksam zu reduzieren.

**Wirtschaftliche Resilienz**: Fossile Preisschocks wirken sich direkt auf [Inflation](https://kontext-institut.at/inhalte/sicherheitsrisiko-klimakrise/), Lebenshaltungskosten und Beschäftigung aus. Laut einer wiiw-Studie im Auftrag von KONTEXT würde ein 80-prozentiger Anstieg der Gaspreise allein im ersten Jahr über [10 Milliarden Euro](https://kontext-institut.at/presse/studie-preisschocks-fossile-energie/) wirtschaftlichen Schaden in emissionsintensiven Sektoren verursachen und rund 74.000 Arbeitsplätze kosten. Ein rascher Ausstieg aus fossiler Energie stärkt daher auch die wirtschaftliche Resilienz.

### 4. Finanziell vorausschauend

**Kosten des Nicht-Handelns**: Seit 2022 hat Österreich über [12 Milliarden Euro](https://kontext-institut.at/inhalte/krieg-ukraine-russland-gasabhaengigkeit/) für russisches Gas gezahlt. Das Handelsbilanzdefizit durch fossile Energieimporte lag im Jahr 2022 bei über [19 Milliarden Euro](https://kontext-institut.at/inhalte/krieg-ukraine-russland-gasabhaengigkeit/). Zusätzlich fließen jährlich zwischen [4,1 bis 5,7 Milliarden Euro](https://www.wifo.ac.at/news/klimakontraproduktive-subventionen-in-oesterreich/) in klimaschädliche Subventionen. Diese Zahlen zeigen, dass abwarten kein Sparen bedeutet, sondern bereits heute zu erheblichen und vermeidbaren volkswirtschaftlichen Belastungen führt. Hinzu kommen drohende Strafzahlungen in Milliardenhöhe: Sollte Österreich seine EU-Klimaziele für 2030 verfehlen, könnten laut einer vom Finanzministerium beauftragten Studie bis zu [5,9 Milliarden Euro](https://www.bmf.gv.at/dam/bmfgvat/klimapolitik/Strategische-Flexibilit%C3%A4ten-Zielerreichung-%C3%96sterreichs-ESR-EU2030Klimaziel.pdf) fällig werden.

**Früher ist günstiger als später**: Verzögerungen beim Übergang verursachen langfristig deutlich höhere Kosten. Der Bau neuer fossiler Infrastrukturen beispielsweise schafft sogenannte „Lock-ins“, die später kostenintensiv rückgebaut werden müssen. Zudem erfordert eine Verzögerung des Übergangs eine schnellere Skalierung von Technologien oder Sektoren, was mit höheren Kosten verbunden ist. Darüber hinaus können CO₂-Senken durch ungenügende Maßnahmen verloren gehen, was eine spätere und kostenintensive Wiederherstellung erforderlich macht. Die Internationale Energieagentur beziffert im „Delayed Action Case“ zusätzliche Kosten von [1,3 Milliarden](https://www.iea.org/reports/net-zero-roadmap-a-global-pathway-to-keep-the-15-0c-goal-in-reach/making-the-net-zero-scenario-a-reality) US-Dollar weltweit pro Jahr. Wird der Klimapfad um neun Jahre verzögert, steigen die Gesamtkosten der Transformation um [72 Prozent](https://energyinnovation.org/wp-content/uploads/Cost_of_Delay.pdf), berechnet Energy Innovation. Das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 ermöglicht es, rechtzeitig und schrittweise zu investieren und so hohe Zusatzkosten durch Verzögerung zu vermeiden.

### 5. Gesellschaftlich entscheidend

**Klimafolgen**: Jeder zusätzliche Tag mit Temperaturen über 30 °C erhöht die Sommersterblichkeit um [2,4 Prozent](https://arxiv.org/pdf/2405.00540), in Regionen mit älterer Bevölkerung verdoppelt sich dieser Effekt sogar. Auch Extremwetter und Hochwasser verursachen massive Schäden: Das Jahrhunderthochwasser im September 2024 verursachte laut WIFO mindestens [1,3 Milliarden Euro](https://kontext-institut.at/inhalte/klimaanpassung-kosten-chancen/) Schaden und die wetterbedingten Verluste in der Landwirtschaft beliefen sich laut Hagelversicherung 2024 auf [260 Millionen Euro](https://www.hagel.at/presseaussendungen/jahresbilanz-2024/). Klimaneutralität bis 2040 hilft, solche Risiken zu reduzieren und Lebensqualität zu sichern.

**Aktive Zukunftsgestaltung**: Klimaneutralität 2040 steht für Verantwortung, Vision und Gestaltungswille. Es zeigt die Stärke, die Realität anzuerkennen, entschlossen zu handeln und aktiv eine lebenswerte Zukunft zu gestalten. Ein Rückzug vom Ziel würde Österreichs internationale Glaubwürdigkeit schwächen, ein klares Festhalten daran stärkt die Vorbildrolle und sendet ein Signal der Verlässlichkeit und Ambition im globalen Klimaschutz.

### Fazit 

Was auf EU-Ebene verpasst wurde, sollte Österreich als Chance nützen: Klimaneutralität bis 2040 ist wirtschaftlich sinnvoll, technisch machbar, sicherheitspolitisch notwendig, finanziell vorausschauend und gesellschaftlich entscheidend. Die genannten Argumente bauen exemplarisch auf die breite fachliche Evidenz, die dieses Ziel stützt. Darüber hinaus ist Verlässlichkeit ein wesentlicher Grundpfeiler glaubwürdiger Politik. An klaren Zusagen festzuhalten, stärkt das Vertrauen in politische Prozesse. Klimaneutralität bis 2040 ist damit mehr als ein klimapolitisches Ziel – sie steht für verantwortungsvolles Handeln, Weitblick und die aktive Gestaltung einer sicheren und zukunftsfähigen Gesellschaft.

[Einordnung ## Fünf gute Gründe für Klimaneutralität bis 2040 KONTEXT zeigt in fünf Perspektiven, warum Klimaneutralität bis 2040 sinnvoll, machbar und notwendig ist – für Gesellschaft, Wirtschaft und Sicherheit. 202508 Fuenf gute Gruende fuer Klimaneutralitaet bis 2040 KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202508_Fuenf-gute-Gruende-fuer-Klimaneutralitaet-bis-2040_KONTEXT.pdf?dm=1751987027) 

##  Weiterführende Links 

- [Einordnung: Was ein wirksames Klimaschutzgesetz braucht](https://kontext-institut.at/inhalte/was-ein-wirksames-klimaschutzgesetz-braucht/)
- [Presseaussendung: Was ein wirksames Klimaschutzgesetz braucht](https://kontext-institut.at/presse/was-ein-wirksames-klimaschutzgesetz-braucht/)
- [Kolumne: Wie die EU die Tür zum Schein-Klimaschutz aufstößt](https://kontext-institut.at/inhalte/warum-klimakrise-%C3%B6sterreich-besonders-stark-trifft-2/)
- [Presseaussendungen zu EU-Klimaziel 2040](https://kontext-institut.at/presse/statement-2040-eu-klimaziel/)

---

 # Konkret: So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren

Analyse Erneuerbare Energie Technologien 

Samstag, 16.08.2025

Genehmigungsverfahren sind zentral für die Energiewende. Die Regierung möchte sie reformieren. Wie das geht, zeigt eine neue Studie des KONTEXT Institut für Klimafragen.

Um langfristig eine sichere und saubere Energieversorgung sicherzustellen, braucht es einen ambitionierten Ausbau von erneuerbaren Energien, Netzen und Speichern. Zentral dafür sind effiziente Genehmigungsverfahren. Derzeit dauern sie jedoch mehrere Monate bis Jahre und werden so zu einem Flaschenhals für die Energiewende.

Politisch bewegt sich hier bereits etwas: Ende Juli hat die Bundesregierung die Reform von Genehmigungsverfahren angekündigt. Entsprechende Gesetze bzw. deren Überarbeitung sollen im Laufe des Sommers bzw. im Herbst in Begutachtung gehen.

Eine neue Studie des KONTEXT Institut für Klimafragen zeigt, wo die zentralen Engpässe liegen – und welche Maßnahmen erforderlich sind, um Verfahren effizient und gründlich durchzuführen. Konkret werfen wir dabei einen genauen Blick auf **Umweltverträglichkeitsprüfungen** (UVP), **Strategische Umweltprüfungen** (SUP) sowie das geplante **Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz** (EABG).

[DOWNLOAD – \[KON\]KRET #4 ## Konkret: So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren Eine neue Studie des KONTEXT Institut für Klimafragen zeigt, wo die Engpässe bei Genehmigungsverfahren liegen – und was es braucht, um sie effizient und gründlich durchzuführen. 202509 KONKRET So gehen effiziente Energie Genehmigungsverfahren KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202509_KONKRET_So-gehen-effiziente-Energie-Genehmigungsverfahren-_KONTEXT.pdf?dm=1755178020) 

## Genehmigungsverfahren: Ein Überblick 

Genehmigungsverfahren spielen eine entscheidende Rolle bei der Energiewende: Sie sollen Zielkonflikte lösen, unterschiedliche Stakeholder:innen in Entscheidungen einbeziehen und einen verlässlichen Rahmen für eine geordnete Umsetzung großer Bauprojekte bieten. Gleichzeitig gilt es, wichtige Projekte dadurch nicht unnötig zu verzögert. Das bedeutet: **Effiziente Genehmigungsverfahren sollten sowohl gesellschaftliche und ökologische Interessen als auch die Anliegen der Projektwerbenden ernst nehmen und so schnell wie möglich, aber so gründlich, wie nötig, abgewickelt werden.**

Für die Energiewende sind allen voran zwei Umweltverfahren zentral – die **Umweltverträglichkeitsprüfung** (UVP) und die **Strategische Umweltprüfung** (SUP):

- Die **UVP** bündelt alle Genehmigungen für konkrete Projekte mit potenziell erheblichen Umweltauswirkungen unter einem Dach, wie beispielsweise die Errichtung eines neuen Windparks, den Ausbau eines Wasserkraftwerks oder einer neuen Starkstromleitung.
- Die **SUP** beurteilt ganze Pläne oder Programme, noch bevor konkrete Projekte umgesetzt werden, beispielsweise den österreichischen Netzinfrastrukturplan und dessen gesamte mögliche Auswirkungen auf die Umwelt. Sie setzt damit auf einer strategischen bzw. planerischen Ebene an.
- Daneben sind auch **kleinere Genehmigungsverfahren** relevant, etwa zum Ausbau von Photovoltaik-Anlagen. Diese unterliegen laut aktueller Gesetzeslage nicht der UVP-Pflicht, sondern werden im Rahmen anderer behördlicher Verfahren abgewickelt.

## Genehmigungsverfahren effizienter gestalten

Derzeit werden Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP), Strategische Umweltprüfungen (SUP) sowie kleinere, nicht UVP-pflichtige Verfahren häufig zum Engpass. Die Ursachen für die Verzögerungen sind vielfältig, aber selten auf eine Akteursgruppe oder das Verfahren selbst zurückzuführen. Vielmehr sind es meist strukturelle Defizite, wie unvollständigen Unterlagen seitens der Projektwerbenden, personeller Ressourcenmangel in Landesbehörden, fehlende Flächen und Koordination der Bundesländer, sowie mangelnde öffentliche Akzeptanz, die den Verfahrensprozess in die Länge ziehen. Diese Problemfelder lassen sich beheben, wenn die richtigen Maßnahmen gesetzt werden.

### UVP: Strukturelle Herausforderungen lösen 

- **Qualität der Projektunterlagen verbessern**: Derzeit macht die Phase der Projekteinreichung durch die Projektwerbenden im Schnitt die Hälfte der Dauer von UVP-Verfahren aus. Frühzeitige, strukturierte Projektplanung, klare behördliche Anforderungen und stärkere Nutzung freiwilliger Vorverfahren können helfen, die Phase des Projektantrags zu verkürzen.
- **Behördliche Ressourcen erhöhen**: Für die effiziente Bearbeitung von Projekten sind deutlich mehr Amtssachverständige, Verfahrensleiter:innen und Personal am Bundesverwaltungsgericht notwendig. Auch die Möglichkeit, Personal bundesländerübergreifend einzusetzen, schafft Entlastung.
- **Öffentliche Akzeptanz stärken**: Frühzeitige und verstärkte Einbindung von Bürger:innen und Umweltschutzorganisationen, etwa durch runde Tische, partizipative Formate oder Informationsveranstaltungen, erhöht die Akzeptanz, verbessert die Projektqualität und reduziert das Beschwerdeaufkommen nachweislich und ist damit ein großer Hebel für langfristig effiziente Verfahrensabläufe im Energiebereich. Gleichzeitig muss auf allen Ebenen der Politik Desinformation aktiv entgegengewirkt werden.

### Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungs-Gesetz als entscheidender Hebel 

Ein zentrales politisches Instrument in diesem Zusammenhang ist auch das geplante **Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungs-Gesetz (EABG)**. Es kann die Energiewende unterstützen, wenn es notwendige Maßnahmen verbindlich regelt:

- **Genügend Beschleunigungsgebiete für Erneuerbare ausweisen:** Die Bundesländer müssen verbindlich ausreichend Flächen für Windkraft, Wasserkraft, Photovoltaik, Speicher und Netze bereitstellen und ausweisen.
- **Strategische Umweltprüfungen (SUP) aufwerten und verbindlich machen:** Für alle Beschleunigungsgebiete braucht es verpflichtende, hochwertige und rechtsverbindliche SUPs mit früher Öffentlichkeitsbeteiligung. Dann können sie UVP-Verfahren ersetzen und Doppelprüfungen vermeiden.
- **Einführung eines „One-Stop-Shops“:**  Für Photovoltaik, Speichertechnologien und kleinere, nicht-UVP-pflichtige, Projekte braucht es zentrale Anlaufstellen, die behördliche Verfahren bündeln und dadurch beschleunigen.

## Fazit

Genehmigungsverfahren sind kein Hindernis für die Energiewende. Im Gegenteil: Sie sind ein zentrales Steuerungsinstrument für Qualität, Transparenz und gesellschaftliche Teilhabe. Werden sie als solche gestaltet, können sie zur treibenden Kraft für den werden den Umbau ökologisch verantwortungsvoll, ökonomisch vernünftig und sozial gerecht zu gestalten.

## Grafiken zum Download

[202509\_Erneuerbaren\_Ausbau\_Ziele\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202509_Erneuerbaren_Ausbau_Ziele_KONTEXT.png?w=2000&h=1428&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1754402022&s=12eb18e8e3bf187b821152849e153b8d) [202509\_Genehmigungsverfahren\_Erneuerbaren\_Ausbau\_Ziele\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202509_Genehmigungsverfahren_Erneuerbaren_Ausbau_Ziele_KONTEXT.png?w=2000&h=1428&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1754402024&s=04a2f2da102d82cb42e5c75b30a35352) [202509\_Umweltvertraeglichkeitspruefung\_Dauer\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202509_Umweltvertraeglichkeitspruefung_Dauer_KONTEXT.png?w=2000&h=1428&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781343&s=6d7cc83e7d62fbdb205e0469ec0b4f36) [202509\_Umweltvertraeglichkeitspruefung\_Sektoren\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202509_Umweltvertraeglichkeitspruefung_Sektoren_KONTEXT.png?w=1414&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781334&s=3918c938ce31b670e5ffbd585f954bba) [202509\_So-gehen-effiziente-Energie-Genehmigungsverfahren\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202509_So-gehen-effiziente-Energie-Genehmigungsverfahren_KONTEXT.png?w=1414&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1754402026&s=d168ece7bb2c52e1c28c76e916219d7e) 

##  Weiterführende Links 

- [Pressemeldung](https://kontext-institut.at/presse/neue-studie-so-gehen-effiziente-energie-genehmigungsverfahren/)
- [Studiendownload: Konkret: So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202509_KONKRET_So-gehen-effiziente-Energie-Genehmigungsverfahren-_KONTEXT.pdf)
- [Analyse: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)
- [Analyse: Netzausbau: Kosten senken und gerecht verteilen](https://kontext-institut.at/inhalte/netzausbau/)
- [ElWG: Positiver Schrittmacher am Weg zur Energiefreiheit](https://kontext-institut.at/inhalte/einordnung-elektrizit%C3%A4tswirtschaftsgesetz/)

---

 # EABG: Was im Begutachtungsentwurf steht und was nicht

Einordnung Erneuerbare Energie Klimapolitik Technologien 

Dienstag, 09.09.2025

Das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) ist in der Fassung des Begutachtungsentwurfs nur teilweise in der Lage den Erneuerbaren-Ausbau ausreichend zu beschleunigen. Die KONTEXT-Analyse zeigt: Ambitionierte Ausbau-Ziele fehlen und Bundesländer werden nicht in die Pflicht genommen.

Um langfristig eine günstige, sichere und saubere Energieversorgung sicherzustellen, braucht es einen ambitionierten Ausbau von erneuerbaren Energien, Netzen und Speichern. Ein wirksames Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungs-Gesetz (EABG) ist ein zentrales politisches Instrument, um Genehmigungsverfahren zu erleichtern und Beschleunigungsgebiete auszuweisen.

**Worum geht’s?**

Das EABG soll die EU-Erneuerbaren-Richtlinie (RED-III) in nationales Recht überführen. In der EU sollen bis 2030 bis zu 45 Prozent des Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden. Österreich strebt gemäß dem Nationalen Energie und Klimaplan (NEKP) einen Anstieg auf mindestens 57 Prozent bis 2030 an. Zum Vergleich: 2023 lag dieser Wert bei 41 Prozent.

Genehmigungsverfahren sind ein zentrales Steuerungsinstrument für Qualität, Transparenz und gesellschaftliche Teilhabe an Energieprojekten. Doch durch lange Verfahrenszeiten – Umweltverträglichkeitsprüfungen dauern im Median mehr als 22 Monate – werden sie zum Flaschenhals der Energiewende.

Die Ursachen für die Verzögerungen sind vielfältig, aber selten auf eine Akteursgruppe oder das Verfahren selbst zurückzuführen. Vielmehr sind es meist strukturelle Defizite, wie unvollständige Unterlagen seitens der Projektwerbenden, personeller Ressourcenmangel in Landesbehörden, fehlende Flächen und Koordination der Bundesländer, sowie mangelnde öffentliche Akzeptanz, die den Verfahrensprozess in die Länge ziehen. Diese Problemfelder lassen sich mit den richtigen Maßnahmen beheben.

Ein ambitioniertes EABG ist eine davon. Ein erster Entwurf des Gesetzes wurde von der Bundesregierung nun, am 9. September 2025, in Begutachtung geschickt. KONTEXT hat die Begutachtungsentwurf analysiert.

**Was im Begutachtungsentwurf steht**

Positiv hervorzuheben ist, dass “alle Vorhaben der Energiewende” fortan von “überragendem öffentlichen Interesse” sein sollen und der Ausbau der erneuerbaren Energie damit rechtlich einen besonders hohen Stellenwert bekommt. Zudem werden alle Verfahren, die nicht-UVP pflichtige Technologien – wie kleine PV-Anlagen und Speicher – betreffen, gebündelt. Diese “One-Stop-Shops" können, bei guter Umsetzung, zur Beschleunigung des Ausbaus beitragen.

Die Bundesländer werden außerdem verpflichtet, Beschleunigungsgebiete für Windkraft und Photovoltaik ausweisen. Das ist zentral, schließlich verantworten die Länder die Flächenausweisung und Genehmigungsverfahren. Die konkreten Ziele für den Ausbau sind jedoch rückschrittlich. Denn der Entwurf hinkt nicht nur den Notwendigkeiten der Energiewende, sondern auch den andernorts – z.B. im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz oder dem Österreichischen Netzinfrastrukturplan – festgelegten Zielen hinterher. Außerdem sind weder Steuerungsmechanismen noch Konsequenzen enthalten, für den Fall, dass Ziele verpasst werden.

Grundsätzlich positiv ist, dass eine Strategische Umweltprüfung (SUPs) für Beschleunigungsgebiete künftig mehrere Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVPs) für einzelne Energieprojekte ersetzen kann. Offen bleibt hier, wie gut die verbindlichen Kriterien und Standards der UVPs in SUPs gewahrt bleiben. Kontraproduktiv ist dagegen, dass der Gesetzesentwurf keine UVP in Fällen vorsieht, in denen unerwartet erhebliche Umweltauswirkungen durch Einzelprojekte zu befürchten sind.

**Fazit**

Das EABG bündelt kleine Verfahren und macht Gesamtprüfungen von Beschleunigungsgebieten möglich. Das macht Energie-Genehmigungsverfahren in vielerlei Hinsicht effizienter und trägt dazu bei, dass sich Österreich künftig mit sauberer und leistbarer Energie versorgen kann. Jedoch hinkt der Gesetzesentwurf den bisherigen Ausbau-Zielen hinterher. Die Regierung verpasst die Chance, die Bundesländer in die Pflicht zu nehmen. Um den Erneuerbaren-Ausbau ausreichend zu beschleunigen, muss das Gesetz gerade hier ambitionierter und verbindlicher werden.

Für einen effizienten Ausbau erneuerbarer Energien sind neben dem EABG aber noch weitere Maßnahmen notwendig.

- Mehr personelle Ressourcen bei Behörden: Anzahl der Sachverständigen und Verfahrensleiter:innen erhöhen
- Bundeslandübergreifende Arbeit von Sachverständigen ermöglichen, um Engpässe auszugleichen
- Verbesserung bundeslandübergreifender Prozesse und Harmonisierung rechtlicher Grundlagen
- Frühzeitige hochwertige Einbindung der Öffentlichkeit bei Ausbau-Projekten sicherstellen, Formate erweitern (z.B. runde Tische, Informationsveranstaltungen)
- Klarheit bei Kriterien & Anforderungen, die für vollständige Unterlagen neuer EE-Projekte notwendig sind, Klarheit bei Begrifflichkeiten.

##  Weiterführende Links 

- [Pressemeldung](https://kontext-institut.at/presse/eabg-entwurf-analyse/)

---

 # Wie das Ende für Autoabgase verschleppt wird

Einordnung Mobilität EU Klimadiskurs 

Mittwoch, 08.10.2025

Die Debatte um das sogenannte „Verbrenner-Aus“ ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie wichtige politische Maßnahmen verschleppt werden – zum Schaden des Klimas und der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie.

Im Jahr 2023 wurde in der Europäischen Union das Ziel gesetzlich verankert, ab dem Jahr 2035 keine CO₂-ausstoßenden Autos mehr zuzulassen. Im September 2025 kündigte der Präsident der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, die Abkehr von diesem Ziel an.

Unterstützung dafür kommt in Österreich von ÖVP-Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, der in einem LinkedIn-Post schrieb, die EU wolle „ab 2035 keine neuen Verbrenner mehr zulassen – egal, ob sie mit Benzin, Diesel oder sogar mit CO₂-neutralen Kraftstoffen fahren.“ Das sei „ein Technologieverbot“. Im Einklang mit seiner deutschen Amtskollegin Katherina Reiche (CDU) forderte er jüngst in Berlin „Technologieoffenheit und Anerkennung von CO₂-neutralen Kraftstoffen“, als Beispiel genannt werden unter anderem E-Fuels.

## **Beispiel für Verschleppungstaktiken**

Die Debatte um das Ende der Autoabgase ist ein anschauliches Beispiel für den Einsatz von Verschleppungstaktiken – also Taktiken, die Maßnahmen verhindern oder zumindest verzögern sollen. In diesem Fall sind zwei dieser Taktiken zu beobachten:

1. **Desinformation**: Wird das sogenannte „Verbrenner-Aus“ mit einem „Technologieverbot“ gleichgesetzt, dann suggeriert das, es seien ab 2035 nur mehr E-Autos zugelassen, was faktisch falsch ist. Bewusst eingesetzt zielt diese Verknüpfung darauf ab, dass CO2-ausstoßende Autos weiterhin erlaubt bleiben.
2. **Scheinlösungen**: Mit technischen Trugbildern, wie E-Fuels, wird eine Scheinlösung präsentiert, die nicht marktreif ist und vor allem ineffizient und teuer in der Herstellung.

### **Desinformation “Verbrenner-Aus”**

Mit ihrem Gesetz verbietet die EU keineswegs Verbrennungsmotoren – enden soll lediglich die Zulassung für Autos, die CO₂ ausstoßen. Wer also das sogenannte „Verbrenner-Aus“ kippen will, setzt sich dafür ein, dass weiterhin mit Benzin und Diesel gefahren wird. Denn nach politischem Druck wurde in das EU-Gesetz eine entsprechende Ausnahme eingeräumt, die Nutzung von E-Fuels explizit ermöglicht. Diese Ausnahme soll nun noch einmal auf Umsetzbarkeit überprüft werden. Explizit verboten sind aber weder Verbrenner-Motoren noch der Einsatz von E-Fuels.

### **Scheinlösung E-Fuels**

Die Tatsache, dass sie erlaubt sind, heißt aber noch nicht, dass es klug ist, E-Fuels in PKWs einzusetzen. E-Fuels brauchen in der Herstellung viel Energie und sind äußerst rar – so rar, dass die Mengen, die im Schiffs- und Flugverkehr gesetzlich vorgeschrieben sind, kaum realistisch produziert werden können. Entsprechend hoch sind auch die Preise für diese Treibstoffe.

Noch entscheidender ist aber die Ineffizienz: Durch die aufwendige Produktion bringen E-Fuels nur 14 Prozent der eingesetzten Energie tatsächlich auf die Straße. Mit 100 Kilowattstunden kommt ein E-Auto im Schnitt 428 Kilometer. Ein mit E-Fuels betankter Verbrenner schafft gerade einmal 45 Kilometer, also etwa ein Zehntel. Auch wenn die Idee für einige grundsätzlich verlockend sein mag, sind E-Fuels im Autoverkehr schlicht nicht marktfähig. Sie sollten vor allem dort eingesetzt werden, wo es keine Alternativen gibt, etwa im Schiffs- oder dem Flugverkehr.

## **Verschleppung im Verkehrssektor**

Gerade im Verkehrssektor sind Verschleppungstaktiken besonders ausgeprägt: Ein Mitgrund für starke Polarisierung in dieser Frage ist, dass die Verbrenner-Autos über Jahrzehnte ein Garant für Wohlstand und Arbeitsplätze in Europa waren. Mehr noch: Weil Europa mit dieser Technologie so erfolgreich war, hatte der Autobau an vielen Orten nahezu identitätsstiftende Wirkung.

Das Festhalten an fossilen Technologien, oder Technik-Trugbildern wie E-Fuels, verschleppt jedoch nicht nur die notwendige effiziente Mobilitätswende. Sie hat auch negative Auswirkungen auf Wirtschaft, Unternehmen und Kund:innen im Automobilbereich, da die Stop-and-Go Politik Planungssicherheit untergräbt.

## **Zukunft fährt elektrisch – auch ohne Europa**

E-Autos sind Verbrenner-Autos technisch in vielfacher Weise überlegen. Sie sind am effizientesten im Einsatz und verursachen die geringsten Kosten im Betrieb. Die Anschaffungskosten sinken mittlerweile rasant, die Reichweiten steigen und die Ladeinfrastruktur wird auch hierzulande immer besser.

Die Frage ist also nicht, ob Autos, die mit Diesel und Benzin betrieben werden, im breiten Gebrauch von unseren Straßen verschwinden werden, sondern nur wann es so weit sein wird. Und rein physikalisch ist es auch keine Frage mehr, von welcher Technologie sie abgelöst werden, sondern nur wo diese Technologie in Zukunft weiterentwickelt und produziert wird. China war über viele Jahre der größte Exportmarkt für Autos aus Europa. Mittlerweile liegt dort der E-Auto-Anteil bei den Neuzulassungen bei über 50 Prozent. Die Autos dafür produzieren sie hauptsächlich selbst, was der Grund für den massiven Einbruch in der deutschen Automobilindustrie ist. In China wurden 2024 mehr als doppelt so viele E-Autos produziert als noch im Jahr 2021. In Europa stieg die Produktion im selben Zeitraum gerade einmal um 38 Prozent. Europa fällt immer weiter zurück und die politische Unklarheit, wo es hingeht, verschafft China einen klaren strategischen Marktvorteil.

## **Technologieklarheit sichert Wohlstand**

E-Autos lösen nicht alles: Sie müssen, wie alle Autos, energie- und ressourcenintensiv produziert werden. Auch andere Probleme des Straßenverkehrs, wie etwa der Flächenverbrauch, bleiben bestehen. Für eine nachhaltig, günstig und ressourcenschonende Mobilität der Zukunft sind deshalb öffentliche Verkehrsmittel wesentlich. Dennoch wird es gerade an vielen abgelegeneren Orten weiterhin Autos brauchen. E-Mobilität ist also ein zentraler Baustein, um die Emissionen im Mobilitätsbereich zu reduzieren und technologisch nicht zurückzufallen.

In der EU wurden in diesem Jahr bereits wichtige Zwischenziele für die Emissionsgrenzen von Autos aufgeweicht. In Österreich wurden Förderungen für E-Autos eingestellt und eine neue motorbezogene Versicherungssteuer eingeführt. Wenn Europa jetzt auch noch vom Ziel abrückt, dass Neuwagen ab 2035 emissionsfrei sein müssen, riskiert es, den technologischen Anschluss in einem stark wachsenden Markt vollends zu verlieren.

Europa hat in den letzten 100 Jahren hinlänglich bewiesen, dass es hochqualitative Autos für die Welt bauen kann. Jetzt muss es zeigen, dass es auch die Zukunft der Mobilität gestalten kann. Die Voraussetzung dafür ist Technologieklarheit. Nur so können Förderungen gezielt eingesetzt werden, damit die Nachfrage stimuliert, die Preise gesenkt und die Märkte durchdrungen werden. Das sichert die Zukunft der europäischen Autoindustrie und damit Wohlstand und viele Arbeitsplätze.

## Grafiken zum Download

[251008\_Klimadiskurs\_Verbrenner-Debatte.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/251008_Klimadiskurs_Verbrenner-Debatte.png?w=960&h=685&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1759932762&s=05c2a57b45522bf928aa66f7198b8b98) [251008\_E-Autos\_Produktion.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/251008_E-Autos_Produktion.png?w=960&h=960&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1759932757&s=a100d01f8caddef533a201cfa1a68db6) [Elektroantrieb-effizienter-als-Wasserstoff-und-E-Fuels.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/Elektroantrieb-effizienter-als-Wasserstoff-und-E-Fuels.png?w=4000&h=2250&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1741005673&s=bc5c67ea018e38cde6fd896656ba1373) 

##  Weiterführende Links 

- [Pressemeldung](https://kontext-institut.at/presse/analyse-wie-das-ende-fuer-autoabgase-verschleppt-wird-und-europas-wettbewerbsfaehigkeit-darunter-leidet/)
- [Newsflix-Kolumne von Katharina Rogenhofer: Verbrenner-Mythen: Warum Europas Autos in die Sackgasse fahren](https://www.newsflix.at/s/verbrenner-mythen-warum-europas-autos-in-die-sackgasse-fahren-120135574)
- [Klimadiskurs-Monitoring 2025: Wie Österreich über Klima spricht](https://kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-monitoring-2025/)
- [\[KON\]KLUSIO: Wie Klimaschutz verschleppt wird](https://kontext-institut.at/inhalte/verschleppung-klimaschutz-konklusio/)
- [\[KON\]KLUSIO: Mit Technologieklarheit gegen Trugbilder](https://kontext-institut.at/inhalte/konklusio-technologieklarheit/)

---

 # Wie die Digitalisierung die Energiewende effizienter machen kann

Analyse Erneuerbare Energie Technologien Digitalisierung 

Samstag, 18.10.2025

Unsere neue Analyse schafft einen Überblick darüber, wie die Digitalisierung die Energiewende unterstützen kann – und was dafür notwendig ist.

Digitale Energiesysteme können Kosten und Emissionen senken, die Versorgungssicherheit verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Bei unbedachtem Einsatz bergen sie aber Risiken, wie zusätzlichen Energie- und Rohstoffverbrauch, Cyberangriffe oder digitale Exklusion.

Solche digitalen Systeme im Energiesektor umfassen etwa Sensoren an Netzen und Transformatoren, Smart Meter in Haushalten, steuerbare Erzeugungsanlagen und sogenannte “digitale Zwillinge”, also virtuelle Abbilder von Stromnetzen, die die Netzauslastung in Echtzeit beobachten und Engpässe frühzeitig erkennen. Auch KI-gestützte Prognosen sind hier oft nützlich.

[DOWNLOAD ## Chancen der Digitalisierung in der Energiewende Die Analyse schafft einen Überblick darüber, wie die Digitalisierung die Energiewende unterstützen kann – und was dafür notwendig ist. 20251 KONKLUSIO Chancen der Digitalisierung in der Energiewende](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/20251_KONKLUSIO_Chancen-der-Digitalisierung-in-der-Energiewende.pdf?dm=1757325667) 

## **Welche Chancen die Digitalisierung des Energiesystems bietet**

Die neue [Analyse](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/20251_KONKLUSIO_Chancen-der-Digitalisierung-in-der-Energiewende.pdf) identifiziert vier Chancen der Digitalisierung für die Energiewende:

- **Geringere Energiekosten, vor allem für die Industrie,** durch digitalgestützte Verschiebung des Energieverbrauchs in Zeiten niedrigerer Preise. Besonders energieintensive Industrien können davon profitieren. Da günstige Zeitfenster am Strommarkt meist mit hoher Einspeisung erneuerbarer Energien zusammenfallen, werden damit gleichzeitig Emissionen vermieden.
- **Neue Exportmärkte für österreichische Unternehmen.** Der globale Markt für digitale Energietechnik (insbesondere Steuerungssysteme, Energiemanagement und Smart Grids) wächst jährlich um rund neun Prozent und schafft damit Chancen für viele spezialisierte österreichische KMUs, die EU-weit zu den innovativsten zählen.
- **Sicherere Energieversorgung,** weil Netzbetreiber mit intelligenten Stromnetzen Engpässe frühzeitig erkennen und Ausfällen besser vorbeugen können.
- **Einfachere Beteiligung an Energiegemeinschaften** mittels digitaler Plattformen, die die Mitglieder von Energiegemeinschaften dabei unterstützen, Überschüsse effektiv an andere weitergegeben und gemeinschaftliche Speicher optimal nutzen zu können. Außerdem können Haushalte überschüssigen Strom auf diesem Wege an energiearme Haushalte oder soziale Einrichtungen spenden.

## **Wie die Politik diese Chancen realisieren kann**

Um die beschriebenen Chancen zu realisieren, sind gesetzliche Maßnahmen und gezielte Investitionen notwendig. Das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) ist die Voraussetzung für die Digitalisierung in der Energiewende. Es schafft den notwendigen rechtlichen Rahmen für flexible Netztarife, die Nutzung von Verbrauchsdaten und verbesserten Regelungen für Speicher. Wichtig sind konkrete Vorgaben für die Anbringung von Sensoren im Verteilnetz, die im aktuellen ElWG-Begutachtungsentwurf noch fehlen.

Um das Exportpotenzial digitaler Energietechnik zu heben, ist es notwendig, den Markthochlauf und die Internationalisierung digitaler Lösungen gezielt zu fördern. Auch die Ausweitung von digitalen Zwillingen auf das ganze Netz, bedarf zusätzlicher Investitionen.

## **Was es braucht, um Risiken vorzubeugen**

Ohne kluge Umsetzung drohen jedoch neue Risiken: Digitale Systeme sind häufig energieintensiv, gerade in kombiniertem Einsatz mit KI. Gleichzeitig sind sie potenzielle Angriffsflächen für Cyberbedrohungen. Hinzu kommen datenschutzrechtliche Fragen bei der Sammlung von Verbrauchsdaten. Außerdem können Haushalte ohne geeignete Endgeräte, stabilen Internetzugang oder ausreichendes technisches Wissen nur von nur eingeschränkt von diesen Möglichkeiten profitieren. Auch Die verbauten kritischen Rohstoffen können außerdem neue Abhängigkeiten schaffen.

Diese Risiken gilt es, zu minimieren. Zusätzlicher Energieverbrauch der digitalen Systeme selbst muss mit Effizienzgewinnen abgewogen werden. Die Stärkung der Kreislaufwirtschaft ermöglicht, kritische Rohstoffe mehrfach zu nutzen und Importabhängigkeiten zu reduzieren. Bessere und verbindliche Sicherheitsstandards auf EU-Ebene sind notwendig, um Cybergefahren abwenden zu können.

Verpflichtende barrierefreie Standards, mehrsprachige Benutzeroberflächen und analoge Informationskanäle für Haushalte ohne Internetzugang, können außerdem digitale Exklusion reduzieren. Ergänzend braucht es klare Datenschutzregeln für Verbrauchsdaten.

## **Fazit** 

Die zentralen digitalen Lösungen für eine effiziente Energiewende sind längst vorhanden. Entscheidend ist nun, diese Technologien unter den richtigen Rahmenbedingungen verfügbar zu machen, systematisch zu nutzen und intelligent zu verknüpfen. Dafür braucht es klare rechtliche Rahmenbedingungen und gezielte Förderungen seitens der Politik, mutige Umsetzung und Innovation in der Wirtschaft und aktive Mitgestaltung seitens der Zivilgesellschaft. Gelingt das Zusammenspiel, kann die Digitalisierung zu einem wirkungsvollen Hebel für ein leistbares, effizientes und resilientes Energiesystem werden.

## Grafiken zum Download

[202510\_Chancen-der-Digitalisierung-in-der-Energiewende\_KONTEXT\_website.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202510_Chancen-der-Digitalisierung-in-der-Energiewende_KONTEXT_website.png?w=2828&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1759926062&s=1d60add3a6c17ed46ad32bbc83a69bb9) [202510\_Intelligente-Netze\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202510_Intelligente-Netze_KONTEXT.png?w=4000&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1759926069&s=9e98f5def259f77c33b6803dfeb93288) 

##  Weiterführende Links 

- [Download Analyse: Wie die Digitalisierung die Energiewende effizienter machen kann](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/20251_KONKLUSIO_Chancen-der-Digitalisierung-in-der-Energiewende.pdf)
- [Presseinformation](https://kontext-institut.at/presse/digitalisierung-energiewende/)

---

 # Wie die Kreislaufwirtschaft den Wirtschaftskreislauf stärken kann

Studie Kreislaufwirtschaft Wirtschaft Industrie Technologien 

Dienstag, 02.12.2025

Eine neue Studie des KONTEXT Instituts zeigt, dass Kreislaufwirtschaft die Modernisierung der Industrie vorantreiben kann und gleichzeitig Rohstoffe, Emissionen und Energie spart. Die Regierung hinkt, trotz Versprechen, in der Umsetzung hinterher. So bleiben große Potenziale ungenutzt. Die Industriestrategie ist eine gute Gelegenheit, das zu ändern.

Österreichs Industrie, das Herz unserer Wirtschaft, schwächelt: Keine Woche vergeht ohne eine Meldung über eine Werksschließung und Entlassungen. Österreichs ressourcenintensive und überwiegend lineare Wirtschaftsweise lässt große Potenziale ungenützt. Die gute Nachricht: Wir können den Wirtschaftskreislauf stärken – mit Kreislaufwirtschaft.

Eine neue Studie des KONTEXT Institut zeigt am Beispiel der ressourcen- und energieintensiven Sektoren Bau und Metall, dass Kreislaufwirtschaft maßgeblich zur Modernisierung der Industrie beitragen kann. Mit den richtigen Maßnahmen werden Rohstoffe, Energie und Emissionen gespart und gleichzeitig Arbeitsplätze und Wohlstand gesichert.

[Download Studie ## KONTEXTANALYSE #5: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft Die Studie zeigt, dass Kreislaufwirtschaft die Modernisierung der Industrie vorantreiben kann und Rohstoffe, Emissionen und Energie spart. 202512 KONTEXTANALYSE Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf?dm=1764583874) 

## **Ergebnisse im Detail**

Die Basis der Studie liefert eine Modellierung des Umweltbundesamtes (UBA) und des Center of Economic Analysis and Research (CESAR) im Auftrag von KONTEXT. Das modellierte Szenario zeigt, dass eine Umsetzung zirkulärer Maßnahmen im Wohnbau- und Metallsektor bis 2040 im Vergleich zu einem Weiter-wie-bisher-Szenario eine umfassende Modernisierung der Industrie ermöglicht und erheblichen Mehrwert liefert:

- 29 Prozent geringerer Materialeinsatz im Wohnbau
- 7,8 Millionen Tonnen bzw. 20 Prozent weniger CO₂-Emissionen
- 21 TWh geringerer Einsatz fossiler Energieträger
- Elf Prozent niedrigere Energiepreise in der Metallindustrie und günstigere Outputpreise in Hochbau & Metallindustrie
- deutlich reduzierte Importe fossiler Energieträger und primärer Metallerze erhöhen die europäische Unabhängigkeit
- stabile gesamtwirtschaftliche Entwicklung: leicht positive Auswirkung auf das BIP und 3.500 zusätzliche Arbeitsplätze

Bau- und Metallsektor verantworten derzeit zusammen rund zwei Drittel des gesamten Ressourcenverbrauchs und damit maßgeblich den ökologischen Fußabdruck des Landes. Ihre Transformation entscheidet über den Erfolg einer zirkulären Wirtschaftsweise und über die Fähigkeit, industrielle Wertschöpfung mit Ressourcenschonung und Emissionsreduktion zu verbinden.

## **Notwendige politische Maßnahmen**

Die Ergebnisse zeigen klar, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur Klima und Umwelt schont, sondern auch günstigere heimische Produktion ermöglicht, die Resilienz der Industrie stärkt und sie so zukunftsfit macht. Damit die modellierten Potenziale realisiert werden können, leitet die Studie konkrete politische Maßnahmen als notwendige Rahmenbedingungen ab.

### **Für den Bausektor:**

- Anreize und Förderung kreislauffähiger und biogener Baustoffe sowie Mindestquoten für Recyclingbaustoffe bei Neubau und Sanierung
- Gleichstellung von Sekundärrohstoffen mit Primärrohstoffen
- Gezielte Maßnahmen für eine höhere Sanierungsrate
- Abbau regulatorischer Hürden für Nutzungsänderungen von Gebäuden, Umbauten und Wiederverwendung von Bauteilen
- Verbindliche Vorgaben für Demontierbarkeit und Materialtransparenz (digitaler Gebäudepass)
- Obergrenze für Flächenversiegelung, Leerstandsabgabe und stadtplanerische Priorisierung von Sanierung, Nachverdichtung und Bestandsnutzung

### **Für den Stahl- und Metallsektor:** 

- Langfristig gesicherte Versorgung mit günstigem sauberem Strom durch Ausbau von Windkraft, Photovoltaik, Netzen und Speichern
- Leitmärkte für emissionsarmen und recycelten Stahl durch öffentliche Beschaffung, Produktstandards oder Klimaschutzverträge
- Planungssicherheit bei CO₂-Preisen als Investitionssignal
- Höhere Schrottverfügbarkeit durch Qualitätsstandards sowie klare Vorgaben für Separation, Demontage und Rückgewinnung

Die Potenziale sind enorm, die Umsetzung bleibt bisher jedoch deutlich hinter den Ambitionen zurück. Einige der notwendigen Maßnahmen stehen zwar im aktuellen Regierungsprogramm. Wenn Österreich bei der Kreislaufwirtschaft tatsächlich eine Vorreiterrolle einnehmen soll, müssen diese Maßnahmen rasch umgesetzt werden. Das beginnt mit einer grundlegenden Reform des Abfallwirtschaftsgesetzes. Auch auf EU-Ebene, wo in den kommenden Jahren wichtige Maßnahmen anstehen, muss Österreich eine gestaltende Rolle einnehmen. Um den vollen Mehrwert der Kreislaufwirtschaft zu entfalten, muss sie eine zentrale Säule der Industriestrategie sein.

## Grafiken zum Download

[202512\_Wie-Kreislaufwirtschaft-die-Industrie-modernisiert\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202512_Wie-Kreislaufwirtschaft-die-Industrie-modernisiert_KONTEXT.png?w=2828&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1764249552&s=eae7d24436c91d30e7ea712d9592861e) [202512\_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand\_Kreislaufwirtschaftsstrategie\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202512_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand_Kreislaufwirtschaftsstrategie_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1764581280&s=d176c8f27f50ba04ea50eabc5f493246) [202512\_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand\_Ressourcenverbrauch\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202512_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand_Ressourcenverbrauch_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1764249535&s=65e3b1d50872fa9851b3ee3118df4ccc) [202512\_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand\_inländischer-Materialeinsatz\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202512_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand_inl%C3%A4ndischer-Materialeinsatz_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1764249514&s=3d6360d56f8b008dc7a2d159a80de43b) [202512\_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand\_Emissionen\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202512_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand_Emissionen_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1764249500&s=0d5a1b9d788fb7ad3ffe93c98e97f4d7) [202512\_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand\_Emissionen-pro-Sektor\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202512_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand_Emissionen-pro-Sektor_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1764249493&s=57b1a4c5c6edc75dcf617bfd1771c707) [202512\_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand\_Energieerzeugung\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202512_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand_Energieerzeugung_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1764249508&s=52694d5015b1bd8fadd4bf3de7ba4767) [202512\_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand\_Wertschöpfung-und-Arbeitsplätze\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202512_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand_Wertsch%C3%B6pfung-und-Arbeitspl%C3%A4tze_KONTEXT.png?w=4000&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1764249542&s=02abfa8caf9c4b51c8dc572f40e582c5) 

##  Weiterführende Links 

- [Download Studie: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf)
- [Presseinformation](https://kontext-institut.at/presse/kreislaufwirtschaft-industrie-wohlstand)

---

 # Studie: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit

Studie Kreislaufwirtschaft Unternehmen Technologien 

Dienstag, 24.02.2026

Die Kreislaufwirtschaft kommt in der Industriestrategie prominent vor. Eine neue Studie des KONTEXT Instituts zeigt, wie Österreich vom Kreislaufwirtschafts-Pionier zum Pulsgeber in Europa werden kann und wie durch die Wettbewerbssteigerung die gesamte Wirtschaft profitiert.

Die Wegwerf-Wirtschaft, wie wir sie bisher kennen, wirft erhebliche wirtschaftliche Chancen weg. Die Kreislaufwirtschaft kann das ändern: Sie stärkt die Resilienz der heimischen Wirtschaft, eröffnet Exportmärkte und erschließt neue Ertragsquellen. Eine neue Studie des KONTEXT Instituts bestätigt dieses Wettbewerbspotenzial: Ein vom Umweltbundesamt modellierter Exportboost bei Recyclingtechnologien und die Steigerung der inländischen Recyclingleistung bis 2030 stärken Österreichs Wirtschaft.

[Download Studie ## KONTEXTANALYSE #6: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit Die Studie zeigt, wie ein Recyclingboost Wirtschaftsleistung, Jobs und Investitionen ankurbelt und damit Österreichs Wettbewerbsfähigkeit steigt. 202602 KONTEXTANALYSE Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber fuer Oesterreichs Wettbewerbsfaehigkeit KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202602_KONTEXTANALYSE_-Kreislaufwirtschaft-als-Pulsgeber-fuer-Oesterreichs-Wettbewerbsfaehigkeit.pdf?dm=1773133879) 

### Die wichtigsten Ergebnisse

- Ein Exportboost von **Recyclingtechnologien** bringt **830 Millionen Euro** zusätzliche Wertschöpfung und **9.100 zusätzliche Arbeitsplätze**.
- Ein Exportboost von **Recyclingmaterialien** durch die Steigerung der inländischen Recyclingleistung bringt **1,3 Milliarden Euro** zusätzliche Wertschöpfung und **11.300 zusätzliche Arbeitsplätze**.
- Die beiden modellierten Marktimpulse ergänzen einander. **Insgesamt** generiert der Export von Recyclingmaschinen und Recyclingmaterialien **2,2 Milliarden Euro zusätzliche Wertschöpfung** und **20.300 zusätzliche Arbeitsplätze**.

Die positiven Effekte entfalten sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Besonders profitieren Abfallwirtschaft, Maschinenbau, industrielle Zuliefererbranchen sowie handels- und dienstleistungsnahe Bereiche. Die Kreislaufwirtschaft wirkt damit nicht als isolierter Nischensektor, sondern als gesamtwirtschaftlicher Pulsgeber.

### Österreichs starke Ausgangsposition im Recycling 

Bereits heute verfügt Österreich im Bereich der Kreislaufwirtschaft über eine hohe Innovationsleistung, wie die überdurchschnittliche Patentaktivität zeigt. Gleichzeitig gibt es eine Vielzahl an Unternehmen mit technologischer Führungsposition in ausgewählten Nischen sowie eine breite industrielle Basis entlang der relevanten Wertschöpfungsketten. Diese Kombination begünstigt, dass technologische Spezialisierung in reale Exporterfolge und Wertschöpfung übersetzt werden.

Trotz dieser Pionierstellung kann Österreichs Wirtschaft derzeit dieses Wettbewerbspotenzial nicht voll nutzen. Strukturelle Preisnachteile von Sekundärrohstoffen gegenüber Primärmaterialien, fehlende Standardisierung sowie regulatorische Ungleichbehandlungen bremsen die Skalierung kreislauforientierter Geschäftsmodelle.

### Notwendige politische Maßnahmen

Um das zu ändern sind verlässliche politische Rahmenbedingungen entscheidend. Eine eigens für die Studie durchgeführte Umfrage unter führenden Kreislaufwirtschaftsunternehmen sowie Expert:inneninterviews zeigen, welche zusätzlichen Maßnahmen dafür notwendig sind:

- **Abfallrecht grundlegend reformieren**, um die rechtliche Gleichstellung von qualitätsgesicherten Sekundärmaterialien gegenüber Primärrohstoffen sicherzustellen
- **Mindestanteil an Recyclingmaterial verankern**, um verlässliche Nachfrage nach Sekundärrohstoffen zu schaffen und Leitmärkte für zirkuläre Produkte aufzubauen.
- **CO₂-Bepreisung weiterführen**, um Kostenunterschiede zwischen Primär- und Sekundärrohstoffen zu verringern und faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.

### Fazit

Durch steigende Rohstoffpreise, zunehmende Lieferkettenrisiken und eine wachsende Nachfrage nach CO₂-armen Produkten gewinnt die Kreislaufwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Dass sie in der Industriestrategie 2035 prominent vorkommt, zeigt, dass die Bundesregierung ihr Potenzial erkannt hat. Österreich ist in vielen Feldern der Kreislaufwirtschaft bereits Pionier. Werden technologische Stärken konsequent mit gezielten politischen Rahmenbedingungen unterstützt, kann Kreislaufwirtschaft zum Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit werden, und damit heimische Wertschöpfung, Innovationen und Exporte steigern sowie Arbeitsplätze schaffen. Mit einem gezielten Recyclingboost ist Österreich nicht nur am Puls, sondern wird der Puls der Mehrweg-Zukunft – in Europa und der Welt.

## Grafiken zum Download

[202602\_Kreislaufwirtschaft-staerkt-Wettbewerbsfaehigkeit\_Uebersicht\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202602_Kreislaufwirtschaft-staerkt-Wettbewerbsfaehigkeit_Uebersicht_KONTEXT.png?w=2828&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781291&s=ba926b557fb642edda2f24c122a7802d) [202602\_Kreislaufwirtschaft-und-Wettbewerbsfähigkeit\_RTA\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202602_Kreislaufwirtschaft-und-Wettbewerbsf%C3%A4higkeit_RTA_KONTEXT.png?w=4000&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1772098914&s=e1d65a4126a00626cc11f0d5de880845) [202602\_Kreislaufwirtschaft-staerkt-Wettbewerbsfaehigkeit\_Gesamtergebnisse\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202602_Kreislaufwirtschaft-staerkt-Wettbewerbsfaehigkeit_Gesamtergebnisse_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781302&s=25d37248c4ae36dd6c517956554f81df) [202602\_Kreislaufwirtschaft-staerkt-Wettbewerbsfaehigkeit\_Branchenergebnisse\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202602_Kreislaufwirtschaft-staerkt-Wettbewerbsfaehigkeit_Branchenergebnisse_KONTEXT.png?w=4000&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781311&s=40b47b1c6fd36773e4928afb9f03fe84) 

##  Weiterführende Links 

- [Download Studie: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202602_KONTEXTANALYSE_-Kreislaufwirtschaft-als-Pulsgeber-fuer-Oesterreichs-Wettbewerbsfaehigkeit.pdf)
- [Presseinformation](https://kontext-institut.at/presse/kreislaufwirtschaft-pulsgeber-wettbewerb/)

---

 # Studie: Kritische Rohstoffe – von Abhängigkeit zu Sicherheit

Studie Kreislaufwirtschaft Sicherheit EU Wirtschaft 

Dienstag, 12.05.2026

Die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen birgt Risiken für die Versorgungssicherheit in Europa und die heimische Wirtschaft. Kreislaufwirtschaft bietet die wirksamsten Maßnahmen gegen diese Verwundbarkeit.

Europa und Österreich sind wirtschaftlich und geopolitisch abhängig von kritischen Rohstoffen. Das ist ein wachsendes Sicherheitsrisiko. Engpässe in den Lieferketten gefährden die Versorgung und damit die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft. Das ergibt eine Analyse des KONTEXT Instituts und des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII). Den besten Weg, um uns aus dieser Abhängigkeit zu befreien, politisch nicht erpressbar zu werden und unsere Wettbewerbsfähigkeit abzusichern, bieten Maßnahmen der Kreislaufwirtschaft.

[KONTEXTANALYSE #8 ## Kritische Rohstoffe: Von Abhängigkeit zu Sicherheit Die Studie zeigt, wie Kreislaufwirtschaft für Rohstoffsicherheit sorgt und damit Europa und Österreich unabhängiger macht. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202605_KONTEXTANALYSE_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft.pdf?dm=1778154945) 

## Die wichtigsten Ergebnisse 

### Lieferkettenrisiko

Die Versorgung in der Europäischen Union ist bei 12 von 17 strategischen Rohstoffen gefährdet bis stark gefährdet. Bei acht von 17 strategischen Rohstoffen gilt die Versorgung als stark gefährdet. Dazu zählen Lithium (für Batterien), Seltene Erden (für Permanentmagnete in Motoren, Windturbinen, Elektronik) und Magnesium (für Autos, Verpackungen, Bau).

### Abhängigkeit von China

Bei knapp der Hälfte der Rohstoffe (8 von 17) ist China für Österreich der wichtigste Lieferant und damit das Land mit der höchsten Abhängigkeit.

### Exportwirtschaft direkt betroffen

Österreichs Exportwirtschaft ist davon direkt betroffen: Mehr als die Hälfte von Österreichs Jahresexporten (97 Milliarden Euro) benötigen kritische Rohstoffe. Besonders exponiert sind die Automobil-, Stahl- und Maschinenbauindustrie, die gemeinsam rund 24 Milliarden Euro an Produkten exportieren, in denen die Lieferketten stark gefährdet sind.

## Abhängigkeiten reduzieren

Um diese Abhängigkeit zu reduzieren, verfolgte die EU bisher die Strategie, Importländer zu diversifizieren, den Eigenabbau zu fördern und das Recycling kritischer Rohstoffe zu steigern. Diversifizierung scheitert aber häufig an mangelnden alternativen Lieferquellen für viele Rohstoffe. Der Eigenabbau löst das Problem nicht, solange nachgelagerte Verarbeitungsschritte weiterhin außerhalb Europas stattfinden. Recycling ist strukturell limitiert, da die Recyclingrate bei neun der 17 strategischen Rohstoffe nahe Null liegt und auch Weiterverarbeitungskapazitäten in der EU häufig fehlen.

Notwendig sind daher politische Maßnahmen, die über die Angebotsseite hinausgehen und alle Hebel der Kreislaufwirtschaft nutzen. Die Analyse identifiziert fünf zentrale Strategien mit sehr hohem Potenzial:

1. **Reduktion der Nachfrage nach Endprodukten** (z. B. Energieeffizienzmaßnahmen, Carsharing, Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel)
2. **Steigerung der Materialeffizienz** (z. B. durch Leichtbau und Miniaturisierung in der stark betroffenen Automobil- und Stahlindustrie oder verbindliche Ökodesign-Standards)
3. **Erhöhung der Produktlanglebigkeit** (z. B. durch Right-to-Repair, modulare Bauweisen oder Leihmodelle)
4. **Wiederverwendung von Produkten und Komponenten** (z. B. Zweitnutzung von EV-Batterien oder modulare Stahlkonstruktionen)
5. **Recycling** (z. B. Batterien, Elektronikschrott, Bauabfälle, seltene Erden aus Permanentmagneten)

## Politische Maßnahmen notwendig, um Potenzial zu heben

Kreislaufwirtschaft muss in den besonders betroffenen Sektoren und in der Gesamtwirtschaft gestärkt werden. Essenziell sind neben dem Ausbau von Recyclingkapazitäten auch einheitliche Produktstandards für Materialeffizienz und Zirkularität und entsprechende Kriterien in der öffentlichen Beschaffung, die Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie und die Förderung von Reparaturen. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, braucht es also einen Paradigmenwechsel auf politischer Ebene.

## Fazit

Die Versorgungssicherheit bei kritischen Rohstoffen ist für Europa und Österreich nur erreichbar, wenn wir alle Hebel der Kreislaufwirtschaft nutzen: Von der Reduktion der Nachfrage über Materialeffizienz und Langlebigkeit bis hin zu Wiederverwendung und Recycling. Mit den richtigen Maßnahmen können wir unsere Wettbewerbsfähigkeit, die Ökologisierung und digitale Souveränität in einer instabilen geopolitischen Lage absichern.

## Grafiken zum Download

[202605\_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft\_Versorgungsrisiko\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202605_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft_Versorgungsrisiko_KONTEXT.png?w=1414&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1778155440&s=bd4c70d06510c93ab401028fe3aef48b) [202605\_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft\_Versorgungsrisiko\_SOME\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202605_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft_Versorgungsrisiko_SOME_KONTEXT.png?w=2000&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1778511701&s=39e8b3236f54815265879a5a4b8861ce) [202605\_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft\_Abhaengigkeit-von-China\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202605_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft_Abhaengigkeit-von-China_KONTEXT.png?w=2000&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1778155435&s=a06de75ce4e9cd1f0ce00c3a2fd1624a) [202605\_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft\_Oesterreichische-Exportwirtschaft\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202605_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft_Oesterreichische-Exportwirtschaft_KONTEXT.png?w=2000&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1778155437&s=9d75635c94daab35d9236d8a69eae2f4) [202605\_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft\_Strategien-zur-Reduktion-des-Versorgungsrisikos\_SOME\_KONTEXT-1.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202605_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft_Strategien-zur-Reduktion-des-Versorgungsrisikos_SOME_KONTEXT-1.png?w=2000&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1778511700&s=22a3386828e3c34e28839d07ef3203d5) 

##  Weiterführende Links 

- [Download Studie: Kritische Rohstoffe: Von Abhängigkeit zu Sicherheit](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202605_KONTEXTANALYSE_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft.pdf?dm=1778154945)
- [Presseinformation](https://kontext-institut.at/presse/kreislaufwirtschaft-rohstoffe-sicherheit/)
- [Studie: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-pulsgeber-wettbewerb/)
- [Studie: Wie die Kreislaufwirtschaft den Wirtschaftskreislauf stärken kann](https://www.kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-industrie-wohlstand/)

---

 # Chancenreport Österreich

Studie Landwirtschaft Erneuerbare Energie Klimafolgen Mobilität Unternehmen Wirtschaft 

Dienstag, 09.06.2026

Eine neue Analyse von KONTEXT Institut und EY denkstatt zeigt Klimarisiken und Chancen der Ökologisierung für Österreichs Schlüsselsektoren Energie, Tourismus und Landwirtschaft sowie der Automobilbranche.

Physische Klimarisiken, veränderte Märkte und politischer Zickzackkurs stellen Österreichs Wirtschaft vor Herausforderungen. Wer die Ökologisierung verschleppt, zahlt einen zunehmend hohen Preis. Wer sie als Gestaltungsaufgabe begreift, kann Wettbewerbsvorteile sichern. Die gemeinsame Analyse von KONTEXT und EY denkstatt zeigt unter Einbeziehung von Vertreter:innen der vier Schlüsselsektoren Energie, Tourismus und Landwirtschaft sowie der Automobilbranche, wie physische Klimarisiken, wirtschaftliche Trägheitsrisiken und konkrete Chancen der Ökologisierung bereits heute die Realität österreichischer Betriebe prägen.

[KONTEXT x EY denkstatt ## Chancenreport Österreich Die Analyse zeigt Klimarisiken und Chancen der Ökologisierung für Energie, Tourismus, Landwirtschaft und Automobilbranche. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202606_Chancenreport-Oesterreich_KONTEXT-Institut_EY-denkstatt.pdf?dm=1781166593) 

## Risiken für Österreichs Schlüsselsektoren

### Physische Risiken

Hitzewellen unterbrechen Produktionen und belasten Beschäftigte. Extremwetterereignisse beschädigen Infrastruktur und gefährden globale Lieferketten von Unternehmen. In der Landwirtschaft verursachten Frost, Dürre, Hagel und Überflutungen allein 2024 Schäden von 260 Millionen Euro. Schwindende Schneedecken verkürzen Wintersaisonen. Mangelnder Niederschlag reduzierte die Stromproduktion aus Wasserkraft an der Donau 2025 um rund 20 Prozent.

### Trägheitsrisiken

Zu spät oder gar nicht zu handeln, wird immer teurer und gefährdet die Geschäftsmodelle von morgen. Fossile Preisschocks, verändertes Konsumverhalten, EU-Gesetzgebungen, CO2-Bepreisung, Lieferkettenrisiken und wachsender Druck durch Kapitalmärkte – all das führt dazu, dass sich Märkte verschieben und fossile Technologien zunehmend unrentabel werden. Das zeigt sich beispielsweise im Bereich der E-Mobilität: Im ersten Quartal 2026 lag der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge bei 22,5 Prozent aller Neuzulassungen in Österreich – ein Rekordwert. Unternehmen, die sich nicht anpassen, riskieren, den Zugang zu Kapital, Talenten und Absatzmärkten der Zukunft dauerhaft zu verlieren.

## Chancen für Österreichs Schlüsselsektoren

Die Ökologisierung bietet auf der anderen Seite substanzielle Chancen. Die Elektrifizierung der Mobilität schafft etwa neue Märkte für Ladeinfrastruktur, Batteriesicherheit und Fahrzeugsoftware – Bereiche, in denen Österreichs IT- und Industrieunternehmen stark positioniert sind. Der steigende Strombedarf einer elektrifizierten Wirtschaft öffnet für die Energiebranche strukturell wachsende Absatzmärkte. Veränderte Konsummuster stärken in der Landwirtschaft pflanzliche, regionale und biologische Produktsegmente. Und im Tourismus bieten Nachhaltigkeit, Diversifikation und neue Zielgruppen echte Wachstumspfade jenseits der schneeabhängigen Angebote.

## Drei Prinzipien für eine gelingende Ökologisierung

Um diese Chancen zu nutzen, sind Unternehmen und Politik gleichermaßen gefordert. Unternehmen müssen langfristig und strategisch agieren. Interessenvertretungen können Transformationsprozesse beschleunigen, indem sie sinnvolle Rahmenbedingungen für zukünftige Geschäftsmodelle einfordern. Die Politik muss Klarheit über die Ökologisierung schaffen. Drei Schlüsselprinzipien sind dafür entscheidend:

- **Zielklarheit** schafft Investitionssicherheit, die Unternehmen für langfristige Transformationsentscheidungen benötigen. Beim Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz ist das gelungen, das Ziel der Klimaneutralität 2040 ist jedoch weiterhin nicht gesetzlich verankert.
- **Technologieklarheit** lenkt Ressourcen in jene Lösungen, die tatsächlich skalierbar und sowohl ökonomisch als auch ökologisch effizient sind. Bei der Elektrifizierung von Landmaschinen gelingt das bisher besser als bei der Dekarbonisierung des Straßenverkehrs.
- **Preisklarheit** macht notwendige Investitionsentscheidungen finanziell darstellbar, indem Klimakosten eingepreist und Wettbewerbsverzerrungen abgebaut werden. Die Normalverbrauchsabgabe (NoVA) wirkt in diesem Zusammenhang positiv, die Kerosinsteuerbefreiung und der Agrardiesel kontraproduktiv.

Zudem muss die Politik ressortübergreifend agieren und zukunftsfähige Infrastruktur (Stromnetze, Ladeinfrastruktur, öffentlicher Verkehr etc.) ausbauen, um die Chancen konsequent nutzen zu können.

## Fazit

Österreich hat eine starke industrielle Basis, eine hohe Innovationsdichte, regional verankerte Landwirtschaft und etablierte Tourismusstrukturen. Es braucht Mut zu klaren Entscheidungen, um Österreichs starke Ausgangsbedingungen zu nutzen und die Chancen zu realisieren. Notwendig dafür sind ambitionierte und verbindliche Ziele, konsequente Priorisierung effizienter Technologien und eine Preispolitik, die tatsächliche Kosten widerspiegelt. Wird die Ökologisierung verschleppt, trägt Österreich wirtschaftliche und gesellschaftliche Kosten. Wenn Politik, Unternehmen und Gesellschaft sie als Chance begreifen und gemeinsam gestalten, kann der Standort langfristig profitieren.

*Der Chancenreport stützt sich auf drei methodische Säulen: eine umfassende Literaturrecherche, qualitative Roundtables und Interviews mit Branchenvertreter:innen sowie eine quantitative Online-Umfrage, die an Unternehmen aus den vier Sektoren erging.*

## Grafiken zum Download

[202606\_Klimarisiken-und-Chancen-der-Transformation\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202606_Klimarisiken-und-Chancen-der-Transformation_KONTEXT.png?w=2828&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1780499647&s=664556e165156a87ebfa0fa829288bca) [202606\_Steigender-Verlagerungsbedarf-im-Energiesektor\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202606_Steigender-Verlagerungsbedarf-im-Energiesektor_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1780499672&s=022ce5e979da3aa2fd9e8f7776f4e6f9) [202606\_E-Mobilitaet-globale-Marktdurchdringung\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202606_E-Mobilitaet-globale-Marktdurchdringung_KONTEXT.png?w=4000&h=3200&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1780499625&s=2286f7b2ad746279a66df8ba207d59c2) [202606\_Vorsprung-Chinas-E-Mobilitaet\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202606_Vorsprung-Chinas-E-Mobilitaet_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1780499690&s=376d2ff505318bad35f9bb3e062e4ccc) [202606\_Zunahme-Urlaubsreisen-mit-dem-Zug\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202606_Zunahme-Urlaubsreisen-mit-dem-Zug_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1780499730&s=c626195b6643e8f3778e494871cb6245) [202606\_Wachsender-Absatzmarkt-fuer-sauberes-Heizen\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202606_Wachsender-Absatzmarkt-fuer-sauberes-Heizen_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1780499711&s=ae6785f1313d5254aa737a6d1cdf639b) [202606\_Marktwachstum-pflanzliche-Ersatzprodukte-Fleisch-und-Milch\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202606_Marktwachstum-pflanzliche-Ersatzprodukte-Fleisch-und-Milch_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1780499652&s=4720d1ea28d7373890c21565f0855c55) 

##  Weiterführende Links 

- [Download: Chancenreport Österreich](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202606_Chancenreport-Oesterreich_KONTEXT-Institut_EY-denkstatt.pdf?dm=1780400166)
- [Presseinformation](https://kontext-institut.at/presse/chancenreport/)

---

 # Budget zementiert Öl- und Gasabhängigkeit weiter ein

Einordnung Budget Klimaschädliche Subventionen Klimaziele 

Mittwoch, 10.06.2026

Die Budgetanalyse des KONTEXT Instituts zeigt zwei negative Trends im Doppelbudget 2027/28: Klimaschädliche Subvention bleiben bestehen, Klimaförderungen werden weiter gekürzt.

In seiner Budgetrede betonte Finanzminister Markus Marterbauer richtigerweise, dass sich Österreich aus der Öl- und Gasabhängigkeit befreien müsse. In den Zahlen zeigt sich jedoch das Gegenteil des notwendigen Befreiungsbudgets: Mit dem Doppelbudget 2027/28 fördert die Regierung fossile Abhängigkeit aktiv weiter.

## Kaum Einsparungen bei klimaschädlichen Subventionen 

Die Befreiung aus Öl und Gas beginnt damit, aufzuhören, die Abhängigkeiten von fossilen Energien aktiv zu fördern – sprich: die klimaschädlichen Subventionen zu ökologisieren. Das empfehlen nicht nur die EU-Kommission und OECD, sondern wurde von ÖVP, SPÖ und NEOS in ihrem Regierungsprogramm festgelegt. Diesem Versprechen kommt die Regierung im Doppelbudget 2027/28 jedoch kaum nach.

Ab 2028 plant die Regierung mit noch nicht definierten Maßnahmen erstmals 190 Millionen Euro an klimaschädlichen Förderungen einzusparen. Das ist grundsätzlich begrüßenswert. Dieser Betrag entspricht jedoch ungefähr der Höhe jener klimaschädlichen Subventionen, die diese Regierung seit ihrem Amtsantritt selbst eingeführt hat – etwa durch die Normverbrauchsabgabe (NoVA)-Befreiung für Verbrenner-Nutzfahrzeuge, die Verdreifachung des Pendlereuros oder die Wiedereinführung des Agrardiesels.

Dabei läge allein bei den klimaschädlichen Subventionen im Verkehrsbereich durch die Ökologisierung von Pendlerförderungen, Dienstwagen- und Dieselprivileg ein Einsparungspotenzial von jährlich 1,1 Milliarden Euro.

## Weitere Kürzungen bei Klimaförderungen 

Neben vielen Kürzungen will die Regierung auch neue Mittel für die 'Zukunftsgestaltung' bereitstellen. Wenige Förderungen würden die Zukunft positiver gestalten als jene, die den Ausstieg aus Öl und Gas beschleunigen – für Klima, Wirtschaft und Budget. Doch gerade diese Förderungen werden weiter gekürzt.

Der Negativtrend aus dem letzten Doppelbudget bei den Förderungen für klimafreundliche Maßnahmen setzt sich fort. Förderungen für Sanierungen und Heizungstausch werden um weitere 320 Millionen Euro gekürzt – obwohl genau diese Maßnahmen Energiekosten senken, Aufträge für Installateur:innen und Elektriker:innen schaffen und über höhere Steuereinnahmen teilweise wieder zurück in den Staatshaushalt fließen.

## Fazit

Österreich überweist jedes Jahr Milliarden für Öl-, Gas- und Kohleimporte, die ohne weitere Wertschöpfung für unsere Wirtschaft verloren gehen. Das setzt Unternehmen und Haushalte hohen Energiepreisen und einer erheblichen Inflationsgefahr aus. Gleichzeitig fördert der Staat diese Abhängigkeit jedes Jahr mit bis zu weiteren 5,7 Milliarden Euro klimaschädlicher Subventionen. Die Regierung riskiert damit, wichtige Klimaziele zu verfehlen, was laut Finanzministerium im Jahr 2030 bis zu zusätzliche 2,9 Milliarden kosten wird – ebenso ohne jeden Gegenwert. Anstatt die Befreiung aus der fossilen Preisspirale zu ermöglichen, zementiert das Doppelbudget 2027/28 die Öl- und Gasabhängigkeit mit allen Kosten weiter ein.

## Grafiken zum Download

[202606\_Budget\_Ueberblick\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202606_Budget_Ueberblick_KONTEXT.png?w=2000&h=1714&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1781086332&s=925f2596dc780b988ddf07ae36b64ab9) [202606\_Budget\_Kuerzungen\_-Klimabereich\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202606_Budget_Kuerzungen_-Klimabereich_KONTEXT.png?w=2000&h=1429&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1781086329&s=3fe6d625117cca8ca2bcf21fffc0f6bf) 

##  Weiterführende Links 

- [Presseinformation](https://www.kontext-institut.at/presse/budgetrede-2026/)
- [KONTEXT-Plan: Wie sich Österreich aus der Öl- und Gasabhängigkeit befreien kann](https://www.kontext-institut.at/inhalte/befreiungsplan-fossile-energien/)

---

 # Kreislaufwirtschaft – unsere Studien auf einen Blick

Studie Kreislaufwirtschaft Sicherheit EU Wirtschaft Technologien Industrie Unternehmen 

Donnerstag, 21.05.2026

In drei aktuellen Studien zeigt das KONTEXT Institut das transformative Potenzial der Kreislaufwirtschaft – für wirtschaftliche Modernisierung, Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit.

Europa steht vor enormen geopolitischen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen. Angesichts steigender Rohstoffpreise, der wachsenden Nachfrage nach kohlenstoffarmen Produkten und zunehmender Risiken in den Lieferketten gewinnt die Kreislaufwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Zwar wurden erste Schritte in ihre Richtung unternommen, doch ihr volles Potenzial ist noch ungenutzt.

In drei aktuellen Studien zeigt das KONTEXT Institut das transformative Potenzial der Kreislaufwirtschaft – für wirtschaftliche Modernisierung, Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit. Um diese Chancen zu nutzen, sind geeignete politische Rahmenbedingungen erforderlich. Auf Basis der drei Studien hat KONTEXT jeweils unter Einbezug von Expert:innen die wirksamsten Maßnahmen ermittelt.

## 1) Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft

Am Beispiel der ressourcen- und energieintensiven Sektoren Bau und Metall zeigt die Studie, dass Kreislaufwirtschaft maßgeblich zur Modernisierung der Industrie beitragen kann. Sie spart Rohstoffe, Energie und Emissionen und sichert dabei gleichzeitig Arbeitsplätze und Wohlstand. Die Basis der Studie liefert eine Modellierung des Umweltbundesamtes (UBA) und des Center of Economic Analysis and Research (CESAR) im Auftrag von KONTEXT.

[KONTEXTANALYSE #5 ## Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft Die Studie zeigt, dass Kreislaufwirtschaft die Modernisierung der Industrie vorantreiben kann und Rohstoffe, Emissionen und Energie spart. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf?dm=1764583874) 

### **Empfohlene Maßnahmen**

Die Ergebnisse zeigen klar, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur Klima und Umwelt schont, sondern auch günstigere heimische Produktion ermöglicht, die Resilienz der Industrie stärkt und sie so zukunftsfit macht. Damit die modellierten Potenziale realisiert werden können, leitet die Studie konkrete politische Maßnahmen als notwendige Rahmenbedingungen ab:

- Priorisierung von **Sanierung, Leerstandsnutzung und Nachverdichtung**
- Vorgaben für den **Einsatz kreislauffähiger und biogener Baustoffe** und deren Wiederverwendung
- Langfristig gesicherte **erneuerbare Energieversorgung**
- **Leitmärkte** für nachhaltigen Stahl
- Bereitstellung von **hochwertigem Schrottangebot**

[**Weiterlesen**](https://www.kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-industrie-wohlstand/)

## 2) Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit

Bereits heute ist Österreich ein Pionier in der Kreislaufwirtschaft: Mit vielen Patenten im Recyclingbereich, vielen technologisch führenden Unternehmen und einer breiten industriellen Basis, die Innovation marktfähig machen kann. In Österreichs starker Ausgangslage beim Recycling steckt ein enormes Exportpotenzial, sowohl von Recyclingtechnologien als auch von Recyclingmaterialen. Die Studie zeigt anhand einer Modellierung wurde vom Umweltbundesamt (UBA) und dem Centre of Economic Scenario Analysis and Research (CESAR) im Auftrag von KONTEX: Mit einem gezielten Recyclingboost kann Österreich seine Wettbewerbsfähigkeit deutlich stärken. Das steigert nicht nur Wertschöpfung und Arbeitsplätze, sondern kurbelt auch Investitionen an. Die positiven Effekte entfalten sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette

[KONTEXTANALYSE #6 ## Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit Die Studie zeigt, wie ein Recyclingboost Wirtschaftsleistung, Jobs und Investitionen ankurbelt und damit Österreichs Wettbewerbsfähigkeit steigt. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202602_KONTEXTANALYSE_-Kreislaufwirtschaft-als-Pulsgeber-fuer-Oesterreichs-Wettbewerbsfaehigkeit.pdf?dm=1773133879) 

### Empfohlene Maßnahmen

Eine eigens für die Studie durchgeführte Umfrage unter führenden Kreislaufwirtschaftsunternehmen sowie Expert:inneninterviews zeigen, welche zusätzlichen Maßnahmen dafür notwendig sind:

- **Abfallrecht grundlegend reformieren**, um die rechtliche Gleichstellung von qualitätsgesicherten Sekundärmaterialien gegenüber Primärrohstoffen sicherzustellen
- **Mindestanteil an Recyclingmaterial verankern**, um verlässliche Nachfrage nach Sekundärrohstoffen zu schaffen und Leitmärkte für zirkuläre Produkte aufzubauen.
- **CO₂-Bepreisung weiterführen**, um Kostenunterschiede zwischen Primär- und Sekundärrohstoffen zu verringern und faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.

[**Weiterlesen**](https://www.kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-pulsgeber-wettbewerb/)

## 3) Kritische Rohstoffe: Von Abhängigkeit zu Sicherheit 

Die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen birgt enorme Risiken. Engpässe in den Lieferketten gefährden die Versorgung und damit die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft. Das ergibt die Studie des KONTEXT Instituts und des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII). Sie zeigt auch: Den besten Weg, um uns aus dieser Abhängigkeit zu befreien, politisch nicht erpressbar zu werden und unsere Wettbewerbsfähigkeit abzusichern, bieten Maßnahmen der Kreislaufwirtschaft.

[KONTEXTANALYSE #8 ## Kritische Rohstoffe: Von Abhängigkeit zu Sicherheit Die Studie zeigt, wie Kreislaufwirtschaft für Rohstoffsicherheit sorgt und damit Europa und Österreich unabhängiger macht. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202605_KONTEXTANALYSE_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft.pdf?dm=1778154945) 

### Empfohlene Maßnahmen

Die Studie identifiziert fünf zentrale Strategien mit sehr hohem Potenzial, um die Abhängigkeit bei kritischen Rohstoffen zu reduzieren und Versorgungssicherheit zu schaffen:

- **Reduktion der Nachfrage nach Endprodukten** (z. B. Energieeffizienzmaßnahmen, Carsharing, Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel)
- **Steigerung der Materialeffizienz** (z. B. durch Leichtbau und Miniaturisierung in der stark betroffenen Automobil- und Stahlindustrie oder verbindliche Ökodesign-Standards)
- **Erhöhung der Produktlanglebigkeit** (z. B. durch Right-to-Repair, modulare Bauweisen oder Leihmodelle)
- **Wiederverwendung von Produkten und Komponenten** (z. B. Zweitnutzung von EV-Batterien oder modulare Stahlkonstruktionen)
- **Recycling** (z. B. Batterien, Elektronikschrott, Bauabfälle, seltene Erden aus Permanentmagneten)

[**Weiterlesen**](https://www.kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-rohstoffe-sicherheit/)

## Fazit

Auch wenn sich die Ergebnisse der Studien großteils auf österreichische Daten stützen, lassen sich ihre Schlussfolgerungen direkt auf alle EU-Mitgliedstaaten übertragen, die mit denselben strukturellen Herausforderungen konfrontiert sind. Die Studien zeigen deutlich, dass die Kreislaufwirtschaft nicht nur den Treibhausgas-Ausstoß reduziert und die Ressourceneffizienz fördert, sondern erhebliche Chancen für die Stärkung der Widerstandsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit Europas eröffnet.

##  Weiterführende Links 

- [Studie: Wie die Kreislaufwirtschaft den Wirtschaftskreislauf stärken kann](https://www.kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-industrie-wohlstand/)
- [Studie: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-pulsgeber-wettbewerb/)
- [Studie: Kritische Rohstoffe: Von Abhängigkeit zu Sicherheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-rohstoffe-sicherheit/)

---

 # Umfrage: Große Mehrheit für Aufbruch bei Ökologisierung

Umfrage Erneuerbare Energie Klimapolitik Wirtschaft Sicherheit 

Donnerstag, 29.01.2026

Eine neue Umfrage des KONTEXT Instituts zeigt: Die Menschen in Österreich erkennen die Wichtigkeit der Ökologisierung für Wohlstand und Sicherheit. Sie orten aktuell mangelnde politische Reformbereitschaft aber viel Potenzial in diesem Land.

In der wirtschaftlich und geopolitisch angespannten Lage steht Österreich – wie Europa insgesamt – vor einer Richtungsentscheidung: Bleiben wir bei den überholten Technologien der fossilen Vergangenheit oder investieren wir entschlossen in eine saubere, unabhängige Zukunft? Eine neue Umfrage des KONTEXT Instituts zeigt klar: Die Menschen in Österreich sind bereit für einen Aufbruch bei der Ökologisierung. Sie sehen saubere Zukunftstechnologien als Chance für Wohlstand, Sicherheit und Selbstbestimmung. Durchgeführt wurde die für die österreichische Bevölkerung repräsentative Umfrage vom Meinungsforschungsinstitut marketagent.

Insgesamt 84,5 Prozent der Menschen in Österreich stimmen der Aussage zu, dass die Europäische Union auf zukunftsfähige Wirtschaftszweige setzen muss, um wirtschaftlich neben anderen Weltregionen zu bestehen. Konkreter antworten 79,8 Prozent, dass das Potenzial von Technologien wie erneuerbaren Energien, Speichern und Elektromobilität genutzt werden sollte, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. 64,8 Prozent sind zudem der Meinung, dass es auch für die Sicherheit und Unabhängigkeit in Europa wichtig ist, dass die EU den Ausstieg aus Öl, Kohle und Gas beschleunigt.

## Mangelnde politische Reformbereitschaft

Die überwiegende Mehrheit ist allerdings auch der Meinung, dass es in Österreich derzeit sehr schwer sei, grundlegende Veränderungen voranzutreiben (85,2 %). Das Land befinde sich eher in einer Phase des Stillstands als in einer des Aufbruchs (84,4 %). Gerade bei Klimathemen werde zu viel über Risiken und zu wenig über Chancen gesprochen (70,6 %). 85,1 Prozent erkennen eine zunehmende Polarisierung und Spaltung in der Gesellschaft, die eine lösungsorientierte Debatte zu Klimathemen immer schwerer macht.

Trotz dieser ernüchternden Beurteilung sehen Menschen in Österreich viel Potenzial. Österreich könne alle Herausforderungen meistern, wenn die Spaltung der Gesellschaft überwunden und das Gemeinsame vor das Trennende gestellt wird, stimmen 71,5 Prozent der Bevölkerung zu. Jedoch sei Österreich nur mit einer klaren, langfristig ausgelegten Zukunftsstrategie für die nächsten Jahrzehnte in der Lage, grundlegende Veränderungen für die Ökologisierung der Wirtschaft umzusetzen (78,3 %). 75 Prozent sind persönlich bereit, grundlegende Veränderungen, wie die Energiewende oder die Kreislaufwirtschaft, zu unterstützen.

Die österreichische Bevölkerung ist bereit für Veränderung – was fehlt, ist eine klare politische Vision und der politische Wille, sie auch umzusetzen. 2026 kann ein Jahr des Aufbruchs werden, wenn Politik und Gesellschaft den Mut haben, konkrete Lösungen konsequent und gemeinsam voranzubringen.

## Methode

Für die repräsentative Umfrage wurden zwischen 17. und 22. Dezember 2025 1.000 Personen aus allen österreichischen Bundesländern im Alter zwischen 14 und 75 Jahren von marketagent online befragt.

[Download Gesamtergebnisse ## Umfrage: Große Mehrheit für Aufbruch bei Ökologisierung Eine neue Umfrage des KONTEXT Instituts zeigt: Die Menschen in Österreich erkennen die Wichtigkeit der Ökologisierung für Wohlstand und Sicherheit. 2026 01 Umfrageergebnisse Aufbruch KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/2026_01-Umfrageergebnisse-Aufbruch-KONTEXT.pdf?dm=1769603665) 

## Grafik zum Download

[Oekologische-Transformation\_Umfrageergebnisse\_Auswahl\_marketagent\_KONTEXT1.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/Oekologische-Transformation_Umfrageergebnisse_Auswahl_marketagent_KONTEXT1.png?w=2000&h=1429&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781323&s=3155ff79212cefb11a5cf7c7f435aa31) 

##  Weiterführende Links 

- [Pressemeldung](https://kontext-institut.at/presse/umfrage-aufbruch-oekologisierung-wirtschaft)

---

 # KONTEXT-Plan: Wie sich Österreich aus der Öl- und Gasabhängigkeit befreien kann

Analyse Erneuerbare Energie Klimapolitik Technologien Wirtschaft 

Montag, 30.03.2026

Aufgrund des Öl- und Gaspreisschocks präsentiert das KONTEXT Institut einen umfassenden Plan zum Ausbau erneuerbarer Energien und der Elektrifizierung von Verkehr, Raumwärme und Industrie.

Bereits zum zweiten Mal binnen weniger Jahre müssen die Haushalte und Unternehmen in Österreich die teure Rechnung für unsere Öl- und Gasabhängigkeit zahlen. Damit die fossile Energiekrise nicht zum Dauerzustand wird, muss sich Österreich schnellstmöglich aus der Öl- und Gasabhängigkeit befreien. Alle Voraussetzungen, um zu verhindern, dass fossile Energieträger weiter unseren Wohlstand zerfressen, hat Österreich bereits.

Das KONTEXT Institut hat dafür einen umfassenden „Befreiungsplan“ zusammengestellt. Das Ziel ist die vollständige Energiewende – also den Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung von Verkehr, Raumwärme und Industrie – zu beschleunigen.

## Maßnahmen des Befreiungsplans im Detail

### Gesetzliche Rahmenbedingungen 

- **Ambitionierte und verbindliche Ausbauziele für Bundesländer festlegen samt Sanktionen bei Nicht-Einhaltung (EABG)**
    - ÖNIP-Ziele 2030 (39 TWh) statt EAG-Ziel (27 TWh) als Maßstab
- **Effiziente** [**Genehmigungsverfahren**](https://kontext-institut.at/inhalte/konkret-genehmigungsverfahren/) **durch Aufstockung des Personals in Behörden**
    - Anzahl der Sachverständigen und Verfahrensleiter:innen erhöhen
    - Bundeslandübergreifende Arbeit von Sachverständigen ermöglichen, um Engpässe auszugleichen
- **Enddatum für Gas- und Ölheizungen im Bestand und Dekarbonisierung der Fernwärme auf 2040 festlegen (Erneuerbaren-Wärme-Gesetz)**
- **Konsequente Umsetzung des ElWG**
    - [Netzausbau](https://kontext-institut.at/inhalte/netzausbau/), [intelligente Netznutzung, Flexibilisierung der Stromnetze](https://kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)
- **Durch öffentliche Beschaffung Leitmärkte für** [**Kreislaufwirtschaft**](https://kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-pulsgeber-wettbewerb/) **und** [**saubere Zukunftstechnologien**](https://kontext-institut.at/inhalte/studie-transformation-unternehmen-bcg/) **„Made in EU“ schaffen**

### Finanzpolitische Maßnahmen 

- **Förderprogramme für Sanierung, Heizungstausch und Speicher ausweiten**
    - unmittelbare konjunkturelle Effekte, in Form von Aufträgen für Handwerker:innen und KMUs
- [**Pendlerpauschale und Dienstwagenprivileg**](https://kontext-institut.at/inhalte/reform-klimaschaedliche-subventionen-verkehrssektor/) **in Mobilitätsbudget umwandeln und Öffi-Ticketpreise senken**
- **Transformationsfonds für Industrie ausweiten**
    - Elektrifizierung der Industrie fördern
    - [Konjunkturelle Effekte](https://kontext-institut.at/inhalte/studie-zukunftsfaehige-industriepolitik/): +3,3% BIP und +44.000 Arbeitsplätze bis 2050
- **E-Mobilitäts-Offensive in Österreich**
    - Ende aller Verbrenner-Förderungen (NoVA-Ausnahmen, MÖSt-Rabatte, Reform des Dienstwagenprivilegs und Pendlerpauschale)
    - Steuerliche Erleichterungen für E-Mobilität (motorbezogene Versicherungssteuer abschaffen)
    - Ausbau der (Schnell-)Ladeinfrastruktur
- **Beiträge zur Gegenfinanzierung:**
    - [Ökologisierung klimaschädlicher Subventionen](https://kontext-institut.at/inhalte/reform-klimaschaedliche-subventionen-verkehrssektor/)
        - Unmittelbare Reform des Dienstwagenprivilegs und Pendlerpauschale (gesamt 500 Mio Euro/Jahr)
        - Dieselprotektionismus: Schrittweise Abschaffung nach Ende der temporären MÖSt-Senkung durch die Spritpreisbremse (500 Mio Euro/Jahr)
    - Solidaritätsabgabe von Öl- und Gasproduzenten in der EU
        - nach Vorbild aus 2022: 33% Steuer auf überdurchschnittliche Gewinne
    - Einnahmen aus CO2-Bepreisung zweckwidmen
        - Staatseinnahmen 2025: 1,7 Mrd Euro aus ETS1 und CO2-Preis

Die Maßnahmen wirken mittel- bis langfristig. Kurzfristig können die bereits beschlossene Spritpreisbremse, der Industriestrompreis (ab 2027) und der Sozialtarif für Strom aus dem ElWG Abhilfe schaffen. Zusätzlich könnte ein temporärer Energiekostenzuschuss für armutsgefährdete Haushalte notwendig sein. Um den Spritverbrauch zu verringern und Kosten unmittelbar zu reduzieren, wäre ein Tempolimit auf den Straßen (100/80/30) eine äußerst wirkungsvolle und budgetneutrale Maßnahme.

Alle diese Maßnahmen haben positive konjunkturelle Effekte – ganz im Gegensatz zu den Importen von fossilen Energieträgern. 2025 beliefen sich diese Höhe dieser Importe auf 7,85 Milliarden Euro. 2022, im Jahr des russischen Überfalls auf die Ukraine, lag dieser Wert bei 19,45 Milliarden Euro. Dieses Geld, das Österreich jährlich für Öl und Gas an autokratische Regime überweist, fließen ohne jegliche Wertschöpfung für die heimische Wirtschaft ab. Die Ökologisierung senkt dagegen die Energiekosten für Haushalte dauerhaft, füllt die Auftragsbücher von Handwerk:innen und hilft der Industrie zu neuer Wettbewerbsfähigkeit.

##  Mehr Details dazu in folgenden Studien & Analysen 

- [Studie: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit](https://kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-pulsgeber-wettbewerb/)
- [Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)
- [Konkret: So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren](https://kontext-institut.at/inhalte/konkret-genehmigungsverfahren/)
- [Netzausbau: Wie wir die Kosten senken und gerecht verteilen](https://kontext-institut.at/inhalte/netzausbau/)
- [So geht die Reform der klimaschädlichen Subventionen im Verkehrssektor](https://kontext-institut.at/inhalte/reform-klimaschaedliche-subventionen-verkehrssektor/)
- [Studie: Ökologisierung der Industrie stärkt Wirtschaftsleistung und senkt Energiepreise](https://kontext-institut.at/inhalte/studie-zukunftsfaehige-industriepolitik/)

##  Weiterführende Links 

- [Pressemeldung](https://kontext-institut.at/presse/energiekrise-befreiungsplan/)

---

 # Klimadiskurs-Monitoring 2026: Wirtschaftsthemen haben sich in Klimadebatte verdreifacht

Studie Klimadiskurs Klimapolitik Common Ground 

Dienstag, 14.04.2026

Klimapolitik wird zunehmend zur Standortfrage, Energiethemen stehen außer Streit, während bei Mobilität stark verschleppt wird. Das zeigt die dritte Ausgabe des Klimadiskurs-Monitorings des KONTEXT Instituts.

Seit 2023 hat kein anderes Thema im Klimadiskurs so stark an Relevanz gewonnen, wie die Verknüpfung von Standort- und Wirtschaftspolitik mit Klimapolitik. Besonders intensiv und konstruktiv wird weiterhin über Energiethemen gesprochen, was gerade auch im Lichte der aktuellen fossilen Energiekrise interessant ist. Zu diesem Ergebnis kommt die diesjährige Ausgabe des Klimadiskurs-Monitorings des KONTEXT Instituts.

Die Auswertung einer repräsentativen Stichprobe klimapolitischer Aussagen, die von FORESIGHT erhoben und codiert wurde, zeigt, dass die Klimadebatte im Jahr 2025 insgesamt leiser wurde. Im Vergleich zum Jahr 2023 wurde in den untersuchten Medien um ein Viertel weniger über Klimapolitik berichtet. Unternehmen und Energiebranche wurden dabei lauter, die Zivilgesellschaft etwas leiser. Gleichzeitig blieb der Diskurs überwiegend konstruktiv. Die Notwendigkeit von Klimaschutz und insbesondere der Energiewende wird mittlerweile von fast allen relevanten Akteursgruppen anerkannt.

[Download ## Klimadiskurs-Monitoring 2026: Klima wird zur Wirtschaftsdebatte Das Klimadiskurs-Monitoring fasst den österreichischen Klimadiskurs in Zahlen und analysiert, wer zu Wort kommt und wie über Klimathemen gesprochen wird. 202604 KONTEXTANALYSE Klimadiskurs Monitoring 2026](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202604_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring-2026.pdf?dm=1776256037) 

## Die wichtigsten Ergebnisse

### Akteursgruppen

Politiker:innen prägen den Klimadiskurs weiterhin am stärksten (36 % aller Aussagen). Die Wissenschaft bleibt die wichtigste konstruktive Stimme (18 % aller Aussagen, 92% davon konstruktiv). Während zivilgesellschaftliche Akteur:innen und Aktivist:innen an Sichtbarkeit verlieren, gewinnen Unternehmen stark an Einfluss in der Debatte. Sie argumentieren zwar vergleichsweise verschleppend. Bei Energiethemen beteiligen sie sich jedoch konstruktiv.

### Parteien

Die ÖVP äußert sich konstruktiv zu Energiethemen, verschleppt jedoch überdurchschnittlich durch wirtschaftspolitische Risikoargumente und Blockaden zentraler EU-Klimamaßnahmen. SPÖ und NEOS nehmen eine untergeordnete Rolle in der Klimadebatte ein. Die FPÖ dominiert den verschleppenden Diskurs, die Grünen den konstruktiven.

### Themen

Energie ist das dominierende Thema (34 % aller Aussagen) und wird überwiegend konstruktiv diskutiert. Wirtschaftspolitik und Standortfragen gewinnen stark an Relevanz (13 % aller Aussagen) und verzeichnen den größten Zuwachs unter den Themenfeldern seit 2023. Mobilität ist das am stärksten verschleppte Thema (52 % der Aussagen). Hier gibt es immer noch viele Scheinlösungen im Diskurs.

### Technologien

Bei konkreten Technologien stehen erneuerbare Energien im Mittelpunkt (41% der technologiebezogenen Aussagen). Über den Ausbau von Windkraft, Wasserkraft und Photovoltaik wird dabei überdurchschnittlich konstruktiv gesprochen, während bei Technologien im Verkehrssektor häufig verschleppt wird.

### Politische Ebene

Die österreichische Klimapolitik dominiert den medialen Diskurs (63 % der Aussagen mit geografischem Bezug). Gleichzeitig wird bei EU-Themen und Aussagen, die das Ausland betreffen, überdurchschnittlich verschleppt. Besonders häufig werden die USA und Deutschland als Negativbeispiele für Klimapolitik herangezogen. Konstruktive internationale Beispiele bleiben dagegen unterrepräsentiert.

## Mit konstruktivem Diskurs von der Öl- und Gasabhängigkeit befreien

Die aktuelle Energiekrise zeigt, dass wir uns schnellstmöglich aus der Öl- und Gasabhängigkeit befreien müssen. Das erfordert einen nationalen Kraftakt – und es erfordert konstruktiven Diskurs, in dem Ökologisierung und Wirtschaftspolitik gemeinsam gedacht werden. Wie wir über Klimapolitik sprechen, entscheidet, welche politischen Entscheidungen getroffen werden. In diesem Sinne sind die Ergebnisse des Klimadiskurs-Monitorings 2026 ermutigend.

## Hintergrund

Das Klimadiskurs-Monitoring 2026 ist die dritte systematische Analyse des medialen Klimadiskurses in Österreich durch das KONTEXT Institut. Anhand einer Political Claims Analysis wurde ermittelt, welche Akteursgruppen 2025 zu Wort kamen und welche Themen auf welche Art besprochen wurden. Die dritte Analyse ermöglicht nun nicht nur eine Momentaufnahme des Diskurses im letzten Jahr, sondern legt strukturelle Dynamiken offen

##  Weiterführende Links 

- [Download: Klimadiskurs-Monitoring 2026](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202604_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring-2026.pdf)
- [Pressemeldung](https://kontext-institut.at/presse/klimadiskurs-monitoring-2026)

## Grafiken zum Download

[202604\_Klimadiskursmonitoring\_Themen\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202604_Klimadiskursmonitoring_Themen_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776073733&s=e6ae33c1a4a1ed6f13178c1941daf9fb) [202604\_Klimadiskursmonitoring\_Technologien\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202604_Klimadiskursmonitoring_Technologien_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776073721&s=875648a4136b893c3434cc44188ff9b5) [202604\_Klimadiskursmonitoring\_Parteien\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202604_Klimadiskursmonitoring_Parteien_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776073709&s=6dd3f21db3ab75f88a67f5d2d505bb7b) [202604\_Klimadiskursmonitoring\_Ebenen\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202604_Klimadiskursmonitoring_Ebenen_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776073697&s=b6b83628d27afd49d37ab1e586922594) [202604\_Klimadiskursmonitoring\_Akteure\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202604_Klimadiskursmonitoring_Akteure_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776073687&s=f99fb1f3180061bccfd07ba47032798e)

---

 # Der EU-Emissionshandel ist eine Chance für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie

Einordnung Klimapolitik EU Industrie 

Donnerstag, 16.07.2026

Am 17. Juli legt die EU-Kommission ihren Vorschlag zur ETS-Reform vor. Erste Entwürfe lassen auf eine Aufweichung schließen. Das wäre der falsche Weg. Eine Einordnung.

## Was der EU-Emissionshandel ist und wie er wirkt

Das Emissionshandelssystem der EU (ETS) ist das zentrale marktwirtschaftliche Instrument für die Ökologisierung der europäischen Wirtschaft. Es deckelt den CO2-Ausstoß und lässt Unternehmen mit einer jährlich sinkenden Zahl an Verschmutzungsrechten handeln. So bekommen Emissionen einen Preis – und Unternehmen einen Anreiz, sie zu vermeiden.

Seit 2005 gilt das ETS für die Sektoren Energie und Industrie. Und es wirkt: Die vom ETS erfassten Emissionen sind zwischen 2005 und 2024 EU-weit um 51 Prozent zurückgegangen und damit deutlich stärker als die gesamten EU-Emissionen im selben Zeitraum.

## Worum es bei der kommenden ETS-Reform geht

Am 17. Juli präsentiert die EU-Kommission ihre ETS-Reform. Anlass ist zum einen die Anpassung an das neu beschlossene EU-Klimaziel für 2040. Gleichzeitig steht das System unter politischem Druck. Denn mehrere Mitgliedstaaten und Industrieakteure – von der Stahl- bis zur Chemiebranche – fordern angesichts hoher CO2-Kosten Entlastungen. Der zentrale Streitpunkt ist die Frage, ob Gratiszertifikate länger als bisher vorgesehen verteilt werden, wie es die Industrie fordert. Genau das würde die Wirkung des ETS jedoch spürbar abschwächen.

Ein zweiter, weniger diskutierter Punkt des Vorschlags geht in die entgegengesetzte Richtung. Die Kommission will offenbar erstmals einen Mindestanteil der Einnahmen verpflichtend für Dekarbonisierungsmaßnahmen in den ETS-Sektoren selbst vorschreiben. Bisher können die Mitgliedstaaten weitgehend frei entscheiden, wofür sie ihre Erlöse verwenden. Für die Ökologisierung der Industrie wäre das jedenfalls ein Fortschritt.

## Warum eine Abschwächung des ETS keine Probleme löst

Obwohl die Industrie seit Jahren großzügig mit kostenlosen Zertifikaten bedacht wird, sanken die industriellen Emissionen zwischen 2013 und 2022 um weniger als neun Prozent – weit unter dem knapp 30-prozentigen Rückgang im strenger regulierten Energiesektor.  
Generell zeigen Studien, dass das ETS nur begrenzte Auswirkungen auf Unternehmensrentabilität und Beschäftigung hatte. Auch auf makroökonomischer Ebene blieben die Effekte auf Wirtschaftsleistung und Inflation marginal.

Für einzelne Regionen und Sektoren gibt es aber tatsächlich reale Belastungen: Kohlenstoffintensive Volkswirtschaften in Mittel- und Osteuropa stehen unter deutlich höherem Druck. Genau deshalb sind Instrumente wie der EU-Modernisierungsfonds und der Just Transition Fund wichtig.

Hinzu kommen Unternehmen, die bereits in ihre Ökologisierung investieren, deren technische Transformation aber noch andauert – und die sich dadurch vom ETS benachteiligt sehen. So begründet die voestalpine ihre Forderung nach längeren Gratiszertifikaten damit, dass sie nicht emissionsarm produzieren könne, solange keine Infrastruktur für die Wasserstoffversorgung besteht. Solche Fälle bedürfen einer individuellen Lösung – sie sind aber kein Argument, das gesamte System zu schwächen.

## Wie der ETS die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie stärken kann

Schwächt die EU das ETS, schwächt sie nicht nur ein seit 2005 nachweislich wirksames Instrument. Sie verschenkt auch enormes Potenzial für die Wettbewerbsfähigkeit der angeschlagenen europäischen Industrie – jenes Potenzial, das im ETS steckt, wenn man es nicht nur als „Cap-and-Trade", sondern auch als „Cap-and-Invest" versteht.

Die Zahlen zeigen, wie groß dieses Potenzial ist: Seit 2013 hat das ETS über 245 Milliarden Euro an Auktionserlösen erzielt. Allein 2024 waren es 39 Milliarden Euro, davon flossen mehr als 24 Milliarden Euro an die Mitgliedstaaten. Der Rest ging auf EU-Ebene in Innovationsfonds, Modernisierungsfonds und die Aufbau- und Resilienzfazilität. Österreich nahm 2025 insgesamt rund 1,7 Milliarden Euro aus dem europäischen ETS und der nationalen CO2-Bepreisung ein.

Bisher wird dieses Potenzial aber nur unzureichend genutzt. Laut einem Kommissionsbericht sollten die Mitgliedstaaten 2023 rund 30,9 Milliarden Euro ihrer ETS-Einnahmen für Klima- und Energiezwecke eingesetzt werden – doch nur 0,7 Milliarden Euro davon flossen gezielt in die industrielle Dekarbonisierung. Genau hier setzt der erwähnte Vorschlag einer verpflichtenden Zweckbindung an.

Statt allein auf das Marktpreissignal zu setzen, sollten die ETS-Erlöse also gezielter und verbindlicher als bisher in die Ökologisierung investiert werden, statt sie durch undifferenzierte Gratiszertifikatszuteilung zu konterkarieren. So kann das ETS nicht nur Planungssicherheit für Unternehmen schaffen, sondern auch zum Freiheitsbeschleuniger werden – der unsere Wirtschaft rascher unabhängig macht von Öl und Gas, von hohen Energiekosten und der Gefahr künftiger Preisschocks. Und es kann Europa auf dem wachsenden globalen Markt für saubere Zukunftstechnologien und klimaneutrale Produktion wettbewerbsfähig machen.

## Grafik zum Download

[202507\_CO2-Ausstoss-in-Sektoren-des-EU-Emissionshandels-sinkt-deutlich-staerker-ETS\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202507_CO2-Ausstoss-in-Sektoren-des-EU-Emissionshandels-sinkt-deutlich-staerker-ETS_KONTEXT.png?w=2000&h=1429&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1784018948&s=2cfc40ac25279de67dc81bdc355bd62d) 

##  Weiterführende Links 

- [Wie sich Österreich aus der Öl- und Gasabhängigkeit befreien kann](https://www.kontext-institut.at/inhalte/befreiungsplan-fossile-energien/)

---

 # Hitze setzt Schlüsselsektoren unter Druck

Analyse Hitze Klimafolgen Wirtschaft Unternehmen Landwirtschaft Erneuerbare Energie Mobilität Sicherheit 

Donnerstag, 30.07.2026

Intensivere und längere Hitzewellen bedeuten nicht nur ein erhebliches Risiko für die österreichische Bevölkerung, sondern auch für Österreichs Schlüsselsektoren. Die Ökologisierung kann dieses Risiko nicht nur reduzieren, sondern bietet große Chancen für heimische Unternehmen.

Extreme Hitze ist längst kein Zukunftsszenario mehr. Längere und intensivere Hitzewellen belasten nicht nur die Bevölkerung, sondern setzen auch die heimische Wirtschaft massiv unter Druck. Für österreichische Schlüsselsektoren sind die Folgen bereits wirtschaftliche Realität. Vier davon haben wir in unserem [Chancenreport Österreich](https://www.kontext-institut.at/inhalte/chancenreport/) analysiert: Automobilbranche, Energie, Landwirtschaft und Tourismus.

## Automobilbranche

Die Automobilbranche ist sowohl in der Produktion selbst als auch über ihre Produkte erheblichen Risiken ausgesetzt. Zunehmende Hitzewellen belasten Produktionsstandorte, erschweren Arbeitsbedingungen und erhöhen die Anforderungen an Fahrzeuge und Infrastruktur gleichzeitig. Wasserknappheit entwickelt sich zunehmend zu einem strategisch relevanten Risiko für die Automobilindustrie, da wasserintensive Vorprodukte und globale Produktionsstandorte empfindlich auf regionale Versorgungsengpässe reagieren.

## Energie

Chronische Temperaturerhöhungen belasten Erzeugungskapazitäten und Netze dauerhaft. Gleichzeitig setzt akute Hitze die Energieinfrastruktur doppelt unter Druck – sie gefährdet die Versorgung und erhöht den Bedarf aufgrund von Kühlgeräten. Steigende Temperaturen verringern die Leistungsfähigkeit von Stromnetzen und Erzeugungsanlagen, insbesondere bei fossilen Kraftwerken. Photovoltaik-Anlagen wiederum liefern zwar bei viel Sonne hohe Leistungen, büßen allerdings bei hohen Temperaturen an Effizienz ein. Erhöhte Temperaturen schränken die Wasserverfügbarkeit für Fluss- und Speicherkraftwerke ein durch veränderte saisonale Abflussmuster und höhere Verdunstungsraten. Auch die Abnützung von Transformatoren und anderen Anlageteilen wird durch Hitze beschleunigt, was zu häufigeren Ausfällen und höheren Instandhaltungskosten führen kann.

## Landwirtschaft

Das Risiko für die Landwirtschaft entsteht durch ein Zusammenspiel von mehreren direkten Auswirkungen der Klimakrise auf Temperatur, Niederschlagsmuster und Wasserverfügbarkeit. Treffen Dürreperioden etwa auf Böden, deren Wasserspeicherfähigkeit durch Degradation bereits geschwächt ist, kann das in exponierten Regionen zu Totalausfällen führen und auf Dauer die Verwüstung ehemals landwirtschaftlicher Flächen bedeuten. Veränderungen der Temperaturmuster führen zu verschobenen Vegetationsperioden und erhöhen die Vulnerabilität von Kulturen gegenüber – teils neuen – Schädlingen. Hitzewellen erschweren zusätzlich die Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft. Die verarbeitende Lebensmittelindustrie ist denselben physischen Risiken ausgesetzt, mit zusätzlichen Gefahren für den Produktionsstandort. Sind Ertrag und Produktion gefährdet, ist es auch die Lebensmittelverfügbarkeit.

## Tourismus

Der Sommer wird zunehmend zu einer klimatischen Belastungsprobe für den Tourismus. In Städten verstärkt der Wärmeinseleffekt die Hitzebelastung, was die Aufenthaltsqualität im Städtetourismus reduziert. Im alpinen Raum destabilisiert tauender Permafrost Felsstrukturen und erhöht die Gefahr von Steinschlag und Hangbewegungen, was insbesondere hochalpine Infrastruktur zunehmend vor Sicherheits- und Instandhaltungsprobleme stellt. Österreich gilt traditionell als wasserreiches Land mit hoher Trink‑ und Badewasserqualität. Die Klimakrise beginnt dieses Selbstverständnis zu verschieben. Vor allem in Süd‑ und Ostösterreich nehmen Dürreperioden zu, sommerliche Niederschläge ab. Sinkende Wasserstände und hohe Wassertemperaturen gefährden nicht nur die ökologische Stabilität, sondern auch zentrale touristische Angebote wie Bade‑ und Segeltourismus. Gleichzeitig steigt der Wasserbedarf von Hotels, Thermen und Bewässerungssystemen, wodurch Nutzungskonflikte wahrscheinlicher werden.

## Ökologisierung als wirtschaftliche Chance

All diese Hitzerisken, denen die heimische Wirtschaft ausgesetzt ist, zeigen, warum die Ökologisierung nicht nur notwendig, sondern auch eine wirtschaftliche Chance ist – und sie ist längst im Gange. Spät oder gar nicht zu handeln wird immer teurer, für Unternehmen und den österreichischen Standort. Wer hingegen die Ökologisierung als Gestaltungsaufgabe begreift, kann ihre Chancen nützen: Die Elektrifizierung der Mobilität schafft neue Märkte für Ladeinfrastruktur, Batteriesicherheit und Fahrzeugsoftware – Bereiche, in denen Österreichs IT- und Industrieunternehmen bereits stark positioniert sind. Der steigende Strombedarf einer elektrifizierten Wirtschaft öffnet für die Energiebranche strukturell wachsende Absatzmärkte. In der Landwirtschaft stärken veränderte Konsummuster pflanzliche, regionale und biologische Produktsegmente. Im Tourismus bieten Nachhaltigkeit, Diversifikation und neue Zielgruppen echte Zukunftspfade.

## Schnelles Handeln & Klarheit

Längere und intensivere Hitzeperioden machen schnelles Handeln unumgänglich: Anpassungen wie Hitzeschutzpläne sind notwendig, um akute Gefahren für Bevölkerung und Unternehmen zu minimieren. Die Ökologisierung sorgt dafür, die Risiken der Klimakrise nachhaltig einzudämmen. Um gleichzeitig die Chancen der Ökologisierung zu nützen, sind Unternehmen und Politik gleichermaßen gefordert. Unternehmen müssen langfristig und strategisch agieren, die Politik muss Klarheit schaffen: Notwendig dafür sind ambitionierte und verbindliche Ziele, konsequente Priorisierung effizienter Technologien und eine Preispolitik, die tatsächliche Kosten widerspiegelt.

*Die Einordnung stammt aus unserem* [*Chancenreport Österreich*](https://www.kontext-institut.at/inhalte/chancenreport/)*, der die Klimarisiken und Chancen der Ökologisierung für österreichische Schlüsselsektoren im Detail analysiert.*

[KONTEXT x EY denkstatt ## Chancenreport Österreich Die Analyse zeigt Klimarisiken und Chancen der Ökologisierung für Energie, Tourismus, Landwirtschaft und Automobilbranche. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202606_Chancenreport-Oesterreich_KONTEXT-Institut_EY-denkstatt.pdf?dm=1781166593) 

## Grafik zum Download

##  Weiterführende Links 

- [Chancenreport Österreich](https://www.kontext-institut.at/inhalte/chancenreport/)

---

 # Sicherheits- und Wohlstandsrisiko Hitze

Einordnung Hitze Klimafolgen Sicherheit Wirtschaft Unternehmen Landwirtschaft Erneuerbare Energie Mobilität Gebäude Biodiversität 

Dienstag, 04.08.2026

Hitzetage und Tropennächte reihen sich aneinander – mit ersten 40 Grad in Österreich bereits im Juni. Hitze ist längst mehr als ein Umweltproblem, sie bedroht direkt die Sicherheit und den Wohlstand im Land. Für effektiven Hitzeschutz braucht es beides: Anpassungen und die Befreiung von Öl, Kohle und Gas.

Ein Hitzetag folgt dem nächsten, eine Tropennacht der anderen. Konkret bedeutet das: Untertags überschreitet die Temperatur 30 Grad Celsius, in der Nacht sinkt sie nicht unter 20 Grad. Dazu kommen Wüstentage mit Temperaturen über 35 Grad. Zum ersten Mal wurden 2026 bereits in einem Juni in Österreich 40 Grad gemessen. Dabei handelte es sich nicht um einen Ausreißer: Die neuen Temperaturhöchstwerte übertrafen alte im Schnitt um 1,4 Grad. Auf diese erste Hitzewelle folgen die nächsten.

Wer meint, heiße Sommer hätte es immer schon gegeben, wirft einen Blick auf die Zahlen, dann wird klar: Das stimmt so nicht. Für Wien konnte man auf der Hohen Warte zwischen 1961–1990 durchschnittlich fünf Hitzetage messen. Heuer waren es mit Stand 30. Juli bereits 29 Hitzetage. Heiße Tage und Nächte treten häufig aneinandergereiht auf, die Dauer der Hitzewellen nimmt über die Jahre kontinuierlich zu. Im Mittel dauern sie heute rund sieben Tage länger als noch 1960. Abkühlung wird damit immer schwieriger – nicht nur in der Bundeshauptstadt. Auch in den anderen Bundesländern sind die Entwicklungen dramatisch, wie Daten der Geosphere Austria zeigen, die das [Klimadashboard](https://klimadashboard.at/auswirkungen/temperatur) interaktiv aufbereitet hat.

## **Risiken für alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche**

Hitze belastet die Gesundheit der Bevölkerung massiv: Allein während der ersten Hitzewelle Ende Juni sind in Österreich laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) 395 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben. (Zum Vergleich: Das entspricht in etwa der Zahl der Toten im Straßenverkehr im gesamten Jahr 2025 – 403 Tote laut Statistik Austria).

Aber auch für Infrastruktur, Landwirtschaft oder Produktion bedeutet Hitze enorme Schäden. Hitze ist längst keine alleinige Umweltfrage mehr. Sie bedroht direkt die Sicherheit der Menschen und den Wohlstand im Land.

## **Anpassung und Ursachenbekämpfung**

Um die Risken zu minimieren, braucht es beides: Anpassung und Ursachenbekämpfung. Hitzeschutzpläne, Begrünung, Entsiegelung, Sanierung, außenliegender Sonnenschutz, Kühlung, Schutz am Arbeitsplatz und für besonders gefährdete Gruppen – all das ist notwendig, um die Risiken der nächsten Hitzewellen zu reduzieren. Die Folgen der Klimakrise nachhaltig einzudämmen, gelingt nur durch die Befreiung von Öl, Gas und Kohle.

Für die Umsetzung ist einerseits die Politik gefragt, auf allen Ebenen: Gemeinden bei Begrünung und Raumplanung, die Länder beim Ausbau der erneuerbaren Energie und der Renaturierung, der Bund bei effektiver Klimapolitik und Hitzeschutz am Arbeitsplatz, und die Europäische Union bei Emissionshandel und Elektrifizierung. Andererseits braucht es die Wirtschaft selbst: Unternehmen, die jetzt umstellen, sichern sich [Wettbewerbsvorteile](https://www.kontext-institut.at/inhalte/chancenreport/). Anstatt veraltete Geschäftsmodelle zu verteidigen und damit die Ökologisierung zu verzögern, können Interessensvertretungen die Ökologisierung aktiv beschleunigen.

Anpassung und Ursachenbekämpfung sind nicht Hitzeschutz, sondern Investitionen: in niedrigere Energierechnungen, wertbeständige Gebäude, resiliente Infrastruktur. Jeder Euro, der heute in die Ökologisierung fließt, schafft zugleich Wohlstand und Sicherheit.

## Grafik zum Download

[202608-Hitze-Sicherheitsrisiko-Lebens-Wirtschaftsbereiche-w-KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202608-Hitze-Sicherheitsrisiko-Lebens-Wirtschaftsbereiche-w-KONTEXT.png?w=1588&h=2246&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1785828424&s=4245a18b35f68c8935f3393ab2a408c3) 

##  Weiterführende Links 

- [Hitze setzt Schlüsselsektoren unter Druck](https://www.kontext-institut.at/inhalte/hitze-risiko-wirtschaft/)
- [Chancenreport Österreich](https://www.kontext-institut.at/inhalte/chancenreport/)

---

  Pressemitteilung# Der europäische Green Deal: Rückblick, Status quo und Ausblick

Mittwoch, 29.05.2024

Mit einer neuen Zusammensetzung des EU-Parlaments und der Europäischen Kommission werden auch die klima- und wirtschaftspolitischen Weichen Europas neu gestellt. Wie es mit dem Green Deal – der zentralen Priorität der scheidenden Kommission – weitergeht, bleibt zunächst offen. Die wichtigsten Fragen rund um den Green Deal beantwortet das KONTEXT Institut für Klimafragen in einer neuen Analyse.

**Die Eckpunkte auf einen Blick:**

- **Was** ist der Green Deal? Das Kernstück des Green Deal bildet das Europäische Klimagesetz, welches das Ziel der EU, bis 2050 klimaneutral zu werden, verbindlich festlegt. Das Fit-For-55-Paket schafft den rechtlichen Rahmen zur Erreichung einer Reduktion der Emissionen um 55 Prozent bis 2030 und setzt zusätzlich sektorspezifische Maßnahmen. Daneben umfasst der Green Deal eine große Anzahl weiterer Rechtsakte. Ihre Ziele, Maßnahmen und den Umsetzungsstatus beleuchtet die vorliegende Analyse.
- **Wo steht die Umsetzung** und was hat der Green Deal gebracht? Zwar wurde ein Großteil der Rechtsakte des Green Deals bereits beschlossen, die meisten davon stehen jedoch erst am Anfang ihrer Wirkungsperiode. Manche warten auch (national) noch auf ihre Umsetzung – ihre Wirkung kann sich erst in den kommenden Jahren entfalten. Dennoch haben die neuen Rechtsakte die EU nahe an einen 2 °C-Pfad gebracht – eine Verbesserung um mehr als 1°C im Vergleich zu den Prognosen vor dem Green Deal.
- **Welchen Gestaltungsspielraum gibt es?**  Um die Klimaziele und eine Transformation der Wirtschaft zu erreichen, ist es notwendig, die Ökologisierung nach der EU-Wahl ambitioniert weiterzuführen und das von der Kommission vorgeschlagene Klimaziel für 2040 zu konkretisieren. Für Österreich ergibt sich aus den Rechtsakten ein umfangreicher Umsetzungsbedarf. Bei unzureichender Umsetzung riskiert Österreich Kürzungen von Fördermitteln, hohe Strafzahlungen und Vertragsverletzungsverfahren mit schwerwiegenden Konsequenzen.

*„Die konkreten Maßnahmen, die vom Green Deal abgeleitet werden können, haben Potential, die Transformation der Wirtschaft voranzutreiben und die Treibhausgasemissionen einzudämmen – aber nur, wenn sie effektiv umgesetzt und ausgebaut werden“*, so Katharina Rogenhofer, Sprecherin von KONTEXT.

- [Download \[KON\]KLUSIO #4](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202405_KONTEXT_Konklusio_Der-europaeische-Green-Deal.pdf)

## Grafiken der Analyse zum Download

[202405\_KONTEXT\_Konklusio\_Der-europaeische-Green-Deal\_Grafik-1.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202405_KONTEXT_Konklusio_Der-europaeische-Green-Deal_Grafik-1.png?w=4000&h=2829&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515653&s=efd7b51063f3694d1a396dad5b3976b0) [202405\_KONTEXT\_Konklusio\_Der-europaeische-Green-Deal\_Grafik-8.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202405_KONTEXT_Konklusio_Der-europaeische-Green-Deal_Grafik-8.png?w=4000&h=2829&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515673&s=ddecb9d39e68687fcd9d60e902001a9c) [202405\_KONTEXT\_Konklusio\_Der-europaeische-Green-Deal\_Grafik-5.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202405_KONTEXT_Konklusio_Der-europaeische-Green-Deal_Grafik-5.png?w=4000&h=2829&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515640&s=f47d69136110f13f46080c4b27a7270a) [202405\_KONTEXT\_Konklusio\_Der-europaeische-Green-Deal\_Grafik-2.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202405_KONTEXT_Konklusio_Der-europaeische-Green-Deal_Grafik-2.png?w=4000&h=2829&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515685&s=c825db342e8fe44ff74dc37fdd95d042)

---

  Pressemitteilung# Studie: Preisschocks durch fossile Energie gefährden Wertschöpfung und Arbeitsplätze

Dienstag, 04.06.2024

Die Abhängigkeit von fossilem Gas bedeutet große Unsicherheit. Spätestens der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat gezeigt, wie rasant die Preise fossiler Energieträger ansteigen können. Wie sich ein Gaspreisschock dieser Größenordnung – plus 80 Prozent – auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt auswirkt, modellierte das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) in einer neuen Studie für KONTEXT: Emissionsintensive Sektoren kosten die österreichische Wirtschaft über 10 Milliarden Euro und 74.000 Arbeitsplätze im ersten Jahr nach der Preiserhöhung. Die Ergebnisse verdeutlichen: Von fossilen Energieträgern abzukommen, macht die österreichische Gesamtwirtschaft widerstandsfähiger.

Betrachtet man die Verbraucherpreise, wurde Gas, angetrieben durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, im Jahr 2022 im Schnitt um 80 Prozent teurer im Vergleich zum Vorjahr. Diese Preissteigerungen haben sehr unterschiedliche Effekte auf emissionsintensive und emissionsarme Sektoren, da ihre Produktionsketten unterschiedlich stark von fossilen Energieträgern abhängen.

Die Modellierung des wiiw zeigt, dass ein Gaspreisschock von plus 80 Prozent die Wertschöpfung in emissionsintensiven Sektoren im Jahr nach der Preiserhöhung um 6,6 Prozent einbrechen lässt. Das entspricht einem Verlust von 10,1 Milliarden Euro im Vergleich zum Jahr 2022. Zwei Jahre nach dem Preisschock sinkt die Wertschöpfung immer noch um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf die Wertschöpfung emissionsarmer Sektoren wirkt sich ein solcher Preisschock hingegen nicht signifikanten negativ aus. Das Wachstum emissionsarmer Sektoren verlangsamt sich zwar etwas, bleibt aber tendenziell positiv.

**Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt**

Die Beschäftigung in emissionsintensiven Sektoren sinkt durch den modellierten Gaspreisschock im Folgejahr um 4,1 Prozent. Das entspricht etwa 74.000 verlorenen Arbeitsplätzen im Vergleich zum Jahr 2022. Auch in den darauffolgenden Jahren geht die Beschäftigung im Modell weiter zurück: Drei Jahre nach dem Preisschock sind etwa 133.000 Jobs in emissionsintensiven Sektoren gefährdet. Auf den Arbeitsmarkt in emissionsarmen Sektoren hat ein solcher Preisschock hingegen keine signifikanten negativen Effekte. Analog zur Wertschöpfung wird durch stark erhöhte Gaspreise das Beschäftigungswachstum etwas geringer, bleibt aber positiv. Drei Jahre nach dem Preisschock gibt es in emissionsarmen Sektoren laut Modellierung in Summe 279.000 mehr Jobmöglichkeiten als im Jahr 2022.

*„Die Daten zeigen eindeutig: Große Teile unseres Wohlstandes sind durch die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und die damit verbundenen Risiken und Kosten gefährdet“*, fasst Florian Maringer, als Vorstand bei KONTEXT zuständig für Analyse und Strategie, die Ergebnisse zusammen. Folglich würde der Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energie und der Umstieg auf moderne Technologien, die keine fossile Energie brauchen, die österreichische Wirtschaft stärken und die zugehörigen Arbeitsplätze sichern. *„Emissionsarme Sektoren sind deutlich widerstandsfähiger in und abseits von Krisen. Die Ökologisierung der Wirtschaft ist weltweit der neue Megatrend. Der komplette Umstieg auf erneuerbare Energieträger und Elektrifizierung schaffen somit Unabhängigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und sichere Arbeitsplätze“*, so Maringer abschließend.

##  Die gesamten Studienergebnisse und weitere Infos finden Sie hier: 

- [Zusammenfassung von Hauptaussagen der Studien](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202406_KONTEXT_WIIW_Preisschocks-Fossile-Energie-gefaehrdet-Wertschoepfung-Arbeitsplaetze-und-Sicherheit.pdf)

[202405\_KONTEXT\_Gaspreise\_Zeitverlauf.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202405_KONTEXT_Gaspreise_Zeitverlauf.png?w=2000&h=1414&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515795&s=ac209e6cbff08eb323ebefac5e7de833) [202406\_KONTEXT\_wiiw\_Effekt\_Gaspreisschock\_Wertschoepfung\_2024-06-25-113958\_xbdy.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202406_KONTEXT_wiiw_Effekt_Gaspreisschock_Wertschoepfung_2024-06-25-113958_xbdy.png?w=3375&h=3375&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515802&s=b967766d60bbf852690b75329a1a7398) [202406\_KONTEXT\_wiiw\_Effekt\_Gaspreisschock\_Arbeitsplaetze\_2024-06-25-113952\_ykcy.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202406_KONTEXT_wiiw_Effekt_Gaspreisschock_Arbeitsplaetze_2024-06-25-113952_ykcy.png?w=3375&h=3375&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515796&s=107a241325668bd12badc6b9436ca32c)

---

  Pressemitteilung# Studie: Turbo für Wirtschaft und Beschäftigung in der EU durch Produktion grüner Technologien

Samstag, 22.06.2024

Technologien zur Produktion, Speicherung und Nutzung erneuerbarer Energien sind entscheidend für die Ökologisierung der Wirtschaft. Europa steht bei der Entwicklung dieser Sektoren jedoch noch am Anfang. Für die nächste EU-Kommission bedeutet das eine große Chance: Die Stärkung einer europäischen Produktion grüner Technologien würde sich enorm positiv auf Wirtschaft und Arbeitsplätze auswirken: Allein die Produktionsverlagerung von fünf Schlüsseltechnologien in die EU lässt die Wirtschaftsleistung um rund 18,4 Milliarden Euro steigen und schafft 243.000 Arbeitsplätze. Das zeigt eine neue Studie des Wiener Instituts für internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) im Auftrag von KONTEXT.

Derzeit ist die Europäische Union bei einigen grünen Technologien auf Importe angewiesen. Dieser Trend hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Würde die EU die Fertigung fünf definierter Schlüsseltechnologien – Elektroautos, Photovoltaik, Windkraftanlagen, Batterien und elektrische Motoren – selbst übernehmen, hätte das einen stark positiven Gesamteffekt auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Europäischen Union: ein Plus von rund 18,4 Milliarden Euro. Die Produktion von Elektroautos (+ 8,8 Milliarden Euro) trägt dabei am stärksten zur Steigerung der Wirtschaftsleistung bei, gefolgt von Photovoltaik (+ 4,7 Milliarden Euro) und Batterien (+ 2,6 Milliarden Euro).

Österreichs Wirtschaftsleistung würde durch die Produktionsverlagerung derzeit um rund 560 Millionen Euro wachsen. Länder mit bestehenden Produktionsstandorten profitieren besonders von einer Verlagerung der Produktion, da die notwendige Infrastruktur bereits besteht. Daher entfällt ein großer Teil des Wachstums auf Länder in Ost- und Zentraleuropa wie Tschechien und Slowenien sowie andere industriebasierte Mitgliedsstaaten, insbesondere Deutschland.

*„*Im Vergleich zu 2010 hat sich der potenzielle Markt bereits verdoppelt. In allen Analysen zu den globalen Investitionen und Nachfrage zeigt sich in den betrachteten Sektoren ein starkes Wachstum. Die Ökologisierung ist ein Megatrend“, erklärt Florian Maringer, bei KONTEXT als Vorstand zuständig für Strategie und Analyse.

#### Produktionsverlagerung schafft auch Arbeitsplätze   

Auch auf die Beschäftigung hat die Produktionsverlagerung der fünf Schlüsseltechnologien einen deutlich positiven Effekt: 243.000 Arbeitsplätze entstehen, der Großteil davon durch die Produktion von Elektroautos. Auf Österreich entfielen davon rund 5.100 neue Jobs. In absoluten Zahlen am stärksten wachsen würde die Beschäftigung in Deutschland mit rund 70.000 neuen Jobs, was einem Drittel aller neuen Arbeitsplätze entspricht. *„Die Studie zeigt deutlich, wo die nächsten EU-Kommission in Sachen Wirtschaft* Prioritäten setzen sollte. Der Ausbau grüner Technologien in der EU lässt sich als Turbo für Wirtschaft und Arbeitsplätze einsetzen“, so Maringer.

#### Auch positive Aspekte für angrenzende Sektoren und Dienstleistungsbereich

Neben den direkten Effekten wirkt sich eine Verlagerung der Produktion auch auf die gesamten Wertschöpfungsketten positiv aus. Wird etwa die Produktion von Elektroautos ausgebaut, steigert das auch die Nachfrage nach Komponenten der Automobilindustrie, Batterien und Dienstleistungen wie Softwareentwicklung und Vertrieb. Das führt gerade in der Zulieferindustrie zu einer deutlichen Expansion und wirkt sich auch positiv auf angrenzende Sektoren aus. Neben der Automobilindustrie profitieren etwa die Computer-, Elektronik- und Optikindustrie sowie die Elektroindustrie. Aber auch die Dienstleistungssektoren wachsen. *„Selbst wenn wir nur* wenige Technologie und Komponenten betrachten und detaillierte Netzwerkeffekte ausblenden, zeigen sich durch eine Verlagerung der Produktion bereits enorm positive Effekte. Das tatsächliche Potential grüner Technologien und ihrer gesamten Produktionsketten liegt voraussichtlich deutlich höher“, erklärt Maringer und fügt abschließend hinzu: *„*Für Österreich wird es also standortentscheidend sein, ob wir die Ökologisierung als Chance nützen.“

##  Die Studienergebnisse und Grafiken zum Download: 

- [Auswahl Studienergebnisse](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202406_KONTEXT_WIIW_Gruene-Technologien.pdf)
- [Gesamte Studie](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202406_KONTEXT_wiiw_Study_Impacts-of-Green-Tech.pdf)

## Grafiken zum Download

[202406\_KONTEXT\_WIIW\_Technologien\_Potenzial\_Oesterreich.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202406_KONTEXT_WIIW_Technologien_Potenzial_Oesterreich.png?w=4000&h=2541&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515759&s=0b406fafaab97b046a60592f018f52f5) [202406\_KONTEXT\_WIIW\_Technologien\_Potenzial\_Sektroen.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202406_KONTEXT_WIIW_Technologien_Potenzial_Sektroen.png?w=4000&h=2541&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515742&s=e0e7150ff6c12df532aa064ae8bb8be8) [202406\_KONTEXT\_WIIW\_Technologien\_Potenzial\_Wirtschaft.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202406_KONTEXT_WIIW_Technologien_Potenzial_Wirtschaft.png?w=4000&h=2541&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515706&s=220188de8c48fb336a625e3dee61093b)

---

  Pressemitteilung# Studie: Ökologisierung der Industrie stärkt Wirtschaftsleistung und Unabhängigkeit, senkt Energiebedarf und -preise

Donnerstag, 11.07.2024

Die Ökologisierung der Wirtschaft nimmt global Fahrt auf. Ein ambitionierter Umbau der europäischen Industrie sichert nicht nur eine lebenswerte Zukunft, sondern zahlt sich auch für Wirtschaft und Arbeitsmarkt aus. Das zeigt eine neue Studie von Cambridge Econometrics im Auftrag von KONTEXT – Institut für Klimafragen.

Modelliert wurden dazu für den Zeitraum 2022 bis 2050 zwei Szenarien und deren Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt, sowie auf Energieverbrauch/-produktion, Energiepreise und Treibhausgasemissionen in der EU und Österreich: Das Business-As-Usual- bzw. **BAU-Szenario** stellt das Basisszenario dar, in dem alle klima- und energierelevanten Maßnahmen enthalten sind, die im Jahr 2022 beschlossen oder bereits umgesetzt wurden. Das Zukunftsfähige-Industriepolitik- bzw. **ZIP-Szenario** bildet eine deutlich ambitioniertere Ökologisierung der Industrie ab. Es enthält zusätzlich weitere Maßnahmen zur Dekarbonisierung, Energieeffizienz und einer verstärkten europäischen Produktion von Zukunftstechnologien und orientiert sich an den Zielen des *Net Zero Industry Acts* der EU.

#### **Die Ergebnisse der Studie zeigen die enormen Vorteile einer ambitionierteren Ökologisierung der Industrie (ZIP-Szenario) im Vergleich zum Basisszenario (BAU):** 

- **Die Wirtschaftsleistung steigt durch zukunftsfähige Industriepolitik langfristig stärker.** Im Jahr 2050 liegt das Bruttoinlandsprodukt in der EU und Österreich um 3,3 Prozent höher. Über den gesamten Modellzeitraum entstehen Zugewinne von 9.498 Milliarden Euro in der EU, sowie 250 Milliarden in Österreich (in 2022 Euro).

- **Investitionen in die Ökologisierung der europäischen Industrie lohnen sich.** Jeder zusätzliche Euro, der in zukunftsfähige Industriepolitik investiert wird, bringt langfristig fünf Euro mehr an Wirtschaftsleistung in der EU.

- **Die Zugewinne verteilen sich auf** fast alle Sektoren. Das höchste Plus verzeichnet die Produktion im technischen Bereich, etwa die Elektro-, Elektronik-, Motorindustrie oder der Maschinenbau. Der Output für dieser Industriezweige liegt im Jahr 2050 rund 928 Milliarden Euro höher als im Basisszenario.

- **Die Importabhängigkeit sinkt**, die Wettbewerbsfähigkeit steigt. Über den gesamten Modellzeitraum fallen in der EU im produzierenden technischen Bereich 2.750 Milliarden Euro weniger Importe an, über alle Sektoren hinweg sind es 956 Milliarden Euro weniger.

- **Zukunftsfähige Industriepolitik schafft Arbeitsplätze**. Bis zum Jahr 2050 entstehen in der EU 2,5 Millionen mehr Arbeitsplätze, in Österreich 44.000 – der Großteil davon in der technischen Produktion und im Dienstleistungsbereich.

- **Der Anteil erneuerbarer Energie steigt, Strompreise und Energiebedarf sinken.** Der höhere Einsatz erneuerbarer Energien und die verstärkte Elektrifizierung führen bis 2050 zu einem 29 Prozent niedrigeren Primärenergieverbrauch und um 16 Prozent niedrigeren Strompreisen.

#### **Positive Effekte nehmen langfristig zu** 

Besonders auffällig ist der langfristig positive Effekt, insbesondere bei der Wirtschaftsleistung. Während der Unterschied im Bruttoinlandsprodukt zwischen den beiden Szenarien 2030 noch bei nur 0,4 Prozent liegt, steigt er bis zum Jahr 2050 in der EU auf 3,3 Prozent an, was allein in diesem Jahr einem Plus von 767 Milliarden Euro entspricht. In Österreich sind es 23 Milliarden. *„Zusätzliche Maßnahmen, welche die Produktion von Schlüsseltechnologien in Europa fördern und den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen begünstigen, bringen Österreich und der EU langfristig strukturelle Zugewinne. Je ambitioniert dieser Umbau fortgeführt wird, desto größer die Chancen, die daraus entstehen“*, ordnet Anna Pixer, Analystin bei KONTEXT, die Studienergebnisse ein*.*

#### **Klare Rahmenbedingungen und Maßnahmen erforderlich** 

Zusätzlich zu Subventionen für erneuerbare Energieträger und Investitionen in den Auf- und Ausbau der Produktion von Zukunftsindustrien, sieht das ZIP-Szenario in der Studie auch klare Leitplanken wie einen Kohleausstieg ab 2023 und Gasausstieg ab 2030 vor, sowie einen schrittweisen Ausstieg aus fossilen Heizsystemen und Verbrennermotoren und den Ausbau von Wärmepumpen. *„Neben öffentlichen und privaten Investitionen braucht es Planungssicherheit genau dafür. Das heißt, verbindliche Aus- und Umstiegspläne aus fossiler Energie, um die Stop-And-Go-Politik vollständig zu beenden und Technologieklarheit. Wir kennen die marktreifen Technologien, die die Zukunft prägen. Diese Klarheit ist notwendig, um Fehlallokationen von Ressourcen und stranded Investments zu vermeiden. Wasserstoff in der Heizung und e-Fuels im Auto sind Trugbilder“*, erklärt Florian Maringer, als Vorstand von KONTEXT zuständig für Analyse und Strategie. Der Ausbau erneuerbarer Energiequellen und die Elektrifizierung sind deshalb Schlüsselelemente der Ökologisierung. Um hier in Österreich die Gänge zu kommen sind mehr qualifiziertes Personal für effiziente Genehmigungsverfahren, verbindliche Flächenzonierungen in allen Bundesländern und der Ausbau der Netzinfrastruktur notwendig. Um das daraus entstehende Potenzial für den Arbeitsmarkt voll auszuschöpfen, bedarf es gezielter Aus- und Weiterbildungsoffensiven.

#### Durchgeführt wurde die von KONTEXT beauftragte Studie vom internationalen Forschungsinstitut Cambridge Econometrics. Studienautor János Hidi zur Modellierung: 

*“Our Analysis with the E3ME Model shows that ambitious industrial policy and decarbonization measures hold a significant potential for both the Austrian and European economy. We show this by implementing a more ambitious set of industrial policies that set a strong focus on the production of key technologies in the EU, such as investments to build EU-based industries, public-private financing for those investments, renewable energy subsidies, increasing the deployment rate of heat pumps or the phase-out of sales of new internal combustion engines, all in line with relevant decarbonization policies. The results show that focusing on green industrial policies in the EU has positive long-term effects on economic output and employment compared to the business-as-usual scenario.”*

##  Die Studienergebnisse zum Download 

- [Studienergebnisse](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202407_KONTEXTANALYSE_Zukunftsfaehige-Industriepolitik-in-Europa.pdf)
- [Gesamte Studie](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202407_KONTEXT_CambridgeEconometrics_Study_green-industrial-policies-EU.pdf)

## Grafiken zum Download

[202407\_KONTEXT-Industriepolitik-Arbeitsmarkt\_SoMe.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202407_KONTEXT-Industriepolitik-Arbeitsmarkt_SoMe.png?w=959&h=582&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515777&s=c1cadb4ba5a715557b9a05325dffeebe) [202407\_KONTEXT-Industriepolitik-Arbeitsmarkt-Sektoren\_SoMe.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202407_KONTEXT-Industriepolitik-Arbeitsmarkt-Sektoren_SoMe.png?w=966&h=648&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515618&s=79f069316b3dff73b5fdbea62153b8eb) [202407\_KONTEXT-Industriepolitik-Emissionen\_SoMe.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202407_KONTEXT-Industriepolitik-Emissionen_SoMe.png?w=2127&h=1519&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515597&s=25e340c1be98cb88f0518cf2a29c66ae) [202407\_KONTEXT-Industriepolitik-Energie-SoMe.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202407_KONTEXT-Industriepolitik-Energie-SoMe.png?w=1061&h=2977&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515689&s=c9b15b9ca4a4b915c4936a73d8d6523b) [202407\_KONTEXT-Industriepolitik-Energieeffizienz-SoMe.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202407_KONTEXT-Industriepolitik-Energieeffizienz-SoMe.png?w=2106&h=1516&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515745&s=5f911762d2fb46aa9819437439f5a21a) [202407\_KONTEXT-Industriepolitik-ErneuerbareStromproduktion\_SoMe.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202407_KONTEXT-Industriepolitik-ErneuerbareStromproduktion_SoMe.png?w=2116&h=1438&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515620&s=9992c3b778cb6951e1e52c40d8225161) [202407\_KONTEXT-Industriepolitik-Importe\_SoMe.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202407_KONTEXT-Industriepolitik-Importe_SoMe.png?w=962&h=622&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515740&s=16ed243ba42f4102536b800f1d3df1ea) [202407\_KONTEXT-Industriepolitik-Investitionen\_SoMe.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202407_KONTEXT-Industriepolitik-Investitionen_SoMe.png?w=2137&h=1356&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515752&s=89bcbdac4e1a772605cf3adda96e5743) [202407\_KONTEXT-Industriepolitik-Output\_SoMe.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202407_KONTEXT-Industriepolitik-Output_SoMe.png?w=968&h=620&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515792&s=794efde71598da4770c63f4e251a2ecc) [202407\_KONTEXT-Industriepolitik-Wirtschaftswachstum\_SoMe.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202407_KONTEXT-Industriepolitik-Wirtschaftswachstum_SoMe.png?w=966&h=702&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515789&s=7dc7c797d509a5c6bb041893070cb764) [202407\_KONTEXT-Industriepolitik-Wirtschaftswachstum-relativ\_SoMe.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202407_KONTEXT-Industriepolitik-Wirtschaftswachstum-relativ_SoMe.png?w=959&h=584&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515756&s=5a6f905766bb97c06cafb3aba8c5d073)

---

  Pressemitteilung# COP29: Klimadiplomatie braucht neue Allianz der Mutigen

Dienstag, 12.11.2024

**Der Wahlsieg von Donald Trump überschattet die COP29 und stellt Europa und damit auch Österreich vor neue Herausforderungen**

Der globale Kampf gegen die Klimakrise ist auf eine Kooperation zwischen den Regierungen aller Staaten angewiesen. Die COP29-Weltklimakonferenz in Baku ist dafür bei aller begründeten Skepsis eine wichtige und notwendige Zusammenkunft.

„Klimakonferenzen waren in den letzten Jahren nicht mehr der Ort, an dem wirklich ambitionierte Fortschritte in der globalen Klimapolitik gemacht wurden. Dennoch sind diese Konferenzen wichtig – allein schon deshalb, weil sich alle Länder zumindest einmal im Jahr ernsthaft mit dem Klima beschäftigen müssen“, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer.

Das gilt gerade jetzt: Mit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hat die Klimadiplomatie einen Rückschlag erlitten. Sein Wahlsieg wirft einen Schatten auf die COP29.

„Viel wichtiger als die Kompromisse der Schlusserklärung wird bei der COP29 in Baku deshalb sein, dass sich eine neue Allianz der Mutigen findet, die im globalen Kampf gegen die Klimakrise die Führung übernimmt – Staaten und Regierungen, die nicht bloß Versprechen abgeben, sondern diese auch umsetzen. Hier ist Europa und damit auch Österreich gefordert“, sagt Rogenhofer.

**Finanzen als Schlüssel**

Weltweit steigen die Treibhausgasemissionen weiter an. Im Jahr 2023 haben sie laut dem [Emission Gap Report 2024](https://www.unep.org/resources/emissions-gap-report-2024) des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) mit 57,1 Gigatonnen CO2-Äquivalenten einen historischen Höchstwert erreicht (+1,3 Prozent gegenüber 2022). Um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten, müssten die globalen Emissionen bis 2030 um 42 Prozent (gegenüber 2019) sinken. Laut Schätzung des Emission Gap Reports wird die Reduktion bis dahin ohne weitere Maßnahmen jedoch lediglich vier bis zehn Prozent betragen.

Wie hoch die Emissionsreduktion ausfällt, hängt davon ab, ob Länder des globalen Nordens – mit historisch hohen Emissionen – Länder des Globalen Südens ausreichend unterstützen. Reiche Länder, wie die EU oder die USA, hatten sich bereits im Jahr 2009 dazu verpflichtet, ärmere Länder jährlich mit 100 Milliarden Dollar zu unterstützen. Seit 2022 wird dieser Zielwert offiziell erreicht. Bei der COP29 wird es vor allem darum gehen, diesen Betrag deutlich zu erhöhen. Die hochrangige Expert:innengruppe ILHEG die die COP27 und –28 beriet, hat den Betrag, der notwendig ist, um die Pariser Klimaziele zu erreichen, mit 2,4 Billionen Dollar pro Jahr (also 2.400 Milliarden Dollar) beziffert.

Die EU steuerte im Jahr 2023 28,6 Milliarden Euro aus öffentlichen Quellen bei und mobilisierte weitere 7,2 Milliarden Euro an privaten Mitteln. Um die Erderhitzung möglichst gering zu halten, werden aus der EU und damit auch aus Österreich künftig höhere Beiträge notwendig.

**Vorbild bei der Ökologisierung**

Die Treibhausgas-Emissionen der EU sind zwischen 2022 und 2023 um 7,5 Prozent gesunken, jene von Österreich um 6,4 Prozent. Die Europäische Union gehört damit zu jenen G20-Mitgliedern, deren Treibhausgasausstöße den Höhepunkt bereits überwunden haben und die ein Zieljahr für die Klimaneutralität gesetzlich verankert haben. Der Emission Gap Report bewertet den Reduktionspfad der EU im Hinblick auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit, Umfang und Reporting mit den Bestnoten. Das gelingt außer der EU nur Großbritannien.

„Die EU hat mit dem Green Deal die Ökologisierung ihrer Wirtschaft eingeleitet. Damit sinken die Emissionen und ergeben sich ökonomische Chancen. Jetzt auf Zukunftsindustrien zu setzen und von fossilen auf erneuerbare Energien umzusteigen, bringt Wettbewerbsvorteile und schafft neue Arbeitsplätze. Der Erfolg dieser Maßnahmen kann andere Länder zur Nachahmung inspirieren und damit auch deren Emissionen sinken lassen“, sagt Rogenhofer. „Dafür muss die EU aber noch ambitionierter werden. Der Clean Industrial Deal, der demnächst als Fortsetzung des Green Deal präsentiert wird, sollte daran gemessen werden.“

---

  Pressemitteilung# Budgeteffizienz sinnvoll, Kürzung der Umweltförderungen kontraproduktiv

Donnerstag, 16.01.2025

Statement von KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer zu den Sparplänen einer möglichen FPÖ-ÖVP-Regierung.

"Die budgetäre Lage macht Einsparungen unerlässlich. Einige der Maßnahmen, die heute von FPÖ- und ÖVP-Verhandlern präsentiert wurden, sind nachvollziehbar. Andere bringen Rückschritte im Klimaschutz und führen, entgegen den Beteuerungen der Verhandler, auch zu negativen konjunkturellen Effekten und sozialer Unverträglichkeit."

"Die Ökologisierung bringt stabilere Energiepreise, schafft Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze vor Ort. Gerade die Einschnitte bei Umweltförderung und E-Mobilität verzögern die positiven Effekte für die Wirtschaft. Würde die nächste Regierung stattdessen klimaschädliche Subventionen im Verkehrssektor reformieren, könnte sie ähnlich hohe Einsparungen erzielen, die Wirtschaft fördern und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Um zusätzlich Strafzahlungen in Milliardenhöhe aus der EU zu vermeiden, müssen die heute präsentierten Einschnitte durch andere Maßnahmen und Gesetze kompensiert werden."

*Zur Reduktion bei Umweltförderungen:*

"Eine Reduktion der Umweltförderungen um 20 Prozent schadet nicht nur dem Klima, sondern auch der Wirtschaft. Einschnitte bei Heizkesselförderung etwa gefährden Aufträge und Arbeitsplätze bei Installateuren. Gleichzeitig wird es vielen Menschen erschwert, durch einen Heizungstausch schneller ihre Heizkosten zu stabilisieren und zu senken. Sollen die gleichen Ziele mit weniger Förderungen erreicht werden, ist es notwendig, den Ausstieg gesetzlich festzuschreiben, etwa durch ein Erneuerbares-Wärme-Gesetz.

Gleichzeitig bedeutet weniger Geld für den Transformationsfonds der Industrie, dass die Umstellung von industriellen Prozessen verzögert wird. Darunter leidet auch die Wettbewerbsfähigkeit."

*Zum Wegfall der Förderungen von Photovoltaik und E-Autos:*

"Photovoltaik-Anlagen haben sich am Markt bereits gut etabliert. Der Wegfall der MwSt-Befreiung ist dementsprechend verkraftbar. Bei E-Autos ist das nicht der Fall. Im Jahr 2024 sind die Neuzulassungen von E-Autos gegenüber dem Vorjahr sogar zurückgegangen. Der Wegfall von Förderungen wird diesen Trend verstärken und die notwendige Entwicklung hin zu emissionsfreier Mobilität verzögern."

*Zum Klimaticket:*

"Es ist zu begrüßen, dass das Klimaticket erhalten bleibt. Schließlich erleichtert es den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel und reduziert auch Bürokratie in Unternehmen. Entscheidend ist jedoch, dass das Ticket zu den aktuellen Preisen verfügbar bleibt und nicht über die nächsten Jahre verteuert und unerschwinglich wird, sodass seine positiven Effekte verpuffen."

*Zum Klimabonus:*

"Entscheidend für das Klima ist nicht der Klimabonus, sondern die CO2-Bepreisung. Der Klimabonus kann für obere Einkommensgruppen durchaus gestrichen werden, bei armutsgefährdeten Haushalten ist er jedoch eine wichtige Kompensation. Würde der Klimabonus etwa nur mehr an armutsgefährdete Personen ausbezahlt werden, könnten weiterhin über 80 Prozent des Klimabonus eingespart werden."

*Zu klimaschädlichen Subventionen:*

"Wer klimaverträglich sparen will, muss mit der Reform von klimaschädlichen Subventionen beginnen. Sie ist ein Win-Win für Budget und Klima. Allein durch die Pendlerförderung, Dieselprotektionismus und Dienstwagenprivileg kann die Regierung jährliche über eine Milliarde Euro und mindestens 764.000 Tonnen CO₂-Äquivalente einsparen. Leider wurden hierfür keine Maßnahmen präsentiert."

---

  Pressemitteilung# Budget und Klima: Österreicher:innen für kluge Einsparungen statt Förderkürzungen

Dienstag, 11.02.2025

Neue Umfrage des KONTEXT Instituts zeigt: Mehrheit für Reform der klimaschädlichen Subventionen und gegen Kürzungen bei Umweltförderungen

Knapp drei Milliarden Euro wollen FPÖ und ÖVP im Jahr 2025 im Klimabereich einsparen. Damit drohen erhebliche Rückschritte bei der Eindämmung der österreichischen Treibhausgas-Emissionen. Mit den richtigen Maßnahmen kann jedoch dasselbe Volumen eingespart *und* gleichzeitig Emissionen reduziert werden, wie eine Berechnung des KONTEXT Institut für Klimafragen zeigt. Eine aktuelle repräsentative Umfrage zeigt zudem, dass die Österreicher:innen mehrheitlich Einschnitte bei Umweltförderung ablehnen und eine Reform der klimaschädlichen Subventionen befürworten.

#### **Gegen Kürzungen bei Umweltförderungen**

FPÖ und ÖVP planen, Umweltförderungen, wie jene für den Heizungstausch, um 20 Prozent zu kürzen. Mehr als drei Viertel (76,9 Prozent) der Befragten hingegen wollen, dass Umweltförderungen für den Umstieg auf nachhaltige Heizsysteme erhalten bleiben, um Menschen und Unternehmen den Umstieg zu erleichtern. 63,2 Prozent geben an, dass ihnen der Umstieg ein persönliches Anliegen ist.

57,5 Prozent wollen auch die Förderung für E-Autos beibehalten. Dem stehen die Pläne der Regierungsverhandler:innen entgegen, die Förderungen für alle Formen der E-Mobilität kürzen und eine motorbezogene Versicherungssteuer für E-Autos einführen wollen.

"Die Ökologisierung schafft Wohlstand und Arbeitsplätze vor Ort. Gerade die Einschnitte bei Umweltförderung verzögern die positiven Effekte für die Wirtschaft. Würde die nächste Regierung stattdessen klimaschädliche Subventionen im Verkehrssektor reformieren, könnte sie ähnlich hohe Einsparungen erzielen, gleichzeitig die Wirtschaft ankurbeln und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten”, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer.

**Für Reformen der klimaschädlichen Subventionen**

Der Nationale Energie- und Klimaplan (NEKP) sieht den Abbau der klimaschädlichen Subventionen vor. Eine KONTEXT-Analyse zeigt, dass allein durch die Reformen von drei klimaschädlichen Subventionen im Verkehrssektor (Ökologisierung der Pendlerförderung und des Dienstwagenprivilegs sowie der Abschaffung des Dieselprotektionismus) der Staatshaushalt jährlich um 1,04 Milliarden Euro entlastet werden kann. Entsprechende Maßnahmen haben FPÖ und ÖVP weder in ihren Sparplänen präsentiert noch sind sie – laut dem geleakten Protokoll – Gegenstand in den laufenden Regierungsverhandlungen.

Die Bevölkerung jedoch ist mehrheitlich für eine Reform: Zwei Drittel der Befragten (65,8 Prozent) sind der Meinung, dass, um das Budget zu entlasten, Förderungen gestrichen werden sollten, die dem Klima schaden. Die höchste Zustimmung findet dabei die Ökologisierung der Pendlerförderung: Wenn öffentliche Verkehrsmittel für den Arbeitsweg zur Verfügung stehen und diese auch zumutbar sind, sollte ein Jahresticket für den öffentlichen Verkehr bereitgestellt werden anstatt eines Auto-Zuschusses, sagen 72,8 Prozent. 64,6 Prozent sprechen sich für die Abschaffung des Dieselprotektionismus aus – also dafür, dass die Mineralölsteuer auf Diesel an das Niveau von Benzin angeglichen werden soll. Die Ökologisierung des Dienstwagenprivilegs wird von 60,9 Prozent der Befragten unterstützt: Personen, die einen fossilen Dienstwagen privat nutzen, sollten keine steuerlichen Vorteile auf Kosten des Staatsbudgets erfahren. Stattdessen sollen Alternativen, wie öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad oder Car-Sharing steuerlich begünstigt werden, sagen 68,6 Prozent.

**Sozial gerecht und ökonomisch vernünftig**

“Kluge Sparmaßnahmen verbinden die Ziele von Budgetentlastung mit Klimaschutz und sind darüber hinaus auch sozial gerecht und ökonomisch vernünftig. All diese Ziele lassen sich miteinander erreichen. Auch darauf legen die Befragten mehrheitlich großen Wert”, sagt Rogenhofer.

Dass die Höhe der Pendlerförderung für alle Einkommen gleich sein sollte, anstatt höhere Einkommen zu bevorzugen, findet mit 81,8 Prozent die höchste Zustimmung aller abgefragten Forderungen. Mehr als zwei Drittel (67,7 Prozent) sind zudem der Meinung, dass der Klimabonus für armutsgefährdete Menschen weiterhin erhalten bleiben sollte.

Auch auf die Vorteile für die heimische Wirtschaft werden erkannt: Kürzungen bei zukunftsfähigen Technologien wie Photovoltaik-Anlagen oder Elektroautos gefährden Österreichs Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu anderen Ländern (60,6 Prozent). Und 77,6 Prozent finden, dass Investitionen in nachhaltige Technologien in der heimischen Industrie die österreichische Wirtschaft stärken.

**Hintergrund**

Das Meinungsforschungsinstitut marketagent befragte für die Umfrage 1.020 Personen im Zeitraum 29. Jänner bis 4. Februar 2025. Sie ist repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.

[2025\_02\_Budgeteinsparungen-im-Klimabereich\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/2025_02_Budgeteinsparungen-im-Klimabereich_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515666&s=46584454a576039b4201a24867dfac1c) [202501\_Umweltfoerderungen\_Umfrage\_KONTEXT\_202501.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202501_Umweltfoerderungen_Umfrage_KONTEXT_202501.png?w=1024&h=698&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515665&s=1d3b2e5f80b13d5e1a2787d06bc5ccb1) [Klimaschaedliche-Subventionen\_Umfrage\_KONTEXT\_202501.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/Klimaschaedliche-Subventionen_Umfrage_KONTEXT_202501.png?w=3851&h=2591&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515683&s=ea4c481d82240481ce90b4a7508334c3) 

##  Gesamte Umfrageergebnisse zum Download 

- [Umfrageergebnisse\_Budget\_Klima](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/2025_02_Umfrageergebnisse_KONTEXT.pdf)

---

  Pressemitteilung# Die Klimakrise als Sicherheitsrisiko: Drei zentrale Herausforderungen

Freitag, 14.02.2025

Am Wochenende treffen internationale Expert:innen und Politiker:innen zur Münchner Sicherheitskonferenz zusammen. Die Klimakrise rückt in Risikobewertungen zunehmend in den Mittelpunkt.

Aus Anlass der Münchner Sicherheitskonferenz hat das KONTEXT Institut für Klimafragen drei sicherheitspolitische Herausforderungen im Zusammenhang mit der Klimakrise und -politik analysiert. Das Ergebnis: Die Klimakrise und die strategische Abhängigkeit von Energie und Rohstoffen führen zu einem wachsenden Risiko für Österreich und Europa. Lösungen liegen jedoch auf der Hand.

“Klimapolitische Maßnahmen sind auch sicherheitspolitisch relevant. Die Ökologisierung der Gesellschaft und Wirtschaft ist der Schlüssel für strategische Unabhängigkeit bei Energie, Technologien und Ressourcen. Sie schafft damit Sicherheit”, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer.

**Klimakrise unter den Top-Risiken**

Der neue Security Index der Münchener Sicherheitskonferenz zeigt: Sieben der zehn größten globalen Sicherheitsrisiken stehen im direkten oder indirekten Zusammenhang mit der Klimakrise. Sie sind entweder direkte Folgen oder werden durch ihre Effekte verstärkt.

Das Ranking verdeutlicht, dass die Klimakrise nicht nur eine ökologische, sondern auch eine zentrale sicherheitspolitische Herausforderung ist. Neben Extremwetterereignissen verschärft sie geopolitische Spannungen, destabilisiert ganze Regionen, zwingt Menschen zum Verlassen ihrer Heimat und trägt zu wachsender Ungleichheit und Konflikten bei.

KONTEXT hat sich drei für Österreich besonders relevante sicherheitspolitische Herausforderungen angesehen.

**Strategische Unabhängigkeit**

Im Energiebereich hat Österreichs starke Importabhängigkeit bei Gas und Öl gravierende Folgen für Preis- und Versorgungssicherheit. Hohe Energiepreise, wie zu Beginn des Angriffskriegs von Russland auf die Ukraine, sind Haupttreiber der Inflation. Kurzfristige Preisanstiege können dadurch tiefgreifende wirtschaftliche, soziale und in weiterer Folge politische Auswirkungen haben.

Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern bedeutet für Österreich auch Erpressbarkeit – nicht nur in Krisenzeiten: Schon vor dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine kam es seitens Russlands zu mindestens 55 Fällen von Gaslieferstopps oder Drohungen. Viele davon waren mit wirtschaftlichen oder politischen Forderungen verbunden.

Neben Gas und Öl ergeben sich für Österreich auch durch internationale Wertschöpfungsketten ausgeprägte Abhängigkeiten: Viele Industriezweige sind auf den Import essenzieller Güter, Rohstoffe und Komponenten aus einigen wenigen Lieferländern angewiesen. Neben oft verehrenden Arbeits- und Umweltbedingungen bei der Rohstoffgewinnung können solche Abhängigkeiten auch geopolitische Machtungleichgewichte verstärken. Die starke Importabhängigkeit dieser Rohstoffe erhöht das Risiko von Lieferengpässen und Preisvolatilität, insbesondere in Krisenzeiten oder bei geopolitischen Spannungen, aber auch durch Naturkatastrophen. Besonders im Bereich kritischer Infrastruktur bestehen Abhängigkeiten von Halbleitern und bestimmten Rohstoffen wie Magnesium, Niob oder Kobalt.

“Der Ausbau von erneuerbaren Energien, die Elektrifizierung von industriellen Prozessen und die Kreislaufwirtschaft stabilisieren die Preise und lösen uns aus der Erpressbarkeit. Eine Chance für Sicherheit und das Klima.”, unterstreicht Rogenhofer.

**Extremwetterereignisse**

Ein zweites großes sicherheitspolitisches Risiko sind die mit der Klimakrise zunehmende Extremwetterereignisse wie Überflutungen, Stürme und Dürren. Im Herbst 2024 traf Österreich bereits das dritte Jahrhunderthochwasser innerhalb von 22 Jahren. Die Überschwemmungen verursachten Schäden von mindestens 1,3 Milliarden Euro, zerstörten Wohngebiete, Verkehrswege und großflächig landwirtschaftliche Flächen. Die Zunahme von Überschwemmungen, Stürmen, Waldbränden und extremen Temperaturereignissen sieht man auch in der Statistik. Mit jedem Zehntel Grad Erderwärmung steigt die Wahrscheinlichkeit solcher Extremwetterereignisse weiter.

Katharina Rogenhofer: “Die Senkung unserer Emissionen, proaktive Renaturierung und Anpassungsmaßnahmen sind für den Katastrophenschutz und den Schutz gegen Extremwetterereignissen unabdingbar”.

**Desinformation**

Ein drittes wachsendes sicherheitspolitisches Risiko ist die Verbreitung von Desinformation. Sie vertieft die gesellschaftliche Spaltung und destabilisiert demokratische Prozesse. Die Klimakrise ist neben Russlands Angriffskrieg und COVID-19 zur zentralen Zielscheibe von Desinformation geworden. Das führt auch zur Verzögerung politischer Entscheidungen mit sicherheitsrelevanten Folgen. Desinformation und die dadurch entstehende Verunsicherung erschweren dadurch geordnete Reformen.

“Der Kampf gegen Desinformation ist für stabile demokratische Prozesse zentral. Denn die Voraussetzung für die Ökologisierung von Wirtschaft und Gesellschaft und die dadurch entstehenden Vorteile sind stabile demokratische Prozesse und Institutionen”, schließt Rogenhofer.

##  Die Klimakrise als Sicherheitsrisiko: Drei zentrale Herausforderungen 

- [Die gesamte Analyse im Detail](https://kontext-institut.at/inhalte/sicherheitsrisiko-klimakrise/)

## Grafiken zum Download

[2025\_02\_Sicherheit\_Extremwetterereignisse\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/2025_02_Sicherheit_Extremwetterereignisse_KONTEXT.png?w=1024&h=731&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515683&s=7d725a6a01032e178a51eaa05c89ca77) [2025\_02\_Sicherheit\_Inflation\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/2025_02_Sicherheit_Inflation_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740746161&s=5fc7bd9a85e10b372d8bf73678f0ccba) [2025\_02\_Sicherheit\_Munich-Security-Index-2025\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/2025_02_Sicherheit_Munich-Security-Index-2025_KONTEXT.png?w=1024&h=1024&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515657&s=fc29ad049b7a8e0d42116b9653891aad)

---

  Pressemitteilung# Drei Jahre Krieg in der Ukraine: Österreichs Gasabhängigkeit nutzte nur Russland

Freitag, 21.02.2025

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine jährt sich zum dritten Mal. Er hat die Schäden und Risiken der Abhängigkeit von fossilen Energieimporten verdeutlicht. Trotz des Gasstopps aus Russland drohen neue Abhängigkeiten, etwa durch Flüssiggas. Der Ausweg liegt im Ausbau erneuerbarer Energien.

Während andere europäische Länder nach Kriegsbeginn den Gasimport aus Russland einstellten oder zumindest deutlich drosselten, hielt Österreich lange daran fest. Mehr als 12 Milliarden Euro flossen dadurch seit Kriegsbeginn vor drei Jahren in russische Energieimporte – und damit indirekt in die Kriegsfinanzierung. Das zeigt eine Auswertung der Außenhandelsstatistik der Statistik Austria durch KONTEXT.

Gleichzeitig hat der russische Angriffskrieg gezeigt, welches Sicherheitsrisiko mit der Abhängigkeit von fossilen Energien für Europa und Österreich einhergeht. Sie macht erpressbar durch potenzielle Lieferstopps, an die wirtschaftlichen Forderungen geknüpft werden können. Gleichzeitig heizen Preisschocks, wie jener nach Kriegsbeginn, auch die allgemeine Teuerung an.

Nicht zuletzt gehen mit Importabhängigkeiten von fossilen Energien auch erhebliche Kosten und dadurch Wettbewerbsnachteile. Das verdeutlichen die milliardenschweren Ausgaben für fossile Energien Österreichs: Der Kriegsbeginn ließ das Handelsbilanzdefizit – also die Kosten von Importen im Vergleich zu Exporteinnahmen – im Jahr 2022 auf über 19 Milliarden Euro ansteigen. Aber auch im Schnitt 2015 bis 2019 belief es sich bereits auf acht Milliarden Euro pro Jahr.

Russisches Erdgas fließt zwar seit Jahreswechsel durch das Auslaufen des Transitvertrags zwischen Ukraine und Russland keines mehr über Pipelines nach Österreich. Die Abhängigkeit droht sich aber lediglich hin zu anderen Ländern zu verschieben: Ein verstärkter Bezug von Flüssiggas (LNG, Liquefied Natural Gas), das in großen Mengen per Schiff transportiert werden kann, schafft neue Abhängigkeiten – etwa von großen LNG-Exportländern wie etwa den USA.

„Leider ist Österreich dabei, seine Fehler zu wiederholen und sich von alten in neue Abhängigkeiten zu begeben. Anstatt Milliarden in den Import von fossilen Energien zu investieren – und damit sogar militärische Konflikte mitzufinanzieren – kann Österreich mit erneuerbaren Energien seine wirtschaftliche Resilienz stärken und Haushalte und Unternehmen vor zukünftigen fossilen Preisschocks schützen”, so Katharina Rogenhofer, Vorständin des KONTEXT Instituts für Klimafragen. Dazu notwendig sei neben dem raschen Ausbau erneuerbarer Energien, Netzen und Speichertechnologien auch die Elektrifizierung industrieller Prozesse.

## Grafiken zum Download

[2025\_02\_Energieimporte-aus-Russland\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/2025_02_Energieimporte-aus-Russland_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515651&s=8d989863d7d62e0579f1c9df07313e4d) [2025\_02\_Fossile-Energieimporte\_KONTEXT\_2025-02-25-083635\_lmei.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/2025_02_Fossile-Energieimporte_KONTEXT_2025-02-25-083635_lmei.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515773&s=889211f7010fa3bc12ba2b38fc366c59)

---

  Pressemitteilung# Rogenhofer: „Österreich wird im Klimabereich viel Geld ausgeben. Die Frage ist nur wofür“

Dienstag, 25.03.2025

Statement von KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer zur laufenden Budgetdebatte

Die Ökologisierung der klimaschädlichen Subventionen kann den Staatshaushalt massiv entlasten. Zusätzlich hängt mit den Strafzahlungen, die Österreich drohen, sollte es die EU-Klimaziele 2030 nicht erreichen, ein großes Damoklesschwert über dem Budget. Um den Staatshaushalt langfristig zu entlasten, sind deshalb Investitionen in die Ökologisierung der gesamten Wirtschaft notwendig.

*„Ob wir wollen oder nicht: Österreich wird trotz der geringen finanziellen Möglichkeiten zusätzlich viel Geld im Klimabereich in die Hand nehmen müssen. Die Frage ist nur wofür: Für Strafzahlungen, die ohne jeglichen Effekt für die Wertschöpfung in diesem Land, ohne Verbesserung der Infrastruktur, ohne bleibenden Mehrwert für die heimische Wirtschaft und für das Klima einfach verpuffen? Das wäre eine Lose-Lose-Lose-Lösung für Budget, Wirtschaft und Klima“*, sagt Katharina Rogenhofer, Vorständin des KONTEXT Instituts für Klimafragen.

Die Regierung sei besser beraten, dieses Geld stattdessen in die Ökologisierung der Wirtschaft und Gesellschaft zu intensiveren, so Rogenhofer: in den Ausbau der erneuerbaren Energie inklusive der Netze und Speicher, den Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen, die Elektrifizierung der Industrie und in die Förderung von Zukunftstechnologien. Anstatt Milliarden sinnlos verpuffen zu lassen, wären die Effekte auf diese Weise bleibend: Der Treibhausgasausstoß sinkt, Wettbewerbsfähigkeit und heimische Wertschöpfung nehmen zu und Arbeitsplätze werden geschaffen.

Die bisherigen Maßnahmen dieser Regierung laufen dieser Entwicklung entgegen: Sie hat bei wichtigen Förderungen, wie jenen für den Heizungstausch oder der E-Mobilität, den Sparstift angesetzt, ohne als Alternative ordnungspolitische Maßnahmen in Aussicht zu stellen. Das schlägt sich nicht nur in den Auftragsbüchern der heimischen Installateure und Elektrikerinnen nieder, sondern auch im nationalen Emissionspfad.

Rogenhofer: *„Der Sparstift wäre besser bei den klimaschädlichen Subventionen angesetzt. Der Staat könnte allein mit Reformen von drei dieser Förderungen im Verkehrsbereich – Pendlerförderung, Dieselprotektionismus und Dienstwagenprivileg – mindestens eine Milliarde Euro jährlich sparen. Die notwendigen Investitionen im Klimabereich könnten so gegenfinanziert werden. Gleichzeitig vermeiden wir auf diese Weise über 700.000 Tonnen an CO2-Emissionen und machen damit einen großen Schritt bei den Klimazielen. Das wäre eine Win-Win-Win-Lösung für Budget, Wirtschaft und Klima.“*

---

  Pressemitteilung# Umfrage: Unternehmen für mehr Klimaschutz, Vertrauen in Politik gering

Mittwoch, 05.03.2025

Unternehmen spielen bei der Ökologisierung von Wirtschaft und Gesellschaft eine tragende Rolle. Eine neue Studie in Kooperation zwischen KMU Forschung Austria und dem KONTEXT Institut für Klimafragen zeigt die Haltung der österreichischen Unternehmen zu Klimapolitik.

- Österreichische Unternehmen erkennen die Notwendigkeit von Klimaschutz und sind bereit, daran mitzuwirken.
- Staatliche Eingriffe und Förderungen im Sinne der Ökologisierung stoßen auf große Akzeptanz
- Die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die Klimapolitik sind hingegen gering.

In der bislang umfassendsten Erhebung unter österreichischen Unternehmen zur Klimapolitik wurden 2.263 österreichischen Unternehmen nach ihren Positionen befragt.

Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass sich die Mehrheit der befragten österreichischen Unternehmen der Notwendigkeit von Klimaschutz bewusst ist und entsprechende klimapolitische Maßnahmen befürwortet. Glaubwürdigkeit und Vertrauen in die Politik sind jedoch sehr gering.

**Studienergebnisse auf einen Blick:**

- Die überwiegende Mehrheit der befragten Unternehmen misst dem Schutz von **Umwelt- und Klima eine hohe Bedeutung** bei – als hohe interne Priorität (80 %), zentrale Unternehmenswerte (76 %) und Pfeiler für langfristigen Unternehmenserfolg (68 %). Rund neun von zehn Unternehmen stehen zu ihrer Verantwortung, Umwelt und Klima zu schützen (88 %) und wollen einen positiven Beitrag dazu leisten (87 %).
- Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen stehen hinter einer **ambitionierten Klimapolitik**, auch wenn damit Einschränkungen für sie verbunden sind (55 %). Mehr als zwei Drittel (70 %) sehen die Politik sogar in der Verantwortung alles zu tun, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Knapp drei von fünf Unternehmen (58 %) halten es für wichtig, dass Politik und öffentliche Verwaltung in die Wirtschaft eingreifen, um den Klimaschutz voranzutreiben.
- **Förderungen und andere finanzielle Unterstützungsleistungen** stoßen auf hohen Bedarf. Die meisten Unternehmen (70 %) geben an, dass finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand für sie unerlässlich ist, um ambitionierten Klimaschutz zu betreiben.
- **Politik und Verwaltung** werden von den meisten befragten Unternehmen in Klimaschutzbelangen als **unglaubwürdig wahrgenommen**. Etwa zwei Drittel nehmen keinen starken politischen Willen für ambitionierten Klimaschutz wahr (63 %), bemängeln die Unterstützung für Klimaschutzmaßnahmen von Politik und Verwaltung (67 %), sowie die tatsächliche Umsetzung notwendiger Maßnahmen (69 %).
- Auch das **Vertrauen in Politik und Verwaltung ist gering**. Drei Viertel der befragten Unternehmen (75 %) stufen die Kompetenz der Politik und öffentlichen Verwaltung im Klimaschutz als unzureichend ein. Etwa gleich viele befinden, dass *nicht* im besten Interesse der Öffentlichkeit gehandelt wird. Weniger als die Hälfte (44 %) vertraut darauf, dass im Klimaschutz generell fair, offen und ehrlich agiert wird.

**Wie Politik und Unternehmen klimapolitisch zusammenfinden**

Als Hauptgründe für die fehlende Glaubwürdigkeit der Politik werden von den befragten Unternehmen vor allem partei- und interessenspolitische Einflüsse angeführt, die notwendige Maßnahmen verhindern. Auch eine unzureichende Umsetzung von Maßnahmen in Bereichen, die als besonders wichtig empfunden werden, werden kritisiert.

„Die Unternehmen sind zu mehr Klimaschutz bereit. Die Politik muss verlässliche Rahmenbedingungen schaffen und nachvollziehbare Maßnahmen setzen, damit Unternehmen die Chancen der Ökologisierung für mehr Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand nutzen können. Zusätzlich würde ein überparteilicher Konsens und eine klarere Positionierung durch Interessenvertretungen die Glaubwürdigkeit stärken“, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer.

Dem fehlenden Vertrauen liegt häufig die Überzeugung zugrunde, dass klimapolitische Maßnahmen unbürokratischer, fairer und unternehmensfreundlicher umgesetzt werden könnten. Insbesondere kleinere Unternehmen fühlen sich zum Teil benachteiligt.

Studienautor Harald Wieser von der KMU Forschung Austria: „Bei Förderungen sollte sichergestellt werden, dass insbesondere kleine Betriebe einen niederschwelligen Zugang bekommen und ein höheres Maß an Kontinuität gewährleistet wird. Außerdem sind Transparenz und eine stärkere Kooperation mit Unternehmen unerlässlich, um das Vertrauen zu stärken.“

**Hintergrund**

Die dieser Studie zugrundeliegende Unternehmensbefragung wurde im Zeitraum Mai-Juni 2024 von der KMU Forschung Austria im Rahmen des Forschungsprojekts “TranS4MER” (14th ACRP Call) und mit finanzieller Unterstützung des Klima- und Energiefonds durchgeführt. 97 Prozent der beantworteten Fragebögen stammen von Vertreter:innen aus Klein- und Mittelunternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitenden.

[STUDIE ## Die Akzeptanz klimapolitischer Maßnahmen bei österreichischen Unternehmen Kooperation zwischen KMU Forschung Austria und KONTEXT Institut für Klimafragen Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202502_Akzeptanz-von-Klimapolitik-bei-Unternehmen_KMU_KONTEXT.pdf?dm=1741089294) 

## Grafiken zum Download

[202502\_Klimaschutz\_Unternehmenswerte\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202502_Klimaschutz_Unternehmenswerte_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1741091034&s=f33bc2f6c8441e7e401ca39f6f08dca4) [202502\_Unternehmen\_Klimapolitik\_Eingriffe\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202502_Unternehmen_Klimapolitik_Eingriffe_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1741091070&s=2e872f98a2a80b61ddd31c965ace8bc8) [202502\_Unternehmen\_Klimapolitik\_Foerderungen\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202502_Unternehmen_Klimapolitik_Foerderungen_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1741091063&s=b23e68b90cec8b5159df4e36cc2e4c5e) [202502\_Unternehmen\_Klimapolitik\_Vertrauen\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202502_Unternehmen_Klimapolitik_Vertrauen_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1741091079&s=18707d069712a1da760df586f7392f55) [202502\_Unternehmen\_Klimapolitik\_Vertrauen\_Gruende\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202502_Unternehmen_Klimapolitik_Vertrauen_Gruende_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1741091041&s=546e800fb194b7af4fae1ce64e559a43) [202502\_Unternehmen\_Klimapolitik\_Glaubwuerdigkeit\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202502_Unternehmen_Klimapolitik_Glaubwuerdigkeit_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1741091048&s=b9427e324ea8eeb0c28b6239d7a3e875) [202502\_Unternehmen\_Klimapolitik\_Glaubwuerdigkeit\_Gruende\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202502_Unternehmen_Klimapolitik_Glaubwuerdigkeit_Gruende_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1741091055&s=7ebddaaf0dadd42716c404dffe9921f1)

---

  Pressemitteilung# Omnibus: Stop-and-Go-Politik benachteiligt Unternehmen, die bereits in die Umsetzung investiert haben

Montag, 31.03.2025

Mit dem Omnibus-Paket will die EU-Kommission wichtige Regelungen für Unternehmen mit Blick auf Nachhaltigkeit und Lieferketten effizienter gestalten. In dieser Woche stimmt das Europäische Parlament mit einem Dringlichkeitsantrag darüber ab, ob Berichtspflichten für Unternehmen zwei Jahre später gelten sollen.

Gleichzeitig mit dem Clean Industrial Deal hat die EU-Kommission Ende Februar das sogenannte Omnibus-Paket vorgeschlagen. Während der Clean Industrial Deal die Ziele des Green Deals fortführt, schwächt das Omnibus-Paket wichtige Gesetze daraus ab. Das KONTEXT Institut für Klimafragen hat das Omnibus-Paket analysiert.

„*Die Vereinheitlichung von Standards und die Vereinfachung einiger Berichtspflichten ist sinnvoll. Mit vielen der zusätzlich vorgeschlagenen Maßnahmen werden aber nicht bürokratische Hürden abgebaut, sondern die Nachhaltigkeitsberichterstattung weniger wirkungsvoll und das Lieferkettengesetz nahezu substanzlos gemacht*“, fasst Katharina Rogenhofer, Vorständin des KONTEXT Instituts für Klimafragen, das Ergebnis der Analyse zusammen.

Kritisch sieht Rogenhofer zudem die Vorgehensweise – auch mit Blick auf das aktuelle Dringlichkeitsverfahren: „*Die Gesetze wurden erst in den letzten Jahren verabschiedet. Sie nun wieder abzuändern, würde jene Unternehmen benachteiligen, die bereits in die Umsetzung investiert haben. Stop-and-Go-Politik dieser Art ist Gift für jegliche Planungssicherheit von Unternehmen*.“

**Was das Omnibus-Paket vorsieht**

Das Omnibus-Paket umfasst im Wesentlichen Änderungen in drei Bereichen: in der Nachhaltigkeitsberichterstattung (inklusive der Berichtsstandard und der Taxonomie), dem Lieferkettengesetz und dem CO2-Grenzausgleichsmechanismus (kurz: CBAM).

Die **Nachhaltigkeitsberichterstattung** soll künftig den Schwerpunkt auf quantitative Datenpunkte legen und durch neue Berichtsstandards vereinfacht werden – das ist durchaus sinnvoll, denn es reduziert den Umfang der Berichterstattung und vereinheitlicht sie. Bedenklich ist jedoch, dass der Schwellenwert für berichtspflichtige Unternehmen mit dem Vorschlag von 250 auf 1.000 Mitarbeitende steigen würde, wodurch 80 Prozent der ursprünglich einbezogenen Unternehmen wieder aus dem Geltungsbereich fallen und das Instrument entsprechend an Wirkung verlieren würde.

Besonders problematisch sind die Vorschläge des Omnibus-Pakets im Bereich des **Lieferkettengesetzes**. Die Sorgfaltspflicht soll, statt auf die gesamte Lieferkette, auf direkte Zulieferer beschränkt werden und nur dann gelten, wenn diese mindestens 500 Mitarbeiter:innen haben. Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung finden jedoch häufig früher in der Wertschöpfungskette und auch in kleineren Organisationen statt, etwa bei der Rohstoffgewinnung. Auch die Umsetzung der Transformationspläne ist nicht mehr verpflichtend.

Besser gelingt die Vereinfachung beim **CO2-Grenzausgleichsmechanismus**. Wird der CBAM-Schwellenwert, wie vorgeschlagen, auf 50 Tonnen pro Jahr angehoben, sind 90 Prozent der Importeure ausgenommen, während weiterhin 99 Prozent der Emissionen in den betroffenen Sektoren erfasst werden.

**Nächste Schritte**

Nach dem Vorschlag der EU-Kommission müssen die einzelnen Gesetze nun durch das Europäische Parlament und den Rat in den entsprechenden Gesetzgebungsverfahren abgeändert und, je nach Bestimmung, in weiterer Folge von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden. Die Berichtspflichten für jene Unternehmen, für die die CSRD und CSDDD ab diesem Jahr gegolten hätten, sollen mit einem Dringlichkeitsverfahren verschoben werden. Der Rat hat dafür bereits grünes Licht gegeben. Die Abstimmung im Europäischen Parlament findet in zwei Teilen morgen Dienstag (1. April) und am Donnerstag (3. April) statt.

##  Die ausführliche Analyse des Omnibus-Pakets gibt es hier: 

- [Einordnung: Was der EU-Omnibus für die Berichtspflichten von Unternehmen bedeutet](https://kontext-institut.at/inhalte/eu-omnibus)

---

  Pressemitteilung# AVISO Pressekonferenz 29.4.: Wer und was die österreichische Klimadebatte 2024 bestimmt hat

Mittwoch, 16.04.2025

Das „Klimadiskurs-Monitoring 2025“ des KONTEXT Instituts für Klimafragen fasst die Klimadebatte in Österreich in Zahlen und erläutert Strategien für konstruktiven Diskurs.

Im Rahmen einer **Pressekonferenz** präsentiert das KONTEXT Institut für Klimafragen die diesjährige Ausgabe des **Klimadiskurs-Monitorings**. Wie schon in der ersten Ausgabe zeigt KONTEXT darin, wer im Vorjahr in den österreichischen Medien wie über Klimapolitik gesprochen hat, wie sich der Klimadiskurs im Jahresvergleich verändert hat, welche Themen und Technologien besonders kontrovers diskutiert wurden und wo notwendige Maßnahmen verschleppt werden. Begleitend zur quantitativen Analyse hat KONTEXT Strategien für einen konstruktiven Diskurs entwickelt, die zeigen, wie klimapolitische Maßnahmen und Entscheidungen beschleunigt werden können.

**Zeit:** Dienstag, 29. April 2025, 9:00 bis 10:00 Uhr

**Ort:** KONTEXT Institut für Klimafragen, Liechtensteinstraße 55/8, 1090 Wien

**Sprecherinnen:**

- Katharina Rogenhofer, Vorständin von KONTEXT
- Anna Pixer, Studienautorin & Analystin von KONTEXT
- Johanna Roniger, Studienautorin & Analystin von KONTEXT

Medienvertreter:innen sind dazu sehr herzlich eingeladen. Aus organisatorischen Gründen bitten wir um möglichst zeitnahe Anmeldung unter <bernhard.schinwald@kontext-institut.at>.

**Hintergrund:**

Für das jährliche Klimadiskurs-Monitoring wertet KONTEXT einen repräsentativ erhobene medialen Datensatz des Meinungsforschungsinstituts FORESIGHT aus dem jeweiligen Vorjahr aus und ergründet Diskursmuster und die Interessenslagen, die diese Muster bestimmen. Das Klimadiskurs-Monitoring aus dem Vorjahr [finden Sie hier](https://kontext-institut.at/presse/presseaussendung-klimadebatte-monitoring/).

---

  Pressemitteilung# Analyse zur Wien-Wahl: Bevölkerung und Unternehmen für ambitionierte Klimapolitik

Dienstag, 22.04.2025

Um 2040 klimaneutral zu werden, muss die Stadt Wien große Baustellen in den Bereichen Mobilität und Gebäude angehen. Die Wiener Bevölkerung und Unternehmen sind jedenfalls bereit dafür und wünschen sich konkrete politische Maßnahmen, wie neue Auswertungen vom KONTEXT Institut für Klimafragen vor der Wien-Wahl 2025 zeigen.

Die Wiener Bevölkerung unterstützt nicht nur ambitionierte Klimapolitik, sondern auch die notwendigen Maßnahmen in den Bereichen Mobilität und Gebäude. Das zeigen die Ergebnisse von Umfragen des Meinungsforschungsinstituts marketagent, die von KONTEXT ausgewertet wurden.

Knapp neun von zehn der befragten Wiener:innen (86 Prozent) befürworten die Förderung von Gebäudesanierung und von nachhaltigen Heizformen. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) spricht sich für den Ausbau klimafreundlicher Mobilität statt eines Festhaltens an Verbrenner-Motoren aus.

„Gebäude und Mobilität sind die größten Hebel für Wien am Weg zur Klimaneutralität 2040. Maßnahmen in diesen Bereichen senken aber nicht nur die Emissionen, sondern bringen erheblichen Mehrwert für die Lebensqualität der Wiener:innen“, erklärt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer. „Durch die Sanierung von Gebäuden und den Umstieg auf nachhaltige Heizformen können Heizkosten gesenkt werden. Nachhaltige Mobilität reduziert den Lärmpegel, verbessert die Luftqualität und damit die Gesundheit der Bevölkerung deutlich.“

**Wiener:innen wollen Maßnahmen zur Klimaanpassung**

Laut Umfrage ist der Klimaschutz für knapp drei Viertel (73 Prozent) der Wiener Bevölkerung ein wichtiges Anliegen. Dass die Klimakrise in der Stadt bereits deutlich spürbar ist, haben die langen und starken Hitzeperioden, aber auch Starkregenereignisse der letzten Jahre gezeigt. Mehr als vier von fünf (82 Prozent) wünschen sich von der Politik eine dementsprechende Anpassung an Extremwetterereignisse.

„Kluge Verkehrsberuhigung mit entsiegelten und begrünten Flächen und die thermische Sanierung von Gebäuden mildert die wachsende Hitzebelastung während der Sommermonate, die für immer mehr Menschen zu einem Gesundheitsrisiko wird“, sagt Rogenhofer. „Gleichzeitig sorgen diese Maßnahmen dafür, dass nicht noch mehr Treibhausgase ausgestoßen und die Folgen der Klimakrise weiter verschlimmert werden.“

**Unternehmen vermissen konkrete Maßnahmen der Politik**

Auch Wiener Unternehmen erkennen die Notwendigkeit von Klimaschutz und sind bereit, daran mitzuwirken. Das geht aus einer gemeinsamen Studie von KONTEXT und der KMU Forschung Austria hervor, in der 423 Wiener Unternehmen zu Klimaschutz und Klimapolitik befragt wurden.

Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der befragten Unternehmen sehen Verantwortung bei sich, Umwelt und Klima zu schützen. Beinahe zwei Drittel (64 Prozent) unterstützen ambitionierte Klimapolitik, auch wenn damit Einschränkungen für ihr Unternehmen verbunden sind. Vermisst werden hingegen konkrete Schritte von Seiten der Politik: Zwei Drittel (66 Prozent) meinen, es werden zwar Ziele formuliert aber nicht genug konkrete Maßnahmen ergriffen, um diese umzusetzen. Der Großteil (86 Prozent) der befragten Unternehmen fordert von der Politik, sich umfassend für Klimaschutz einzusetzen.

Gut drei Viertel (76 Prozent) der Bevölkerung halten in diesem Zusammenhang die Förderung von Zukunftstechnologien und klimafreundlichen Sektoren für wichtig, um sichere Arbeitsplätze zu schaffen.

Rogenhofer: „Gerade bei Gebäudesanierungen ist Österreichs Wirtschaft stark. Damit Sanierungen und Heizungsinstallationen im ausreichenden Maß möglich sind, braucht es auch mehr und gut ausgebildete Fachkräfte. Aufträge in diesem Bereich schaffen Wohlstand und Arbeitsplätze.“

**Notwendige Maßnahmen bei Gebäude und Mobilität**

Im Mobilitätsbereich ist es für das Ziel der Klimaneutralität 2040 darüberhinaus notwendig, nachhaltige Alternativen zu stärken. Das gelingt durch vermehrte Verkehrsberuhigung, Tempo 30 im Stadtgebiet, den Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln, der Attraktivierung von Geh- und Radwegen sowie von Sharing-Angebot für E-Mobilität. Kontraproduktiv hingegen wäre der Bau des Lobautunnels.

Im Gebäudebereich braucht es vor allem Planungs- und Investitionssicherheit. Dafür notwendig ist einerseits ein rechtlicher Rahmen samt Fristen für den Ausstieg aus fossilen Heizsystemen und die Erhöhung der Sanierungsrate. Insbesondere die Stilllegung von Gasnetzen sollte langfristig und transparent geplant werden, damit sich die Menschen darauf einstellen können. Speziell in Mehrparteienhäusern gilt es, die Zentralisierung von Heizsystemen und Sanierungsmaßnahmen zu erleichtern.

##  Zur Analyse 

- [Mobilität und Gebäude: Klimapolitische Hebel für die nächste Wiener Stadtregierung](https://kontext-institut.at/inhalte/herausforderungen-hebel-klima-wien)

## Grafiken zum Download

[202504\_Klimapolitik\_Unternehmen\_Wien\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Klimapolitik_Unternehmen_Wien_KONTEXT.png?w=2000&h=1428&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1744809390&s=d3db14b4a35e3c4eb830df606d34adbb) [202504\_Klimapolitik\_Bevoelkerung\_Wien\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Klimapolitik_Bevoelkerung_Wien_KONTEXT.png?w=2000&h=1428&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781520&s=653fded33bf0af77046546523a7ba890) [202504\_Emissionen\_Treibhausgase\_Sektoren\_Wien\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Emissionen_Treibhausgase_Sektoren_Wien_KONTEXT.png?w=2000&h=1428&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1744809388&s=b0a8b3a580b33f37c246ad6fd2cdfa5b)

---

  Pressemitteilung# Studie: Weniger, aber kontroversere Debatte zu Klimapolitik in Österreichs Medien

Dienstag, 29.04.2025

- Klimathemen waren 2024 in österreichischen Medien weniger präsent als 2023
- Konstruktive Aussagen überwiegen, aber verschleppende Aussagen nahmen zu
- SPÖ und Grüne eher konstruktiv, ÖVP und FPÖ eher verschleppend
- Politik bestimmend, Wissenschaft konstruktiv, Aktivist:innen weniger präsent
- Konstruktiver Diskurs: Lösungen und Mehrwert zeigen, Verantwortung übernehmen

**Das „Klimadiskurs-Monitoring 2025“ des KONTEXT Instituts für Klimafragen fasst die Klimadebatte in Österreich in Zahlen und erläutert Strategien für konstruktiven Diskurs.**

Klimapolitische Themen waren im medialen Diskurs im Jahr 2024 weniger präsent als im Jahr davor. Die Zahl der klimapolitischen Aussagen in den analysierten Medien ging um 13 Prozent zurück. Gleichzeitig hat sich die Tonalität verändert: Zwar überwiegen weiterhin konstruktive Aussagen. Doch der Anteil der Aussagen, die klimapolitische Maßnahmen und Entscheidungen verschleppen, ist von 16 Prozent auf 28 Prozent deutlich gestiegen.

Zu diesem Ergebnis kommt das „Klimadiskurs-Monitoring 2025“. Dafür hat KONTEXT, wie jedes Jahr, einen repräsentativen medialen Datensatz des Meinungsforschungsinstituts FORESIGHT ausgewertet.

„Das Superwahljahr 2024 hat auch in der Klimadebatte Spuren hinterlassen. Klimathemen haben in den Wahlkämpfen meist nur eine untergeordnete Rolle gespielt, wurden aber kontroverser diskutiert. Die vorliegenden Zahlen bestätigen diesen Eindruck“, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer.

**Kontroversen um EU-Renaturierungsgesetz und „Verbrenner-Aus“**

Bestimmt wurde der Diskurs im Jahr 2024, wie schon 2023, von Politiker:innen. Sie wandten häufiger Verschleppungstaktiken an als andere Akteursgruppen. Während SPÖ und Grüne vorwiegend konstruktiv über Klimapolitik sprachen, zeigte sich bei ÖVP und FPÖ ein anderes Bild: Sechs von zehn der klimapolitischen Aussagen der ÖVP und sogar neun von zehn der FPÖ tragen zum Verschleppungsdiskurs bei. Wissenschafter:innen hingegen argumentierten überwiegend konstruktiv. Aktivist:innen waren 2024 deutlich weniger präsent als im Jahr davor.

Inhaltlich dominierten die Themen Energie und Mobilität den klimapolitischen Diskurs. Je nach Thema zeigen sich erhebliche Unterschiede im Anteil verschleppender und konstruktiver Aussagen. So wurden Themen wie erneuerbare Energie und Elektrifizierung konstruktiver besprochen, während der Verkehrsbereich polarisierter diskutiert wurde. Beim EU-Renaturierungsgesetz und dem Ende der Neuzulassungen für Verbrenner-Autos wurde besonders häufig verschleppt. Die Themen Gebäude und Wohnen, die Folgen der Klimakrise und Anpassungsmaßnahmen wurden hingegen überwiegend konstruktiv besprochen.

„Das EU-Renaturierungsgesetz und das Zulassungsende von Verbrennern sind anschauliche Beispiele dafür, wie legitime Bedenken politisch instrumentalisiert oder durch Desinformation überzeichnet werden“, sagt Rogenhofer. „Begriffe wie ‚Technologieoffenheit‘ oder der ausschließliche Fokus auf Anreize werden häufig genutzt, um den Status quo beizubehalten und notwendige strukturelle Veränderungen zu vermeiden.“

**Konstruktiver Diskurs im Fokus**

Nachdem der Schwerpunkt der ersten Ausgabe der Studie auf Verschleppungstaktiken lag, rückt das Klimadiskurs-Monitoring 2025 den konstruktiven Diskurs in den Fokus. Begleitend zur quantitativen Analyse hat KONTEXT dazu Strategien für einen konstruktiven Diskurs aufgearbeitet, die zeigen, wie klimapolitische Maßnahmen und Entscheidungen beschleunigt werden können.

Demnach erweist sich die Kommunikation dann als konstruktiv, wenn sie legitime Bedenken aufnimmt, wirksame Lösungen anbietet und den wirtschaftlichen, sozialen und sicherheitspolitischen Mehrwert von klimapolitischen Maßnahmen hervorhebt. Ein weiterer Faktor für konstruktiven Diskurs ist die Übernahme von Verantwortung – gerade von jenen, die in dem Thema viel Handlungsmacht besitzen, wie Politik und Unternehmen.

„Österreich braucht mehr Sicherheit, die Wirtschaft mehr Wettbewerbsfähigkeit und die Menschen mehr Arbeitsplätze. Die Ökologisierung kann dazu jeweils einen großen Beitrag leisten. Wer diesen Mehrwert erkennt, kann auch jene Menschen überzeugen, für die der Klimaschutz keine Priorität hat“, unterstreicht Rogenhofer. „Menschen zu überzeugen, gelingt aber auch dann, wenn proaktiv Verantwortung übernommen wird. Im Fall der Bundesregierung würde das etwa bedeuten, dass sie den Zielen und Absichten im Regierungsprogramm rasch konkrete Maßnahmen folgen lässt."

**Methodik**

Für das Klimadiskurs-Monitoring 2025 wurden klimapolitische Aussagen im Zeitraum von 1. Jänner 2024 bis 31.Dezember 2024 aus der APA-Mediendatenbank herangezogen. Die Suche nach den klimapolitischen Termen ergab 9.020 Treffer (2023: 10.329 Treffer, -13%). Basierend auf einer Zufallsstichprobe wurden daraus 612 klimapolitische Aussagen in die Analyse aufgenommen.

[Die gesamte Studie ## Studie: Weniger, aber kontroversere Debatte zu Klimapolitik in Österreichs Medien 202504 KONTEXTANALYSE Klimadiskurs Monitoring 2025](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202504_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring_2025.pdf?dm=1747911164) 

## Grafiken zum Download

[202504\_Klimadiskursmonitoring\_Ebene\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Klimadiskursmonitoring_Ebene_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1745418318&s=d57fca54a1bedcc60c9261ad444b9b29) [202504\_Klimadiskursmonitoring\_Akteursgruppen\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Klimadiskursmonitoring_Akteursgruppen_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1745418311&s=4b319b24a0b6719dd7f35e32029c2f27) [202504\_Klimadiskursmonitoring\_Parteien\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Klimadiskursmonitoring_Parteien_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1745418304&s=60c5dcddc3c3c085af24cca171970489) [202504\_Klimadiskursmonitoring\_Technologie\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Klimadiskursmonitoring_Technologie_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1745418297&s=fab32abb0a14753174055ec57a4998c4) [202504\_Klimadiskursmonitoring\_Themen-bei-Akteursgruppen\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Klimadiskursmonitoring_Themen-bei-Akteursgruppen_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1745418289&s=eaf3717645a78929ea0a46a941c1c45f) [202504\_Klimadiskursmonitoring\_Themen\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Klimadiskursmonitoring_Themen_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1745418282&s=0ec30bf1b4db7a1f98cfc0a0ed7eeed7) [202504\_Klimadiskurs\_konstruktiv\_Verantwortung\_KONTEXT\_w.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Klimadiskurs_konstruktiv_Verantwortung_KONTEXT_w.png?w=1414&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1745477096&s=9c833c1195cd1e380309c825da40977e) [202504\_Klimadiskurs\_konstruktiv\_Loesungen\_KONTEXT\_w.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Klimadiskurs_konstruktiv_Loesungen_KONTEXT_w.png?w=1414&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1745477095&s=20dcbdf57249446ffc090e6d664aa807) [202504\_Klimadiskurs\_konstruktiv\_Mehrwert\_KONTEXT\_w.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202504_Klimadiskurs_konstruktiv_Mehrwert_KONTEXT_w.png?w=1414&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1745477095&s=d523600110e5cba2e41a9dd1da1bfa9a)

---

  Pressemitteilung# Rogenhofer: “Die Maßnahmen der Regierung widersprechen ihren eigenen Bekenntnissen zum Klimaschutz”

Montag, 05.05.2025

Statement von KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer zu den Budgetplänen der Bundesregierung und speziell zu den vorgeschlagenen Änderungen des Pendlereuro:

“Mit der Verdreifachung des Pendlereuros und der NoVA-Befreiung für leichte Verbrenner-Dienstfahrzeuge, die bereits seit Anfang April gilt, werden de facto neue klimaschädliche Subventionen geschaffen und das obwohl sich ÖVP, SPÖ und NEOS in ihrem Regierungsprogramm zu den EU-Klimazielen und zur Ökologisierung der klimaschädlichen Subventionen bekannt haben.

Mit den neuen Belastungen für den Erneuerbaren-Ausbau durch den verschärften Energiekrisenbeitrag und für E-Autos durch die motorbezogene Versicherungssteuer (ebenso seit 1. April gültig) werden die notwendige Energie- und Mobilitätswende erschwert und verzögert. Die bisherigen Maßnahmen der neuen Regierung laufen ihren Bekenntnissen bezüglich Klimaschutz zuwider.

Die Einführung neuer fossiler Subventionen bringen nicht nur weitere Belastungen für das Budget, sondern steigern auch das Risiko von Ausgleichs- und Strafzahlungen in Milliardenhöhe aufgrund verfehlter EU-Klimaziele. Dieses Geld würde ohne jeglichen Effekt für die Wertschöpfung in diesem Land, ohne jegliche Verbesserung der Infrastruktur, ohne irgendeinem bleibenden Mehrwert für die heimische Wirtschaft oder für das Klima einfach verpuffen. Das wäre eine Lose-Lose-Lose-Lösung für Budget, Wirtschaft und Klima. Die Regierung ist besser beraten, dieses Geld stattdessen in die Ökologisierung der Wirtschaft und Gesellschaft zu investieren.”

*Zur vorgeschlagenen Änderung des Pendlereuro:*

“In ihrer derzeitigen Form ist die Pendlerförderung komplex und teuer. Sie überfördert den PKW und gilt als sozial nicht gerecht. Die Änderungen im aktuellen Begutachtungsvorschlag beheben keines dieser Probleme. Eine Verdreifachung des Pendlereuros würde überproportional PKW-Fahrer:innen und Besserverdienenden zugutekommen. Der Staatshaushalt wird, laut Berechnung von KONTEXT, um rund 160 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich belastet.

Die vorgeschlagene Änderung geht also nicht nur zulasten des Budgets und des Klimas, sondern auch an ihrer ursprünglichen Intention vorbei, den Entfall des Klimabonus für Geringverdienende zu mildern.

Nötig wäre stattdessen, mit einer Ökologisierung der Pendlerförderung Anreize für den Umstieg von PKW auf öffentliche Verkehrsmittel zu schaffen, Pendlereuro und –Pauschale zusammenzuführen und als Steuerabsetzbetrag auszugestalten, um Fairness für unterschiedliche Einkommen zu schaffen.”

Mehr Informationen dazu gibt es in unserer Studie ["KONKRET: So geht die Ökologisierung der Pendlerförderung"](https://bsd34.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/SMK1E8tHeFuBo1P89BetyRx1SE5u/fBenWlVrkrAY).

---

  Pressemitteilung# Budget und Klima: Menschen in Österreich für kluge Einsparungen statt Förderkürzungen

Mittwoch, 14.05.2025

Eine Umfrage des KONTEXT Instituts zeigt: Eine Mehrheit der Österreicher:innen ist für die Reform der klimaschädlichen Subventionen und gegen Kürzungen bei Umweltförderungen.

Die gestern präsentierten Einsparungen der Regierung sind [**aus klimapolitischer Sicht kontraproduktiv**](https://kontext-institut.at/inhalte/budgetredet-2025/). Sie belasten klimafreundliches und begünstigen klimaschädliches Verhalten. Dabei ließe sich allein durch die Reform der drei größten klimaschädlichen Subventionen im Verkehrsbereich etwa im Jahr 2025 doppelt so viel Steuergeld (1,1 Milliarden Euro mit dreifachem Pendlereuro) einsparen, wie durch die vorgeschlagenen Kürzungen der Umweltförderungen (557 Mio. Euro). Die Österreicher:innen lehnen mehrheitlich Einschnitte bei Umweltförderung ab und befürworten eine Reform der klimaschädlichen Subventionen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die das KONTEXT Institut für Klimafragen im Februar durchführen ließ.

**Gegen Kürzungen bei Umweltförderungen**

ÖVP, SPÖ und Neos planen Umweltförderungen, wie jene für den Heizungstausch, um mehr als 20 Prozent zu kürzen. Mehr als drei Viertel (76,9 Prozent) der Befragten hingegen wollen, dass Umweltförderungen für den Umstieg auf nachhaltige Heizsysteme erhalten bleiben, um Menschen und Unternehmen den Umstieg zu erleichtern. 63,2 Prozent geben an, dass ihnen der Umstieg ein persönliches Anliegen ist. 57,5 Prozent wollen auch die Förderung für E-Autos beibehalten. Dem stehen die Kürzung der Förderungen für alle Formen der E-Mobilität und die Einführung der motorbezogenen Versicherungssteuer für E-Autos entgegen.

"Die Ökologisierung schafft Wohlstand und Arbeitsplätze vor Ort. Gerade die Einschnitte bei Umweltförderung verzögern die positiven Effekte für die Wirtschaft. Würde die Regierung stattdessen klimaschädliche Subventionen im Verkehrssektor reformieren, könnte sie ähnlich hohe Einsparungen erzielen, gleichzeitig die Wirtschaft ankurbeln und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten”, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer.

**Für Reformen der klimaschädlichen Subventionen**

Eine [**KONTEXT-Analyse**](https://kontext-institut.at/inhalte/reform-klimaschaedliche-subventionen-verkehrssektor/) zeigt, dass allein durch die Reformen von drei klimaschädlichen Subventionen im Verkehrssektor (Ökologisierung der Pendlerförderung und des Dienstwagenprivilegs sowie der Abschaffung des Dieselprotektionismus) der Staatshaushalt jährlich um 1,04 Milliarden Euro entlastet werden kann (Anm.: Berechnung vor Erhöhung des Pendlereuros). Entsprechende Maßnahmen kommen jedoch weder in Budgetrede des Finanzministers noch in einem Budgetbericht vor.

Die Bevölkerung jedoch ist mehrheitlich für eine Reform: Zwei Drittel der Befragten (65,8 Prozent) sind der Meinung, dass, um das Budget zu entlasten, Förderungen gestrichen werden sollten, die dem Klima schaden. Die höchste Zustimmung findet dabei die Ökologisierung der Pendlerförderung: Wenn öffentliche Verkehrsmittel für den Arbeitsweg zur Verfügung stehen und diese auch zumutbar sind, sollte ein Jahresticket für den öffentlichen Verkehr bereitgestellt werden anstatt eines Auto-Zuschusses, sagen 72,8 Prozent. 64,6 Prozent sprechen sich für die Abschaffung des Dieselprotektionismus aus – also dafür, dass die Mineralölsteuer auf Diesel an das Niveau von Benzin angeglichen werden soll. Die Ökologisierung des Dienstwagenprivilegs wird von 60,9 Prozent der Befragten unterstützt: Personen, die einen fossilen Dienstwagen privat nutzen, sollten keine steuerlichen Vorteile auf Kosten des Staatsbudgets erfahren. Stattdessen sollen Alternativen, wie öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad oder Car-Sharing steuerlich begünstigt werden, sagen 68,6 Prozent.

**Sozial gerecht und ökonomisch vernünftig**

Dass die Höhe der Pendlerförderung für alle Einkommen gleich sein sollte, anstatt höhere Einkommen zu bevorzugen, findet mit 81,8 Prozent die höchste Zustimmung aller abgefragten Forderungen. Mehr als zwei Drittel (67,7 Prozent) sind zudem der Meinung, dass der Klimabonus für armutsgefährdete Menschen weiterhin erhalten bleiben sollte.

“Die Verdreifachung des Pendlereuros wird PKW-Fahrer:innen und Besserverdienenden überproportional zugutekommen. Sie geht also nicht nur zulasten des Budgets und des Klimas, sondern verfehlt auch, den Entfall des Klimabonus dort abzufedern, wo es notwendig wäre – bei Geringverdienenden”, sagt Rogenhofer.

**Hintergrund**

Das Meinungsforschungsinstitut marketagent befragte für die Umfrage 1.020 Personen im Zeitraum 29. Jänner bis 4. Februar 2025. Sie ist repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.

---

  Pressemitteilung# Zehn Schritte zur Energiefreiheit: So geht der effiziente und leistbare Umstieg auf saubere Energie

Montag, 19.05.2025

Eine neue Studie des KONTEXT Institut für Klimafragen nennt die zehn Schritte, die notwendig sind, um Österreich künftig mit sauberer und günstiger Energie zu versorgen.

Trotz Verzögerungen bei der Windenergie schreitet der Ausbau erneuerbarer Energien in Österreich voran. Doch obwohl erneuerbare Energien den heimischen Stromverbrauch im Jahr 2024 bereits zu 95 Prozent decken konnten, profitieren Industrie und Haushalte kaum von niedrigeren Preisen.

Das KONTEXT Institut für Klimafragen hat das heimische Energiesystem unter die Lupe genommen und zehn Schritte identifiziert, die einen leistbaren und effizienten Umbau ermöglichen. Das Fazit: Wenn Stromerzeugung, Netze, Verbrauchsverhalten und rechtliche Rahmenbedingungen grundlegend auf ein zukunftsfähiges Energiesystem ausgerichtet sind, wird eine langfristige Kostenentlastung möglich sein.

„Österreich ist nicht verdammt, von teuren und schmutzigen Energieimporten aus Diktaturen abhängig zu bleiben. Wir haben alle Voraussetzungen dafür, uns sauber und leistbar selbst zu versorgen“, sagt Katharina Rogenhofer, Vorständin des KONTEXT Instituts für Klimafragen. „Dafür braucht es einen weiteren gezielten Ausbau der erneuerbaren Energie, vor allem der Windkraft, einen Ausbau der Netze und Speicher und eine intelligente Steuerung von Erzeugung und Verbrauch“.

**Intelligente Erzeugung, Verteilung und Verbrauch**

Bei der Erzeugung erneuerbarer Energie ist nicht nur die Ausbaumenge entscheidend, sondern auch der Standort. Strom sollte dort erzeugt werden, wo er besonders gut genutzt werden kann – etwa dort, wo große industrielle Abnehmer, Speicher oder genügend Netzkapazitäten vorhanden sind.

Intelligente Lösungen sind notwendig, um die Energieverteilung und den -verbrauch zu steuern. Echtzeitinformationen aus Sensorik- und Smart-Meter-Daten, dynamische Strom- und Netzpreise und Flexibilitätsmärkte können dabei nützlich sein. Damit werden die Netze entlastet, deren Ausbaubedarf und somit Kosten reduziert. Zentral ist dafür auch der beschleunigte Ausbau von Speichern.

Um die Preise bereits unmittelbar zu senken und zu stabilisieren, ist es notwendig die vorhandenen Hürden für die Eigenstromproduktion von Unternehmen zu senken. Auch Garantien für langfristige Direktstromverträge helfen Industrieunternehmen direkt von günstigen Erneuerbaren Energien zu profitieren. Haushalte können durch Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften ebenfalls leistbar Energie beziehen.

„In Bereichen, wie dem Einsatz von Smart-Meter-Stromzählern oder auch bei Energiegemeinschaften ist Österreich bereits heute Vorreiter. Um die Stärken nutzen zu können, braucht es aber die entsprechenden rechtlichen Marktbedingungen. Dafür ist vor allem ein rascher Beschluss des Elektritizitätswirtschaft (ElWG) entscheidend“, sagt Rogenhofer.

**Elektrifizierung vorantreiben**

Ein zentraler Schritt in die Energiefreiheit ist die Elektrifizierung aller Sektoren, wie Industrie, Verkehr oder Raumwärme. In Österreich werden rund 21 Prozent des Energieverbrauchs durch Strom gedeckt. Ein höherer Elektrifizierungsgrad macht die Energiewende effizienter und langfristig kostengünstiger. Denn strombasierte Anwendungen, wie etwa Wärmepumpen, benötigen deutlich weniger Energie als Öl- und Gasheizungen. Gleiches gilt für E-Mobilität und elektrifizierte industrielle Prozesse. Fixkosten für Erzeugung, Netze und Speicher werden dadurch auf mehr Abnehmer:innen verteilt. Zudem sind viele dieser Anwendungen zeitlich steuerbar und können damit netz- und systemdienlich eingesetzt werden. Der Einsatz von Sektorkopplung kann neben konventionellen Speichern dem System helfen: Wenn etwa E-Autos in Haushalten als Speicher genutzt und geladen werden, wenn Energieüberschüsse bestehen, oder diese zur Wärmebereitstellung in Pufferspeichern genutzt wird.

„Die Elektrifizierung senkt die Pro-Kopf-Kosten und macht das System flexibler“, sagt Rogenhofer. „Umgekehrt gilt aber auch: Der Wechsel auf E-Autos, Wärmepumpen oder industrielle Elektroöfen wäre zahnlos, würden sie mit Strom aus fossilen Quellen betrieben werden.“

[\[KON\]KUSIO #8 ## Zehn Schritte zur Energiefreiheit: So geht der effiziente und leistbare Umstieg auf saubere Energie 202505 KONKLUSIO Zehn Schritte zur Energiefreiheit KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202505_KONKLUSIO_Zehn-Schritte-zur-Energiefreiheit_KONTEXT.pdf?dm=1748948766) 

## Grafiken und Tabellen zum Download

[202505\_Energiefreiheit\_Schritte\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202505_Energiefreiheit_Schritte_KONTEXT.png?w=1414&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1747323409&s=ce1230b4812e79dec4214d19fd54a391) [202505\_Energiefreiheit\_Schritte\_Tabelle\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202505_Energiefreiheit_Schritte_Tabelle_KONTEXT.png?w=2828&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1748948979&s=5cc97ef51519b61419fcff519a92d400) [202505\_Energiefreiheit\_Oesterreich-Energiesystem\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202505_Energiefreiheit_Oesterreich-Energiesystem_KONTEXT.png?w=2828&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781675&s=dd2bbe78ccafc9443bab7c619c68ccd6) [202505\_Energiefreiheit\_Massnahmen\_fuer\_Steuerung\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202505_Energiefreiheit_Massnahmen_fuer_Steuerung_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781694&s=bd7c5b453cfca7fd6a4252bc3585264f) [202505\_Energiefreiheit\_Speicherueberblick\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202505_Energiefreiheit_Speicherueberblick_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781442&s=e476c66849b9e919cbe7bbd2bf62abd5) [202505\_Energiefreiheit\_Elektrifizierung-und-Energieverbrauch-\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202505_Energiefreiheit_Elektrifizierung-und-Energieverbrauch-_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1747323441&s=953245be360236c68758ebb741fec8ba)

---

  Pressemitteilung# Budget: Klima-Kürzungen mit Gesetzen kompensieren

Dienstag, 03.06.2025

Rund ein Drittel der gesamten Einsparungen im Doppelbudget 2025/26 betreffen den Klimabereich. Gleichzeitig werden klimaschädliche Subventionen aufrechterhalten und sogar ausgebaut. Die Kürzungen bei Klimaförderungen machen alternative gesetzliche Maßnahmen erforderlich.

Eine ambitionierte Klimapolitik steht in keinem Widerspruch zu Budgetdisziplin. Zum einen kann durch die Ökologisierung der klimaschädlichen Subventionen Steuergeld gespart und Emissionen vermieden werden. Zum anderen gibt es viele ordnungspolitische, also gesetzliche Möglichkeiten, den CO2-Ausstoß zu reduzieren, ohne dabei den Staatshaushalt zu belasten. Ersteres haben ÖVP, SPÖ und Neos in ihrem Regierungsprogramm in Aussicht gestellt, Letzteres hat Finanzminister Markus Marterbauer in seiner Budgetrede im Mai angekündigt.

Eine Auswahl, wie solche gesetzlichen Maßnahmen aussehen könnten:

- **Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG) mit Ausstiegsdatum für Öl- und Gasheizungen im Bestand:** Mit einem fixen Enddatum 2040 können Sanierungen oder ohnehin anstehende Heizungswechseln für einen Umstieg auf saubere Alternativen genutzt werden.
- **Grüne Leitmärkte für die Industrie:** Mit Nachhaltigkeitskriterien in der öffentlichen und privaten Beschaffung kann die Nachfrage nach CO2-armen Produkten, wie etwa grünem Stahl, erhöht und damit ihre Marktdurchdringung gefördert werden.
- **Niedrigere Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Österreichs Straßen:** Laut Umweltbundesamt stoßen PKWs bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h im Durchschnitt um 22,6 Prozent weniger CO2 aus als bei Tempo 130.
- **Gas**w**irtschaftsgesetz (GWG) mit der Möglichkeit zur Stilllegung von Gasnetzen:** Die Stilllegung von Gasnetzen senkt nicht nur Netzkosten, sondern ist auch ein entscheidender Schritt für die Elektrifizierung der Raumwärme und der Industrie.
- **Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) und Erneuerbaren Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG):** Mit dem ElWG und dem EABG können Netze und erneuerbare Energien schneller ausgebaut und flexibler genutzt werden.

“Mit den Förderkürzungen schafft die Regierung bereits jetzt Fakten, ohne klarzustellen, ob und wann die notwendigen gesetzlichen Maßnahmen kommen. Das ist klima- und budgetpolitisch fährlässig”, sagt Katharina Rogenhofer, Vorständin des KONTEXT Instituts für Klimafragen. Gerade im Klimabereich können sich die Einsparungen als Bumerang für die Budgetkonsolidierung erweisen. Denn mit den Strafzahlungen, die anfallen, wenn Österreich die EU-Klimaziele nicht erreicht werden, hängt ein milliardenschweres Damoklesschwert über dem Budget.

---

  Pressemitteilung# Rogenhofer: "Klimaziele nur erreichbar, wenn Regierung Förderkürzungen mit Gesetzen kompensiert"

Dienstag, 17.06.2025

Statement von KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer zur Abstimmung über das Doppelbudget 2025/26 im Nationalrat.

"Rund ein Drittel der gesamten Einsparungen im Doppelbudget 2025/26 betreffen den Klimabereich. Gerade hier können sich die Einsparungen als Bumerang für die Budgetkonsolidierung erweisen. Denn mit den Strafzahlungen, die anfallen, wenn Österreich die EU-Klimaziele nicht erreicht, hängt ein milliardenschweres Damoklesschwert über dem Budget.

Die EU-Kommission hat Ende Mai in einem Bericht über den Nationalen Klima- und Energieplan festgestellt, dass Österreich das verbindliche Klimaziel bis 2030 erreichen kann. Jedoch nur, wenn es alle Maßnahmen des Plans umsetzt. Viele der notwendigen Maßnahmen, wie die Ökologisierung der klimaschädlichen Subventionen, sind aber weiterhin nicht in Sicht. Im Gegenteil: Mit dem Doppelbudget 2025/26 werden sogar neue Förderungen dieser Art eingeführt, das Klimaticket verteuert und Umweltförderungen – etwa für den Heizkesseltausch – gekürzt.

Damit die Klimaziele trotz der Förderkürzung erreichbar bleiben, muss die Regierung rasch gesetzliche Möglichkeiten ergreifen, die den CO2-Ausstoß reduzieren, ohne den Staatshaushalt zu belasten. Das ginge etwa mittels der verbindlichen Festlegung eines Ausstiegsdatum für Öl- und Gasheizungen im Bestand, der Schaffung von Grünen Leitmärkten, um Nachfrage nach CO2-armen Produkten zu erhöhen oder einem Gaswirtschaftsgesetz (GWG) das die Stilllegung von Gasnetzen ermöglicht."

##  Weiterführende Links 

- [Einordnung des Doppelbudgets 2025/26](https://kontext-institut.at/inhalte/budgetredet-2025/)

---

  Pressemitteilung# Rogenhofer: “EU-Kommission nimmt Mitgliedsländer aus der Verantwortung und öffnet Tür für Scheinklimaschutz”

Mittwoch, 02.07.2025

Statement von KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer zum Vorschlag der EU-Kommission für das EU-Klimaziel 2040:

“Das Ziel von 90 Prozent Emissionsreduktion bis 2040 liegt am unteren Ende dessen, was der Wissenschaftliche Klimabeirat der EU für notwendig erachtet. Mit der Möglichkeit, internationale Klimakompensation für die EU-Klimaziele anrechnen zu können, nimmt die EU-Kommission die Mitgliedsländer außerdem zunehmend aus der Verantwortung. Auch wenn der Umfang mit drei Prozent vorerst beschränkt bleibt, öffnet die Kommission eine Tür für Scheinklimaschutz, die der politische Gegenwind, den die EU-Klimapolitik in den letzten Monaten erfährt, weiter aufdrücken könnte.

Zuletzt wurden etwa Zwischenziele für PKW-Emissionen verschoben und Richtlinien gegen Greenwashing und für Unternehmensberichterstattung zu Nachhaltigkeit und Lieferketten ausgesetzt bzw. abgeschwächt.

Klimaziele sind jedoch kein Selbstzweck. Sie geben den Menschen und Unternehmen klare Perspektiven für langfristige Investitionsentscheidungen. Eine Politik, die selbstgesteckte Ziele konterkariert und kürzlich beschlossene Gesetze wieder zurücknimmt, ist dagegen Gift für jegliche Planungssicherheit. Das behindert die Wettbewerbsfähigkeit und das Innovationspotential der EU. Außerdem zeigt die Hitzewelle in ganz Europa gerade eindrücklich auf, welche Folgen die unzureichender Klimaschutz nach sich ziehen wird.

Die EU-Klimapolitik schafft die Rahmenbedingungen, die auch die Klimapolitik in Österreich maßgeblich bestimmen. Österreich ist mit seinem Ziel bis 2040 klimaneutral zu sein, ambitionierter als die Union. Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig will in Kürze ein Klimaschutzgesetz vorlegen, das dieses Ziel und verbindliche Pfade dorthin erstmals rechtlich festsetzt und damit Verlässlichkeit für die Wirtschaft und Gesellschaft schafft. Das Gesetz bietet die Chance für eine Trendumkehr in der bislang kontraproduktiven Klimapolitik der aktuellen Regierung.”

---

  Pressemitteilung# Neue Studie: So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren

Samstag, 16.08.2025

Nicht die Mitspracherechte, sondern strukturelle Defizite machen Genehmigungsverfahren zu Engpässen am Weg zur Energiefreiheit. Wie sich diese beheben lassen, zeigt eine neue Studie des KONTEXT Institut für Klimafragen.

Um langfristig eine sichere und saubere Energieversorgung sicherzustellen, braucht es einen ambitionierten Ausbau von erneuerbaren Energien, Netzen und Speichern. Zentral dafür sind funktionierende und effiziente Genehmigungsverfahren. Die Bundesregierung will dafür in den kommenden Wochen entscheidende Gesetze vorlegen. Eine neue Studie des KONTEXT Institut für Klimafragen zeigt, wo derzeit die zentralen Engpässe liegen – und welche Maßnahmen erforderlich sind, um Verfahren effizient und gründlich durchzuführen.

**Lösungen für strukturelle Herausforderungen**

Obwohl das entsprechende Gesetz maximale Fristen von sechs bis neun Monaten im Energiebereich vorsieht, liegt die tatsächliche mittlere Dauer von Umweltverträglichkeitsprüfungen bei über 22 Monaten. Die Ursachen für die Verzögerungen sind vielfältig, aber selten auf eine Akteursgruppe oder das Verfahren selbst zurückzuführen. Vielmehr sind es meist strukturelle Defizite, wie unvollständige Unterlagen seitens der Projektwerbenden, personeller Ressourcenmangel in Landesbehörden, fehlende Flächen und Koordination der Bundesländer, sowie mangelnde öffentliche Akzeptanz, die den Verfahrensprozess in die Länge ziehen. Diese Problemfelder lassen sich beheben – wenn die richtigen Maßnahmen gesetzt werden:

- **Qualität der Projektunterlagen verbessern**: Derzeit macht die Phase der Projekteinreichung durch die Projektwerbenden im Schnitt die Hälfte der Dauer von UVP-Verfahren aus. Frühzeitige, strukturierte Projektplanung, klare behördliche Anforderungen und stärkere Nutzung freiwilliger Vorverfahren können helfen, die Phase des Projektantrags zu verkürzen.
- **Behördliche Ressourcen erhöhen**: Für die effiziente Bearbeitung von Projekten sind deutlich mehr Amtssachverständige, Verfahrensleiter:innen und Personal am Bundesverwaltungsgericht notwendig. Auch die Möglichkeit, Personal bundesländerübergreifend einzusetzen, schafft Entlastung.
- **Öffentliche Akzeptanz stärken**: Frühzeitige und verstärkte Einbindung von Bürger:innen und Umweltschutzorganisationen, etwa durch runde Tische, partizipative Formate oder Informationsveranstaltungen, erhöht die Akzeptanz, verbessert die Projektqualität und reduziert das Beschwerdeaufkommen nachweislich und ist damit ein großer Hebel für langfristig effiziente Verfahrensabläufe im Energiebereich. Gleichzeitig muss auf allen Ebenen der Politik Desinformation aktiv entgegengewirkt werden.

„Ob sich Österreich künftig mit sauberer und leistbarer Energie versorgen kann, hängt von effizienten Genehmigungsverfahren ab. Dabei sind es, anders als vielfach verbreitet, weniger die Mitspracherechte, die bremsen, sondern vielmehr die knappen Ressourcen der Behörden, die Qualität der Projektunterlagen und Desinformation. ”, sagt Katharina Rogenhofer, Vorständin des KONTEXT Institut für Klimafragen. “Wenn die Regierung diese strukturellen Defizite gesetzlich in den Griff bekommt. wäre das ein großer Schritt in Richtung Energiefreiheit – also dafür, dass das Leben leistbarer, die Wirtschaft wettbewerbsfähiger und unser Land unabhängiger wird”.

**EABG als entscheidender Hebel**

Ein zentrales politisches Instrument in diesem Zusammenhang ist auch das geplante Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungs-Gesetz (EABG). Es kann die Energiewende unterstützen, wenn es notwendige Maßnahmen verbindlich regelt:

- **Genügend Beschleunigungsgebiete für Erneuerbare ausweisen**: Die Bundesländer müssen verbindlich ausreichend Flächen für Windkraft, Wasserkraft, Photovoltaik, Speicher und Netze bereitstellen und ausweisen.
- **Strategische Umweltprüfungen (SUP) aufwerten und verbindlich machen:** Für alle Beschleunigungsgebiete braucht es verpflichtende, hochwertige und rechtsverbindliche SUPs mit früher Öffentlichkeitsbeteiligung. Dann können sie UVP-Verfahren ersetzen und Doppelprüfungen vermeiden.
- **Einführung eines „One-Stop-Shops“:**  Für Photovoltaik, Speichertechnologien und kleinere, nicht-UVP-pflichtige, Projekte braucht es zentrale Anlaufstellen, die behördliche Verfahren bündeln und dadurch beschleunigen.

„Neben den notwendigen gesetzlichen Reformen scheitert speziell der Ausbau von Windkraft an den fehlenden Flächen. Diese Flächen auszuweisen, liegt in der Verantwortung der Bundesländern, die mit Ausnahme vom Burgenland, Niederösterreich und der Steiermark hier säumig sind”, sagt Rogenhofer.

[KONKRET ## So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren Eine neue Studie des KONTEXT Institut für Klimafragen zeigt, wo die Engpässe bei Genehmigungsverfahren liegen – und was es braucht, um sie effizient und gründlich durchzuführen. 202509 KONKRET So gehen effiziente Energie Genehmigungsverfahren KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202509_KONKRET_So-gehen-effiziente-Energie-Genehmigungsverfahren-_KONTEXT.pdf?dm=1755178020) 

## Grafiken zum Download

[202509\_So-gehen-effiziente-Energie-Genehmigungsverfahren\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202509_So-gehen-effiziente-Energie-Genehmigungsverfahren_KONTEXT.png?w=1414&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1754402026&s=d168ece7bb2c52e1c28c76e916219d7e) [202509\_Erneuerbaren\_Ausbau\_Ziele\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202509_Erneuerbaren_Ausbau_Ziele_KONTEXT.png?w=2000&h=1428&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1754402022&s=12eb18e8e3bf187b821152849e153b8d) [202509\_Umweltvertraeglichkeitspruefung\_Sektoren\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202509_Umweltvertraeglichkeitspruefung_Sektoren_KONTEXT.png?w=1414&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781334&s=3918c938ce31b670e5ffbd585f954bba) [202509\_Umweltvertraeglichkeitspruefung\_Dauer\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202509_Umweltvertraeglichkeitspruefung_Dauer_KONTEXT.png?w=2000&h=1428&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781343&s=6d7cc83e7d62fbdb205e0469ec0b4f36) [202509\_Genehmigungsverfahren\_Erneuerbaren\_Ausbau\_Ziele\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202509_Genehmigungsverfahren_Erneuerbaren_Ausbau_Ziele_KONTEXT.png?w=2000&h=1428&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1754402024&s=04a2f2da102d82cb42e5c75b30a35352) 

##  Weiterführende Links 

- [KONKRET: So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren](https://www.kontext-institut.at/inhalte/konkret-genehmigungsverfahren/)

---

  Pressemitteilung# Rogenhofer: Klimagesetz nur mit Verbindlichkeit wirkungsvoll

Montag, 25.08.2025

Stellungnahme von KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer zum Entwurf des Klimagesetzes, der am Sonntag (24.8.) öffentlich wurde:

„Der Entwurf des Klimagesetzes lässt die notwendige Klarheit und Verbindlichkeit vermissen. Nicht nur das zentrale Ziel der Klimaneutralität bis 2040 fehlt darin, sondern auch jährliche Sektorenziele, ein Sofortmaßnahmenprogramm, verbindliche Zeitläufe und Rechtsschutz scheinen im Entwurf nicht enthalten zu sein. In dieser Form ist das Klimagesetz wirkungslos. Entscheidend aber ist, was das Gesetz enthalten wird, wenn es nach der Koordination zwischen den Koalitionspartnern in Begutachtung geht.

Zur Einordnung: Ein wirkungsvolles Klimagesetz muss regeln, wer bis wann wie viele Emissionen reduzieren muss und was passiert, wenn das nicht geschieht. Das beginnt mit den Zielen. Neben der Klimaneutralität bis 2040, die bereits im Regierungsprogramm vereinbart wurde, ist es notwendig jährliche Reduktionsziele für Energie, Verkehr, Industrie und Gebäude verbindlich festzulegen. Maßnahmenpläne müssen regelmäßig beschlossen und unabhängig und transparent evaluiert werden. Ebenso verbindlich müssen Sofortmaßnahmen gesetzt werden, wenn die Ziele zu scheitern drohen und ein Rechtsschutz muss sicherstellen, dass Bürger:innen und NGOs den Gesetzgeber auch dazu auffordern können, dieser Selbstverpflichtung nachzukommen.

Das brächte Mehrwert für alle: Klare Ziele schaffen Planungssicherheit für Haushalte und Wirtschaft. Die verbindliche Aufteilung der Verantwortung pro Sektor ermöglicht, dass alle zuständigen Stellen – etwa Ministerien, die emissionsintensive Sektoren verantworten, sowie die Bundesländer – klimapolitische Maßnahmen umsetzen müssen. Nur so können Emissionen systematisch reduziert und Österreich innerhalb von 15 Jahren klimaneutral werden. Andersherum hätte das Verfehlen der Ziele nicht nur ökologische, sondern auch kostspielige Konsequenzen. Die hohen Strafzahlungen, die ohne Wertschöpfung für die heimische Wirtschaft und Infrastruktur abfließen würden, sind jedenfalls kaum zu rechtfertigen – gerade in der angespannten Budgetsituation.“

**Mehr Informationen in unserer Übersicht:** [**Was ein wirksames Klimaschutzgesetz braucht**](https://bsd34.r.bh.d.sendibt3.com/mk/cl/f/sh/1t6Af4Oj9PgrH6j65XiaO8WwBOR5cc/Rrl5lZzPy1Zr) **(Juli 2025)**

---

  Pressemitteilung# Rogenhofer: Europa droht, sich von Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit abzumelden

Dienstag, 09.09.2025

Stellungnahme von KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer zur aktuellen EU-Klimapolitik anlässlich der “Rede zur Lage der EU” von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen

“Die Rede zur Lage der Europäischen Union wird ein Gradmesser dafür, in welche Richtung sich die Klimapolitik der EU im kommenden Jahr entwickeln wird. Der Trend lässt mehr Rück- als Fortschritte erkennen, wie auch die jüngste Debatte um die EU-Klimaziele 2040 zeigt“, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer.  

Geht es nach der EU-Kommission sollen die CO2-Emissionen bis 2040 um 90 Prozent reduziert werden. Aufgrund des Widerstands aus einigen Mitgliedsländern soll der Vorschlag nicht unter den Umweltminister:innen, sondern im Europäischen Rat, verhandelt werden. Aufgrund der dort erforderlichen Einstimmigkeit kommt die Verschiebung der Entscheidung mindestens einer starken Verwässerung, wenn nicht gar einer Absage des wichtigen Zwischenziels gleich. Denn die Erfolgsaussicht des Kommissionsvorschlags ist aufgrund der Position von Mitgliedsländern, wie Ungarn, Polen oder Italien äußerst gering. Das Vorgehen wird dennoch vom Bundeskanzleramt unterstützt.  

Rogenhofer: „Noch im Juli hat Klimaminister Norbert Totschnig Österreichs klare Unterstützung für das Ziel bekräftigt, richtigerweise den Ausstieg aus fossilen Energieträgern als ‚Chance für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Stärkung des Wirtschaftsstandorts’ bezeichnet und Europas Vorreiterrolle im Hinblick auf die COP30 in Brasilien beansprucht. Diese Haltung ist strategisch sinnvoll, denn es würde ein ähnlich ambitioniertes Ziel verbindlich machen, wie es sich Österreich national gesteckt hat.  

Mit der Unterstützung der Verschiebung der Entscheidung droht nun aber das genaue Gegenteil: Europa ist dabei, sich abzumelden – sowohl vom notwendigen Kampf gegen die Klimakrise als auch vom globalen Wettbewerb um die Technologien der Zukunft. Auf diese Weise entgehen der EU und damit auch Österreich Wettbewerbsfähigkeit, Wohlstand und Arbeitsplätze. Um die Chance darauf zu wahren, braucht es eine ambitionierte EU-Klimapolitik, die mit einem verbindlichen Zwischenziel für 2040 die strategischen Weichen dafür stellt.“

---

  Pressemitteilung# EABG: Energie-Genehmigungsverfahren werden effizienter, aber Ausbau-Ziele unzureichend

Dienstag, 09.09.2025

Das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) ist in der Fassung des Begutachtungsentwurfs nur teilweise in der Lage den Erneuerbaren-Ausbau ausreichend zu beschleunigen. Die KONTEXT-Analyse zeigt: Ambitionierte Ausbau-Ziele fehlen und Bundesländer werden nicht in die Pflicht genommen.

Um langfristig eine günstige, sichere und saubere Energieversorgung sicherzustellen, braucht es einen ambitionierten Ausbau von erneuerbaren Energien, Netzen und Speichern. Ein wirksames EABG ist ein zentrales politisches Instrument, um Genehmigungsverfahren zu erleichtern und Beschleunigungsgebiete auszuweisen. Der Entwurf, der heute von der Bundesregierung in Begutachtung geschickt wurde, wird den notwendigen Anforderungen an dieses Gesetz nur teilweise gerecht.

Positiv hervorzuheben ist, dass “alle Vorhaben der Energiewende” fortan von “überragendem öffentlichen Interesse” sein sollen und der Ausbau der erneuerbaren Energie damit rechtlich einen besonders hohen Stellenwert bekommt. Zudem werden alle Verfahren, die nicht-UVP pflichtige Technologien – wie kleine PV-Anlagen und Speicher – betreffen, gebündelt. Diese “One-Stop-Shops" können, bei guter Umsetzung, zur Beschleunigung des Ausbaus beitragen.

Die Bundesländer werden außerdem verpflichtet, Beschleunigungsgebiete für Windkraft und Photovoltaik ausweisen. Das ist zentral, schließlich verantworten die Länder die Flächenausweisung und Genehmigungsverfahren. Die konkreten Ziele für den Ausbau sind jedoch rückschrittlich. Denn der Entwurf hinkt nicht nur den Notwendigkeiten der Energiewende, sondern auch den andernorts – z.B. im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz oder dem Österreichischen Netzinfrastrukturplan – festgelegten Zielen hinterher. Außerdem sind weder Steuerungsmechanismen noch Konsequenzen enthalten, für den Fall, dass Ziele verpasst werden.

Grundsätzlich positiv ist, dass eine Strategische Umweltprüfung (SUPs) für Beschleunigungsgebiete künftig mehrere Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVPs) für einzelne Energieprojekte ersetzen kann. Offen bleibt hier, wie gut die verbindlichen Kriterien und Standards der UVPs in SUPs gewahrt bleiben. Kontraproduktiv ist dagegen, dass der Gesetzesentwurf keine UVP in Fällen vorsieht, in denen unerwartet erhebliche Umweltauswirkungen durch Einzelprojekte zu befürchten sind.

„Das EABG bündelt kleine Verfahren und macht Gesamtprüfungen von Beschleunigungsgebieten möglich. Das macht Energie-Genehmigungsverfahren in vielerlei Hinsicht effizienter und trägt dazu bei, dass sich Österreich künftig mit sauberer und leistbarer Energie versorgen kann”, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer. “Jedoch hinkt der Gesetzesentwurf den bisherigen Ausbau-Zielen hinterher. Die Regierung verpasst die Chance, die Bundesländer in die Pflicht zu nehmen. Um den Erneuerbaren-Ausbau ausreichend zu beschleunigen, muss das Gesetz gerade hier ambitionierter und verbindlicher werden.”

**Für einen effizienten Ausbau erneuerbarer Energien sind zusätzlich zum EABG notwendig:**

- Mehr personelle Ressourcen bei Behörden: Anzahl der Sachverständigen und Verfahrensleiter:innen erhöhen
- Bundeslandübergreifende Arbeit von Sachverständigen ermöglichen, um Engpässe auszugleichen
- Verbesserung bundeslandübergreifender Prozesse und Harmonisierung rechtlicher Grundlagen
- Frühzeitige hochwertige Einbindung der Öffentlichkeit bei Ausbau-Projekten sicherstellen, Formate erweitern (z.B. runde Tische, Informationsveranstaltungen)
- Klarheit bei Kriterien & Anforderungen, die für vollständige Unterlagen neuer EE-Projekte notwendig sind, Klarheit bei Begrifflichkeiten

**Hintergrund**

Das EABG soll die EU-Erneuerbaren-Richtlinie (RED-III) in nationales Recht überführen. In der EU sollen bis 2030 bis zu 45 Prozent des Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden. Österreich strebt gemäß dem Nationalen Energie und Klimaplan (NEKP) einen Anstieg auf mindestens 57 Prozent bis 2030 an. Zum Vergleich: 2023 lag dieser Wert bei 41 Prozent.

Genehmigungsverfahren sind ein zentrales Steuerungsinstrument für Qualität, Transparenz und gesellschaftliche Teilhabe an Energieprojekten. Doch durch lange Verfahrenszeiten – Umweltverträglichkeitsprüfungen dauern im Median mehr als 22 Monate – werden sie zum Flaschenhals der Energiewende.

Die Ursachen für die Verzögerungen sind vielfältig, aber selten auf eine Akteursgruppe oder das Verfahren selbst zurückzuführen. Vielmehr sind es meist strukturelle Defizite, wie unvollständige Unterlagen seitens der Projektwerbenden, personeller Ressourcenmangel in Landesbehörden, fehlende Flächen und Koordination der Bundesländer, sowie mangelnde öffentliche Akzeptanz, die den Verfahrensprozess in die Länge ziehen. Diese Problemfelder lassen sich mit den richtigen Maßnahmen beheben.

## Grafiken zum Download

[202509\_EABG\_Check\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202509_EABG_Check_KONTEXT.png?w=2828&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1757495493&s=f15efae3ff3e49f32117e109747adbc2) [EABG\_Ziele.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/EABG_Ziele.png?w=706&h=540&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1757428173&s=36f99e4e4978b0bbeab0c67647ba760a)

---

  Pressemitteilung# Analyse: Wie das Ende für Autoabgase verschleppt wird und Europas Wettbewerbsfähigkeit darunter leidet

Donnerstag, 09.10.2025

KONTEXT-Einordnung der aktuellen Debatte um das EU-Ziel, ab 2035 nur mehr emissionsfreie PKWs zuzulassen. Heute, Donnerstag, findet dazu in Berlin ein “Autogipfel” statt.

Die Debatte um das sogenannte „Verbrenner-Aus“ ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie wichtige politische Maßnahmen verschleppt werden – zum Schaden des Klimas und der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie. Das zeigt eine Einordnung des KONTEXT Instituts für Klimafragen.

Anders als vielfach dargestellt, werden mit dem diskutierten EU-Gesetz Verbrennungsmotoren nicht verboten – enden soll lediglich die Zulassung für Autos, die CO₂ ausstoßen. „Wer also das sogenannte „Verbrenner-Aus“ kippen will, setzt sich dafür ein, dass weiterhin mit Benzin und Diesel gefahren wird. Denn E-Fuels und Wasserstoff bleiben erlaubt, auch wenn sie im PKW-Bereich ineffizient, teuer und kaum verfügbar sein werden“, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer.

**Verschleppungstaktiken schwächen Europas Wettbewerbsfähigkeit**

Anstatt einen strategischen Fokus auf die technisch überlegene Technologie, den E-Autos, zu legen, werden mit Scheinlösungen (E-Fuels) und Desinformation („Verbrenner-Aus“) wichtige Maßnahmen zum Ausstieg aus Benzin und Diesel verzögert oder ganz verhindert. Die Folge: Mit der zögerlichen Politik droht Europas Industrie im Automarkt der Zukunft noch weiter an Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen. Damit werden Arbeitsplätze und Wohlstand gefährdet.

Denn E-Autos sind Verbrenner-Autos technisch in vielfacher Weise überlegen. Sie sind am effizientesten im Einsatz und verursachen die geringsten Kosten im Betrieb. Die Anschaffungskosten sinken, die Reichweiten steigen und die Ladeinfrastruktur wird auch hierzulande immer besser. Gleichzeitig steigt der globale Absatz exponentiell.

“Die Frage ist nicht, *ob* Autos, die mit Diesel und Benzin betrieben werden, im breiten Gebrauch von unseren Straßen verschwinden werden, sondern nur *wann* es so weit sein wird. Die Frage ist auch nicht mehr, von welcher Technologie sie abgelöst werden, denn E-Autos sind weit überlegen, sondern nur wo diese in Zukunft weiterentwickelt und produziert wird“, sagt Rogenhofer.

**Zukunft fährt elektrisch – auch ohne Europa**

Hier fällt Europa immer weiter zurück. China war über viele Jahre der größte Exportmarkt für Autos aus Europa. Mittlerweile liegt dort der E-Auto-Anteil bei den Neuzulassungen bei über 50 Prozent. Die Autos dafür produziert China hauptsächlich selbst, was der Grund für den massiven Einbruch in der deutschen Automobilindustrie ist. In China wurden 2024 mehr als doppelt so viele E-Autos produziert als noch im Jahr 2021. In Europa stieg die Produktion im selben Zeitraum gerade einmal um 38 Prozent. Die politische Unklarheit in Europa, wo es hingeht, verschafft China einen klaren strategischen Marktvorteil.

**Technologieklarheit sichert Wohlstand**

In der EU wurden in diesem Jahr bereits wichtige Zwischenziele für die Emissionsreduktion von Autos aufgeweicht. In Österreich wurden Förderungen für E-Autos eingestellt und eine neue motorbezogene Versicherungssteuer eingeführt. Wenn Europa jetzt auch noch vom Ziel abrückt, dass Neuwagen ab 2035 emissionsfrei sein müssen, riskiert es, den technologischen Anschluss in einem stark wachsenden Markt vollends zu verlieren.

“Europa hat in den letzten 100 Jahren hinlänglich bewiesen, dass es hochqualitative Autos für die Welt bauen kann. Jetzt muss es zeigen, dass es auch die Zukunft der Mobilität gestalten kann. Die Voraussetzung dafür ist Technologieklarheit”, sagt Rogenhofer. “Nur so können Förderungen gezielt eingesetzt werden, damit die Nachfrage stimuliert, die Preise gesenkt und die Märkte durchdrungen werden. Das sichert die Zukunft der europäischen Autoindustrie und damit Wohlstand und viele Arbeitsplätze.”

**Hintergrund**

Im Jahr 2023 wurde in der Europäischen Union das Ziel gesetzlich verankert, dass ab dem Jahr 2035 keine CO₂-ausstoßenden Autos mehr zugelassen werden dürfen. Im September 2025 kündigte der Präsident der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, die Abkehr von diesem Ziel an. Unterstützung dafür kommt von ÖVP-Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, der u.a. in einem LinkedIn-Post schrieb, die EU wolle „ab 2035 keine neuen Verbrenner mehr zulassen – egal, ob sie mit Benzin, Diesel oder sogar mit CO₂-neutralen Kraftstoffen fahren.“ Das sei „ein Technologieverbot“. Im Einklang mit seiner deutschen Amtskollegin Katherina Reiche (CDU) forderte er jüngst in Berlin „Technologieoffenheit und Anerkennung von CO₂-neutralen Kraftstoffen“, als Beispiel genannt werden unter anderem E-Fuels.

Die ausführliche Einordnung

####  Wie das Ende für Autoabgase verschleppt wird 

Die Debatte um das sogenannte „Verbrenner-Aus“ ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie wichtige politische Maßnahmen verschleppt werden – zum Schaden des Klimas und der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie. 

[Mehr erfahren](https://www.kontext-institut.at/inhalte/verbrenner-autoabgase/) 

## Grafiken zum Download

[251008\_Klimadiskurs\_Verbrenner-Debatte.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/251008_Klimadiskurs_Verbrenner-Debatte.png?w=960&h=685&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1759932762&s=05c2a57b45522bf928aa66f7198b8b98) [251008\_E-Autos\_Produktion.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/251008_E-Autos_Produktion.png?w=960&h=960&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1759932757&s=a100d01f8caddef533a201cfa1a68db6) [Elektroantrieb-effizienter-als-Wasserstoff-und-E-Fuels.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/Elektroantrieb-effizienter-als-Wasserstoff-und-E-Fuels.png?w=4000&h=2250&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1741005673&s=bc5c67ea018e38cde6fd896656ba1373)

---

  Pressemitteilung# Digitalisierung im Energiesystem: Weniger Kosten und mehr Sicherheit, aber neue Risiken

Samstag, 18.10.2025

- Chancen: Geringere Energiekosten und Emissionen, bessere Versorgungssicherheit, Hohes Marktpotential für innovative österreichische KMUs, einfacher Zugang zu Energiegemeinschaften
- Risiken: Gefahren von Cyberangriffen, Rohstoffabhängigkeiten, zusätzlicher Energieverbrauch und digitale Exklusion
- Notwendig: neue Gesetze und gezielte Investitionen, um Chancen zu realisieren

**Eine neue Studie des KONTEXT Instituts für Klimafragen schafft einen Überblick darüber, wie die Digitalisierung die Energiewende unterstützen kann – und was dafür notwendig ist.**

Digitale Energiesysteme können dabei helfen Kosten und Emissionen zu senken, die Versorgungssicherheit zu verbessern sowie Wettbewerbsfähigkeit und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Bei unbedachtem Einsatz bergen sie aber Risiken, wie zusätzlichen Energie- und Rohstoffverbrauch, Cyberangriffe und digitale Exklusion.

Das KONTEXT Institut für Klimafragen hat in einer neuen Analyse vier Chancen der Digitalisierung für die Energiewende identifiziert:

- **Geringere Energiekosten, vor allem für die Industrie,** durch digitalgestützte Verschiebung des Energieverbrauchs in Zeiten niedrigerer Preise. Besonders energieintensive Industrien können davon profitieren. Da günstige Zeitfenster am Strommarkt meist mit hoher Einspeisung erneuerbarer Energien zusammenfallen, werden damit gleichzeitig Emissionen vermieden.
- **Neue Exportmärkte für österreichische Unternehmen.** Der globale Markt für digitale Energietechnik (insbesondere Steuerungssysteme, Energiemanagement und Smart Grids) wächst jährlich um rund neun Prozent und schafft damit Chancen für viele spezialisierte österreichische KMUs, die EU-weit zu den innovativsten zählen.
- **Sicherere Energieversorgung,** weil Netzbetreiber mit intelligenten Stromnetzen Engpässe frühzeitig erkennen und Ausfällen besser vorbeugen können.
- **Einfachere Beteiligung an Energiegemeinschaften** mittels digitaler Plattformen, die die Mitglieder von Energiegemeinschaften dabei unterstützen, Überschüsse effektiv an andere weitergegeben und gemeinschaftliche Speicher optimal nutzen zu können.

Digitale Systeme im Energiesektor umfassen etwa Sensoren an Netzinfrastruktur und Transformatoren, Smart Meter in Haushalten, steuerbare Erzeugungsanlagen und sogenannte “digitale Zwillinge”, also virtuelle Abbilder von Stromnetzen, die die Netzauslastung in Echtzeit beobachten und Engpässe frühzeitig erkennen können. Auch KI-gestützte Prognosen sind hier oft nützlich.

“Wenn wir die Digitalisierung für die Energiewende richtig einsetzen, kann das ein komplett neues Betriebssystem für unsere gesamte Wirtschaft schaffen”, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer. “Die zentralen digitalen Lösungen für eine effiziente Energiewende sind längst vorhanden. Entscheidend ist nun, diese Technologien unter den richtigen Rahmenbedingungen verfügbar zu machen, systematisch zu nutzen und intelligent zu verknüpfen.”

**Gesetzliche Maßnahmen und Investitionen notwendig**

Um die beschriebenen Chancen zu realisieren, sind gesetzliche Maßnahmen und gezielte Investitionen notwendig. Das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) ist die Voraussetzung für die Digitalisierung in der Energiewende. Es schafft den notwendigen rechtlichen Rahmen für flexible Netztarife, Flexibilitätsmärkte, die Nutzung von Verbrauchsdaten und verbesserten Regelungen für Speicher. Wichtig sind konkrete Vorgaben für die Anbringung von Sensoren im Verteilnetz, die im aktuellen ElWG-Begutachtungsentwurf noch fehlen.

Um das Exportpotenzial digitaler Energietechnik zu heben, ist es notwendig, den Markthochlauf und die Internationalisierung digitaler Lösungen gezielt zu fördern. Auch die Ausweitung von digitalen Zwillingen auf das ganze Netz, bedarf zusätzlicher Investitionen.

**Wie die Politik neuen Risiken vorbeugen kann**

Ohne kluge Umsetzung drohen jedoch neue Risiken: Digitale Systeme sind häufig energieintensiv, gerade in kombiniertem Einsatz mit KI. Gleichzeitig sind sie potenzielle Angriffsflächen für Cyberbedrohungen. Hinzu kommen datenschutzrechtliche Fragen bei der Sammlung von Verbrauchsdaten. Außerdem können Haushalte ohne geeignete Endgeräte, stabilen Internetzugang oder ausreichendes technisches Wissen nur von nur eingeschränkt von diesen Möglichkeiten profitieren. Auch Die verbauten kritischen Rohstoffen können außerdem neue Abhängigkeiten schaffen.

Diese Risiken gilt es, zu minimieren. Zusätzlicher Energieverbrauch der digitalen Systeme selbst muss mit Effizienzgewinnen abgewogen werden. Die Stärkung der Kreislaufwirtschaft ermöglicht, kritische Rohstoffe mehrfach zu nutzen und Importabhängigkeiten zu reduzieren. Bessere und verbindliche Sicherheitsstandards auf EU-Ebene sind notwendig, um Cybergefahren abwenden zu können. Verpflichtende barrierefreie Standards, mehrsprachige Benutzeroberflächen und analoge Informationskanäle für Haushalte ohne Internetzugang, können außerdem digitale Exklusion reduzieren. Ergänzend braucht es klare Datenschutzregeln für Verbrauchsdaten.

[Die volle Studie zum Download ## Chancen der Digitalisierung in der Energiewende Die Analyse schafft einen Überblick darüber, wie die Digitalisierung die Energiewende unterstützen kann – und was dafür notwendig ist. 20251 KONKLUSIO Chancen der Digitalisierung in der Energiewende](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/20251_KONKLUSIO_Chancen-der-Digitalisierung-in-der-Energiewende.pdf?dm=1757325667) 

## Grafiken zum Download

[202510\_Chancen-der-Digitalisierung-in-der-Energiewende\_KONTEXT\_website.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202510_Chancen-der-Digitalisierung-in-der-Energiewende_KONTEXT_website.png?w=2828&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1759926062&s=1d60add3a6c17ed46ad32bbc83a69bb9) [202510\_Intelligente-Netze\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202510_Intelligente-Netze_KONTEXT.png?w=4000&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1759926069&s=9e98f5def259f77c33b6803dfeb93288)

---

  Pressemitteilung# Rogenhofer: “EU-Klimaziel-Einigung mit bedenklichen Abschwächungen”

Dienstag, 04.11.2025

Stellungnahme von KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer zum EU-Klimaziel 2040 und dem 2035-Ziel der EU nach dem Pariser Klimaabkommen

„Um dem Trumpismus etwas entgegensetzen zu können, muss die EU in ihrer Klimapolitik die Ökologisierung als die größte Notwendigkeit und Chance unserer Zeit erkennen. Ambitionierte Klimaziele, der Emissionshandel und Gesetze, wie das Ende der Autoabgase 2035, sind notwendige Maßnahmen, die Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit schaffen. Die EU wird dazu nicht in der Lage sein, wenn sie diese Vorhaben für Partikularinteressen einzelner Länder oder Industrien abschwächt.“

*zum Reduktionsziel bis 2040:*

“Angesichts des Gegenwinds, den eine ambitionierte EU-Klimapolitik zuletzt erfahren hat, ist es begrüßenswert, dass das Reduktionsziel von 90 Prozent bis 2040 halten soll. Diese 90 Prozent sind am unteren Ende dessen, was der wissenschaftliche Klimabeirat der EU für notwendig erachtet (90-95%). Der Kompromiss ist eine beachtliche politische Leistung der dänischen Ratspräsidentschaft.”

*zu den internationalen Kompensationsprojekten:*

“Widersinnig und bedenklich hingegen ist, dass der Scheinklimaschutz in Form von internationalen Kompensationsprojekten auf mindestens fünf Prozent ausgedehnt werden soll. Internationale Zertifikatsprojekte waren bisher größtenteils wirkungslos. Auch der wissenschaftliche Klimabeirat der EU selbst warnte davor, solche Projekte überhaupt zuzulassen.

Viele Regierungen stehen damit wohl künftig vor der Alternative die notwendige Ökologisierung voranzutreiben oder doch lieber nur schnell ein gesundes Stück Wald im Amazonas zu kaufen. Damit entsteht nicht nur eine Ausrede, im eigenen Land nichts zu tun, auf diese Weise gehen Milliarden ohne jeglichen Mehrwert für die Wertschöpfung und Infrastruktur verloren.

Mitgliedsländer, wie Österreich, wären besser beraten, stattdessen direkt in die Ökologisierung zu investieren. Davon profitieren die heimische Industrie, Installateure und Elektrikerinnen, aber auch private Haushalte. Indem wir das Geld auf die Weise für uns arbeiten lassen, schaffen wir Wettbewerbsfähigkeit, lokale Wertschöpfung und Arbeitsplätze.”

*zur regelmäßigen Überprüfung des Ziels:*

“Ebenso bedenklich ist die Möglichkeit, dass das Klimaziel für 2040 künftig alle zwei Jahre überprüft und revidiert werden kann. Eine Zickzack-Politik dieser Art ist Gift für jegliche Planungssicherheit für Unternehmen und Menschen. Nur mit klaren und verbindlichen Zielen können Haushalte und Unternehmen vorausschauende Investitionsentscheidungen treffen.

Österreich kann diese Sicherheit für die heimischen Unternehmen aber dadurch schaffen, indem es sich auf nationaler Ebene fixen jährlichen Reduktionszielen verpflichtet und die Klimaneutralität 2040 im Rahmen des Klimagesetzes festschreibt.”

*zur Verschiebung des ETS2:*

„Die Verschiebung des bereits beschlossenen Beginns des ETS2 auf 2028 schafft weitere Unsicherheit für Unternehmen und Haushalte. Der Emissionshandel hat sich als kostengünstiges Instrument für die Ökologisierung bewährt. Zudem schafft er Einnahmen, die wiederum die wirtschaftliche Transformation und soziale Unterstützungen finanzieren können.“

*zum 2035-Ziel der EU nach dem Pariser Klimaabkommen:*

“Unter den aktuellen politischen Umständen ist es gut, dass die EU nicht mit leeren Händen zur Weltklimakonferenz nach Brasilien reist. Doch ein fixes Ziel statt einer Reduktions-Spanne hätte die Position Europas gestärkt. Ohne diese Klarheit und Verbindlichkeit büßt die EU ihre Rolle als Vorreiterin ein. Denn wichtiger als die Kompromisse in der Schlusserklärung der COP30 ist es, dass sich eine Allianz der Mutigen findet - Staaten und Regierung, die beim Kampf gegen die Klimakrise ambitioniert vorangehen. Hier ist Europa und damit auch Österreich gefordert.”

---

  Pressemitteilung# Umfrage: Große Mehrheit für einen Aufbruch bei der Ökologisierung der Wirtschaft, Umsetzung hinkt nach

Donnerstag, 29.01.2026

Eine neue Umfrage des KONTEXT Instituts zeigt: Die Menschen in Österreich erkennen die Wichtigkeit der Ökologisierung für Wohlstand und Sicherheit, orten aktuell mangelnde politische Reformbereitschaft aber grundsätzlich viel Potenzial in diesem Land.

Insgesamt 84,5 Prozent der Befragten stimmen der Aussage voll und ganz oder eher zu, dass die EU auf zukunftsfähige Wirtschaftszweige setzen muss, um wirtschaftlich neben anderen Weltregionen zu bestehen. Konkreter antworten 79,8 Prozent, dass das Potenzial von Technologien wie erneuerbaren Energien, Speichern und Elektromobilität genutzt werden sollte, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. 64,8 Prozent sind zudem der Meinung, dass es auch für die Sicherheit und Unabhängigkeit in Europa wichtig ist, dass die EU den Ausstieg aus Öl, Kohle und Gas beschleunigt.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Umfrage, die das KONTEXT Institut zum Jahresbeginn beim Meinungsforschungsinstitut marketagent in Auftrag gegeben hat.

„In der wirtschaftlich und geopolitisch hoch angespannten Lage steht Österreich – wie Europa insgesamt – vor einer Richtungsentscheidung: Bleiben wir bei den überholten Technologien der fossilen Vergangenheit oder investieren wir entschlossen in eine saubere, unabhängige Zukunft?“ sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer. „Die Umfrage zeigt klar: Die Menschen in Österreich wollen nach vorne. Sie sehen saubere Zukunftstechnologien als Chance für Wohlstand, Sicherheit und Selbstbestimmung.“

**Mangelnde politische Reformbereitschaft, trotz breiter Zustimmung für Veränderung**

Die überwiegende Mehrheit allerdings ist der Meinung, dass es in Österreich derzeit sehr schwer sei, grundlegende Veränderungen voranzutreiben (85,2 %). Das Land befinde sich eher in einer Phase des Stillstands als in einer des Aufbruchs (84,4 %). Gerade bei Klimathemen werde zu viel über Risiken und zu wenig über Chancen gesprochen (70,6 %). 85,1 Prozent erkennen eine zunehmende Polarisierung und Spaltung in der Gesellschaft, die eine lösungsorientierte Debatte zu Klimathemen immer schwerer macht.

Trotz dieser ernüchternden Beurteilung sehen Menschen in Österreich viel Potenzial. Österreich könne alle Herausforderungen meistern, wenn die Spaltung der Gesellschaft überwunden und das Gemeinsame vor das Trennende gestellt wird, stimmen 71,5 Prozent der Befragten zu. Jedoch sei Österreich nur mit einer klaren, langfristig ausgelegten Zukunftsstrategie für die nächsten Jahrzehnte in der Lage, grundlegende Veränderungen für die Ökologisierung der Wirtschaft umzusetzen (78,3 %). 75 Prozent sind persönlich bereit, grundlegende Veränderungen, wie die Energiewende oder die Kreislaufwirtschaft, zu unterstützen.

„Die Bereitschaft für Veränderung ist da – was fehlt, ist eine klare politische Vision und der Wille, sie auch umzusetzen,“ sagt KONTEXT-Vorständin Tina Deutsch. „2026 kann ein Jahr des Aufbruchs werden, wenn Politik und Gesellschaft den Mut haben, die Spaltung zu überwinden und konkrete Lösungen konsequent und gemeinsam voranzubringen.“

**Methode**

Für die repräsentative Umfrage wurden zwischen 17. und 22. Dezember 2025 1.000 Personen aus allen österreichischen Bundesländern im Alter zwischen 14 und 75 Jahren von marketagent online befragt.

####  Gesamte Umfrageergebnisse zum Download 

[2026 01 Umfrageergebnisse Aufbruch KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/2026_01-Umfrageergebnisse-Aufbruch-KONTEXT.pdf?dm=1769603665) 

## Grafik zum Download

[Oekologische-Transformation\_Umfrageergebnisse\_Auswahl\_marketagent\_KONTEXT1.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/Oekologische-Transformation_Umfrageergebnisse_Auswahl_marketagent_KONTEXT1.png?w=2000&h=1429&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781323&s=3155ff79212cefb11a5cf7c7f435aa31)

---

  Pressemitteilung# AVISO 24.2. PK und Studienpräsentation: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit

Dienstag, 17.02.2026

Die Kreislaufwirtschaft kommt in der Industriestrategie prominent vor. Eine neue Studie des KONTEXT Instituts zeigt, wie Österreich vom Kreislaufwirtschafts-Pionier zum Pulsgeber in Europa werden kann und wie durch die Wettbewerbssteigerung die gesamte Wirtschaft profitiert.

Für die Studie hat das Umweltbundesamt das Export-Potential für Recyclingtechnologien und –materialien durch die Steigerung der inländischen Recyclingleistung modelliert. Die Ergebnisse sowie konkrete politische Empfehlungen präsentiert KONTEXT im Rahmen einer **Pressekonferenz**.

**Zeit:** Dienstag, 24. Februar 2026, 9:00 bis 10:00 Uhr

**Ort:** KONTEXT Institut, Liechtensteinstraße 55/8, 1090 Wien

**Sprecherinnen:**

- Katharina Rogenhofer, Vorständin von KONTEXT
- Johanna Roniger, Studienautorin & Analystin von KONTEXT

Medienvertreter:innen sind dazu sehr herzlich eingeladen. Aus organisatorischen Gründen bitten wir um möglichst zeitnahe Anmeldung unter bernhard.schinwald@kontext-institut.at.

---

  Pressemitteilung# Industrial Accelerator Act: Innovationsbeschleuniger für saubere Industrien, Chance für die Kreislaufwirtschaft

Mittwoch, 04.03.2026

KONTEXT-Einordnung des Industrial Accelerator Acts

Mit dem Industrial Accelerator Act (IAA) will die EU-Kommission die Ökologisierung der energieintensiven Industrien in Europa beschleunigen und gleichzeitig saubere Zukunftstechnologien “Made in EU” fördern. Erstmals soll dabei die öffentliche Beschaffung als gezielter Hebel für die Innovationsentwicklung und Nachhaltigkeit dienen. Besonders bei Zukunftstechnologien, bei denen die EU im globalen Vergleich in Rückstand geraten ist, und bei der Kreislaufwirtschaft, in der Österreich über großes Potenzial verfügt, markiert der IAA einen wichtigen Fortschritt. Wichtige Details, wie Labels für emissionsarmen und recycelten Stahl, bleiben vorerst noch offen.

"Mit dem Industrial Accelerator Act entscheidet sich die EU seit langem wieder einmal für die saubere Zukunft der Industrie und gegen die fossile Vergangenheit”, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer. „Leitmärkte sind zentral, um die heimischen Stärken in der Kreislaufwirtschaft und bei Zukunftstechnologien zu hebeln.“

**Leitmärkte sind Innovationsbeschleuniger**

In nur wenigen Bereichen sind Österreichs Unternehmen so innovativ, wie bei Umwelttechnologien. Besonders sticht dabei die Kreislaufwirtschaft heraus. Viele innovative Geschäftsmodelle scheitern jedoch an der Skalierung. So bleibt wirtschaftliches Potenzial ungenutzt (0,5% BIP und 20.300 Arbeitsplätze bis 2030, [laut jüngster KONTEXT-Studie](https://kontext-institut.at/presse/kreislaufwirtschaft-pulsgeber-wettbewerb/)). Hier setzt IAA mit den Leitmärkten an. Gezielte öffentliche Nachfrage soll stabile Absatzmärkte schaffen und dazu beitragen, dass Innovationen auch am internationalen Markt reüssieren.

**Strategischer Fokus auf Stahl und Aluminium**

Zu den strategischen Sektoren, die der IAA priorisiert, zählt auch die Stahl- und Aluminiumindustrie. In diesem Bereich haben österreichische Unternehmen bereits einen Innovationsvorsprung und großes Potential für Wettbewerbsvorteile. Die AMAG erreicht bei Aluminium einen Recyclinganteil bis zu 80 Prozent, die Voestalpine rund 27 Prozent (jeweils laut eigenen Angaben). Die Voest will dieses Potential vergrößern und gleichzeitig aus fossilen Energien aussteigen.

Eine [KONTEXT-Studie vom Dezember](https://kontext-institut.at/presse/kreislaufwirtschaft-industrie-wohlstand/) zeigt: Die Umstellung der Stahlerzeugung auf Elektrolichtbogenöfen mit Stahlschrott und Wasserstoffreduktion kann die CO₂-Emissionen der Stahlindustrie bis 2040 um 6,35 Millionen Tonnen senken (-84% gegenüber dem Vergleichsszenario). Wird der erforderliche grüne Wasserstoff vollständig mit erneuerbaren Energien produziert, werden weitere 1,1 Millionen Tonnen an CO₂-Emissionen vermieden. Das wirkt sich auch auf die Preise aus: Der Umstieg führt zu einem Rückgang der Output-Preise im Metallsektor um 1,3 Prozent im Jahr 2040.

**Label für emissionsarmen und recycelten Stahl fehlt**

Während der IAA wichtige Impulse setzt, bleiben zentrale Punkte wie einheitliche Standards für emissionsarme und recycelte Produkte noch offen. Das gilt vor allem für ein Label für sauberen Stahl, das auch seitens der Industrie gefordert wurde. Hier sind nun weitere Zusätze zur geltenden Ökodesign-Verordnung notwendig, wofür es keinen Zeitplan gibt. Zudem ist der “Low Carbon”-Mindestanteil in der Beschaffung von Stahl und Aluminium mit 25 Prozent eher unambitioniert. Auch eine genaue Definition von “Low Carbon” steht vorerst aus.

**Hintergrund**

Der IAA wurde im Februar 2025 als Herzstück des Clean Industrial Deals angekündigt. Neben den Leitmärkten soll das Gesetz die Ökologisierung von energieintensiven Industrien und saubere Zukunftstechnologien in der EU stärken, indem es ausländische Direktinvestitionen beschränkt, Genehmigungsverfahren für die Industrie vereinfacht und Mitgliedsländer verpflichtet, industrielle Beschleunigungsgebiete auszuweisen.

---

  Pressemitteilung# Rogenhofer: “Regierung macht die Energiekrise zum Dauerzustand”

Donnerstag, 19.03.2026

Statement von KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer zur “Spritpreisbremse” und einer möglichen Abschwächung des Emissionshandelsystems:

“Die aktuelle Energiekosten sind der Preis, den unsere Industrie und Haushalte für unsere Abhängigkeit von Öl und Gas zahlen müssen. Langfristig kommen wir aus dieser Preisfalle nur, wenn wir die Abhängigkeit beenden. Das heißt: Energie, Verkehr, Heizungen und Industrie auf erneuerbare Alternativen umstellen.

Die aktuellen Vorschläge der Regierung verzögern diese dringend notwendige Ökologisierung und tragen dazu bei, die Energiekrise zum Dauerzustand werden zu lassen.

Eine Senkung der Mineralölsteuer ist kontraproduktiv, weil sie – wie jede klimaschädliche Subvention – Anreize schafft, eben nicht auf saubere Alternativen umzusteigen. Zusätzlich reduziert sie Einnahmen für den Staat, während für die Importe heimisches Geld weiterhin in fragwürdige Regimes fließt.

Viel bedenklicher ist aber, dass sich Bundeskanzler Christian Stocker vor dem morgigen EU-Gipfel für eine Schwächung des Emissionshandels einsetzt. Das ist Gift für die Planungssicherheit und bestraft genau jene Unternehmen, die sich bereits resilienter aufstellen und von Öl und Gas unabhängig produzieren. Für die notwendige Ökologisierung der Wirtschaft ist der Emissionshandel als marktwirtschaftliches Instrument unerlässlich.”

---

  Pressemitteilung# KONTEXT-Plan: Wie sich Österreich aus der Öl- und Gasabhängigkeit befreien kann

Montag, 30.03.2026

Aufgrund des Öl- und Gaspreisschocks präsentiert das KONTEXT Institut einen umfassenden Plan zum Ausbau erneuerbarer Energien und der Elektrifizierung von Verkehr, Raumwärme und Industrie.

Damit die fossile Energiekrise nicht zum Dauerzustand wird, muss sich Österreich schnellstmöglich aus der Öl- und Gasabhängigkeit befreien. Das KONTEXT Institut hat dafür einen umfassenden "Befreiungsplan“ zusammengestellt. Das Ziel ist die vollständige Energiewende – also den Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung von Verkehr, Raumwärme und Industrie – zu beschleunigen.

"Bereits zum zweiten Mal binnen weniger Jahre müssen die Haushalte und Unternehmen in Österreich die Rechnung für unsere Öl- und Gasabhängigkeit zahlen”, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer, “Österreich hat alle Voraussetzungen, um zu verhindern, dass Öl und Gas weiter unseren Wohlstand zerfressen.”

**Maßnahmen des Befreiungsplans im Detail**

Gesetzliche Rahmenbedingungen

- Ambitionierte und verbindliche Ausbauziele für Bundesländer festlegen samt Sanktionen bei Nicht-Einhaltung (EABG)
    - ÖNIP-Ziele 2030 (39 TWh) statt EAG-Ziel (27 TWh) als Maßstab
- Effiziente Genehmigungsverfahren durch Aufstockung des Personals in Behörden
    - Anzahl der Sachverständigen und Verfahrensleiter:innen erhöhen
    - Bundeslandübergreifende Arbeit von Sachverständigen ermöglichen, um Engpässe auszugleichen
- Enddatum für Gas- und Ölheizungen im Bestand und Dekarbonisierung der Fernwärme auf 2040 festlegen (Erneuerbaren-Wärme-Gesetz)
- Konsequente Umsetzung des ElWG
    - Netzausbau, intelligente Netznutzung, Flexibilisierung der Stromnetze
- Durch öffentliche Beschaffung Leitmärkte für Kreislaufwirtschaft und saubere Zukunftstechnologien „Made in EU“ schaffen

Finanzpolitische Maßnahmen

- Förderprogramme für Sanierung, Heizungstausch und Speicher ausweiten
    - unmittelbare konjunkturelle Effekte, in Form von Aufträgen für Handwerker:innen und KMUs
- Pendlerpauschale und Dienstwagenprivileg in Mobilitätsbudget umwandeln und Öffi-Ticketpreise senken
- Transformationsfonds für Industrie ausweiten
    - Elektrifizierung der Industrie fördern
    - Konjunkturelle Effekte: +3,3% BIP und +44.000 Arbeitsplätze bis 2050
- E-Mobilitäts-Offensive in Österreich
    - Ende aller Verbrenner-Förderungen (NoVA-Ausnahmen, MÖSt-Rabatte)
    - Steuerliche Erleichterungen für E-Mobilität (NoVA Abschaffen)
    - Bessere (Schnell-)Ladeinfrastruktur
- Beiträge zur Gegenfinanzierung:
    - Ökologisierung klimaschädlicher Subventionen
        - Unmittelbare Reform des Dienstwagenprivilegs und Pendlerpauschale (gesamt 500 Mio Euro/Jahr)
        - Dieselprotektionismus: Schrittweise Abschaffung nach Ende der temporären MÖSt-Senkung durch die Spritpreisbremse (500 Mio Euro/Jahr)
    - Einnahmen aus CO2-Bepreisung zweckwidmen
        - Staatseinnahmen 2025: 1,7 Mrd Euro aus ETS1 und CO2-Preis

Alle diese Maßnahmen haben positive konjunkturelle Effekte. “Jene Milliarden, die wir jährlich für Öl und Gas an autokratische Regime überweisen, fließen ohne jegliche Wertschöpfung für die heimische Wirtschaft ab”, sagt Rogenhofer. “Die Ökologisierung senkt dagegen die Energiekosten für Haushalte dauerhaft, füllt die Auftragsbücher von Handwerk:innen und hilft der Industrie zu neuer Wettbewerbsfähigkeit.”

Die Maßnahmen wirken mittel- bis langfristig. Kurzfristig können die bereits beschlossene Spritpreisbremse, der Industriestrompreis (ab 2027) und der Sozialtarif für Strom aus dem ElWG Abhilfe schaffen. Zusätzlich könnte ein temporärer Energiekostenzuschuss für armutsgefährdete Haushalte notwendig sein. Um den Spritverbrauch zu verringern und Kosten unmittelbar zu reduzieren, wäre ein Tempolimit auf den Straßen (100/80/30) eine äußerst wirkungsvolle und budgetneutrale Maßnahme.

---

  Pressemitteilung# AVISO 12.5. PK und Studienpräsentation: Strategien für Österreichs Rohstoff-Souveränität

Mittwoch, 06.05.2026

Die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen ist ein wachsendes Sicherheitsrisiko für Österreichs Wirtschaft. Eine neue Studie des KONTEXT Instituts und des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) zeigt, wie verwundbar Österreichs Versorgung mit strategischen Rohstoffen ist und auf welche Weise die Kreislaufwirtschaft Abhängigkeiten reduzieren kann.

Die Ergebnisse dieser Studie präsentieren **KONTEXT** und **ASCII** im Rahmen einer **Pressekonferenz**.

**Zeit:** Dienstag, 12. Mai 2026, 9:30 bis 10:30 Uhr  
**Ort:** KONTEXT Institut, Liechtensteinstraße 55/8, 1090 Wien – und online

**Sprecher:innen:**

- **Katharina Rogenhofer**, Vorständin des KONTEXT Instituts
- **Peter Klimek**, Direktor des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII)
- **Johanna Roniger**, Studienautorin und Analystin des KONTEXT Instituts

Medienvertreter:innen sind dazu sehr herzlich eingeladen. Aus organisatorischen Gründen bitten wir um möglichst zeitnahe Anmeldung unter [bernhard.schinwald@kontext-institut.at.](mailto:bernhard.schinwald@kontext-institut.at.)

---

  Pressemitteilung# Rogenhofer: „Österreich braucht ein Befreiungsbudget, bekommt aber das Gegenteil“

Mittwoch, 10.06.2026

Die Budgetanalyse des KONTEXT Instituts zeigt zwei negative Trends im Doppelbudget 2027/28: Klimaschädliche Subvention bleiben bestehen, Klimaförderungen werden weiter gekürzt.

„Der Finanzminister hat in seiner Budgetrede richtigerweise betont, dass sich Österreich aus der Öl- und Gasabhängigkeit befreien muss. Die Zahlen sprechen aber eine ganz andere Sprache. Mit dem Doppelbudget 2027/28 fördert die Regierung fossile Abhängigkeit aktiv weiter. Das ist nicht das notwendige Befreiungsbudget, es ist das Gegenteil“, sagt die Vorständin des KONTEXT Instituts, Katharina Rogenhofer, zum Doppelbudget 2027/28.

*Zu den klimaschädlichen Subventionen*

Ab 2028 plant die Regierung mit noch nicht definierten Maßnahmen erstmals 190 Millionen Euro an klimaschädlichen Förderungen einzusparen. Das ist grundsätzlich begrüßenswert. Dieser Betrag entspricht jedoch ungefähr der Höhe jener klimaschädlichen Subventionen, die diese Regierung seit ihrem Amtsantritt selbst eingeführt hat – etwa durch die Normverbrauchsabgabe (NoVA)-Befreiung für Verbrenner-Nutzfahrzeuge, die Verdreifachung des Pendlereuros oder die Wiedereinführung des Agrardiesels.

Dabei läge allein bei den klimaschädlichen Subventionen im Verkehrsbereich durch die Ökologisierung von Pendlerförderungen, Dienstwagen- und Dieselprivileg ein Einsparungspotenzial von jährlich 1,1 Milliarden Euro.

Rogenhofer: „Die Befreiung aus Öl und Gas beginnt damit, aufzuhören, unsere Abhängigkeiten aktiv zu fördern – sprich: die klimaschädlichen Subventionen zu ökologisieren. Das empfehlen nicht nur die EU-Kommission und die OECD, das haben ÖVP, SPÖ und Neos in ihrem Regierungsprogramm so festgelegt. Diesem Versprechen kommt die Regierung in ihrem Doppelbudget 2027/28 kaum nach.“

*Zu den Klimaförderungen*

Bei den Förderungen für klimafreundliche Maßnahmen setzt sich der Negativtrend aus dem letzten Doppelbudget fort. Förderungen für Sanierungen und Heizungstausch werden um weitere 320 Millionen Euro gekürzt – obwohl genau diese Maßnahmen Energiekosten senken, Aufträge für Installateurinnen und Elektriker schaffen und über höhere Steuereinnahmen teilweise wieder zurück in den Staatshaushalt fließen.

Rogenhofer: „Die Regierung verspricht neben den vielen Kürzungen auch neue Mittel für die 'Zukunftsgestaltung'. Wenige Förderungen würden die Zukunft positiver gestalten als jene, die den Ausstieg aus Öl und Gas beschleunigen – für Klima, Wirtschaft und Budget. Doch gerade diese Förderungen werden weiter gekürzt.“

*Zum Kontext des Doppelbudgets*

Rogenhofer: „Österreich überweist jedes Jahr Milliarden für Öl-, Gas- und Kohleimporte, meist an dubiose Diktaturen, die ohne weitere Wertschöpfung für unsere Wirtschaft verloren gehen. Wir setzen unsere Unternehmen und Haushalte damit hohen Energiepreisen und einer erheblichen Inflationsgefahr aus. Gleichzeitig fördert der Staat diese Abhängigkeit jedes Jahr mit bis zu weiteren 5,7 Milliarden Euro klimaschädlicher Subventionen. Damit riskieren wir wichtige Klimaziele zu verfehlen, was uns laut Finanzministerium im Jahr 2030 bis zu zusätzliche 2,9 Milliarden kosten wird – ebenso ohne jeden Gegenwert. Mit dem Doppelbudget 2027/28 befreien wir uns nicht etwa aus dieser fossilen Preisspirale, sondern zementieren die die Öl- und Gasabhängigkeit mit allen Kosten ein.”

## Zugehörige Grafiken zum Download

[202606\_Budget\_Ueberblick\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202606_Budget_Ueberblick_KONTEXT.png?w=2000&h=1714&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1781086332&s=925f2596dc780b988ddf07ae36b64ab9) [202606\_Budget\_Kuerzungen\_-Klimabereich\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202606_Budget_Kuerzungen_-Klimabereich_KONTEXT.png?w=2000&h=1429&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1781086329&s=3fe6d625117cca8ca2bcf21fffc0f6bf) 

##  Weiterführernde Links 

- [KONTEXT-Plan: Wie sich Österreich aus der Öl- und Gasabhängigkeit befreien kann](https://www.kontext-institut.at/inhalte/befreiungsplan-fossile-energien/)

---

  Pressemitteilung# Klimakrise als wirtschaftlicher Wendepunkt: Österreichs Schlüsselsektoren sehen Handlungsdruck – und große Chancen

Dienstag, 09.06.2026

Eine neue Analyse von KONTEXT Institut und EY denkstatt zeigt: Physische Klimarisiken, neue Märkte und politischer Zickzackkurs stellen Österreichs Wirtschaft vor Herausforderungen. Wer die Ökologisierung verschleppt, zahlt einen zunehmend hohen Preis. Wer sie als Gestaltungsaufgabe begreift, kann Wettbewerbsvorteile sichern.

Die gemeinsame Analyse unter Einbeziehung von Vertreter:innen der vier Schlüsselsektoren Energie, Tourismus und Landwirtschaft sowie der Automobilbranche zeigt, wie physische Klimarisiken, wirtschaftliche Trägheitsrisiken und konkrete Chancen der Ökologisierung bereits heute die Realität österreichischer Betriebe prägen.

„Dort, wo Zickzackpolitik und unternehmerische Trägheit einander verstärken, entsteht Stillstand – und der kommt teuer. Nur wenn Politik und Unternehmen die Ökologisierung als Chance begreifen und gemeinsam gestalten, kann der Standort Österreich langfristig gewinnen“, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer.

„Österreich hat eine starke industrielle Basis, eine hohe Innovationsdichte, regional verankerte Landwirtschaft und etablierte Tourismusstrukturen. Es braucht Mut zu klaren Entscheidungen, um Österreichs starke Ausgangsbedingungen zu nutzen, die Risiken zu minimieren und die Chancen zu realisieren“, sagt Christian Plas, Partner bei EY denkstatt.

**Risiken und Chancen für Österreichs Schlüsselsektoren**

- **Physische Risiken:** Hitzewellen unterbrechen Produktionen und belasten Beschäftigte. Extremwetterereignisse beschädigen Infrastruktur und gefährden globale Lieferketten von Unternehmen. In der Landwirtschaft verursachten Frost, Dürre, Hagel und Überflutungen allein 2024 Schäden von 260 Millionen Euro. Schwindende Schneedecken verkürzen Wintersaisonen. Mangelnder Niederschlag reduzierte die Stromproduktion aus Wasserkraft an der Donau 2025 um rund 20 Prozent.
- **Trägheitsrisiken:** Zu spät oder gar nicht zu handeln, wird immer teurer und gefährdet die Geschäftsmodelle von morgen. Fossile Preisschocks, verändertes Konsumverhalten, EU-Gesetzgebungen, CO2-Bepreisung, Lieferkettenrisiken und wachsender Druck durch Kapitalmärkte – all das führt dazu, dass sich Märkte verschieben und fossile Technologien zunehmend unrentabel werden. Das zeigt sich beispielsweise im Bereich der E-Mobilität: Im ersten Quartal 2026 lag der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge bei 22,5 Prozent aller Neuzulassungen in Österreich – ein Rekordwert. Unternehmen, die sich nicht anpassen, riskieren, den Zugang zu Kapital, Talenten und Absatzmärkten der Zukunft dauerhaft zu verlieren.
- **Chancen der Ökologisierung:** Die Elektrifizierung der Mobilität schafft neue Märkte für Ladeinfrastruktur, Batteriesicherheit und Fahrzeugsoftware – Bereiche, in denen Österreichs IT- und Industrieunternehmen stark positioniert sind. Der steigende Strombedarf einer elektrifizierten Wirtschaft öffnet für die Energiebranche strukturell wachsende Absatzmärkte. Veränderte Konsummuster stärken in der Landwirtschaft pflanzliche, regionale und biologische Produktsegmente. Und im Tourismus bieten Nachhaltigkeit, Diversifikation und neue Zielgruppen echte Wachstumspfade jenseits der schneeabhängigen Angebote.

**Drei Prinzipien für eine gelingende Ökologisierung**

Um diese Chancen zu nutzen, sind Unternehmen und Politik gleichermaßen gefordert. Unternehmen müssen langfristig und strategisch agieren. Interessenvertretungen können Transformationsprozesse beschleunigen, indem sie sinnvolle Rahmenbedingungen für zukünftige Geschäftsmodelle einfordern. Die Politik muss Klarheit über die Ökologisierung schaffen. Drei Schlüsselprinzipien sind dafür entscheidend:

- **Zielklarheit** schafft Investitionssicherheit, die Unternehmen für langfristige Transformationsentscheidungen benötigen. Beim Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz ist das gelungen, das Ziel der Klimaneutralität 2040 ist jedoch weiterhin nicht gesetzlich verankert.
- **Technologieklarheit** lenkt Ressourcen in jene Lösungen, die tatsächlich skalierbar und sowohl ökonomisch als auch ökologisch effizient sind. Bei der Elektrifizierung von Landmaschinen gelingt das bisher besser als bei der Dekarbonisierung des Straßenverkehrs.
- **Preisklarheit** macht notwendige Investitionsentscheidungen finanziell darstellbar, indem Klimakosten eingepreist und Wettbewerbsverzerrungen abgebaut werden. Die Normalverbrauchsabgabe (NoVA) wirkt in diesem Zusammenhang positiv, die Kerosinsteuerbefreiung und der Agrardiesel kontraproduktiv.

Zudem muss die Politik ressortübergreifend agieren und zukunftsfähige Infrastruktur (Stromnetze, Ladeinfrastruktur, öffentlicher Verkehr etc.) ausbauen, um die Chancen konsequent nutzen zu können.

**Methodik**

Die Analyse stützt sich auf drei methodische Säulen: eine umfassende Literaturrecherche, qualitative Roundtables und Interviews mit Branchenvertreter:innen sowie eine quantitative Online-Umfrage, die an Unternehmen aus den vier Sektoren erging.

Die vorliegende Analyse entstand in Kooperation zwischen KONTEXT und EY denkstatt. KONTEXT ist ein unabhängiger Think Tank, der sich mit den Chancen der Ökologisierung für Wohlstand, Sicherheit und Demokratie befasst. EY denkstatt begleitet Unternehmen und Organisationen seit ihrer Gründung bei der Transformation zur Nachhaltigkeit.

[KONTEXT x EY denkstatt ## Chancenreport Österreich Die Analyse zeigt Klimarisiken und Chancen der Ökologisierung Energie, Tourismus, Landwirtschaft und Automobilbranche. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202606_Chancenreport-Oesterreich_KONTEXT-Institut_EY-denkstatt.pdf?dm=1781166593) 

## Zugehörige Grafiken zum Download

[202606\_Klimarisiken-und-Chancen-der-Transformation\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202606_Klimarisiken-und-Chancen-der-Transformation_KONTEXT.png?w=2828&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1780499647&s=664556e165156a87ebfa0fa829288bca) [202606\_Steigender-Verlagerungsbedarf-im-Energiesektor\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202606_Steigender-Verlagerungsbedarf-im-Energiesektor_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1780499672&s=022ce5e979da3aa2fd9e8f7776f4e6f9) [202606\_E-Mobilitaet-globale-Marktdurchdringung\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202606_E-Mobilitaet-globale-Marktdurchdringung_KONTEXT.png?w=4000&h=3200&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1780499625&s=2286f7b2ad746279a66df8ba207d59c2) [202606\_Vorsprung-Chinas-E-Mobilitaet\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202606_Vorsprung-Chinas-E-Mobilitaet_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1780499690&s=376d2ff505318bad35f9bb3e062e4ccc) [202606\_Zunahme-Urlaubsreisen-mit-dem-Zug\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202606_Zunahme-Urlaubsreisen-mit-dem-Zug_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1780499730&s=c626195b6643e8f3778e494871cb6245) [202606\_Wachsender-Absatzmarkt-fuer-sauberes-Heizen\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202606_Wachsender-Absatzmarkt-fuer-sauberes-Heizen_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1780499711&s=ae6785f1313d5254aa737a6d1cdf639b) [202606\_Marktwachstum-pflanzliche-Ersatzprodukte-Fleisch-und-Milch\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202606_Marktwachstum-pflanzliche-Ersatzprodukte-Fleisch-und-Milch_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1780499652&s=4720d1ea28d7373890c21565f0855c55) 

##  Weiterführernde Links 

- [Download: Chancenreport Österreich](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202606_Chancenreport-Oesterreich_KONTEXT-Institut_EY-denkstatt.pdf?dm=1780400166)
- [Artikel: Chancenreport Österreich](https://kontext-institut.at/inhalte/chancenreport/)

---

  Pressemitteilung# Studie: Rohstoffversorgung unter Druck - Kreislaufwirtschaft als Ausweg

Dienstag, 12.05.2026

KONTEXT und ASCII zeigen: Die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen birgt Risiken für die Versorgungssicherheit und gefährdet damit die Wettbewerbsfähigkeit. Kreislaufwirtschaft bietet eine der wirksamsten Maßnahmen gegen diese Verwundbarkeit.

**Wien, 12. Mai 2026** – Bei zwölf von 17 strategischen Rohstoffen ist die Versorgung in der EU gefährdet bis stark gefährdet. Bei knapp der Hälfte der Rohstoffe ist China für Österreich das Land mit der höchsten Abhängigkeit. Österreichs Exportwirtschaft ist davon direkt betroffen: mehr als die Hälfte von Österreichs Jahresexporten (97 Milliarden Euro) benötigen kritische Rohstoffe. Besonders exponiert sind die Automobil-, Stahl- und Maschinenbauindustrie. Das zeigt eine Analyse des KONTEXT Instituts auf Basis von Daten des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII). Den besten Weg, um uns aus dieser Abhängigkeit zu befreien, politisch nicht erpressbar zu werden und unsere Wettbewerbsfähigkeit abzusichern, bieten demnach Maßnahmen der Kreislaufwirtschaft.

„Die Versorgungssicherheit bei kritischen Rohstoffen ist für Europa und Österreich nur erreichbar, wenn wir alle Hebel der Kreislaufwirtschaft nutzen: Von der Reduktion der Nachfrage über Materialeffizienz und Langlebigkeit bis hin zu Wiederverwendung und Recycling“, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer und fügt hinzu: „Mit den richtigen Maßnahmen können wir unsere Wettbewerbsfähigkeit, die Ökologisierung und digitale Souveränität in einer instabilen geopolitischen Lage absichern.“

„Die Daten zeigen eindeutig: Die Verwundbarkeit unserer Lieferketten ist keine abstrakte Gefahr, sondern eine strukturelle Herausforderung mit direkten wirtschaftlichen Konsequenzen. Mehr Kreislaufwirtschaft kann daher eine doppelte Dividende in Form von mehr Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit einbringen.“, sagt Peter Klimek, Direktor des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII).

**Starke Verwundbarkeit in der Versorgung und Abhängigkeit von China**

Bei acht von 17 strategischen Rohstoffen gilt die Versorgung als stark gefährdet. Dazu zählen Lithium (für Batterien), Seltene Erden (für Permanentmagnete in Motoren, Windturbinen, Elektronik) und Magnesium (für Autos, Verpackungen, Bau). Die höchste Abhängigkeit besteht von China, das für Österreich der wichtigste Lieferant bei acht von 17 strategischen Rohstoffen ist. Besonders verwundbar sind in Österreich die Automobil-, Stahl- und Maschinenbauindustrie, die gemeinsam rund 24 Milliarden Euro an Produkten exportieren, in denen die Lieferketten stark gefährdet sind.

**Kreislaufwirtschaft ist die wirksamste Lösung**

Um diese Abhängigkeit zu reduzieren, setzte die EU Rahmenbedingungen, um Importländer zu diversifizieren, den Eigenabbau zu fördern und das Recycling kritischer Rohstoffe zu steigern. Die Diversifizierung scheitert aber bei vielen Rohstoffen an mangelnden alternativen Lieferquellen. Der Eigenabbau ist oft politisch unerwünscht und löst das Problem nicht, solange nachgelagerte Verarbeitungsschritte weiterhin außerhalb Europas stattfinden. Auch Recycling ist derzeit begrenzt: Neun der 17 strategischen Rohstoffen werden bisher kaum recycelt. Zudem schränken die fehlenden Verarbeitungskapazitäten die Wirksamkeit des Recyclings in der EU ein.

Notwendig ist daher ein Mix aus politischen Maßnahmen, die über die Angebotsseite hinausgehen und alle Hebel der Kreislaufwirtschaft nutzen. Die Analyse identifiziert fünf zentrale erfolgversprechende Strategien, die je nach Anwendung unterschiedlich relevant sind:

1. **Reduktion des Rohstoffbedarfs durch Entkopplung,** ohne die Bedarfsdeckung oder wirtschaftliche Dynamik zu schmälern (z. B. durch Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel, Carsharing, Sanierung oder Energieeffizienzmaßnahmen),
2. **Steigerung der Materialeffizienz bzw. Ersatz mit zirkulären Materialien.** Potential gibt es z. B. durch Leichtbau und Miniaturisierung in der stark betroffenen Automobil- und Stahlindustrie oder verbindliche und marktgerechte Ökodesign-Standards in kritischen Produktgruppen,
3. **Erhöhung der Produktlanglebigkeit**. Potential gibt es z. B. durch „Recht auf Reparatur“ wo technisch machbar und ökonomisch sinnvoll, modulare und standardisierte Bauweisen oder Leihmodelle,
4. **Wiederverwendung von Produkten und Komponenten** (z. B. Zweitnutzung von Batterien elektrischer Fahrzeuge oder modulare Stahlkonstruktionen)
5. **Ausbau des Recyclings** (z. B. Elektronikschrott, Bauabfälle, seltene Erden aus Permanentmagneten)

**Politische Maßnahmen notwendig, um Potenzial zu heben**

Kreislaufwirtschaft muss in den besonders betroffenen Sektoren und in der Gesamtwirtschaft gestärkt werden. Essenziell sind neben dem Ausbau von Recyclingkapazitäten auch einheitliche Produktstandards für Materialeffizienz und Zirkularität und entsprechende Kriterien in der öffentlichen Beschaffung, die Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie und die Förderung von Reparaturen. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, braucht es also einen Paradigmenwechsel auf politischer Ebene.

[KONTEXTANALYSE #8 ## Kritische Rohstoffe: Von Abhängigkeit zu Sicherheit Die Studie zeigt, wie Kreislaufwirtschaft für Rohstoffsicherheit sorgt und damit Europa und Österreich unabhängiger macht. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202605_KONTEXTANALYSE_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft.pdf?dm=1778154945) 

## Zugehörige Grafiken zum Download

[202605\_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft\_Versorgungsrisiko\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202605_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft_Versorgungsrisiko_KONTEXT.png?w=1414&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1778155440&s=bd4c70d06510c93ab401028fe3aef48b) [202605\_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft\_Versorgungsrisiko\_SOME\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202605_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft_Versorgungsrisiko_SOME_KONTEXT.png?w=2000&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1778511701&s=39e8b3236f54815265879a5a4b8861ce) [202605\_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft\_Abhaengigkeit-von-China\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202605_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft_Abhaengigkeit-von-China_KONTEXT.png?w=2000&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1778155435&s=a06de75ce4e9cd1f0ce00c3a2fd1624a) [202605\_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft\_Oesterreichische-Exportwirtschaft\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202605_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft_Oesterreichische-Exportwirtschaft_KONTEXT.png?w=2000&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1778155437&s=9d75635c94daab35d9236d8a69eae2f4) [202605\_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft\_Strategien-zur-Reduktion-des-Versorgungsrisikos\_SOME\_KONTEXT-1.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202605_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft_Strategien-zur-Reduktion-des-Versorgungsrisikos_SOME_KONTEXT-1.png?w=2000&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1778511700&s=22a3386828e3c34e28839d07ef3203d5) 

##  Weiterführernde Links 

- [Download Studie: Kritische Rohstoffe: Von Abhängigkeit zu Sicherheit](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202605_KONTEXTANALYSE_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft.pdf?dm=1778154945)
- [Artikel: Kritische Rohstoffe – von Abhängigkeit zu Sicherheit](https://kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-rohstoffe-sicherheit)

---

  Pressemitteilung# Rogenhofer zu EU-Antwort auf Energiekrise: „Österreich braucht einen ähnlich umfassenden Plan für die Befreiung aus unserer Öl- und Gasabhängigkeit“

Mittwoch, 22.04.2026

Statement von Katharina Rogenhofer zu den EU-Maßnahmen gegen die aktuelle Energiekrise:

„Österreich braucht einen ähnlich umfassenden Plan, wie die EU-Kommission, um uns aus der Öl- und Gasabhängigkeit zu befreien. Während die Bundesregierung bisher vor allem Symptome bekämpft, richten sich viele der Vorschläge auf EU-Ebene gegen die Ursachen der Energiekrise. Vor allem die Elektrifizierung von Verkehr, Gebäuden und Industrie muss auch hierzulande prioritär behandelt werden. Andere EU-Länder liefern dafür sinnvolle Beispiele.

Im Verkehr braucht es dafür eine E-Mobilität-Offensive mit steuerlichen Anreizen und dem Ausbau von Schnellladestationen, die Umwandlung von Pendlerförderungen und Dienstwagenprivileg in ein Mobilitätsbudget und niedrigere Öffi-Ticketpreise. Litauen hat etwa die Preise für Zugtickets temporär halbiert. In Frankreich ist es mit „Social Leasing“ für Geringverdiener möglich, ein E-Auto für 100 Euro im Monat zu nutzen.

Im Gebäudesektor ist ein verbindliches Ende für Öl- und Gasheizungen im Bestand bis 2040 ebenso notwendig, wie weitere finanzielle Unterstützung für Heizungstausch und Sanierungen. In Belgien hat die Regierung die Mehrwertsteuer für Wärmepumpen reduziert und vergibt zinsfreie Darlehen für Sanierungen.

Für die Elektrifizierung der Industrie gilt es den Transformationsfonds auszuweiten. Frankreich plant die Ausgaben für die Elektrifizierung auf zehn Milliarden Euro zu verdoppeln.“

## Weitere Informationen:

Das KONTEXT Institut hat im März einen umfassenden Plan zur Befreiung aus der Öl- und Gasabhängigkeit zusammengestellt. [Alle Details dazu finden Sie hier.](https://kontext-institut.at/inhalte/befreiungsplan-fossile-energien/)

##  Weiterführende Links 

- [KONTEXT-Plan: Wie sich Österreich aus der Öl- und Gasabhängigkeit befreien kann](https://www.kontext-institut.at/inhalte/befreiungsplan-fossile-energien/)

---

  Pressemitteilung# Studie: Wirtschaftsthemen haben sich in Klimadebatte verdreifacht

Dienstag, 14.04.2026

Klimapolitik wird zunehmend zur Standortfrage, Energiethemen stehen außer Streit, während bei Mobilität stark verschleppt wird. Das zeigt die dritte Ausgabe des Klimadiskurs-Monitorings des KONTEXT Instituts.

Seit 2023 hat kein anderes Thema im Klimadiskurs so stark an Relevanz gewonnen, wie die Verknüpfung von Standort- und Wirtschaftspolitik mit Klimapolitik. Besonders intensiv und konstruktiv wird weiterhin über Energiethemen gesprochen, was gerade auch im Lichte der aktuellen fossilen Energiekrise interessant ist. Zu diesem Ergebnis kommt die diesjährige Ausgabe des Klimadiskurs-Monitorings des KONTEXT Instituts.

Die Auswertung einer repräsentativen Stichprobe klimapolitischer Aussagen, die von FORESIGHT codiert wurde, zeigt, dass die Klimadebatte im Jahr 2025 insgesamt leiser wurde. Im Vergleich zum Jahr 2023 wurde in den untersuchten Medien um ein Viertel weniger über Klimapolitik berichtet. Gleichzeitig blieb der Diskurs überwiegend konstruktiv. Unternehmen und Energiebranche wurden dabei lauter, die Zivilgesellschaft etwas leiser. Die Notwendigkeit von Klimaschutz und insbesondere der Energiewende wird mittlerweile von fast allen relevanten Akteursgruppen anerkannt.

„Die aktuelle Energiekrise zeigt, dass wir uns schnellstmöglich aus der Öl- und Gasabhängigkeit befreien müssen. Das erfordert einen nationalen Kraftakt – und es erfordert konstruktiven Diskurs, in dem Ökologisierung und Wirtschaftspolitik gemeinsam gedacht werden. In diesem Lichte sind die Ergebnisse des Klimadiskurs-Monitorings sehr ermutigend”, sagt KONTEXT-Vorständin Tina Deutsch.

**Stärkerer Fokus auf Energie und Standort, lautere Unternehmen**

Die wichtigsten Ergebnisse:

- **Akteursgruppen:** Politiker:innen prägen den Klimadiskurs weiterhin am stärksten (36 % aller Aussagen). Die Wissenschaft bleibt die wichtigste konstruktive Stimme (18 % aller Aussagen, 92 % davon konstruktiv). Während zivilgesellschaftliche Akteur:innen und Aktivist:innen an Sichtbarkeit verlieren, gewinnen Unternehmen stark an Einfluss in der Debatte. Sie argumentieren zwar vergleichsweise verschleppend. Bei Energiethemen beteiligen sie sich jedoch konstruktiv.
- **Parteien:** Die ÖVP äußert sich konstruktiv zu Energiethemen, verschleppt jedoch überdurchschnittlich durch wirtschaftspolitische Risikoargumente und Blockaden zentraler EU-Klimamaßnahmen. SPÖ und NEOS nehmen eine untergeordnete Rolle in der Klimadebatte ein. Die FPÖ dominiert den verschleppenden Diskurs, die Grünen den konstruktiven.
- **Themen:** Energie ist das dominierende Thema (34 % aller Aussagen) und wird überwiegend konstruktiv diskutiert. Auch Wirtschaftspolitik und Standortfragen gewinnen stark an Relevanz (13 % aller Aussagen) und verzeichnen den größten Zuwachs unter den Themenfeldern seit 2023. Mobilität ist das am stärksten verschleppte Thema (52 % der Aussagen). Hier gibt es immer noch viele Scheinlösungen im Diskurs.
- **Technologien:** Bei konkreten Technologien stehen erneuerbare Energien im Mittelpunkt (41 % der technologiebezogenen Aussagen). Über den Ausbau von Windkraft, Wasserkraft und Photovoltaik wird dabei überdurchschnittlich konstruktiv gesprochen, während bei Technologien im Verkehrssektor häufig verschleppt wird.
- **Politische Ebene:** Die österreichische Klimapolitik dominiert den medialen Diskurs (63 % der Aussagen mit geografischem Bezug). Gleichzeitig wird bei EU-Themen und Aussagen, die das Ausland betreffen, überdurchschnittlich verschleppt. Besonders häufig werden die USA und Deutschland als Negativbeispiele für Klimapolitik herangezogen. Konstruktive internationale Beispiele bleiben dagegen unterrepräsentiert.

„Der Diskurs über Wirtschafts- und Standortpolitik in Verbindung mit Klimapolitik ist überwiegend konstruktiv und stellt die Chancen der Ökologisierung für Wohlstand und Sicherheit in den Mittelpunkt. Im verschleppenden Diskurs dominieren dagegen Ängste vor Veränderung und kurzfristige wirtschaftliche Risiken”, sagt KONTEXT-Studienautorin Anna Pixer, die diese Beobachtung mit beispielgebenden Zitaten in der Studie darstellt.

Tina Deutsch ergänzt: „Wie wir über Klimapolitik sprechen, entscheidet, welche politischen Entscheidungen getroffen werden. Die aktuelle Energiekrise bietet den besten Nährboden für eine neue Transformationsgeschichte, um das Land aus der kontinuierlichen Abhängigkeit zu befreien.”

**Hintergrund**

Das Klimadiskurs-Monitoring 2026 ist die dritte systematische Analyse des medialen Klimadiskurses in Österreich durch das KONTEXT Institut. Anhand einer Political Claims Analysis wurde ermittelt, welche Akteursgruppen 2025 zu Wort kamen und welche Themen auf welche Art besprochen wurden. Die dritte Analyse ermöglicht nun nicht nur eine Momentaufnahme des Diskurses im letzten Jahr, sondern legt strukturelle Dynamiken offen.

[Download ## Klimadiskurs-Monitoring 2026: Klima wird zur Wirtschaftsdebatte Das Klimadiskurs-Monitoring fasst den österreichischen Klimadiskurs in Zahlen und analysiert, wer zu Wort kommt und wie über Klimathemen gesprochen wird. 202604 KONTEXTANALYSE Klimadiskurs Monitoring 2026](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202604_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring-2026.pdf?dm=1776256037) 

## Grafiken zum Download

[202604\_Klimadiskursmonitoring\_Themen\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202604_Klimadiskursmonitoring_Themen_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776073733&s=e6ae33c1a4a1ed6f13178c1941daf9fb) [202604\_Klimadiskursmonitoring\_Technologien\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202604_Klimadiskursmonitoring_Technologien_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776073721&s=875648a4136b893c3434cc44188ff9b5) [202604\_Klimadiskursmonitoring\_Parteien\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202604_Klimadiskursmonitoring_Parteien_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776073709&s=6dd3f21db3ab75f88a67f5d2d505bb7b) [202604\_Klimadiskursmonitoring\_Ebenen\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202604_Klimadiskursmonitoring_Ebenen_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776073697&s=b6b83628d27afd49d37ab1e586922594) [202604\_Klimadiskursmonitoring\_Akteure\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202604_Klimadiskursmonitoring_Akteure_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776073687&s=f99fb1f3180061bccfd07ba47032798e) 

##  Weiterführende Links 

- [Download: Klimadiskurs-Monitoring 2026](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202604_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring-2026.pdf)
- [Artikel: Klimadiskurs-Monitoring 2026: Klima wird zur Wirtschaftsdebatte](https://kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-monitoring-2026)

---

  Pressemitteilung# Rogenhofer: "Ein Jahr der verpassten Chancen"

Dienstag, 03.03.2026

Einordnung von KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer zur Klimapolitik im ersten Jahr der Bundesregierung.

"Das erste Jahr der Bundesregierung aus ÖVP, SPÖ und Neos war klimapolitisch ein Jahr der verpassten Chancen. Dass nach mehreren Jahren nun Österreichs Treibhausgasemissionen um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind, ist nur ein Beleg dafür.", sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer.

### Fortschritte 

**Industrie:** Die Industriestrategie setzt bei Kreislaufwirtschaft und die Förderung von sauberen Zukunftstechnologien wichtige Impulse, die langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie stärken kann. Entscheidend werden die konkreten Maßnahmen, die in auf die Strategie folgen müssen.

**Energie:** Der konsequente Ausbau von Erneuerbare Energien, Speichern und Netzen kann mittelfristig die Energiekosten senken, Unternehmen billiger produzieren lassen und das Leben für alle Haushalte leistbarer machen. Mit dem ElWG wurden bereits wichtige Weichen für die Modernisierung des Strommarkts gesetzt. Gerade der Windkraft-Ausbau scheitert aber weiterhin an den Bundesländern. Ein Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungs-Gesetz (EABG), dass die Länder stärker in die Pflicht nimmt, wäre notwendig, lässt jedoch weiter auf sich warten. Ebenso ist eine Speicherstrategie und eine Möglichkeit der Stilllegung von Gasnetzen (im Gaswirtschaftsgesetz) zentral.

### Stillstand 

**Klimagesetz:** Klare und verbindliche Klimaziele (mit jährlichen Zielpfaden für die Erreichung der Klimaneutralität 2040) sowie geregelte Prozesse und Zuständigkeiten sind die Voraussetzung für effektive Klimapolitik. Und sie sind die Voraussetzung für Planungs- und Investitionssicherheit für Unternehmen und Haushalte. Ein bundesweites Klimagesetz, das dies regeln kann, liegt weiterhin nicht vor.

### Rückschritte 

**Budget:** Die im Regierungsprogramm festgelegte Ökologisierung der klimaschädlichen Subventionen würde den angespannten Staatshaushalt spürbar entlasten und Mittel für wichtige Zukunftsinvestitionen freispielen. In der vergangenen Budgetperiode wurden die klimaschädlichen Subventionen jedoch nicht nur beibehalten, sondern teilweise sogar erhöht (Verdreifachung des Pendlereuros und NoVA-Befreiung für Verbrenner-Nutzfahrzeuge). Im nächsten Doppelbudget muss die Förderung von Klimaschäden beendet werden, wenn Österreich die Klimaziele 2030 erreichen und mit den Strafzahlungen weitere Milliarden-Belastungen für das Budget verhindern will.

**Förderungen:** 1,4 Millionen Heizungen in Österreich werden weiterhin mit Öl oder Gas befeuert. Förderungen zum Umstieg würden die Auftragsbücher von Installateurinnen und Elektriker füllen. Die Regierung hat diese und weitere klimafreundliche Förderungen stark gekürzt. Gleichzeitig hat sie die Chance verpasst, den Heizungsumstieg ordnungspolitisch mit einem Erneuerbaren-Wärme-Gesetz und einem fixen Enddatum zu erreichen.

**Rolle in der EU-Klimapolitik:** Mit einem Bekenntnis zum Ende der Autoabgase 2035 und dem Fokus auf E-Autos könnte die europäische Autoindustrie auch langfristig im globalen Wettbewerb konkurrenzfähig bleiben. Mit dem Emissionshandelssystem hätte die Industrie Anreize und Planungssicherheit, um die Ökologisierung zu beschleunigen. Das sind nur zwei Beispiele von EU-Regelungen, bei denen die österreichische Regierung eine kontraproduktive Haltung eingenommen hat.

---

  Pressemitteilung# Gaspreisschocks gefährden über 100.000 Arbeitsplätze und befeuern die Inflation

Montag, 02.03.2026

Durch den Krieg im Mittleren Osten und die Blockade der Straße von Hormus drohen neuerlich rasant steigende Preise für Öl und Gas. Wie sich ein solcher Gaspreisschock auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt auswirken kann, modellierte das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) im Jahr 2024 in einer Studie für das KONTEXT Institut.

Die wichtigsten Ergebnisse:

- Ein Gaspreisschock von +80 Prozent lässt die Wertschöpfung in emissionsintensiven Sektoren um 6,6 Prozent im Folgejahr und jeweils 5,8 Prozent in den darauffolgenden zwei Jahren einbrechen.
- Ähnliche Effekte hätte so ein Schock auf die Arbeitslosigkeit: Innerhalb der ersten drei Jahren nach dem Schock sind etwa 133.000 Jobs in emissionsintensiven Sektor gefährdet.
- Emissionsarme Sektoren schützt die Unabhängigkeit von Öl und Gas vor diesen negativen Folgen. Sie müssen keine direkten Auswirkungen auf Wertschöpfung und Arbeitsplätze befürchten.
- Hohe Gas- und Ölpreise machen sich direkt im Verbraucherpreisindex und damit der Inflation bemerkbar. Steigende Energiekosten treiben durch höhere Produktionskosten ebenso Güter- und Dienstleistungspreise in die Höhe.

"Die Abhängigkeit von Öl und Gas bezahlen unsere Industrie und Haushalte mit hohen und schwankenden Energiepreisen und der steigenden Inflation. Erneuerbare Energien müssen nicht durch Kriegsgebiete oder gefährliche Schiffspassagen, sondern lassen sich dauerhaft zu leistbaren und stabilen Preisen vor unserer Haustür produzieren”, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer. “Österreichs ist widerstands- und wettbewerbsfähiger, wenn wir diese Abhängigkeit dauerhaft beenden."

##  Weiterführernde Links 

- [Zum Studien-Download](https://kontext-institut.at/inhalte/preisschocks-fossile-energie/)

## Grafiken zum Download

[202406\_KONTEXT\_wiiw\_Effekt\_Gaspreisschock\_Arbeitsplaetze\_2024-06-25-113952\_ykcy.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202406_KONTEXT_wiiw_Effekt_Gaspreisschock_Arbeitsplaetze_2024-06-25-113952_ykcy.png?w=3375&h=3375&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515680&s=6c8b7ac670dcdebf23276264feee46df) [202406\_KONTEXT\_wiiw\_Effekt\_Gaspreisschock\_Wertschoepfung\_2024-06-25-113958\_xbdy.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202406_KONTEXT_wiiw_Effekt_Gaspreisschock_Wertschoepfung_2024-06-25-113958_xbdy.png?w=3375&h=3375&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515683&s=a2917016fe82c840cf33a214bc1c0482)

---

  Pressemitteilung# Studie: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit

Dienstag, 24.02.2026

Die Kreislaufwirtschaft kommt in der Industriestrategie prominent vor. Eine neue Studie des KONTEXT Instituts zeigt, wie Österreich vom Kreislaufwirtschafts-Pionier zum Pulsgeber in Europa werden kann und wie durch die Wettbewerbssteigerung die gesamte Wirtschaft profitiert.

Ein Exportboost bei Recyclingtechnologien und –materialien durch die Steigerung der inländischen Recyclingleistung kann bis zum Jahr 2030 insgesamt 2,2 Milliarden Euro zusätzliche Wertschöpfung und 20.300 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Das zeigt eine Modellierung, die das KONTEXT Institut beim Umweltbundesamt in Auftrag gegeben hat.

Die positiven Effekte entfalten sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Besonders profitieren Abfallwirtschaft, Maschinenbau, industrielle Zuliefererbranchen sowie handels- und dienstleistungsnahe Bereiche. Die Kreislaufwirtschaft wirkt damit nicht als isolierter Nischensektor, sondern als gesamtwirtschaftlicher Pulsgeber.

„Die Wegwerf-Wirtschaft, wie wir sie bisher kennen, wirft erhebliche wirtschaftliche Chancen weg. Die Kreislaufwirtschaft kann das ändern”, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer. “Österreich ist in vielen Feldern bereits Pionier. Mit den richtigen politischen Maßnahmen können wir das Wettbewerbspotenzial heben und damit Innovationen, Exporte sowie heimische Wertschöpfung und Arbeitsplätze steigern.“

**Österreichs starke Ausgangsposition im Recycling**

Bereits heute verfügt Österreich im Bereich der Kreislaufwirtschaft über eine hohe Innovationsleistung, wie die überdurchschnittliche Patentaktivität zeigt. Gleichzeitig gibt es eine Vielzahl an Unternehmen mit technologischer Führungsposition in ausgewählten Nischen sowie eine breite industrielle Basis entlang der relevanten Wertschöpfungsketten. Diese Kombination begünstigt, dass technologische Spezialisierung in reale Exporterfolge und Wertschöpfung übersetzt werden.

"Trotz dieser Pionierstellung kann Österreichs Wirtschaft derzeit dieses Wettbewerbspotenzial nicht voll nutzen. Strukturelle Preisnachteile von Sekundärrohstoffen gegenüber Primärmaterialien, fehlende Standardisierung sowie regulatorische Ungleichbehandlungen bremsen die Skalierung kreislauforientierter Geschäftsmodelle", erklärt KONTEXT-Analystin und Studienautorin Johanna Roniger.

Um das zu ändern sind verlässliche politische Rahmenbedingungen entscheidend. Eine eigens für die Studie durchgeführte Umfrage unter führenden Kreislaufwirtschaftsunternehmen sowie Expert:inneninterviews zeigen, welche zusätzlichen Maßnahmen dafür notwendig sind:

- **Abfallrecht grundlegend reformieren**, um die rechtliche Gleichstellung von qualitätsgesicherten Sekundärmaterialien gegenüber Primärrohstoffen sicherzustellen
- **Mindestanteil an Recyclingmaterial verankern**, um verlässliche Nachfrage nach Sekundärrohstoffen zu schaffen und Leitmärkte für zirkuläre Produkte aufzubauen.
- **CO₂-Bepreisung weiterführen**, um Kostenunterschiede zwischen Primär- und Sekundärrohstoffen zu verringern und faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.

„Durch steigende Rohstoffpreise, zunehmende Lieferkettenrisiken und eine wachsende Nachfrage nach CO₂-armen Produkten gewinnt die Kreislaufwirtschaft zunehmend an Bedeutung – in Europa und in Österreich. Dass sie in der Industriestrategie 2035 prominent vorkommt, zeigt, dass die Bundesregierung ihr Potenzial erkannt hat. Ohne konkrete politische Maßnahmen bleibt es jedoch ungenutzt“, sagt Rogenhofer. „Mit einem gezielten Recyclingboost ist Österreich nicht nur *am* Puls, sondern wird *der* Puls der Mehrweg-Zukunft in Europa und der Welt.“

[Download Studie ## KONTEXTANALYSE #6: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit Die Studie zeigt, wie Österreich vom Kreislaufwirtschafts-Pionier zum Pulsgeber in Europa werden kann und wie durch die Wettbewerbssteigerung die gesamte Wirtschaft profitiert. 202602 KONTEXTANALYSE Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber fuer Oesterreichs Wettbewerbsfaehigkeit KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202602_KONTEXTANALYSE_-Kreislaufwirtschaft-als-Pulsgeber-fuer-Oesterreichs-Wettbewerbsfaehigkeit.pdf?dm=1773133879) 

## Grafiken zum Download

[202602\_Kreislaufwirtschaft-staerkt-Wettbewerbsfaehigkeit\_Uebersicht\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202602_Kreislaufwirtschaft-staerkt-Wettbewerbsfaehigkeit_Uebersicht_KONTEXT.png?w=2828&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781291&s=ba926b557fb642edda2f24c122a7802d) [202602\_Kreislaufwirtschaft-und-Wettbewerbsfähigkeit\_RTA\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202602_Kreislaufwirtschaft-und-Wettbewerbsf%C3%A4higkeit_RTA_KONTEXT.png?w=4000&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1772098914&s=e1d65a4126a00626cc11f0d5de880845) [202602\_Kreislaufwirtschaft-staerkt-Wettbewerbsfaehigkeit\_Gesamtergebnisse\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202602_Kreislaufwirtschaft-staerkt-Wettbewerbsfaehigkeit_Gesamtergebnisse_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781302&s=25d37248c4ae36dd6c517956554f81df) [202602\_Kreislaufwirtschaft-staerkt-Wettbewerbsfaehigkeit\_Branchenergebnisse\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202602_Kreislaufwirtschaft-staerkt-Wettbewerbsfaehigkeit_Branchenergebnisse_KONTEXT.png?w=4000&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1776781311&s=40b47b1c6fd36773e4928afb9f03fe84) 

##  Weiterführernde Links 

- [Download Studie: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202602_KONTEXTANALYSE_-Kreislaufwirtschaft-als-Pulsgeber-fuer-Oesterreichs-Wettbewerbsfaehigkeit-KONTEXT.pdf)
- [Studie: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit](https://kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-pulsgeber-wettbewerb)

---

  Pressemitteilung# Rogenhofer: „Industriestrategie gibt viele richtige Antworten, Potenzial der Kreislaufwirtschaft erkannt“

Freitag, 16.01.2026

Einordung des KONTEXT Instituts zur heute präsentierten Industriestrategie:

„Gerade in diesen wirtschaftlich und geopolitisch angespannten Zeiten steht Österreich vor einer entscheidenden Frage: Wollen wir mit den Technologien der fossilen Vergangenheit in die industrielle Bedeutungslosigkeit abrutschen oder mit sauberen Zukunftstechnologien wieder Wohlstand und Sicherheit gewinnen. Die Industriestrategie gibt darauf großteils richtige und wichtige Antworten“, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer.

Die Industriestrategie ist grundsätzlich von einem banalen, aber zentralen Gedanken getragen: Ungenutztes Potenzial zu nutzen. In kaum einem Bereich ist dieser Ansatz so vielversprechend, wie bei der Kreislaufwirtschaft. Dass diese in der Strategie prominent vorkommt, ist sehr zu begrüßen.

Rogenhofer: „Bei der Kreislaufwirtschaft liegt der Ball längst am Elfmeterpunkt. Mit der Industriestrategie nimmt die Regierung nun Anlauf, um ihn zu verwerten.“

Zur Einordnung: Die heimische Umweltwirtschaft verantwortet fünf Prozent der Wirtschaftsleistung, neun Prozent der Exporte und 14 Prozent der Patentanmeldung. Mit all diesen Werten liegt Österreich international im Spitzenfeld. Innerhalb der Umweltwirtschaft sticht die Kreislaufwirtschaft nochmal besonders heraus. Gerade im Recyclingsektor weisen heimische Unternehmen äußerst hohe technologische Vorteile gegenüber der internationalen Konkurrenz auf.

„Auch der Fokus auf erneuerbare Energie und speziell auf Windkraft und Geothermie ist essenziell, wenn Österreich langfristig nicht nur von Rohstoffen, sondern auch von Öl und Gas unabhängig werden will“, so Rogenhofer.

Viele Geschäftsmodelle im Bereich der sauberen Zukunftstechnologien und Ressourcenschonung scheitern zurzeit häufig an der Skalierung. So bleibt viel wirtschaftliches Potenzial ungenutzt. Mit der Industriestrategie setzt die Regierung an wichtigen Punkten an – zwei davon sind besonders hervorzuheben.

Erstens: Durch bessere Finanzierungsmöglichkeiten kann mehr privates Risikokapital in die Entwicklung fließen und damit Angebot an vielversprechenden Produkten schaffen. Zweitens: Die öffentliche Beschaffung und Leitmärkte stimulieren gezielt deren Nachfrage, schaffen stabile Absatzmärkte und helfen Innovationen auch am internationalen Markt zu reüssieren.

Rogenhofer: „Die öffentliche Beschaffung ist ein zentraler Hebel für die Marktfähigkeit von Produkt. Wichtig in der Ausgestaltung, etwa im angekündigten Aktionsplan für die innovationsfördernde Beschaffung, ist es, darauf zu setzen, dass auch ökologischen Kriterien mitgedacht werden“.

In anderen Technologiebereichen lässt die Regierung in der Industriestrategie die notwendige Klarheit vermissen. Im Mobilitätsbereich wird zwar die E-Mobilität hervorgehoben, gleichzeitig bleibt mit dem Verweis auf „erneuerbarer Kraftstoffe, emissionsfreien Gesamtfahrzeugen" die Tür für Scheinlösungen, wie E-Fuels und Hybride, offen.

„Generell ist die Strategie sehr umfassend und breit angelegt. Wenn gefühlt alles Priorität hat, hat nichts mehr Priorität. Insofern wird sich der Wert dieser Strategie in ihrer konkreten Umsetzung bemessen“, so Rogenhofer abschließend.

**Weitere Informationen zum Potenzial der Kreislaufwirtschaft gibt es der KONTEXT-Studie „**[**Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft“**](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf)**(Dezember 2025).**

---

  Pressemitteilung# Rogenhofer: “2025 war ein Jahr der verpassten Chancen”

Freitag, 19.12.2025

Stellungnahme von KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer zu den gestiegenen Emissionszahlen im Jahr 2025:

“2025 war klimapolitisch ein Jahr der verpassten Chancen. Dass nach mehreren Jahren nun Österreichs Treibhausgasemissionen um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind, ist ein Beleg dafür.

Die gestiegenen Abgase bei Heizungen sind auch ein Ergebnis des Rückschritts in der Wärmewende. Förderungen für Heizkesseltausch und Sanierungen wurden gekürzt, während klimaschädliche Subventionen beibehalten oder sogar erhöht wurden. Klare, jährliche Klimaziele in Form eines Klimagesetzes fehlen.

Dadurch strauchelt der Fortschritt der industriellen Modernisierung. Dabei würde die Ökologisierung vielfachen Mehrwert bedeuten.

Heizungsförderungen oder ein Erneuerbaren-Wärme-Gesetz mit einem verbindlichen Enddatum für Öl- und Gasheizungen im Bestand würde die Auftragsbücher von Installateurinnen und Elektriker füllen. Die versprochene Ökologisierung der klimaschädlichen Subventionen würde den angespannten Staatshaushalt spürbar entlasten.

Der konsequente Ausbau von Windkraft, Speichern und Netzen würde mittelfristig die Energiekosten senken, Unternehmen billiger produzieren lassen und das Leben für alle Haushalte leistbarer machen.

Der Umstieg auf eine Kreislaufwirtschaft und die Förderungen von Zukunftstechnologien würde die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie sichern.

Mit einem Bekenntnis zum Ende der Autoabgase 2035 und dem Fokus auf E-Autos könnte die europäische Autoindustrie auch langfristig im globalen Wettbewerb konkurrenzfähig bleiben.

In all diesen Bereichen gab es in Österreich und Europa 2025 mehr Rückschritte als Fortschritte. Damit die Chancen nicht länger ungenutzt bleiben, muss 2026 ein Jahr des Aufbruchs werden.”

---

  Pressemitteilung# Studie: Wie die Kreislaufwirtschaft den Wirtschaftskreislauf stärken kann

Dienstag, 02.12.2025

Eine neue Studie des KONTEXT Instituts zeigt, dass die Kreislaufwirtschaft die Modernisierung der Industrie vorantreiben kann und gleichzeitig Rohstoffe, Emissionen und Energie spart. Die Regierung hinkt, trotz Versprechen, in der Umsetzung hinterher. So bleiben große Potenziale ungenutzt. Die kommende Industriestrategie ist eine gute Gelegenheit, das zu ändern.

Österreichs Industrie, das Herz unserer Wirtschaft, schwächelt: Keine Woche vergeht ohne eine Meldung über eine Werksschließung und Entlassungen. Österreichs ressourcenintensive und überwiegend lineare Wirtschaftsweise lässt große Potenziale ungenützt. Die gute Nachricht: Wir können den Wirtschaftskreislauf stärken – mit Kreislaufwirtschaft.

Eine Modellierung, die das KONTEXT Institut beim Umweltbundesamt (UBA) und dem Center of Economic Analysis and Research (CESAR) in Auftrag gegeben hat, zeigt am Beispiel der ressourcen- und energieintensiven Sektoren Bau und Metall, dass Kreislaufwirtschaft maßgeblich zur Modernisierung der Industrie beitragen kann. Durch die richtigen Maßnahmen werden Rohstoffe, Energie und Emissionen gespart und gleichzeitig Arbeitsplätze und Wohlstand gesichert.

"Die Ergebnisse zeigen klar, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur Klima und Umwelt schont, sondern auch günstigere heimische Produktion ermöglicht, die Resilienz der Industrie stärkt und sie so zukunftsfit macht. Die Potenziale sind enorm. Die Umsetzung bleibt jedoch, trotz politischer Bekenntnisse, deutlich hinter den Ambitionen zurück", sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer. “Damit Kreislaufwirtschaft tatsächlich ihren vollen Mehrwert entfalten kann, muss sie eine zentrale Säule der kommenden Industriestrategie sein.”

**Die Ergebnisse der Modellierung im Detail**

Das modellierte Szenario zeigt, dass eine Umsetzung zirkulärer Maßnahmen im Wohnbau- und Metallsektor bis 2040 im Vergleich zu einem Weiter-wie-bisher-Szenario eine umfassende Modernisierung der Industrie ermöglicht und erheblichen Mehrwert liefert:

- 29 Prozent geringerer Materialeinsatz im Wohnbau
- 7,8 Millionen Tonnen bzw. 20 Prozent weniger CO₂-Emissionen
- 21 TWh geringerer Einsatz fossiler Energieträger
- Elf Prozent niedrigere Energiepreise in der Metallindustrie und günstigere Outputpreise in Hochbau & Metallindustrie
- deutlich reduzierte Importe fossiler Energieträger und primärer Metallerze erhöhen die europäische Unabhängigkeit
- stabile gesamtwirtschaftliche Entwicklung: leicht positive Auswirkung auf das BIP und 3.500 zusätzliche Arbeitsplätze

"Bau- und Metallsektor verantworten zusammen zwei Drittel des gesamten Ressourcenverbrauchs und damit maßgeblich den ökologischen Fußabdruck des Landes. Ihre Transformation entscheidet daher über den Erfolg einer zirkulären Wirtschaftsweise und über die Fähigkeit, industrielle Wertschöpfung mit Ressourcenschonung und Emissionsreduktion zu verbinden", sagt Anna Pixer, KONTEXT-Analystin und Studienautorin.

**Notwendige politische Maßnahmen**

Damit die modellierten Potenziale realisiert werden können, leitet die Studie konkrete politische Maßnahmen als notwendige Rahmenbedingungen ab.

Im Bausektor sind die Priorisierung von Sanierung, Nachverdichtung und Leerstandsnutzung notwendig. Zudem braucht es Mindestquoten für Recyclingbaustoffe, die Gleichstellung wiederverwendbarer Bauteile und Materialien (“Sekundärrohstoffe”) mit Primärrohstoffen sowie klare Vorgaben für Demontierbarkeit und Materialtransparenz.

Im Metallsektor muss – neben dem beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien und der Planungssicherheit durch den Emissionshandel – die Verfügbarkeit hochwertigen Schrotts entlang der gesamten Wertschöpfungskette erhöht werden. Über Leitmärkte für emissionsarmen und recycelten Stahl kann die öffentliche Beschaffung gezielt Nachfrage schaffen.

"Einige der notwendigen Maßnahmen stehen im aktuellen Regierungsprogramm. Wenn Österreich bei der Kreislaufwirtschaft eine Vorreiterrolle einnehmen soll, wie die Regierung verspricht, müssen diese Maßnahmen rasch umgesetzt werden. Das beginnt mit einer grundlegenden Reform des Abfallwirtschaftsgesetzes”, sagt Rogenhofer. “Auch auf EU-Ebene, wo in den kommenden Jahren wichtige Maßnahmen, wie der Circular Economy Act, anstehen, kann Österreich mit einer aktiven Rolle dazu beitragen, dass der heimische Wirtschaftsstandort gestärkt wird."

[Download Studie ## KONTEXTANALYSE #5: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft Die Studie zeigt, dass Kreislaufwirtschaft die Modernisierung der Industrie vorantreiben kann und Rohstoffe, Emissionen und Energie spart. 202512 KONTEXTANALYSE Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf?dm=1764583874) 

## Grafiken zum Download

[202512\_Wie-Kreislaufwirtschaft-die-Industrie-modernisiert\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202512_Wie-Kreislaufwirtschaft-die-Industrie-modernisiert_KONTEXT.png?w=2828&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1764249552&s=eae7d24436c91d30e7ea712d9592861e) [202512\_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand\_Kreislaufwirtschaftsstrategie\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202512_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand_Kreislaufwirtschaftsstrategie_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1764581280&s=d176c8f27f50ba04ea50eabc5f493246) [202512\_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand\_Ressourcenverbrauch\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202512_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand_Ressourcenverbrauch_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1764249535&s=65e3b1d50872fa9851b3ee3118df4ccc) [202512\_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand\_inländischer-Materialeinsatz\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202512_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand_inl%C3%A4ndischer-Materialeinsatz_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1764249514&s=3d6360d56f8b008dc7a2d159a80de43b) [202512\_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand\_Emissionen\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202512_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand_Emissionen_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1764249500&s=0d5a1b9d788fb7ad3ffe93c98e97f4d7) [202512\_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand\_Emissionen-pro-Sektor\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202512_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand_Emissionen-pro-Sektor_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1764249493&s=57b1a4c5c6edc75dcf617bfd1771c707) [202512\_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand\_Energieerzeugung\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202512_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand_Energieerzeugung_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1764249508&s=52694d5015b1bd8fadd4bf3de7ba4767) [202512\_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand\_Wertschöpfung-und-Arbeitsplätze\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202512_Kreislaufwirtschaft-und-Wohlstand_Wertsch%C3%B6pfung-und-Arbeitspl%C3%A4tze_KONTEXT.png?w=4000&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1764249542&s=02abfa8caf9c4b51c8dc572f40e582c5) 

##  Weiterführernde Links 

- [Download Studie: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf)
- [Artikel: Wie die Kreislaufwirtschaft den Wirtschaftskreislauf stärken kann](https://kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-industrie-wohlstand)

---

  Pressemitteilung# Was ein wirksames Klimaschutzgesetz braucht

Dienstag, 15.07.2025

Österreich will bis 2040 klimaneutral werden. Dieses ambitionierte Vorhaben erfordert nicht nur effektive klimapolitische Maßnahmen, sondern auch ein starkes Klimaschutzgesetz, das den politischen Rahmen dafür schafft. Im heutigen Mittagsjournal hat Landwirtschafts- und Klimaminister Nobert Totschnig angekündigt, dass ein Entwurf für ein Klimaschutzgesetz bereits vorliege. Was ein solches Gesetz erfordert: Eine Einordnung.

"Klimaziele und die Prozesse, um sie zu erreichen, sind kein Selbstzweck", betont KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer, die als Mitglied des Wiener Klimarats die Entstehung des Wiener Klimagesetzes begleitet hat. "Sie geben den Menschen und Unternehmen Orientierung und Planungssicherheit. Nur wenn die Politik verlässlich und langfristig handelt, kann die Ökologisierung wirtschaftlich erfolgreich und sozial verträglich gelingen. Außerdem schafft ein wirksames Klimaschutzgesetz klare Zuständigkeiten, ermöglicht öffentliche Kontrolle und bindet die Politik an transparente Prozesse."

Ein Klimaschutzgesetz, das Österreich ermöglicht, bis 2040 klimaneutral zu werden, muss folgende Elemente aufweisen:

**Klimaziele und Reduktionspfade:**

Im Zentrum des Klimaschutzgesetzes stehen die Ziele zur Emissionsreduktion. Die EU-Klimaziele sind bereits rechtlich bindend. Für das Ziel der Klimaneutralität 2040 in Österreich gibt es bislang nur Absichtsbekundungen, etwa im aktuellen Regierungsprogramm, aber keine gesetzliche Grundlage. Deshalb ist es notwendig, die Klimaneutralität 2040 im Klimaschutzgesetz rechtlich zu verankern und zusätzlich verbindliche Reduktionspfade mit jährlichen Zwischenzielen für alle Sektoren festzulegen.

**Maßnahmenpläne und Monitoring:**

Um die Reduktionsziele zu erreichen, müssen die notwendigen Maßnahmen umgesetzt werden. Diese können beispielsweise in Form von Maßnahmenpaketen in einem Klimafahrplan für die kommende Legislaturperiode erlassen werden. Begleitend muss ein jährliches Monitoring durch externe wissenschaftliche Expert:innen im Klimaschutzgesetz verankert werden, das prüft, ob die Ziele erreicht und die Maßnahmen umgesetzt wurden und auf diese Weise Transparenz schafft. Die Ergebnisse der Evaluierung sollten in Monitoringberichten veröffentlicht werden, die nachvollziehbar aufzeigen, wo Lücken in der Umsetzung und Emissionsreduktion bestehen.

**Sofortmaßnahmen:**

Für den Fall, dass Reduktionsziele nicht erreicht werden, ist im Klimaschutzgesetz ein Mechanismus für den raschen Beschluss von zusätzlichen Sofortmaßnahmen vorzusehen. Diese müssen sicherstellen, dass die Ziele im folgenden Jahr erreicht werden. Das erfordert klare und verbindliche Fristen: Die Sofortmaßnahmen sollten ehestmöglich, spätestens aber sechs Monate nach der Evaluierung ergriffen werden, damit sie noch wirksam werden können.

**Hochrangige Steuerungsgruppe:**

Damit die Umsetzung der Maßnahmenpakete und der Beschluss von Sofortmaßnahmen sichergestellt wird, ist eine effektive Zusammenarbeit in der Regierung notwendig. Dafür braucht es eine hochrangig besetzte Steuerungsgruppe, der neben dem Bundeskanzler und Finanzminister alle Minister:innen, in deren Zuständigkeit emissionsintensive Sektoren fallen, angehören. In der aktuellen Bundesregierung wären das Landwirtschafts- und Klimaminister Nobert Totschnig, Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer sowie Infrastruktur- und Mobilitätsminister Peter Hanke.

"Gerade im österreichischen Föderalismus ist die Gefahr groß, dass wichtige Maßnahmen im Verantwortungskarussell abgeschoben und nicht umgesetzt werden”, sagt Rogenhofer. “Spätestens seit das Klimaschutzministerium aufgelöst und die emissionsintensiven Sektoren in drei verschiedene Ministerien aufgeteilt wurden, ist ein Klimaschutzgesetz die dringend notwendige Voraussetzung für eine wirkungsvolle Klimapolitik in diesem Land. An der Qualität des Gesetzes wird sich jedenfalls zeigen, welchen Stellenwert die Klimapolitik für Klimaminister Norbert Totschnig und die gesamte Bundesregierung hat."

---

  Pressemitteilung# ElWG: Positiver Schrittmacher am Weg zur Energiefreiheit

Dienstag, 15.07.2025

Mit dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) hat die Regierung kürzlich das gesetzliche Herzstück der Energiewende in Begutachtung geschickt. KONTEXT bewertet den Entwurf positiv, wenngleich viele Details noch offen sind.

Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien ändern sich die Anforderungen an die Stromnetze. Das spiegelt sich auch in den Netzkosten wider, sodass die Energiekosten nicht sinken, obwohl immer mehr Strom aus billigeren erneuerbaren Quellen kommt.

Im Mai hat das KONTEXT Institut für Klimafragen [in einer Analyse "Zehn Schritte zur Energiefreiheit”](https://kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/) identifiziert, die notwendig sind, um Österreich künftig mit sauberer und günstiger Energie zu versorgen. Das ElWG hat in den meisten dieser Schritte eine zentrale Funktion. In der Gegenüberstellung der Analyse mit dem aktuellen Begutachtungsentwurf fällt die Bewertung für das Gesetz durchaus positiv aus.

“Zwar sind viele Details noch unklar oder von der Ausgestaltung durch die E-Control abhängig. Insgesamt enthält aber bereits der Begutachtungsentwurf viele notwendige Maßnahmen, um die Netze zu entlasten”, sagt Johanna Roniger, Energieexpertin bei KONTEXT. “Die lange Begutachtungsphase sollte noch dafür genutzt werden, um mehr Details zu klären und Verbesserungen vorzunehmen. Dann kann das ElWG die volle Wirkung als Schrittmacher am Weg zur Energiefreiheit entfalten.”

Folgende Maßnahmen können das Gesetz noch weiter verbessern:

- Zentrale Technologiekombinationen, wie der gezielte gemeinsame Ausbau von Speichern mit Erneuerbaren, oder PV-Anlagen mit Windkraft, sowie die Eigenstromnutzung in der Industrie werden nicht gezielt gefördert, obwohl sie essenziell für ein stabiles und effizientes Energiesystem sind.
- Die Beteiligung von Erzeugern am Netznutzungsentgelt darf den Ausbau von PV und Wind nicht ausbremsen. Die Kostenverteilung muss fair und investitionsfreundlich ausgestaltet werden, um Verunsicherung zu vermeiden.
- Die netzseitige Steuerung sollte dort ansetzen, wo kleine Eingriffe große Wirkung entfalten: Die geplante Spitzenkappung bei Wind sollte nur gezielt eingesetzt werden, um hohe Ertragsverluste zu vermeiden. Zusätzlich fehlt die Möglichkeit automatischer Verbrauchsreduktion in Notfällen, mit denen sich Stromausfälle kostengünstig verhindern ließen.

Die Gegenüberstellung im Überblick:

##  Weiterführende Links 

- [Grafiken. als PDF zum Download](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202507_ElWG-im-Check_KONTEXT.pdf)
- [Analyse: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)
- [Analyse: Netzausbau: Kosten senken und gerecht verteilen](https://kontext-institut.at/inhalte/netzausbau/)

---

  Pressemitteilung# Netzausbau: Investitionen günstig finanzieren, Kosten gerecht verteilen

Donnerstag, 05.06.2025

Der Ausbau der Stromnetze ist zentral für eine saubere und günstige Energieversorgung. Eine neue Analyse des KONTEXT Instituts für Klimafragen zeigt, wie notwendige Investitionen in den Netzausbau günstig finanziert und entstehende Kosten gerechter verteilt werden können.

Die Gestaltung des Stromnetzes ist der Schlüssel für ein effizientes und leistbares Energiesystems und zentral dafür, dass Österreich bis 2040 klimaneutral wird. Um erneuerbare Energien optimal zu nützen und ihren Mehrwert in Hinblick auf niedrige Kosten, Preisstabilität und Unabhängigkeit zu entfalten, muss das Stromnetz in den nächsten Jahren ausgebaut werden. Der Umfang dieses Netzausbaus kann durch technische und regulatorische Maßnahmen massiv reduziert werden, die KONTEXT in einer vorangegangenen [Studie zu den *Zehn Schritten zur Energiefreiheit*](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202505_KONKLUSIO_Zehn-Schritte-zur-Energiefreiheit_KONTEXT.pdf) ausführt. Dazu gehört etwa der strategisch kluge Ausbau erneuerbarer Energien, eine umfassende Elektrifizierung, der Einsatz von Speichern und gezieltes Verbrauchsmanagement. Dennoch sind für den verbleibenden Netzausbau umfangreiche Investitionen erforderlich.

Die vorliegende Analyse des KONTEXT Instituts für Klimafragen untersucht daher einerseits, wie die notwendigen Investitionen günstig finanziert werden können. Andererseits zeigt sie Lösungen auf, wie die entstehenden Netzkosten künftig gerechter verteilt werden können.

### **Den Netzausbau günstig finanzieren**

Durch den Ausbau und die Nutzung erneuerbarer Energien und klimafreundlicher Technologien braucht es Zusatzinvestitionen bei den Verteilernetzen: Neue Stromanschlüsse und Leitungen müssen verlegt und Transformatorstationen verstärkt werden, aber auch die Integration von Wärmepumpen, kleinen PV-Anlagen und Elektromobilität ist erforderlich. Um deren Finanzierung möglichst günstig zu gestalten und so auch die entstehenden Kosten für Haushalte und Unternehmen zu senken, gibt es sowohl staatliche als auch unternehmerische Möglichkeiten. Über eine kluge Wahl des Planungshorizonts und die Verlängerung der Abschreibungsdauer können Kostenspitzen gesenkt werden. Institutionelle Garantien können die Aufnahme von Fremdkapital vergünstigen. Staatliches Nachrangkapital kann helfen, die Kosten von Eigenkapital zu reduzieren. Auch die Einrichtung eines staatlichen Fonds bietet sich an, aus dem heraus sowohl Zuschüsse als auch rückzahlbare Finanzierungsinstrumente gefördert werden könnten.

„Einerseits ist es wichtig, die Kosten für Investitionen insgesamt zu senken. Dabei helfen verschiedene Instrumente, die den Zugang zu günstigem Kapital erleichtern. Andererseits ist es notwendig, die zeitlichen Komponenten der Investitionen so zu gestalten, dass Kostenspitzen vermieden werden“, erklärt Katharina Rogenhofer, Vorständin des KONTEXT Instituts für Klimafragen.

### **Netzkosten gerecht verteilen** 

Neben der Frage nach der Höhe der Investitionen und deren Finanzierung, ist nachgelagert die Frage der Verteilung der Kosten zentral. Denn die Kosten der Netzbetreiber:innen werden derzeit in Form von Netzentgelten auf Erzeuger:innen und Verbraucher:innen (Haushalten, Unternehmen und Industrie) umgelegt. Aktuell zahlen Verbraucher.innen ca. 90 Prozent der Netzentgelte und damit der Ausbaukosten.

Die aktuelle Aufteilung der Netzentgelte orientiert sich zudem nicht an der bezogenen Leistung und damit der tatsächlichen Nutzung der Netze. Eine leistungsbezogene Berechnungsmethodik der Netzentgelte kann für mehr Verursachergerechtigkeit sorgen: Diejenigen Haushalte, die mehr Leistung beanspruchen, müssten dann auch höhere Entgelte zahlen. Die Einführung dynamischer Netzentgelte würde zusätzlich netzdienliche Einspeisung und Verbrauch finanziell belohnen und die Netzentgelte bei entsprechendem Verhalten für Konsument:innen reduzieren.

„Werden die Netzentgelte leistungsabhängig und dynamisch gestaltet, wird einerseits finanziell belohnt, wer dann ins Netz *einspeist*, wenn am meisten Strom benötigt wird, also morgens und abends. Andererseits wird auch belohnt, wer Strom *speichert oder verbraucht*, wenn Spitzenlasten im Netz auftreten, also etwa zu Mittag. Beides setzt Anreize dafür, die Netze möglichst effizient zu nutzen“, erklärt Rogenhofer.

Ein vergünstigter Sozialtarif kann energiearme Haushalte bei den Netzentgelten gezielt finanziell entlasten. Bei den Energieerzeuger:innen kann deren räumlich und technologisch differenzierte Beteiligung einen Anreiz für den netzdienlichen Ausbau von Erneuerbaren setzen (z. B. an netzdienlichen Standorten und in Kombination mit Speichern) und zusätzlich Netzkosten für Verbraucher:innen reduzieren.

### **Regierung hat Hebel in der Hand**

Einige der empfohlenen Maßnahmen zur Finanzierung des Netzausbaus und gerechter Kostenverteilung sind – zumindest ansatzweise – bereits im aktuellen Regierungsprogramm zu finden: Um die Kosten für den Netzausbau zu reduzieren, wird auf Garantien und Abschreibungsdauern verwiesen, ebenso wie auf die Möglichkeit öffentlicher, nicht budget-relevanter Finanzierung. Auch genannt wird die Anpassung der Netztarifstruktur mit einem Fokus auf Verursachergerechtigkeit, die Belohnung von netzdienlichem Verhalten und eine Orientierung an der Leistung, ein vergünstigter Sozialtarif für energiearme Haushalte, ebenso wie die Beteiligung von Einspeisern an den Kosten. Konkrete Gesetzesvorschläge liegen bis dato nicht vor.

„Bei der politischen Umsetzung muss klar sein: An einem raschen Netzausbau kommen wir am Weg zur Energiefreiheit nicht vorbei. Bauen wir die Stromnetze jetzt konsequent aus, können wir in Österreich langfristig saubere Energie bereitstellen und für stabile Energiepreise sorgen. Auch ökonomisch ist das sinnvoll, denn am Netzausbau zu sparen, käme uns in Summe deutlich teurer“, sagt Rogenhofer. „Kurzfristig braucht es aber Investitionen. Die Regierung hat es in der Hand, diese jetzt möglichst effizient zu gestalten, die Kosten niedrig zu halten und gerecht zu verteilen.“

[\[KON\]KUSIO #9 ## Netzausbau: Kosten senken und gerecht verteilen 202505 KONKLUSIO 9 Netzausbau Kosten und Verteilung](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202505_KONKLUSIO_9_Netzausbau-Kosten-und-Verteilung.pdf?dm=1748929853) 

## Grafiken zum Download

[202506\_Netzausbau\_Überblick\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202506_Netzausbau_%C3%9Cberblick_KONTEXT.png?w=2828&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1748952343&s=683ff8d8b7afdac63d2fcae5a4f91baf) [202506\_Netzausbau\_Kostenaufteilung\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202506_Netzausbau_Kostenaufteilung_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1748952336&s=12b7c88ff7f78d41572b137bce50c8fa) 

##  Weiterführende Links 

- [Netzausbau: Wie wir die Kosten senken und gerecht verteilen](https://kontext-institut.at/inhalte/netzausbau)
- [Analyse: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)

---

  Pressemitteilung# Klimapolitik der neuen Regierung: Richtige Absichten, Maßnahmen häufig lückenhaft

Donnerstag, 27.02.2025

Ersteinschätzung von KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer zur Klima- und Energiepolitik im Programm der ÖVP-SPÖ-Neos-Regierung, die heute Donnerstag präsentiert wurde.

- Wichtige Gesetze zum Ausbau Erneuerbarer Energien kommen
- Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen lückenhaft
- Offene Fragen bei Reform klimaschädlicher Subventionen
- Klare Priorisierung von Zukunftstechnologien im Bereich Mobilität und Industrie fehlt

"Die kommende Bundesregierung aus ÖVP, SPÖ und Neos hat ihr Regierungsprogramm vorgelegt. Die Herausforderungen sind groß: strukturelle Wirtschaftskrise, Budgetdefizit, Klimaziele 2030. Die Ökologisierung der Wirtschaft ist ein Schlüssel für all diese Herausforderungen.

In dieser Hinsicht ist es positiv, dass sich die kommende Regierung zu den EU-Klimazielen bekennt und die notwendige Emissionsreduktion mit einem Klimagesetz rechtlich verbindlich festlegen will. Klimaneutralität 2040 als explizites Ziel wird jedoch nur im Zusammenhang mit der Erstellung eines Klimafahrplans erwähnt. Hier bleibt unklar, ob die neue Regierung weiterhin ambitioniert bleibt.

Beim Ausbau der erneuerbaren Energien unterfüttert sie das Bekenntnis zum Ausbau mit konkreten wichtigen Maßnahmen und Gesetzen. Beim Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen im Bestand, der Reform klimaschädlicher Subventionen, der Förderung von Zukunftstechnologien und der Industrietransformation bleibt das Programm hingegen vage. Einige notwendige Präzisierungen fehlen ganz: so wird der Ausstieg aus Ölheizungen nicht explizit erwähnt, viele Zeitpläne bleiben offen und der Fokus auf marktreife Technologien für die Transformation fehlt.

Die mangelnde Technologieklarheit kann kontraproduktiv wirken. Hier besteht die Gefahr, dass unterentwickelte und ineffiziente Technologien anstellen von bereits marktreifen und effizienteren Alternativen gefördert werden, zum Beispiel der Einsatz von E-Fuels im Individualverkehr oder Wasserstoff beim Heizen von Gebäuden."

Die wichtigsten sieben Punkte:

**Ausbau der erneuerbaren Energie**

„Die neue Regierung setzt beim Ausbau der Erneuerbare Energien wichtige gesetzliche Prioritäten: Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) und das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) sollen noch vor dem Sommer 2025 beschlossen werden. Damit können Netze und Erneuerbare Energien schneller ausgebaut und flexibler genutzt werden. Das Nadelöhr für den Ausbau der erneuerbaren Energien bleiben jedoch die Bundesländer, die genügend Flächen dafür ausweisen müssen. Zusätzlich ist es notwendig personelle Ressourcen für Genehmigungsverfahren zu erhöhen“

**Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen im Bestand**

„In Österreich gibt es noch 1,4 Millionen Öl- und Gasheizungen. Im Regierungsprogramm wird das Ziel festgelegt die Emissionen im Gebäudebereich auf Null zu reduzieren und die Wärmewende gesetzlich zu regeln. Dazu wäre ein Erneuerbaren-Wärme-Gesetz notwendig, das ein fixes Enddatum für alle fossilen Heizsysteme im Bestand festlegt. Im Regierungsprogramm werden Ölheizungen jedoch nicht explizit erwähnt und auch ein klares Ausstiegsdatum fehlt. Allerdings soll eine Möglichkeit zur Gasnetzstilllegung geschaffen werden. Das ist zentral, um Netze rückzubauen und so die Kosten für die Verbraucher:innen zu stabilisieren.“

**Förderung von Zukunftstechnologien**

„Die Regierung spricht von Schlüsseltechnologien für Wertschöpfung und Arbeitsplätze, bleibt jedoch unkonkret. Wichtige Zukunftstechnologien wie Speichertechnologien, erneuerbare Energien und Wärmepumpen, oder auch Technologien zur Elektrifizierung der Industrie werden nicht explizit erwähnt. Hier braucht es eine klare Fokussierung und Priorisierung für den gezielten Auf- du Ausbau effizienter, bereits marktreifer Lösungen.“

**Industrietransformation**

„Die Elektrifizierung der Industrie ist einer der größten Hebel für die Reduktion österreichischer Emissionen. Trotz hoher Priorität des Industriesektors im Regierungsprogramm wird ihre Elektrifizierung nicht konkret thematisiert. Ein starker Fokus wird jedoch auf CO2-Speichertechnologien gelegt, gerade für Sektoren, die – beispielsweise durch Prozessemissionen – schwer vollständig dekarbonisieren können. Ein klares Bekenntnis, dass CO2-Speicherung immer nur als letzter Hebel, nicht jedoch anstelle von tatsächlicher CO2-Reduktion verwendet werden muss, fehlt allerdings.“

**Mobilität**

„Im Mobilitätskapitel spricht die neue Regierung von Technologieoffenheit und bringt damit ineffiziente Technologien zurück in eine geklärte Debatte. Im Mobilitätsbereich ist wissenschaftlich klar: E-Autos sind deutlich effizienter als mit Wasserstoff oder E-Fuels betriebene Fahrzeuge. Hier braucht es vor allem Technologieklarheit, um wertvolle Energiequellen wie Wasserstoff, gezielt dort einzusetzen, wo sie wirklich gebraucht werden: in der Industrie. Das Ziel den Import von fossilen Treibstoffen zu reduzieren, ist gut, der Fokus sollte jedoch klar auf die Elektrifizierung und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs gesetzt werden. Der öffentliche Verkehr soll, laut Regierungsprogramm, zwar ausgebaut und stufenweise dekarbonisiert werden, konkrete Ziele und Pläne werden jedoch nicht genannt. Die Beibehaltung eines leistbaren Klimatickets ist positiv.“

**Kreislaufwirtschaft**

„Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft schafft strategische Unabhängigkeit von kritischen Rohstoffen. Das Regierungsprogramm betont diese Aspekte richtig und stellt wichtige Maßnahmen in Aussicht. Gesetze und Vorschriften, die zirkuläre Geschäftspraktiken behindern, sollen reformiert werden, zum Beispiel im Abfallrecht. Das ist zentral, um Abfälle als Sekundärrohstoffe weiterverarbeiten zu können und sie nicht mehr zu benachteiligen. Da Europa und auch Österreich bei vielen Metallen und kritischen Rohstoffen keine eigenen Vorkommen hat, ist dies ein wichtiger Schritt, nicht nur für mehr nachhaltige Produktion, sondern auch für die Verringerung von Abhängigkeiten. Wichtig ist hier vor allem, dass bereits verwendete kritische Rohstoffe nicht als Abfall exportiert, sondern weiterverwendet werden.“

**Reform klimaschädliche Subventionen**

„Die Ökologisierung der klimaschädlichen Subventionen entlastet den Staatshaushalt und reduziert den Treibhausgasausstoß – ist also ein Win-Win für Klima und Budget. Unklar bleibt im Programm, wann die entsprechenden Reformen kommen und wie sie aussehen sollen. Je früher diese Maßnahmen erfolgen, desto mehr Steuergeld kann eingespart und Emissionen vermieden werden. Allein mit der Reform von Pendlerförderung, Dienstwagenprivileg und Dieselprotektionismus könnte der Staatshaushalt jährlich um über einer Milliarde Euro entlastet werden.

Eine Lose-Lose Maßnahme für Klima und Wirtschaft sind dagegen die angekündigten Kürzungen von Umweltförderungen, etwa für Heizungstausch. Diese verzögern nicht nur die Emissionsreduktion, sondern schaden auch der heimischen Wirtschaft, vor allem KMUs, wie Installateure oder Elektrikerinnen.“

##  Die gesamte Analyse zum Download 

- [Klimapolitik der neuen Regierung: Analyse des Regierungsprogramms](https://kontext-institut.at/inhalte/regierungsprogramm-2025/)

## Grafik zum Download

[202502\_Klimapolitik-der-neuen-Regierung\_eine-Einordnung\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202502_Klimapolitik-der-neuen-Regierung_eine-Einordnung_KONTEXT.png?w=4000&h=4000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740670178&s=dad938b0854b3629c9de6fc8bfac9731)

---

  Pressemitteilung# Clean Industrial Deal: Der Weg stimmt, Ziel nur gemeinsam zu erreichen

Mittwoch, 26.02.2025

Am Mittwoch hat die EU-Kommission mit dem Clean Industrial Deal das Herzstück der EU-Klima- und Wirtschaftspolitik für die kommenden Jahre vorgelegt. KONTEXT hat das Gesetzespaket analysiert.

- KONTEXT-Analyse mit Fokus auf leistbare Energie, Förderung von Zukunftstechnologien, Kreislaufwirtschaft
- Clean Industrial Deal erkennt die richtigen Handlungsfelder, bietet aber nur vereinzelt neue Antworten.
- EU-Kommission nimmt Mitgliedsländer stärker in der Pflicht
- Österreich: Gesetze für Erneuerbaren Ausbau und Netze beschließen, Stärken und Chancen bei Zukunftstechnologien und Kreislaufwirtschaft nutzen.

Hohe Energiepreise und zunehmender internationaler Wettbewerb bringen die EU in Bedrängnis. Der Clean Industrial Deal soll dem entgegenwirken. Das KONTEXT Institut für Klimafragen hat das neue Gesetzespaket genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Die EU-Kommission erkennt die richtigen Handlungsfelder, bietet aber nur vereinzelt neue Antworten, wie die die Schaffung von Leitmärkten und eines Marktes für Sekundärrohstoffe und Energieverträge. Zu Recht nimmt sie in ihren Maßnahmen aber die EU-Mitgliedsländer stärker in die Pflicht, die in der Umsetzung der EU-Klimapolitik häufig säumig sind.

"Die Ziele, die die EU-Kommission mit dem Clean Industrial Deal vorgibt, sind wichtig. Um in die Umsetzung zu kommen und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft zu stärken, müssen aber alle mitgehen – auch Österreich”, sagt Katharina Rogenhofer, Vorständin von KONTEXT.

KONTEXT setzt den Fokus der Analyse auf drei Bereiche: Leistbare Energie, Zukunftstechnologien und Kreislaufwirtschaft.

**Leistbare Energie durch Ausbau erneuerbarer Energien**

Um die Energiepreise zu senken, soll der Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigt werden. Dafür sollen Investitionen in Energieprojekte mit Garantien abgesichert und Netze ausgebaut werden. Bis 2030 sollen jährlich 100 Gigawatt an erneuerbarer Energiekapazität ausgebaut werden.

Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt von den Mitgliedsländern ab, die in der Umsetzung wichtiger EU-Gesetze, wie frühere Strommarktreformen, noch säumig sind. Das betrifft auch Österreich. „Um den EU-rechtlichen Rückstand aufzuholen und den Ausbau in Österreich voranzubringen, muss die neue Regierung das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) und das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) endlich beschließen“, sagt Rogenhofer.

**Zukunftstechnologien: Mehr Angebot, mehr Nachfrage**

Für die Entwicklung und Skalierung von Zukunftstechnologien, wie Batterien und Wärmepumpen, setzt der Clean Industrial Deal auf zwei Hebel: durch neue Finanzierungsmöglichkeiten soll das Angebot von und durch Leitmärkte die Nachfrage nach Zukunftstechnologien und nachhaltigen Produkten, wie grünem Stahl, gesteigert werden. Bis 2030 sollen 40 Prozent der Zukunftstechnologien in der EU produziert werden.

„Österreich ist hat bei vielen Technologien schon großes Know-How“, erklärt Rogenhofer und ergänzt: „Neben grünem Stahl oder erneuerbare Wärme liegt vor allem bei Rohstoffaufbereitung oder Recycling, also der Kreislaufwirtschaft, enormes Potenzial für die heimische Wirtschaft.“

**Kreislaufwirtschaft**

Bis 2030 will die Kommission die Kreislaufwirtschaftsquote auf 24 Prozent verdoppeln. Gelingen soll das mit einem eigenen Markt für Abfälle und Sekundärrohstoffe und einer Exportbeschränkungen für Rohstoffabfälle. Weitere Details sollen mit einem eigenen Gesetz, dem *Circular Economy Act*, 2026 geklärt werden.

**Lücken im Clean Industrial Deal und weitere Entwicklungen in der EU-Klimapolitik**

In den Maßnahmen bietet der Deal nur vereinzelt neue Antworten. Wichtige Schlüsselziele, die etwa den Verbrauch von Energie oder Ressourcen reduzieren oder einen Ausstieg aus fossilen Brennstoff festzulegen, werden gänzlich vermieden. Auch bei Zukunftstechnologien fehlt der notwendige Fokus auf jene Technologien, die bereits skalierbar und in der Breite einsetzbar sind.

Neben dem Clean Industrial Deal hat die Kommission am Mittwoch zwei weitere Vorhaben präsentiert. Zum einen soll das EU-Klimagesetz mit dem nächsten Zwischenziel am Weg zur Klimaneutralität 2050 (-90 Prozent Emissionen bis 2040) ergänzt werden.

Zum anderen will die Kommission Gesetze, wie das EU-Lieferkettengesstz oder die Nachhaltigkeitsberichterstattung vereinfachen oder in Teilen zurücknehmen.

####  Analyse zum Download 

[2025 02 Clean Industrial Deal KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/2025_02_Clean-Industrial-Deal_KONTEXT.pdf?dm=1740578032) 

## Grafiken zum Download

[20260226-Clean-Industrial-Deal-KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/20260226-Clean-Industrial-Deal-KONTEXT.png?w=1414&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740575048&s=54e03437b77bb5ae8e460ceee5087f6a) [20260226-Clean-Industrial-Deal-Einordnung-KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/20260226-Clean-Industrial-Deal-Einordnung-KONTEXT.png?w=2000&h=1428&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740575038&s=ed00aef41063635df0b693336bdb05f4)

---

  Pressemitteilung# Rogenhofer: Klimapolitik unter Blau-Türkis birgt Risiken für Wirtschaft, Verantwortung ist gefragt

Dienstag, 07.01.2025

Statement von KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer zu den Aussichten auf die Klimapolitik unter einer FPÖ-ÖVP-Regierung:

„Die FPÖ leugnet die menschengemachte Klimakrise. Auch die ÖVP sieht bisher in der Ökologisierung der Wirtschaft eher eine Gefahr als eine Chance für Österreich. Unter diesen Voraussetzungen sind deutliche Rückschritte für die österreichische Klimapolitik zu erwarten – mit enormen Risiken für die heimische Wirtschaft.

Sowohl FPÖ als auch ÖVP versprechen Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand. Die Ökologisierung der Wirtschaft und Gesellschaft steht dazu nicht im Widerspruch. Sie ist sogar die Voraussetzung dafür, dass diese Ziele erreichen werden.

Österreichs Wirtschaft steht vor strukturellen Herausforderungen: Hohe Energiepreise schwächen die Wettbewerbsfähigkeit. Neue Technologien am Weltmarkt, wie die E-Mobilität, lassen die Nachfrage in jenen Bereichen schwinden, in denen Österreichs Industrie bislang stark war.

Um diese Probleme zu überwinden, muss die nächste Regierung Zukunftstechnologien, wie etwa E-Mobilität, Wärmepumpen, Geothermie, Speichersysteme und grüne Wasserstoffproduktion für die Industrie fördern. Durch den Umstieg auf erneuerbare Energie sinken mittelfristig die Energiepreise. Auf diese Weise wird die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft gestärkt, neue Arbeitsplätze und Wohlstand geschaffen. Der Ausstieg aus fossilen Energien reduziert zudem die Importabhängigkeit und fördert damit die Sicherheit und Eigenversorgung des Landes.

Um ihre eigenen Versprechen von Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand tatsächlich einlösen zu können, ist FPÖ und ÖVP also gefordert, in den anstehenden Regierungsverhandlungen von ihren bisherigen Positionen abzurücken und zukunftsfähige Standort- und Wirtschaftspolitik in den Mittelpunkt zu stellen.

Die Wähler:innen der beiden Parteien sind jedenfalls davon überzeugt. Wie eine Umfrage des KONTEXT Instituts für Klimafragen anlässlich der Nationalratswahl zeigt, findet die Forderung nach einem Umstieg auf erneuerbare Energien eine mehrheitliche Zustimmung unter FPÖ- und ÖVP-Wähler:innen. Ein ähnliches Bild zeigt sich mit Blick auf die Ökologisierung der Wirtschaft: Demnach soll Österreich eine führende Rolle bei der Entwicklung von Zukunftstechnologie einnehmen (FPÖ: 52 %, ÖVP: 73 %). Damit würden sichere Arbeitsplätze geschaffen (FPÖ: 64 %, ÖVP: 87 %) und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden (FPÖ: 69 %, ÖVP: 92 %).”

---

  Pressemitteilung# Analyse: Welche Koalitionen die Klimaziele 2030 erreichen könnten – und welche nicht

Donnerstag, 26.09.2024

Eine neue Analyse von KONTEXT zeigt anhand der Wahlprogramme und Parteipositionen, welche Klimapolitik in möglichen Regierungskonstellationen zu erwarten ist und ob Österreich damit seinen Verpflichtungen gerecht wird.

Um die EU-Klimaziele zu erreichen, muss Österreich bis zum Jahr 2030 seinen Treibhausgasausstoß um 48 Prozent senken. Die nächste Regierung ist die letzte, die die Weichen für eine Ökologisierung der Gesellschaft und Wirtschaft stellen kann. Andernfalls ist Österreich nicht nur zu hohen Strafzahlungen verpflichtet, sondern trägt dazu bei, dass die Folgen der Klimakrise, wie Extremwetterereignisse und Hochwasser, immer drastischer werden.

Die neue Analyse „Die letzte Regierung vor 2030: Koalitionen im Klimacheck“ des KONTEXT Instituts für Klimafragen anlässlich der Nationalratswahl zeigt: Potenzial für die notwendigen Weichenstellungen bieten besonders die möglichen Dreierkoalitionen von ÖVP und SPÖ mit NEOS oder Grünen. Bei einer FPÖ-ÖVP-Koalition scheint hingegen in den analysierten Themenfeldern ein Stillstand oder Rückschritt in der Klimapolitik wahrscheinlich.

Die Autorinnen haben für die Studie die Einstellungen der Parteien im Nationalrat zu sechs zentralen klimapolitischen Themen anhand ihrer Wahlprogramme und ergänzender öffentlicher Aussagen untersucht, um daraus Ableitungen für rechnerisch mögliche Regierungskonstellationen zu treffen.

**Rückschritte unter Blau-Schwarz zu erwarten**

In einer Koalition der ÖVP mit der FPÖ wäre die Festlegung von verbindlichen Zielen zur Erreichung von Österreichs Klimaneutralität höchst unwahrscheinlich, da sich weder ÖVP noch FPÖ zu verpflichtenden nationalen Emissionspfaden bekennen. Erneuerbare Energien würden voraussichtlich weiter ausgebaut werden, jedoch ohne hohe Priorität. Öl und russisches Gas würden auf unbestimmte Zeit importiert werden. Klimaschädliche Subventionen würden großteils bestehen bleiben und potenziell sogar erhöht. Die Zukunft der nationalen CO₂-Bepreisung (inkl. Klimabonus) wäre ungewiss.

„Sowohl FPÖ als auch ÖVP sehen in der Ökologisierung der Wirtschaft eher eine Gefahr als eine Chance für Österreich. Die FPÖ leugnet den menschengemachten Klimawandel generell. Unter diesen Voraussetzungen sind leider deutliche Rückschritte für die österreichische Klimapolitik zu erwarten“, analysiert KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer.

**Chancen in einer Dreierkoalition**

Bei den möglichen Dreierkoalitionen gibt es aufgrund der unterschiedlichen Positionen mehr Ungewissheit, welche Maßnahmen umgesetzt würden. Zusammen hätten die SPÖ und die NEOS oder die Grünen voraussichtlich jedoch ein größeres politisches Gewicht als die ÖVP. Daher ist jedenfalls zu erwarten, dass die Standpunkte, in denen SPÖ und NEOS bzw. Grüne übereinstimmten, eher durchgesetzt werden als in einer ÖVP-SPÖ Koalition, in der die ÖVP vermutlich der größere Koalitionspartner wäre.

Demnach sind ambitioniertere Maßnahmen für die Energiewende sowie den Netzausbau in einer Regierung aus ÖVP, SPÖ und Neos eher zu erwarten. Zudem wäre es wahrscheinlicher, dass die CO₂-Bepreisung weitergeführt werden würde, da dies eine Priorität der NEOS ist.

Im Vergleich dazu ist von einer Koalition aus ÖVP, SPÖ und Grüne wohl ein stärkerer Fokus auf den Umbau der Industrie und die notwendige Elektrifizierung zu erwarten. Zudem würden sich die Grünen voraussichtlich stärker als die NEOS gegen weitere Förderungen von E-Fuels im Individualverkehr einsetzen. Dadurch könnte die Verkehrswende in der Koalition effizienter ablaufen.

"Unter den aktuell möglichen Varianten bieten die Drei-Parteien-Koalitionen nach unserer Analyse am ehesten die Chance für eine erfolgreiche Klimapolitik. Würde die ÖVP in der Ökologisierung endlich auch eine Chance für die Wirtschaft erkennen, könnte eine Regierung in einer dieser Konstellationen wichtige Reformen anstoßen“, kommentiert Rogenhofer und fügt hinzu: „Für eine Klimapolitik, die ökologisch sinnvoll, sozial verträglich und wirtschaftlich machbar ist und die Ziele für 2030 erreicht, sind nicht nur die Einzelmaßnahmen an sich, sondern ihr Zusammenspiel entscheidend."

####  Analyse zum Download 

[2024 09 Konklusio 7 Nationalrats Parteien im Klimacheck KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/2024_09_Konklusio_7_Nationalrats-Parteien-im-Klimacheck_KONTEXT.pdf?dm=1740515699) 

## Grafiken zum Download

[2024\_09\_Klimapolitik\_Parteien\_NR-Wahl\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/2024_09_Klimapolitik_Parteien_NR-Wahl_KONTEXT.png?w=1920&h=1700&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515658&s=ef39a71d92075d226bba1589af803ac8) [2024\_09\_Klimapolitik\_Koalitionen\_NR-Wahl\_KONTEXT\_2024-09-26-101307\_fjgz.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/2024_09_Klimapolitik_Koalitionen_NR-Wahl_KONTEXT_2024-09-26-101307_fjgz.png?w=4000&h=3541&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515639&s=d870c04afd2e823b0e71dd5146978ca7) [2024\_09\_Klimaschaedliche-Subventionen\_NR-Wahl\_KONTEXT\_2024-09-25-124059\_jgnz.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/2024_09_Klimaschaedliche-Subventionen_NR-Wahl_KONTEXT_2024-09-25-124059_jgnz.png?w=4000&h=2057&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515680&s=cd25e88c76c773f21413a4bb0515e6eb) [2024\_09\_Oekologisierung\_NR-Wahl\_KONTEXT\_2024-09-25-124033\_ojiq.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/2024_09_Oekologisierung_NR-Wahl_KONTEXT_2024-09-25-124033_ojiq.png?w=4000&h=2057&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515660&s=ef2b87d9a46e83f4cb28d7bfef8da60f) [2024\_09\_CO2-Bepreisung\_NR-Wahl\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/2024_09_CO2-Bepreisung_NR-Wahl_KONTEXT.png?w=4000&h=2057&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515676&s=7c03de0177595f7f2c5ab91f490de2b6) [2024\_09\_Elektromobilitaet\_NR-Wahl\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/2024_09_Elektromobilitaet_NR-Wahl_KONTEXT.png?w=4000&h=2057&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515671&s=375e0927663139abcfc96485ef9e83b4) [2024\_09\_Energiewende\_NR-Wahl\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/2024_09_Energiewende_NR-Wahl_KONTEXT.png?w=4000&h=2057&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515669&s=506281eeda9bf6d64bc59c1f86162166) [2024\_09\_Klimaneutralitaet\_NR-Wahl\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/2024_09_Klimaneutralitaet_NR-Wahl_KONTEXT.png?w=4000&h=2057&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515662&s=cc71b81bdc40d809c4408dd7f42fbfdf)

---

  Pressemitteilung# Nächste Regierung kann bei klimaschädlichen Subventionen im Verkehrssektor jährlich 1,04 Milliarden Euro sparen

Dienstag, 10.12.2024

Die Abschaffung bzw. Ökologisierung von Pendlerförderung, Dieselprotektionismus und Dienstwagenprivileg hilft, die EU-Klimaziele 2030 zu erreichen und den Staatshaushalt zu konsolidieren.

Wie eine neue Studie des KONTEXT Instituts für Klimafragen zeigt, könnten allein im emissionsstarken Verkehrssektor durch die Abschaffung von drei der größten klimaschädlichen Subventionen jährlich rund 1,04 Milliarden Euro eingespart und mindestens 764.000 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr vermieden werden.

Über die gesamte fünfjährige Legislaturperiode gerechnet würden allein diese drei Maßnahmen einen budgetären Spielraum von 5,2 Milliarden Euro schaffen und maßgeblich dazu beitragen, dass Österreich die EU-Klimaziele 2030 erreicht. In diesem Fall können zusätzlich Strafzahlungen von 4,7 Milliarden Euro vermieden werden.

"Auf die nächste Regierung warten drei große Herausforderungen: Sie muss die Klimaziele erreichen, den Staatshaushalt konsolidieren und die Wirtschaft aus der Krise führen. Die Abschaffung oder Ökologisierung klimaschädlicher Subventionen kann einen entscheidenden Beitrag für alle drei Aufgaben leisten", erklärt Katharina Rogenhofer, Vorständin von KONTEXT. "Laut Fiskalrat fehlen dem Staat aktuell 4,4 Milliarden Euro pro Jahr. Unsere vorgeschlagenen Maßnahmen können dieses Budgetloch fast zu einem Viertel füllen. Die freiwerdenden Mittel können aber auch für Investitionen, wie etwa den Ausbau erneuerbarer Energien, verwendet werden und damit die Wirtschaft stärken und zusätzliche Emission reduzieren."

**Klimafreundlich sparen**

Klimaschädliche Subventionen belasten den Staatshaushalt jährlich mit bis zu 5,7 Milliarden Euro und fördern den CO₂-Ausstoß.

Mehr als 60 Prozent dieser Subventionen entfallen auf den Verkehrssektor, dessen Emissionen seit 1990 steigen. Der Nationale Energie- und Klimaplan (NEKP) sieht deren Abbau vor. Laut Finanzministerium sollen auf diese Weise jährlich zwei Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente vermieden werden. Allerdings liegen bis dato keine konkreten Maßnahmen dafür vor.

**Konkrete Reformvorschläge**

Bei der **[Pendlerförderung](https://kontext-institut.at/inhalte/oekologisierung-pendlerfoerderung/)** gilt es, den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel – je nach Verfügbarkeit am Arbeitsweg – durch die Vergabe regionaler Jahrestickets zu attraktiveren. Das Kilometergeld soll als Steuerabsetzbetrag für Bezieher:innen mit unterschiedlichen Einkommen gleich hoch sein, um sozial treffsicherer zu wirken. Durch die Zusammenlegung von Pendlerpauschale und –euro kann Komplexität reduziert werden. Wird der Verkehrsabsetzbetrag in die Höhe der Förderung einbezogen und nur die Differenz ausgezahlt, kann Budget gespart werden.

Der **[Dieselprotektionismus](https://kontext-institut.at/presse/abschaffung-dieselprotektionismus/)** kann mit einer schrittweisen Angleichung der Mineralölsteuer für Diesel auf das Niveau von Benzin abgeschafft werden. Damit wäre auch der sogenannte “Tanktourismus” und Umwegtransit nicht mehr rentabel und die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene würde attraktiver.

Beim **[Dienstwagenprivileg](https://www.kontext-institut.at/inhalte/dienstwagenprivileg/)** werden durch die Abschaffung der Deckelung des Sachbezugswerts hochpreisige Fahrzeuge nicht mehr bevorteilt. Durch eine kilometerabhängige Abgabe wird eine effiziente Nutzung sichergestellt und die Subvention fossiler Fahrzeuge abgeschafft. Ein gestaffelter Steuersatz für E-Autos macht stromsparende Fahrzeuge attraktiver. Die steuerlichen Vorteile für betriebliche Mobilitätsbudgets können zudem Anreize für öffentliche Verkehrsmittel, E-Carsharing oder Fahrräder schaffen.

"Neben den drei hier analysierten Subventionen hat die Regierung weitere Möglichkeiten, ihr Budgetdefizit auf klimafreundliche Weise zu reduzieren. Dazu zählt, die LKW-Maut an die CO₂-, Luft- und Lärmbelastung der Fahrzeuge anzupassen. Dadurch könnten 320 Millionen Euro pro Jahr an zusätzlichen Haushaltseinnahmen generiert werden", erklärt Rogenhofer.

####  Analyse zum Download 

[202412 Reformvorschlag Ökologisierung klimaschädlicher Subventionen im Verkehr KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202412-Reformvorschlag-Oekologisierung-klimaschaedlicher-Subventionen-im-Verkehr-KONTEXT.pdf?dm=1740515699) 

####  \[KON\]KRET: Dienstwagenprivileg 

[202412 KONKRET So geht die Oekologisierung des Dienstwagenprivilegs KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202412_KONKRET_So-geht-die-Oekologisierung-des-Dienstwagenprivilegs_KONTEXT.pdf?dm=1740515701) 

####  \[KON\]KRET: Dieselprotektionismus 

[202411 KONKRET So geht die Abschaffung des Dieselprotektionismus KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202411_KONKRET_So-geht-die-Abschaffung-des-Dieselprotektionismus_KONTEXT_2024-11-15-094408_mhol.pdf?dm=1740515703) 

####  \[KON\]KRET: Pendlerförderung 

[202410 Konkret Oekologisierung der Pendlerfoerderung KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202410-Konkret-Oekologisierung-der-Pendlerfoerderung-KONTEXT.pdf?dm=1740515702) 

## Grafik zum Download

[202412\_Klimaschaedliche-Subventionen\_Einsparungen\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202412_Klimaschaedliche-Subventionen_Einsparungen_KONTEXT.png?w=2000&h=1428&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515657&s=8b31b65c09056e3cae847b8df2501f48)

---

  Pressemitteilung# AVISO Pressegespräch 10.12.: Wie die nächste Regierung die Klimaziele erreichen und dabei Geld sparen kann

Dienstag, 03.12.2024

**Präsentation von Reformvorschlägen für Pendlerförderung, Dieselprotektionismus und Dienstwagenprivileg und deren Folgen für Budget und Klimaziele**

Im Rahmen eines **Pressegesprächs** präsentiert das KONTEXT Institut für Klimafragen drei konkrete **Reformvorschläge für klimaschädliche Subventionen** im emissionsstarken Verkehrssektor. Zudem zeigen die Studienautorinnen in einer ökonomischen Gesamtberechnung deren **Sparpotential für Österreichs Staatshaushalt** sowie die Folgen für den Fall, dass die nächste Regierung die notwendigen Reformen unterlässt. Die konkreten Vorschläge umfassen die Abschaffung des Dieselprotektionismus sowie die Ökologisierung der Pendlerförderung und des Dienstwagenprivilegs.

**Zeit:** Dienstag, 10. Dezember 2024, 9:30 bis 10:30 Uhr

**Ort:** KONTEXT, Liechtensteinstraße 55/8, 1090 Wien

**Sprecherinnen:**

- Katharina Rogenhofer, Vorständin von KONTEXT
- Anna Pixer, Studienautorin & Analystin von KONTEXT
- Johanna Roninger, Studienautorin & Analystin von KONTEXT

Medienvertreter:innen sind dazu sehr herzlich eingeladen. Aus organisatorischen Gründen bitten wir um möglichst zeitnahe Anmeldung unter bernhard.schinwald@kontext-institut.at.

**Hintergrund:**

Klimaschädliche Subventionen belasten den Staatshaushalt mit bis zu 5,7 Milliarden Euro pro Jahr, fördern den CO₂-Ausstoß und gefährden damit Österreichs Klimaziele für 2030. Die nächste Regierung – die letzte vor 2030 – hat dringenden Reformbedarf. Ohne deren Abschaffung oder Ökologisierung drohen Ausgleichszahlungen in Milliardenhöhe und damit weitere Belastungen für den Staatshaushalt.

---

  Pressemitteilung# \[KON\]KRET: So geht die Abschaffung des Dieselprotektionismus

Montag, 18.11.2024

****Während der Sondierungsgespräche** präsentiert das KONTEXT Institut für Klimafragen einen weiteren konkreten Vorschlag zur Abschaffung einer klimaschädlichen Subvention: des Dieselprotektionismus.**

Die steuerliche Begünstigung von Diesel gegenüber Benzin, kurbelt den Tanktourismus an, belastet den Staatshaushalt und gefährdet die österreichischen Klimaziele für 2030.

Inmitten der Sondierungsgespräche legt KONTEXT nun einen Vorschlag zur Abschaffung des Dieselprotektionismus vor. Das Ergebnis: Mit einer Anhebung der Mineralölsteuer für Diesel auf das Niveau von Benzin würde Österreich jährlich etwa 648.000 Tonnen CO2-Äquivalent und rund 500 Millionen Euro für den Staatshaushalt einsparen.

“ÖVP, SPÖ und NEOS verhandeln gerade die Bildung der letzten Regierung vor 2030. Neben der Notwendigkeit das Budget effizient einzusetzen, muss diese Regierung gleichzeitig die 2030 EU-Klimaziele erreichen, um hohe Ausgleichszahlungen zu vermeiden. Die Ökologisierung oder Abschaffung klimaschädlicher Subventionen würde beide Ziele unterstützen”, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer.

KONTEXT empfiehlt deshalb die Dieselbesteuerung schrittweise, etwa über drei Jahre, auf das Niveau von Benzin anzugleichen. Um die Steuerangleichung in der Landwirtschaft abzufedern, könnte jene Rückvergütung für Landwirte temporär angehoben werden, die bereits für den Ausgleich der CO2-Steuer sorgt.

****“Tanktourismus”** verstärkt Emissionen und Umwege**

Zum Hintergrund: In Österreich fallen für einen Liter Diesel 39,7 Cent an Mineralölsteuer (MÖSt) an und damit um 8,5 Cent weniger als für einen Liter Benzin (48,2 Cent). Die ungleiche Besteuerung hat historische Gründe und ist ökologisch nicht haltbar - Dieselautos stoßen im Schnitt mehr CO2 pro Kilometer aus als Benziner. Durch die geringere Besteuerung ist der Dieselverbrauch seit 1990 jedoch drastisch angestiegen. Er hat sich verdreifacht, während jener von Benzin gesunken ist.

Im EU-Vergleich liegt die MÖSt auf Diesel in Österreich im untersten Drittel. Dieser Preisunterschied fördert, zusätzlich zum inländischen Verbrauch, den Kraftstoffexport im Tank. Dieser sogenannte „Tanktourismus“ verursacht rund ein Fünftel der Emissionen in Österreichs Verkehrssektor. Die geringere Mineralölsteuer auf Diesel hält zudem die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Bahn zurück und verursacht durch gefahrene Umwege zusätzliche Emissionen. Historisch gesehen waren die Einnahmen aus dem Kraftstoffexport eine lukrative Einnahmequelle für den Staat. Eine Steuerangleichung wurde daher lange vermieden. Inzwischen ist der ökonomische Nutzen des Kraftstoffexports durch die anfallenden Ausgleichszahlungen an die EU bei Verfehlung der Klimaziele jedoch nicht mehr darstellbar.

“Diesel genießt am freien Markt einen kostspieligen staatlichen Schutz zulasten des Klimas. Das ist kein großzügiges ‘Privileg’, das ist unfairer Protektionismus.”, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer. “Es ist eine Marktverzerrung, die einen CO2-intensiven Treibstoff künstlich billig hält, den Schienengüterverkehr im Vergleich benachteiligt und zwei Drittel des LKW-Verkehrs über den Brenner schickt, obwohl das nicht ihre kürzeste Route wäre. Das sind alles Emissionen, die wir uns nicht mehr leisten können.”.

**Klimaschädliche Subventionen abschaffen**

Um die verpflichtenden EU-Klimaziele zu erreichen und Strafzahlungen zu vermeiden, muss Österreich seine Emissionen bis 2030 um 48 Prozent reduzieren. Die Abschaffung oder Ökologisierung der klimaschädlichen Subventionen könnte laut dem Nationalen Energie- und Klimaplan mindestens zwei Millionen Tonnen CO2-Äquivalent einsparen.

Der Dieselprotektionismus und andere klimaschädliche Subventionen haben nicht nur negative Folgen für Klima und Umwelt, sondern belasten auch das Budget. Zwischen 4,1 und 5,7 Milliarden Euro an Steuergeld tragen jährlich dazu bei, dass noch mehr Treibhausgase ausgestoßen werden.

Bereits im Oktober hat KONTEXT in diesem Zusammenhang einen [konkreten Vorschlag zur Ökologisierung der Pendlerförderung](https://kontext-institut.at/presse/oekologisierung-pendlerfoerderung/) vorgelegt.

####  Analyse zum Download 

[202411 KONKRET So geht die Abschaffung des Dieselprotektionismus KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202411_KONKRET_So-geht-die-Abschaffung-des-Dieselprotektionismus_KONTEXT.pdf?dm=1740515783) 

## Grafiken und Tabellen zum Download

[202411\_Angleichung-der-Diesel-MOeSt-auf-das-Niveau-von-Benzin\_Dieselprotektionismus\_KONTEXT\_2025-02-25-174321\_phfw.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202411_Angleichung-der-Diesel-MOeSt-auf-das-Niveau-von-Benzin_Dieselprotektionismus_KONTEXT_2025-02-25-174321_phfw.png?w=1398&h=1340&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515779&s=31f5effd679579a4d78948bf712418cb) [202411\_Diesel-PWK-Bestand-seit-1980\_Dieselprotektionismus\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202411_Diesel-PWK-Bestand-seit-1980_Dieselprotektionismus_KONTEXT.png?w=2000&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515739&s=bb1ca60f4796d14f5c9ddc5c5da0c27e) [202411\_Klimaschaedliche-Subventionen\_Oesterreich\_Dieselprivileg\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202411_Klimaschaedliche-Subventionen_Oesterreich_Dieselprivileg_KONTEXT.png?w=2000&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515802&s=0e07b5c17b705f3fc647784172d87376) [202411\_Mineraloelsteuer-auf-Diesel-im-EU-Vergleich\_Dieselprotektionismus\_KONTEXT\_2025-02-25-175917\_tcxv.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202411_Mineraloelsteuer-auf-Diesel-im-EU-Vergleich_Dieselprotektionismus_KONTEXT_2025-02-25-175917_tcxv.png?w=2000&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515622&s=3535ad550cbf264fcf4ab3d024a1d76c) [202411\_Treibhausgasemissionen-mit-und-ohne-Tanktourismus\_Dieselprotektionismus\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202411_Treibhausgasemissionen-mit-und-ohne-Tanktourismus_Dieselprotektionismus_KONTEXT.png?w=2000&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515801&s=a24cb9ce004fd4525a969f1bb88b0023)

---

  Pressemitteilung# \[KON\]KRET: So geht die Ökologisierung der Pendlerförderung

Donnerstag, 24.10.2024

Vor Beginn der Regierungsverhandlungen präsentiert das KONTEXT Institut für Klimafragen einen konkreten Vorschlag zur Ökologisierung einer klimaschädlichen Subvention: der Pendlerförderung.

Rund 510 Millionen Euro gibt der Staat jährlich dafür aus, Arbeitnehmer:innen bei den Kosten ihres Arbeitsweges zu unterstützen. In ihrer derzeitigen Form ist die Pendlerförderung jedoch komplex und teuer. Sie gilt als sozial nicht gerecht. Und auch wenn öffentliche Verkehrsmittel verfügbar wären, wird deren Nutzung nicht gefördert. Das überfördert den PKW und schadet damit dem Klima.

Vor dem Beginn der Regierungsverhandlungen zeigt das KONTEXT Institut für Klimafragen nun einen Weg, die Pendlerförderung zu ökologisieren. Das Maßnahmenpaket fördert den Umstieg von PKW auf öffentlichen Verkehr, wo dieser vorhanden ist, sorgt für einen sozial gerechten Ausgleich und vereinfacht die Komplexität der drei bisher existierenden Förderungen. Die Analyse geht davon aus, dass die Maßnahmen aufkommensneutral für den Staatshaushalt sind, je nach Ausgestaltung auch zu Einsparungen führen können.

"Mit der vorgeschlagenen Reform wird aus einer klimaschädlichen Subvention eine klimaproduktive Unterstützung – und das ohne Belastungen für den Staatshaushalt", erklärt Katharina Rogenhofer, Vorständin von KONTEXT und ergänzt mit Blick auf die anstehenden Regierungsverhandlungen: "ÖVP und SPÖ pflegen miteinander ein Muster: Letztere fordert Maßnahmen für soziale Gerechtigkeit, Erstere fragt nach deren Gegenfinanzierung. Unsere Lösung verbindet beide Forderungen zu effektivem Klimaschutz und bietet sich deshalb gut für ein mögliches Regierungsprogramm an."

**Umfassendes Maßnahmenpaket**

Auf Basis wissenschaftlicher Literatur, bestehender Reformvorschläge sowie Expert:innen-Interviews analysieren die Autorinnen in der vorliegenden Analyse die Vor- und Nachteile von Reformvorschläge und leiten eine konkrete Lösungsoption für eine ökologisch verantwortungsvolle, ökonomisch vernünftige und sozial gerechte Neugestaltung der Pendlerförderung ab. Diese umfasst folgende Maßnahmen:

- Zusammenlegung von Pendlerpauschale und Pendlereuro
- Zusätzliche Förderung zum Verkehrsabsetzbetrag ab einem Arbeitsweg von 7 Kilometern
- Bei Zumutbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel: Koppelung der Förderung an deren Benutzung. In diesem Fall steht Bezieher:innen ein regionales Jahresticket zu.
- Bei teilweiser Zumutbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel: ab fünf Kilometern ökologisch faires Kilometergeld bis zum nächsten ÖV-Hub zusätzlich zum regionalen Jahresticket
- Bei Nicht-Zumutbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel: kann Kilometergeld für die gesamte Strecke (ab 7 Kilometern) bis zu einem Höchstsatz in Höhe eines regionalen Öffitickets bezogen werden
- Kilometergeld soll als Steuerabsetzbetrag für Bezieher:innen mit unterschiedlichem Einkommen gleich hoch sei

Wird der Fokus zudem auf budgetäre Einsparungen gelegt, kann zusätzlich der Verkehrsabsetzbetrag in die Höhe der Förderung einbezogen und nur die Differenz ausgezahlt werden.

Für eine langfristig sozial gerechte Ökologisierung von Arbeitswegen ist zusätzlich der Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes und eine erhöhte Taktung von Bussen, Zügen und Bahnen in vielen Gebieten notwendig.

**Beibehaltung des Status quo käme teuer**

Die Pendlerförderung macht in seiner derzeitigen Ausgestaltung einen substanziellen Teil der klimaschädlichen Subventionen aus. Nicht nur sie, sondern auch die anderen national abänderbaren klimaschädlichen Subventionen mit einem Gesamtvolumen von 2,3 Milliarden Euro müssen in der kommenden Legislaturperiode reformiert oder abgeschafft werden.

Österreich hat sich im Nationalen Energie- und Klimaplan (NEKP) verpflichtet, die klimaschädlichen Förderungen zu ökologisieren oder abzuschaffen. Damit sollen laut Plan bis zum Jahr 2030 mindestens zwei Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Mit welchen Maßnahmen dieses Ziel erreichbar ist, lässt der Plan offen. Das bemängelte zuletzt die EU-Kommission in ihrer jüngsten Rückmeldung auf Österreichs NEKP. Verfehlt Österreich das EU-Klimaziel [drohen Ausgleichszahlungen in Milliardenhöhe](https://kontext-institut.at/inhalte/klimaziele-kosten-oesterreich/) und damit weitere Belastungen für den Staatshaushalt.

"Um Spielraum im Budget für notwendige Investitionen für die Ökologisierung zu schaffen und die Klimaziele zu erreichen, ist der Auftrag an ÖVP und SPÖ ist eindeutig: Sie müssen in der nächsten Regierung die klimaschädlichen Förderungen abschaffen oder ökologisieren. Je früher, desto besser.” sagt Rogenhofer, “gerade eine Reform des Pendlerpauschale wird häufig als Ding der Unmöglichkeit dargestellt. Wir zeigen, wie es gehen kann."

####  Analyse zum Download 

[202410 Konkret Oekologisierung der Pendlerfoerderung KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202410-Konkret-Oekologisierung-der-Pendlerfoerderung-KONTEXT.pdf?dm=1740515702) 

## Grafiken und Tabellen zum Download

[202410\_Klimaschaedliche-Subventionen\_Pendlerfoerderung\_01\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202410_Klimaschaedliche-Subventionen_Pendlerfoerderung_01_KONTEXT.png?w=2000&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515674&s=3279e4f924f21eadfc3cbec67fea07c5) [202410\_Klimaschaedliche-Subventionen\_Oesterreich\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202410_Klimaschaedliche-Subventionen_Oesterreich_KONTEXT.png?w=2000&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515655&s=2c5c5ad39f9d7603ab5f51c0b97d09cf) [202410\_Klimaschaedliche-Subventionen\_Klimaschaedliche-Subventionen\_Bericht\_KONTEXT\_2025-02-25-175146\_qbmo.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202410_Klimaschaedliche-Subventionen_Klimaschaedliche-Subventionen_Bericht_KONTEXT_2025-02-25-175146_qbmo.png?w=1414&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515641&s=7322918b11102d16d40c2cec0a03135f) [202410\_Klimaschaedliche-Subventionen\_Oesterreich\_national-international\_KONTEXT-Bericht-2.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202410_Klimaschaedliche-Subventionen_Oesterreich_national-international_KONTEXT-Bericht-2.png?w=2000&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515686&s=2a90b4333339ff511d066f7a45ba2f8e) [202410\_Klimaschaedliche-Subventionen\_Pendlerfoerderung-gesamt\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202410_Klimaschaedliche-Subventionen_Pendlerfoerderung-gesamt_KONTEXT.png?w=2000&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515677&s=175ba97195a62f093c28237a77530093) [202410\_Klimaschaedliche-Subventionen\_Pendlerpauschale-pro-Einkommensgruppe\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202410_Klimaschaedliche-Subventionen_Pendlerpauschale-pro-Einkommensgruppe_KONTEXT.png?w=2000&h=2000&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515646&s=1ea248bf004a2be2aa6d283449eccec5)

---

  Pressemitteilung# Umfrage: Wähler:innen aller Parteien wollen mehr Klimaschutz

Donnerstag, 19.09.2024

Fast alle Parteien hinken dem klimapolitischen Willen ihrer Wähler:innen hinterher. Das zeigt eine neue Umfrage des KONTEXT Institut für Klimafragen anlässlich der Nationalratswahl.

Über die Parteigrenzen hinweg geben knapp drei Viertel der Befragten an, dass ihnen Klimaschutz ein wichtiges Anliegen ist. 13 der 22 abgefragten Maßnahmen und Aussagen finden unter den Wähler:innen aller Parteien eine mehrheitliche Zustimmung – auch unter jenen der FPÖ.

Knapp zwei Drittel aller Befragten erwarten von ihrer gewählten Partei, dass sie sich klimapolitisch stärker einsetzt. „Um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen, muss die nächste Regierung in ihrer Klimapolitik ambitioniert und mutig sein. Der Vergleich zu den vorliegenden Wahlprogrammen zeigt, dass vor allem ÖVP und FPÖ Aufholbedarf haben, um dem Willen ihrer jeweiligen Wähler:innen gerecht zu werden“, erläutert Katharina Rogenhofer, Vorständin von KONTEXT Institut für Klimafragen, die Ergebnissen der Umfrage.

**Große Zustimmung für Renaturierung und Bodenschutz**

Während das Thema Renaturierung im Sommer beinahe zu einem Koalitionsbruch geführt hat, sind sich die Wähler:innen der Regierungsparteien über deren Notwendigkeit mit Blick auf Extremwetterereignisse einig (ÖVP: 87,2 %; Grüne: 98,1 %). Große Einigkeit herrscht auch beim Thema Bodenschutz: Die Versiegelung der Böden soll demnach nicht nur reduziert (laut 86,6 % aller Befragten), sondern mit Grenzwerten sogar verbindlich beschränkt werden (75,7 %). Unter ÖVP-Wähler:innen ist letzterer Wert mit 77 % überdurchschnittlich, unter FPÖ-Wähler:innen mit 62,7 % nicht allzu weit darunter.

„Neben der Bekämpfung der Klimakrise, ist es leider auch notwendig, dass wir uns an deren Folgen anpassen, speziell mit Blick auf Extremwettereignisse. Das verheerende Hochwasser hat das auf drastische Weise deutlich gemacht“, sagt Rogenhofer und fügt hinzu: „Dass die Bevölkerung die Notwendigkeit von Renaturierung und Bodenschutz absolut erkannt hat, ist ermutigend. Leider bildet sich die öffentliche Meinung noch nicht in der Politik einzelner Parteien ab, wie der ÖVP und FPÖ, deren Wahlprogramme wenig Hoffnung auf ein Umdenken in dieser Frage aufkommen lassen.“

**Ökologisierung der Wirtschaft als Chance**

Hohe Zustimmung unter allen Befragten findet der Umstieg auf erneuerbare Energien (84,1 %) und nachhaltige Heizformen (85,5 %) sowie die Förderung von Zukunftsberufen (90,9 %).

Generell zeigt sich, dass die Österreicher:innen die Vorteile der Ökologisierung der Wirtschaft deutlich erkennen. Österreich soll laut 69,4 % der Befragten eine führende Rolle bei der Entwicklung von Zukunftstechnologien einnehmen. Damit würden sichere Arbeitsplätze geschaffen (77,3 %) und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden (81,1 %). Die Wähler:innen aller Parteien stimmen diesen Aussagen mehrheitlich ebenso zu, wie der Aussage, dass die finanzielle Förderung von klimaschädlichen Produkten und Verhalten gestoppt werden soll – Sichtwort: Klimaschädliche Subventionen.

„Die Ökologisierung der Wirtschaft steht nicht nur in keinem Widerspruch zu Wohlstand, sie ist mittel- bis langfristig sogar die Voraussetzung dafür. Die Bevölkerung muss davon glücklicherweise nicht mehr überzeugt werden. Wahlprogramme, wie jene von Grünen und Neos, beinhalten diese Ausrichtung. Auch die SPÖ erkennt die Transformation der Industrie als Schlüssel, während die ÖVP wirtschaftliches Vorankommen zumeist noch als Gegensatz zu Klimaschutz darstellt. Die FPÖ will gar jegliche Ökologisierung stoppen“, sagt KONTEXT-Sprecherin Rogenhofer.

**Methodologie**

Für die repräsentative Umfrage hat das Marktforschungsinstitut marketagent im Zeitraum zwischen 9. und 16. September 2024 1.022 wahlberechtigte Österreicher:innen im Alter zwischen 16 und 75 Jahren online befragt.

## Grafiken zum Download

[2024\_09-Klimaschutz-Konsens-bei-Waehler\_innen-aller-Parteien-KONTEXT\_2025-02-25-175214\_unpp.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/2024_09-Klimaschutz-Konsens-bei-Waehler_innen-aller-Parteien-KONTEXT_2025-02-25-175214_unpp.png?w=1206&h=1125&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515659&s=4983d3cffe07cd8d60de6134184d864b) [2024\_09-Zustimmungswerte-Bodenschutz-und-Renaturierung-KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/2024_09-Zustimmungswerte-Bodenschutz-und-Renaturierung-KONTEXT.png?w=1439&h=919&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515680&s=4ce35dddf9a01bf6b1588c25621dd0d4) [2024\_09-Zustimmungswerte-Oekologisierung-der-Wirtschaft-KONTEXT\_2025-02-25-175235\_gzkj.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/2024_09-Zustimmungswerte-Oekologisierung-der-Wirtschaft-KONTEXT_2025-02-25-175235_gzkj.png?w=1409&h=917&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515655&s=989b38a9652cb4d0877b912f39f1f521) 

####  Gesamte Umfrageergebnisse zum Download 

[2024 09 Umfrageregebnisse KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/2024_09-Umfrageregebnisse-KONTEXT.pdf?dm=1740515699)

---

  Pressemitteilung# EU: Ökologisierung der Wirtschaft bringt Sicherheit, Unabhängigkeit und Wohlstand

Sonntag, 26.05.2024

**Die bevorstehende EU-Wahl wird richtungsweisend für Wohlstand und Sicherheit in Europa. Mit dem Green Deal setzte die Europäische Union zwar den Startschuss für die Gestaltung einer zukunftsfähigen Wirtschaft und die Eindämmung der Treibhausgasemissionen. Ob sie mit den Maßnahmen zur Transformation in anderen Weltregionen mithalten kann, wird sich jedoch erst in den kommenden Jahren zeigen. Eine neue Analyse des KONTEXT Instituts für Klimafragen erörtert, an welchen Stellschrauben dafür gedreht werden sollte.**

Für die globale Wirtschaft bricht derzeit ein neues Zeitalter der Industrialisierung an. Sie zeichnet sich durch den massiven Ausbau erneuerbarer Energien und eine breitflächige Elektrifizierung von Prozessen in allen Sektoren aus. *„Im Vordergrund dieser Ökologisierung steht, von fossilen Energieträgern abzukommen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Neben der Reduktion von Treibhausgasen geht es um Fragen der Kosten, Sicherheit und Effizienz. Inwieweit Europa seine Wettbewerbsfähigkeit stärken kann, hängt daher maßgeblich davon ab, wie schnell dieser Trend weiter vorangetrieben wird“*, erklärt Florian Maringer, als Vorstand von KONTEXT für Analyse und Strategie zuständig.

**Wettbewerbsnachteil und Sicherheitsrisiko durch Abhängigkeit von fossiler Energie**

Vergangene Wellen der Industrialisierung in Europa basierten auf der Nutzung fossiler Energieträger. Diese Abhängigkeit befeuert nicht nur die Klimakrise, sondern birgt bis heute ökonomische sowie sicherheitspolitische Nachteile: Dass fossile Energien in Europa größtenteils importiert werden, führt zu hohen Energiepreisen und Kaufkraftabflüssen im Vergleich zu Ländern wie etwa den USA. So war Gas in Europa im Schnitt der Vorkrisenjahre (2011-2019) doppelt so teuer wie in den USA. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs stieg der europäische Gaspreis im Schnitt der darauffolgenden Monate sogar auf das fünffache des amerikanischen an. Denn Preise für fossile Energieträger sind gerade für Europa nicht nur überproportional hoch, sondern auch volatil und hochsensibel gegenüber externen Schocks. Geopolitische Krisen, Kriege und andere unvorhersehbare Ereignisse können einen starken Einfluss auf ihr Preisniveau haben.

Eine Preissteigerung fossiler Energieträger hat wiederum gravierende Folgen für Produktions- und Verbraucherpreise. Die Verteuerung von Haushaltsenergie, Diesel und Benzin war 2022 allein für ein Drittel der historisch hohen Inflationsrate von 8,6 Prozent verantwortlich. Zusätzlich sind fossile Energieträger enorm ineffizient: Knapp drei Viertel der weltweit eingesetzten Primärenergie geht durch die Umwandlung in nutzbare Energie verloren. Bei der Stromerzeugung durch Öl, Kohle und Gas ist der Verlust besonders hoch. *„Das ist gleichzeitig ineffizient und verursacht hohe Kosten. Überwinden wir die Abhängigkeit von fossiler Energie, überwinden wir auch die Wettbewerbsnachteile, die damit in Verbindung stehen. Auf globalen Märkten macht sich der ökologische Wandel in den letzten Jahren bereits bemerkbar. Es zeichnet sich ein globaler Wettlauf zwischen den größten Industrienationen ab. Ob die EU die Chancen nutzen kann, die sich daraus ergeben, wird die Wahl zeigen“*, erklärt Maringer.

#### **Abkehr von fossiler Energie als entscheidende Chance nutzen**  

Dass die Ökologisierung bereits in vollem Gange ist, zeigen verschiedene Trends eindeutig: Investitionen in erneuerbare Energieträger nehmen zu. Im Jahr 2023 wurden global rund 1.770 Milliarden US-Dollar in die Energiewende investiert, 8-mal so viel wie noch vor 10 Jahren. Verkaufs- und Produktionszahlen von Zukunftstechnologien wie Elektroautos, Photovoltaik, Windkraftanlagen und Wärmepumpen steigen kontinuierlich. „*Um diese Chancen der Ökologisierung für Wirtschaft, Arbeitsplätze und Umwelt zu nutzen, braucht es proaktive standort- und klimapolitische Maßnahmen, die den Umbau vorantreiben“*, empfiehlt Katharina Rogenhofer, Vorständin und Sprecherin von KONTEXT. Konkret sollte der Ausbau von Stromnetzen und erneuerbaren Energieträgern sowie die Elektrifizierung verschiedenster Prozesse in allen Sektoren beschleunigt werden. *„Zusätzlich zur Umstellung auf erneuerbare Energie und effizientere Technologien, ist es notwendig den Bedarf an Primärenergie insgesamt zu senken“*, hält Rogenhofer abschließend fest.

####  Die gesamte Analyse mit allen Ergebnissen zum Download: 

[202405 KONTEXT Konklusio Oekologisierung Die naechste Industrielle Revolution](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202405_KONTEXT_Konklusio_Oekologisierung_Die-naechste-Industrielle-Revolution.pdf?dm=1740515699) 

## Grafiken zum Download

[KONTEXT\_Welle-der-Oekologisierung\_2024-05-23-105423\_pktb\_2025-02-25-180414\_nokq.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/KONTEXT_Welle-der-Oekologisierung_2024-05-23-105423_pktb_2025-02-25-180414_nokq.png?w=2000&h=1414&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515795&s=2baa02a237a1bbbadf4e253092e4ea52) [KONTEXT\_Oekologisierung-der-groessten-Wirtschaftszonen\_2025-02-25-180343\_thhd.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/KONTEXT_Oekologisierung-der-groessten-Wirtschaftszonen_2025-02-25-180343_thhd.png?w=2000&h=1414&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515776&s=9e9ecb1b5b05892561894a3f223463ec) [KONTEXT\_Oekologisierung-der-groessten-Wirtschaftszonen-GESAMT\_2024-05-23-105419\_cwud\_2025-02-25-180336\_facy.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/KONTEXT_Oekologisierung-der-groessten-Wirtschaftszonen-GESAMT_2024-05-23-105419_cwud_2025-02-25-180336_facy.png?w=2000&h=1414&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515703&s=4930493fb558c71f3043d7c98ad66af6) [KONTEXT\_Globale-Investitionen-in-nicht-fossile-Technologien.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/KONTEXT_Globale-Investitionen-in-nicht-fossile-Technologien.png?w=2000&h=1414&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515688&s=2acadbe37779fb47b01dd8dcec1dfb6e) [KONTEXT\_Gaspreise.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/KONTEXT_Gaspreise.png?w=2000&h=1414&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515795&s=9c5fbdec301f4018deb0813d68ecf9cc) [KONTEXT\_Energieverluste-fossiler-Energietraeger\_2024-05-23-105412\_gyzc\_2025-02-25-180250\_vwti.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/KONTEXT_Energieverluste-fossiler-Energietraeger_2024-05-23-105412_gyzc_2025-02-25-180250_vwti.png?w=2000&h=1414&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515724&s=1a3d43d06381bb7dbaaeb32f9eff8258)

---

  Pressemitteilung# Umfrage: Klimaschutz als Schlüssel für Sicherheit und Unabhängigkeit Europas

Freitag, 10.05.2024

**Wien, 10. Mai 2024:** In knapp einem Monat wählen die Österreicher:innen ein neues EU-Parlament. Der Ausgang der Wahl wird entscheidend dafür, wie die heimische Energiezukunft gestaltet werden kann. Mehr als zwei Drittel der österreichischen Bevölkerung geht es in dieser Sache zu langsam: Sie halten es im Sinne der Sicherheit und Unabhängigkeit Europas für notwendig, dass die EU den Ausstieg aus Öl, Kohle und Gas beschleunigt. Das zeigt eine neue Umfrage im Auftrag des KONTEXT Instituts für Klimafragen. Befragt wurden dazu 1.000 Personen durch das Meinungsforschungsinstituts marketagent. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.

####  Die Umfrageergebnisse auf einen Blick: 

Besonders erneuerbare Energien betrachten die Österreicher:innen als Schlüssel zur Unabhängigkeit: Mehr als 8 von 10 Menschen sehen es als zentrale Aufgabe der EU, den Ausbau von Erneuerbaren anzukurbeln, um unabhängig von Energieimporten zu werden. *„Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat gezeigt, wie abhängig Europa und damit auch österreichische Unternehmen und Haushalte von fossiler Energie aus unsicheren Ländern sind. Für die Europapolitik und auf nationaler Ebene zeigt die Umfrage einen klaren Auftrag der Bevölkerung, den Umbau durch konkrete Maßnahmen zu gestalten“*, kommentiert Florian Maringer, bei KONTEXT für Strategie und Analyse zuständig.   

Konkret etwa sehen 80 Prozent der österreichischen Bevölkerung, dass Sanierungen von Gebäuden und nachhaltige Heizformen nicht nur maßgeblich zum Klimaschutz beitragen, sondern auch die Abhängigkeit von anderen Ländern senken.

*„Die kommende EU-Wahl wird entscheidenden Einfluss auf die zukünftige Energiepolitik haben. Wie wichtig es ist, dass wir uns hier rasch in eine nachhaltige Richtung bewegen, bestätigt die österreichische Bevölkerung. Gebremst wird hingegen von jenen wenigen, die nach wie vor vom Geschäft mit Öl, Kohle und Gas profitieren und deshalb an den Abhängigkeiten festhalten – oft mit falscher Information“,* warnt Katharina Rogenhofer, Sprecherin von KONTEXT.

80 Prozent der Bevölkerung bestätigen den Eindruck, dass gerade rund um die Wahlen in der klimapolitischen Debatte viel Falschinformation gestreut wird. In der Verantwortung sehen sie hier vor allem Politiker:innen: Mehr als 7 von 10 Menschen in Österreich erwarten, dass sich österreichische Vertreter:innen auf EU-Ebene stärker für Klimaschutz einsetzen.

####  Grafik Download: 

[Umfrage EU WAHL Ergebnisse](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/Umfrage_EU-WAHL-Ergebnisse.png?w=4000&h=2828&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515675&s=1c88adf6c42724f9aa57d160bed88041) 

**KONTEXT – Wir zeigen das ganze Bild.**

KONTEXT schafft Klarheit in Klimafragen. Mit fundierten Analysen und umfassendem Einblick in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ordnet KONTEXT Ursachen und Hintergründe für klimapolitische Entwicklungen ein, benennt Interessenlagen und Verantwortlichkeiten und zeigt, welche Lösungen funktionieren.

**Hinweis**

Das KONTEXT-Institut versteht sich als Anlaufstelle für Medien, wenn es um unabhängige Einordnungen in der Klimadebatte und Serviceleistungen wie Kontakte zu relevanten Wissenschaftler:innen, einen Einblick in richtungsweisende Entscheidungen von Politik und Wirtschaft oder die Analyse konkreter Klimathemen geht. Regelmäßige Updates liefern wir mit unseren Presseinformationen, zu denen Sie sich unter <presse@kontext-institut.at> anmelden können. Bei Fragen und für einen direkten Austausch melden Sie sich gerne.

---

  Pressemitteilung# Umfrage: Zukunftsfähige Wirtschaftszweige bringen Wettbewerbsvorteil und Arbeitsplätze

Dienstag, 14.05.2024

Mit der bevorstehenden EU-Wahl werden die Weichen für die Zukunft Europas gestellt. Die österreichische Bevölkerung ist dabei der Meinung, dass der Standort Europa langfristig nur mit einer Ökologisierung der Wirtschaft gesichert werden kann. Mehr als drei Viertel sehen etwa im Ausbau klimafreundlicher Sektoren und dem Einsatz von Zukunftstechnologien wie erneuerbarer Energien eine große Chance für Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze. Das zeigt eine neue Umfrage im Auftrag des KONTEXT Instituts für Klimafragen. Befragt wurden dazu 1.000 Personen durch das Meinungsforschungsinstituts marketagent. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.

####  Die Umfrageergebnisse auf einen Blick: 

**Ausbau erneuerbarer Energien zentral, um Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze in Europa zu sichern**

Die österreichische Bevölkerung erkennt die Dringlichkeit der Standortsicherung: Knapp 9 von 10 (87,5 %) der Menschen in Österreich erwarten von der EU, auf zukunftsfähige Wirtschaftszweige zu setzen, um global – etwa gegenüber China und den USA – konkurrenzfähig zu bleiben. *„Den Schlüssel für zukünftigen Wohlstand in Europa sehen Menschen in Österreich vor allem in der Ökologisierung der Wirtschaft. Das heißt konkret die Weiterentwicklung einer fossilen Wirtschaft hin zu nachhaltigen Technologien. Diese Ausrichtung auf EU-Ebene voranzutreiben, ist notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit und damit Arbeitsplätze zu sichern“*, erklärt Florian Maringer, bei KONTEXT für Analyse und Strategie zuständig.

Eine führende Rolle sollte die EU laut Umfrageergebnissen bei jenen Technologien einnehmen, die zur Bekämpfung der Klimakrise beitragen: Mehr als drei Viertel (76,3 %) der Bevölkerung finden, das Potential von erneuerbaren Energien, Speicher und Elektromobilität solle genutzt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Solche Zukunftstechnologien und klimafreundliche Sektoren zu fördern, schaffe sichere Arbeitsplätze, sind ebenfalls knapp drei Viertel (74,5 %) der Menschen in Österreich überzeugt. *„Um das Potential dieser strukturellen Änderungen am Arbeitsmarkt bestmöglich auszuschöpfen, werden gezielte Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen erforderlich sein“*, empfiehlt Katharina Rogenhofer, Sprecherin von KONTEXT.

**Vorwärtsgewandte Unternehmen in der Pflicht**

Den Grund für die fehlenden ambitionierten Schritte in diese Richtung sieht die österreichische Bevölkerung auch darin, dass es Akteur:innen gibt, die sich aktiv gegen eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung stellen: 7 von 10 Menschen in Österreich (69,6 %) haben den Eindruck, dass auf EU-Ebene fossile Unternehmen und Interessensvertretungen häufig Maßnahmen gegen die Klimakrise verhindern. *„Gerade weil manche Unternehmen nicht ambitioniert agieren, sehen die Menschen vorwärtsgewandte Wirtschaftstreibende in der Verantwortung, die klimapolitische Umsetzung auf EU-Ebene zu verstärken“*, erklärt Katharina Rogenhofer, Sprecherin von KONTEXT. Knapp 4 von 5 Menschen (78,5 %) in Österreich finden es zentral, dass Unternehmen selbst und deren Interessenvertretungen auch öffentlich die nötigen Maßnahmen zum Klimaschutz aktiver einfordern, um das Potential einer klimafreundlichen Wirtschaft zu nützen.

####  Grafik Download: 

[Umfrage EU Wahl Wirtschaftspolitik KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Umfrage_EU_Wahl_Wirtschaftspolitik_KONTEXT.png?w=2500&h=1768&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515616&s=6a9c7002adc2af27cacd8e816ec611a9) 

**KONTEXT – Wir zeigen das ganze Bild.**

KONTEXT schafft Klarheit in Klimafragen. Mit fundierten Analysen und umfassendem Einblick in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ordnet KONTEXT Ursachen und Hintergründe für klimapolitische Entwicklungen ein, benennt Interessenlagen und Verantwortlichkeiten und zeigt, welche Lösungen funktionieren.

**Hinweis**

Das KONTEXT-Institut versteht sich als Anlaufstelle für Medien, wenn es um unabhängige Einordnungen in der Klimadebatte und Serviceleistungen wie Kontakte zu relevanten Wissenschaftler:innen, einen Einblick in richtungsweisende Entscheidungen von Politik und Wirtschaft oder die Analyse konkreter Klimathemen geht. Regelmäßige Updates liefern wir mit unseren Presseinformationen, zu denen Sie sich unter <presse@kontext-institut.at> anmelden können. Bei Fragen und für einen direkten Austausch melden Sie sich gerne.

---

  Pressemitteilung# Studie: Wer die österreichische Klimadebatte bestimmt, wer Maßnahmen verschleppt

Donnerstag, 25.04.2024

**Wien, 25. April 2024:** Mit steigender medialer Aufmerksamkeit für Klimathemen ändert sich auch die Debatte zu klimapolitischen Entwicklungen in Österreich: Mittlerweile stehen weniger die Existenz der Klimakrise oder klimawissenschaftliche Erkenntnisse im Fokus. Vielmehr wird über konkrete Maßnahmen, Gesetze oder Ziele diskutiert. Das neue „Klimadiskurs-Monitoring 2023“, im Auftrag von KONTEXT von FORESIGHT durchgeführt, zeigt, dass manche Akteur:innen mehr Klimaschutz und schnelleres Handeln fordern, andere jedoch konkrete Entscheidungen und Maßnahmen verschleppen.

#### ***Für die Studie wurden 729 zufällig und für den Zeitraum repräsentativ ausgewählte klimapolitische Aussagen in österreichischen Medien im Jahr 2023 analysiert. Die Stichprobe umfasst sowohl Artikel in Print- als auch Onlinemedien, sowie Radio- und Fernsehbeiträge.*** 

#### **Studienergebnisse auf einen Blick** 

- Während kaum jemand die Klimakrise leugnet, zögern manche Akteur:innen mit Verschleppungstaktiken dringende Entscheidungen und Maßnahmen zum Klimaschutz hinaus. Insgesamt ist der klimapolitische Diskurs zwar durchaus konstruktiv, die Vorteile von Klimaschutz finden jedoch kaum Erwähnung.

- Bestimmt wird die klimapolitische Debatte in Österreich zu rund einem Drittel von Politiker:innen. FPÖ und ÖVP wenden überproportional häufig Verschleppungstaktiken an, die klimapolitische Maßnahmen und Entscheidungen hinauszögern. Zivilgesellschaftliche Akteur:innen tragen überwiegend konstruktiv zum Diskurs bei.

- Energie und Mobilität stehen im Fokus: Rund 60 Prozent der themenbezogenen Aussagen drehen sich um diese Bereiche. Politikmaßnahmen, die am meisten Aufmerksamkeit bekommen haben, sind das Klimaschutzgesetz, der European Green Deal und das Erneuerbaren-Wärme-Gesetz. Was im Zentrum der Debatte steht, wird tendenziell überproportional verschleppt.

#### **Politiker:innen dominieren Debatte – und bremsen häufig** 

Die Klimaschutzdebatte wird in Österreich zu rund einem Drittel (34 %) – und damit vorrangig – von Politiker:innen bestimmt. Am zweithäufigsten vertreten sind zivilgesellschaftliche Akteur:innen mit einem Fünftel (21 %) der Aussagen, gefolgt von Expert:innen und Personen aus der Wissenschaft (17 %). Während die klimapolitische Debatte insgesamt durchaus konstruktiv ist, zeigt sich dabei eine klare Rollenverteilung: Akteur:innen ohne Entscheidungsmacht nützen die Öffentlichkeit, um Klimaschutz voranzutreiben. Zivilgesellschaftliche Akteur:innen tragen am häufigsten konstruktiv zum Diskurs bei. Von ihnen stammen 26 Prozent der konstruktiven Aussagen.

Politiker:innen bedienen sich hingegen häufig unterschiedlicher Taktiken, um Maßnahmen und Entscheidungen hinauszuzögern: Weit mehr als die Hälfte (57 %) der verschleppenden Aussagen stammt von politischen Akteur:innen. Betrachtet man die österreichischen Parteien, zeigt sich, dass insbesondere die Österreichische Volkspartei (ÖVP) und die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) Klimaschutz überproportional häufig verschleppen: 62 Prozent aller Aussagen, die Klimaschutz verzögern, kommen von der ÖVP, weitere 31 Prozent von der FPÖ.

Die einzigen drei Aussagen der Stichprobe, die Klimaschutz leugnen, stammen ebenfalls von Politiker:innen der FPÖ. *„Die Studie* zeigt einen klaren Trend weg vom Leugnen der Klimakrise hin zu Taktiken, die politische Entscheidungen und Maßnahmen verschleppen. Im Gegensatz zur Leugnung sind solche Verschleppungstaktiken aber deutlich schwieriger zu erkennen und benötigen oft eine fachliche Einordnung “, erklärt Florian Maringer, bei KONTEXT für Strategie und Analyse zuständig. Dabei variieren die Strategien, mit denen Klimaschutz verschleppt wird. Mit knapp einem Drittel (32 %) der verschleppenden Argumente sprechen sich Akteur:innen besonders oft schlicht für weniger Klimaschutz aus, ebenso häufig werden Scheinlösungen vorangetrieben (28 %). *„Darunter fallen etwa Technik-Trugbilder, die noch nicht marktreif oder in der breiten Anwendung besonders ineffizient sind und der notwendigen Transformation nicht gerecht werden können – wie E-*Fuels im Auto oder Wasserstoff in der Heizung“, erklärt Maringer. Auch vermeintliche Nachteile von Klimaschutz (26 %), wie etwa wirtschaftliche oder soziale Kosten, prägen häufig den Verschleppungsdiskurs.

##  „Die Studie zeigt einen klaren Trend weg vom Leugnen der Klimakrise hin zu Taktiken, die politische Entscheidungen und Maßnahmen verschleppen. Im Gegensatz zur Leugnung sind solche Verschleppungstaktiken aber deutlich schwieriger zu erkennen und benötigen oft eine fachliche Einordnung “ 

#### Inhaltlicher Fokus liegt auf Mobilität und Energie 

Die Themen Mobilität und Energie stehen im Fokus der klimapolitischen Debatte in Österreich. Weit mehr als die Hälfte (60 %) aller themenbezogenen Aussagen entfallen auf diese zwei besonders emissionsintensiven Bereiche, in denen die Abkehr von Öl, Kohle und Gas große Veränderungen erfordert. Kaum diskutiert wird hingegen das Thema Arbeitsmarkt, obwohl der Weg zur Klimaneutralität auch über strukturelle Veränderungen in der Arbeitswelt führt. Die am häufigsten diskutierten Politikmaßnahmen sind das Klimaschutzgesetz, der Green Deal und das Erneuerbaren-Wärme-Gesetz. *„Auffällig ist, dass jene Themen und Politikmaßnahmen, die am meisten diskutiert werden, auch die Tendenz zeigen, überproportional häufig verschleppt zu werden. Das legt nahe, dass gerade in jenen Bereichen* der gegenwärtige Zustand umso vehementer verteidigt wird, in denen der Druck für Veränderung zunimmt“, warnt Katharina Rogenhofer, Sprecherin des KONTEXT Instituts für Klimafragen. Das hat reale Konsequenzen, erklärt Rogenhofer weiter: „*Trotz ambitionierter Gesetzesentwürfe können Verschleppungstaktiken dazu führen, dass Gesetze abgeschwächt, verschoben oder sogar verworfen werden. Scheinlösungen und Fehlinformationen dringen in den öffentlichen Diskurs ein und werden oft unhinterfragt übernommen. Das beeinflusst auch politische Entscheidungen*.“

Auch in Verbindung mit unterschiedlichen geografischen Ebenen zeigen sich Trends im Diskurs: Vor allem Maßnahmen mit Bezug zur EU-Ebene werden überproportional häufig verschleppt. *„Das ist besonders im Hinblick darauf* bedenklich, dass auf EU-Ebene in den vergangenen Jahren mit dem Green Deal besonders viele verbindliche Maßnahmen für den Umbau in Richtung Klimaneutralität beschlossen wurden, die auch für Österreich hilfreich sind“, hebt Maringer hervor.

#### **Positive Aspekte von Klimaschutz werden kaum erwähnt** 

Die Analyse zeigt aber auch, wie ein Vorankommen begünstigt werden kann. *„Um klimapolitische Maßnahmen umzusetzen, gilt es, die positiven Effekte auf Lebensqualität, Arbeitsplätze und Wohlstand stärker hervorzuheben“*, sagt Rogenhofer*.* Tatsächlich wird lediglich in vier Prozent der konstruktiven Aussagen über die Vorteile von Klimaschutz gesprochen. Stattdessen steht vor allem die Notwendigkeit von konsequenterem und schnellerem Handeln im Klimaschutz im Vordergrund. *„Damit diese Forderungen in Zukunft auch* umgesetzt werden, *müssen Verschleppungstaktiken erkannt und entkräftet werden. Es ist auch notwendig, hervorzuheben, was die tatsächlich wirksamen Maßnahmen sind – das zeigt uns die Wissenschaft deutlich. Und damit diese Maßnahmen dann auch umgesetzt werden, braucht es Verantwortungsübernahme auf allen Ebenen – das muss auch eingefordert werden“*, so Rogenhofer abschließend.

#### **Hinweis**

KONTEXT versteht sich als Anlaufstelle für Medien, wenn es um unabhängige Einordnungen in der Klimadebatte und Serviceleistungen wie Kontakte zu relevanten Wissenschaftler:innen, einen Einblick in richtungsweisende Entscheidungen von Politik und Wirtschaft oder die Analyse konkreter Klimathemen geht. Regelmäßige Updates liefern wir mit unseren Presseaussendungen und Medieninfos, zu denen Sie sich in unserem [Pressebereich](https://www.kontext-institut.at/presse/) anmelden können. Bei Fragen und für einen direkten Austausch wenden Sie sich ebenfalls gerne an [presse@kontext-institut.at.](mailto:presse@kontext-institut.at)

####  Kontextanalyse zum Download 

[KONTEXTANALYSE Klimadebatte in Österreich](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/KONTEXTANALYSE_Klimadebatte-in-Oesterreich_2026-04-29-111903_hizq.pdf?dm=1777461546) 

## Grafiken zum Download

[202404\_KONTEXT-Analyse\_Klimadiskurs-in-Oesterreich\_Grafik1-Akteurinnen\_2025-02-25-175033\_zyuy.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202404_KONTEXT-Analyse_Klimadiskurs-in-Oesterreich_Grafik1-Akteurinnen_2025-02-25-175033_zyuy.png?w=4000&h=2250&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515683&s=fa137eeed0a2347fda68bc5583fbe703) [202404\_KONTEXT-Analyse\_Klimadiskurs-in-Oesterreich\_Grafik2-Parteien\_2025-02-25-175046\_jval.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202404_KONTEXT-Analyse_Klimadiskurs-in-Oesterreich_Grafik2-Parteien_2025-02-25-175046_jval.png?w=1920&h=1080&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515666&s=0d94abdf3f78d5d48b2a5c62b9706db7) [202404\_KONTEXT-Analyse\_Klimadiskurs-in-Oesterreich\_Grafik3-Strategien\_2025-02-25-175056\_qrea.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202404_KONTEXT-Analyse_Klimadiskurs-in-Oesterreich_Grafik3-Strategien_2025-02-25-175056_qrea.png?w=1920&h=1080&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515666&s=846bf1d34cc5964fa2077e463a0f44a9) [202404\_KONTEXT-Analyse\_Klimadiskurs-in-Oesterreich\_Grafik4-Themen\_2025-02-25-175103\_pshm.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202404_KONTEXT-Analyse_Klimadiskurs-in-Oesterreich_Grafik4-Themen_2025-02-25-175103_pshm.png?w=1920&h=1080&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515674&s=6d81c5ac49e3161363ddf7ee26dc40d6) [202404\_KONTEXT-Analyse\_Klimadiskurs-in-Oesterreich\_Grafik5-Policies\_2025-02-25-175110\_hsmx.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202404_KONTEXT-Analyse_Klimadiskurs-in-Oesterreich_Grafik5-Policies_2025-02-25-175110_hsmx.png?w=1920&h=1080&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515660&s=7c609d33613fe13e7eaa84275b23ae6f) [202404\_KONTEXT-Analyse\_Klimadiskurs-in-Oesterreich\_Grafik6-geografischer-Bezug\_2025-02-25-175117\_jkwx.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202404_KONTEXT-Analyse_Klimadiskurs-in-Oesterreich_Grafik6-geografischer-Bezug_2025-02-25-175117_jkwx.png?w=1920&h=1080&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515647&s=b1ed790c562b173c572e598e1994ecf3) 

##  Pressekontakt 

Bei Fragen und für einen direkten Austausch sind wir per Mail für Sie erreichbar.

[presse@kontext-institut.at](mailto:presse@kontext-institut.at)

---

  Pressemitteilung# KONTEXT stellt wissenschaftlichen Beirat vor

Mittwoch, 10.04.2024

**Wien, 10. April 2024:** Die Einordnung klimapolitischer Entwicklungen braucht neben naturwissenschaftlicher und technischer Expertise auch sozial-, politik- und wirtschaftswissenschaftliche Blickwinkel. Nur so können die gesellschaftspolitische Komplexität erfasst und adäquate Lösungswege erschlossen werden. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, freut sich KONTEXT, seinen 35-köpfigen wissenschaftlichen Beirat vorzustellen. Die Mitglieder des Beirats bringen fundiertes Wissen über die Klimakrise und die notwendige Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft aus verschiedenen Fachrichtungen mit und unterstützen fortan die Arbeit von KONTEXT mit ihrer Expertise.

*„Als unabhängige Stimme arbeitet KONTEXT daran, klimapolitische Entwicklungen einzuordnen, Hintergründe verständlich aufzubereiten sowie Handlungsmöglichkeiten und Umsetzungsbeispiele aufzuzeigen. Damit wollen wir eine fundierte Entscheidungsfindung unterstützen“*, führt Katharina Rogenhofer, Sprecherin von KONTEXT Institut für Klimafragen, aus. *„Da evidenzbasierte Forschung die Grundlage für diese Arbeit bildet, darf der direkte Austausch mit renommierten Wissenschafler:innen nicht fehlen. Unser wissenschaftlicher Beirat deckt eine breite Expertise von Politik- über Sozial- und Wirtschaftswissenschaften bis hin zu Naturwissenschaften, Recht und Technik ab.“

**Enge Zusammenarbeit mit Climate Change Centre Austria (CCCA)**

Besonders eng wird KONTEXT mit dem Climate Change Centre Austria (CCCA) zusammenarbeiten. Viele der Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats sind Teil des CCCA bzw. an den Prozessen des Austrian Panel on Climate Change (APCC) und der Sachstandsberichte zur Klimakrise in Österreich beteiligt. *„Jede Verzögerung beim Klimaschutz gefährdet unsere Lebensgrundlagen und Versorgungssicherheit. Noch können wir gegensteuern. Wir freuen uns, dass Österreich nun um einen Player reicher geworden ist: KONTEXT nimmt sich dem Thema an und ordnet klimapolitische und gesellschaftliche Entwicklungen auf verständliche Art und Weise ein“*, so CCCA-Obmann Harald Rieder. KONTEXT trage dazu bei, das Bewusstsein für den Klimawandel und seine Folgen zu schärfen, Schutz- und Anpassungsmaßnahmen zu bewerten und wissensbasierte Diskussionen zu fördern.

**KONTEXT trägt wissenschaftliche Erkenntnisse in die Breite und ordnet ein**   
KONTEXT arbeitet mit wissenschaftlichen Methoden, qualitativ und quantitativ, und setzt dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit Expert:innen, die sich mit konkreten anwendungsorientierten Fragen auseinandersetzen. *„Für eigene Analysen verwenden wir Daten und Grundlagen aus Wissenschaftsjournalen, statistischen Erhebungen, Berichten von Forschungsinstitutionen und Anwendungsfällen aus der Praxis. Bei der Beantwortung neuer Fragestellungen oder der Erhebung von Daten kooperieren wir auch mit etablierten Forschungsinstitutionen“*, erläutert Florian Maringer, bei KONTEXT für Analyse und Strategie zuständig, die Arbeitsweise. *„Und selbstverständlich nutzen wir unser breites Expert:innennetzwerk, um die Praktikabilität unserer Vorschläge zu prüfen.“*

Eingebunden wird der wissenschaftliche Beirat etwa durch inhaltliches und methodisches Feedback, um die hohe Qualität der Analysen sicherzustellen. *„Anders als bei anderen Institutionen soll der wissenschaftliche Beirat für KONTEXT kein Gremium sein, das sich lediglich zweimal im Jahr trifft. Stattdessen wollen wir einen aktiven, fachlichen Austausch ermöglichen, der unsere Analysen bereichert*.“, schließt Katharina Rogenhofer.

Alle Namen, Institutionen und Fachbereiche der Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats von KONTEXT sowie Statements einiger Verteter:innen finden Sie [**hier**](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/Factsheet_KONTEXT-wissenschaftlicher-Beirat.pdf)<a rel="noreferrer noopener" target="_blank">**.**</a>

Hier finden Sie die ersten beiden Analysen des KONTEXT-Teams zu [**Technologieklarheit**](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202403_KONKLUSIO_Technologieklarheit-als-Schluessel-zu-einer-wirksamen-Klimapolitik.pdf?dm=1740515735) und [**Verschleppung von Klimaschutz.**](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202402_Konklusio_Verschleppungstaktiken.pdf)

#### **Hinweis**

KONTEXT versteht sich als Anlaufstelle für Medien, wenn es um unabhängige Einordnungen in der Klimadebatte und Serviceleistungen wie Kontakte zu relevanten Wissenschaftler:innen, einen Einblick in richtungsweisende Entscheidungen von Politik und Wirtschaft oder die Analyse konkreter Klimathemen geht. Regelmäßige Updates liefern wir mit unseren Presseaussendungen und Medieninfos, zu denen Sie sich in unserem [Pressebereich](https://www.kontext-institut.at/presse/) anmelden können. Bei Fragen und für einen direkten Austausch wenden Sie sich ebenfalls gerne an [presse@kontext-institut.at.](mailto:presse@kontext-institut.at)

##  Pressekontakt 

Bei Fragen und für einen direkten Austausch sind wir per Mail für Sie erreichbar.

[presse@kontext-institut.at](mailto:presse@kontext-institut.at)

---

  Pressemitteilung# Technologieklarheit als Schlüssel zu wirksamer Klimapolitik

Mittwoch, 20.03.2024

**Wien, 20. März 2024:** Technologische Entwicklungen spielen eine zentrale Rolle auf dem Weg aus der Klimakrise. In der klimapolitischen Debatte wird jedoch oft „Technologieoffenheit“ propagiert. Damit werden Technologien in den Fokus gerückt, die noch nicht marktreif oder in der breiten Anwendung ineffizient sind: Etwa E-Fuels für PKWs und grünes Gas zum Heizen. Wie solche Technik-Trugbilder den Ausbau von Lösungen verschleppen, die schon jetzt für einen flächendeckenden Einsatz zur Verfügung stehen, zeigt eine neue Analyse des KONTEXT Instituts für Klimafragen.

#### **KONTEXT veröffentlicht \[Kon\]klusio zum effizienten Einsatz von Technologien** 

*„Um für Planungssicherheit zu sorgen und Ressourcen bestmöglich einzusetzen, braucht es Technologieklarheit“*, betont Katharina Rogenhofer, Sprecherin des KONTEXT Instituts für Klimafragen. Denn die meisten Technologien, die für eine klimafreundliche Gesellschaft und Wirtschaft notwendig sind, stehen schon bereit: Windkraft und Photovoltaik, Wärmepumpen, Elektro-Fahrzeuge oder Batterien. Um den notwendigen Umbau möglichst rasch voranzubringen, sollten sie ausgebaut und überall dort verwendet werden, wo sie Öl, Kohle und Gas ersetzen können. *„Dafür braucht es vor allem verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen und ausreichend finanzielle Mittel. Nur so kann Investitionssicherheit für Betriebe und die Bevölkerung sichergestellt werden*“, ergänzt Florian Maringer, im KONTEXT-Vorstand für Strategie und Analyse zuständig.

#### **Technik-Trugbilder halten fossile Prozesse am Laufen**  

Politisch und wirtschaftlich werden aber häufig Technologien beworben, die noch nicht marktreif oder nur für Nischen geeignet sind. Ihre Anwendungsmöglichkeiten werden dafür stark überzeichnet. Die Folge: Öl, Gas und Kohle bleiben weiter im Einsatz. Das zeigen etwa die Debatten um Verbrennermotoren oder Heizen. *„Wird vorgeschlagen, dass grünes Gas durch Heizungsrohre fließt, bleibt der Heizungstausch aus. Wird angeregt, dass Autos auch mit E-*Fuels betankt werden sollen, steigt niemand auf Elektro- und öffentliche Mobilität um“, erläutert Rogenhofer.

Setzen sich Technik-Trugbilder in klimapolitischen Debatten fest, hat das massive Auswirkungen auf die Gesetzgebung: In der EU ist die Neuzulassung für Autos mit Verbrennermotoren ab 2035 untersagt. Außer sie werden mit E-Fuels betankt. In Österreich wurde zuerst ein Enddatum für Gasheizungen bis 2040 diskutiert, dann aber eine Ausnahme für grünes Gas angehängt. Schließlich wurde das ganze Vorhaben restlos gestrichen.

Tatsächlich ist der Einsatz von E-Fuels für Autos aber ineffizient und teuer: Nur rund 13 Prozent der zugeführten Energie können zum Fahren genutzt werden. Bei einem Elektroauto sind es hingegen mehr als zwei Drittel. Ähnlich bei grünem Gas: Wärmepumpen sind fünfmal effizienter als Heizen mit Wasserstoff. Es gibt allerdings Bereiche, in denen E-Fuels und grünes Gas konkrete Lösungen sind – dort, wo verlässliche Alternative fehlen: etwa im Flug- und Schiffsverkehr oder in der Industrie. Werden die Brennstoffe jedoch ineffizient in der Breite eingesetzt, nimmt das Industrieunternehmen oft die einzige Möglichkeit, ihre Produktionsprozesse klimaneutral zu gestalten.

##  "Um für Planungssicherheit zu sorgen und Ressourcen bestmöglich einzusetzen, braucht es Technologieklarheit." 

#### **Technologieklarheit und Energieeffizienz als Schlüssel**  

Für einen effizienten Einsatz von Technologien am Weg zur Klimaneutralität ist es also wesentlich zu differenzieren, und sich dabei am wissenschaftlichen Konsens zu orientieren: Technologien, die bereits marktreif und breitentauglich sind, brauchen einen rechtlichen Rahmen und Investitionen, um sie auszubauen und zu skalieren. Jene, die für die Breite ineffizient oder zu teuer sind, sollten gezielt nur dort eingesetzt werden, wo sie ihre Wirkung bestmöglich entfalten können. Und Technologien, die heute noch in den Kinderschuhen stecken – oder noch nicht existieren – brauchen Forschung und Entwicklung, um sie für einen zukünftigen Einsatz als Lösungsmöglichkeit in Betracht ziehen zu können.

Der Umstieg auf saubere Energie allein ist aber nur ein Teil der Lösung. *„Damit Energieressourcen effizient eingesetzt werden können, muss auch der Gesamtenergieverbrauch sinken. Etwa, indem wir Gebäude sanieren, renovieren und dämmen und den öffentlichen Verkehr flächendeckend und kostengünstig ausbauen“*, so Katharina Rogenhofer abschließend.

#### **Hinweis**

KONTEXT versteht sich als Anlaufstelle für Medien, wenn es um unabhängige Einordnungen in der Klimadebatte und Serviceleistungen wie Kontakte zu relevanten Wissenschaftler:innen, einen Einblick in richtungsweisende Entscheidungen von Politik und Wirtschaft oder die Analyse konkreter Klimathemen geht. Regelmäßige Updates liefern wir mit unseren Presseaussendungen und Medieninfos, zu denen Sie sich in unserem [Pressebereich](https://www.kontext-institut.at/presse/) anmelden können. Bei Fragen und für einen direkten Austausch wenden Sie sich ebenfalls gerne an [presse@kontext-institut.at.](mailto:presse@kontext-institut.at)

####  \[KON\]KLUSIO zum Download 

[202403 KONKLUSIO Technologieklarheit als Schluessel zu einer wirksamen Klimapolitik](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202403_KONKLUSIO_Technologieklarheit-als-Schluessel-zu-einer-wirksamen-Klimapolitik.pdf?dm=1740515735) 

## Grafiken zum Download

[Wo-der-Einsatz-von-Wasserstoff-und-E-Fuels-sinnvoll-ist\_2024-03-20-075138\_ecxc.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Wo-der-Einsatz-von-Wasserstoff-und-E-Fuels-sinnvoll-ist_2024-03-20-075138_ecxc.png?w=1645&h=1379&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515707&s=b95502b011c936dde3cb72df1f22e667) [Waermepumpen-fuenfmal-effizienter-als-Wasserstoff\_2024-03-20-075137\_uiaw\_2025-02-25-180908\_bcke.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Waermepumpen-fuenfmal-effizienter-als-Wasserstoff_2024-03-20-075137_uiaw_2025-02-25-180908_bcke.png?w=1645&h=1379&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515808&s=73aa4aa3c48b76475de9dc0c815381dd) [Technologien-fuer-die-Energiewende-bereit-zum-Einsatz\_2024-03-20-075135\_dafy\_2025-02-25-180750\_qera.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Technologien-fuer-die-Energiewende-bereit-zum-Einsatz_2024-03-20-075135_dafy_2025-02-25-180750_qera.png?w=1645&h=1379&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515607&s=1330396ec4f941f097ec66c9eef845e9) [Elektroantrieb-effizienter-als-Wasserstoff-und-E-Fuels\_2024-03-20-075132\_igee.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Elektroantrieb-effizienter-als-Wasserstoff-und-E-Fuels_2024-03-20-075132_igee.png?w=1645&h=1379&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515736&s=2f97a9b179c5852e2a62a82bbf503335) 

##  Pressekontakt 

Bei Fragen und für einen direkten Austausch sind wir per Mail für Sie erreichbar.

[presse@kontext-institut.at](mailto:presse@kontext-institut.at)

---

  Pressemitteilung# KONTEXT: Neues Institut bringt Ordnung in die Klimadebatte

Mittwoch, 31.01.2024

**Wien, 31. Jänner 2024:** In den vergangenen Jahren wurde die Klimakrise zu einem Fixpunkt vieler Debatten. Seitdem ist die Dringlichkeit klarer geworden, und die Auswirkungen sind spürbarer. Auch die Lösungen gibt es. Allerdings sehen laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts marketagent zwei Drittel der Menschen, dass zu wenige Maßnahmen gegen die Klimakrise gesetzt werden. Ein noch größerer Teil der Bevölkerung hat den Eindruck, dass häufig Einzelinteressen Entscheidungen leiten und manche Lösungen sogar aktiv verhindert werden. Drei Viertel der Befragten wünschen sich deshalb eine unabhängige Institution, die klimapolitische Entwicklungen einordnet. Hier soll KONTEXT, das neu gegründete Institut für Klimafragen, Klarheit bringen.

## **Studie zeigt Unsicherheit, Institut für Klimafragen schafft Klarheit**

*„Die Vermischung von Meinungen und Fakten, die Zuspitzung, die Macht von Falschinformationen: All das führt zu einer unübersichtlichen Klimadebatte, die viele verunsichert und nicht zum Fortschritt beiträgt“,* erklärt Katharina Rogenhofer, Sprecherin von KONTEXT. Dies belegen auch die Zahlen der Studie: Fast 84 Prozent der Menschen sind der Meinung, dass Polarisierung und Spaltung in der Gesellschaft zunehmen und eine lösungsorientierte Debatte zu Klimathemen immer schwieriger wird. KONTEXT will deshalb über naturwissenschaftliche Zustandsbeschreibungen hinausgehen.

Die Frage, ob gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich Weichen im Klimaschutz gestellt werden, ist keine physikalische, sondern eine politische, soziale und kulturelle. „*In Österreich braucht es ein Institut, das beleuchtet, welche Glaubenssätze und berechtigten Ängste vom Handeln abhalten, wer Verantwortung* trägt und Maßnahmen setzen könnte und welche Interessen die Umsetzung erschweren“, unterstreicht Rogenhofer die Wichtigkeit, klimapolitische Entwicklungen verständlich zu erklären. *„Denn Einordnung zu schaffen und Hintergründe zu beleuchten, ist ein essenzieller Schritt gegen Fehlinformation und für mehr Transparenz und Klarheit in Klimafragen.“*

#### **Wissenschaftliche** Analysen und politische Einordnung  

*„Wo fachliche und wissenschaftliche Bewertungen* enden und politische Abwägungen beginnen, wollen wir Einordnung bieten.“, unterstreicht Florian Maringer, der im Institut für Strategie und Analyse verantwortlich ist. Mehr als Dreiviertel der Menschen geben an, dass sie nicht verstehen, wie klimapolitische Entscheidungen zustande kommen und mehr als 87 Prozent haben das Gefühl, die Politik würde dabei vor allem Einzelinteressen bedienen. *„Jemand muss aufzeigen, wie etablierte und informelle Prozesse in Politik und Wirtschaft* in unserer Demokratie funktionieren. Und wie Lösungen aussehen könnten, bei denen sich nicht Einzelinteressen durchsetzen. Es geht jetzt darum, Chancen und internationale Vorbilder aufzuzeigen und klarzumachen, wo die Hebel für Klimaschutz liegen und wer sie betätigen kann.“, schließt Maringer.

##  „Denn Einordnung zu schaffen und Hintergründe zu beleuchten, ist ein essenzieller Schritt gegen Fehlinformation und für mehr Transparenz und Klarheit in Klimafragen.“ 

#### **Fachliche Grundlagen für die Umsetzung**  

85 Prozent der Befragten wünschen sich, dass Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammenarbeiten, um gemeinsam die Klimakrise zu bewältigen. Hier will KONTEXT gut Entscheidungsgrundlagen schaffen*. „Wir ermöglichen Menschen in entscheidenden Positionen, einen klaren Blick auf Lösungen zu haben, um notwendige Veränderungen selbst umzusetzen oder an der richtigen Stelle einzufordern”,* erklärt Tina Deutsch, bei KONTEXT für Operations und Finance verantwortlich. *„Wir wollen Hintergründe liefern, Themen anstoßen, Fakten mitgeben und über Verantwortlichkeiten sprechen. Durch unser Netzwerk können wir unsere Inhalte und Lösungsansätze auch verbreiten.”*

#### **Initiator:innen**   

KONTEXT, das neue Institut für Klimafragen, wurde von Katharina Rogenhofer, ehemalige Sprecherin des Klimavolksbegehrens, Klimaexpertin und Autorin, Tina Deutsch, Unternehmerin mit Erfahrung in Funding und Venture Building, und Florian Maringer, seit 15 Jahren in der Klima-, Energie- und Industriepolitik und zuletzt im Kabinett des Klimaministeriums tätig, gegründet.

#### **Unabhängigkeit und Beirat**   

KONTEXT agiert frei von parteipolitischen Interessen und wirtschaftlich unabhängig. Das wird durch einen umfangreichen Unterstützer:innenkreis und einen hochkarätigen fünfzehnköpfigen Beirat sichergestellt. Dieser garantiert nicht nur die Qualität der Analysen und Inhalte, sondern auch die politische Unabhängigkeit und gesellschaftliche Breite. Gemeinsam mit etablierten Forschungseinrichtungen geht KONTEXT über naturwissenschaftliche Zustandsbeschreibungen hinaus und analysiert die gesellschaftspolitischen Hintergründe für das Handeln bzw. Nicht-Handeln in der Klimakrise.

#### **Hinweis**

KONTEXT versteht sich als Anlaufstelle für Medien, wenn es um unabhängige Einordnungen in der Klimadebatte und Serviceleistungen wie Kontakte zu relevanten Wissenschaftler:innen, einen Einblick in richtungsweisende Entscheidungen von Politik und Wirtschaft oder die Analyse konkreter Klimathemen geht. Regelmäßige Updates liefern wir mit unseren Presseaussendungen und Medieninfos, zu denen Sie sich in unserem [Pressebereich](https://www.kontext-institut.at/presse/) anmelden können. Bei Fragen und für einen direkten Austausch wenden Sie sich ebenfalls gerne an [presse@kontext-institut.at.](mailto:presse@kontext-institut.at)

## Pressebilder Download

[InitiatorInnen\_Kontext\_1MartinaDraper.jpg](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/InitiatorInnen_Kontext_1MartinaDraper.jpg?w=3543&h=2362&auto=compress%2Cformat&fit=crop&crop=focalpoint&fp-x=0.505&fp-y=0.1269&dm=1740515798&s=b166b712bee4cf58bad647822970dda4) [InitiatorInnen\_Kontext\_2MartinaDraper.jpg](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/InitiatorInnen_Kontext_2MartinaDraper.jpg?w=3543&h=2362&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515631&s=de3b27cfbe8b0f3ab2e67271ed9bd9e1) 

####  Weitere Informationen 

[Factsheet KONTEXT Beirat](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Factsheet_KONTEXT-Beirat.pdf?dm=1740515740) [Auswahl Umfrageergebnisse Klimadebatte](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Umfrage-Ergebnisse-AUSWAHL_PR-Mappe.pdf?dm=1740515796) [Umfrageergebnisse Klimadebatte Marketagent KONTEXT 2023](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Umfrageergebnisse_Klimadebatte_Marketagent_KONTEXT_2023.pdf?dm=1740515773) [Factsheet KONTEXT Institut](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Factsheet_KONTEXT-Institut.pdf?dm=1740515723) 

##  Pressekontakt 

Bei Fragen und für einen direkten Austausch sind wir per Mail für Sie erreichbar.

[presse@kontext-institut.at](mailto:presse@kontext-institut.at)

---

  Pressemitteilung# Klimaschädliche Subventionen: Das empfehlen internationale Organisationen

Donnerstag, 25.06.2026

KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer: „*Die Befreiung aus Öl und Gas beginnt damit, aufzuhören, unsere Abhängigkeiten aktiv zu fördern – sprich: die klimaschädlichen Subventionen zu ökologisieren. Obwohl das EU, OECD, IWF und Weltbank explizit empfehlen, lässt die Regierung dieses Win-Win für Budget und Klima auch im Doppelbudget 2027/28 ungenutzt.“*

Morgen Freitag findet im Nationalrat ein Expert:innen-Hearing zum Doppelbudget 2027/28 statt. Das KONTEXT Institut kommt in seiner Budgetanalyse zum Schluss, dass das Doppelbudget keinen Beitrag dafür leistet, dass Österreich die Energiekrise überwinden und sich möglichst schnell aus der Öl- und Gasabhängigkeit befreien kann. Im Gegenteil: Klimaförderungen werden weiter massiv gekürzt, während die Klimaschädliche Subvention im Wesentlichen bestehen bleiben. Zwar plant die Regierung ab 2028 erstmals 190 Millionen Euro an klimaschädlichen Förderungen einzusparen. Das ist grundsätzlich begrüßenswert. Dieser Betrag entspricht jedoch ungefähr der Höhe jener klimaschädlichen Subventionen, die diese Regierung seit ihrem Amtsantritt selbst eingeführt hat.

Dabei läge allein bei den klimaschädlichen Subventionen im Verkehrsbereich durch die Ökologisierung von Pendlerförderungen, Dienstwagen- und Dieselprivileg ein Einsparungspotenzial von jährlich 1,1 Milliarden Euro. Auch internationale Institutionen weisen seit vielen Jahren wiederholt auf diese Reformnotwendigkeit hin. Ein Überblick:

- **OECD** - Umweltprüfbericht für Österreich (2026): „Die Umweltpolitik ist jedoch nach wie vor auf grüne Subventionen angewiesen, die rationeller gestaltet und gezielter eingesetzt werden sollten. Gleichzeitig gibt es immer noch einige schädliche Förderungen, vor allem im Energie- und Verkehrssektor. Ihre schrittweise Abschaffung würde die Wirksamkeit der Politik und die Haushaltsdisziplin fördern.“ ([Quelle](https://www.oecd.org/de/publications/oecd-umweltprufberichte-osterreich-2026-gekurzte-fassung_7c1f5d7d-de.html#executive-summary))
- **IMF** - Article IV Consultation with Austria (2025): “The authorities should aim to cut the deficit to below 2 percent of GDP to put the debt ratio on a declining path. To achieving this while offsetting rising spending pressures, the authorities could consider (…) eliminating environmentally harmful subsidies (…). Gradually increasing the national carbon price could generate additional fiscal resources, help prepare for anticipated higher carbon prices under EU ETS2, and encourage efficient carbon mitigation in service of Austria’s ambitious decarbonization goals.” ([Quelle](https://www.imf.org/en/news/articles/2025/07/02/pr-25237-austria-imf-concludes-2025-art-iv-consult))
- **Weltbank:** Die Weltbank fordert Regierungen weltweit auf, klimaschädliche Subventionen in den Bereichen Fossile Energie, Landwirtschaft und Fischerei umzulenken – und hält fest, dass Länder jährlich sechsmal mehr für die Subventionierung fossiler Brennstoffe ausgeben als sie im Rahmen des Pariser Abkommens für Klimaschutz zugesagt haben. ([Quelle](https://www.worldbank.org/en/news/press-release/2023/06/15/trillions-wasted-on-subsidies-could-help-address-climate-change))
- **EU**: Das 8. Umweltaktionsprogramm der EU verlangt die unverzügliche Abschaffung fossiler Subventionen und verpflichtet die Kommission, dafür einen verbindlichen Monitoring- und Reporting-Rahmen zu schaffen. Dieser Rahmen fehlt bis heute, und Österreich gehört zu jenen Mitgliedstaaten, die keinen konkreten Abbaupfad vorgelegt haben. ([Quelle](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32022D0591#art_3))

**Die Budgetanalyse des KONTEXT Instituts gibt es hier zum Nachlesen:** [**https://www.kontext-institut.at/presse/budgetrede-2026/**](https://www.kontext-institut.at/presse/budgetrede-2026/)

---

  Pressemitteilung# Deutsch: "ETS-Reform schwächt die Planungssicherheit"

Freitag, 17.07.2026

Statement von KONTEXT-Vorständin Tina Deutsch zur ETS-Reform und zum Aktionsplan für die Elektrifizierung

"Die Ökologisierung ist eine große Chance für die Wirtschaft, aber nur wenn Ziel- und Preisklarheit herrscht, damit Unternehmen langfristig planen und investieren können. Der Vorschlag für die ETS-Reform schwächt die Planungssicherheit."

*zur ETS-Reform:*

"Die Ausgabe der Gratiszertifikate an Investitionen in die Dekarbonisierung zu binden, ist eine sinnvolle Antwort auf die berechtigten Bedenken jener Industrien, deren Ökologisierung nicht durch mangelnden Einsatz, sondern aufgrund fehlender Infrastruktur verzögert wird. Dass die Kommission aber den Reduktionspfad der Emissionszertifikate so stark abschwächen will, entwertet die Investitionen, die vorausschauende Betriebe bereits getätigt haben. Der First-Mover-Advantage darf kein First-Mover-Disadvantage werden. Das schwächt die Planungssicherheit und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie."

"Stattdessen sollte das, was die Industrie über den Emissionshandel einzahlt, gezielt in ihre Ökologisierung zurückfließen — und zwar über die vorgeschlagenen 50 Prozent hinaus. Das wäre das bessere Geschäft für die betroffenen Industrien und eine große Chance für deren Wettbewerbsfähigkeit."

Hintergrund: Das Emissionshandelssystem der EU (ETS) ist das zentrale marktwirtschaftliche Instrument für die Ökologisierung der europäischen Wirtschaft. Seit 2005 gilt das ETS für die Sektoren Energie und Industrie. Und es wirkt: Die vom ETS erfassten Emissionen sind zwischen 2005 und 2024 EU-weit um 51 Prozent zurückgegangen und damit deutlich stärker als die gesamten EU-Emissionen im selben Zeitraum.

Eine detailliere Vorab-Einordnung des KONTEXT Instituts zur ETS-Reform [gibt es hier.](https://www.kontext-institut.at/inhalte/eu-emissionshandel-ets/)

*zum Aktionsplan für die Elektrifizierung:*

"Die Elektrifizierung ist ein Geldverbrenner-Aus. Jede Wärmepumpe, jedes E-Auto, jeder elektrifizierte Industrieprozess macht uns unabhängiger von Öl und Gas und schützt uns vor dem nächsten fossilen Preisschock. Und sie stärkt unsere Wirtschaft, denn die Wertschöpfung bleibt bei heimischen Erzeugern, Netzbetreibern und Betrieben, statt ins Ausland an fossile Lieferanten abzufließen."

"Ein klares Elektrifizierungsziel, wie es die EU-Kommission nun plant, ist grundsätzlich der richtige Weg, wobei die Details in weiteren Gesetzesvorschlägen noch zu abzuwarten sind. Es schafft die Zielklarheit, die Österreichs Wirtschaft und Haushalte brauchen, um den Rückstand bei der Elektrifizierung aufzuholen."

## Zugehörige Grafiken zum Download

[202507\_CO2-Ausstoss-in-Sektoren-des-EU-Emissionshandels-sinkt-deutlich-staerker-ETS\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202507_CO2-Ausstoss-in-Sektoren-des-EU-Emissionshandels-sinkt-deutlich-staerker-ETS_KONTEXT.png?w=2000&h=1429&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1784018948&s=2cfc40ac25279de67dc81bdc355bd62d) [202505\_Energiefreiheit\_Elektrifizierung-und-Energieverbrauch-\_KONTEXT.png](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Grafiken/202505_Energiefreiheit_Elektrifizierung-und-Energieverbrauch-_KONTEXT.png?w=4000&h=2857&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1747323441&s=953245be360236c68758ebb741fec8ba) 

##  Weiterführernde Links 

- [Artikel: Der EU-Emissionshandel ist eine Chance für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie](https://www.kontext-institut.at/inhalte/eu-emissionshandel-ets/)

---

  Pressemitteilung# Rogenhofer: "Klimaneutralität 2040 ist Frage der politischen Handlungsfähigkeit"

Dienstag, 18.08.2026

Statement von KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer anlässlich der Debatte um das Klimagesetz:

"Die zentrale Frage beim anstehenden Klimagesetz bleibt, ob Klimaneutralität 2040 als Ziel verbindlich festgeschrieben wird. Damit wird die Regierung zeigen, ob sie in der Lage ist, die großen Krisen unserer Zeit mit den notwendigen Maßnahmen zu beantworten.

Die gestiegenen Energiepreise nach der Blockade der Straße von Hormus machten neuerlich die Notwendigkeit deutlich, uns schnellstmöglich aus der Öl- und Gasabhängigkeit zu befreien. Extremwetterereignisse, wie zuletzt Hitze und Dürre oder zu anderen Zeitpunkten Starkregen und Hochwasser, erfordern eine umfassende Anpassungsstrategie für unser Land, um uns widerstandsfähiger zu machen gegen all das, was jetzt immer öfter und stärker eintreten wird.

Das Klimagesetz kann die Grundlage für Antworten auf beide Herausforderungen sein. Je ambitionierter es ausfällt, desto effektiver können wir weitere Risiken minimieren und desto besser können wir die Chancen für unsere Wirtschaft, Sicherheit und Lebensqualität nutzen. Die eigentliche Frage ist nicht, ob wir uns Klimaneutralität 2040 leisten können, sondern ob wir uns weiteres Zögern leisten können."

Weiterführende Informationen finden Sie in den KONTEXT-Einordnungen [“Fünf gute Gründe für Klimaneutralität bis 2040”](https://www.kontext-institut.at/inhalte/klimaneutralitaet-2040/) (September 2025) und [“Was ein wirksames Klimaschutzgesetz braucht”](https://www.kontext-institut.at/inhalte/was-ein-wirksames-klimaschutzgesetz-braucht/) (Juli 2025).

##  Weiterführernde Links 

- [Fünf gute Gründe für Klimaneutralität bis 2040](https://www.kontext-institut.at/inhalte/klimaneutralitaet-2040/)
- [Was ein wirksames Klimaschutzgesetz braucht](https://www.kontext-institut.at/inhalte/was-ein-wirksames-klimaschutzgesetz-braucht/)

---

  Pressemitteilung# Schnelleinschätzung Klimagesetz: Woran sich der Entwurf messen wird

Freitag, 21.08.2026

Die Regierung hat soeben erste Eckpunkte zum Klimagesetz präsentiert. KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer ordnet diese in einem Statement ein. Zusätzlich hat KONTEXT Kritierien zusammengestellt, woran sich der Entwurf des Klimagesetzes, der kommende Woche in Begutachtung gehen soll, in seiner Wirksamkeit messen lässt.

## Katharina Rogenhofer, Vorständin des KONTEXT Instituts 

*Statement Anfang*

"Dass sich die Regierung zur Klimaneutralität 2040 bekennt und alle nationalen Maßnahmen daran ausgerichtet werden sollen, ist ein richtiges Signal. Wie groß der Schritt dieser Einigung tatsächlich ist, hängt davon ab, wie verbindlich dieses Ziel, die Reduktionspfade und Zeitläufe im Entwurf kommende Woche verankert sind. Denn, wie der genaue Zielpfad ausgestaltet ist, ob er alle Sektoren umfasst, wie unabhängig das Monitoring gestaltet ist und wann Korrekturmechanismen greifen, ist noch unklar. Die genaue Ausgestaltung wird darüber entscheiden, wie wirksam das Gesetzt ist.

Fossile Preisschocks, extreme Hitze und Dürre haben uns in diesem Jahr ganz deutlich gezeigt: Zögern hat einen Preis, für die Sicherheit, die Lebensqualität aber auch für die Wirtschaft. Je ambitionierter wir handeln, desto effektiver können wir weitere Risiken minimieren und desto besser können wir die Chancen der Ökologisierung nutzen. Jeder Euro, den wir in Klimaneutralität stecken ist eine Investition: in niedrigere Energierechnungen, wertbeständige Gebäude, resiliente Infrastruktur, aber auch in zukunftssichere Geschäftsmodelle und Arbeitsplätze."

*Statement Ende*

## Kriterien für ein wirksames Klimagesetz

*An diesen Kriterien wird sich der Entwurf des Klimagesetzes, der kommende Woche in Begutachtung gehen soll, messen lassen.*

### Klimaziel 

Um konkrete Maßnahmen und Reduktionspfade daran auszurichten und so für Orientierung und Planungssicherheit zu sorgen, sollte das Ziel der Klimaneutralität 2040, das im Regierungsprogramm vorgesehen ist, verbindlich im Klimagesetz verankert werden. Außerdem relevant ist, worauf sich andere Stellen im Gesetz beziehen: Tatsächlich wirksam wird ein Ziel erst dann, wenn auch konkrete Maßnahmen darauf ausgerichtet sind und verbindliches Handeln erzeugen.

### Reduktionspfade

Um das Klimaziel zu erreichen, sind entsprechende Reduktionspfade notwendig, die sich am Zieljahr 2040 orientieren. Um die Verantwortlichkeit zuzuordnen und gezielte Sofortmaßnahmen zu setzten, braucht es sektorspezifische Pfade mit jährlichen Zwischenzielen etwa für Verkehr, Gebäude und Energie. Ein Gesamt-Treibhausgasbudget gibt zusätzlich Orientierung. Unabhängig davon, wie gut die Reduktionspfade ausgestaltet sind, ist es wichtig, den Pfad im Gesetz festzuschreiben: Was nicht im Gesetz steht, sondern in einem nachgelagerten Klimafahrplan steht, ist von vornherein weniger verbindlich. Ein Fahrplan kann leichter angepasst, verzögert oder aufgeweicht werden als ein Gesetzestext.

### Maßnahmenpläne im Klimafahrplan

Um die Reduktionsziele zu erreichen, müssen ausreichend Maßnahmen beschlossen und umgesetzt werden. Diese können etwa in Form von Maßnahmenpaketen in einem Klimafahrplan erlassen werden. Notwendig ist jedoch ein konkreter Zeitpunkt nahe nach Inkrafttreten des Klimagesetztes, an dem der erste Maßnahmenplan entlassen werden muss. Und es ist notwendig, dass der Maßnahmenplan die Zielerreichung sicherstellt.

### Monitoring 

Im Klimagesetz sollte einerseits die Prüfung der Maßnahmenpläne durch externe wissenschaftliche Expert:innen verankert werden, um sicherzustellen, dass diese zur Zielerreichung ausreichen. Andererseits sollte ebenso die laufende Prüfung der realen Entwicklung verankert und den Expert:innen ein Vorschlagsrecht für Sofortmaßnahmen eingeräumt werden, falls Zielverfehlungen drohen. Diese Prüfungen sollten in jährlichen, aktuellen Monitoringberichte veröffentlicht werden, Zielverfehlungen klar aufzeigen, Lücken quantifizieren und Vorschläge für Sofortmaßnahmen beinhalten.

### **Sofortmaßnahmen bei Zielverfehlung**

Für den Fall, dass Reduktionsziele nicht erreicht werden, muss ein Mechanismus für den raschen Beschluss von zusätzlichen Sofortmaßnahmen vorgesehen sein und wann dieser wirksam wird. Diese Sofortmaßnahmen müssen verpflichtend und zu vorgesehen Fristen, z. B. spätestens sechs Monate nach dem NowCast, der ein Verfehlen quantifiziert, erlassen werden und ebenso wie Maßnahmenpakete evaluiert werden. Entscheidend ist, auf welchen Reduktionspfad sich das Setzen von Sofortmaßnahmen beziehen.

### Weitere Kriterien

- **Zeitpläne:** Wie wirksam die genannten Aspekte des Klimagesetzes tatsächlich sind, hängt davon ab, wie eng und verbindlich die jeweiligen Fristen gesetzt sind und wie regelmäßig überprüft und aktualisiert wird. Vage oder lange Fristen unterlaufen die oben genannten Kriterien.
- **Verbesserungsgebot/Verschlechterungsverbot:** In vergleichbaren Klimagesetzen ist es Standard, dass Ziele und Maßnahmen nur ambitionierter, nie abgeschwächt werden dürfen.

##  Weiterführernde Links 

- [Fünf gute Gründe für Klimaneutralität bis 2040](https://www.kontext-institut.at/inhalte/klimaneutralitaet-2040/)

---

  Kontext-Event# Launch Event Chancenreport

Dienstag, 09.06.2026

weXelerate, Wien

Chancen erkennen, wo andere nur Risiken sehen: Beim Launch des Chancenreport Österreich (KONTEXT Institut und EY denkstatt) haben wir gemeinsam einen Perspektivenwechsel gewagt: Wie können wir Klimakrise, geopolitische Unsicherheiten und wirtschaftliche Herausforderungen nicht nur als Bedrohung, sondern auch als Ausgangspunkt für Innovation, Wertschöpfung und Zukunftsfähigkeit betrachten?

Die Ergebnisse zeigen klar: Österreichs Unternehmen und Schlüsselbranchen sind nicht nur physischen Risiken ausgesetzt. Ebenso relevant sind die Trägheitsrisiken, also Risiken durch versäumtes Handeln. Gleichzeitig eröffnen sich in allen untersuchten Bereichen konkrete Chancen – durch neue Märkte, technologische Entwicklungen und zukunftsorientierte Geschäftsmodelle.

Ein zentraler Gedanke des Abends: **Klarheit schafft Bewegung.** Wenn Zielklarheit, Technologieklarheit und Preisklarheit gegeben sind, entstehen Investitionen, Innovationen und Umsetzungskraft.

Nach einer kurzen Einführung von KONTEXT-Vorständin Tina Deutsch und einem Überblick über die Ergebnisse der Publikation durch KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer und Christian Plas, Partner bei EY denkstatt, wurde der Raum zu einem *Lagezimmer* umfunktioniert. Auf der Bühne neben Tina Deutsch und Katharina Rogenhofer: Expert:innen aus unterschiedlichen Bereichen, um die Ergebnisse zu diskutieren und auch konkrete Ableitungen für Politik und Wirtschaft zu treffen:

- Christoph Badelt, Präsident des Fiskalrates
- Marie Ringler, Europe Leader Ashoka und Vizepräsidentin European Forum Alpbach
- Wolfgang Urbantschitsch, Wirtschaftsuniversität Wien
- Hanna Sommersacher, Stv. Ressortleiterin Wirtschaft ORF News

#### Der Abend in Bildern

Fotos (c) Marie Feichtinger

Vielen Dank an alle Gäste, Speaker:innen und Partner:innen für die inspirierenden Gespräche und Perspektiven – sowie an die UNIQA Insurance Group für das Ermöglichen dieses besonderen Abends.

##  Weiterführende Links 

- [Websiteartikel: Chancenreport Österreich](https://www.kontext-institut.at/inhalte/chancenreport/)
- [Publikation: Chancenreport Österreich](https://www.kontext-institut.at/publikationen/chancenreport/)

---

  Pressekonferenz# Unsere neue Studie präsentiert!

Dienstag, 12.05.2026

KONTEXT Institut

Kritische Rohstoffe: Bei vielen gilt die Versorgung als stark gefährdet! Das zeigt unsere neue Studie, die wir gemeinsam mit dem ASCII bei einer Pressekonferenz veröffentlicht haben.

Die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen ist ein wachsendes Sicherheitsproblem für Europa und Österreich. Auf Basis von Daten des Supply Chain Intelligence Institute Austria – ASCII können wir in einer neuen Studie zeigen, dass wir die Versorgungssicherheit nur erreichen, wenn wir alle Hebel der Hashtag#Kreislaufwirtschaft nutzen: Von der Reduktion der Nachfrage über Materialeffizienz und Langlebigkeit bis hin zu Wiederverwendung und Recycling.  

Vielen Dank an Peter Klimek und dem Team des ASCII, dass wir die Dimension dieser Abhängigkeiten und die Notwendigkeit der Kreislaufwirtschaft für unseren Wohlstand und unsere Sicherheit in dieser gemeinsamen Arbeit aufzeigen konnten. Das enorme Medienecho der Studie bestätigt die Bedeutung unserer Erkenntnisse.

---

  Kontext-Event# Danke an unseren Beirat!

Mittwoch, 29.04.2026

Ob strategische Weiterentwicklung, Einordnung aktueller Entwicklungen oder der Blick nach vorn – der offene Dialog mit einem so erfahrenen Gremium ist für uns von unschätzbarem Wert.

## **Beiratssitzung**

Zweimal im Jahr nehmen wir uns bewusst Zeit für den intensiven Austausch mit unserem Beirat – am 29. April war es wieder so weit.   

Er hilft uns, unsere Inhalte zu schärfen, unsere Rolle klar zu halten und unserem Anspruch gerecht zu werden: Orientierung in komplexen Fragen rund um Klima, Wohlstand, Demokratie und Sicherheit zu geben.   

Danke für Eure Zeit, Eure Klarheit und Eure Bereitschaft, Dinge auch herauszufordern.

---

  Kontext-Event# Das war unsere Teamklausur

Freitag, 17.04.2026

Unsere diesjährige Teamklausur führt uns wieder nach Niederösterreich - auch heuer an einen Ort, der Raum für Abstand, Austausch und neue Perspektiven schafft.

## Grüße aus dem Yspertal!

Gerade in krisengebeutelten Zeiten und rund um ein inhaltlich herausforderndes Themenfeld legen wir dieses Jahr einen besonderen Fokus auf das Stichwort Leichtigkeit. So machen wir heuer bewusst einen Spagat: zwischen Ernsthaftigkeit und Loslassen zwischen Tiefe und dem Mut.  

Ein besonderes Highlight ist unsere gemeinsame Wanderung durch die Ysperklamm, die für die Essenz unserer Arbeit in dieser Zeit steht: gemeinsam durch anspruchsvolles Terrain gehen – und dabei den Spagat schaffen, der uns als Team beweglich, verbunden und handlungsfähig hält.

---

  Workshop# Den Diskurs im Blick

Samstag, 28.02.2026

Wien

Rund 100 Vertreter:innen aus über 70 österreichischen Klima- und Umweltorganisationen kamen kürzlich bei einer Konferenz, organisiert durch Radius, in Wien zusammen, um sich zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen.

Unsere Analystin Anna Pixer co-moderierte den Schwerpunkt zu Klimanarrativen und Klimakommunikation, wo sie zu Beginn einen kurzen Überblick über den aktuellen Klimadiskurs gegeben hat – auf Basis unserer bisherigen Klimadiskursmonitorings der letzten Jahre. Dabei ging es unter anderem um Fragen wie: Welche Themen prägen die öffentliche Klimadebatte? Wer hat besonders viel Diskursmacht? Und wie sichtbar sind unterschiedliche Akteur:innen im öffentlichen Gespräch?

Der anschließende Workshop war als gemeinsamer Arbeitsraum gestaltet: Organisationen reflektierten ihre eigenen Narrative, tauschten Erfahrungen aus der Praxis aus und diskutierten, welche Botschaften aktuell gehört werden – und welche in Zukunft relevanter werden.

Für uns zeigt sich dabei immer wieder: Gute Klimakommunikation beginnt mit einem klaren Blick auf den Diskurs.

---

  Webinar# Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit

Montag, 02.03.2026

Wie kann Kreislaufwirtschaft konkret die österreichische Wettbewerbsfähigkeit stärken? Diese Frage haben wir im gemeinsamen Webinar mit dem Circular Economy Forum Austria diskutiert. Das Webinar zum Nachschauen gibt es auf unserer Youtube-Seite.

## Webinar verpasst?

---

  WEBINAR# Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit

Donnerstag, 26.02.2026

online

Wie kann Kreislaufwirtschaft konkret die österreichische Wettbewerbsfähigkeit stärken? Um diese Frage ging es letzte Woche in unserem gemeinsamen Webinar mit dem Circular Economy Forum Austria (CEF).

KONTEXT-Vorständin **Katharina Rogenhofer** und Analystin **Johanna Roniger** präsentierten unsere neue Studie: Sie zeigt, wie Österreich vom Kreislaufwirtschafts-Pionier zum Pulsgeber in Europa werden kann.   

Im Anschluss diskutierten Unternehmensvertreter:innen von **Saubermacher Dienstleistungs AG**, **wienerberger** und **Starlinger & Co**, gefolgt von einem Q&A mit den KONTEXT-Expertinnen. Moderiert wurde das Webinar von CEF-Vorstandsmitglied **Gregor Gluttig**.   

Vielen Dank für die spannende Diskussion!

## Webinar verpasst?

---

  Kontext-Event# Das war unser Jahresauftakt 2026

Donnerstag, 29.01.2026

REAKTOR, Wien

Zwei Jahre KONTEXT: Über 200 geladene Gäst:innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft kamen zum KONTEXT Jahresauftakt 2026 im REAKTOR zusammen. In einer besonderen Atmosphäre wurde dabei gemeinsam nicht nur auf die vergangenen zwei Jahre KONTEXT geblickt, sondern vor allem der Blick nach vorne gerichtet: auf Brüche, Übergänge und die Chancen, die darin liegen. Ein herzliches Danke an alle, die diesen Abend möglich gemacht und mitgetragen haben.

## **Keynote: Sanfte Radikalität** 

Den Abend inhaltlich eingeleitet hat Jagoda **Marinić** mit ihrer Keynote: Klar und doch literarisch sprach sie über Verantwortung und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Zeiten tiefgreifender Veränderungen. Ihre Worte machten spürbar, dass Transformation nicht abstrakt ist, sondern im Konkreten beginnt – in Haltung und dem Willen, Verantwortung zu übernehmen.

## **Musik als Resonanzraum** 

Für musikalische Tiefe und emotionale Verdichtung sorgte die Hackbrettistin **Maria Ma** mit Ausschnitten aus ihrem aktuellen Album *Wendezeit*. Gemeinsam mit Gitarrist **Sebastian Wiesflecker** eröffnete sie einen Resonanzraum zwischen Tradition und Gegenwart, zwischen Bruch und Bewegung – ein musikalischer Spiegel des Abends.

## **Verbindung schaffen** 

Durch den Abend führte **Philipp Blom**, der mit seiner ruhigen Präsenz präzise inhaltliche Bögen spannte. Gemeinsam mit den KONTEXT-Vorständinnen **Tina Deutsch** und **Katharina Rogenhofer** gelang es ihm, die unterschiedlichen Perspektiven auf der Bühne miteinander zu verbinden und dem Abend eine klare Dramaturgie zu geben.

#### Ein unvergesslicher Abend in Bildern:

##  Zur Bildergalerie: 

- [Fotos von (c) Martina Draper](https://martinadraper.zenfolio.com/p882362130)

## **Affirmationen zum Thema AufBruch** 

Ein ganz besonderes Element des Abends waren die “**Affirmationen”**: Kompakte Redebeiträge vorgetragen von Entscheider:innen und wichtigen Stimmen aus unterschiedlichsten Bereichen. Sie machten spürbar, worum es an diesem Abend ging: um **Selbstwirksamkeit**, um **Zuversicht** – und um die Überzeugung, dass 2026 voller Chancen ist. Danke an alle Beitragenden:

- **Nadja Hahn (Freie Journalistin & Podcasterin)** sprach über den Mut, „trotzdem“ zu handeln – trotz Angst, trotz Desinformation, trotz Druck – und über die Bedeutung von Qualitätsjournalismus für die Demokratie.
- **Christoph Hofinger (CEO FORESIGHT Institut)** zeigte, dass unsere Zukunft davon abhängt, ob Gefühle und Fakten wieder zueinanderfinden. Fakten müssen „an der Seele anläuten“, damit Vernunft gehört wird.
- **Johannes Kopf (Vorstandsvorsitzender AMS Österreich)** entwarf das Bild eines neuen europäischen Selbstvertrauens; getragen von Zusammenhalt, Demokratie und Klimaschutz als Basis für Wohlstand.
- **Bernadette Luger (Leiterin der Stabsstelle Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit im Bauwesen der Stadt Wien)** machte deutlich, dass Transformation ein bewusster Übergang ist: hin zu Kreislaufdenken, Resilienz und Lebensqualität.
- **Ulrich Streibl (CEO Oekostrom AG)** betonte, dass Energieautonomie Sicherheit und Handlungsspielraum schafft; und dass auch hier der Aufbruch jetzt beginnt.
- **Christiane Noll (CEO Avanade Österreich)** verband digitalen Wandel mit ökologischer Verantwortung und stellte den Menschen in den Mittelpunkt.
- **Kami Krista (Gründer von Elio.earth)** erinnerte daran, dass unsere Antwort auf Krisen Mitgefühl, Respekt und das Bewusstsein tiefer Verbundenheit sein muss.
- **Stefan Wallner (Geschäftsführer des Bündnis für Gemeinnützigkeit)** hielt dem Mythos von „greatness“ die europäische Realität entgegen: Demokratie, soziale Sicherheit und Zusammenarbeit als Stärke.
- **Doris Schmidauer (First Lady)** sprach darüber, wie Beteiligung, Vielfalt und Klimaschutz zu Stärke, Vertrauen und gesellschaftlichem Zusammenhalt führen – und wie jede Stimme und Initiative 2026 unsere Demokratie aktiv lebendig hält.
- **Sarah Haas (Stakeholder Managerin KONTEXT)** schloss – mit dem gesamten Team von KONTEXT stärkend im Rücken – mit einem Plädoyer für Friedensarbeit, neue Narrative und kollektive Selbstwirksamkeit; als Grundlage für Wohlstand, Sicherheit und demokratischen Zusammenhalt.

## **Danke an unsere Partner:innen** 

Unser Jahresauftakt steht auf den Schultern starker Partner:innen. Wir bedanken uns herzlich bei den folgenden Organisationen, die diesen Abend möglich gemacht und damit einen gemeinsamen Aufbruch in das neue Jahr ermöglicht haben: KELAG, Windkraft Simonsfeld AG, Stadtwerke Amstetten, EY denkstatt, avanade und Vöslauer.

---

  Workshop# Der Klimawandel und seine Konsequenzen

Mittwoch, 26.11.2025

Austrian Institute for European and Security Policy

Wenn wir über die Klimakrise und ihre Folgen sprechen, geht es meist um direkte Auswirkungen auf uns und unsere Umwelt: Hitze, Extremwetter, Gletscherschmelze, Biodiversitätsverlust. Worüber wir noch viel zu selten sprechen: den Zusammenhang mit anderen Sicherheitsrisiken im aktuellen Weltgeschehen.

Fossile Rohstoffe sind nicht nur Treiber der Klimakrise, sie machen uns geopolitisch und finanziell abhängig. Sie involvieren uns indirekt in Konflikte, treiben Inflation an und setzen uns volatilen Preisen aus: Pro Jahr kosten uns Öl, Gas und Kohle zehn Milliarden Euro. Das belastet Haushalte und Industrien, aber auch Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Eine Transformation des Energiesystems ist also auch aus einer Sicherheitsperspektive notwendig.

Darüber sprach **Anna Pixer** beim **Workshop „Der Klimawandel und seine Konsequenzen“** am Austrian Institute for European and Security Policy (AIES) gesprochen. Das große Ziel: Die Energietransformation an drei Stellen – Erzeugung (Erneuerbare ausbauen), Verteilung (Netzinfrastruktur stabilisieren) und Verbrauch (Elektrifizierung von Industrie, Verkehr, Gebäuden).

---

  Beiratssitzung# Kompetenz. Unabhängigkeit. Vielfalt: Danke an unseren Beirat!

Dienstag, 18.11.2025

Beim internen Beiratstreffen wurden wir erneut bestärkt, wie wertvoll die Begleitung durch ein vielfältiges und erfahrenes Gremium hochkompetenter Mitglieder ist. Unser Beirat stärkt nicht nur die Qualität unserer Analysen und Inhalte – er sichert auch unsere politische Unabhängigkeit und die gesellschaftliche Breite, die für Klarheit in Klimafragen unverzichtbar ist.

Der offene Austausch über Zukunftsstrategien, die Reflexion über Erreichtes und zukünftige Vorhaben sowie die unterschiedlichen Perspektiven sind eine wichtige Stütze unserer Arbeit. Sie stärken unseren Anspruch, faktenbasiert, wirksam und verantwortungsbewusst zu kommunizieren.  

Voller Ambitionen und Ideen geht es weiter – Brücken bauend, unabhängig und stets sachorientiert.  

Anita Malli EMBA | Verena M. Ehold | Irmgard Griss | Marie Ringler | Johannes Kopf | Franz Angerer | Christoph Hofinger | Tina Deutsch | Katharina Rogenhofer | Georg Günsberg

---

  Keynote# 14. Energiewirtschaftliche Kolloquium der AAEE

Montag, 17.11.2025

AAEE

Am 17. November fand das 14. Energiewirtschaftliche Kolloquium der AAEE gemeinsam mit Wien Energie GmbH und der Vertretung der Europäischen Union in Österreich statt. Unter dem Titel „Who to Charge – Wie lassen sich die Systemkosten gerecht verteilen?“ diskutierten Expert\*innen die drängende Frage: Wie können steigende Energiesystemkosten effizient und fair verteilt werden – und wie bleiben sie langfristig stabil?

Nach einer spannenden KeyNote von Georg Günsberg, diskutierten am Panel Karina Knaus, Christa Schlager, Franz Strempfl und Georg Günsberg.  

Mit der Transformation bis 2040 steigt die Stromnachfrage massiv, während flexible Kraftwerke vom Netz gehen. Parallel dazu erhöhen sich die Systemkosten – ein Spannungsfeld zwischen Investitionen und sozialer Gerechtigkeit.   

Fotocredit: Christian Hofer

- [Hier geht es zum gesamten Nachbericht der Veranstaltung:](https://positionen.wienenergie.at/blog/nachbericht-zum-14-energiewirtschaftlichen-kolloquium-der-wien-energie/)

---

  Kontext-Event# KONTEXT Webinar: Common Ground beim Europäischen Forum Alpbach

Dienstag, 30.09.2025

online

08:30 - 09:00 Uhr + Q&A

## Die radikalste Antwort auf den aktuellen politischen Zeitgeist und die Klimakrise: Common Ground

In den vergangenen Jahren wurden öffentliche Debatten, auch jene über die Klimakrise, zunehmend polarisierter. Konstruktiver Dialog wird dadurch erschwert, dass häufig Falschinformationen verbreitet, Meinungen und Fakten vermischt oder Ängste und Sorgen zugespitzt werden. Das lähmt die Bereitschaft für konkrete Maßnahmen und Entscheidungen.

Um konstruktive Klimapolitik zu beschleunigen und gleichzeitig den demokratischen Diskurs zu stärken, wollen wir Common Ground ins Zentrum der Klimadebatte rücken. Unter Common Ground versteht KONTEXT einen konstruktiven Diskurs, der Gemeinsamkeiten findet und Lösungen ermöglicht. Wir haben zu diesem Zweck einen Leitfaden für konstruktiven Diskurs, den “KONTEXT Common Ground-Check" gestaltet, und beim Europäischen Forum Alpbach 2025 angewandt.

Die zwei Analystinnen von KONTEXT Anna Pixer und Johanna Roniger fassen den Common Ground Check zusammen, untermalen ihn mit Beispielen aus den Diskussionen in Alpbach und beantworten Nachfragen.

##  kostenlos registrieren 

- [Zur Anmeldung](https://events.teams.microsoft.com/event/8782f7a2-8f96-4981-8359-b2a08763551d@928a303d-07eb-49bc-8ce7-d1d4b01c265d)

##  Weiterführende Links 

- [KONTEXT Common Ground Check](https://kontext-institut.at/inhalte/kontext-common-ground-check/)
- [Pocket Guide zum Download](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202507_Common-Ground-Check_Pocket-Guide_KONTEXT.pdf)

---

  Keynote und Panel# Kreislaufwirtschaft als Chance für den Wirtschaftsstandort

Dienstag, 02.09.2025

Wirtschaftskammer Wien

Im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche der Wirtschaftskammer Wien hat unsere Vorständin Katharina Rogenhofer den Fokustag zur Kreislaufwirtschaft mit einer Keynote eröffnet. Ihr Beitrag „Kreislaufwirtschaft als Chance für Wettbewerbsfähigkeit und Standortsicherheit“ machte deutlich, warum der Übergang von einer linearen hin zu einer zirkulären Wirtschaftsweise so entscheidend ist.

## Kreislaufwirtschaft als Chance für Wettbewerbsfähigkeit und Standortsicherheit

Eine **lineare Wirtschaft** birgt große strategische Risiken – von Ressourcenknappheit über geopolitische Abhängigkeiten bis hin zu instabilen Lieferketten und Preisschocks.  

Die **gute Nachricht**: Kreislaufwirtschaft macht uns unabhängiger, krisenfester und innovativer.

- Mehr heimische Wertschöpfung
- Stabile Preise & Versorgungssicherheit
- Weniger Ressourcenverbrauch
- Weniger Emissionen

Für uns im KONTEXT Institut ist klar: **Die Transformation hin zur Kreislaufwirtschaft** ist nicht nur ökologisch notwendig, sondern auch ein zentraler Hebel für wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und die Zukunftsfähigkeit des Standorts.

Foto (c) WKW - Linder

---

  Forum# KONTEXT x European Forum Alpbach 2025: Rückblick

Freitag, 29.08.2025

Alpbach, Tirol

Auch 2025 war KONTEXT offizieller Partner des European Forum Alpbach (EFA). Unter dem Motto „Recharge Europe“ versammelte das Forum wieder zentrale Akteur:innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft, um über die drängendsten Fragen Europas zu diskutieren – und neue Energie für notwendige Veränderungen zu schöpfen.

Als **Reporting Partner** begleiteten wir erneut den **Climate Track** mit Analysen, Beobachtungen und Impulsen zu politischen Diskursen und klimapolitischen Weichenstellungen. Darüber hinaus brachten wir neue Formate nach Alpbach, die sich ganz unserem Fokusthema widmeten.

## **Common Ground in Klimafragen** 

Unser Schwerpunkt in diesem Jahr: Was verbindet uns trotz unterschiedlicher Interessen, Perspektiven oder institutioneller Logiken? Wie schaffen wir Räume für konstruktive Auseinandersetzung und gemeinsame Verantwortung? Und was braucht es, um in entscheidenden Fragen wieder zu gemeinsamer Handlungsfähigkeit zu kommen?

Mit unserem [**Common Ground-Check**](https://kontext-institut.at/inhalte/kontext-common-ground-check/) in Form eines Pocket Guides vor Ort haben wir ein praktisches Tool vorgestellt, die Polarisierung entgegenwirken und Orientierung in komplexen Debatten schaffen.

## EFA24 x KONTEXT: Unser Aftermovie

### Track Forum & Climate Track Reporting 

Auch heuer haben wir die zentralen Fragen des Climate Track eng begleitet: Welche Konfliktlinien prägen die aktuelle Klimapolitik? Wo entstehen neue Allianzen? Und wie können Narrative so gestaltet werden, dass sie nicht trennen, sondern verbinden? Stets im Fokus stand für uns auch hier: Common Ground finden.

Aus diesem Blickwinkel fasst unser **Climate Track Report** die Inhalte der Climate Track Sessions in Alpbach zusammen und bereitet sie verständlich auf.

[European Forum Alpbach 2025 ## Climate Track Report: Finding Common Ground Als Reporting Partner des EFA 2025 fasst KONTEXT die Inhalte der Climate Track Sessions zusammen und bereitet sie verständlich auf. Der Leitgedanke: Common Ground finden. 202509 EFA 2025 Climate Track Report Ai E KONTEXT](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202509_EFA-2025-Climate-Track-Report_AiE_KONTEXT.pdf?dm=1759742020) 

### Common Ground Pocket Guide 

Im Rahmen des Track Forums haben wir auch unseren Leitfaden für konstruktiven Diskurs präsentiert: Unseren [Common Ground Pocket Guide](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202507_Common-Ground-Check_Pocket-Guide_KONTEXT.pdf). Das kompakte Format zeigt praxisnah, wie konstruktiver Diskurs gelingen kann – von der Schaffung von Dialogräumen über das Sichtbarmachen gemeinsamer Interessen bis zum Aufbau von Allianzen.

### Netzwerkevent: Brücken bauen 

Ein Highlight war unser **Netzwerkabend** unter dem Leitgedanken „Common Ground“. Über 100 Gäste erlebten ein Experiment, das in Erinnerung bleibt: Gemeinsam Brücken zu bauen – zwischen Menschen, Disziplinen und Sektoren. Die Resonanz war überwältigend. Wie unsere Vorständin **Tina Deutsch** es formulierte: „Wir haben in Alpbach ein Stück EFA-Geschichte geschrieben.“

Die zentrale Botschaft: Es fehlt uns nicht an Zielen – es fehlt uns an Umsetzung. Der Abend hat gezeigt, dass dort, wo Dialogräume entstehen, auch neues Vertrauen, neue Beziehungen und gemeinsame Handlungsfähigkeit wachsen.

#### Eindrücke des Common Ground Events (c) EFA Andrei Pungovschi

### **Klarheit in Klimafragen – auch in Alpbach** 

Als unabhängiges Institut war es uns erneut wichtig, **Orientierung zu schaffen, Narrative zu hinterfragen und praktikable Lösungen sichtbar zu machen**. Wir nehmen viele wertvolle Gespräche, Impulse und Widersprüche aus Alpbach mit – und tragen sie weiter in unsere Arbeit.

### **Danke & Ausblick** 

Ein herzlicher Dank geht an das Organisationsteam des European Forum Alpbach Teilnehmer:innen unserer Veranstaltungen und Gespräche. Wir freuen uns, die vielen begonnenen Dialoge fortzuführen und gemeinsam weiter daran zu arbeiten, Polarisierung zu überwinden und handlungsfähige Allianzen für Klima, Demokratie und Sicherheit zu schaffen.

##  Weiterführende Links 

- [Der KONTEXT Common Ground-Check](https://kontext-institut.at/inhalte/kontext-common-ground-check/)

---

  Kontext-Event# KONTEXT Webinar: So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren

Mittwoch, 10.09.2025

online

08:30 - 09:00 Uhr + Q&A

Wir alle wissen: Um langfristig eine **sichere und saubere Energieversorgung** zu gewährleisten, braucht es einen ambitionierten **Ausbau von erneuerbaren Energien, Netzen und Speichern.**

Zentral dafür ist unter anderem das Gelingen von **effizienten Genehmigungsverfahren**. Derzeit dauern diese häufig zu lang.

Eine neue Studie des KONTEXT Institut für Klimafragen zeigt, wo die zentralen Engpässe liegen – und welche Maßnahmen erforderlich sind, um Verfahren effizient und gründlich durchzuführen. Konkret werfen wir dabei einen genauen Blick auf **Umweltverträglichkeitsprüfungen** (UVP), **Strategische Umweltprüfungen** (SUP) sowie das geplante **Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz** (EABG).

Im Webinar fasst die Studienautorin **Anna Pixer** die Ergebnisse zusammen und beantwortet vertiefende Fragen.

##  kostenlos registrieren 

- [Zur Anmeldung](https://events.teams.microsoft.com/event/746fc6e2-1f1b-4ec2-8f09-5cf54b87c383@928a303d-07eb-49bc-8ce7-d1d4b01c265d)

---

  Panel# Zukunftsforum Grünes Gas

Donnerstag, 12.06.2025

Palais Niederösterreich, Wien

Beim diesjährigen Zukunftsforum Grünes Gas diskutierte Tina Deutsch mit weiteren Expert:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft über eine der größten Herausforderungen der Energiewende: Wie gehen wir mit Zielkonflikten und gesellschaftlichen Spannungen um – insbesondere, wenn alle eigentlich das Gleiche wollen, aber aneinander vorbeireden?

Im Zentrum des Panels von 16:00–16:50 Uhr stand die Frage: „Alle dafür, doch jeder gegen jeden? Die öffentliche Meinung zu Energie und Klima im Widerspruch.“

### Was prägt den Diskurs?

In seinem Impuls beleuchtete **Peter Filzmaier**, Professor für Politikwissenschaft und Leiter des Instituts für Strategieanalysen, die paradoxen Muster öffentlicher Meinung: Einerseits große Zustimmung zu Klimaschutz im Allgemeinen, andererseits massive Ablehnung bei konkreten Maßnahmen.

Emotionen, Unsicherheit und strategische Kommunikation spielen dabei eine zentrale Rolle – sowohl im politischen Diskurs als auch in der öffentlichen Wahrnehmung.

In der anschließenden Gesprächsrunde diskutierten:

- **Tina Deutsch**, KONTEXT – Institut für Klimafragen
- **Peter Filzmaier**, Universität Graz / ISA
- **Jürgen Streitner**, Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)
- **Michael Woltran**, Austrian Gas Grid Management (AGGM)

Moderiert wurde das Panel von **Martin Szelgrad** (Report Verlag) – mit aktiver Publikumsbeteiligung und Live-Voting.

### Take-aways:

- **Wie wir kommunizieren, ist entscheidend.**  
    Ob es gelingt, Brücken zu bauen, hängt nicht nur von den Inhalten, sondern von der Haltung ab: Gehe ich in Abwehr oder auf Verständnis? Höre ich zu, bevor ich urteile?
- **Dramatik ohne Vision lähmt.**  
    Wer die Dringlichkeit betont, muss gleichzeitig glaubwürdige, positive Zukunftsbilder anbieten – sonst entsteht Ohnmacht statt Handlungsbereitschaft.
- **Grüne Gase haben ihren Platz – aber nicht als Ausrede.**  
    Sie sind ein Baustein in einem neu gedachten Energiesystem. Wer sie als Ersatz für strukturelle Veränderungen verkauft, schadet dem Fortschritt.
- **Ökonomie vs. Ökologie ist ein künstlicher Widerspruch.**  
    Ein Systemwandel gelingt nur, wenn wirtschaftliche und ökologische Argumente gemeinsam gedacht und kommuniziert werden – wie beim Fahrrad: Es braucht beide Räder, um voranzukommen.

---

  Panel# Kitzsummit: Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Mittwoch, 11.06.2025

Lebenberg Schlosshotel, Kitzbühel

Ein Blick in die Zukunft: Beim diesjährigen KitzSummit von Gabi Spiegelfeld diskutierten Katharina Rogenhofer mit Viktoria Izdebska und Florian Tursky über die Schnittstellen von Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit: Zwei Themen, die oft getrennt behandelt werden, in Wahrheit aber eng zusammenspielen. Besonders dort, wo es um Effizienzgewinne geht:

- im Gebäudebereich,
- in der Infrastruktur,
- und in der Produktion.

Ein zentrales Beispiel: Die **Digitalisierung der Energienetze** birgt enormes Potenzial. Sie kann helfen, Energie intelligenter zu verteilen, Lastspitzen zu vermeiden und Ressourcen zu schonen. Doch diese Fortschritte dürfen nicht in einem Jojo-Effekt münden, bei dem wir in anderen Bereichen wieder mehr Energie verbrauchen. Es braucht **kluge, systemische Lösungen**.

Im Raum stand auch die Frage: **Ist Nachhaltigkeit schon wieder passé?** Die nüchterne Antwort: In vielen politischen und wirtschaftlichen Diskussionen leider ja. Doch Nachhaltigkeit darf keine Mode sein. Sie sichert nicht nur unsere Lebensgrundlagen – sie entscheidet auch über Europas Innovationskraft.

**Zukunftsweisende Lösungen** wie  
*terralayr* (Philipp Man), die Speichertechnologien für stabile Energienetze bereitstellen, oder *DeepDrive* (Felix Poernbacher), das Elektromobilität made in Europe neu denkt, zeigen, was möglich ist – **wenn die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden.**

Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten sollten wir nicht in alte Denkmuster zurückfallen. **Jetzt ist die Zeit, die Lösungen von morgen groß zu machen – und Europas Rolle in der Welt neu zu behaupten.**

---

  Kontext-Event# Webinar: Zehn Schritte zur Energiefreiheit

Mittwoch, 04.06.2025

online

8:30–9:00 (Q&A bis 9:15)

Langfristig eröffnet die Energiewende wirtschaftliche, klimapolitische und geopolitische Chancen: sinkende Importabhängigkeit, stabile Preise durch heimische erneuerbare Energien und höhere Effizienz durch Elektrifizierung – wenn sie klug gestaltet wird.

Unsere neue Analyse zeigt zentrale Stellschrauben für einen leistbaren, koordinierten und gesellschaftlich tragfähigen Umbau des österreichischen Energiesystems auf.

Im Webinar präsentieren die Autorinnen **Johanna Roniger** und **Eva Manegold** die zentralen Erkenntnisse und politischen Forderungen. Anschließend besteht bis 9:15 Uhr die Möglichkeit für Fragen und Austausch.

##  Jetzt registrieren 

- [Zur kostenlosen Anmeldung:](https://events.teams.microsoft.com/event/5213523e-5f25-4f9b-939e-7276a7fc3370@928a303d-07eb-49bc-8ce7-d1d4b01c265d)

---

  Panel# Klimaschutz und Sicherheitspolitik

Montag, 26.05.2025

Landesverteidigungsakademie Wien

Was hat Klimaschutz mit Sicherheitspolitik zu tun? Mehr, als viele denken. Katharina Rogenhofer hat bei der Landesverteidigungsakademie Wien über die sicherheitspolitischen Dimensionen der Klimakrise gesprochen – gemeinsam mit u.a. helga kromp-kolb und Brigadier Berthold Sandtner

## **Klimaschutz und Sicherheitspolitik zusammendenken**

Klimakrise und Sicherheitspolitik werden oft getrennt diskutiert – dabei sind sie längst eng miteinander verwoben. Bei der Veranstaltung *„Wissenschaft – Sicherheit – Gesellschaft: Welt zwischen Utopie und Apokalypse“* an der Landesverteidigungsakademie Wien war Katharina Rogenhofer vom KONTEXT Institut eingeladen, um genau diesen Zusammenhang in den Fokus zu rücken.

Im Zentrum des Impulsvortrags und der Podiumsdiskussion standen sicherheitspolitische Risiken der Klimakrise: zunehmende Extremwetterereignisse, die Verwundbarkeit kritischer Infrastruktur, geopolitische Abhängigkeiten durch fossile Energieträger, Desinformation als Destabilisierungsfaktor sowie soziale und wirtschaftliche Spannungen durch volatile Energiepreise.

Klar wurde auch: Klimaschutz ist nicht nur eine ökologische, sondern zunehmend eine strategische Notwendigkeit. Wer in Erneuerbare investiert, senkt nicht nur Emissionen, sondern erhöht Resilienz, sichert Versorgungssouveränität und schafft regionale Wertschöpfung.

Die Veranstaltung hat gezeigt, wie dringend ein sicherheitspolitisches Bewusstsein für die Klimakrise ist – und wie wichtig es ist, ressortübergreifend zu denken.

#### Einblicke



---

  Panel# The Green 100: Ökologisierung als Chance

Mittwoch, 14.05.2025

Wien

Bei der diesjährigen #TheGreen100 in Wien war unsere Vorständin Katharina Rogenhofer Teil der Eröffnungsdiskussion – gemeinsam mit Michael Altrichter, Ulrike Rabmer-Koller, Andreas Rajchl und Katharina Gangl. Die Diskussion machte klar: Die Ökologisierung unserer Wirtschaft ist alternativlos – und zugleich unsere größte Chance.

In ihrem Beitrag betonte sie zentrale Punkte für die Transformation:

- Erneuerbare Energien sind effizienter und günstiger – sie bieten Schutz vor Preisschocks und geopolitischer Abhängigkeit. Das Handelsdefizit von 10 Milliarden Euro bei fossilen Energien allein im Jahr 2024 zeigt, wie teuer das alte System tatsächlich ist.
- Nachhaltigkeit bedeutet Resilienz: Dezentrale Energiesysteme stärken unsere Widerstandsfähigkeit – besonders in Krisen- und Kriegszeiten. Erneuerbare Energien schaffen Sicherheit.
- Zukunftstechnologien sind der Wachstumsmarkt des 21. Jahrhunderts. Während China längst strategisch investiert, muss Europa aufpassen, nicht zum Museum vergangener industrieller Errungenschaften zu werden.
- Der Appell an Unternehmen: Engagiert euch für ambitionierte Klimapolitik. Nur klare, verlässliche Regeln ermöglichen die nötige Planungssicherheit für die anstehenden Investitionen und Innovationen.

Danke an den Klima- und Energiefonds für die Einladung und die Gelegenheit, zentrale Perspektiven für die Klimatransformation in Österreich einzubringen.

Fotocredit (c) Niklas Stadler

---

  Vortrag# AMS Expert Talk

Dienstag, 29.04.2025

Online

Am 29. April 2025 sprach Katharina Rogenhofer, Vorständin des KONTEXT – Instituts für Klimafragen, beim AMS Expert Talk über die Arbeitswelt im Wandel. In ihrer Keynote warf sie einen klarsichtigen und zugleich ermutigenden Blick auf die Transformation, die mit der Ökologisierung der Wirtschaft einhergeht – und welche Chancen sich daraus für Arbeitsmarkt und Personalstrategien ergeben.

Das zentrale Argument: Eine ambitionierte Klimapolitik ist kein Risiko für den Arbeitsmarkt – sondern eine enorme Gestaltungsaufgabe mit Zukunftspotenzial. Die Herausforderungen sind real: Fachkräftemangel, Teuerung, struktureller Wandel. Doch wer den Umbau der Wirtschaft klug gestaltet, kann neue Beschäftigung schaffen, Innovation fördern und soziale Sicherheit stärken.

**Im Fokus:**

- Wie die Klimatransformation zum Jobmotor werden kann
- Welche Kompetenzen in Zukunft besonders gefragt sind
- Warum nachhaltiges Wirtschaften nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist
- Wie Politik und Unternehmen Rahmenbedingungen schaffen können, die Wandel ermöglichen statt verhindern

Der anschließende Expert:innen-Talk mit AMS-Vorstand Johannes Kopf, Magdalena Peckskamp (Deloitte) und Michael Großbötzl (Malerei Großbötzl), moderiert von Gundula Geiginger (PULS 4), vertiefte diese Perspektiven mit konkreten Praxisbeispielen aus Wirtschaft und Beratung.

##  Zur Aufzeichnung des Expert Talks 

- [AMS Expert Talk 2025: Personalstrategien für morgen – nachhaltig denken, gemeinsam gestalten](https://www.youtube.com/watch?v=TXo2iKOHM90)

---

  Keynote# Wie werden Gemeinden zu Klima-Vorreiterinnen?

Mittwoch, 09.04.2025

Saalfelden

In ihrer Keynote am Kommunalwirtschaftsforum in Saalfelden hat Katharina Rogenhofer ausgeführt, wie Gemeinden zu echten Klimavorreiterinnen werden können – und dabei gleichzeitig die Lebensqualität vor Ort steigern.

## Die erwähnten Fokuspunkte: 

- Ortskerne beleben
- Flächen entsiegeln & Wasser speichern
- Erneuerbare ausbauen & Energieberatung fördern
- Mobilitätsangebote verbessern

Kommunen sind Schlüsselakteure der Klimawende – sie kennen die lokalen Bedürfnisse, entscheiden über Raumplanung, Infrastruktur und Energieversorgung. Und oft gilt: Was dem Klima hilft, macht auch das Zusammenleben besser.

Danke an das Kommunalwirtschaftsforum für den wichtigen Raum für Austausch – und an alle, die diesen mitgestalten und vorantreiben.

---

  Impuls und Panel# Was braucht es für die Ökologisierung der Wirtschaft?

Freitag, 21.03.2025

Wien

Beim 5. Austrian Sustainability Summit des Business Circle diskutierte unsere Vorständin Katharina Rogenhofer über die notwendigen Weichenstellungen für eine nachhaltige Wirtschaft. In ihrem Impuls sprach sie über die zentrale Rolle von Interessensvertretungen und Entscheidungsträger:innen für eine ambitionierte Klimapolitik. Österreich hat sich verpflichtet, seine Emissionen bis 2030 um 48 % zu senken – eine historische Chance zur Kurskorrektur, die entschlossene Maßnahmen erfordert.

## Über klimafreundliche Wirtschaft und politische Weichenstellungen

Beim 5. Austrian Sustainability Summit des Business Circle diskutierte unsere Vorständin Katharina Rogenhofer über die notwendigen Weichenstellungen für eine nachhaltige Wirtschaft. In ihrem Impuls sprach sie über die zentrale Rolle von Interessensvertretungen und Entscheidungsträger:innen für eine ambitionierte Klimapolitik. Österreich hat sich verpflichtet, seine Emissionen bis 2030 um 48 % zu senken – eine historische Chance zur Kurskorrektur, die entschlossene Maßnahmen erfordert.

In der anschließenden Paneldiskussion wurde deutlich: Unternehmen haben erhebliche Gestaltungsmöglichkeiten, wenn es um die ökologische Transformation geht. Dafür braucht es jedoch klare gesetzliche Rahmenbedingungen, das Ende einer stop-and-go-Politik und einen Schulterschluss zwischen Wirtschaft, Politik und Interessensvertretungen.

Im daran anschließenden Panel zum Thema "Was braucht es, damit die Ökologisierung der Wirtschaft gelingt?" diskutierte sie gemeinsam mit Daniel-Sebastian Mühlbach, Maria Kollar, Katha Häckel-Schinkinger und Jasmin Duregger. Die Antwort: Eine langfristige Strategie, die legitime Sorgen adressiert, Planungssicherheit schafft und die wirtschaftlichen Chancen der Transformation konsequent nutzt.

---

  Pressekonferenz# Wachstumsmotor Wirtschaftswende

Donnerstag, 13.02.2025

Climate Lab, Wien

Über Vorteile und Chancen der Wirtschaftswende – der nachhaltigen und resilienten Transformation unseres Wirtschaftssystems wurde bei einer gemeinsamen Pressekonferenz des Climate Labs, des Kontext-Instituts für Klimafragen und des Circular Economy Forums Austria gesprochen.

„Die Regierungsverhandlungen von FPÖ und ÖVP sind gescheitert, die Herausforderungen für Österreich bleiben: eine strukturelle Wirtschaftskrise, Budgetdefizit, fällige Klimaziele 2030. Die Ökologisierung der Wirtschaft ist ein Schlüssel für all diese Herausforderungen“, sagt Katharina Rogenhofer im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sigrid Stagl, Karin Huber-Heim und Gebhard Ottacher.

##  Zur Aufzeichnung 

- [Pressekonferenz: Wirtschaftswende - aber richtig](https://drive.google.com/file/d/1uyEZfkShl4-6zRrVnBkeZjAFmbr2l75r/view)

---

  Vortrag# LIDL Stakeholderdialog

Mittwoch, 29.01.2025

LIDL Austria, Salzburg

Unsere Vorständin Katharina Rogenhofer hielt beim Stakeholderdialog von Lidl Österreich in der Zentrale in Salzburg eine Keynote zum Thema „Klimakrise in Österreich: Herausforderungen und Chancen“.

Im Fokus standen Klimakrisenfolgen und die Frage, wie Unternehmen ihren Beitrag zur Ökologisierung der Wirtschaft leisten können – insbesondere mit Blick auf Netto-Null-Ziele, Lieferketten und Maßnahmen zur nachhaltigen Transformation. Dabei gab es spannende Einblicke in die Lebensmittelbranche sowie praxisbezogene Diskussionen zu klimarelevanten Herausforderungen und Lösungsansätzen. Klar ist: viele Schritte müssen und können Unternehmen schon selbst setzen. Aber es braucht zusätzlich klare politische Rahmenbedingungen, um Planungs- und Investitionssicherheit zu schaffen. Entscheidungsträger:innen in Unternehmen können aktiv auf diese Rahmenbedingungen hinwirken, indem sie sich äußern: öffentlich und innerhalb ihrer Interessensvertretungen.

Foto ﻿© Mr. Offenblende

---

  Kontext-Event# Das war unser Jahresauftakt

Donnerstag, 30.01.2025

Labstelle, Wien

Ein Jahr KONTEXT – und was für ein Auftakt ins neue Jahr! Gemeinsam mit 200 Gäst:innen haben wir unseren ersten Geburtstag gefeiert, auf die vergangenen zwölf Monate zurückgeblickt, künstlerischen Beiträgen und inspirierenden Worten lauschen dürfen und die nächsten Schritte in den Fokus gerückt. Ein herzliches DANKE an alle, die diesen Abend mit uns gestaltet haben!

**Ein starkes Zeichen für klimapolitischen Weitblick**

Die feierliche Eröffnung durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen setzte den Ton für den Abend: Es reiche nicht, die richtigen Wege nur zu kennen – wir müssen sie auch beschreiten. Dazu wäre es notwendig, einander zuzuhören und Brücken zu bauen. Ganz in diesem Sinne stand der Austausch zwischen Vertreter:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft im Mittelpunkt des Abends.

Claudine Nierth, Bundesvorstandssprecherin von „Mehr Demokratie“, lieferte mit ihrer Keynote wertvolle Denkanstöße zur Zukunft demokratischer Prozesse – ein Thema, das auch für klimapolitische Entscheidungsfindungen zentral ist.

Musikalische und poetische Highlights setzten Marie Spaemann am Cello sowie das Poetry-Slam-Duo Tommy&Annika, die mit ihren Performances für Gänsehautmomente sorgten. Durch den Abend führte Sonja Kato gemeinsam mit den Vorständinnen des Instituts, Tina Deutsch und Katharina Rogenhofer.

#### **Ein Blick zurück – und nach vorn**

Neben inspirierenden Redebeiträgen prägte vor allem die Möglichkeit für den persönlichen Austausch den Abend. Dabei wurde einmal mehr deutlich: Die Ökologisierung bietet viele Chancen – und es liegt an uns allen, sie mutig zu gestalten.

#### Ein unvergesslicher Abend in Bildern:

##  Zur Bildergalerie: 

- [Fotos von (c) Martina Draper](https://kontextinstitut.sharepoint.com/:f:/s/KontextInstitutfrKlimafragen/EqLz6jzZIn5Ml4LCom8KPE0BXOzEWmgRh7q93uKLG3FopA?e=TWuuQG)

## Unser Jahresauftakt - Aftermovie

---

  Vortrag# KONTEXT beim Alumni Treffen der Klimaschutzakademie

Mittwoch, 20.11.2024

Was zeichnet die Arbeit vom KONTEXT Institut für Klimafragen aus? Auf welche Inhalte haben wir uns in den vergangenen Monaten fokussiert? Warum braucht es unsere Arbeit innerhalb der österreichischen Klimadebatte? Und: Wer kann wie Multiplikator:in unserer Analysen werden? Darüber hat unsere Analystin Anna Pixer beim Alumni Treffen der Klimaschutzakademie gesprochen.

Diskutiert wurden anschließend nicht nur inhaltlich über die Chancen hinter der Ökologisierung. Auch (Ent-)Polarisierung und damit der Spagat zwischen emotionalem und rationalem Diskurs angesichts der Dringlichkeit von effektiver Klimapolitik war Thema, um verschiedene thematische Gruppen anzusprechen.   

Danke an Johannes Naimer-Stach und Marion Zöchbauer für die Einladung - und Gratulation zur Zusammenstellung dieser ambitionierten Gruppe!

---

  Pressegespräch# Reform der klimaschädlichen Subventionen

Dienstag, 10.12.2024

KONTEXT Institut für Klimafragen

In den vergangenen Wochen haben wir konkrete Vorschläge für die Reform von klimaschädlichen Subventionen ausgearbeitet und deren Sparpotential für den Staats- und Emissionshaushalt errechnet. Heute haben unsere Vorständin Katharina Rogenhofer und unsere Analystinnen Anna Pixer und Johanna Roniger im Rahmen einer Pressekonferenz die Ergebnisse präsentiert.

Die nächste Regierung kann bei Pendlerförderung, Dieselprotektionismus und Dienstwagenprivileg jährlich 1,04 Milliarden Euro sparen und mindestens 764.000 Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr vermeiden.

Die nächste Regierung muss die Klimaziele erreichen, den Staatshaushalt konsolidieren und die Wirtschaft aus der Krise führen. Die Abschaffung oder Ökologisierung klimaschädlicher Subventionen kann einen entscheidenden Beitrag für alle drei Aufgaben leisten.

##  Mehr dazu 

- [Nächste Regierung kann bei klimaschädlichen Subventionen im Verkehrssektor jährlich 1,04 Milliarden Euro sparen](https://kontext-institut.at/presse/klimaschaedliche-subventionen-verkehrssektor/)

---

  Impuls# 2 Jahre Climate Lab

Freitag, 11.10.2024

"Wurde nur die Bubble vergrößert?", diese Frage brachte Tina Deutsch bei der 2-Jahres-Feier des Climate Lab auf.

Ihre Antwort darauf: Das Climate Lab hat "die Bubble" derjenigen, die sich für Klimaschutz einsetzen, vergrößert. Doch das als "nur" zu bezeichnen, wäre grundlegend falsch. Denn genau dieses Erweitern des Ökosystems ist am Ende das, was irgendwann zu einem positiven sozialen Tipping Point führt. Wo irgendwann, wenn "die Bubble" aus genug Menschen besteht, das soziale System so kippt, dass echter systemischer Wandel immer realistischer wird.   
Ein wichtiger Beitrag sei es dabei laut Tina Deutsch auch, sogenannte **Serendipity** zu ermöglichen: zufällige Begegnungen oder zufällig etwas Wertvolles oder Nützliches zu entdecken, während man eigentlich nach etwas anderem sucht. Denn: Oft entstehe genau so der größte Impact.   

Das - und vieles mehr, ermöglicht das Climate Lab - und beschleunigt damit die Arbeit an echten Lösungen. Wir von KONTEXT gratulieren dem gesamten Team rund um Gebhard Ottacher zum zweiten Geburtstag – und natürlich auch zur Leidenschaft, der Beharrlichkeit, dem hochprofessionellen Unternehmertum und dem Aufbau einer Institution, die nicht mehr wegzudenken ist.

*Foto (c) Markus Sepperer*

---

  Ausstellung# Beitrag von KONTEXT bei Connected Earth

Mittwoch, 13.11.2024

Ars Electronica, Linz

Am 13.11 wurde die Ausstellung "Connected Earth" im Ars Electronica Linz eröffnet, die in Kooperation mit dem Klima- und Energiefonds entstanden ist. Ein faszinierender Ort, an dem sich Kunst und Wissenschaft begegnen und neue Perspektiven auf unseren Planeten, die Gesellschaft und unser Zusammenleben eröffnen.

Eingebettet in die Atmosphäre unterschiedlichster Installationen und Projekte findet sich auch ein Beitrag von uns: Die in einem digitalen Erlebnis gestaltete Station thematisiert die Dringlichkeit der Klimakrise und den Mangel an ausreichendem Handeln trotz vorhandener Lösungsvorschläge und fokussiert auf die Lücke zwischen Bewusstsein und sinnvollem Fortschritt.  **Dabei werden unter anderem folgende Fragen beantwortet:**

- Was sagt die Wissenschaft zur Klimakrise?
- Was bremst Klimaschutz?
- Sind Technologien das Allheilmittel?
- Geht Klimaschutz auch schneller?
- Ist Klimaschutz ein Wirtschafts-Turbo?
- Geht´s dem Klima gut, geht´s uns allen gut?

Wir bedanken uns beim Organisationsteam rund um Manuela Hillmann, Nicole Grüneis und Gerfried Stocker für die Möglichkeit, unsere Inhalte einem breiten Publikum zugänglich zu machen und eng mit Kunst und Wissenschaft zu verknüpfen.

---

  Beiratssitzung# Strategie, Wirkung, Weitblick: 9 Monate KONTEXT

Freitag, 15.11.2024

Zum Jahresabschluss fand Anfang November die zweite, sehr anregende Sitzung des KONTEXT Institutsbeirats im Kelsen im Parlament statt.

Wir feierten unsere ersten neun Monate mit einem Rückblick, einer Wirkungsanalyse und Impulsen des Beirats für 2025. Unser Ausblick auf die strategische Ausrichtung im kommenden Jahr wurde bereichert mit den vielseitigen Perspektiven und Erfahrungswissen unserer Beiratsmitglieder.   

Danke an unseren Beirat! Danke für Eure Verbundenheit zu KONTEXT. Wir schätzen sehr, dass Ihr Eure Stimme und Gravitas für Klarheit in Klimafragen einsetzt – stets mit Haltung und Brücken bauend.

---

  Workshop# Die Klimakrise als sicherheitspolitische Herausforderung

Donnerstag, 28.11.2024

KONTEXT beim AIES-Workshop: „Responding to a Changing Climate: Security Implications for Austria and Europe“

Im Rahmen des Workshops, der vom Austrian Institute for European and Security Policy (AIES) und dem Bundesministerium für Landesverteidigung organisiert wurde, gab Katharina Rogenhofer von KONTEXT einen Überblick über die Folgen der Klimakrise für die Sicherheit in Österreich und Europa und notwendige politischen Antworten.

---

  Podiumsgespräch# Innovation im Dialog des Klima- und Energiefonds

Dienstag, 03.12.2024

„In Österreich gibt es ganz viele (nicht nur hidden) Champions, die voll an der Ökologisierung der Wirtschaft arbeiten, weil sie wissen, dass es sich mehrfach lohnt“, sagte unsere Vorständin Tina Deutsch bei Innovation im Dialog des Klima- und Energiefonds. "Gerade in der Krise braucht es positive Zukunftsbilder, die Unternehmergeist wecken und Zuversicht verbreiten.“

### 𝗠𝗲𝗵𝗿 𝗭𝘂𝘃𝗲𝗿𝘀𝗶𝗰𝗵𝘁 𝘄𝗮𝗴𝗲𝗻

Im Sinne eines positiven Aufbruchs sollte die nächste Regierung ein umfassendes Standortpaket für Jobs und Wettbewerbsfähigkeit schnüren, mit folgenden fünf Maßnahmen:  

𝟭. 𝗔𝘂𝘀𝗯𝗮𝘂 𝗲𝗿𝗻𝗲𝘂𝗲𝗿𝗯𝗮𝗿𝗲𝗿 𝗘𝗻𝗲𝗿𝗴𝗶𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗡𝗲𝘁𝘇𝗲  
Beschluss des fertigen Erneuerbaren-Ausbaubeschleunigungsgesetz (EABG) und des Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG)  

𝟮. 𝗔𝘂𝘀𝘀𝘁𝗶𝗲𝗴 𝗮𝘂𝘀 Ö𝗹- 𝘂𝗻𝗱 𝗚𝗮𝘀𝗵𝗲𝗶𝘇𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻 𝗶𝗺 𝗕𝗲𝘀𝘁𝗮𝗻𝗱  
Überarbeitung des Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG) und Umsetzung des Gaswirtschaftsgesetzes (GWG)  

𝟯. 𝗜𝗻𝗱𝘂𝘀𝘁𝗿𝗶𝗲 𝗲𝗹𝗲𝗸𝘁𝗿𝗶𝗳𝗶𝘇𝗶𝗲𝗿𝗲𝗻  
Strom und Wasserstoff stabilisieren Energiekosten und sichern die Unabhängigkeit. Österreich könnte so zum führenden Anbieter nachhaltiger Industriegüter werden.  

𝟰. 𝗭𝘂𝗸𝘂𝗻𝗳𝘁𝘀𝘁𝗲𝗰𝗵𝗻𝗼𝗹𝗼𝗴𝗶𝗲𝗻 𝗳ö𝗿𝗱𝗲𝗿𝗻  
E-Mobilität, Wärmepumpen, Geothermie, Speichersysteme, grüne Wasserstoffproduktion für die Industrie etc.: Österreich darf nicht nur Anwender bleiben, sondern muss direkt an der Entwicklung beteiligt sein.  

𝟱. 𝗞𝗹𝗶𝗺𝗮𝘀𝗰𝗵ä𝗱𝗹𝗶𝗰𝗵𝗲 𝗦𝘂𝗯𝘃𝗲𝗻𝘁𝗶𝗼𝗻𝗲𝗻 𝗮𝗯𝘀𝗰𝗵𝗮𝗳𝗳𝗲𝗻 𝗼𝗱𝗲𝗿 ö𝗸𝗼𝗹𝗼𝗴𝗶𝘀𝗶𝗲𝗿𝗲𝗻  
Das schafft budgetären Spielraum für Investitionen in die Ökologisierung und ermöglicht, die EU-Klimaziele 2030 zu erreichen.

---

  Vortrag# Climate Symposium in Linz: Chancen der EU-Klimapolitik für Städte

Freitag, 29.11.2024

Climate Day Symposium in Linz

Das KONTEXT Institut für Klimafragen war beim **Climate Day Symposium in Linz,** um einen Beitrag zu den Chancen der EU-Klimapolitik für Städte wie Linz zu leisten. Dabei wurde von unserer Analystin **Johanna Roniger** deutlich gemacht, wie wichtig eine starke EU-Klimapolitik für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Industriestädten ist.

**Zentrale Themen des Vortrags:**

- **Städtische Industrie wie in Linz benötigt eine robuste EU-Klimapolitik**, um ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern und im globalen Wettbewerb erfolgreich zu bleiben.
- **Energieeffizienz und Gebäudewende**: Die Umsetzung der EU-**Gebäuderichtlinie (EPBD)**, die Einführung des **Klimasozialfonds** zur Bekämpfung von Energiearmut sowie die Erweiterung des EU-**Emissionshandels** (ETS) für den Gebäudesektor werden maßgebliche Veränderungen mit sich bringen.
- **Erwartungen an den Clean Industrial Deal (Green Deal 2.0)**, der in den kommenden Wochen von der neuen EU-Kommission vorgestellt wird, und die potenziellen Auswirkungen auf die industrielle Transformation.

Das KONTEXT Institut bedankt sich herzlich bei **Rainer Rathmayr** und **Katharina C. Gruber** (Magistrat Linz) für die Einladung und den Austausch. Wir möchten uns ebenfalls bei den anderen Expert:innen des Symposiums bedanken: **Lukas Bayer** (Netzwerk Klimajournalismus Österreich), **Oliver Schrot** (Zwanzigvierzig – Beratung zu Klimaneutralität und Klimapolitik), **Kristina Eisfeld** (Klima-Bündnis), **Katrin von Hagke** (Südwind) und vielen weiteren großartigen Speaker:innen und Teilnehmenden.

**Wir freuen uns darauf, den Dialog über die Zukunft der Klimapolitik fortzusetzen!**

---

  Vortrag# Policy Talk an der Central European University

Mittwoch, 04.12.2024

Im Rahmen der renommierten *Policy Talks Series* des Department of Public Policy fand kürzlich eine spannende Veranstaltung zum Thema „Climate Delay“ statt. Unsere Vorständin Katharina Rogenhofer war vor Ort, um an der Diskussion teilzunehmen und ihre Expertise einzubringen.

Der Fokus der Veranstaltung lag auf den subtilen Strategien, die Fortschritte im Klimaschutz verzögern. Während die Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen kaum zu übersehen ist und zahlreiche Lösungen bereits verfügbar wären, bleibt die Umsetzung häufig hinter den Möglichkeiten zurück. Der Vortrag beleuchtete Mechanismen der Verzögerungstaktiken und diskutierte Wege, um diesen entgegenzuwirken.

Neben einem inspirierenden Vortrag bot die Veranstaltung Raum für Austausch: In einer anschließenden Fragerunde konnten die Teilnehmer:innen kritische Perspektiven einbringen, bevor der Abend bei Snacks und Getränken ausklang.

Wir freuen uns, dass Katharina Rogenhofer unser Institut in diesem bedeutenden Dialog vertreten konnte und damit einen Beitrag zur kritischen Auseinandersetzung mit globalen und lokalen Klimafragen leistete.  

Foto (c) Boglarka Fule

---

  Forum# KONTEXT x European Forum Alpbach 2024: Rückblick

Samstag, 31.08.2024

Alpbach, Tirol

Das European Forum Alpbach 2024 bot KONTEXT eine hervorragende Plattform, um Klimathemen mit führenden Köpfen aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Kultur und Wissenschaft zu diskutieren. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos „Moment of Truth“ standen dabei besonders drängende Fragen im Fokus.

#### Als offizieller Reporting Partner des „Climate Track“ konnten wir uns neben renommierten Institutionen wie Bruegel, dem Jacques Delors Institut und dem Austrian Institute for European & Security Policy positionieren. Unsere Mission: Klarheit in die Klimadiskussion zu bringen und Debatten auf ein neues Niveau zu heben. Unsere Highlights:

#### Track Forum I & II: Vernetzung und Austausch  

Im Rahmen der „Europe in the World Days“ und „Austria in Europe Days“ am 26. und 29. August organisierten wir zwei Track Foren, die sich auf die drängendsten Fragen der Klimakrise konzentrierten. Viele klimainteressierte Teilnehmende kamen zusammen, um sich über die Programmhöhepunkte und zentralen Kontroversen in den Klimadiskussionen vor Ort auszutauschen.

Dabei standen die Fragen im Vordergrund: Wie kommen wir vom Reden ins Handeln? Welche Argumente bremsen uns aus, und wie überwinden wir diese? Besonders wichtig war uns, die Entpolarisierung der Debatte voranzutreiben und Lösungen zu diskutieren, die bereits heute funktionieren. Das gemeinsame Mittagessen bot den Teilnehmenden zudem die Möglichkeit, sich in einer informellen Atmosphäre zu vernetzen und Ideen auszutauschen.

## EFA24 x KONTEXT: Unser Aftermovie

#### Klimadebatte „Markt vs. Staat“ 

Braucht es (mehr) staatliche Eingriffe, um die Klimakrise zu bewältigen – oder soll der Markt alles lösen? Im Congress Centrum des European Forum Alpbach diskutierten Alice Schmidt, Sabine Herlitschka, Johannes Kopf und Sebastian Heinzel diese Frage in einem außergewöhnlichen Debatten-Format und mit der Mission, Brücken zwischen den verschiedenen Ansichten zu bauen.

**In der von KONTEXT initiierten Session argumentierten Alice Schmidt und Johannes Kopf für eine aktivere Rolle des Staates in der Klimapolitik - mit Argumenten wie folgenden:**   

"Freiwillige Maßnahmen reichen für tatsächliche Verhaltensänderungen nicht aus. Es braucht klare Ziele, Regulierungen und Anreize, um die nötigen Emissionsreduktionen auch wirklich zu erreichen."; "Viele Unternehmen wünschen sich stärkere Regulierung, um Wettbewerbsgleichheit und Rahmenbedingungen zu schaffen."; "Lobbyismus vieler klimaschädlichen Industrien behindert wirksamen Klimaschutz und führt so zu einem verzerrten Markt und schlussendlich zu Marktversagen."  **Sabine Herlitschka und Sebastian Heinzel hingegen sahen die Lösung in einem Vertrauen auf die Entwicklungen des freien Marktes:** Unternehmen entwickeln selbst innovative Lösungen. Der Staat sollte die dafür notwendigen Rahmenbedingungen geben, ohne zu viel einzugreifen."; "Privates Kapital und eine freie Marktdynamik sind unerlässlich für die grüne Transformation. Der Staat sollte Technologie und Innovation fördern, jedoch nicht überregulieren."; "Klare Ziele statt detaillierter Maßnahmen: Die Transformation braucht Leitmärkte, die durch Innovation und technologische Fortschritte vorangetrieben werden."

Die Abstimmung des Publikums zeigte vor den Argumenten der Diskutant:innen zunächst eine deutliche Mehrheit für starke staatliche Eingriffe. Doch nach der Diskussion konnte die Meinung noch um ein paar Prozentpunkte gedreht werden. Schließlich folgte, wie es die Moderatorin, unsere Vorständin Tina Deutsch nannte, der echte "Moment of Truth" in einer dritten Abstimmung:  

98 % der Zuseher:innen stimmten dafür, dass es ein intelligentes Zusammenspiel aus Markt und Staat braucht, um die Klimakrise zu bewältigen. **Das Fazit: Ein pauschales Ablehnen von marktbasierten Instrumenten oder Regularien bringt Polarisierung voran, anstatt Brücken zu den bestmöglichen Lösungen zu bauen.**  

Ein herzlicher Dank geht an unsere Sponsoren-Unternehmen UNIQA Insurance Group und Hans(wo)men Group sowie an unsere Partner:innen von GRIPS und CEOs FOR FUTURE für ihre Unterstützung. Danke auch allen Teilnehmenden für ihren Beitrag zur Entpolarisierung und konstruktiven Lösungsfindung.   

Weitere Einblicke ins Common Ground Event gibt es in folgendem Video:

#### Gastauftritt beim Klimastreik, Podcasts und Interviews

Außergewöhlich war auch der kurze, kraftvolle Beitrag unserer Vorständin Tina Deutsch während des Klimastreiks der Aktivist:innen von Fridays for Future vor Ort. Auch Interviews mit Katharina Rogenhofer und Tina Deutsch haben uns die Möglichkeit gegeben, unsere Positionen zu schärfen und wertvolle Gespräche zu führen. Besonders freuen wir uns über unsere Teilnahme an zwei Podcasts, die uns die Möglichkeit gaben, unsere Perspektiven in die breitere Öffentlichkeit zu tragen.

##  Jetzt reinhören: 

- [Die Presse "Was wichtig ist" aus Alpbach mit Tina Deutsch](https://www.diepresse.com/18803493/8-luisa-neubauer-beim-climate-strike-und-wie-die-alpbacher-den-klimawandel-spueren)
- [ORF Special zu Alpbach mit Katharina Rogenhofer und Martin Selmayr](https://sound.orf.at/podcast/oe1/oe1-europa-journal/rogenhoferselmayr-wir-koennen-co2-reduzieren-und-trotzdem-wachsen)

#### Unzählige Sessions und neue Kontakte 

Unser Team war bei über 25 Sessions präsent und nahm aktiv an Diskussionen teil. Dabei knüpften wir zahlreiche neue Kontakte und führten Gespräche mit Expert:innen und Teilnehmenden aus unterschiedlichsten Bereichen.

**Unser Fazit:** Das European Forum Alpbach 2024 war für uns nicht nur eine Chance, tief in die Klimadebatten einzutauchen, sondern auch, durch unsere Veranstaltungen und unsere Präsenz neue Impulse zu setzen. Die positive Resonanz von Teilnehmenden und Expert:innen bestärkt uns, weiter daran zu arbeiten, Lösungen für die Klimakrise zu finden und den Dialog zu fördern.

**Ein großer Dank geht an das gesamte Team des European Forum Alpbach – besonders an **Mirta Surlina** und Andreas Berger – für die hervorragende Zusammenarbeit. Wir freuen uns auf die Fortsetzung dieses inspirierenden Austauschs in den kommenden Jahren!**

##  weitere Eindrücke 

- [Nachbericht LinkedIn](https://www.linkedin.com/posts/kontext-institut_%F0%9D%90%8A%F0%9D%90%8E%F0%9D%90%8D%F0%9D%90%93%F0%9D%90%84%F0%9D%90%97%F0%9D%90%93-%F0%9D%90%9A%F0%9D%90%A6-%F0%9D%90%84%F0%9D%90%AE%F0%9D%90%AB%F0%9D%90%A8%F0%9D%90%A9%F0%9D%90%9E%F0%9D%90%9A%F0%9D%90%A7-%F0%9D%90%85%F0%9D%90%A8-activity-7237382498773590016-RxYF?utm_source=share&utm_medium=member_desktop)

---

  Podiumsdiskussion# \#ktag Public Relations Verband Austria

Dienstag, 25.06.2024

The Stage Vienna

Die Kommunikation bei Infrastrukturprojekten ist ein Schlüssel zur Energiewende: Unser Vorstand Florian Maringer diskutierte beim ktag der Public Relations Association Austria gemeinsam mit Karin Strobl, Charlotte Hager und Peter Kleemann über die essenzielle Rolle von Kommunikation in der Umsetzung der Energiewende.

Dabei betonte er die Bedeutung glaubwürdiger politischer Unterstützung: Nur wenn Politiker: innen klar und transparent handeln, Klimaschutz glaubwürdig vertreten und der Bevölkerung Sicherheit geben, gewinnen Infrastrukturprojekte das Vertrauen der Bevölkerung.   

Die Kernaussage: Politik und Unternehmen müssen gemeinsam Verantwortung tragen. Ohne politisches Commitment und Leadership fehlt es Projekten an Rückhalt, und Unsicherheit öffnet Türen für Desinformation. Eine klare Kommunikation durch alle politischen Ebenen ist unerlässlich, um Zweifel zu überwinden und die Energiewende voranzutreiben.

---

  Podiumsdiskussion# AWES Windenergiesymposium

Mittwoch, 26.06.2024

Aula der Wissenschaften Wien

Das Österreichische Windenergie-Symposium ist Treffpunkt für Personen und Unternehmen mit direktem Bezug zur Windenergie: Aktive und zukünftige Betreiber von Windenergieanlagen, Firmen und Forschungseinrichtungen im Energiebereich, Energieversorgungsunternehmen, Ingenieurbüros, Vertreter aller Windenergie-Geschäftszweige, Entscheidungsträger aus Politik, Ämtern und Behörden, Windenergieinteressierte. Das Oberthema 2024: "Die große Transformation". Die Hebel und Herausforderungen der Energiewende diskutierte Katharina Rogenhofer mit am zugehörigen Panel.

Sie betonte dabei, dass in den vergangenen Jahren wichtige strukturelle Maßnahmen auf EU- und nationaler Ebene ergriffen wurden, teilweise durch die erhöhte Aufmerksamkeit für das Thema Klima. Dennoch sei die Akzeptanz der notwendigen Transformation sowohl in der Gesellschaft als auch in der Wirtschaft noch nicht ausreichend angekommen.

Rogenhofer hob weiters hervor, dass die Vorteile der Ökologisierung sowie ihre Unausweichlichkeit oft von Desinformation überschattet werden. Die Bekämpfung dieser Desinformation sei entscheidend, um den Wandel voranzutreiben und nachhaltig zu gestalten.

Foto © Astrid Knie

---

  Podiumsgespräch# Dilemma Salon Klimabiennale Wien

Mittwoch, 03.07.2024

Nordwestbahnhof, Wien

Beim Dilemma Salon im Rahmen der Klimabiennale Wien stand folgende Frage im Mittelpunkt: "Warum gelingt es nicht, wissenschaftliche Erkenntnis in gesellschaftliches und politisches Handeln umzusetzen?" Rudi Anschober, Christoph Thun-Hohenstein und Katharina Rogenhofer gingen dieser Frage gemeinsam auf den Grund.

#### Dabei wurden insbesondere folgende Themen diskutiert:

\- Das Fehlen von positiven Visionen und Emotionen im Klimadiskurs.   
\- Der Bedarf an internationaler und lokaler Zusammenarbeit.   
\- Die Notwendigkeit für mehr Mitbestimmung und Gestaltungskraft der Bürger:innen   

Der Dialog zeigte deutlich, dass es für den zukunftsorientierten Umbau und die Ökologisierung der Wirtschaft und Gesellschaft noch mehr braucht, als Gesetzestexte und technologische Lösungen - und dass auch der Diskurs über Klimathemen eine Schlüsselrolle spielt.   

Danke für das spannende Format, Klimabiennale Wien!  

Foto © Johannes Brossmann - PlanSinn

---

  Podiumsdiskussion# Cocktail mit Weitblick

Mittwoch, 19.06.2024

k47, Wien

Geopolitisch ordnet sich die Welt gerade neu. Wie die Zukunft aussieht, ist ungewiss. Mit Blick auf Europa bleibt die große Frage: Wird Europa sich stark und geeint weiterentwickeln, oder wirtschaftlich ins Hintertreffen geraten? Unsere Vorständin Katharina Rogenhofer war Teil eines inspirierenden Austauschs im k47 Wien zu genau diesen Fragen.

Die Geopolitik- und Sicherheitsexpertin Velina Tchakarova eröffnete den Abend mit einer Keynote und präsentierte vier mögliche Szenarien für Europas künftige Rolle in der globalen Ordnung.   

In der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Corinna Milborn, wurden diese Szenarien vertieft und Strategien für ein starkes Europa besprochen. Katharina Rogenhofer unterstrich dabei die Notwendigkeit von proaktiven technologie- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen um eine Ökologisierung voranzutreiben, Innovation zu fördern und zu verhindern, dass Europa ein Freilichtmuseum alter Technologien wird.  **Weitere spannende Einblicke kamen von:**

- **Sabine E. Herlitschka** (Infineon Technologies Austria AG), die die Wichtigkeit politischer Impulse für eine Industrietransformation unterstrich.

- **Karin Huber-Heim** (Circular Economy Forum Austria), die für eine effektive Kreislaufwirtschaft plädierte, um wirtschaftliche Abhängigkeiten zu mindern.

- **René Tritscher** (ABA - Invest in Austria), der auf die internationale Stärkung des europäischen Standorts hinwies.

Ein großes Dankeschön an inloop, Gaisberg Consulting, die Decition Advisory Group GmbH, SAP und alle Teilnehmenden für den spannenden Abend und den wertvollen Austausch.  

Foto (c) Philipp Lipiarski

---

  Bühnengespräch# The Green 100: Green Finance im Kontext

Donnerstag, 06.06.2024

Hofburg Wien

Tina Deutsch im Gespräch über die Rolle von Geld für Ökologisierung der Wirtschaft, gemeinsam mit Gebhard Ottacher vom Climate Lab

#### 𝐄𝐢𝐧 𝐩𝐚𝐚𝐫 𝐄𝐢𝐧𝐛𝐥𝐢𝐜𝐤𝐞 𝐢𝐧 𝐝𝐢𝐞 𝐔𝐧𝐭𝐞𝐫𝐡𝐚𝐥𝐭𝐮𝐧𝐠

Die Erreichung des österreichischen Ziels der Klimaneutralität bis 2040 wird ein echter finanzieller Kraftakt – es braucht sehr große Mittel binnen kürzester Zeit. Diese sind überschlagsmäßig in etwa vergleichbar mit der Größenordnung der jährlichen Kosten der amerikanischen Apollo-Missionen zwischen 1962 und 1971 – oder den jährlichen österreichischen Finanzmitteln, die während der Corona-Pandemie aufgebracht wurden.

Die Kosten eines Nichthandelns sind jedoch nochmal umeiniges höher: Neue Berechnungen des Potsdam Instituts für Klimawandelfolgen erwähnen hier den Faktor 6.   

Österreich hat in den letzten Jahren durchaus beträchtliche Mittel für die Klimawende ausgegeben – sowohl öffentlich als auch privat – es bleibt jedoch eine große finanzielle Lücke. Um diese zu schließen, bedarf es jedenfalls des Zusammenspiels aller Sektoren.   

Die gute Nachricht: Investments in die Klimawende können die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen stimulieren und daher das BIP steigern und schaffen Arbeitsplätze und Aufträge für Unternehmen.   

Das Fazit von Tina Deutsch: "Wie können wir alle unser Geld mobilisieren, um die Klimawende rascher voranzutreiben? Jeder investierte Euro hat einen Impact, ob ich will oder nicht. Denken wir genug darüber nach, was unser Geld eigentlich bewirkt? Geld fließt global zu viel in Vorhaben, die unser Leben gefährden und unseren Planeten zerstören. Wäre doch schön, wenn wir uns eine Welt schaffen, in der wir unser Geld für uns arbeiten lassen, anstatt gegen uns.

Foto © Nicola Montfort

##  Zur Veranstaltung 

- [The Green 100](https://www.thegreen100.at/)

---

  Kontext-Event# Das war unser Launch Event am 31. Jänner 2024!

Mittwoch, 31.01.2024

Wien

Unser Launch Event im **Kelsen im Parlament** markierte den ersten Meilenstein von KONTEXT. Zusammen mit über 200 Gästen haben wir den Start unseres Instituts gefeiert und unsere Mission enthüllt. Ein herzliches DANKE an alle, die an diesem besonderen Ereignis teilgenommen haben!

#### Auf dem Dach der Demokratie gab es den offiziellen Startschuss für die neue unabhängige Stimme, die ab jetzt klimapolitische Einordnung bieten wird - KONTEXT. Vertreter:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik haben gemeinsam im Parlament gemeinsam mit uns über die drängenden Fragen der Klimakrise diskutiert. 

Dass herausfordernde Zeiten auf uns zukommen, wurde schon beim Einstieg der Moderation durch Sonja Kato klar. Neben der Klimakrise werden Polarisierung und Desinformation unsere nächsten Jahre begleiten und politische Debatten prägen. Doch bei der Zustandsbeschreibung sollte der Abend nicht enden. Vielmehr boten die drei Redner:innen des Abends Ausblicke auf Lösungsansätze und konkrete Handlungsmöglichkeiten.

Daniela Kraus, Generalsekretärin des Presseclub Concordia, unterstrich gerade in Zeiten komplexer Herausforderungen die Notwendigkeit guter Grundlagen für mediale Einordnung. Fundierte Analysen, verständliche Aufbereitung, ein Blick hinter die Kulissen, all das seien Grundsteine einer mündigen Debatte und ein wichtiger Schritt gegen Fehlinformationen. Wolfgang Anzengruber griff als erfahrener Lenker aus der Wirtschaft, die Chancen einer Transformation heraus. Klimaschutz sei keine moralische Frage, sondern eine soziale und wirtschaftliche Notwendigkeit, die auch den Mut erfordere, sich nicht von beharrenden Kräften bremsen zu lassen: „Wir sollten nicht erwarten für Zukunftsentscheidungen den Applaus der Gegenwart zu bekommen“.

Hans Joachim Schellnhuber, Leiter des IIASA und langjähriges Mitglied des Weltklimarats, sprach im Anschluss daran mit inspirierenden Worten darüber, wie wir den größten Risiken unserer Zeit angemessen begegnen können. Und er gab KONTEXT gleich konkrete Handlungsaufträge. Obwohl viel über die Klimakrise und die Lösungen bekannt ist, gäbe es gesellschaftlich eine wachsende kognitive Dissonanz, die Menschen vom Handeln mit langfristiger Perspektive abhalte. Diese Lücke zwischen dem Notwendigen und dem scheinbar Machbaren brauche Dialog, Aufklärung, Transparenz und ein Aufzeigen von Möglichkeiten. Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: „Stellen Sie sich vor, das Institut trägt dazu bei, dass sich das Blatt der Klimageschichte innerhalb von fünf Jahren wendet und Österreich geht voran - als erstes Land in Europa.“ Sonja Kato fügte dieser Steilvorlage noch ein lachendes „No pressure“ hinzu.

##  Stellen Sie sich vor, das Institut trägt dazu bei, dass sich das Blatt der Klimageschichte innerhalb von fünf Jahren wendet und Österreich geht voran - als erstes Land in Europa. 

Anschließend folgte die mit Spannung erwartete Präsentation des Instituts durch die Initiator:innen Katharina Rogenhofer, Tina Deutsch und Florian Maringer. Als Antwort auf die großen Herausforderungen will KONTEXT klimapolitische Einordnung bieten, Desinformationen entgegenwirken, Hintergründe beleuchten und damit auch Entscheidungsträger:innen Werkzeuge in die Hand geben Veränderungen selbst umzusetzen, oder an der richtigen Stelle einzufordern.

Getragen wurde der Abend genau von denen, die einen Unterschied machen können – in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Die Vielfalt der Anwesenden unterstrich die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtung der Klimakrise und auch die Chancen von gemeinsamem Handeln. Wir sind sehr dankbar für die zahlreichen Unterstützer:innen, die uns bereits auf unserem Weg begleiten, und freuen uns darauf, gemeinsam Klarheit in Klimafragen zu schaffen. Danke für das große Interesse, die vielen positiven Rückmeldungen und die rege Teilnahme!

## Ein unvergesslicher Abend in Bildern:

[DRA06237\_cMartinaDraper.jpg](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/DRA06237_cMartinaDraper.jpg?w=2244&h=1496&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515621&s=aac6e2de4f96144b60f151e42308c786) [DRA06379\_cMartinaDraper.jpg](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/DRA06379_cMartinaDraper.jpg?w=2244&h=1496&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515621&s=dde4fc2489dffe4a4c818cdf73c0b5d7) [DRA08153\_cMartinaDraper.jpg](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/DRA08153_cMartinaDraper.jpg?w=2244&h=1496&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515753&s=396f8d1f952efc88256ea59c37825c2e) [DRA06276\_cMartinaDraper.jpg](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/DRA06276_cMartinaDraper.jpg?w=2244&h=1496&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515614&s=bab0e3e7e5aa014b8db61136ac1180e7) [DRA06349\_cMartinaDraper.jpg](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/DRA06349_cMartinaDraper.jpg?w=2244&h=1496&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515803&s=1fb5958a497748a89e71155692f940ca) [DRA05960\_cMartinaDraper.jpg](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/DRA05960_cMartinaDraper.jpg?w=2244&h=1496&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515790&s=06933f0eecfb98f3849fea3357ff52c2) 

##  Zu allen Fotos (Copyright Martina Draper) 

- [https://martinadraper.zenfolio.com/p62227023](https://martinadraper.zenfolio.com/p62227023)

---

  Panel# Cocktail mit Weitblick 2026

Mittwoch, 10.06.2026

k47, Wien

Kann sich Europa Moral noch leisten? Mit dieser bewusst zugespitzten Frage beschäftigte sich die vierte Ausgabe von „Cocktail mit Weitblick“ im k47 Wien. Gemeinsam mit Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft wurde diskutiert, welche Rolle moralische Standards in Zeiten geopolitischer Unsicherheit, wirtschaftlicher Herausforderungen und gesellschaftlicher Transformation spielen.

Den Auftakt des Abends gestaltete der Philosoph und Bestsellerautor Philipp Hübl mit einer Keynote zu Moral, öffentlicher Debatte und verantwortungsvollem Handeln. Dabei zeigte er auf, wie moralische Fragen gesellschaftliche Entscheidungen prägen und welche Herausforderungen entstehen, wenn Werte, Interessen und Fakten aufeinandertreffen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Corinna Milborn, wurde die zentrale Fragestellung aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Dabei wurde deutlich, dass Themen wie ökologische Transformation und Diversität häufig als moralische Fragen verhandelt werden, obwohl sie zugleich wesentliche Faktoren für Innovationsfähigkeit, Resilienz und wirtschaftlichen Erfolg darstellen.

Unsere Vorständin Tina Deutsch betonte, dass nachhaltiges Wirtschaften und Diversität nicht allein Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung sind, sondern entscheidende Voraussetzungen für zukunftsfähige Organisationen. Im Mittelpunkt der Diskussion stand daher auch die Frage, wie Unternehmen Entscheidungen treffen können, die wirtschaftliche Stärke mit langfristiger gesellschaftlicher Wirkung verbinden.

Weitere spannende Einblicke kamen von:

- Andreas Augustin (Blue Tomato), der über die Bedeutung von Verantwortung und Unternehmenskultur sprach.
- Georg Kasperkovitz (Lenzing AG), der etablierte Annahmen über europäische Moralvorstellungen kritisch hinterfragte.
- Frank Alexander Kühne (Adalbert-Raps-Stiftung), der die Rolle von Haltung und Verantwortung in Organisationen beleuchtete.

Ein herzliches Dankeschön an inloop, die Mitwirkenden auf der Bühne und alle Teilnehmenden für einen inspirierenden Abend voller Perspektiven, Diskussionen und neuer Denkanstöße.

Foto (c) Michaela Jaros

#### Bildergalerie (c) Michaela Jaros



---

  Vortrag# OÖ Klimagipfel 2026

Dienstag, 16.06.2026

Linz

Katharina Rogenhofer war für KONTEXT vor Ort. Im Zentrum stand die Frage, wie wir von einer ambitionierten Transformation profitieren – durch mehr Unabhängigkeit und Sicherheit, ein zukunftsfittes Wirtschaftssystem und eine gerechtere Gesellschaft.

Kriege, Krisen und Teuerung dominieren die Schlagzeilen und den öffentlichen Diskurs. Für Klima- und Umweltthemen bleibt da oft wenig Raum. Dabei ist auch die Lösung der Klimakrise dringlicher denn je. Zuversichtlich zu bleiben, fällt da manchmal schwer.

Die Eindämmung der globalen Erwärmung ist Voraussetzung für eine lebenswerte Zukunft. Doch nicht zuletzt durch aktuelle Konflikte wird immer klarer: Maßnahmen gegen die Klimakrise können auch helfen, andere akute Herausforderungen zu bewältigen – durch mehr Unabhängigkeit und Sicherheit, ein zukunftsfittes Wirtschaftssystem und eine gerechtere Gesellschaft.

Der **Oö. Klimagipfel 2026** präsentiert und diskutiert Denkanstöße, wie wir von einer ambitionierten Transformation profitieren können – als Land und jede bzw. jeder Einzelne von uns. Im Fokus stehen Lösungsansätze und regionale Perspektiven, die zum Nachdenken und vor allem zum Mitmachen anregen wollen.

Für **KONTEXT** sprach **Katharina Rogenhofer** auf dem Podium über das Thema **"Klima & Wirtschaft: von der Krise zur Chance"**

Weitere Einblicke kamen von:

- Mag. Christoph Dolna-Gruber, Leiter der Stabstelle Strategie & Business, Development der Österreichischen Energieagentur, Thema: "Weniger Abhängigkeit, mehr Effizienz, Wie Österreich vom Wandel in Industrie, Mobilität und Wärme profitiert"
- Michaela Krömer, Rechtsanwältin, Gründerin der CLAW Initiative für Klimarecht, Thema: "Klima\[ge\]recht für eine faire Zukunft"

Foto (c) Land Oberösterreich, Daniel Kauder

---

  Tagung# KONTEXT bei der VOEB Jahrestagung

Montag, 22.06.2026

Lech

In ihrem Vortrag machte Katharina Rogenhofer (KONTEXT) deutlich, dass Kreislaufwirtschaft weit mehr ist als Entsorgung – sie ist ein zentraler Hebel für Resilienz, Wertschöpfung und Versorgungssicherheit der Industrie.

## Kreislaufwirtschaft: Mehr Tempo bitte

Mehr als 250 Expert:innen der österreichischen Abfall- und Ressourcenwirtschaft trafen sich in Lech am Arlberg (Vorarlberg), um aktuelle Branchentrends zu besprechen. Passend zur Fußball WM zählte der Vortrag von Markus Merk, dreifacher Weltschiedsrichter, zu den Höhepunkten der Tagung. Im Zentrum stand die Frage, wie Menschen auch in bewegten Zeiten handlungsfähig bleiben und Entscheidungen treffen können. **Katharina Rogenhofer** von **KONTEXT** bestätigte, dass die Abfall- und Ressourcenwirtschaft einen wichtigen Beitrag leistet, um Österreichs Industrie zu stärken.

Sie machte in ihrem Vortrag **„Kreislaufwirtschaft: Pulsgeber für Österreichs Wohlstand und Sicherheit“** deutlich, dass die Kreislaufwirtschaft weit über Klima- und Umweltschutz hinausgeht. Sie ist ein zentraler Hebel, um Österreichs Industrie resilienter zu machen, Abhängigkeiten zu reduzieren und Wertschöpfung im Land zu halten. Dabei kommt der Abfallwirtschaft eine Schlüsselrolle zu: Sie ist längst nicht nur für die Entsorgung von Abfall zuständig, sondern liefert auch wertvolle Sekundärrohstoffe für die Industrie. **„Die Abfallwirtschaft ist eine unerschöpfliche Materialquelle in der Wertschöpfungskette. Sie liefert kostbare Wertstoffe, die Österreichs Wirtschaft für eine sichere Produktion, geringere Abhängigkeiten und künftigen Wohlstand braucht“**, so Rogenhofer. **„Damit das gelingt, muss allerdings das Abfallrecht reformiert werden, um die rechtliche und wirtschaftliche Gleichstellung von Sekundärrohstoffen gegenüber Primärmaterialien sicherzustellen.“**

Notwendig wären die gesetzliche Verankerung eines Mindestanteils an Recyclingmaterial, um die Nachfrage nach Sekundärrohstoffen zu steigern sowie die Weiterführung der CO₂-Bepreisung, um Kostenunterschiede zu verringern und faire Wettbewerbsbedingungen für recycelte und CO₂-arme Produkte zu schaffen.

Weitere Beiträge zur Tagung:

- Markus Merk, ehemaliger FIFA-Schiedsrichter und mehrfacher „Weltschiedsrichter des Jahres“, Thema: „Sicher entscheiden
- Andreas Jäger, ORF-Klimaexperte, Thema: „Good News: Warum wir doch die Kurve kratzen“
- Christian Gantner, Landesrat, Thema: „Gemeinsam für eine zukunftsfähige Abfallwirtschaft“
- Reinhard Pierer, VOEB Regionalvorstand
- Günter Lehner, ALPLA-Eigentümer
- Elmar Hartmann, Präsident der Industriellenvereinigung Vorarlberg

Foto (c) voeb

---

  Diskussion# EFA 365: How Europe Wins

Donnerstag, 25.06.2026

Haus der Europäischen Union, Wien

Johanna Roniger für KONTEXT auf dem Podium. Im Zentrum stand die Frage, welche industrie- und energiepolitischen Weichen Europa heute stellen muss, um morgen resilient und strategisch handlungsfähig zu sein.

Energiepolitik ist längst mehr als Klimapolitik, Energiewende und strategische Sicherheit sind zunehmend untrennbar miteinander verbunden. Die Frage der Energie wirkt sich entscheidend auf Europas Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und strategische Handlungsfähigkeit aus. Die Diskussion geht der Frage nach, welche industrie- und energiepolitischen Weichen Europa heute stellen muss, um morgen resilient agieren zu können.

Wie lassen sich neue Abhängigkeiten von kritischen Rohstoffen oder Schlüsseltechnologien verhindern und welche Partnerschaften zählen in einer sich verschiebenden geopolitischen Ordnung? Und, vor allem, welche Vision von Europa schaffen wir, damit die Transformation tragfähig ist?

Für **KONTEXT** argumentiere **Johanna Roniger,** Research Analystin.

Außerdem auf dem Podium:

- Tobias Lang, Direktor des Austrian Centre for Peace
- Antonella Mei-Pochtler, CEO der iSi Group, sowie den
- Lena Schilling und Lukas Mandl, Europaabgeordnete

Die Veranstaltung moderiert Irene Giner-Reichl, EFA Climate Committee Mitglied und Mitbegründerin des Global Women's Network for the Energy Transition.

---

  Vortrag# KONTEXT beim Industriekongress

Freitag, 26.06.2026

Schloss Pichlarn, Steiermark

In ihrem Vortrag zeigte Katharina Rogenhofer (KONTEXT) auf, wie stark Europas Industrie von kritischen Rohstoffen abhängig ist – und wie Kreislaufwirtschaft diese Abhängigkeit senken kann.

Die Kongresstage standen ganz im Zeichen aktueller industriepolitischer, wirtschaftlicher und technologischer Fragestellungen. Vorträge, Diskussionen und Impulse lieferten Orientierung zu jenen Themen, die Unternehmen derzeit besonders beschäftigen.

**KONTEXT**-Vorständin **Katharina Rogenhofer** war vor Ort und eröffnete ihren Vortrag mit der Frage: „Wie erpressbar sind wir eigentlich?" Sie zeigte auf, wie stark Europas Industrie von kritischen Rohstoffen abhängig ist – bei der Hälfte der strategischen Rohstoffe ist Europas Versorgung gefährdet, und ein Großteil der österreichischen Exporte hängt an ebendiesen Materialien. Der Ausweg: Kreislaufwirtschaft senkt Abhängigkeiten, hält Wertschöpfung im Land und wird damit zentral für Industrie- und Sicherheitspolitik.

**Fazit: Kreislaufwirtschaft kann Pulsgeber für Österreichs Wohlstand und Sicherheit sein – wenn wir sie tief in der Industriepolitik verankern**.

Danke an Rudolf Loidl und das **INDUSTRIEMAGAZIN** für die Einladung.

Foto (c) Matthias Heschl

##  Mehr Fotos 

- [Das war der Industriekongress 2026](https://industriekongress.at/rueckblick-2/)

---

  Workshop# Workshop gegen Klima-Desinformation bei Mitmacht-Festival 2026

Freitag, 25.09.2026

SRH University Campus, Berlin

Unsere Analystin Anna Pixer leitet den Workshop “Strategien gegen Klima-Desinformation und Diskursverschleppung. Verschleppungsstrategien erkennen und wirksame Gegenstrategien entwickeln.”

**Mitmacht 2026 x reCampaign** ist das größte Demokratiefestival im deutschsprachigen Raum, mit über 60 Programmpunkten von Keynotes über Panels, Workshops und einem bunten Kunst- und Kulturprogramm. **KONTEXT** Analystin **Anna Pixer** ist mit einem Workshop zu Klima-Desinformation vor Ort.

Vom **23. bis 26. September 2026** kommen am Festival rund 450 Menschen aus Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Campaigning zusammen, um gemeinsam Antworten auf aktuelle demokratische Herausforderungen zu entwickeln.

Unter den Leitfragen: “Wie kann Verschleppung entkräftet werden?”, “Welche Kommunikationsstrategien funktionieren nachweislich?” Und: “Wie können wir sie gemeinsam stärken“ stellt sie Verschleppungsstrategien vor und wirft einen Blick auf die Verteilung der Diskursmacht im (österreichischen) Klimadiskurs.

Im Workshop werden daraus Gegenstrategien besprochen und ein strategisches Instrument für Zivilgesellschaft, Medien und politische Akteur\*innen erarbeitet, das aus der Analyse realer Diskursdynamiken abgeleitet ist. Dabei sammeln und diskutieren die Teilnehmer:innen ebenso positive Gegenbeispiele aus der Praxis und Initiativen und Narrative, die gegenwirken.

##  Mehr Infos 

- [Informationen zum Programm](https://www.faktor-d.org/mitmachen/mitmacht-festival/2026/programm)
- [Festival Tickets](https://www.faktor-d.org/mitmachen/mitmacht-festival/2026)

---

  Forum# KONTEXT x European Forum Alpbach 2026: Rückblick

Freitag, 04.09.2026

Alpbach, Tirol

Auch 2026 war KONTEXT offizieller Partner des European Forum Alpbach (EFA). Unter dem Motto „How Europe Wins" versammelte das Forum erneut zentrale Akteur:innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft, um über Europas Zukunftsfähigkeit und die Entscheidungen von Morgen zu diskutieren.

## Climate Track Partnership 

Als Reporting Partner begleiteten wir 2026 bereits zum dritten Jahr in Folge den Climate Track des Forums – mit Analysen, Beobachtungen und Impulsen zu klimapolitischen Weichenstellungen und Diskussionen in und nach den Sessions vor Ort. Vor diesem Hintergrund wurde auch beim sogenannten Climate Track Lunch, zu dem wir einluden, folgende Kernfrage diskutiert: Ist die Ökologisierung als Querschnittsthema nur ein weiterer Aspekt an den anderen Tracks in Alpbach - Security, Democracy und Finance – oder ist deren Grundvoraussetzung?

## **Europäische Souveränität zum Frühstück** 

Wie kommt Europa aus der strategischen Abhängigkeit zu echter Souveränität? Gemeinsam mit Sabine E. Herlitschka, CEO Infineon Austria, Sabine Gromer, Expertin für Systemische Führung und –beratung und Gernot Wagner, Ökonom und Autor, hatten wir uns vorgenommen, im Rahmen eines gemeinsamen Frühstücks in aller Schärfe auf drei Machtkomplexe einzugehen, die auf die EU und ihre Politik, ihre Wirtschaft und Strukturen einwirken: Fossile Abhängigkeiten, Big Tech Oligopole und globale Lieferketten. Moderiert von unserer Vorständien Tina Deutsch, ging es darum, Dringlichkeit mit Handlungsmacht zu verbinden. Die Dringlichkeit, diese Themen auf den Tisch zu bringen, war im Raum jedenfalls stark spürbar. In der hochkarätigen Runde an Teilnehmer:innen im vollen Raum wurde leidenschaftlich debattiert: Inwiefern ist eine konsequente Kreislaufwirtschaft zugleich strategische Sicherheitspolitik? Warum ist die Befreiung aus der Öl- und Gasabhängigkeit gleichzeitig der stärkste geopolitische Hebel und eine wirtschaftspolitische Chance für Europa? Was bedeutet digitale Souveränität für Demokratie und Selbstbestimmung – und welche Entscheidungen muss Europa hier jetzt treffen? Danke an alle Teilnehmenden für diesen pointierten und sehr wertvollen Start in zweite Halbzeit der Alpbach Woche.

#### Eindrücke in Bildern

## **Women Economic Summit** 

Am Mittwochabend stieg der „Women Economic Summit“, den wir gemeinsam mit LeitnerLeitner Austria ausgerichtet haben. Auch dieser beschäftigte sich in einem all-female besetzten Panel mit den Strategien und Regeln, die es braucht, um Europas Wirtschaft neu zu gestalten. Konkret wurden dabei die Schlagworte Investitionen, Innovation und Transformation diskutiert und Ökologisierung als fundamentalen Treiber für Wohlstand, Sicherheit und Demokratie besprochen.

## **Klarheit in Klimafragen - auch in Alpbach** 

Neben erwähnten Veranstaltungen und Zusammenkünften war das KONTEXT Team über die ganze Woche in unterschiedlichen Funktionen, Diskussionen und Rollen auf dem Forum vertreten - ob als Panelist:innen, Fragenstellende in Sessions oder mit einem besonders analytischen Blick für das anschließende Reporting.

Als unabhängiges Institut war es uns erneut wichtig, Orientierung zu schaffen, Narrative zu hinterfragen und praktikable Lösungen sichtbar zu machen. Ein herzlicher Dank geht an das Organisationsteam des European Forum Alpbach sowie an alle Teilnehmer:innen unserer Veranstaltungen und Gespräche.

---

  Kontext in den Medien# Fenninger trifft... Podcast mit Katharina Rogenhofer vom 06.05.24

#### Ein Gespräch über Gerechtigkeit und Demokratie. 

Gemeinsam mit unserer Vorständin Katharina Rogenhofer beschäftigt sich Erich Fenninger mit der Frage "Wer leidet am meisten unter Klimawandel und wer ist verantwortlich?"

Diskutiert wird, wie der Klimawandel soziale Ungleichheit beeinfl usst und welche Rolle Politik und Gesellschaft bei der Klimagerechtigkeit spielen.

---

 # Umfrage: Klimadebatte in Österreich

Mittwoch, 31.01.2024

[## Umfrage zur Klimadebatte in Österreich Die Menschen in Österreich wünschen sich weniger Polarisierung und mehr Klarheit in Klimafragen. Vielen fehlt der Überblick. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202401_Umfrageergebnisse_Klimadebatte_Marketagent_KONTEXT.pdf?dm=1740515698) 

#### Zitierhinweis

KONTEXT - Institut für Klimafragen (2024). Umfrage Klimadebatte in Österreich. Durchgeführt von Marketagent.com online reSEARCH GmbH

##  Artikel zum Thema 

- [Menschen wollen weniger Polarisierung und mehr Klarheit in Klimafragen](https://kontext-institut.at/inhalte/umfrag-klimadebatte-2/)

---

 # Die letzte Regierung vor 2030: Koalitionen im Klimacheck

Donnerstag, 26.09.2024

[\[KON\]KLUSIO #7 ## Die letzte Regierung vor 2030: Koalitionen im Klimacheck Diese Analyse zeigt anhand der Wahlprogramme und Parteipositionen, welche Klimapolitik in möglichen Regierungskonstellationen zu erwarten ist. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/2024_09_Konklusio_7_Nationalrats-Parteien-im-Klimacheck_KONTEXT.pdf?dm=1740515699) 

#### Zitierhinweis

Roniger, J., Pixer, A. (2024). \[KON\]KLUSIO #7: Die letzte Regierung vor 2030: Koalitionen im Klimacheck In: KONTEXT – Institut für Klimafragen.

##  Artikel zum Thema 

- [Die letzte Regierung vor 2030](https://kontext-institut.at/inhalte/letzte-regierung-vor-2030/)

---

 # Wie Entscheidungen und Maßnahmen im Klimaschutz verschleppt werden

Montag, 19.02.2024

[KONKLUSIO #1 ## Verschleppungstaktiken im klimapolitischen Diskurs Klimaschutz wird verschleppt. Die Taktiken, die dazu eingesetzt werden, sind vielseitig und oft schwer zu erkennen. Unsere Publikation liefert einen umfassenden Überblick. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/20240216-Konklusio-Wie-Entscheidungen-und-Massnahmen-im-Klimaschutz-verschleppt-werden.pdf?dm=1740515699) 

#### Zitierhinweis 

Frühwald, J., Wendelin, W., Rogenhofer, K., Maringer, F. (2024). \[Kon\]klusio zu Verschleppungstaktiken: Wie Entscheidungen und Maßnahmen im Klimaschutz verschleppt werden. In: KONTEXT – Institut für Klimafragen.

##  Artikel zum Thema 

- [\[KON\]KLUSIO: Wie Klimaschutz verschleppt wird](https://kontext-institut.at/inhalte/verschleppung-klimaschutz-konklusio/)

---

 # Umfrage: Klimaschutz als Schlüssel für Sicherheit und Unabhängigkeit Europas

Donnerstag, 11.04.2024

[UMFRAGE #2 ## Wie Klimaschutz die Sicherheit und Unabhängigkeit Europas stärkt Mehr als zwei Drittel der österreichischen Bevölkerung hält es in diesem Sinne für notwendig, dass die EU den Ausstieg aus Öl, Kohle und Gas beschleunigt. Download](https://kontext-institut.transforms.svdcdn.com/production/Dateien/Umfrage_EU-WAHL-Ergebnisse.png?w=4000&h=2828&auto=compress%2Cformat&fit=crop&dm=1740515701&s=49c291ca40ba3567b8cd339a935fb85f) 

#### Zitierhinweis 

KONTEXT - Institut für Klimafragen (2024). Umfrage Europawahl. Durchgeführt von Marketagent.com online reSEARCH GmbH

##  Artikel zum Thema 

- [Umfrage im Vorfeld der Europawahlen](https://kontext-institut.at/inhalte/umfrage-eu-wahlen-2024-2/)

---

 # Die österreichische Klimadebatte im Superwahljahr

Dienstag, 29.04.2025

[\[KON\]TEXTANALYSE #4 ## Klimadiskurs-Monitoring 2025: Die österreichische Klimadebatte im Superwahljahr Mit unserer umfangreichen Studie auf Basis einer Datenerhebung von FORESIGHT fassen wir die mediale Klimadebatte in Österreich in Zahlen – erläutert Strategien für konstruktiven Diskurs. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202504_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring_2025.pdf?dm=1747911164) 

#### Zitierhinweis

Roniger, J., Pixer A. (2025). \[KON\]TEXTANALYSE #4: Die österreichische Klimadebatte im Superwahljahr. Klimadiskurs-Monitoring 2025. In: KONTEXT – Institut für Klimafragen.

##  Artikel zum Thema 

- [Klimadiskurs-Monitoring 2025: Wie Österreich über Klima spricht](https://www.kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-monitoring-2025/)

---

 # Technologieklarheit als Schlüssel zu einer wirksamen Klimapolitik

Mittwoch, 20.03.2024

[\[KON\]KLUSIO #2 ## Technologieklarheit statt Technik-Trugbilder Die Analyse zeigt auf, wie Technik-Trugbilder den Ausbau von Lösungen verschleppen, die schon jetzt für einen flächendeckenden Einsatz zur Verfügung stehen. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202403_KONKLUSIO_Technologieklarheit-als-Schluessel-zu-einer-wirksamen-Klimapolitik.pdf?dm=1740515735) 

#### Zitierhinweis

Frühwald, J., Maringer, F., Rogenhofer, K., Wendelin, W., Pixer, A. (2024). \[Kon\]klusio: Technologieklarheit als Schlüssel zu einer wirksamen Klimapolitik. Trugbilder erkennen – am Beispiel von Verbrennermotor- und Heizdebatte In: KONTEXT – Institut für Klimafragen.

##  Artikel zum Thema 

- [Mit Technologieklarheit gegen Trugbilder](https://kontext-institut.at/inhalte/konklusio-technologieklarheit/)

---

 # Die nächste Industrielle Revolution: Ökologisierung als Chance für Europa

Montag, 27.05.2024

[\[KON\]KLUSIO #3 ## EU: Ökologisierung der Wirtschaft bringt Sicherheit, Unabhängigkeit und Wohlstand Für die Wirtschaft bricht derzeit ein neues Zeitalter der Industrialisierung an. Ein Überblick über die Chancen für Europa. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202405_KONTEXT_Konklusio_Oekologisierung_Die-naechste-Industrielle-Revolution.pdf?dm=1740515699) 

#### Zitierhinweis

Pixer, A., Maringer, F. (2024). \[KON\]KLUSIO #3: Die nächste Industrielle Revolution: Ökologisierung als Chance für Europa nutzen. In: KONTEXT – Institut für Klimafragen.

##  Artikel zum Thema 

- [Ökologisierung der Wirtschaft bringt Chancen](https://kontext-institut.at/inhalte/konklusio-eu-oekologisierung-der-wirtschaft/)

---

 # Der europäische Green Deal: Rückblick, Status quo und Ausblick

Mittwoch, 29.05.2024

[\[KON\]KLUSIO #4 ## Die wichtigsten Fragen rund um den Green Deal Mit der Wahl des EU-Parlaments und der Europäischen Kommission werden auch die klima- und wirtschaftspolitischen Weichen Europas neu gestellt. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202405_KONTEXT_Konklusio_Der-europaeische-Green-Deal.pdf?dm=1740515701) 

#### Zitierhinweis 

Roniger, J., Maringer, F. (2024). \[KON\]KLUSIO #4: Der europäische Green Deal: Rückblick, Status quo und Ausblick. In: KONTEXT – Institut für Klimafragen.

##  Artikel zum Thema 

- [Rückblick, Status Quo und Ausblick zum Green Deal](https://kontext-institut.at/inhalte/eu-green-deal-analyse/)

---

 # Preisschocks: Fossile Energie gefährdet Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Sicherheit

Dienstag, 04.06.2024

[\[KON\]KLUSIO #5 ## Die Abhängigkeit von fossilem Gas bedeutet große Unsicherheit. Wie sich Gaspreisschocks dieser Größenordnung auf Wertschöpfung und Arbeitsmarkt auswirken, modellierte das wiiw für KONTEXT. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202406_KONTEXT_WIIW_Preisschocks-Fossile-Energie-gefaehrdet-Wertschoepfung-Arbeitsplaetze-und-Sicherheit.pdf?dm=1740515698) 

#### Zitierhinweis

\[KON\]KLUSIO #3 – KONTEXT Institut für Klimafragen. Pixer, A., Maringer, F. (2024). \[KON\]KLUSIO #3: Die nächste Industrielle Revolution: Ökologisierung als Chance für Europa nutzen. In: KONTEXT – Institut für Klimafragen.

**Auf Basis von:**

Studie des WIIW im Auftrag von KONTEXT Institut für Klimafragen Lichtenberger, A., Stehrer, R. (2024). Exploring the economic resilience of low vs. High carbon intensity sectors.

##  Artikel zum Thema 

- [Preisschocks durch fossile Energie](https://7a4f4455-c23b.dotsandlines-cloud.at/inhalte/preisschocks-fossile-energie/)

---

 # Grüne Technologien nach Europa bringen – Wohlstand & Arbeitsmarkt stärken

Samstag, 22.06.2024

[\[KON\]KLUSIO #6 ## Grüne Technologien nach Europa bringen – Wohlstand & Arbeitsmarkt stärken Die Studie des wiiw zeigt: Würde die EU die Fertigung von fünf Schlüsseltechnologien – Elektroautos, Photovoltaik, Windkraftanlagen, Batterien und elektrische Motoren – selbst übernehmen, hätte das enorm positive Effekt für Wirtschaftsleistung gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) und Arbeitsmarkt. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202406_KONTEXT_wiiw_Study_Impacts-of-Green-Tech.pdf?dm=1740515699) 

Technologien zur Produktion, Speicherung und Nutzung erneuerbarer Energien sind entscheidend für die Ökologisierung der Wirtschaft. Europa steht bei der Entwicklung dieser Sektoren jedoch noch am Anfang. Für die nächste EU-Kommission bedeutet das eine große Chance: Die Stärkung einer europäischen Produktion grüner Technologien würde sich enorm positiv auf Wirtschaft und Arbeitsplätze auswirken. Allein die Produktionsverlagerung von fünf Schlüsseltechnologien in die EU lässt die Wirtschaftsleistung um rund 18,4 Milliarden Euro steigen und schafft 243.000 Arbeitsplätze. Das zeigt eine neue Studie des Wiener Instituts für internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) im Auftrag von KONTEXT.

---

 # Ökologisierung der Industrie als Hebel für langfristige und strukturelle Zugewinne der europäischen Wirtschaft

Donnerstag, 11.07.2024

[\[KON\]TEXTANALYSE #2 ## Ökologisierung der Industrie als Hebel für strukturelle Zugewinne der europäischen Wirtschaft Ein ambitionierter Umbau der europäischen Industrie sichert nicht nur eine lebenswerte Zukunft, sondern zahlt sich auch für Wirtschaft und Arbeitsmarkt aus. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202407_KONTEXTANALYSE_Zukunftsfaehige-Industriepolitik-in-Europa.pdf?dm=1740515700) 

#### Zitierhinweis

Pixer, A., Roniger, J. (2024). Kontextanalyse #2: Ökologisierung der Industrie als Hebel für langfristige und strukturelle Zugewinne der europäischen Wirtschaft. In: KONTEXT – Institut für Klimafragen.

**Aufbauend auf:**

Studie von Cambridge Econometrics im Auftrag von KONTEXT Institut für Klimafragen. Vu, A., Simó, M., Hidi, J. (2024). Macroeconomic impacts of increased decarbonisation and green industrial policies in the European Union.

##  Artikel zum Thema 

- [Ökologisierung der Industrie zahlt sich aus](https://7a4f4455-c23b.dotsandlines-cloud.at/inhalte/studie-zukunftsfaehige-industriepolitik/)

---

 # Umfrage: Wähler:innen aller Parteien wollen mehr Klimaschutz

Donnerstag, 19.09.2024

[UMFRAGE #3 ## Wähler:innen aller Parteien wollen mehr Klimaschutz Fast alle Parteien hinken dem klimapolitischen Willen ihrer Wähler:innen hinterher. Das zeigt eine neue Umfrage des KONTEXT Institut für Klimafragen anlässlich der Nationalratswahl. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/2024_09-Umfrageregebnisse-KONTEXT.pdf?dm=1740515699) 

Zitierhinweis

KONTEXT - Institut für Klimafragen (2024). Klimapolitik in Österreich Klimathemen im Kontext der Nationalratswahl. Durchgeführt von Marketagent.com online reSEARCH GmbH

##  Artikel zum Thema 

- [Umfrage im Vorfeld der Nationalratswahl](https://7a4f4455-c23b.dotsandlines-cloud.at/inhalte/umfrage-nationalratswahl-klimaschutz/)

---

 # So geht die Ökologisierung der Pendlerförderung

Donnerstag, 24.10.2024

[\[KON\]KRET #1 ## So geht die Ökologisierung der Pendlerförderung Vor Beginn der Regierungsverhandlungen präsentieren wir einen konkreten Vorschlag zur Ökologisierung einer klimaschädlichen Subvention: das Pendlerpauschal. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202410-Konkret-Oekologisierung-der-Pendlerfoerderung-KONTEXT.pdf?dm=1740515702) 

#### Zitierhinweis

Pixer, A., Roniger, J., Rogenhofer, K. (2024). \[KON\]KRET #1: Ökologisierung der Pendlerförderung. In: KONTEXT – Institut für Klimafragen.

##  Artikel zum Thema 

- [So geht die Ökologisierung der Pendlerförderung](https://kontext-institut.at/inhalte/oekologisierung-pendlerfoerderung/)

---

 # So geht die Abschaffung des Dieselprotektionismus

Montag, 18.11.2024

[\[KON\]KRET #2 ## So geht die Abschaffung des Dieselprotektionismus Während der Sondierungsgespräche präsentiert wir einen weiteren konkreten Vorschlag zur Abschaffung einer klimaschädlichen Subvention: des Dieselprotektionismus. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/202411_KONKRET_So-geht-die-Abschaffung-des-Dieselprotektionismus_KONTEXT.pdf?dm=1740515783) 

#### Zitierhinweis

Roniger, J. \[KON\]KRET #2: So geht die Abschaffung des Dieselprotektionismus. In: KONTEXT – Institut für Klimafragen.

##  Artikel zum Thema 

- [So geht die Abschaffung des Dieselprotektionismus](https://kontext-institut.at/inhalte/abschaffung-dieselprotektionismus/)

---

 # So geht die Ökologisierung des Dienstwagenprivilegs

Dienstag, 10.12.2024

[\[KON\]KRET #3 ## So geht die Ökologisierung des Dienstwagenprivilegs Während der Regierungsverhandlungen präsentieren wir einen Vorschlag zur Ökologisierung einer klimaschädlichen Subvention: des Dienstwagenprivilegs. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202412_KONKRET_So-geht-die-Oekologisierung-des-Dienstwagenprivilegs_KONTEXT.pdf?dm=1740515701) 

#### Zitierhinweis

Pixer, A., Roniger, J. (2024). \[KON\]KRET #3: So geht die Ökologisierung des Dienstwagenprivilegs. In: KONTEXT – Institut für Klimafragen.

##  Artikel zum Thema 

- [So geht die Ökologisierung des Dienstwagenprivilegs](https://kontext-institut.at/inhalte/dienstwagenprivileg/)

---

 # So geht die Reform der klimaschädlichen Subventionen im Verkehrssektor

Mittwoch, 11.12.2024

[REFORMVORSCHLAG ## So geht die Reform der klimaschädlichen Subventionen im Verkehrssektor Die nächste Regierung kann bei Pendlerförderung, Dieselprotektionismus und Dienstwagenprivileg jährlich 1,04 Milliarden Euro sparen. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202412-Reformvorschlag-Oekologisierung-klimaschaedlicher-Subventionen-im-Verkehr-KONTEXT.pdf?dm=1740515699) 

#### Zitierhinweis

Pixer, A., Roniger, J., Rogenhofer, K. (2024). So geht die Reform der klimaschätzlichen Subventionen im Verkehrssektor. In: KONTEXT – Institut für Klimafragen.

##  Artikel zum Thema 

- [So geht die Reform der klimaschädlichen Subventionen im Verkehrssektor](https://kontext-institut.at/inhalte/reform-klimaschaedliche-subventionen-verkehrssektor/)

---

 # Umfrage: Förderungen im Klimaschutz

Dienstag, 11.02.2025

[UMFRAGE #4 ## Mehrheit gegen Kürzungen bei Umweltförderungen Die Mehrheit der Österreicher:innen befürwortet eine Reform der klimaschädlichen Subventionen. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/2025_02_Umfrageergebnisse_KONTEXT.pdf?dm=1740515698) 

#### Zitierhinweis

KONTEXT - Institut für Klimafragen (2025). Umfrage Förderungen für Klima und Umwelt. Durchgeführt von Marketagent.com online reSEARCH GmbH

##  Artikel zum Thema 

- [Mehrheit gegen Kürzungen bei Umweltförderungen](https://kontext-institut.at/inhalte/umfrage-budget-klima/)

---

 # Clean Industrial Deal: Eine Einordnung

Mittwoch, 26.02.2025

[EINORDNUNG ## Clean Industrial Deal: Eine Einordnung. Richtige Handlungsfelder, wenig neue Antworten: Wir haben den Clean Industrial Deal genauer unter die Lupe genommen mit Fokus auf: leistbare Energie, Zukunftstechnologien und Kreislaufwirtschaft. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/2025_02_Clean-Industrial-Deal_KONTEXT.pdf?dm=1740578032) 

#### Zitierhinweis

Clean Industrial Deal: Eine Einordnung. In: KONTEXT - Institut für Klimafragen (2025).

##  Artikel zum Thema 

- [Clean Industrial Deal: Der Weg stimmt, Ziel nur gemeinsam zu erreichen](https://kontext-institut.at/inhalte/clean-industrial-deal/)

---

 # Die Klimapolitik der neuen Regierung: eine Einordnung

Donnerstag, 27.02.2025

[EINORDNUNG ## Klimapolitik der neuen Regierung: Eine Einordnung Wir haben uns das Regierungsprogramm 2025 genau angesehen und schaffen einen Überblick über die wichtigsten acht klimapolitischen Punkte. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202502_Klimapolitik_neue_Regierung_Einordnung_KONTEXT-1.pdf?dm=1740670157) 

#### Zitierhinweis

Die Klimapolitik der neuen Regierung: Eine Einordnung. In: KONTEXT - Institut für Klimafragen (2025).

##  Artikel zum Thema 

- [Klimapolitik der neuen Regierung: Analyse des Regierungsprogramms](https://kontext-institut.at/inhalte/regierungsprogramm-2025/)

---

 # Die Akzeptanz klimapolitischer Maßnahmen bei österreichischen Unternehmen

Mittwoch, 05.03.2025

[STUDIE ## Die Akzeptanz klimapolitischer Maßnahmen bei österreichischen Unternehmen Kooperation zwischen KMU Forschung Austria und KONTEXT Institut für Klimafragen Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202502_Akzeptanz-von-Klimapolitik-bei-Unternehmen_KMU_KONTEXT.pdf?dm=1741089294) 

#### Zitierhinweis

KMU Forschung Austria & KONTEXT - Institut für Klimafragen (2025). Die Akzeptanz klimapolitischer Maßnahmen bei österreichischen Unternehmen. Wien.

##  Artikel zum Thema 

- [Wie Österreichs Unternehmen zum Klimaschutz stehen](https://kontext-institut.at/inhalte/klimaschutz-unternehmen)

---

 # Grüne Transformation statt Stillstand

Mittwoch, 29.01.2025

[STUDIE ## Grüne Transformation statt Stillstand Klimaschutz ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Das verdeutlicht eine neue Studie von der Boston Consulting Group (BCG) und KONTEXT. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202501_Studienergebnisse_Gruene-Transformation-statt-Stillstand_BCG_KONTEXT.pdf?dm=1741165553) 

#### Zitierhinweis

Grüne Transformation statt Stillstand. (2025).

##  Artikel zum Thema 

- [Studie: Grüne Transformation statt Stillstand](https://kontext-institut.at/inhalte/studie-transformation-unternehmen-bcg/)

---

 # Klimadebatte in Österreich: Zwischen Appellen und Verschleppung

Donnerstag, 25.04.2024

[\[KON\]TEXTANALYSE #1 ## Wer verschleppt Maßnahmen für Klimaschutz? Für die Studie wurden 729 zufällig und für den Zeitraum repräsentativ ausgewählte klimapolitische Aussagen in österreichischen Medien im Jahr 2023 analysiert. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/KONTEXTANALYSE_Klimadebatte-in-Oesterreich_2026-04-29-111903_hizq.pdf?dm=1777461546) 

#### Zitierhinweis

Frühwald, J., Maringer, F., Pixer, A., Rogenhofer, K., Wendelin, W. (2024). \[KON\]TEXTANALYSE #1: Klimadebatte in Österreich: Zwischen Apellen und Verschleppung: Klimadiskurs-Monitoring 2023. In: KONTEXT – Institut für Klimafragen.

##  Artikel zum Thema 

- [Wer die österreichische Klimadebatte bestimmt, wer Maßnahmen verschleppt](https://7a4f4455-c23b.dotsandlines-cloud.at/inhalte/kontextanalyse-klimadebatte/)

---

 # Zehn Schritte zur Energiefreiheit

Montag, 19.05.2025

[\[KON\]KUSIO #8 ## Zehn Schritte zur Energiefreiheit: So geht der effiziente und leistbare Umstieg auf saubere Energie Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202505_KONKLUSIO_Zehn-Schritte-zur-Energiefreiheit_KONTEXT.pdf?dm=1748948766) 

#### Zitierhinweis

Roniger, J., Manegold, E. (2025). \[KON\]KLUSIO #8: Zehn Schritte zur Energiefreiheit: So geht der effiziente und leistbare Umstieg auf saubere Energie. In: KONTEXT – Institut für Klimafragen.

##  Artikel zum Thema 

- [Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)
- [Pressemeldung](https://www.kontext-institut.at/presse/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)

---

 # Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz im Check

Dienstag, 15.07.2025

[## Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz im Check KONTEXT analysiert, wie sich das volle Potenzial des ElWG als Schrittmacher am Weg zur Energiefreiheit ausschöpfen lässt. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202507_ElWG-im-Check_KONTEXT.pdf?dm=1752498327) 

Mit dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) hat die Bundesregierung das gesetzliche Herzstück der Energiewende in Begutachtung geschickt. KONTEXT hat analysiert, wo das Gesetz einen geeigneten Rahmen schafft – und wo es Nachbesserungen braucht. In einer im Mai erschienenen Studie hat KONTEXT["Zehn Schritte zur Energiefreiheit”](https://kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/) identifiziert, die notwendig sind, um Österreich künftig mit sauberer und günstiger Energie zu versorgen. Das ElWG hat in den meisten dieser Schritte eine zentrale Funktion. In der Gegenüberstellung der zehn Schritte mit dem aktuellen Begutachtungsentwurf fällt die Bewertung für das Gesetz grundsätzlich positiv aus: Viele Hebel zur Entlastung der Netze und zur besseren Nutzung erneuerbarer Energie sind enthalten. Nun gilt es, die Begutachtungsphase zu nutzen, um Verbesserungen vorzunehmen und das volle Potenzial des Gesetzes als Schrittmacher am Weg zur Energiefreiheit auszuschöpfen.

#### Zitierhinweis

KONTEXT – Institut für Klimafragen (2025). Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) im Check.

##  Artikel zum Thema 

- [ElWG: Positiver Schrittmacher am Weg zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/einordnung-elektrizitätswirtschaftsgesetz/)

---

 # Unser Jahresbericht 2024

Freitag, 31.01.2025

[KONTEXT JAHRESBERICHT 2024 ## Ein Jahr voller klimapolitischer Analysen, Debatten und Impulse liegt hinter uns. Unser erster Jahresbericht gibt Einblick in unsere Arbeit, zentrale Erkenntnisse und die nächsten Schritte für 2025. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/KONTEXT_Jahresbericht_2024.pdf?dm=1740515701) 

##  Artikel zum Thema 

- [Unser Jahresbericht 2024](https://kontext-institut.at/inhalte/jahresbericht-2024/)

## Video Rückblick

---

 # Chancenreport Österreich

Dienstag, 09.06.2026

Physische Klimarisiken, veränderte Märkte und politischer Zickzackkurs stellen Österreichs Wirtschaft vor Herausforderungen. Wer die Ökologisierung verschleppt, zahlt einen zunehmend hohen Preis. Wer sie als Gestaltungsaufgabe begreift, kann Wettbewerbsvorteile sichern. Die gemeinsame Studie von KONTEXT und EY denkstatt zeigt unter Einbeziehung von Vertreter:innen der vier Schlüsselsektoren Energie, Tourismus und Landwirtschaft sowie der Automobilbranche, wie physische Klimarisiken, wirtschaftliche Trägheitsrisiken und konkrete Chancen der Ökologisierung bereits heute die Realität österreichischer Betriebe prägen.

[KONTEXT x EY denkstatt ## Chancenreport Österreich Die Studie zeigt Klimarisiken und Chancen der Ökologisierung Energie, Tourismus, Landwirtschaft und Automobilbranche. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202606_Chancenreport-Oesterreich_KONTEXT-Institut_EY-denkstatt.pdf?dm=1781166593) 

#### Zitierhinweis

KONTEXT Institut & EY denkstatt (2026). Chancenreport Österreich: Von Klimarisiken zu Chancen für Automobilbranche, Energie, Tourismus und Landwirtschaft.

##  Artikel zum Thema 

- [Artikel: Chancenreport Österreich](https://kontext-institut.at/inhalte/chancenreport/)
- [Presseinformation](https://kontext-institut.at/presse/chancenreport/)

---

 # Kritische Rohstoffe: Von Abhängigkeit zu Sicherheit

Dienstag, 12.05.2026

Europa und Österreich sind wirtschaftlich und geopolitisch abhängig von kritischen Rohstoffen. Das ist ein wachsendes Sicherheitsrisiko. Engpässe in den Lieferketten gefährden die Versorgung und damit die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft. Das ergibt eine Analyse des KONTEXT Instituts und des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII). Kreislaufwirtschaft bietet eine der wirksamsten Maßnahmen gegen diese Verwundbarkeit.

[KONTEXTANALYSE #8 ## Kritische Rohstoffe: Von Abhängigkeit zu Sicherheit Die Studie zeigt, wie Kreislaufwirtschaft für Rohstoffsicherheit sorgt und damit Europa und Österreich unabhängiger macht. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202605_KONTEXTANALYSE_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft.pdf?dm=1778154945) 

#### Zitierhinweis

Roniger, J., Pixer A. (2026). \[KON\]TEXTANALYSE #8: Kritische Rohstoffe: Von Abhängigkeit zu Sicherheit. In: KONTEXT Institut.

##  Artikel zum Thema 

- [Artikel: Studie: Kritische Rohstoffe – von Abhängigkeit zu Sicherheit](https://kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-rohstoffe-sicherheit)
- [Presseinformation](https://www.kontext-institut.at/presse/kreislaufwirtschaft-rohstoffe-sicherheit)

---

 # Klimadiskurs-Monitoring 2026: Klima wird zur Wirtschaftsdebatte

Dienstag, 14.04.2026

Das Klimadiskurs-Monitoring 2026 fasst den österreichischen Klimadiskurs in Zahlen und analysiert, wer zu Wort kommt, worum es geht und wie über Klimathemen gesprochen wird.

[KONTEXTANALYSE #7 ## Klimadiskurs-Monitoring 2026: Klima wird zur Wirtschaftsdebatte Das Klimadiskurs-Monitoring fasst den österreichischen Klimadiskurs in Zahlen und analysiert, wer zu Wort kommt und wie über Klimathemen gesprochen wird. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202604_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring-2026.pdf?dm=1776256037) 

#### Zitierhinweis

Pixer, A. (2026). \[KON\]TEXTANALYSE #7: Klima wird zur Wirtschaftsdebatte, Klimadiskursmonitoring 2026. In: KONTEXT – Institut für Klimafragen.

##  Artikel zum Thema 

- [Artikel: Klimadiskurs-Monitoring 2026: Wirtschaftsthemen haben sich in Klimadebatte verdreifacht](https://kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-monitoring-2026)
- [Presseinformation](https://kontext-institut.at/presse/klimadiskurs-monitoring-2026)

---

 # Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit

Dienstag, 24.02.2026

Eine neue Studie des KONTEXT Instituts zeigt, wie Österreich vom Kreislaufwirtschafts-Pionier zum Pulsgeber in Europa werden kann und wie durch die Wettbewerbssteigerung die gesamte Wirtschaft profitiert.

[KONTEXTANALYSE #6 ## Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit Die Studie zeigt, wie ein Recyclingboost Wirtschaftsleistung, Jobs und Investitionen ankurbelt und damit Österreichs Wettbewerbsfähigkeit steigt. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202602_KONTEXTANALYSE_-Kreislaufwirtschaft-als-Pulsgeber-fuer-Oesterreichs-Wettbewerbsfaehigkeit.pdf?dm=1773133879) 

#### Zitierhinweis

Roniger, J., Pixer A. (2026). \[KON\]TEXTANALYSE #6: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit. In: KONTEXT Institut.

##  Artikel zum Thema 

- [Artikel: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit](https://kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-pulsgeber-wettbewerb)
- [Presseinformation](https://kontext-institut.at/presse/kreislaufwirtschaft-pulsgeber-wettbewerb/)

---

 # Unser Jahresbericht 2025

Dienstag, 03.02.2026

Unser zweiter Jahresbericht gibt Einblick in unsere Arbeit und die nächsten Schritte für 2026.

[KONTEXT JAHRESBERICHT 2025 ## Ein Jahr voller Debatten, Perspektiven und Weichenstellungen liegt hinter uns. Unser zweiter Jahresbericht gibt Einblick in unsere Arbeit und die nächsten Schritte für 2026. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/KONTEXT_Jahresbericht_2025.pdf?dm=1784805025) 

##  Artikel zum Thema 

- [Unser Jahresbericht 2025](https://www.kontext-institut.at/inhalte/jahresbericht-2025/)

---

 # Umfrage: Große Mehrheit für Aufbruch bei Ökologisierung

Donnerstag, 29.01.2026

Eine neue Umfrage des KONTEXT Instituts zeigt: Die Menschen in Österreich erkennen die Wichtigkeit der Ökologisierung für Wohlstand und Sicherheit.

[UMFRAGE #5 ## Umfrage: Große Mehrheit für Aufbruch bei Ökologisierung Eine neue Umfrage des KONTEXT Instituts zeigt: Die Menschen in Österreich erkennen die Wichtigkeit der Ökologisierung für Wohlstand und Sicherheit. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/2026_01-Umfrageergebnisse-Aufbruch-KONTEXT.pdf?dm=1769603665) 

#### Zitierhinweis

KONTEXT Institut (2026). Ökologische Transformation. *Durchgeführt von Marketagent.com online reSEARCH GmbH*

##  Artikel zum Thema 

- [Umfrage: Große Mehrheit für Aufbruch bei Ökologisierung](https://kontext-institut.at/inhalte/umfrage-aufbruch-oekologisierung-wirtschaft)
- [Presseinformation](https://kontext-institut.at/presse/umfrage-aufbruch-oekologisierung-wirtschaft)

---

 # Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft

Dienstag, 02.12.2025

Eine neue Studie des KONTEXT Instituts zeigt, dass Kreislaufwirtschaft die Modernisierung der Industrie vorantreiben kann und gleichzeitig Rohstoffe, Emissionen und Energie spart. Die Regierung hinkt, trotz Versprechen, in der Umsetzung hinterher. So bleiben große Potenziale ungenutzt. Die Industriestrategie ist eine gute Gelegenheit, das zu ändern.

[KONTEXTANALYSE #5 ## Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft Die Studie zeigt, dass Kreislaufwirtschaft die Modernisierung der Industrie vorantreiben kann und Rohstoffe, Emissionen und Energie spart. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf?dm=1764583874) 

#### Zitierhinweis

Pixer A., Roniger, J. (2025). \[KON\]TEXTANALYSE #5: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft. In: KONTEXT – Institut für Klimafragen.

##  Artikel zum Thema 

- [Wie die Kreislaufwirtschaft den Wirtschaftskreislauf stärken kann](https://kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-industrie-wohlstand)
- [Presseinformation](https://kontext-institut.at/presse/kreislaufwirtschaft-industrie-wohlstand)

---

 # Chancen der Digitalisierung in der Energiewende

Samstag, 18.10.2025

Digitale Energiesysteme können Kosten und Emissionen senken, die Versorgungssicherheit verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Die unbedachtem Einsatz bergen sie aber Risiken, wie zusätzlichen Energie- und Rohstoffverbrauch, Cyberangriffe oder digitale Exklusion. Unsere neue [KON]KLUSIO #10 schafft einen Überblick darüber, wie die Digitalisierung die Energiewende unterstützen kann – und was dafür notwendig ist.

[\[KON\]KLUSIO #10 ## Chancen der Digitalisierung in der Energiewende Die Analyse schafft einen Überblick darüber, wie die Digitalisierung die Energiewende unterstützen kann – und was dafür notwendig ist. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/20251_KONKLUSIO_Chancen-der-Digitalisierung-in-der-Energiewende.pdf?dm=1757325667) 

#### Zitierhinweis

Roniger, J. (2025). \[KON\]KLUSIO #10 Chancen der Digitalisierung in der Energiewende. In: KONTEXT – Institut für Klimafragen.

##  Artikel zum Thema 

- [Wie die Digitalisierung die Energiewende effizienter machen kann](https://kontext-institut.at/inhalte/digitalisierung-energiewende)

---

 # EFA25 Climate Track Report: Finding Common Ground

Mittwoch, 08.10.2025

Als offizieller Reporting Partner des European Forum Alpbach (EFA) 2025 begleitete KONTEXT den Climate Track mit Analysen, Beobachtungen und Impulsen zu politischen Diskursen und klimapolitischen Weichenstellungen: Welche Konfliktlinien prägen die aktuelle Klimapolitik? Wo entstehen neue Allianzen? Und wie können Narrative so gestaltet werden, dass sie nicht trennen, sondern verbinden? Für KONTEXT im Fokus stand dabei Common Ground – ein konstruktiver Diskurs, der Gemeinsamkeiten findet und Lösungen ermöglicht. Aus diesem Blickwinkel fasst der Climate Track Report die Inhalte der Climate Track Sessions in Alpbach zusammen und bereitet sie verständlich auf.

[European Forum Alpbach 2025 ## Climate Track Report: Finding Common Ground Als Reporting Partner des EFA 2025 fasst KONTEXT die Inhalte der Climate Track Sessions zusammen und bereitet sie verständlich auf. Der Leitgedanke: Common Ground finden. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202509_EFA-2025-Climate-Track-Report_AiE_KONTEXT.pdf?dm=1759742020) 

#### Zitierhinweis

KONTEXT - Institut für Klimafragen (2025). European Forum Alpbach 2025 Climate Track Report: Finding Common Ground.

##  Artikel zum Thema 

- [KONTEXT x European Forum Alpbach 2025: Rückblick](https://kontext-institut.at/veranstaltungen/kontext-efa25/)

---

 # Fünf gute Gründe für Klimaneutralität bis 2040

Montag, 01.09.2025

Klimaneutralität bis 2040 ist mehr als ein ökologisches Ziel, sie ist ein zentraler Hebel für wirtschaftliche Stärke, geopolitische Resilienz und soziale Stabilität. Die aktuelle österreichische Bundesregierung hat das Ziel im Regierungsprogramm festgelegt und will es jetzt in einem Klimaschutzgesetz verankern. Wir zeigen in fünf Perspektiven, warum Klimaneutralität bis 2040 sinnvoll, machbar und notwendig ist – für Gesellschaft, Wirtschaft und Sicherheit.

[Einordnung ## Fünf gute Gründe für Klimaneutralität bis 2040 KONTEXT zeigt in fünf Perspektiven, warum Klimaneutralität bis 2040 sinnvoll, machbar und notwendig ist – für Gesellschaft, Wirtschaft und Sicherheit. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202508_Fuenf-gute-Gruende-fuer-Klimaneutralitaet-bis-2040_KONTEXT.pdf?dm=1751987027) 

#### Zitierhinweis

KONTEXT - Institut für Klimafragen (2025). Fünf Gründe für Klimaneutralität 2040.

##  Artikel zum Thema 

- [Fünf gute Gründe für Klimaneutralität bis 2040](https://kontext-institut.at/inhalte/klimaneutralitaet-2040)

---

 # Konkret: So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren

Mittwoch, 16.07.2025

[\[KON\]KRET #4 ## Konkret: So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren Eine neue Studie des KONTEXT Institut für Klimafragen zeigt, wo die Engpässe bei Genehmigungsverfahren liegen – und was es braucht, um sie effizient und gründlich durchzuführen. Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202509_KONKRET_So-gehen-effiziente-Energie-Genehmigungsverfahren-_KONTEXT.pdf?dm=1755178020) 

#### Zitierhinweis

Pixer, A. (2025). \[KON\]KRET #4: So gehen effiziente Energie Genehmigungsverfahren. In: KONTEXT – Institut für Klimafragen.

##  Artikel zum Thema 

- [Konkret: So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren](https://www.kontext-institut.at/inhalte/konkret-genehmigungsverfahren/)

---

 # Netzausbau: Kosten senken und gerecht verteilen

Donnerstag, 05.06.2025

[\[KON\]KUSIO #9 ## Netzausbau: Kosten senken und gerecht verteilen Download](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202505_KONKLUSIO_9_Netzausbau-Kosten-und-Verteilung.pdf?dm=1748929853) 

#### Zitierhinweis

Manegold, E. (2025). \[KON\]KLUSIO #9 Netzausbau: Kosten senken und gerecht verteilen. In: KONTEXT – Institut für Klimafragen.

##  Artikel zum Thema 

- [Netzausbau: Wie wir die Kosten senken und gerecht verteilen](https://kontext-institut.at/inhalte/netzausbau)
- [Pressemeldung](https://kontext-institut.at/presse/netzausbau)

---

 # Massive Kürzungen bei Klimaförderungen

Mittwoch, 10.06.2026

Die [Budgetanalyse](https://www.kontext-institut.at/inhalte/budgetrede-2026/) des KONTEXT Instituts zeigt zwei negative Trends im Doppelbudget 2027/28: Klimaschädliche Subvention bleiben weitgehend bestehen, Klimaförderungen werden weiter gekürzt.

Zwar möchte die Regierung neue Mittel für die "Zukunftsgestaltung" bereitstellen. Doch gerade bei Klimaförderungen wird weiter gekürzt. Dabei würden wenige Förderungen die Zukunft positiver gestalten als jene, die den Ausstieg aus Öl und Gas beschleunigen – für Klima, Wirtschaft und Budget.

Der Negativtrend aus dem letzten Doppelbudget bei den Förderungen für klimafreundliche Maßnahmen setzt sich fort. Förderungen für Sanierungen und Heizungstausch werden um weitere 320 Millionen Euro gekürzt – obwohl genau diese Maßnahmen Energiekosten senken, Aufträge für Installateur:innen und Elektriker:innen schaffen und über höhere Steuereinnahmen teilweise wieder zurück in den Staatshaushalt fließen.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Budgetanalyse 2026](https://www.kontext-institut.at/inhalte/budgetrede-2026/)
- [Pressemeldung](https://www.kontext-institut.at/presse/budgetrede-2026/)

---

 # Doppelbudget 27/28 verlängert die Öl- und Gasabhängigkeit Österreichs

Mittwoch, 10.06.2026

Die [Budgetanalyse](https://www.kontext-institut.at/inhalte/budgetrede-2026/) des KONTEXT Instituts zeigt zwei negative Trends im Doppelbudget 2027/28: Klimaschädliche Subvention bleiben weitgehend bestehen, Klimaförderungen werden weiter gekürzt.

Ab 2028 plant die Regierung erstmals 190 Millionen Euro an klimaschädlichen Förderungen einzusparen. Das ist grundsätzlich begrüßenswert. Dieser Betrag entspricht jedoch ungefähr der Höhe jener klimaschädlichen Subventionen, die diese Regierung seit ihrem Amtsantritt selbst eingeführt hat.

Bei den Förderungen für klimafreundliche Maßnahmen setzt sich der Negativtrend aus dem letzten Doppelbudget fort. Förderungen für Sanierungen und Heizungstausch werden um weitere 320 Millionen Euro gekürzt – obwohl genau diese Maßnahmen Energiekosten senken, Aufträge für Installateur:innen und Elektriker:innen schaffen und über höhere Steuereinnahmen teilweise wieder zurück in den Staatshaushalt fließen.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Budgetanalyse 2026](https://www.kontext-institut.at/inhalte/budgetrede-2026/)
- [Pressemeldung](https://www.kontext-institut.at/presse/budgetrede-2026/)

---

 # E-Mobilität durchdringt den Markt

Dienstag, 09.06.2026

Der Absatz von Elektrofahrzeugen ist in den vergangenen Jahren weltweit deutlich gestiegen und eröffnet langfristig neue Marktpotenziale in der Automobilbranche. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den gesamten Ausgaben für E-Mobilität wider: Die globalen Konsumausgaben für E-Autos haben sich innerhalb von fünf Jahren (2019–2024) mehr als verfünffacht, während staatliche Förderausgaben im selben Zeitraum anteilsmäßig stark zurückgegangen sind.

Daraus lassen sich zwei zentrale Entwicklungen ableiten: Einerseits setzen sich E-Autos zunehmend ohne staatliche Unterstützung am Markt durch. Andererseits zeigt das starke Wachstum der Verkaufszahlen die tiefgreifende Transformation der Automobilbranche, in der fossile Antriebe schrittweise an Bedeutung verlieren.

Die Grafik stammt aus dem [„Chancenreport Österreich“](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202606_Chancenreport-Oesterreich_KONTEXT-Institut_EY-denkstatt.pdf?dm=1780400166). Die Analyse von KONTEXT und EY denkstatt zeigt Klimarisiken und Chancen der Ökologisierung für Österreichs Schlüsselsektoren Energie, Tourismus und Landwirtschaft sowie der Automobilbranche.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Chancenreport Österreich](https://www.kontext-institut.at/inhalte/chancenreport/)
- [Download: Chancenreport Österreich](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202606_Chancenreport-Oesterreich_KONTEXT-Institut_EY-denkstatt.pdf?dm=1780400166)
- [Pressemeldung](https://www.kontext-institut.at/presse/chancenreport/)

---

 # Großer Vorsprung Chinas bei weltweiter Produktion von E-Autos

Dienstag, 09.06.2026

Der Übergang von fossilen Antrieben zu Elektromobilität verändert die Automobilbranche maßgeblich. Während Verbrenner an Marktanteilen verlieren, verzeichnen E-Autos starkes Marktwachstum. Der Großteil der Elektroautos wird global in China produziert: Mehr als 70 Prozent aller E-Autos entstehen dort, wie die Grafik zeigt, rund 60 Prozent werden auch dort vertrieben. China hält zudem über 80 Prozent der globalen Batteriezellproduktion, während der EU-Anteil bei rund fünf Prozent liegt. Diese Konzentration schafft eine potenziell ausgeprägte strategische Abhängigkeit europäischer Unternehmen von außereuropäischen Wertschöpfungsstrukturen, sofern die europäische Produktion die wachsende Nachfrage nicht selbst decken kann.

Entscheidend dabei: Der Vorsprung ist vor allem in den vergangenen fünf Jahren entstanden und zeigt klar, was passiert, wenn strategisch in Zukunftstechnologien investiert und diese skaliert werden. Um die wachsenden Chancen hinter der Ökologisierung der Automobilbranche auch in Europa zu heben, braucht es deshalb eine ebenso starke Industriepolitik für Zukunftstechnologien und ihre Verwertung. Welche Hebel dafür zur Verfügung stehen, zeigt der Chancenreport Österreich.

Die Grafik stammt aus dem [„Chancenreport Österreich“](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202606_Chancenreport-Oesterreich_KONTEXT-Institut_EY-denkstatt.pdf?dm=1780400166). Die Analyse von KONTEXT und EY denkstatt zeigt Klimarisiken und Chancen der Ökologisierung für Österreichs Schlüsselsektoren Energie, Tourismus und Landwirtschaft sowie der Automobilbranche.

Siehe auch Grafik: [E-Autos gewinnen an Fahrt, produziert wird vor allem in China](https://www.kontext-institut.at/grafiken/verbrenner-autoabgase-autoproduktion-eautos/)

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Chancenreport Österreich](https://www.kontext-institut.at/inhalte/chancenreport/)
- [Download: Chancenreport Österreich](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202606_Chancenreport-Oesterreich_KONTEXT-Institut_EY-denkstatt.pdf?dm=1780400166)
- [Pressemeldung](https://www.kontext-institut.at/presse/chancenreport/)

---

 # Absatzmarkt für sauberes Heizen wächst

Dienstag, 09.06.2026

Seit 2004 ist ein stetiger Anstieg von Wärmepumpen und eine Abkehr von fossilen Heizungen zu beobachten – ein Trend, der sich in den letzten Jahren deutlich beschleunigt hat. Zwischen 2020 und 2024 hat sich der Wärmepumpenbestand auf knapp 600.000 Haushalte fast verdoppelt, während die Anzahl der Haushalte mit fossilen Heizungen stark zurückgegangen ist. Diese Elektrifizierung von Wärme, aber auch von Mobilität und Industrie, schafft einen strukturell wachsenden Absatzmarkt für Strom aus erneuerbaren Energien.

Die Grafik stammt aus dem [„Chancenreport Österreich“](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202606_Chancenreport-Oesterreich_KONTEXT-Institut_EY-denkstatt.pdf?dm=1780400166). Die Analyse von KONTEXT und EY denkstatt zeigt Klimarisiken und Chancen der Ökologisierung für Österreichs Schlüsselsektoren Energie, Tourismus und Landwirtschaft sowie der Automobilbranche.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Chancenreport Österreich](https://www.kontext-institut.at/inhalte/chancenreport/)
- [Download: Chancenreport Österreich](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202606_Chancenreport-Oesterreich_KONTEXT-Institut_EY-denkstatt.pdf?dm=1780400166)
- [Pressemeldung](https://www.kontext-institut.at/presse/chancenreport/)

---

 # Österreich: Urlaubsreisen mit dem Zug in nur zehn Jahren verdoppelt

Dienstag, 09.06.2026

Steigendes Klimabewusstsein und bessere Infrastruktur begünstigen eine verstärkte Nutzung klimafreundlicher Verkehrsmittel wie der Bahn. In Österreich hat sich laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) die Anzahl an Urlaubsreisen mit der Bahn zwischen 2014 und 2023 mehr als verdoppelt. Während gut angebundene urbane Destinationen von dieser Entwicklung profitieren können, besteht für periphere Regionen mit lückenhafter öffentlicher Verkehrsanbindung das Risiko, an Attraktivität zu verlieren.

Die Grafik stammt aus dem [„Chancenreport Österreich“](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202606_Chancenreport-Oesterreich_KONTEXT-Institut_EY-denkstatt.pdf?dm=1780400166). Die Analyse von KONTEXT und EY denkstatt zeigt Klimarisiken und Chancen der Ökologisierung für Österreichs Schlüsselsektoren Energie, Tourismus und Landwirtschaft sowie der Automobilbranche.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Chancenreport Österreich](https://www.kontext-institut.at/inhalte/chancenreport/)
- [Download: Chancenreport Österreich](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202606_Chancenreport-Oesterreich_KONTEXT-Institut_EY-denkstatt.pdf?dm=1780400166)
- [Pressemeldung](https://www.kontext-institut.at/presse/chancenreport/)

---

 # Fit for 55

Mittwoch, 29.05.2024

„Fit for 55“ ist das zentrale und umfangreichste Paket an Rechtsakten. Es soll die Reduktion der Treibhausgasemissionen um 55 Prozent bis 2030 sicherstellen. Das ETS, die Lastenteilung und die LULUCF-Verordnung regeln die direkte Emissionsreduktion. Weitere Rechtsakte im Bereich Energie und Verkehr schaffen den rechtlichen Rahmen für die Umsetzung. Neben „Fit for 55“ beinhaltet der Green Deal flankierende Initiativen wie den Grünen Industrieplan, das Paket zur Kreislaufwirtschaft, die Biodiversitätsstrategie 2030, die Farm-to-Fork-Strategie, und den Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums.

##  Weiterführende Links 

- [\[KON\]KLUSIO #4: Der europäische Green Deal: Rückblick, Status quo und Ausblick](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202405_KONTEXT_Konklusio_Der-europaeische-Green-Deal.pdf)
- [Artikel: Der europäische Green Deal: Rückblick, Status Quo und Ausblick](https://kontext-institut.at/inhalte/eu-green-deal-analyse/)

---

 # Bedarf an Energiespeichern steigt rasant

Dienstag, 09.06.2026

Die Energiewende erhöht den Verlagerungsbedarf – also die Energiemenge, die verschoben werden muss, um Angebot und Nachfrage im Stromnetz auszugleichen. Besonders deutlich zeigt sich dieser Anstieg im Tagesverlauf: Bis 2040 wird der Verlagerungsbedarf innerhalb eines Tages auf das Sechsfache des heutigen Wertes prognostiziert.

Dieser Bedarf stellt einen starken Business Case für entsprechende Lösungen dar. Gedeckt werden kann er durch Speichertechnologien, aber auch durch andere Flexibilisierungsmaßnahmen: durch Sektorkopplung, also die Nutzung von Überschussstrom in Wärme, Mobilität oder Industrie und durch Lastverschiebung, also das Verlagern des Stromverbrauchs in Phasen mit hohem Angebot. Der Business Case für Speicher- und Flexibilitätslösungen weist damit erhebliches Wachstumspotenzial auf.

Die Grafik stammt aus dem [„Chancenreport Österreich“](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202606_Chancenreport-Oesterreich_KONTEXT-Institut_EY-denkstatt.pdf?dm=1780400166). Die Analyse von KONTEXT und EY denkstatt zeigt Klimarisiken und Chancen der Ökologisierung für Österreichs Schlüsselsektoren Energie, Tourismus und Landwirtschaft sowie der Automobilbranche.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Chancenreport Österreich](https://www.kontext-institut.at/inhalte/chancenreport/)
- [Download: Chancenreport Österreich](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202606_Chancenreport-Oesterreich_KONTEXT-Institut_EY-denkstatt.pdf?dm=1780400166)
- [Pressemeldung](https://www.kontext-institut.at/presse/chancenreport/)

---

 # Pflanzliche Ersatzprodukte immer gefragter

Dienstag, 09.06.2026

Der Landwirtschaftssektor, vom Pflanzenabbau bis zur emissions- und flächenintensiven Tierhaltung, steht vor maßgeblichen Veränderungen durch die Auswirkungen der Klimakrise. Gleichzeitig lässt sich in den letzten Jahren ein deutlicher Shift in den Konsummustern von tierischen Lebensmitteln beobachten: In der Lebensmittelindustrie entstehen durch die wachsende Nachfrage nach umwelt- und klimafreundlichen Produkten neue Absatzmärkte. Innerhalb von zehn Jahren ist der Vertrieb von pflanzlichen Alternativen zu Milch- und Fleischprodukten in Europa auf das 2,5-Fache gestiegen.

Dieser Trend eröffnet erhebliche wirtschaftliche Chancen: Pflanzliche Produkte erfordern im Vergleich zu tierischen deutlich weniger Fläche, Wasser und Ressourcen, und verursachen gleichzeitig geringere Emissionen. Eine Verlagerung hin zu klimafreundlicheren Produkten kann damit nicht nur zur Reduktion von Umweltbelastungen beitragen, sondern gleichzeitig neue Wertschöpfung im Agrar- und Lebensmittelsektor schaffen.

Die Grafik stammt aus dem [„Chancenreport Österreich“](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202606_Chancenreport-Oesterreich_KONTEXT-Institut_EY-denkstatt.pdf?dm=1780400166). Die Analyse von KONTEXT und EY denkstatt zeigt Klimarisiken und Chancen der Ökologisierung für Österreichs Schlüsselsektoren Energie, Tourismus und Landwirtschaft sowie der Automobilbranche.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Chancenreport Österreich](https://www.kontext-institut.at/inhalte/chancenreport/)
- [Download: Chancenreport Österreich](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202606_Chancenreport-Oesterreich_KONTEXT-Institut_EY-denkstatt.pdf?dm=1780400166)
- [Pressemeldung](https://www.kontext-institut.at/presse/chancenreport/)

---

 # Chancenreport Österreich: Ergebnisse im Überblick

Dienstag, 09.06.2026

Diese Grafik fasst die Ergebnisse des ["Chancenreports Österreich: Von Klimarisiken zu Chancen für Automobilbranche, Energie, Tourismus und Landwirtschaft"](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202606_Chancenreport-Oesterreich_KONTEXT-Institut_EY-denkstatt.pdf?dm=1780400166) zusammen. Die gemeinsame Analyse von KONTEXT und EY denkstatt zeigt unter Einbeziehung von Vertreter:innen der vier Schlüsselsektoren physische Klimarisiken, wirtschaftliche Trägheitsrisiken und konkrete Chancen der Ökologisierung.

Physische Klimarisiken sind für österreichische Unternehmen bereits heute wirtschaftliche Realität und werden sich in den kommenden Jahrzehnten weiter verschärfen. Trägheitsrisiken gefährden die Geschäftsmodelle von morgen: Unternehmen, die sich nicht anpassen, riskieren dauerhaft den Zugang zu Kapital, Talenten und Absatzmärkten zu verlieren. Gleichzeitig bietet die Ökologisierung in allen vier Branchen substanzielle Chancen.

Um diese Chancen zu nutzen, sind Unternehmen und Politik gleichermaßen gefordert: Unternehmen müssen langfristig und strategisch agieren. Interessenvertretungen können Transformationsprozesse beschleunigen, indem sie sinnvolle Rahmenbedingungen für zukünftige Geschäftsmodelle einfordern. Die Politik muss für Zielklarheit, Technologieklarheit und Preisklarheit sorgen, ressortübergreifend agieren und zukunftsfähige Infrastruktur ausbauen.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Chancenreport Österreich](https://www.kontext-institut.at/inhalte/chancenreport/)
- [Download: Chancenreport Österreich](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202606_Chancenreport-Oesterreich_KONTEXT-Institut_EY-denkstatt.pdf?dm=1780400166)
- [Pressemeldung](https://www.kontext-institut.at/presse/chancenreport/)

---

 # Kreislaufwirtschaft schafft Sicherheit

Dienstag, 12.05.2026

Die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen birgt Risiken für die Versorgungssicherheit in Europa und die heimische Wirtschaft. Den besten Weg, um uns aus dieser Abhängigkeit zu befreien, politisch nicht erpressbar zu werden und unsere Wettbewerbsfähigkeit abzusichern, bieten Maßnahmen der Kreislaufwirtschaft. Versorgungssicherheit bei ist nur erreichbar, wenn wir *alle* Hebel der Kreislaufwirtschaft nutzen: Von der Reduktion der Nachfrage über Materialeffizienz und Langlebigkeit bis hin zu Wiederverwendung und Recycling.

Die Grafik stammt aus: [KONTEXTANALYSE #8: Kritische Rohstoffe: Von Abhängigkeit zu Sicherheit.](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202605_KONTEXTANALYSE_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft.pdf?dm=1778154945) Die Studie des KONTEXT Instituts auf Basis von Daten des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) zeigt, wie Kreislaufwirtschaft für Rohstoffsicherheit sorgt und damit Europa und Österreich unabhängiger macht.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Kritische Rohstoffe – von Abhängigkeit zu Sicherheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-rohstoffe-sicherheit/)
- [Download Studie: Kritische Rohstoffe – von Abhängigkeit zu Sicherheit](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202605_KONTEXTANALYSE_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft.pdf?dm=1778154945)
- [Pressemeldung](https://www.kontext-institut.at/presse/kreislaufwirtschaft-rohstoffe-sicherheit/)

---

 # Kritische Rohstoffe relevant für die Hälfte der österreichischen Exportwirtschaft

Dienstag, 12.05.2026

Europa und Österreich sind wirtschaftlich und geopolitisch abhängig von kritischen Rohstoffen. Das ist ein wachsendes Sicherheitsrisiko. Engpässe in den Lieferketten gefährden die Versorgung und damit die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft.

Österreichs Exportwirtschaft ist davon direkt betroffen: Mehr als die Hälfte von Österreichs Jahresexporten (97 Milliarden Euro) benötigen kritische Rohstoffe. Besonders exponiert sind die Automobil-, Stahl- und Maschinenbauindustrie, die gemeinsam rund 24 Milliarden Euro an Produkten exportieren, in denen die Lieferketten stark gefährdet sind.

Den besten Weg, um uns aus dieser Abhängigkeit zu befreien, politisch nicht erpressbar zu werden und unsere Wettbewerbsfähigkeit abzusichern, bieten Maßnahmen der Kreislaufwirtschaft.

Die Grafik stammt aus: [KONTEXTANALYSE #8: Kritische Rohstoffe: Von Abhängigkeit zu Sicherheit.](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202605_KONTEXTANALYSE_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft.pdf?dm=1778154945) Die Studie des KONTEXT Instituts auf Basis von Daten des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) zeigt, wie Kreislaufwirtschaft für Rohstoffsicherheit sorgt und damit Europa und Österreich unabhängiger macht.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Kritische Rohstoffe – von Abhängigkeit zu Sicherheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-rohstoffe-sicherheit/)
- [Download Studie: Kritische Rohstoffe – von Abhängigkeit zu Sicherheit](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202605_KONTEXTANALYSE_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft.pdf?dm=1778154945)
- [Pressemeldung](https://www.kontext-institut.at/presse/kreislaufwirtschaft-rohstoffe-sicherheit/)

---

 # China kontrolliert 8 von 17 strategischen Rohstoffen

Dienstag, 12.05.2026

Die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen birgt Risiken für die Versorgungssicherheit in Europa und die heimische Wirtschaft. Bei knapp der Hälfte der Rohstoffe (8 von 17) ist China für Österreich der wichtigste Lieferant und damit das Land mit der höchsten Abhängigkeit.

Den besten Weg, um uns aus dieser Abhängigkeit zu befreien, politisch nicht erpressbar zu werden und unsere Wettbewerbsfähigkeit abzusichern, bieten Maßnahmen der Kreislaufwirtschaft.

Die Grafik stammt aus: [KONTEXTANALYSE #8: Kritische Rohstoffe: Von Abhängigkeit zu Sicherheit.](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202605_KONTEXTANALYSE_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft.pdf?dm=1778154945) Die Studie des KONTEXT Instituts auf Basis von Daten des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) zeigt, wie Kreislaufwirtschaft für Rohstoffsicherheit sorgt und damit Europa und Österreich unabhängiger macht.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Kritische Rohstoffe – von Abhängigkeit zu Sicherheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-rohstoffe-sicherheit/)
- [Download Studie: Kritische Rohstoffe – von Abhängigkeit zu Sicherheit](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202605_KONTEXTANALYSE_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft.pdf?dm=1778154945)
- [Pressemeldung](https://www.kontext-institut.at/presse/kreislaufwirtschaft-rohstoffe-sicherheit/)

---

 # Versorgung bei knapp Hälfte der strategischen Rohstoffe stark gefährdet

Dienstag, 12.05.2026

Europa und Österreich sind wirtschaftlich und geopolitisch abhängig von kritischen Rohstoffen. Das ist ein wachsendes Sicherheitsrisiko. Engpässe in den Lieferketten gefährden die Versorgung und damit die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft.

Die Versorgung in der Europäischen Union ist bei 12 von 17 strategischen Rohstoffen gefährdet bis stark gefährdet. Bei acht von 17 strategischen Rohstoffen gilt die Versorgung als stark gefährdet. Dazu zählen Lithium (für Batterien), Seltene Erden (für Permanentmagnete in Motoren, Windturbinen, Elektronik) und Magnesium (für Autos, Verpackungen, Bau).

Den besten Weg, um uns aus dieser Abhängigkeit zu befreien, politisch nicht erpressbar zu werden und unsere Wettbewerbsfähigkeit abzusichern, bieten Maßnahmen der Kreislaufwirtschaft.

Die Grafik stammt aus: [KONTEXTANALYSE #8: Kritische Rohstoffe: Von Abhängigkeit zu Sicherheit.](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202605_KONTEXTANALYSE_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft.pdf?dm=1778154945) Die Studie des KONTEXT Instituts auf Basis von Daten des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) zeigt, wie Kreislaufwirtschaft für Rohstoffsicherheit sorgt und damit Europa und Österreich unabhängiger macht.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Kritische Rohstoffe – von Abhängigkeit zu Sicherheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-rohstoffe-sicherheit/)
- [Download Studie: Kritische Rohstoffe – von Abhängigkeit zu Sicherheit](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202605_KONTEXTANALYSE_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft.pdf?dm=1778154945)
- [Pressemeldung](https://www.kontext-institut.at/presse/kreislaufwirtschaft-rohstoffe-sicherheit/)

---

 # EU-Versorgung bei knapp der Hälfte der strategischen Rohstoffe stark gefährdet

Dienstag, 12.05.2026

Europa und Österreich sind wirtschaftlich und geopolitisch abhängig von kritischen Rohstoffen. Das ist ein wachsendes Sicherheitsrisiko. Engpässe in den Lieferketten gefährden die Versorgung und damit die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft.

Die Versorgung in der Europäischen Union ist bei 12 von 17 strategischen Rohstoffen gefährdet bis stark gefährdet. Bei acht von 17 strategischen Rohstoffen gilt die Versorgung als stark gefährdet. Dazu zählen Lithium (für Batterien), Seltene Erden (für Permanentmagnete in Motoren, Windturbinen, Elektronik) und Magnesium (für Autos, Verpackungen, Bau).

Den besten Weg, um uns aus dieser Abhängigkeit zu befreien, politisch nicht erpressbar zu werden und unsere Wettbewerbsfähigkeit abzusichern, bieten Maßnahmen der Kreislaufwirtschaft.

Die Grafik stammt aus: [KONTEXTANALYSE #8: Kritische Rohstoffe: Von Abhängigkeit zu Sicherheit.](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202605_KONTEXTANALYSE_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft.pdf?dm=1778154945) Die Studie des KONTEXT Instituts auf Basis von Daten des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) zeigt, wie Kreislaufwirtschaft für Rohstoffsicherheit sorgt und damit Europa und Österreich unabhängiger macht.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Kritische Rohstoffe – von Abhängigkeit zu Sicherheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-rohstoffe-sicherheit/)
- [Download Studie: Kritische Rohstoffe – von Abhängigkeit zu Sicherheit](https://kontext-institut.files.svdcdn.com/production/Dateien/202605_KONTEXTANALYSE_Kritische-Rohstoffe-und-Kreislaufwirtschaft.pdf?dm=1778154945)
- [Pressemeldung](https://www.kontext-institut.at/presse/kreislaufwirtschaft-rohstoffe-sicherheit/)

---

 # Klimathemen in EU und Ausland werden häufiger verschleppt

Dienstag, 14.04.2026

Bei konkreten Technologien stehen erneuerbare Energien im Mittelpunkt des österreichischen Klimadiskurses (41% der technologiebezogenen Aussagen). Über den Ausbau von Windkraft, Wasserkraft und Photovoltaik wird dabei überdurchschnittlich konstruktiv gesprochen, während bei Technologien im Verkehrssektor häufig verschleppt wird.

Diese Grafik stammt aus dem [Klimadiskurs-Monitoring 2026](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202604_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring-2026.pdf), basierend auf Daten, die durch FORESIGHT erhoben und kodiert, und von KONTEXT analysiert wurden. Die Basis für die Studie bilden über 600 klimapolitische Aussagen in österreichischen Medien im Zeitraum zwischen 1.1.2025 und 31.12.2025.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Klimadiskurs-Monitoring 2026: Wirtschaftsthemen haben sich in Klimadebatte verdreifacht](https://kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-monitoring-2026)
- [Download Studie: Klimadiskurs-Monitoring 2026: Klima wird zur Wirtschaftsdebatte](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202604_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring-2026.pdf)
- [Pressemeldung](https://kontext-institut.at/presse/klimadiskurs-monitoring-2026)

---

 # Diskurs zu erneuerbaren konstruktiv, bei Mobilität verschleppend

Dienstag, 14.04.2026

Bei konkreten Technologien stehen erneuerbare Energien im Mittelpunkt des österreichischen Klimadiskurses (41% der technologiebezogenen Aussagen). Über den Ausbau von Windkraft, Wasserkraft und Photovoltaik wird dabei überdurchschnittlich konstruktiv gesprochen, während bei Technologien im Verkehrssektor häufig verschleppt wird.

Diese Grafik stammt aus dem [Klimadiskurs-Monitoring 2026](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202604_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring-2026.pdf), basierend auf Daten, die durch FORESIGHT erhoben und kodiert, und von KONTEXT analysiert wurden. Die Basis für die Studie bilden über 600 klimapolitische Aussagen in österreichischen Medien im Zeitraum zwischen 1.1.2025 und 31.12.2025.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Klimadiskurs-Monitoring 2026: Wirtschaftsthemen haben sich in Klimadebatte verdreifacht](https://kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-monitoring-2026)
- [Download Studie: Klimadiskurs-Monitoring 2026: Klima wird zur Wirtschaftsdebatte](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202604_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring-2026.pdf)
- [Pressemeldung](https://kontext-institut.at/presse/klimadiskurs-monitoring-2026)

---

 # Energie, Mobilität und Wirtschaft im Fokus der Klimadebatte

Dienstag, 14.04.2026

Das Thema Energie dominieret die österreichische Klimadebatte (34 % aller Aussagen) und wird überwiegend konstruktiv diskutiert. Auch Wirtschaftspolitik und Standortfragen gewinnen stark an Relevanz (13 % aller Aussagen) und verzeichnen den größten Zuwachs unter den Themenfeldern seit 2023. Mobilität ist das am stärksten verschleppte Thema (52 % der Aussagen). Hier gibt es immer noch viele Scheinlösungen im Diskurs.

Diese Grafik stammt aus dem [Klimadiskurs-Monitoring 2026](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202604_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring-2026.pdf), basierend auf Daten, die durch FORESIGHT erhoben und kodiert, und von KONTEXT analysiert wurden. Die Basis für die Studie bilden über 600 klimapolitische Aussagen in österreichischen Medien im Zeitraum zwischen 1.1.2025 und 31.12.2025.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Klimadiskurs-Monitoring 2026: Wirtschaftsthemen haben sich in Klimadebatte verdreifacht](https://kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-monitoring-2026)
- [Download Studie: Klimadiskurs-Monitoring 2026: Klima wird zur Wirtschaftsdebatte](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202604_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring-2026.pdf)
- [Pressemeldung](https://kontext-institut.at/presse/klimadiskurs-monitoring-2026)

---

 # Wie österreichische Parteien über Klimathemen sprechen

Dienstag, 14.04.2026

Etwas mehr als ein Viertel aller Aussagen im österreichischen Klimadiskurs stammt von österreichischen Politiker:innen. Die ÖVP äußert sich konstruktiv zu Energiethemen, verschleppt jedoch überdurchschnittlich durch wirtschaftspolitische Risikoargumente und Blockaden zentraler EU-Klimamaßnahmen. SPÖ und NEOS nehmen eine untergeordnete Rolle in der Klimadebatte ein. Die FPÖ dominiert den verschleppenden Diskurs, die Grünen den konstruktiven.

Diese Grafik stammt aus dem [Klimadiskurs-Monitoring 2026](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202604_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring-2026.pdf), basierend auf Daten, die durch FORESIGHT erhoben und kodiert, und von KONTEXT analysiert wurden. Die Basis für die Studie bilden über 600 klimapolitische Aussagen in österreichischen Medien im Zeitraum zwischen 1.1.2025 und 31.12.2025.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Klimadiskurs-Monitoring 2026: Wirtschaftsthemen haben sich in Klimadebatte verdreifacht](https://kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-monitoring-2026)
- [Download Studie: Klimadiskurs-Monitoring 2026: Klima wird zur Wirtschaftsdebatte](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202604_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring-2026.pdf)
- [Pressemeldung](https://kontext-institut.at/presse/klimadiskurs-monitoring-2026)

---

 # Wer die Klimadebatte konstruktiv gestaltet, wer verschleppt

Dienstag, 14.04.2026

Politiker:innen prägen den österreichischen Klimadiskurs weiterhin am stärksten (36 % aller Aussagen) und tragen gleichzeitig am häufigsten zur Verschleppung im Klimadiskurs bei. Die Wissenschaft bleibt die wichtigste konstruktive Stimme (18 % aller Aussagen, 92% davon konstruktiv). Während zivilgesellschaftliche Akteur:innen und Aktivist:innen an Sichtbarkeit verlieren, gewinnen Unternehmen stark an Einfluss in der Debatte. Sie argumentieren zwar vergleichsweise verschleppend. Bei Energiethemen beteiligen sie sich jedoch konstruktiv.

Diese Grafik stammt aus dem [Klimadiskurs-Monitoring 2026](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202604_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring-2026.pdf), basierend auf Daten, die durch FORESIGHT erhoben und kodiert, und von KONTEXT analysiert wurden. Die Basis für die Studie bilden über 600 klimapolitische Aussagen in österreichischen Medien im Zeitraum zwischen 1.1.2025 und 31.12.2025.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Klimadiskurs-Monitoring 2026: Wirtschaftsthemen haben sich in Klimadebatte verdreifacht](https://kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-monitoring-2026)
- [Download Studie: Klimadiskurs-Monitoring 2026: Klima wird zur Wirtschaftsdebatte](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202604_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring-2026.pdf)
- [Pressemeldung](https://kontext-institut.at/presse/klimadiskurs-monitoring-2026)

---

 # KONTEXT-Plan zur Befreiung Österreichs aus der Öl- und Gasabhängigkeit

Dienstag, 31.03.2026

Bereits zum zweiten Mal binnen weniger Jahre müssen die Haushalte und Unternehmen in Österreich die teure Rechnung für unsere Öl- und Gasabhängigkeit zahlen. Damit die fossile Energiekrise nicht zum Dauerzustand wird, muss sich Österreich schnellstmöglich aus der Öl- und Gasabhängigkeit befreien. Alle Voraussetzungen, um zu verhindern, dass fossile Energieträger weiter unseren Wohlstand zerfressen, hat Österreich bereits. Das KONTEXT Institut hat dafür einen umfassenden „Befreiungsplan“ zusammengestellt. Das Ziel ist die vollständige Energiewende – also den Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung von Verkehr, Raumwärme und Industrie – zu beschleunigen.

##  Weiterführende Links

---

 # Clean Industrial Deal auf einem Blick

Mittwoch, 26.02.2025

KONTEXT hat die drei Hauptthemen des Clean Industrial Deals der EU analysiert: leistbare Energie, Zukunftstechnologien und Kreislaufwirtschaft. Neben den zentralen Maßnahmen im Gesetzespaket identifizieren wir wichtige Lücken und beleuchten Österreichs Chancen und Verantwortlichkeiten.

##  Weiterführende Links 

- [Clean Industrial Deal: Der Weg stimmt, Ziel nur gemeinsam zu erreichen](https://kontext-institut.at/inhalte/clean-industrial-deal/)

---

 # Recyclingexporte steigern Wertschöpfung und Arbeitsplätze

Dienstag, 24.02.2026

Eine Modellierung, die das KONTEXT Institut beim Umweltbundesamt in Auftrag gegeben hat, zeigt das Wettbewerbspotenzial österreichischer Kreislaufwirtschaft. Die modellierten Exportimpulse bei Recyclingtechnologien und Recyclingmaterialien lassen die heimische Wertschöpfung um 2,2 Milliarden Euro gegenüber dem Basisszenario steigen, das entspricht 0,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP). Die gesamtwirtschaftliche Beschäftigung steigt bis 2030 um bis zu 20.300 Arbeitsplätze gegenüber dem Basisszenario, entsprechend einem Plus von 0,4 Prozent.

Die positiven Effekte entfalten sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Besonders profitieren Abfallwirtschaft, Maschinenbau, industrielle Zuliefererbranchen sowie handels- und dienstleistungsnahe Bereiche. Die Kreislaufwirtschaft wirkt damit nicht als isolierter Nischensektor, sondern als gesamtwirtschaftlicher Pulsgeber.

Die Grafik stammt aus: [KONTEXTANALYSE #6: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit.](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202602_KONTEXTANALYSE_-Kreislaufwirtschaft-als-Pulsgeber-fuer-Oesterreichs-Wettbewerbsfaehigkeit-KONTEXT.pdf) Die Studie zeigt, wie Österreich vom Kreislaufwirtschafts-Pionier zum Pulsgeber in Europa werden kann und wie durch die Wettbewerbssteigerung die gesamte Wirtschaft profitiert.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit](https://kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-pulsgeber-wettbewerb)
- [Download Studie: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202602_KONTEXTANALYSE_-Kreislaufwirtschaft-als-Pulsgeber-fuer-Oesterreichs-Wettbewerbsfaehigkeit-KONTEXT.pdf)

---

 # Recycling als Treiber heimischer Innovation

Dienstag, 24.02.2026

Österreich ist in vielen Feldern der Kreislaufwirtschaft bereits Pionier. Gemessen an den Patentanmeldungen weißt Österreich bei Kreislaufwirtschaftstechnologien eine überdurchschnittlich hohe Innovationsleistung auf. Der hohe Spezialisierungsgrad wird durch den Revealed Technological Advantage (RTA)-Index sichtbar, der den Anteil an Erfindungen eines Landes direkt mit dem globalen Durchschnitt vergleicht. Ein Wert über 1 signalisiert eine technologische Spezialisierung und einen internationalen Wettbewerbsvorteil.

Bei den Kreislaufwirtschaftstechnologien liegt der RTA für Österreich bei 1,9 und zeigt eine eindeutige technologische Spezialisierung. Klare Spitzenreiter innerhalb des Recyclingsektors ist das Textil- und Plastikrecycling, gefolgt vom Papierrecycling und der Abfallaufbereitung.

Die Grafik stammt aus: [KONTEXTANALYSE #6: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit.](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202602_KONTEXTANALYSE_-Kreislaufwirtschaft-als-Pulsgeber-fuer-Oesterreichs-Wettbewerbsfaehigkeit-KONTEXT.pdf) Die Studie zeigt, wie Österreich vom Kreislaufwirtschafts-Pionier zum Pulsgeber in Europa werden kann und wie durch die Wettbewerbssteigerung die gesamte Wirtschaft profitiert.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit](https://kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-pulsgeber-wettbewerb)
- [Download Studie: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202602_KONTEXTANALYSE_-Kreislaufwirtschaft-als-Pulsgeber-fuer-Oesterreichs-Wettbewerbsfaehigkeit-KONTEXT.pdf)

---

 # Recyclingexporte sind Pulsgeber für die heimische Wirtschaft

Dienstag, 24.02.2026

Eine [Modellierung](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202602_KONTEXTANALYSE_-Kreislaufwirtschaft-als-Pulsgeber-fuer-Oesterreichs-Wettbewerbsfaehigkeit-KONTEXT.pdf), die das KONTEXT Institut beim Umweltbundesamt in Auftrag gegeben hat, zeigt das Wettbewerbspotenzial österreichischer Kreislaufwirtschaft. Die modellierten Exportimpulse bei Recyclingtechnologien und Recyclingmaterialien erhöhen die österreichischen Exporte bis 2030 um 1,2 Prozent. Die heimische Wertschöpfung steigt dadurch um 2,2 Milliarden Euro gegenüber dem Basisszenario, das entspricht 0,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP). Die gesamtwirtschaftliche Beschäftigung steigt bis 2030 um bis zu 20.300 Arbeitsplätze gegenüber dem Basisszenario, entsprechend einem Plus von 0,4 Prozent. Die steigende Wirtschaftsaktivität führt zudem zu zusätzlichen Bruttoanlageinvestitionen, die 2030 um 222 Millionen Euro über dem Basisszenario liegen, kumuliert ergeben sich über den Zeitraum 2026 bis 2030 zusätzliche private Investitionen von 583 Millionen Euro.

Die Grafik stammt aus: [KONTEXTANALYSE #6: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit.](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202602_KONTEXTANALYSE_-Kreislaufwirtschaft-als-Pulsgeber-fuer-Oesterreichs-Wettbewerbsfaehigkeit-KONTEXT.pdf) Die Studie zeigt, wie Österreich vom Kreislaufwirtschafts-Pionier zum Pulsgeber in Europa werden kann und wie durch die Wettbewerbssteigerung die gesamte Wirtschaft profitiert.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit](https://kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-pulsgeber-wettbewerb)
- [Download Studie: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202602_KONTEXTANALYSE_-Kreislaufwirtschaft-als-Pulsgeber-fuer-Oesterreichs-Wettbewerbsfaehigkeit-KONTEXT.pdf)

---

 # Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit

Dienstag, 24.02.2026

Eine [Modellierung](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202602_KONTEXTANALYSE_-Kreislaufwirtschaft-als-Pulsgeber-fuer-Oesterreichs-Wettbewerbsfaehigkeit-KONTEXT.pdf), die das KONTEXT Institut beim Umweltbundesamt in Auftrag gegeben hat, zeigt, dass ein Exportboost bei Recyclingtechnologien und die Steigerung der inländischen Recyclingleistung bis 2030 Österreichs Wirtschaft stärken kann.

- Ein Exportboost von Recyclingmaterialien durch die Steigerung der inländischen Recyclingleistung bringt 1,3 Milliarden Euro zusätzliche Wertschöpfung und 11.300 zusätzliche Arbeitsplätze.
- Ein Exportboost von Recyclingtechnologien bringt 830 Millionen Euro zusätzliche Wertschöpfung und 9.100 zusätzliche Arbeitsplätze.
- Die beiden modellierten Marktimpulse ergänzen einander. Insgesamt generiert der Export von Recyclingmaschinen und Recyclingmaterialien 2,2 Milliarden Euro zusätzliche Wertschöpfung und 20.300 zusätzliche Arbeitsplätze.

Um dieses Wettbewerbspotenzial zu heben, sind verlässliche politische Rahmenbedingungen entscheidend. Eine eigens für die Studie durchgeführte Umfrage unter führenden Kreislaufwirtschaftsunternehmen sowie Expert:inneninterviews zeigen, welche zusätzlichen Maßnahmen dafür notwendig sind:

- Abfallrecht grundlegend reformieren, um die rechtliche Gleichstellung von qualitätsgesicherten Sekundärmaterialien gegenüber Primärrohstoffen sicherzustellen.
- Mindestanteil an Recyclingmaterial gesetzlich verankern, um verlässliche Nachfrage nach Sekundärrohstoffen zu schaffen und Leitmärkte für zirkuläre Produkte aufzubauen.
- CO₂-Bepreisung weiterführen, um Kostenunterschiede zwischen Primär- und Sekundärrohstoffen zu verringern und faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.

Die Grafik stammt aus: [KONTEXTANALYSE #6: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202602_KONTEXTANALYSE_-Kreislaufwirtschaft-als-Pulsgeber-fuer-Oesterreichs-Wettbewerbsfaehigkeit-KONTEXT.pdf). Die Studie zeigt, wie Österreich vom Kreislaufwirtschafts-Pionier zum Pulsgeber in Europa werden kann und wie durch die Wettbewerbssteigerung die gesamte Wirtschaft profitiert.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit](https://kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-pulsgeber-wettbewerb)
- [Download Studie: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202602_KONTEXTANALYSE_-Kreislaufwirtschaft-als-Pulsgeber-fuer-Oesterreichs-Wettbewerbsfaehigkeit.pdf)

---

 # Umfrage: Mehrheit für Aufbruch bei Ökologisierung

Donnerstag, 29.01.2026

Eine [Umfrage](https://www.kontext-institut.at/inhalte/umfrage-aufbruch-oekologisierung-wirtschaft/) des KONTEXT Instituts zeigt: Die Menschen in Österreich erkennen die Wichtigkeit der Ökologisierung für Wohlstand und Sicherheit. Sie orten aktuell mangelnde politische Reformbereitschaft aber viel Potenzial in diesem Land.

Für die repräsentative Umfrage wurden zwischen 17. und 22. Dezember 2025 1.000 Personen aus allen österreichischen Bundesländern im Alter zwischen 14 und 75 Jahren von marketagent online befragt.

##  Weiterführende Links 

- [Download Umfrageergebnisse](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/2026_01-Umfrageergebnisse-Aufbruch-KONTEXT.pdf)
- [Artikel: Umfrage: Große Mehrheit für Aufbruch bei Ökologisierung](https://kontext-institut.at/inhalte/umfrage-aufbruch-oekologisierung-wirtschaft)
- [Pressemeldung: Umfrage: Große Mehrheit für einen Aufbruch bei der Ökologisierung der Wirtschaft, Umsetzung hinkt nach](https://kontext-institut.at/presse/umfrage-aufbruch-oekologisierung-wirtschaft)

---

 # Kreislaufwirtschaft bringt Strukturwandel in Österreichs Wirtschaft

Dienstag, 02.12.2025

Kreislaufwirtschaft kann maßgeblich zur Modernisierung der Industrie beitragen: Durch die richtigen Maßnahmen werden Rohstoffe, Energie und Emissionen gespart und gleichzeitig Arbeitsplätze und Wohlstand gesichert.

Das zeigt eine neue [Studie](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf) des KONTEXT Institut am Beispiel der ressourcen- und energieintensiven Sektoren Bau und Metall. Die Basis der Studie liefert eine Modellierung des Umweltbundesamtes (UBA) und des Center of Economic Analysis and Research (CESAR).

Die Grafik zeigt die Veränderungen pro Sektor im modellierten Kreislaufwirtschafts-Szenario im Vergleich zum Basisszenario im Jahr 2040 für ausgewählte Sektoren, die in Verbindung mit dem Metall- und Bausektor stehen:

- Die Ergebnisse verdeutlichen, dass – obwohl die Wirtschaftsleistung und die Gesamtbeschäftigung insgesamt stabil bleiben – einzelne Sektoren deutliche Änderungen infolge der Maßnahmen zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft erfahren.
- Insgesamt, also über alle Sektoren hinweg, bleibt die Wertschöpfung stabil, während der Effekt auf den Arbeitsmarkt leicht positiv ausfällt. So gelingt ein massiver Strukturwandel ohne wirtschaftliche Verluste.

Die Grafik stammt aus: [KONTEXTANALYSE #5: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft.](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf)

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Wie die Kreislaufwirtschaft den Wirtschaftskreislauf stärken kann](https://kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-industrie-wohlstand)
- [Download Studie: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf)

---

 # Kreislaufwirtschaft: Saubere Energiequellen lösen Kohle und Gas ab

Dienstag, 02.12.2025

Kreislaufwirtschaft kann maßgeblich zur Modernisierung der Industrie beitragen: Durch die richtigen Maßnahmen werden Rohstoffe, Energie und Emissionen gespart und gleichzeitig Arbeitsplätze und Wohlstand gesichert.

Das zeigt eine neue [Studie](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf) des KONTEXT Institut am Beispiel der ressourcen- und energieintensiven Sektoren Bau und Metall. Die Basis der Studie liefert eine Modellierung des Umweltbundesamtes (UBA) und des Center of Economic Analysis and Research (CESAR).

- Im modellierten Kreislaufwirtschafts-Szenario können die Emissionen durch die modellierten Maßnahmen bis 2040 um 20 Prozent (7,8 Millionen Tonnen CO₂) im Vergleich zum Basisszenario gesenkt werden.
- Der Rückgang der Emissionen zeigt sich auch in der Energieerzeugung und dem Energieeinsatz, wo sich eine deutliche Verschiebung hin zu erneuerbaren Energien abzeichnet.

Die Grafik stammt aus: [KONTEXTANALYSE #5: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft.](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf) Die Studie zeigt, dass Kreislaufwirtschaft die Modernisierung der Industrie vorantreiben kann und gleichzeitig Rohstoffe, Emissionen und Energie spart.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Wie die Kreislaufwirtschaft den Wirtschaftskreislauf stärken kann](https://kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-industrie-wohlstand)
- [Download Studie: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf)

---

 # Kreislaufwirtschaft: Emissionsreduktion im Stahlsektor besonders hoch

Dienstag, 02.12.2025

Kreislaufwirtschaft kann maßgeblich zur Modernisierung der Industrie beitragen: Durch die richtigen Maßnahmen werden Rohstoffe, Energie und Emissionen gespart und gleichzeitig Arbeitsplätze und Wohlstand gesichert.

Das zeigt eine neue [Studie](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf) des KONTEXT Institut am Beispiel der ressourcen- und energieintensiven Sektoren Bau und Metall. Die Basis der Studie liefert eine Modellierung des Umweltbundesamtes (UBA) und des Center of Economic Analysis and Research (CESAR).

- Im modellierten Kreislaufwirtschafts-Szenario können die Emissionen durch die modellierten Maßnahmen bis 2040 um 20 Prozent (7,8 Millionen Tonnen CO₂) im Vergleich zum Basisszenario gesenkt werden.
- Der größte Teil des Rückgangs ist auf die Stahlerzeugung zurückzuführen. Durch die Umstellung von kohleintensiven Hochöfen auf Elektrolichtbögenöfen mit Schrott und Wasserstoffreduktion sind die CO₂-Emissionen in der Stahlindustrie 2040 um 6,35 Millionen Tonnen (84 %) geringer als im Basisszenario.

Die Grafik stammt aus: [KONTEXTANALYSE #5: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft.](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf)

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Wie die Kreislaufwirtschaft den Wirtschaftskreislauf stärken kann](https://kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-industrie-wohlstand)
- [Download Studie: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf)

---

 # Kreislaufwirtschaft senkt Emissionen schneller

Dienstag, 02.12.2025

Kreislaufwirtschaft kann maßgeblich zur Modernisierung der Industrie beitragen: Durch die richtigen Maßnahmen werden Rohstoffe, Energie und Emissionen gespart und gleichzeitig Arbeitsplätze und Wohlstand gesichert.

Das zeigt eine neue [Studie](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf) des KONTEXT Institut am Beispiel der ressourcen- und energieintensiven Sektoren Bau und Metall. Die Basis der Studie liefert eine Modellierung des Umweltbundesamtes (UBA) und des Center of Economic Analysis and Research (CESAR).

Im modellierten Kreislaufwirtschafts-Szenario können die Emissionen durch die modellierten Maßnahmen bis 2040 um 20 Prozent (7,8 Millionen Tonnen CO₂) im Vergleich zum Basisszenario gesenkt werden.

Die Grafik stammt aus: [KONTEXTANALYSE #5: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft.](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf)

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Wie die Kreislaufwirtschaft den Wirtschaftskreislauf stärken kann](https://kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-industrie-wohlstand)
- [Download Studie: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf)

---

 # Kreislaufwirtschaft fördert nachwachsende Rohstoffe

Dienstag, 02.12.2025

Kreislaufwirtschaft kann maßgeblich zur Modernisierung der Industrie beitragen: Durch die richtigen Maßnahmen werden Rohstoffe, Energie und Emissionen gespart und gleichzeitig Arbeitsplätze und Wohlstand gesichert.

Das zeigt eine neue [Studie](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf) des KONTEXT Institut am Beispiel der ressourcen- und energieintensiven Sektoren Bau (vor allem Wohnbau) und Metall. Die Basis der Studie liefert eine Modellierung des Umweltbundesamtes (UBA) und des Center of Economic Analysis and Research (CESAR).

- Im modellierten Kreislaufwirtschafts-Szenario zeigt sich im Jahr 2040 im Vergleich mit dem Basisszenario ein deutlich geringerer inländischer Materialeinsatz von mineralischen Baustoffen, insbesondere im Wohnbau, wo sowohl der Materialinput als auch die Materialintensität erheblich reduziert sind.
- Vor allem der Einsatz von mineralischen, nicht-erneuerbaren Baustoffen (Kalkstein, Gips, Dolomit, Schiefer, etc.) geht zurück, während der Ressourceneinsatz teilweise auf erneuerbare Quellen umgelenkt wird.

Die Grafik stammt aus: [KONTEXTANALYSE #5: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft.](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf)

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Wie die Kreislaufwirtschaft den Wirtschaftskreislauf stärken kann](https://kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-industrie-wohlstand)
- [Download Studie: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf)

---

 # Ressourcenverbrauch Österreichs

Dienstag, 02.12.2025

Für wirtschaftlichen Aktivitäten werden verschiedene Ressourcen in unterschiedlichen Mengen benötigt – von Holz, Sand und Schotter für den Bau von Gebäuden, über Erdöl und Erdgas für die fossile Energiegewinnung bis hin zu land- und forstwirtschaftlichen Produkten in der Lebensmittel- und Futtermittelproduktion. Mineralische Baustoffe und Metalle verantworten zusammen zwei Drittel des gesamten Ressourcenverbrauchs und damit maßgeblich den ökologischen Fußabdruck des Landes. Ihre Transformation entscheidet daher über den Erfolg einer Kreislaufwirtschaft und über die Fähigkeit, industrielle Wertschöpfung mit Ressourcenschonung und Emissionsreduktion zu verbinden.

Die Grafik stammt aus: [KONTEXTANALYSE #5: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft.](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf) Die Studie zeigt, dass Kreislaufwirtschaft die Modernisierung der Industrie vorantreiben kann und gleichzeitig Rohstoffe, Emissionen und Energie spart.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Wie die Kreislaufwirtschaft den Wirtschaftskreislauf stärken kann](https://kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-industrie-wohlstand)
- [Download Studie: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf)

---

 # Kreislaufwirtschaft: Ambitionierte Ziele, wenig Fortschritt

Dienstag, 02.12.2025

Kreislaufwirtschaft kann die Modernisierung der Industrie vorantreiben und gleichzeitig Rohstoffe, Emissionen und Energie sparen. Die Potenziale für Österreich sind groß, die Umsetzung bleibt bisher jedoch deutlich hinter den Ambitionen zurück. Der Ressourcenverbrauch, gemessen am Materialfußabdruck, ist in den letzten Jahren ungefähr gleichgeblieben. Der Anteil wiederverwendeter Materialen, angegeben als Zirkularitätsrate, ist nur um einen Prozentpunkt gestiegen.

Die österreichische Kreislaufwirtschaftsstrategie sieht vor, den Materialfußabdruck bis 2050 von 22 auf sieben Tonnen pro Kopf zu reduzieren und die Zirkularitätsrate bis 2030 von 14 auf 18 Prozent zu steigern. Damit Österreich bei der Kreislaufwirtschaft eine Vorreiterrolle einnehmen kann, gilt es rasch entsprechende Maßnahmen umzusetzen.

Die Grafik stammt aus: [KONTEXTANALYSE #5: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft.](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf) Die Studie zeigt, dass Kreislaufwirtschaft die Modernisierung der Industrie vorantreiben kann und gleichzeitig Rohstoffe, Emissionen und Energie spart.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Wie die Kreislaufwirtschaft den Wirtschaftskreislauf stärken kann](https://kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-industrie-wohlstand)
- [Download Studie: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf)

---

 # Wie Kreislaufwirtschaft die Industrie modernisiert

Dienstag, 02.12.2025

Österreichs Industrie, das Herz unserer Wirtschaft, schwächelt. Österreichs ressourcenintensive und überwiegend lineare Wirtschaftsweise lässt große Potenziale ungenützt. Die gute Nachricht: Wir können den Wirtschaftskreislauf stärken – mit Kreislaufwirtschaft.

Eine neue [Studie](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf) des KONTEXT Institut zeigt am Beispiel der ressourcen- und energieintensiven Sektoren Bau und Metall, dass Kreislaufwirtschaft maßgeblich zur Modernisierung der Industrie beitragen kann. Durch die richtigen Maßnahmen werden Rohstoffe, Energie und Emissionen gespart und gleichzeitig Arbeitsplätze und Wohlstand gesichert. Die Basis der Studie liefert eine Modellierung des Umweltbundesamtes (UBA) und des Center of Economic Analysis and Research (CESAR) im Auftrag von Kontext.

Die Grafik stammt aus: [KONTEXTANALYSE #5: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft.](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf)

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Wie die Kreislaufwirtschaft den Wirtschaftskreislauf stärken kann](https://kontext-institut.at/inhalte/kreislaufwirtschaft-industrie-wohlstand)
- [Download Studie: Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202512_KONTEXTANALYSE_Industrielle-Modernisierung-durch-Kreislaufwirtschaft.pdf)

---

 # Intelligente Netze

Samstag, 18.10.2025

Intelligente Stromnetze, sogenannte Smart Grids, erhöhen die Versorgungssicherheit, indem sie Erzeugung, Verbrauch und Speicherung in Echtzeit koordinieren:

- Eine wichtige Grundlage bilden **Sensoren an Netzen und Transformatorstationen**, die laufend Daten zum Zustand des Netzes liefern. Sie machen sichtbar, wo Spannungsschwankungen oder Überlastungen auftreten, und schaffen damit die Basis, um schnelle einzugreifen.
- Ergänzt werden sie durch **Smart Meter in Haushalten**, die den Stromverbrauch im Viertelstundentakt digital erfassen. Dadurch kann nicht nur die Abrechnung präziser erfolgen, sondern vor allem auch das Lastmanagement verbessert werden, weil Netzbetreiber genau sehen, wann und wo Strom benötigt wird.
- Hinzu kommen **steuerbare Erzeugungsanlagen**, wie Photovoltaikanlagen oder Speicher, die bei Bedarf vom Netzbetreiber geregelt werden können. Das ermöglicht es, bei Überlastung kurzfristig die Einspeisung zu reduzieren und so die Stabilität des Gesamtsystems zu sichern.
- **Prognosesysteme und digitale Zwillinge** erweitern die Möglichkeiten des Netzbetriebs, indem sie einen vorausschauenden Blick ermöglichen. Digitale Zwillinge sind virtuelle Abbilder des Stromnetzes, die mit Echtzeitdaten gespeist werden. Sie erlauben es, den aktuellen Zustand präzise nachzuvollziehen, verschiedene Szenarien zu simulieren und so sowohl akute Eingriffe als auch die langfristige Netzplanung zu verbessern. Netzbetreiber können damit Engpässe frühzeitig erkennen, Ausfällen vorbeugen und Investitionen gezielter ausrichten.

Die Grafik bietet stammt aus [\[KON\]KLUSIO #10 Chancen der Digitalisierung in der Energiewende.](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/20251_KONKLUSIO_Chancen-der-Digitalisierung-in-der-Energiewende.pdf) Die Analyse schafft einen Überblick darüber, wie die Digitalisierung die Energiewende unterstützen kann – und was dafür notwendig ist.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Wie die Digitalisierung die Energiewende effizienter machen kann](https://kontext-institut.at/inhalte/digitalisierung-energiewende)
- [Download Analyse: Chancen der Digitalisierung in der Energiewende](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/20251_KONKLUSIO_Chancen-der-Digitalisierung-in-der-Energiewende.pdf)

---

 # Netzausbau: Kosten senken und gerecht verteilen

Donnerstag, 05.06.2025

Die Gestaltung des **Stromnetzes** ist der Schlüssel für ein effizientes und leistbares Energiesystems und zentral dafür, dass Österreich bis 2040 klimaneutral wird. Ein rascher Netzausbau ist auch ökonomisch sinnvoll – Zurückhaltung kommt in Summe teurer. Für den Netzausbau sind jedoch Investitionen erforderlich.

Eine neue Analyse des KONTEXT Instituts für Klimafragen zeigt daher einerseits, wie die Kosten für den Netzausbau reduziert und notwendige Investitionen günstig finanziert werden können. Andererseits zeigt sie Lösungen auf, wie die entstehenden Netzkosten künftig gerechter verteilt werden können.

Diese Grafik stammt aus [**\[KON\]KLUSIO #9 Netzausbau: Kosten senken und gerecht verteilen**](https://www.kontext-institut.at/inhalte/netzausbau/).

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: Netzausbau: Wie wir die Kosten senken und gerecht verteilen](https://kontext-institut.at/inhalte/netzausbau)
- [Download: Netzausbau: Kosten senken und gerecht verteilen](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202505_KONKLUSIO_9_Netzausbau-Kosten-und-Verteilung.pdf)

---

 # Chancen der Digitalisierung in der Energiewende

Samstag, 18.10.2025

Digitalisierung und Ökologisierung zu verbinden, bietet große Chancen für die Energiewende und Wettbewerbsfähigkeit: geringere Kosten, neue Exportchancen, höhere Versorgungssicherheit und Effizienz sowie gesteigerte Beteiligung. Damit dieses Potenzial tatsächlich wirksam wird, braucht es gezielte politische Rahmenbedingungen, strategische Investitionen sowie eine kontinuierliche Vorbeugung gegenüber den damit verbundenen Risiken.

Die Grafik stammt aus: [\[KON\]KLUSIO #10 Chancen der Digitalisierung in der Energiewende](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/20251_KONKLUSIO_Chancen-der-Digitalisierung-in-der-Energiewende.pdf). Die Analyse schafft einen Überblick darüber, wie die Digitalisierung die Energiewende unterstützen kann – und was dafür notwendig ist. Für die vier in der Grafik dargestellten Themenfeldern werden jeweils Chancen, Risiken, Best Practices und notwendige Politikmaßnahmen behandelt.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Wie die Digitalisierung die Energiewende effizienter machen kann](https://kontext-institut.at/inhalte/digitalisierung-energiewende)
- [Download Analyse: Chancen der Digitalisierung in der Energiewende](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/20251_KONKLUSIO_Chancen-der-Digitalisierung-in-der-Energiewende.pdf)

---

 # Klimadiskurs 2024: Besonders viel Verschleppung im Verkehrssektor

Mittwoch, 08.10.2025

Gerade im Verkehrssektor sind Verschleppungstaktiken besonders ausgeprägt: Ein Mitgrund für starke Polarisierung in dieser Frage ist, dass die Verbrenner-Autos über Jahrzehnte ein Garant für Wohlstand und Arbeitsplätze in Europa waren. Mehr noch: Weil Europa mit dieser Technologie so erfolgreich war, hatte der Autobau an vielen Orten nahezu identitätsstiftende Wirkung.

Das Festhalten an fossilen Technologien, oder Technik-Trugbildern wie E-Fuels, verschleppt jedoch nicht nur die notwendige effiziente Mobilitätswende. Sie hat auch negative Auswirkungen auf Wirtschaft, Unternehmen und Kund:innen im Automobilbereich, da die Stop-and-Go Politik Planungssicherheit untergräbt.

Die Grafik stammt aus: [Wie das Ende für Autoabgase verschleppt wird.](https://kontext-institut.at/inhalte/verbrenner-autoabgase/)

##  Weiterführende Links 

- [Wie das Ende für Autoabgase verschleppt wird](https://kontext-institut.at/inhalte/verbrenner-autoabgase/)

---

 # E-Autos gewinnen an Fahrt, produziert wird vor allem in China

Mittwoch, 08.10.2025

E-Autos sind Verbrenner-Autos technisch in vielfacher Weise überlegen. Sie sind am effizientesten im Einsatz und verursachen die geringsten Kosten im Betrieb. Die Anschaffungskosten sinken mittlerweile rasant, die Reichweiten steigen und die Ladeinfrastruktur wird auch hierzulande immer besser.

Die Frage ist also nicht, ob Autos, die mit Diesel und Benzin betrieben werden, im breiten Gebrauch von unseren Straßen verschwinden werden, sondern nur wann es so weit sein wird. Und rein physikalisch ist es auch keine Frage mehr, von welcher Technologie sie abgelöst werden, sondern nur wo diese Technologie in Zukunft weiterentwickelt und produziert wird. China war über viele Jahre der größte Exportmarkt für Autos aus Europa. Mittlerweile liegt dort der E-Auto-Anteil bei den Neuzulassungen bei über 50 Prozent. Die Autos dafür produzieren sie hauptsächlich selbst, was der Grund für den massiven Einbruch in der deutschen Automobilindustrie ist. In China wurden 2024 mehr als doppelt so viele E-Autos produziert als noch im Jahr 2021. In Europa stieg die Produktion im selben Zeitraum gerade einmal um 38 Prozent. Europa fällt immer weiter zurück und die politische Unklarheit, wo es hingeht, verschafft China einen klaren strategischen Marktvorteil.

Die Grafik stammt aus: [Wie das Ende für Autoabgase verschleppt wird.](https://kontext-institut.at/inhalte/verbrenner-autoabgase/)

##  Weiterführende Links 

- [Wie das Ende für Autoabgase verschleppt wird](https://kontext-institut.at/inhalte/verbrenner-autoabgase/)

---

 # Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) im Check

Mittwoch, 10.09.2025

Das **Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG)** hat das Ziel, den Ausbau Erneuerbarer Energien, aber auch jenen von Netzinfrastruktur und Speichertechnologien voranzutreiben. Es übersetzt die **RED III** – also die EU-Erneuerbaren Richtlinie in nationales Recht. Das übergeordnete Ziel dafür ist ein Anteil der Erneuerbaren am Gesamtenergieverbrauch liegt laut NEKP bei **57 Prozent** **bis 2030.** Derzeit liegt dieser Wert für Österreich noch bei knapp über 40 Prozent.

**Der Begutachtungsentwurf des EABG lässt Vieles für die Erreichung dieses Ziels offen.** Der KONTEXT EABG-Check zeigt, was für den effizienten Ausbau Erneuerbarer notwendig wäre, und was der Entwurf davon tatsächlich beinhaltet. Positiv ist beispielsweise das Einräumen von **überragendem öffentlichem Interesse** für Projekte der Energiewende oder die Einführung eines **One-Stop-Shops** – also einer zentralen Analaufstelle für Genehmigungsverfahren. Negativ hingegen sind die alle Ziele betreffend deutlich **zu schwachen Ausbauziele** für Windkraft, Wasserkraft und Photovoltaik in den Beschleunigungszonen, als auch die **fehlende Sanktionierung** für Bundesländer bei Nicht-Erreichung oder Nicht-Ausweisung der Beschleunigungszonen. Auch eine klar definierte, notwendige **Qualitätssicherung von den Strategischen Umweltprüfungen** (SUPs), welche in Zukunft die Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVPs) ersetzen sollen, bleibt aus. Die **Möglichkeit einer UVP in Einzelfällen wird unterschlagen** und durch Ausgleichszahlungen ersetzt.

Alles in allem bietet das Gesetz **einige gute Neuerrungen**, aber deutlich **zu unambitionierte Rahmenbedingungen** für die tatsächliche Erreichung der Ziele bis 2030.

##  Weiterführende Links 

- [EABG: Was im Begutachtungsentwurf steht und was nicht](https://kontext-institut.at/inhalte/eabg-entwurf-analyse/)

---

 # EABG: Rückschritt bei Erneuerbaren-Ausbauzielen

Mittwoch, 10.09.2025

Das **Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG)** hat das Ziel, den Ausbau Erneuerbarer Energien, aber auch jenen von Netzinfrastruktur und Speichertechnologien voranzutreiben. Es übersetzt die **RED III** – also die EU-Erneuerbaren Richtlinie in nationales Recht. Das übergeordnete Ziel dafür ist ein Anteil der Erneuerbaren am Gesamtenergieverbrauch liegt laut NEKP bei **57 Prozent** **bis 2030.** Derzeit liegt dieser Wert für Österreich noch bei knapp über 40 Prozent.

Die Ziele für den Ausbau pro Energiequelle – also für Windkraft, Wasserkraft, Photovoltaik und Biomasse – sind in unterschiedlichen Plänen festgelegt. Für die Erreichung des übergeordneten Ziels sind allen voran der Ausbau von **Windkraft und Photovoltaik** relevant: Hier gibt es noch sehr großes unausgeschöpftes Potenzial. Das niedrigste Ziel weist das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) auf – mit 27 Terawattstunden Zubau insgesamt bis 2030 (im Vergleich zum Basisjahr 2020), bzw. + 11 TWh für Photovoltaik und + 10 TWh für Windkraft. Der nationale Energie- und Klimaplan (NEKP), als auch der integrierte österreichische Netzinfrastrukturplan (ÖNIP) haben noch deutlich höhere Ziele gesteckt.

**Der Begutachtungsentwurf des EABG liegt jedoch** **bei allen angeführten Energiequellen unter all diesen Zielwerten**, selbst unter jenem des EAGs. Zwar werden Zielwerte für Bundesländer ausgewiesen, diese sind jedoch zu gering und weisen keine Verpflichtungen oder Sanktionierungen bei Nicht-Erreichung auf. Damit verpasst das EABG eine große Chance, den notwendigen Ausbau Erneuerbarer stärker zu verpflichten.

##  Weiterführende Links 

- [EABG: Was im Begutachtungsentwurf steht und was nicht](https://kontext-institut.at/inhalte/eabg-entwurf-analyse/)

---

 # So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren

Samstag, 16.08.2025

Der **Ausbau erneuerbarer Energien** ist eine Grundvoraussetzung für das Gelingen der Energiewende – sowohl zur Deckung des aktuellen Strombedarfs als auch des wachsenden Bedarfs durch Elektrifizierung in Mobilität, Wärme und Industrie. Um die Klimaziele zu erreichen und langfristig eine sichere und saubere Energieversorgung sicherzustellen, braucht es einen ambitionierten Ausbau von erneuerbaren Energien, Netzen und Speichern. Zentral dafür sind **funktionierende und effiziente Genehmigungsverfahren**.

**Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP)**, **Strategische Umweltprüfungen (SUP**) sowie kleinere, nicht UVP-pflichtige Verfahren stellen derzeit jedoch häufig einen Engpass dar. Verzögerungen sind dabei selten auf die Verfahren selbst oder gesetzlich verankerte Mitspracherechte zurückzuführen. Vielmehr liegen die Ursachen in **strukturellen Defiziten** – angefangen bei unvollständigen Projektunterlagen über Ressourcenengpässe in Behörden bis hin zu fehlender übergeordneter Koordination und mangelnder öffentlicher Akzeptanz. **Gleichzeitig gilt: Diese Herausforderungen sind lösbar, wenn die richtigen Maßnahmen konsequent umgesetzt werden.**

Eine neue **Studie des KONTEXT Institut für Klimafragen** zeigt, wo die zentralen Engpässe bei Genehmigungsverfahren liegen – und welche Maßnahmen erforderlich sind, um Verfahren effizient und gründlich durchzuführen.

Diese Grafik stammt aus [\[KON\]KRET #4 So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren](https://kontext-institut.at/inhalte/konkret-genehmigungsverfahren)

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren](https://kontext-institut.at/inhalte/konkret-genehmigungsverfahren)
- [Download Studie: Konkret: So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202509_KONKRET_So-gehen-effiziente-Energie-Genehmigungsverfahren-_KONTEXT.pdf)

---

 # Energieprojekte sind häufigster Anlass für Genehmigungsverfahren

Samstag, 16.08.2025

Effiziente **Genehmigungsverfahren** sind ein wichtiger Hebel für einen raschen Ausbau von erneuerbaren Energien. Im Bereich Windkraft, Wasserkraft, Netzinfrastruktur und Speichertechnologien ist die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) fixer und wichtiger Bestandteil des Ausbaus.

In Österreich werden rund 20 **Umweltverträglichkeitsprüfungen** (UVPs) pro Jahr beantragt (Durchschnitt 2014–2024). Der Großteil der UVP-Verfahren entfällt mittlerweile auf Projekte im Bereich der Energiewirtschaft. Über den gesamten Zeitraum hinweg, den die UVP-Datenbank abdeckt (seit 1996), sind rund ein Drittel aller Verfahren diesem Sektor zuzuordnen. Innerhalb des Bereichs der Energiewirtschaft dominiert die Windkraft: Rund 90 Prozent der UVPs im Energiesektor betreffen Windkraftanlagen. Das zeigt: Mit dem verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere der Windkraft, gewinnt dieser Bereich innerhalb der UVP-Verfahren zunehmend an Bedeutung. In den letzten zehn Jahren machten energiewirtschaftliche Projekte bereits 43 Prozent aller UVPs aus, in den letzten drei Jahren sogar die Hälfte.

Eine neue **Studie des KONTEXT Institut für Klimafragen** zeigt, wo die zentralen Engpässe bei Genehmigungsverfahren liegen – und welche Maßnahmen erforderlich sind, um Verfahren effizient und gründlich durchzuführen.

Diese Grafik stammt aus [\[KON\]KRET #4 So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren](https://kontext-institut.at/inhalte/konkret-genehmigungsverfahren)

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren](https://kontext-institut.at/inhalte/konkret-genehmigungsverfahren)
- [Download Studie: Konkret: So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202509_KONKRET_So-gehen-effiziente-Energie-Genehmigungsverfahren-_KONTEXT.pdf)

---

 # Gute Projektvorbereitung verkürzt Umweltverträglichkeitsprüfungs-Verfahren maßgeblich

Samstag, 16.08.2025

Effiziente **Genehmigungsverfahren** sind ein wichtiger Hebel für einen raschen Ausbau von erneuerbaren Energien. Im Bereich Windkraft, Wasserkraft, Netzinfrastruktur und Speichertechnologien ist die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) fixer und wichtiger Bestandteil des Ausbaus.

Zwar ist die maximale **Verfahrensdauer** in diesen Bereichen gesetzlich mit neun Monaten geregelt. Im Mittel liegt die tatsächliche Dauer einer UVP mit 22,6 Monaten jedoch deutlich höher (Median der Jahre 2014–2023). Wird nur der Zeitraum ab der öffentlichen Auflage – also ab Vorlage vollständiger Unterlagen seitens der Unternehmen, die das Projekt einreichen – bis zur Entscheidung betrachtet, liegt die mittlere Dauer deutlich niedriger: bei 10,6 Monaten. **Rund die Hälfte der gesamten Verfahrensdauer entfällt damit auf die Phase vor der öffentlichen Kundmachung.**

Zusätzlich ist die Spannweite zwischen kürzesten und längsten Verfahren erheblich: Die Gesamtdauer variiert zwischen 11,4 und 25,4 Monaten, ab öffentlicher Auflage sind es 5,5 bis 15,9 Monate.

Eine neue **Studie** **des KONTEXT Institut für Klimafragen** zeigt, wo die zentralen Engpässe bei Genehmigungsverfahren liegen – und welche Maßnahmen erforderlich sind, um Verfahren effizient und gründlich durchzuführen.

Diese Grafik stammt aus [\[KON\]KRET #4 So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren](https://kontext-institut.at/inhalte/konkret-genehmigungsverfahren)

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren](https://kontext-institut.at/inhalte/konkret-genehmigungsverfahren)
- [Download Studie: Konkret: So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202509_KONKRET_So-gehen-effiziente-Energie-Genehmigungsverfahren-_KONTEXT.pdf)

---

 # Welche Genehmigungsverfahren der Erneuerbaren-Ausbau erfordert

Samstag, 16.08.2025

**Bis 2030 soll der Anteil an Erneuerbaren in Österreich deutlich steigen**: Laut Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz sollen 27 Terrawattstunden mehr erneuerbarer Strom erzeugt werden – rund die Hälfte mehr im Vergleich zum Jahr 2021.

Erfolgreiche **Genehmigungsverfahren** – in verschiedenen Sektoren und Größenordnungen – sind entscheidend, um beim Ausbau Erneuerbarer voranzukommen. Insbesondere zwei Umweltverfahren sind zentral: Die **Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)** und die **Strategische Umweltprüfung (SUP)**. Letztere wird nicht für konkrete Projekte, sondern für strategische Pläne und Programme angewendet. Nach derzeitigem Rechtsstand fällt mehr als die Hälfte des notwendigen Zubaus an erneuerbaren Strom unter eine UVP-Pflicht, allen voran Windkraft.

Neben den beiden großen, zentralen Verfahrenstypen sind auch kleinere Genehmigungsverfahren relevant, vor allem für den Ausbau von Photovoltaik. Das **Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG)** kann ein Hebel dazu sein, sie effizient zu gestalten. Gleichzeitig kann das Gesetz auch die UVP-Pflicht geplanter Wind- und Wasserkraftwerke beeinflussen.

Eine neue **Studie des KONTEXT Institut für Klimafragen** zeigt, wo die zentralen Engpässe bei Genehmigungsverfahren liegen – und welche Maßnahmen erforderlich sind, um Verfahren effizient und gründlich durchzuführen.

Diese Grafik stammt aus [\[KON\]KRET #4 So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren](https://kontext-institut.at/inhalte/konkret-genehmigungsverfahren)

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren](https://kontext-institut.at/inhalte/konkret-genehmigungsverfahren)
- [Download Studie: Konkret: So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202509_KONKRET_So-gehen-effiziente-Energie-Genehmigungsverfahren-_KONTEXT.pdf)

---

 # Erneuerbaren-Ausbau deutlich unter den 2030-Zielen

Samstag, 16.08.2025

Um die **Energiewende** erfolgreich umzusetzen, braucht es einen konsequenten **Ausbau erneuerbarer Energiequellen**. Dafür gibt es konkrete Zielvorgaben: Bis 2030 soll der gesamte Strombedarf Österreichs bilanziell durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) sieht dafür einen Zubau von 27 Terrawattstunden (TWh) gegenüber dem Basisjahr 2020 vor. Das entspricht einem Zuwachs von rund 50 Prozent im Vergleich zum Jahr 2021 (53 TWh). Der Nationalen Energie- und Klimaplan (NEKP) sieht einen Bedarf von 37 TWh, der österreichische Netzinfrastrukturplan (ÖNIP) sogar von 41 TWh. Der größte Teil dieses Ausbaus soll auf die Bereiche Windenergie und Photovoltaik entfallen. Um den Ausbau erneuerbarer Energien und einer leistungsfähigen Netzinfrastruktur in der Praxis zu ermöglichen, braucht es **effiziente Genehmigungsverfahren.**

Eine neue Studie des KONTEXT Institut für Klimafragen zeigt, wo die zentralen Engpässe bei **Genehmigungsverfahren** liegen – und welche Maßnahmen erforderlich sind, um Verfahren effizient und gründlich durchzuführen.

Diese Grafik stammt aus [\[KON\]KRET #4 So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren](https://kontext-institut.at/inhalte/konkret-genehmigungsverfahren)

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren](https://kontext-institut.at/inhalte/konkret-genehmigungsverfahren)
- [Download Studie: Konkret: So gehen effiziente Energie-Genehmigungsverfahren](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202509_KONKRET_So-gehen-effiziente-Energie-Genehmigungsverfahren-_KONTEXT.pdf)

---

 # Gesetze, die Klima-Kürzungen kompensieren könnten

Dienstag, 17.06.2025

Rund ein Drittel der gesamten Einsparungen im Doppelbudget 2025/26 betreffen den Klimabereich. Gleichzeitig werden klimaschädliche Subventionen aufrechterhalten und sogar ausgebaut. Die Kürzungen bei Klimaförderungen machen alternative gesetzliche Maßnahmen erforderlich.

##  Weiterführende Links 

- [Medieninfo: Klima-Kürzungen mit Gesetzen kompensieren](https://kontext-institut.at/presse/budget-ordnungspolitische-ma%C3%9Fnahmen/)
- [Einordnung Doppelbudget 2025/26](https://kontext-institut.at/inhalte/budgetredet-2025/)
- [Medieninfo: Klimaziele nur erreichbar, wenn Regierung Förderkürzungen mit Gesetzen kompensiert](https://kontext-institut.at/presse/budget-nationalrat/)

---

 # Umfrage: Mehrheit der Bevölkerung für Reform der klimaschädlichen Subventionen

Dienstag, 11.02.2025

Der Nationale Energie- und Klimaplan (NEKP) sieht den Abbau der klimaschädlichen Subventionen vor. Eine KONTEXT-Analyse zeigt, dass allein durch die Reformen von drei klimaschädlichen Subventionen im Verkehrssektor (Ökologisierung der Pendlerförderung und des Dienstwagenprivilegs sowie der Abschaffung des Dieselprotektionismus) der Staatshaushalt jährlich um 1,04 Milliarden Euro entlastet werden kann. Entsprechende Maßnahmen haben FPÖ und ÖVP weder in ihren Sparplänen präsentiert noch sind sie – laut dem geleakten Protokoll – Gegenstand in den laufenden Regierungsverhandlungen.

Die Bevölkerung jedoch ist mehrheitlich für eine Reform: Zwei Drittel der Befragten (65,8 Prozent) sind der Meinung, dass, um das Budget zu entlasten, Förderungen gestrichen werden sollten, die dem Klima schaden. Die höchste Zustimmung findet dabei die Ökologisierung der Pendlerförderung: Wenn öffentliche Verkehrsmittel für den Arbeitsweg zur Verfügung stehen und diese auch zumutbar sind, sollte ein Jahresticket für den öffentlichen Verkehr bereitgestellt werden anstatt eines Auto-Zuschusses, sagen 72,8 Prozent. 64,6 Prozent sprechen sich für die Abschaffung des Dieselprotektionismus aus – also dafür, dass die Mineralölsteuer auf Diesel an das Niveau von Benzin angeglichen werden soll. Die Ökologisierung des Dienstwagenprivilegs wird von 60,9 Prozent der Befragten unterstützt: Personen, die einen fossilen Dienstwagen privat nutzen, sollten keine steuerlichen Vorteile auf Kosten des Staatsbudgets erfahren. Stattdessen sollen Alternativen, wie öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad oder Car-Sharing steuerlich begünstigt werden, sagen 68,6 Prozent.

##  Weiterführende Links 

- [Analyse zu den Klima-Sparplänen einer möglichen FPÖ-ÖVP-Regierung](https://kontext-institut.at/inhalte/budgetplan-fpö-övp/)
- [Umfrage: Mehrheit für Reform der klimaschädlichen Subventionen und gegen Kürzungen bei Umweltförderungen](https://kontext-institut.at/inhalte/umfrage-budget-klima/)

---

 # Aufteilung der Netzkosten

Donnerstag, 05.06.2025

Der Ausbau der Stromnetze ist zentral für eine saubere und günstige Energieversorgung. Neben der Frage nach der Höhe der dafür notwendigen Investitionen und deren Finanzierung, ist nachgelagert die Frage der Verteilung der Kosten zentral. Denn die Kosten der Netzbetreiber:innen werden derzeit in Form von Netzentgelten auf Erzeuger:innen und Verbraucher:innen (Haushalten, Unternehmen und Industrie) umgelegt. Aktuell zahlen Verbraucher.innen ca. 90 Prozent der Netzentgelte und damit der Ausbaukosten.

Diese Grafik stammt aus [**\[KON\]KLUSIO #9 Netzausbau: Kosten senken und gerecht verteilen**](https://www.kontext-institut.at/inhalte/netzausbau/). Die neue Analyse des KONTEXT Instituts für Klimafragen zeigt einerseits, wie die Kosten für den Netzausbau reduziert und notwendige Investitionen günstig finanziert werden können. Andererseits zeigt sie Lösungen auf, wie die entstehenden Netzkosten künftig gerechter verteilt werden können.

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: Netzausbau: Wie wir die Kosten senken und gerecht verteilen](https://kontext-institut.at/inhalte/netzausbau)
- [Download: Netzausbau Kosten senken und gerecht verteilen](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202505_KONKLUSIO_9_Netzausbau-Kosten-und-Verteilung.pdf)

---

 # Zehn Schritte #10 Akzeptanz sichern und sozialen Ausgleich schaffen

Dienstag, 20.05.2025

Die Energiewende verspricht eine Reduktion des österreichischen Treibhausgasausstoßs, langfristig sinkende Preise, strategische Unabhängigkeit und wirtschaftspolitische Chancen. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist in Österreich – bis auf Windenergie – bereits weit fortgeschritten. Doch obwohl erneuerbare Energie den heimischen Stromverbrauch im Jahr 2024 schon zu 95 Prozent decken konnte, profitieren Industrie und Bevölkerung derzeit kaum von niedrigeren Preisen.

Das KONTEXT Institut für Klimafragen hat das heimische Energiesystem unter die Lupe genommen und zehn Schritte identifiziert, die einen sauberen und effizienten Umbau ermöglichen. Die Analyse kommt zum Ergebnis: Nachhaltig sinken die Kosten erst, wenn Stromerzeugung, Netze, Verbrauchsverhalten und rechtliche Rahmenbedingungen grundlegend auf ein zukunftsfähiges Energiesystem ausgerichtet sind.

Zehn Schritte #10 Akzeptanz sichern und sozialen Ausgleich schaffen

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)
- [Publikation: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/publikationen/konklusio-8-zehn-schritte-saubere-energie/)

---

 # Zehn Schritte #9 Langfristplanung und Koordination ermöglichen

Dienstag, 20.05.2025

Die Energiewende verspricht eine Reduktion des österreichischen Treibhausgasausstoßs, langfristig sinkende Preise, strategische Unabhängigkeit und wirtschaftspolitische Chancen. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist in Österreich – bis auf Windenergie – bereits weit fortgeschritten. Doch obwohl erneuerbare Energie den heimischen Stromverbrauch im Jahr 2024 schon zu 95 Prozent decken konnte, profitieren Industrie und Bevölkerung derzeit kaum von niedrigeren Preisen.

Das KONTEXT Institut für Klimafragen hat das heimische Energiesystem unter die Lupe genommen und zehn Schritte identifiziert, die einen sauberen und effizienten Umbau ermöglichen. Die Analyse kommt zum Ergebnis: Nachhaltig sinken die Kosten erst, wenn Stromerzeugung, Netze, Verbrauchsverhalten und rechtliche Rahmenbedingungen grundlegend auf ein zukunftsfähiges Energiesystem ausgerichtet sind.

Zehn Schritte #9 Langfristplanung und Koordination ermöglichen

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)
- [Publikation: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/publikationen/konklusio-8-zehn-schritte-saubere-energie/)

---

 # Zehn Schritte #7 Sektorkopplung gezielt nutzen

Dienstag, 20.05.2025

Die Energiewende verspricht eine Reduktion des österreichischen Treibhausgasausstoßs, langfristig sinkende Preise, strategische Unabhängigkeit und wirtschaftspolitische Chancen. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist in Österreich – bis auf Windenergie – bereits weit fortgeschritten. Doch obwohl erneuerbare Energie den heimischen Stromverbrauch im Jahr 2024 schon zu 95 Prozent decken konnte, profitieren Industrie und Bevölkerung derzeit kaum von niedrigeren Preisen.

Das KONTEXT Institut für Klimafragen hat das heimische Energiesystem unter die Lupe genommen und zehn Schritte identifiziert, die einen sauberen und effizienten Umbau ermöglichen. Die Analyse kommt zum Ergebnis: Nachhaltig sinken die Kosten erst, wenn Stromerzeugung, Netze, Verbrauchsverhalten und rechtliche Rahmenbedingungen grundlegend auf ein zukunftsfähiges Energiesystem ausgerichtet sind.

Zehn Schritte #7 Sektorkopplung gezielt nutzen

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)
- [Publikation: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/publikationen/konklusio-8-zehn-schritte-saubere-energie/)

---

 # Zehn Schritte #8 Elektrifizierung vorantreiben

Dienstag, 20.05.2025

Die Energiewende verspricht eine Reduktion des österreichischen Treibhausgasausstoßs, langfristig sinkende Preise, strategische Unabhängigkeit und wirtschaftspolitische Chancen. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist in Österreich – bis auf Windenergie – bereits weit fortgeschritten. Doch obwohl erneuerbare Energie den heimischen Stromverbrauch im Jahr 2024 schon zu 95 Prozent decken konnte, profitieren Industrie und Bevölkerung derzeit kaum von niedrigeren Preisen.

Das KONTEXT Institut für Klimafragen hat das heimische Energiesystem unter die Lupe genommen und zehn Schritte identifiziert, die einen sauberen und effizienten Umbau ermöglichen. Die Analyse kommt zum Ergebnis: Nachhaltig sinken die Kosten erst, wenn Stromerzeugung, Netze, Verbrauchsverhalten und rechtliche Rahmenbedingungen grundlegend auf ein zukunftsfähiges Energiesystem ausgerichtet sind.

Zehn Schritte #8 Elektrifizierung vorantreiben

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)
- [Publikation: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/publikationen/konklusio-8-zehn-schritte-saubere-energie/)

---

 # Zehn Schritte #6 Nachfrage steuern nach Netz- und Energieverfügbarkeit

Dienstag, 20.05.2025

Die Energiewende verspricht eine Reduktion des österreichischen Treibhausgasausstoßs, langfristig sinkende Preise, strategische Unabhängigkeit und wirtschaftspolitische Chancen. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist in Österreich – bis auf Windenergie – bereits weit fortgeschritten. Doch obwohl erneuerbare Energie den heimischen Stromverbrauch im Jahr 2024 schon zu 95 Prozent decken konnte, profitieren Industrie und Bevölkerung derzeit kaum von niedrigeren Preisen.

Das KONTEXT Institut für Klimafragen hat das heimische Energiesystem unter die Lupe genommen und zehn Schritte identifiziert, die einen sauberen und effizienten Umbau ermöglichen. Die Analyse kommt zum Ergebnis: Nachhaltig sinken die Kosten erst, wenn Stromerzeugung, Netze, Verbrauchsverhalten und rechtliche Rahmenbedingungen grundlegend auf ein zukunftsfähiges Energiesystem ausgerichtet sind.

Schritt #6: Nachfrage steuern nach Netz- und Energieverfügbarkeit

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)
- [Publikation: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/publikationen/konklusio-8-zehn-schritte-saubere-energie/)

---

 # Zehn Schritte #5 Speicher ausbauen und netzdienlich betreiben

Dienstag, 20.05.2025

Die Energiewende verspricht eine Reduktion des österreichischen Treibhausgasausstoßs, langfristig sinkende Preise, strategische Unabhängigkeit und wirtschaftspolitische Chancen. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist in Österreich – bis auf Windenergie – bereits weit fortgeschritten. Doch obwohl erneuerbare Energie den heimischen Stromverbrauch im Jahr 2024 schon zu 95 Prozent decken konnte, profitieren Industrie und Bevölkerung derzeit kaum von niedrigeren Preisen.

Das KONTEXT Institut für Klimafragen hat das heimische Energiesystem unter die Lupe genommen und zehn Schritte identifiziert, die einen sauberen und effizienten Umbau ermöglichen. Die Analyse kommt zum Ergebnis: Nachhaltig sinken die Kosten erst, wenn Stromerzeugung, Netze, Verbrauchsverhalten und rechtliche Rahmenbedingungen grundlegend auf ein zukunftsfähiges Energiesystem ausgerichtet sind.

Schritt #5: Speicher ausbauen und netzdienlich betreiben

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)
- [Publikation: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/publikationen/konklusio-8-zehn-schritte-saubere-energie/)

---

 # Zehn Schritte #4 Netze intelligenter steuern

Dienstag, 20.05.2025

Die Energiewende verspricht eine Reduktion des österreichischen Treibhausgasausstoßs, langfristig sinkende Preise, strategische Unabhängigkeit und wirtschaftspolitische Chancen. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist in Österreich – bis auf Windenergie – bereits weit fortgeschritten. Doch obwohl erneuerbare Energie den heimischen Stromverbrauch im Jahr 2024 schon zu 95 Prozent decken konnte, profitieren Industrie und Bevölkerung derzeit kaum von niedrigeren Preisen.

Das KONTEXT Institut für Klimafragen hat das heimische Energiesystem unter die Lupe genommen und zehn Schritte identifiziert, die einen sauberen und effizienten Umbau ermöglichen. Die Analyse kommt zum Ergebnis: Nachhaltig sinken die Kosten erst, wenn Stromerzeugung, Netze, Verbrauchsverhalten und rechtliche Rahmenbedingungen grundlegend auf ein zukunftsfähiges Energiesystem ausgerichtet sind.

Schritt #4: Netze intelligenter steuern

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)
- [Publikation: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/publikationen/konklusio-8-zehn-schritte-saubere-energie/)

---

 # Zehn Schritte #3 Netze günstiger & st﻿rategischer ausbauen

Dienstag, 20.05.2025

Die Energiewende verspricht eine Reduktion des österreichischen Treibhausgasausstoßs, langfristig sinkende Preise, strategische Unabhängigkeit und wirtschaftspolitische Chancen. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist in Österreich – bis auf Windenergie – bereits weit fortgeschritten. Doch obwohl erneuerbare Energie den heimischen Stromverbrauch im Jahr 2024 schon zu 95 Prozent decken konnte, profitieren Industrie und Bevölkerung derzeit kaum von niedrigeren Preisen.

Das KONTEXT Institut für Klimafragen hat das heimische Energiesystem unter die Lupe genommen und zehn Schritte identifiziert, die einen sauberen und effizienten Umbau ermöglichen. Die Analyse kommt zum Ergebnis: Nachhaltig sinken die Kosten erst, wenn Stromerzeugung, Netze, Verbrauchsverhalten und rechtliche Rahmenbedingungen grundlegend auf ein zukunftsfähiges Energiesystem ausgerichtet sind.

Schritt #3: Netze günstiger & st﻿rategischer ausbauen

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)
- [Publikation: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/publikationen/konklusio-8-zehn-schritte-saubere-energie/)

---

 # Zehn Schritte #2 Leistbare Strompreise aus Erneuerbaren weitergeben

Montag, 19.05.2025

Die Energiewende verspricht eine Reduktion des österreichischen Treibhausgasausstoßs, langfristig sinkende Preise, strategische Unabhängigkeit und wirtschaftspolitische Chancen. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist in Österreich – bis auf Windenergie – bereits weit fortgeschritten. Doch obwohl erneuerbare Energie den heimischen Stromverbrauch im Jahr 2024 schon zu 95 Prozent decken konnte, profitieren Industrie und Bevölkerung derzeit kaum von niedrigeren Preisen.

Das KONTEXT Institut für Klimafragen hat das heimische Energiesystem unter die Lupe genommen und **zehn Schritte** identifiziert, die einen sauberen und effizienten Umbau ermöglichen. Die Analyse kommt zum Ergebnis: Nachhaltig sinken die Kosten erst, wenn Stromerzeugung, Netze, Verbrauchsverhalten und rechtliche Rahmenbedingungen grundlegend auf ein zukunftsfähiges Energiesystem ausgerichtet sind.

Schritt #2: Leistbare Strompreise aus Erneuerbaren weitergeben.

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)
- [Publikation: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/publikationen/konklusio-8-zehn-schritte-saubere-energie/)

---

 # Zehn Schritte #1 Erneuerbare gezielter ausbauen

Montag, 19.05.2025

Die Energiewende verspricht eine Reduktion des österreichischen Treibhausgasausstoßs, langfristig sinkende Preise, strategische Unabhängigkeit und wirtschaftspolitische Chancen. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist in Österreich – bis auf Windenergie – bereits weit fortgeschritten. Doch obwohl erneuerbare Energie den heimischen Stromverbrauch im Jahr 2024 schon zu 95 Prozent decken konnte, profitieren Industrie und Bevölkerung derzeit kaum von niedrigeren Preisen.

Das KONTEXT Institut für Klimafragen hat das heimische Energiesystem unter die Lupe genommen und **zehn Schritte** identifiziert, die einen sauberen und effizienten Umbau ermöglichen. Die Analyse kommt zum Ergebnis: Nachhaltig sinken die Kosten erst, wenn Stromerzeugung, Netze, Verbrauchsverhalten und rechtliche Rahmenbedingungen grundlegend auf ein zukunftsfähiges Energiesystem ausgerichtet sind.

Schritt #1: Erneuerbare gezielter ausbauen.

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit/)
- [Publikation: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://www.kontext-institut.at/publikationen/konklusio-8-zehn-schritte-saubere-energie/)

---

 # Elekrifizierung und Energieverbrauch verschiedener Sektoren

Montag, 19.05.2025

In Österreich werden rund 21 Prozent des energetischen Endverbrauchs von insgesamt 287 Terawattstunden durch Strom gedeckt. In der Industrie sind es 29 Prozent, bei Haushalten 28 Prozent und im Verkehr nur rund drei Prozent. Ein höherer Elektrifizierungsgrad macht die Energiewende effizienter und langfristig kostengünstiger: Viele strombasierte Anwendungen, wie etwa Wärmepumpen, benötigen deutlich weniger Energie als fossile Alternativen. Das liegt unter anderem daran, dass bei fossilen Energieträgern der Großteil der Energie bei Umwandlungsprozessen verloren geht. Fixkosten für Erzeugung, Netze und Speicher können sich bei höherer Elektrifizierung zudem auf mehr genutzte Kilowattstunden verteilen. Zusätzlich sind viele dieser Anwendungen zeitlich steuerbar und können damit netz- und systemdienlich eingesetzt werden – etwa durch automatisiertes Laden von E-Fahrzeugen oder Wärmebereitstellung mit Pufferspeichern.

Diese Grafik stammt aus [\[KON\]KLUSIO #8 Zehn Schritte zur Energiefreiheit](http://www.kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit).

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](www.kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit)
- [Download: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202505_KONKLUSIO_Zehn-Schritte-zur-Energiefreiheit_KONTEXT.pdf)

---

 # Welche Speicher braucht es?

Montag, 19.05.2025

Der Weg zur Energiefreiheit erfordert einen raschen Ausbau erneuerbarer Energieträger und die Elektrifizierung des österreichischen Energieverbrauchs. Nur wenn der Stromanteil im österreichischen Energiemix steigt, kann der Verbrauch langfristig dekarbonisiert werden. Dafür braucht es eine höhere Netzstabilität und verschiedene Speichertechnologien, um den erneuerbaren Strom zu speichern und bei Bedarf ins Netz zu speisen. Während es dafür verschiedene Möglichkeiten gibt, liegt der Fokus in Österreich auf Batteriespeichern, Pumpspeichern und Power-to-Gas-Anlagen.

Diese Grafik stammt aus [\[KON\]KLUSIO #8 Zehn Schritte zur Energiefreiheit](http://www.kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit).

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](www.kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit)
- [Download: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202505_KONKLUSIO_Zehn-Schritte-zur-Energiefreiheit_KONTEXT.pdf)

---

 # Österreichs Energiessystem

Montag, 19.05.2025

Derzeit ist Österreichs Energiesystem stark abhängig von fossilen Energieträgern. Mehr als die Hälfte des Primärenergiebedarfs wird durch Öl und Gas gedeckt. Erst knapp ein Viertel (21 %) des Gesamtenergieverbrauchs ist Strom und somit elektrifiziert. Die strukturelle Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und der geringe Gesamtanteil von (erneuerbarem) Strom hält Preise für die Energiezeugung und den Energieverbrauch hoch und steht geopolitische Sicherheit und einer stabilen, unabhängigen Energieversorgung im Weg.

Für ein zukunftsfähiges Energiesystem ist es notwendig, Stromerzeugung, Verteilung, und Verbrauch grundlegend neu auszurichten und die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen bzw. zu ändern. Das KONTEXT Institut für Klimafragen hat das heimische Energiesystem unter die Lupe genommen und [zehn Schritte](https://www.kontext-institut.at/grafiken/energiefreiheit-schritte/) identifiziert, die einen sauberen und effizienten Umbau ermöglichen.

Diese Grafik stammt aus [\[KON\]KLUSIO #8 Zehn Schritte zur Energiefreiheit](http://www.kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit).

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](www.kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit)
- [Download: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202505_KONKLUSIO_Zehn-Schritte-zur-Energiefreiheit_KONTEXT.pdf)

---

 # Zehn Schritte zur Energiefreiheit

Dienstag, 20.05.2025

Die Energiewende verspricht eine Reduktion des österreichischen Treibhausgasausstoßs, langfristig sinkende Preise, strategische Unabhängigkeit und wirtschaftspolitische Chancen. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist in Österreich – bis auf Windenergie – bereits weit fortgeschritten. Doch obwohl erneuerbare Energie den heimischen Stromverbrauch im Jahr 2024 schon zu 95 Prozent decken konnte, profitieren Industrie und Bevölkerung derzeit kaum von niedrigeren Preisen.

Das KONTEXT Institut für Klimafragen hat das heimische Energiesystem unter die Lupe genommen und **zehn Schritte** identifiziert, die einen sauberen und effizienten Umbau ermöglichen. Die Analyse kommt zum Ergebnis: Nachhaltig sinken die Kosten erst, wenn Stromerzeugung, Netze, Verbrauchsverhalten und rechtliche Rahmenbedingungen grundlegend auf ein zukunftsfähiges Energiesystem ausgerichtet sind.

Diese Grafik stammt aus [\[KON\]KLUSIO #8 Zehn Schritte zur Energiefreiheit](http://www.kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit).

##  Weiterführende Links 

- [Weiterlesen: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](www.kontext-institut.at/inhalte/zehn-schritte-zur-energiefreiheit)
- [Download: Zehn Schritte zur Energiefreiheit](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202505_KONKLUSIO_Zehn-Schritte-zur-Energiefreiheit_KONTEXT.pdf)

---

 # Budget: Klimapolitisch kontraproduktiv

Dienstag, 13.05.2025

Im Rahmen der Budgetrede im Nationalrat hat Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) die Eckpunke des Doppelbudgets 2025/26 vorgestellt. Das KONTEXT Institut für Klimafragen hat die darin enthaltenen Maßnahmen eingeordnet.

Aus klimapolitischer Sicht sind die Maßnahmen, die die Regierung bisher gesetzt hat und die im neuen Doppelbudget vorgesehen sind, ausschließlich kontraproduktiv. Sie belasten klimafreundliches und begünstigen klimaschädliches Verhalten. PV-Anlagen, Reparaturen, E-Autos, thermisch-energetische Gebäudesanierung, Heizkesseltausch und die Industrietransformation werden teurer, Pendeln im PKW und die Nutzung von fossilen Kleintransportern günstiger.

##  Weiterführende Links 

- [Einordnung Doppelbudget 2025/26](https://kontext-institut.at/inhalte/budgetredet-2025/)

---

 # Positive Effekte von zukunftsfähiger Industriepolitk auf die Wirtschaft nehmen langfristig zu

Donnerstag, 11.07.2024

Zukunftsfähige Industriepolitik steigert langfristig die Wirtschaftsleistung. Bis 2050 liegt das BIP im ZIP-Szenario um 3,3 % höher als im BAU-Szenario, was 767 Milliarden Euro entspricht. Insgesamt entstehen 9.498 Milliarden Euro in der EU und 250 Milliarden in Österreich.

Investitionen in die Ökologisierung lohnen sich: Ab 2032 übersteigt die zusätzliche Wirtschaftsleistung die Investitionen. 2050 bringt jeder investierte Euro fünf Euro mehr an Wirtschaftsleistung.

Die meisten Sektoren profitieren, besonders die technische Produktion, mit einem Plus von 928 Milliarden Euro bis 2050. Die einzigen Verluste gibt es im Öl-, Gas- und Kohlesektor.

Zukunftsfähige Industriepolitik senkt die Importabhängigkeit um 956 Milliarden Euro bis 2050, durch eine stärkere heimische Produktion.

Sie schafft auch Arbeitsplätze: Bis 2050 entstehen 2,5 Millionen Jobs in der EU, davon 44.000 in Österreich, vor allem im Dienstleistungs- und Technologiebereich.

Der Anteil erneuerbarer Energien steigt, während der Energiebedarf und die Strompreise sinken. Bis 2050 reduziert sich der Primärenergieverbrauch um 29 % und die Strompreise um 16 %.

##  Weiterführende Links 

- [\[KON\]TEXTANALYSE – Studienergebnisse zusammengefasst](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202407_KONTEXTANALYSE_Zukunftsfaehige-Industriepolitik-in-Europa.pdf)
- [Gesamte Studie – Cambridge Econometrics](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202407_KONTEXT_CambridgeEconometrics_Study_green-industrial-policies-EU.pdf)
- [Studienergebnisse Österreich](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202408-Cambridge-Econometrics-Ergebnisse-Oesterreich.pdf)

---

 # Konstruktive Kommunikation: Mehrwert hervorheben

Dienstag, 29.04.2025

Wirksame Kommunikation zeigt, dass Klimaschutzmaßnahmen nicht nur dem Klima, sondern auch vielen anderen Bereichen zugutekommen. Entscheidend ist, die Aspekte hervorzuheben, die für die jeweilige Zielgruppe besonders relevant sind. Dazu gehören:

- Wirtschaftliche Chancen: Neue Arbeitsplätze, gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit, mehr regionale Wertschöpfung, wirtschaftliche Unabhängigkeit
- Sicherheit: Stabilere Energieversorgung, geringere Gefährdung der Ernährungssicherheit durch Klimafolgen, weniger Abhängigkeit von globalen Krisen und geringere Erpressbarkeit
- Leistbarkeit: Langfristige Kostenersparnisse, stabilere Energiepreise, geringere Belastung durch Klimaschäden und Extremwetterereignisse
- Lebensqualität: Bessere Luftqualität, kühlere Städte, mehr naturnahe Erholungsräume, geringere Gesundheitskosten

##  Weiterführende Links 

- [Klimadiskurs-Monitoring 2025](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202504_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring_2025.pdf)

---

 # Konstruktive Kommunikation: Lösungen vorantreiben

Dienstag, 29.04.2025

Berechtigte Sorgen vor beispielsweise wirtschaftlichen Einbußen, Arbeitsplatzverlusten oder steigenden Kosten müssen ernst genommen werden. Sie dürfen jedoch nicht dazu führen, dass notwendiges Handeln verschleppt wird. Stattdessen ist es notwendig vor die Auswirkungen für besonders betroffene Gruppen durch kluge politische Maßnahmen abzufedern, ohne die Notwendigkeit von Klimaschutz zu konterkarieren. Um zu einem konstruktiven Diskurs beizutragen ist es deshalb wichtig Lösungen anzubieten und aufzuzeigen, wie diese Herausforderungen durch Maßnahmen wie Umschulungen, ordnungspolitische Rahmenbedingungen, finanzielle Unterstützung oder gezielte Investitionen abgefedert werden können. Entscheidend ist außerdem, diese Sorgen nicht isoliert zu betrachten, sondern sie in den Gesamtzusammenhang zu stellen: Viele Maßnahmen, die kurzfristig mit Aufwand oder Kosten verbunden sind, bringen langfristig spürbare Vorteile wie stabilere Energiepreise, wirtschaftliche Unabhängigkeit oder bessere Lebensqualität. Wer diesen Zusammenhang nachvollziehbar macht, zeigt welche langfristigen Vorteile Klimaschutzmaßnahmen mit sich bringen.

##  Weiterführende Links 

- [Klimadiskurs-Monitoring 2025](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202504_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring_2025.pdf)

---

 # Konstruktive Kommunikation: Verantwortung übernehmen

Dienstag, 29.04.2025

Ein konstruktiver Klimadiskurs erfordert nicht nur das Sichtbarmachen von klimapolitischem Mehrwert, sondern auch die Bereitschaft Verantwortung für die Umsetzung klimapolitischer Maßnahmen zu übernehmen. Häufig wird Verantwortung jedoch auf andere Akteur:innen oder Ebenen verschoben, mit dem Argument, dass diese mehr Verantwortung oder Handlungsspielraum hätten, und daher zuerst aktiv werden müssten. Während es legitim und oft wichtig ist, auf die Rollen anderer hinzuweisen, kann der alleinige Fokus darauf, gerade bei Akteursgruppen mit großem gesellschaftspolitischem Einfluss, dazu genutzt werden, von der eigenen Verantwortung abzulenken. Wichtig ist deshalb für einen konstruktiven Diskurs, klar anzuerkennen, welche Verantwortung und Handlungsmöglichkeiten auf der eigenen Ebene bestehen.

##  Weiterführende Links 

- [Klimadiskurs-Monitoring 2025](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202504_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring_2025.pdf)

---

 # Internationale Klimafinanzierung bleibt bisher noch deutlich unter dem Bedarf

Sonntag, 01.12.2024

**Unterstützung für Länder des globalen Südens**

Die diesjährige Ausgabe der Klimakonferenz gilt in erster Linie als „Finanzierungs-COP“. Im Zentrum steht die Frage, welche Länder welchen finanziellen Beitrag zum Klimaschutz und zur Klimaanpassungen leisten müssen, um dabei vor allem Länder des Globalen Südens zu unterstützen. Diese Frage beschäftigte schon die COPs der vergangenen Jahre, bleibt aber weiterhin unbeantwortet.

Reiche Länder, wie die EU oder die USA, hatten sich bereits im Jahr 2009 dazu verpflichtet, ärmere Länder jährlich mit 100 Milliarden Dollar zu unterstützen. Seit 2022 wird dieser Zielwert tatsächlich erreicht. Die EU steuerte in den Jahren 2022 und 2023 jeweils 28,6 Milliarden Euro aus öffentlichen Quellen bei und mobilisierte weitere 7,2 Milliarden Euro an privaten Mitteln. Die hochrangige Expert:innengruppe ILHEG die die COP27 und –28 beriet, schätzt den Betrag, der notwendig ist, um die Pariser Klimaziele zu erreichen, auf 2,4 Billionen Dollar (also 2.400 Milliarden Dollar) pro Jahr. Um die Erderhitzung möglichst gering zu halten, werden aus der EU und damit auch aus Österreich künftig höhere Beiträge notwendig.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Warum die Weltklimakonferenz dennoch wichtig ist](https://kontext-institut.at/inhalte/weltklimakonferenz-cop29/)

---

 # Wie die Parteien über Klimathemen sprechen

Dienstag, 29.04.2025

Klimapolitische Themen sind im medialen Diskurs 2024 in Österreich weniger präsent als im Vorjahr. Während der konstruktive Diskurs weiterhin überwiegt, haben Aussagen, die Maßnahmen und Entscheidungen verschleppen im Vergleich zum Vorjahr stark zugenommen. Dominiert wird der Diskurs zu einem Drittel von Politiker:innen. Einem großen Teil davon kann eine österreichische Parteizugehörigkeit zugeordnet werden. Während Grüne und SPÖ über alle Themen und Maßnahmen hinweg überdurchschnittlich konstruktiv über Klimapolitik sprechen, zeigt sich bei ÖVP und FPÖ ein anderes Bild: Sechs von zehn der klimapolitischen Aussagen der ÖVP und neun von zehn der FPÖ tragen zum Verschleppungsdiskurs bei. Zusammen sind ÖVP und FPÖ für neun von zehn Verschleppungsargumente von Politiker:innen verantwortlich. NEOS spielen laut Stichprobe eine untergeordnete Rolle (5 % aller Aussagen von Parteien).

Diese Grafik stammt aus dem [Klimadiskurs-Monitoring 2025](https://www.kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-monitoring-2025/), basierend auf Daten, die durch FORESIGHT erhoben und von KONTEXT analysiert wurden. Die Basis für die Studie bilden über 600 codierte klimapolitische Aussagen in österreichischen Medien im Zeitraum zwischen 1.1.2024 und 31.12.2024.

##  Weiterführende Links 

- [Klimadiskurs-Monitoring 2025](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202504_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring_2025.pdf)

---

 # Fossile vs. Erneuerbare: Wer über welche Technologien spricht

Dienstag, 29.04.2025

Im Klimadiskurs wird oft über verschiedene Technologien gesprochen, die der Ökologisierung im Weg stehen oder sie ermöglichen. Insgesamt stehen erneuerbare Energien (Photovoltaik, Windkraft, Wasserkraft, …) und Technologien zur Elektrifizierung (E-Mobilität, Wärmepumpen, Speicher. …) im Vordergrund der technologischen Debatte. Zum Großteil werden diese Technologien konstruktiv diskutiert. Polarisierender wird über den Verkehrsbereich debattiert, wo medial effiziente Lösungen gegen fossile Technologien und Scheinlösungen wie E-Fuels abgewogen werden. Der Blick auf unterschiedliche Akteursgruppen zeigt, dass fossile Technologien tendenziell häufiger von Politiker:innen in den Diskurs eingebracht werden.

Diese Grafik stammt aus dem [Klimadiskurs-Monitoring 2025](https://www.kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-monitoring-2025/), basierend auf Daten, die durch FORESIGHT erhoben und von KONTEXT analysiert wurden. Die Basis für die Studie bilden über 600 codierte klimapolitische Aussagen in österreichischen Medien im Zeitraum zwischen 1.1.2024 und 31.12.2024.

##  Weiterführende Links 

- [Klimadiskurs-Monitoring 2025](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202504_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring_2025.pdf)

---

 # Maßnahmen mit EU-Bezug werden überdurchschnittlich verschleppt

Dienstag, 29.04.2025

Der österreichische Klimadiskurs wird auf unterschiedlichen Ebenen geführt: Die Akteur:innen beziehen sich entweder auf nationale Klimapolitik (Österreich), EU-Klimapolitik, internationale Klimapolitik oder Klimapolitik, die sich rein auf eine spezifische andere Nation bezieht (Ausland). Der Großteil bezieht sich auf die nationale Ebene. Klimaschutz und Klimapolitik wird von den Akteur:innen jedoch tendenziell stärker verschleppt, wenn es um jene Ebene geht, auf der das Regelwerk für viele verpflichtende Klimamaßnahmen in Österreich gelegt wird: die EU-Ebene. Sowohl Aussagen, die sich auf Österreich beziehen, als auch jene auf EU-Ebene, haben im Jahr der Wahlen im Vergleich zum Jahr 2023 zugenommen.

Diese Grafik stammt aus dem [Klimadiskurs-Monitoring 2025](https://www.kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-monitoring-2025/), basierend auf Daten, die durch FORESIGHT erhoben und von KONTEXT analysiert wurden. Die Basis für die Studie bilden über 600 codierte klimapolitische Aussagen in österreichischen Medien im Zeitraum zwischen 1.1.2024 und 31.12.2024.

##  Weiterführende Links 

- [Klimadiskurs-Monitoring 2025](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202504_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring_2025.pdf)

---

 # Welche Themen bei Akteursgruppen im Mittelpunkt stehen

Dienstag, 29.04.2025

Der österreichische Klimadiskurs wird von verschiedensten Akteursgruppen geführt. Dabei stehen unterschiedliche Themen im Mittelpunkt. Die Politik ist für ein Drittel aller klimapolitischen Aussagen verantwortlich und bringt sich damit überall stark ein. Unterrepräsentiert ist sie jedoch bei den Themen Gebäudesanierung und Wohnen, Folgen der Klimakrise und Maßnahmen zur Anpassung. Unternehmen und Interessensvertretungen sprechen vor allem über das Thema Energie. Insgesamt kommt etwa ein Drittel aller klimapolitischen Aussagen zu Energie von diesen beiden Akteursgruppen. Im Gegensatz dazu wird die Mobilitätsdebatte besonders stark von Zivilgesellschaft und Aktivist:innen geprägt.

Diese Grafik stammt aus dem [Klimadiskurs-Monitoring 2025](https://www.kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-monitoring-2025/), basierend auf Daten, die durch FORESIGHT erhoben und von KONTEXT analysiert wurden. Die Basis für die Studie bilden über 600 codierte klimapolitische Aussagen in österreichischen Medien im Zeitraum zwischen 1.1.2024 und 31.12.2024.

##  Weiterführende Links 

- [Klimadiskurs-Monitoring 2025](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202504_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring_2025.pdf)

---

 # Energie und Mobilität prägen den Klimadiskurs

Dienstag, 29.04.2025

Der österreichische Klimadiskurs ist divers. Am häufigsten diskutiert wurden im Jahr 2024 die Themen Mobilität und Energie (zusammen 40 % aller Aussagen mit Themenbezug), wie auch schon im Jahr zuvor. Je nach Thema zeigen sich erhebliche Unterschiede im Anteil verschleppender und konstruktiver Aussagen. Beim Renaturierungsgesetz werden Maßnahmen und Entscheidungen häufiger verschleppt. Die Debatte um Gebäude und Wohnen, Folgen der Klimakrise und Anpassungsmaßnahmen wird überwiegend konstruktiv geführt. Im Vergleich zum Vorjahr signifikant stärker in den Fokus gerückt sind standortpolitische Fragestellungen und die Erreichung der Klimaneutralität und Klimaziele.

Diese Grafik stammt aus dem [Klimadiskurs-Monitoring 2025](https://www.kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-monitoring-2025/), basierend auf Daten, die durch FORESIGHT erhoben und von KONTEXT analysiert wurden. Die Basis für die Studie bilden über 600 codierte klimapolitische Aussagen in österreichischen Medien im Zeitraum zwischen 1.1.2024 und 31.12.2024.

##  Weiterführende Links 

- [Klimadiskurs-Monitoring 2025](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202504_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring_2025.pdf)

---

 # Wer Klimathemen konstruktiv vorantreibt und wer verschleppt

Dienstag, 29.04.2025

Klimapolitische Themen sind im medialen Diskurs 2024 in Österreich weniger präsent als im Vorjahr. Bestimmt wird der Klimadiskurs mit jeder dritten Aussage nach wie vor von Politiker:innen (großteils national), gefolgt von Wissenschaft, Zivilgesellschaft, sowie Interessenvertretungen und Unternehmen. Politiker:innen wenden häufiger Verschleppungstaktiken an als andere Akteursgruppen. Wissenschafter:innen hingegen argumentieren überwiegend konstruktiv. Aktivist:innen sind im Diskurs deutlich weniger präsent. Während konstruktive Aussagen zwar weiterhin überwiegen, werden Maßnahmen und Entscheidungen jedoch deutlich öfter verschleppt als im Jahr zuvor.

Diese Grafik stammt aus dem [Klimadiskurs-Monitoring 2025](https://www.kontext-institut.at/inhalte/klimadiskurs-monitoring-2025/), basierend auf Daten, die durch FORESIGHT erhoben und von KONTEXT analysiert wurden. Die Basis für die Studie bilden über 600 codierte klimapolitische Aussagen in österreichischen Medien im Zeitraum zwischen 1.1.2024 und 31.12.2024.

##  Weiterführende Links 

- [Klimadiskurs-Monitoring 2025](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202504_KONTEXTANALYSE_Klimadiskurs-Monitoring_2025.pdf)

---

 # Klimapolitische Einstellungen der Wiener:innen

Dienstag, 22.04.2025

Die Wiener Bevölkerung unterstützt nicht nur ambitionierte Klimapolitik, sondern auch entsprechende Maßnahmen zum Klimaschutz im Mobilitäts- und Gebäudebereich. Das zeigen die Ergebnisse mehrerer repräsentativer Umfragen, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut marketagent, die von KONTEXT nach Bundeslanddaten ausgewertet wurden.

Knapp drei Viertel (73 %) der Wiener Bevölkerung ist Klimaschutz ein wichtiges Anliegen. Dass die Klimakrise in der Stadt bereits deutlich spürbar ist, haben die langen und starken Hitzeperioden, aber auch Starkregenereignisse und Überflutungen der letzten Jahre gezeigt. Mehr als vier von fünf (82 %) wünschen sich von der Politik eine Anpassung an Extremwetterereignisse. Ebenso mehrheitliche Zustimmung finden Klimaschutzmaßnahmen: 86 Prozent der Befragten befürworten die Förderung von Gebäudesanierung und von nachhaltigen Heizformen. Mehr als die Hälfte (57 %) spricht sich für den Ausbau klimafreundlicher Mobilität statt eines Festhaltens an Verbrennermotoren aus. Gut drei Viertel (76 %) halten die Förderung von Zukunftstechnologien und klimafreundlichen Sektoren für wichtig, um sichere Arbeitsplätze zu schaffen.

##  Weiterführende Links 

- [Mobilität und Gebäude: Klimapolitische Hebel für die nächste Wiener Stadtregierung](https://kontext-institut.at/inhalte/herausforderungen-hebel-klima-wien)

---

 # Treibhausgasemissionen in Wien nach Sektoren 2005–2022

Dienstag, 22.04.2025

Mit einem eigenen und österreichweit einzigartigen Klimagesetz hat Wien in diesem Jahr das Ziel in Gesetz gegossen, 2040 klimaneutral zu werden. Anlässlich der Wiener Landtags- und Gemeinderatswahl am Sonntag, den 27. April, hat KONTEXT analysiert, vor welchen klimapolitischen Herausforderungen Wien steht, welche Hebel es gibt, um diese zu überwinden – und was die Bevölkerung und Unternehmen davon halten.

Zwar lag der Ausstoß von Treibhausgasen in Wien im Jahr 2022 im Vergleich zu 2005 um mehr als zwei Zehntel (23,5 Prozent) niedriger. Auch im Jahr 2022 pumpte die Bundeshauptstadt jedoch immer noch beinahe 5,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente in die Luft, so die [Daten des Umweltbundesamts (UBA)](https://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/rep0929.pdf). Bereits herausgerechnet ist darin jener Teil des Treibhausgas-Ausstoßes, der über das Europäische Emissionshandelssystem gehandelt wird.

##  Weiterführende Links 

- [Mobilität und Gebäude: Klimapolitische Hebel für die nächste Wiener Stadtregierung](https://kontext-institut.at/inhalte/herausforderungen-hebel-klima-wien)

---

 # Klimapolitische Einstellungen der KMUs in Wien

Dienstag, 22.04.2025

Wiener Unternehmen erkennen die Notwendigkeit von Klimaschutz und sind bereit, daran mitzuwirken. Das geht aus einer gemeinsamen Studie von KONTEXT und der KMU Forschung Austria hervor, in der KMUs zu Klimaschutz und Klimapolitik befragt wurden. Mehr als drei Viertel (77 %) der befragten Unternehmen sehen Verantwortung bei sich, Umwelt und Klima zu schützen. Beinahe zwei Drittel (64 %) unterstützen ambitionierte Klimapolitik, auch wenn damit Einschränkungen für ihr Unternehmen verbunden sind. Vermisst werden hingegen konkrete Schritte von Seiten der Politik: Zwei Drittel (66 %) meinen, es werden zwar Ziele formuliert aber nicht genug konkrete Maßnahmen ergriffen, um diese umzusetzen. Der Großteil (86 %) der befragten Unternehmen fordert von der Politik, sich umfassend für Klimaschutz einzusetzen.

##  Weiterführende Links 

- [Mobilität und Gebäude: Klimapolitische Hebel für die nächste Wiener Stadtregierung](https://kontext-institut.at/inhalte/herausforderungen-hebel-klima-wien)

---

 # Vertrauen in österreichische Klimapolitik aus Unternehmensperspektive

Mittwoch, 05.03.2025

Gegenseitiges Vertrauen bildet eine wichtige Basis für die Zusammenarbeit in der Ökologisierung zwischen Unternehmen und Politik im Klimaschutz. Derzeit ist das Vertrauen in die österreichische Politik und Verwaltung in Klimaschutzbelangen seitens der Unternehmen jedoch stark geschädigt**: Drei Viertel der Unternehmen stuft die Kompetenz der Politik und öffentlichen Verwaltung im Klimaschutz als unzureichend ein.** Etwa gleich viele befinden, dass nicht im besten Interesse der Öffentlichkeit agiert wird. Weniger als die Hälfte (44%) vertraut darauf, dass im Klimaschutz generell fair, offen und ehrlich agiert wird.

Dagegen helfen kann eine höhere Transparenz und ehrliche Kommunikation bei der Wirkung, den Vorteilen und potenziellen Zielkonflikten. Auch der Fokus auf große Hebel statt Scheinlösungen kann Vertrauen (und Glaubwürdigkeit) stärken.

Die Grafik stammt aus einer Analyse, die gemeinsam mit der KMU Forschung Austria durchgeführt wurde, basierend auf einer Befragung von 2.263 Unternehmensvertreter:innen.

##  Weiterführende Links 

- [Analyse: Die Akzeptanz klimapolitischer Maßnahmen bei österreichischen Unternehmen](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202502_Akzeptanz-von-Klimapolitik-bei-Unternehmen_KMU_KONTEXT.pdf)
- [Artikel: Wie Österreichs Unternehmen zum Klimaschutz stehen](https://kontext-institut.at/inhalte/klimaschutz-unternehmen/)

---

 # Glaubwürdigkeit österreichischer Klimapolitik aus Unternehmensperspektive

Mittwoch, 05.03.2025

Für die Umsetzung klimapolitischer Maßnahmen sind politischer Wille und klare Leitlinien notwendig. Planerische Instrumente, wie verbindliche Ziele, Strategien oder Umsetzungspfade, können nur dann zur erforderlichen Orientierung und Planungssicherheit beitragen, wenn sie von den involvierten Akteuer:innen als glaubwürdig wahrgenommen werden. Hier gibt es in Österreich viel Luft nach oben: **Die Mehrheit der befragten Unternehmensvertreter:innen sehen die Politik in Klimaschutzbelangen nicht als ausreichend glaubwürdig an**. 63 Prozent sind der Ansicht, dass es keinen ausreichend starken politischen Willen für ambitionierten Klimaschutz gibt. Zwei Drittel bemängeln die Unterstützung für Klimaschutzmaßnahmen von Politik und Verwaltung, sowie die tatsächliche Umsetzung notwendiger Maßnahmen.

Für ambitionierte Ziele heißt das, dass eine rechtliche Verankerung und konkrete Zielpfade wichtig sind, um von Unternehmen ausreichend ernst genommen zu werden. Ein überparteilichen Konsens für ambitionierten Klimaschutz und eine klaren Positionierung von Interessensvertretungen kann die Glaubwürdigkeit ebenfalls wieder stärken.

Die Grafik stammt aus einer Analyse, die gemeinsam mit der KMU Forschung Austria durchgeführt wurde, basierend auf einer Befragung von 2.263 Unternehmensvertreter:innen.

##  Weiterführende Links 

- [Analyse: Die Akzeptanz klimapolitischer Maßnahmen bei österreichischen Unternehmen](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202502_Akzeptanz-von-Klimapolitik-bei-Unternehmen_KMU_KONTEXT.pdf)
- [Artikel: Wie Österreichs Unternehmen zum Klimaschutz stehen](https://kontext-institut.at/inhalte/klimaschutz-unternehmen/)

---

 # Relevanz finanzieller Unterstützung für Klimaschutzmaßnahmen

Mittwoch, 05.03.2025

Die Ökologisierung der Wirtschaft und damit der österreichischen Unternehmen ist eine Notwendigkeit und verspricht langfristige Preisstabilität, Sicherheit, Unabhängigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Kurzfristig bedeutet ein Umbau in vielen Fällen auch neue Investitionen oder andere zusätzliche Kosten für Unternehmen. **Der Großteil der österreichischen Unternehmen sieht finanzielle Unterstützungsmaßnahmen als notwendig, um ihr Unternehmen klimafreundlich gestalten zu können**. Etwa drei Viertel geben an, sich die erforderlichen Investitionen nur dann leisten zu können, wenn die öffentliche Hand Förderungen zur Verfügung stellt. Staatliche Unterstützung – in Form von Förderungen, Steuererleichterung oder gezielter öffentlicher Beschaffung – sind somit ein notwendiges Tool, den Übergang zu unterstützen. Denn die Ambition, einen positiven Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz zu leisten, ist bei neu von zehn Unternehmen gegeben.

Die Grafik stammt aus einer Analyse, die gemeinsam mit der KMU Forschung Austria durchgeführt wurde, basierend auf einer Befragung von 2.263 Unternehmensvertreter:innen.

##  Weiterführende Links 

- [Analyse: Die Akzeptanz klimapolitischer Maßnahmen bei österreichischen Unternehmen](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202502_Akzeptanz-von-Klimapolitik-bei-Unternehmen_KMU_KONTEXT.pdf)
- [Artikel: Wie Österreichs Unternehmen zum Klimaschutz stehen](https://kontext-institut.at/inhalte/klimaschutz-unternehmen/)

---

 # Zustimmung von Unternehmen zu klimapolitischen Eingriffen

Mittwoch, 05.03.2025

Ordnungspolitische Eingriffe in die Wirtschaft – wie Normen, Auflagen oder Grenzwerte – können ein Rahmenwerk schaffen, in dem Unternehmen (und Zivilgesellschaft) klimafreundlich handeln und wirtschaften können. Die Akzeptanz dieser ordnungsrechtlichen Maßnahmen ist wichtig, damit diese von der Politik umgesetzt und von Unternehmen befolgt werden. Diese ist bei den österreichischen Unternehmen mehrheitlich gegeben: **Mehr als die Hälfte der österreichischen Unternehmen steht hinter ambitionierter Klimapolitik, auch wenn damit Einschränkungen für sie verbunden sind**. 58 Prozent sehen direkte Eingriffe in die Wirtschaft im Sinne des Klimaschutzes als legitim. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen sehen die Politik in der Verantwortung alles zu tun, um Klimaschutzziele zu erreichen.

Die Grafik stammt aus einer Analyse, die gemeinsam mit der KMU Forschung Austria durchgeführt wurde, basierend auf einer Befragung von 2.263 Unternehmensvertreter:innen.

##  Weiterführende Links 

- [Analyse: Die Akzeptanz klimapolitischer Maßnahmen bei österreichischen Unternehmen](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202502_Akzeptanz-von-Klimapolitik-bei-Unternehmen_KMU_KONTEXT.pdf)
- [Artikel: Wie Österreichs Unternehmen zum Klimaschutz stehen](https://kontext-institut.at/inhalte/klimaschutz-unternehmen/)

---

 # Bedeutung von Umwelt- und Klimaschutz für österreichische Unternehmen

Mittwoch, 05.03.2025

Für die Akzeptanz klimapolitischer Maßnahmen ist es entscheidend, dass Unternehmen auch selbst zum Klimaschutz beitragen und aktiv mitgestalten wollen. Eine Befragung über alle Branchen, Größenklassen und Unternehmensformen hinweg zeigt: **Die überwiegende Mehrheit der österreichischen Unternehmen misst dem Schutz von Umwelt und Klima eine hohe Bedeutung für ihr Unternehmen bei.** Rund 9 von 10 Unternehmen wollen einen positiven Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten, für drei Viertel gehört er laut eigenen Angaben zu den zentralen Unternehmenswerten. Vier von fünf sehen ihn für das eigene Unternehmen als sehr hohe Priorität. Zusätzlich sehen mehr als zwei Drittel aller Befragten Klimaschutz nicht nur als Selbstzweck, sondern als wesentlich für den langfristigen Erfolg ihres Unternehmens.

Die Grafik stammt aus einer Analyse, die gemeinsam mit der KMU Forschung Austria durchgeführt wurde, basierend auf einer Befragung von 2.263 Unternehmensvertreter:innen.

##  Weiterführende Links 

- [Analyse: Die Akzeptanz klimapolitischer Maßnahmen bei österreichischen Unternehmen](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202502_Akzeptanz-von-Klimapolitik-bei-Unternehmen_KMU_KONTEXT.pdf)
- [Artikel: Wie Österreichs Unternehmen zum Klimaschutz stehen](https://kontext-institut.at/inhalte/klimaschutz-unternehmen/)

---

 # Wichtigste klimapolitische Inhalte im Regierungsprogramm 2025

Donnerstag, 27.02.2025

Die kommende Bundesregierung aus ÖVP, SPÖ und Neos hat ihr Regierungsprogramm vorgelegt. Die Herausforderungen sind groß: strukturelle Wirtschaftskrise, Budgetdefizit, Klimaziele 2030. Die Ökologisierung der Wirtschaft ist ein Schlüssel für all diese Herausforderungen. Wir zeigen in unserer Analyse, welche Maßnahmen es dafür braucht, welche davon im Regierungsprogramm stehen und welche nicht.

##  Weiterführende Links 

- [Klimapolitik der neuen Regierung: Analyse des Regierungsprogramms](https://kontext-institut.at/inhalte/regierungsprogramm-2025/)

---

 # Clean Industrial Deal eingeordnet

Mittwoch, 26.02.2025

Der Clean Industrial Deal ist einer der drei Schwerpunkte des „Kompasses für eine wettbewerbsfähige EU“. KONTEXT hat in einer Analyse die drei Kernthemen des Deals untersucht: leistbare Energie, Zukunftstechnologien und Kreislaufwirtschaft.

##  Weiterführende Links 

- [Clean Industrial Deal: Der Weg stimmt, Ziel nur gemeinsam zu erreichen](https://kontext-institut.at/inhalte/clean-industrial-deal/)

---

 # Deutschlands Veto kann Abstimmungen im Rat der EU kippen

Freitag, 21.02.2025

Die Grafik veranschaulicht die Bedeutung der deutschen Bundestagswahl für die EU-Klimapolitik. Am 26. Februar präsentiert die EU-Kommission den "Clean Industrial Deal", während die EU-Klimapolitik zunehmend unter Druck gerät. Widerstand wächst in vielen Hauptstädten, auch innerhalb der Parteienfamilie von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die Bundestagswahl in Deutschland wird daher entscheidend für die künftige Ausrichtung der Klimapolitik der EU.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Warum die deutsche Wahl über EU-Klimapolitik entscheidet](https://kontext-institut.at/inhalte/deutsche-wahl-entscheidet-eu-klimapolitik/)

---

 # Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern kostet Österreich Milliarden

Freitag, 21.02.2025

Nicht zuletzt gehen mit Importabhängigkeiten von fossilen Energien auch erhebliche Wettbewerbsnacheile und dadurch Kaufkraftabflüsse einher. In den USA liegt der Gaspreis beispielsweise auch abseits des Kriegs deutlich unter dem europäischen. Das verdeutlichen auch die milliardenschweren Ausgaben für fossile Energien Österreichs: Zwar lies der Kriegsbeginn das Handelsbilanzdefizit – also den Überschuss an Importen im Vergleich zu Exporteinnahmen – im Jahr 2022 auf über 19 Milliarden Euro ansteigen. Aber auch im Schnitt 2015 bis 2019 belief es sich auf acht Milliarden Euro pro Jahr.

##  Weiterführende Links 

- [Drei Jahre Krieg in der Ukraine: Österreichs Gasabhängigkeit nutzte nur Russland](https://kontext-institut.at/inhalte/krieg-ukraine-russland-gasabhaengigkeit/)

---

 # Österreichs Energieimporte: 12,5 Milliarden Euro für russische Energie seit Kriegsbeginn

Freitag, 21.02.2025

Am 24. Februar jährt sich der russische Angriff auf die Ukraine zum dritten Mal. Der Kriegsbeginn und die darauffolgende Energiekrise haben Europa und Österreich die jahrzehntelange Abhängigkeit von russischem Gas deutlich vor Augen geführt. Erst seit Jahreswechsel fließt kein russisches Erdgas mehr nach Österreich. Während andere europäische Länder knapp nach Kriegsbeginn den Import einstellten oder deutlich drosselten, hielt Österreich daran fest. Auch 2024 lag der russische Anteil der Gasimporte noch beständig bei [über 80 Prozent](https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1425254/umfrage/anteil-von-russischem-gas-an-den-gasimporten-von-oesterreich/).

Dadurch flossen weiterhin erhebliche Summen nach Russland – und indirekt in die Kriegsfinanzierung. Mehr als 12 Milliarden Euro hat Österreich seit Kriegsbeginn für russische Energieimporte ausgegeben. Das zeigt eine Auswertung der Außenhandelsstatistik der Statistik Austria.

##  Weiterführende Links 

- [Drei Jahre Krieg in der Ukraine: Österreichs Gasabhängigkeit nutzte nur Russland](https://kontext-institut.at/inhalte/krieg-ukraine-russland-gasabhaengigkeit/)

---

 # Mehr als die Hälfte der Top 10 Sicherheitsrisiken sind Folgen der Klimakrise

Freitag, 14.02.2025

Mehr als die Hälfte der zehn größten globalen Sicherheitsrisiken sind direkte oder indirekte Auswirkungen der Klimakrise. Das zeigt der neue Report der Münchner Sicherheitskonferenz, die heute startet. Dessen Kernstück, der Munich Security Index, bildet die globale Risikowahrnehmung der G7- und B(R)ICS-Länder ab: Vier der zehn größten Risiken sind direkte Folgen der Klimakrise. Drei weitere werden durch ihre indirekten Effekte verstärkt.

##  Weiterführende Links 

- [Die Klimakrise als Sicherheitsrisiko: Drei zentrale Herausforderungen](https://kontext-institut.at/inhalte/sicherheitsrisiko-klimakrise/)

---

 # Hohe Energiepreise führen zu Teuerungswelle

Freitag, 14.02.2025

Im Energiebereich hat Österreichs starke Importabhängigkeit bei Gas und Öl gravierende Folgen für Preis- und Versorgungssicherheit. [Preisschocks](https://kontext-institut.at/presse/studie-preisschocks-fossile-energie/) in der Höhe von jenem nach Beginn des russischen Angriffskriegs verursachen in emissionsintensiven Sektoren Österreichs Verluste von über zehn Milliarden Euro. Emissionsarme Sektoren sind hingegen resilient gegenüber fossilen Preisschocks.

Gleichzeitig heizen hohe Energiepreise die Verbraucherpreise an. Während der historisch hohen Inflationsrate von rund elf Prozent Ende des Jahres 2022 waren die stark gestiegenen Preise von Haushaltsenergie (Gas, Öl, Elektrizität) und Treibstoffen (Diesel, Benzin) für [rund ein Drittel](https://www.statistik.at/statistiken/volkswirtschaft-und-oeffentliche-finanzen/preise-und-preisindizes/verbraucherpreisindex-vpi/hvpi) der Teuerung verantwortlich (siehe Grafik 2). Solche kurzfristigen und drastischen Preisanstiege haben tiefgreifende wirtschaftliche und soziale Folgen. Die Teuerung spüren vor allem Haushalte mit geringen Einkommen [überproportional stak](https://www.ecb.europa.eu/pub/pdf/scpwps/ecb.wp2894~5fd5d33b3f.en.pdf) im Geldbörsel und die Industrie in der Produktion. Durch indirekte Effekte (Lieferketten, Energie als Produktionsgut, etc.) erhöhen steigende Energiepreise auch die Preise anderer Güter und Dienstleistungen. Der Inflationseffekt durch die gestiegenen Energiepreise lag im Jahr 2022 insgesamt demnach sogar bei [mehr als zwei Drittel](https://www.arbeiterkammer.at/interessenvertretung/wirtschaft/energiepolitik/Factsheet_Inflationseffekte_der_Energiekrise_2021-23.pdf).

##  Weiterführende Links 

- [Die Klimakrise als Sicherheitsrisiko: Drei zentrale Herausforderungen](https://kontext-institut.at/inhalte/sicherheitsrisiko-klimakrise/)

---

 # Extremwetterereignisse werden häufiger

Freitag, 14.02.2025

Ein zweites großes sicherheitspolitisches Risiko sind die mit der Klimakrise zunehmende Extremwetterereignisse wie Überflutungen, Stürme und Dürren. Im Herbst 2024 traf Österreich bereits das dritte Jahrhunderthochwasser innerhalb von 22 Jahren. Die Überschwemmungen verursachten Schäden von mindestens 1,3 Milliarden Euro, zerstörten Wohngebiete, Verkehrswege und großflächig landwirtschaftliche Flächen. Die Zunahme von Überschwemmungen, Stürmen, Waldbränden und extremen Temperaturereignissen sieht man auch in der Statistik (siehe Grafik 3). Mit jedem Zehntel Grad Erderwärmung steigt die Wahrscheinlichkeit solcher Extremwetterereignisse weiter.

Die Folgen von Extremwetterereignisse gehen aber über direkte wirtschaftliche Schäden hinaus. Steigende Versicherungskosten, hohe Wiederaufbauausgaben und Beeinträchtigungen der Infrastruktur belasten öffentliche Haushalte ebenso wie Unternehmen und Privatpersonen. Das österreichische Risikobild zeigt auf, dass Extremwetterereignisse Lieferketten unterbrechen, Versorgungssicherheit gefährden und durch Ressourcenknappheit zu gewaltsamen Verteilungskonflikten führen können. Außerdem verstärken sie bestehende Versorgungsrisiken und setzen in Kombination mit anderen Krisen – etwa geopolitischen Konflikten oder Handelsbeschränkungen – die wirtschaftliche und politische Stabilität zusätzlich unter Druck.

##  Weiterführende Links 

- [Die Klimakrise als Sicherheitsrisiko: Drei zentrale Herausforderungen](https://kontext-institut.at/inhalte/sicherheitsrisiko-klimakrise/)

---

 # Umfrage: Mehrheit gegen Kürzungen bei Umweltförderungen

Dienstag, 11.02.2025

FPÖ und ÖVP planen, Umweltförderungen, wie jene für den Heizungstausch, um 20 Prozent zu kürzen. Mehr als drei Viertel (76,9 Prozent) der Befragten hingegen wollen, dass Umweltförderungen für den Umstieg auf nachhaltige Heizsysteme erhalten bleiben, um Menschen und Unternehmen den Umstieg zu erleichtern. 63,2 Prozent geben an, dass ihnen der Umstieg ein persönliches Anliegen ist. 57,5 Prozent wollen auch die Förderung für E-Autos beibehalten. Dem stehen die Pläne der Regierungsverhandler:innen entgegen, die Förderungen für alle Formen der E-Mobilität kürzen und eine motorbezogene Versicherungssteuer für E-Autos einführen wollen.

##  Weiterführende Links 

- [Analyse zu den Klima-Sparplänen einer möglichen FPÖ-ÖVP-Regierung](https://kontext-institut.at/inhalte/budgetplan-fpö-övp/)
- [Umfrage: Umfrage: Mehrheit für Reform der klimaschädlichen Subventionen und gegen Kürzungen bei Umweltförderungen](https://kontext-institut.at/inhalte/umfrage-budget-klima/)

---

 # Budgeteinsparungen im Klimabereich

Dienstag, 11.02.2025

Die FPÖ- und ÖVP-Verhandler haben ihre Klima-Sparpläne für eine mögliche Koalition vorgestellt. Etwa ein Drittel der Einsparungen betrifft den Klimabereich, wobei einige Maßnahmen sinnvoll sind, während andere Rückschritte im Klimaschutz bedeuten. Besonders die Einschnitte bei Umweltförderung und E-Mobilität verzögern positive wirtschaftliche Effekte. Eine Reform klimaschädlicher Subventionen könnte eine bessere Lösung bieten, um sowohl die Wirtschaft zu stärken als auch Klimaziele zu erreichen.

####  Budgeteinsparungen im Klimabereich 

##  Weiterführende Links 

- [Analyse zu den Klima-Sparplänen einer möglichen FPÖ-ÖVP-Regierung](https://kontext-institut.at/inhalte/budgetplan-fpö-övp/)
- [Umfrage: Mehrheit für Reform der klimaschädlichen Subventionen und gegen Kürzungen bei Umweltförderungen](https://kontext-institut.at/inhalte/umfrage-budget-klima/)

---

 # Das bringt die Reform klimaschädlicher Subventionen im Verkehrssektor

Donnerstag, 16.01.2025

####  Das bringt die Reform klimaschädlicher Subventionen im Verkehrssektor 

Österreich könnte jährlich 1,04 Milliarden Euro sparen, indem klimaschädliche Subventionen wie die Pendlerförderung, Dieselprotektionismus und das Dienstwagenprivileg reformiert werden. Diese Subventionen belasten den Staatshaushalt mit bis zu 5,7 Milliarden Euro und führen zu höheren CO₂-Emissionen. Reformen im Verkehrssektor könnten nicht nur das Klimaziel 2030 sichern, sondern auch 4,7 Milliarden Euro an Strafzahlungen vermeiden. Eine neue Studie des KONTEXT Instituts zeigt, dass diese Maßnahmen jährlich 764.000 Tonnen CO₂ einsparen könnten.

##  Weiterführende Links 

- [Analyse zum Download](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202412-Reformvorschlag-Ökologisierung-klimaschädlicher-Subventionen-im-Verkehr-KONTEXT.pdf)
- [\[KON\]KRET: Dienstwagenprivileg](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202412_KONKRET_So-geht-die-Oekologisierung-des-Dienstwagenprivilegs_KONTEXT.pdf)
- [\[KON\]KRET: Dieselprotektionismus](https://kontext-institut.at/uploads/202411_KONKRET_So-geht-die-Abschaffung-des-Dieselprotektionismus_KONTEXT.pdf)
- [\[KON\]KRET: Pendlerförderung](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202410-Konkret-Oekologisierung-der-Pendlerfoerderung-KONTEXT.pdf)

---

 # Trump kommt, Erneuerbare bleiben

Dienstag, 28.01.2025

#### Wie die USA wirtschaftlich vom Klimaschutz profitieren

Es gilt weiterhin der Inflation Reduction Act (IRA), der im Sommer 2022 von Joe Biden und dem demokratisch geführten Kongress verabschiedet wurde und seither eine "grüne Technologie-Revolution" ausgelöst hat. Er hat mehr als 330.000 neue Jobs geschaffen und über 265 Milliarden Dollar an Investitionen für grüne Technologien lukriert.

Trump hat im Wahlkampf angekündigt, den IRA ebenfalls stoppen zu wollen. Das wird jedoch nicht leicht. Er bräuchte dafür die Zustimmung im Kongress. Die Mehrheit seiner Republikaner ist in beiden Kammern nicht groß und der IRA erfreut sich auch unter ihnen großer Popularität. Schließlich befinden sich mehr als zwei Drittel aller IRA-Projekte in republikanisch dominierten Bezirken.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Raus aus dem Klimaschutz, rein in den Wirtschaftsboom?](https://kontext-institut.at/inhalte/raus-aus-dem-klimaschutz-rein-in-den-wirtschaftsboom/)
- [Trump Amtsantritt: Hoffnung für Klimaschutz kommt aus den Bundesstaaten](https://kontext-institut.at/inhalte/trump-hoffung-klimaschutz-bundesstaaten/)

---

 # Hochwasserschutz: Anpassungskosten deutlich niedriger als Schäden

Samstag, 14.12.2024

**Hochwasser 2024 verursachte mindestens 1,3 Milliarden Euro Schaden**

Das Jahrhunderthochwasser im September 2024 richtete laut WIFO-Berechnungen in Österreich mindestens 1,3 Milliarden Euro Schaden an. Mehr als 800 Unternehmen waren betroffen, und Privathaushalte mussten Schäden von bis zu 700 Millionen Euro beklagen. Auch die Infrastruktur wurde stark in Mitleidenschaft gezogen: So war die Westbahnstrecke schwer beschädigt und konnte erst drei Monate nach dem Hochwasser, am 15. Dezember, wiedereröffnet werden. Die ÖBB kalkuliert Reparaturkosten im dreistelligen Millionenbereich für ihr Streckennetz.

##  Weiterführende Links 

- [Effektive Anpassung an die Klimakrise: Kosten und Chancen](https://kontext-institut.at/inhalte/klimaanpassung-kosten-chancen/)

---

 # Subventionshöhe der privaten Nutzung von Dienstwägen anhand von vier Beispielen

Dienstag, 10.12.2024

Die vier Dienstwägen sind unter den Top 10 Firmenwägen im Jahr 2023, die genauen Modelle wurden nach ähnlicher Preisklasse ausgesucht. Die Anschaffungskosten für Unternehmen berücksichtigen einen 10%-Rabatt auf den Listpreis (= durchschnittliche Vergünstigungen beim Dienstwagenkauf für Unternehmen laut OECD (2014)). Die Total Cost of Ownership repräsentieren die Gesamtkosten für private Autobesitzer innen pro Monat über einen Nutzungszeitraum von 4 Jahren (= durchschnittliche Nutzungsdauer von Dienstwägen laut OECD (2014)). Diese inkludieren: Wertverlust, Kraftstoffkosten, Wartungskosten, Versicherungskosten, möglichen Wiederverkaufswert nach 4 Jahren  
laut ÖAMTC-Autothek Online-Rechner. Die Steuer bezieht sich auf das Einkommen in Höhe des österr.  
Medians von ganzjährig Vollzeit unselbständig Beschäftigten im Jahr 2023 und den Steuersätzen ab 2025. Die Subvention berechnet sich aus der Differenz der aktuellen Steuerhöhe („Steuer auf Sachbezug aktuell") und der tatsächlich adäquaten Steuerhöhe („Steuer auf Sachbezug laut TCOO"). Zahlen können  
Rundungsdifferenzen beinhalten.

##  Weiterführende Links 

- [Analyse: So geht die Ökologisierung des Dienstwagenprivilegs](https://kontext-institut.at/inhalte/dienstwagenprivileg/)
- [202412 KONKRET So geht die Oekologisierung des Dienstwagenprivilegs KONTEXT](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202412_KONKRET_So-geht-die-Oekologisierung-des-Dienstwagenprivilegs_KONTEXT.pdf)

---

 # Status Quo: Dienstwagenprivileg

Dienstag, 10.12.2024

##  Weiterführende Links 

- [Analyse: So geht die Ökologisierung des Dienstwagenprivilegs](https://kontext-institut.at/inhalte/dienstwagenprivileg/)
- [202412 KONKRET So geht die Oekologisierung des Dienstwagenprivilegs KONTEXT](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202412_KONKRET_So-geht-die-Oekologisierung-des-Dienstwagenprivilegs_KONTEXT.pdf)

---

 # Anzahl privat genutzter Dienstwägen steigt prozentuell stärker als die Zahl der Erwerbstätigen

Dienstag, 10.12.2024

##  Weiterführende Links 

- [Analyse: So geht die Ökologisierung des Dienstwagenprivilegs](https://kontext-institut.at/inhalte/dienstwagenprivileg/)
- [202412 KONKRET So geht die Oekologisierung des Dienstwagenprivilegs KONTEXT](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202412_KONKRET_So-geht-die-Oekologisierung-des-Dienstwagenprivilegs_KONTEXT.pdf)

---

 # Klimaschädliche Subventionen: Reformpotenzial in Österreich

Dienstag, 10.12.2024

##  Weiterführende Links 

- [Analyse: So geht die Ökologisierung des Dienstwagenprivilegs](https://kontext-institut.at/inhalte/dienstwagenprivileg/)
- [202412 KONKRET So geht die Oekologisierung des Dienstwagenprivilegs KONTEXT](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202412_KONKRET_So-geht-die-Oekologisierung-des-Dienstwagenprivilegs_KONTEXT.pdf)

---

 # So geht die Ökologisierung des Dienstwagenprivilegs

Dienstag, 10.12.2024

Mit einem gestaffelten Steuersatz für E-Autos (0,5 Prozent für effiziente, 1 % für weniger effiziente Modelle) wird ein Anreiz für besonders energieeffiziente Fahrzeuge geschaffen. Zusätzlich wird ein betriebliches Mobilitätsbudget steuerlich begünstigt, das Beschäftigten ermöglicht, emissionsfreie Alternativen wie öffentliche Verkehrsmittel, E-Carsharing oder Fahrräder zu nutzen.

##  Weiterführende Links 

- [Analyse: So geht die Ökologisierung des Dienstwagenprivilegs](https://kontext-institut.at/inhalte/dienstwagenprivileg/)
- [202412 KONKRET So geht die Oekologisierung des Dienstwagenprivilegs KONTEXT](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202412_KONKRET_So-geht-die-Oekologisierung-des-Dienstwagenprivilegs_KONTEXT.pdf)

---

 # Selbst wenn alle Länder ihre Zusagen umsetzen, sind wir vom 1.5° Ziel noch weit entfernt

Sonntag, 01.12.2024

**Wo wir am Weg zu den Pariser Klimazielen stehen**

Weltweit steigen die Treibhausgasemissionen derweil weiter an. Im Jahr 2023 haben sie laut dem [Emission Gap Report 2024](https://www.unep.org/resources/emissions-gap-report-2024) des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) mit 57,1 Gigatonnen CO2-Äquivalenten einen historischen Höchstwert erreicht (+1,3 Prozent gegenüber 2023). Um das Pariser Klimaziel einzuhalten, müssen die globalen Emissionen bis 2030 um 42 Prozent (gegenüber 2019) sinken. Laut Schätzung des Emission Gap Reports wird die Reduktion bis dahin ohne weitere Maßnahmen jedoch lediglich vier bis zehn Prozent betragen.

Österreichs THG-Emissionen sind zwischen 2022 und 2023 um 6,4 Prozent gesunken, jene in der EU um 7,5 Prozent. Die Europäische Union gehört zu jenen G20-Mitgliedern, deren Treibhausgasausstöße den Höhepunkt bereits überwunden haben und die ein Zieljahr für die Klimaneutralität gesetzlich verankert haben. Der Emission Gap Report bewertet den Reduktionspfad der EU im Hinblick auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit, Umfang und Reporting mit den Bestnoten. Das gelingt außer der EU nur Großbritannien.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Warum die Weltklimakonferenz dennoch wichtig ist](https://kontext-institut.at/inhalte/weltklimakonferenz-cop29/)

---

 # Bestand von Diesel-PKW deutlich gestiegen

Freitag, 01.11.2024

##  Weiterführende Links 

- [So geht die Abschaffung des Dieselprotektionismus](https://kontext-institut.at/inhalte/abschaffung-dieselprotektionismus/)
- [202411 KONKRET So geht die Abschaffung des Dieselprotektionismus KONTEXT](https://kontext-institut.at/uploads/202411_KONKRET_So-geht-die-Abschaffung-des-Dieselprotektionismus_KONTEXT_2024-11-15-094408_mhol.pdf)

---

 # So geht die Abschaffung des Dieselprotektionismus

Freitag, 01.11.2024

##  Weiterführende Links 

- [So geht die Abschaffung des Dieselprotektionismus](https://kontext-institut.at/inhalte/abschaffung-dieselprotektionismus/)
- [202411 KONKRET So geht die Abschaffung des Dieselprotektionismus KONTEXT](https://kontext-institut.at/uploads/202411_KONKRET_So-geht-die-Abschaffung-des-Dieselprotektionismus_KONTEXT_2024-11-15-094408_mhol.pdf)

---

 # Auswirkung des Green Deals auf den Emissionspfad

Freitag, 01.11.2024

Der **Clean Industrial Deal** soll das nächste Zwischenziel am Weg zur Klimaneutralität, nämlich eine Emissionsreduktion von 90 Prozent (gegenüber 1990) bis zum Jahr 2040, ermöglichen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft stärken. Der Clean Industrial Deal ist die Fortsetzung des Green Deal, Emissionen zu reduzieren und die europäische Wirtschaft zu ökologisieren.

Der Auftakt ist gelungen. Ein Großteil der Maßnahmen des Green Deals wurde umgesetzt - darunter das richtungsweisende EU-Klimagesetz, das die Emissionsreduktion um 55 Prozent bis 2030 und bis 2050 vollständige Klimaneutralität verbindlich vorschreibt.

Das Maßnahmenpaket hat Europa durch den Ausbau erneuerbarer Energien und die Entwicklung innovativer Technologien auch auf einen deutlich nachhaltigeren Kurs gebracht. Während die Welt vor dem Green Deal auf eine Erderwärmung von über 4 °C bis Ende des Jahrhunderts zusteuerte, liegt das prognostizierte Plus heute bei etwas über 2 °C. Ein Fortschritt, der zeigt: Ehrgeizige Klimapolitik macht einen spürbaren Unterschied.

##  Weiterführende Links 

- [So geht die Abschaffung des Dieselprotektionismus](https://kontext-institut.at/inhalte/abschaffung-dieselprotektionismus/)
- [202411 KONKRET So geht die Abschaffung des Dieselprotektionismus KONTEXT](https://kontext-institut.at/uploads/202411_KONKRET_So-geht-die-Abschaffung-des-Dieselprotektionismus_KONTEXT_2024-11-15-094408_mhol.pdf)

---

 # Nur knapp die Hälfte der externen Kosten im Straßengüterverkehr wird eingepreist

Dienstag, 29.10.2024

Der hohe Anteil des Güterverkehrs auf der Straße hat viele negative Auswirkungen, etwa Lärmbelastung, Luftverschmutzung, Staukosten und CO2-Emissionen. Dadurch verursacht er externe Kosten für die Allgemeinheit. So lagen 2021 laut Umweltbundesamt die Kosten für CO2-Emissionen des Straßengüterverkehrs auf Autobahnen und Schnellstraßen bei 319 Millionen Euro, für Lärmbelastung waren es knapp 80 Millionen Euro. Insgesamt wird prognostiziert, dass sich die externen Kosten im Jahr 2024 auf 613 Millionen Euro belaufen werden.

Bisher fehlt es im Straßengüterverkehr an Kostenwahrheit, denn Unternehmen müssen beim Transport ihrer Güter nicht vollständig für diese externen Kosten aufkommen, die sie verursachen. Dadurch wird der LKW-Transport für Unternehmen günstiger als er eigentlich ist – und verschafft ihm einen unverdienten Wettbewerbsvorteil im Vergleich mit der Schiene. Kostenwahrheit herzustellen ist daher wichtig, um Klimaneutralität im Güterverkehr zu erreichen.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Keine Trendwende: Gütertransport weiterhin großteils auf der Straße](https://kontext-institut.at/inhalte/guetertransport-strasse/)

---

 # Güterverkehr in Österreich: Anteil der Schiene deutlich unter dem Zielwert

Dienstag, 29.10.2024

Die Mobilitätswende ist ein essenzieller Baustein für die Ökologisierung der Wirtschaft und den Klimaschutz. Beim Güterverkehr steht Österreich aber noch vor großen Anstrengungen auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2040. Der Anteil des Güterverkehrs an den gesamten nationalen CO2-Emissionen betrug im Jahr 2022 rund 11 Prozent.   

Je mehr Produkte transportiert werden, desto mehr Güterverkehr entsteht. Die Zahlen der Statistik Austria zeigen, dass dieser Transport in Österreich größtenteils auf der Straße stattfindet: Im Jahr 2022 wurden dabei knapp 85 Prozent der Güter auf der Straße transportiert – und nur circa 15 Prozent über die Schiene.   

Bezieht man nicht nur die Menge der Güter, sondern auch die Transportdistanz mit ein, steht der Anteil der Schiene immerhin bei knapp 30 Prozent, da sie besonders für den Transport über weitere Strecken genutzt wird. Angestrebt ist laut Masterplan Güterverkehr des Klimaschutzministeriums allerdings ein Anteil von 40 Prozent bis 2040.   

Neueste Zahlen von Statistik Austria zeigen auch für 2023 keine Trendwende bei der Entwicklung des Güterverkehrs. Zwar ist die Menge der Güter generell, und auch unter Berücksichtigung der Transportdistanz beim Straßengüterverkehr leicht zurückgegangen. Gleichzeitig sank dort aber auch der Anteil des Güterverkehrs auf der Schiene im Jahr 2023 sogar stärker, nämlich um 8,8 Prozent.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Keine Trendwende: Gütertransport weiterhin großteils auf der Straße](https://kontext-institut.at/inhalte/guetertransport-strasse/)

---

 # So geht die Ökologisierung der Pendlerförderung

Donnerstag, 24.10.2024

##  Weiterführende Links 

- [202410 Konkret Oekologisierung der Pendlerfoerderung KONTEXT](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202410-Konkret-Oekologisierung-der-Pendlerfoerderung-KONTEXT.pdf)
- [So geht die Ökologisierung der Pendlerförderung](https://kontext-institut.at/inhalte/oekologisierung-pendlerfoerderung/)

---

 # Jobs für die Energiewende werden meist überdurchschnittlich entlohnt

Mittwoch, 11.09.2024

**Green Jobs: zukunftssicher und gut bezahlt**

Für den Klima- und Umweltschutz sind Jobs entscheidend, die den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben. Besonders gefragt sind Berufsgruppen wie Ingenieur:innen in Elektrotechnik, Baukonstruktions- und Ausbaufachkräfte, Elektroinstallateur:innen und Montageberufe. Laut der Verdienststrukturerhebung (2022) liegt der mittlere Stundenlohn aller unselbständig Beschäftigten bei 17,5 Euro. Bei fast allen relevanten Berufsgruppen für die Energiewende liegt das Gehalt über diesem Median, auch bei Berufen wie Elektroniker:innen oder Mechaniker:innen.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Aufgabe für nächste Regierung: Weichenstellung für Green Jobs](https://kontext-institut.at/inhalte/weichenstellung-fuer-green-jobs/)

---

 # Klimapolitik in verschiedenen Koalitionsvarianten

Donnerstag, 26.09.2024

**Chancen und Hürden für die Klimapolitik**

Die Autorinnen untersuchten die Positionen der Parteien im Nationalrat zu sechs zentralen Klimathemen. Während alle Parteien den Ausbau des öffentlichen Verkehrs unterstützen, zeigen sich unterschiedliche Haltungen bei Themen wie:

- Klimaneutralität bis 2040 verbindlich festlegen
- Von fossiler auf erneuerbare Energie umsteigen
- Ökologisierung der Wirtschaft vorantreiben
- CO₂-Bepreisung fortführen
- Klimaschädliche Subventionen abschaffen
- Elektromobilität vorrangig ausbauen

Die Analyse der Wahlprogramme und öffentlichen Aussagen zeigt deutliche Unterschiede, die sich in den Regierungsverhandlungen widerspiegeln und sowohl Chancen als auch Hürden für die Klimapolitik schaffen.

##  Weiterführende Links 

- [2024 09 Konklusio 7 Nationalrats Parteien im Klimacheck KONTEXT](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/2024_09_Konklusio_7_Nationalrats-Parteien-im-Klimacheck_KONTEXT.pdf)
- [Artikel: Die letzte Regierung vor 2030: Koalitionen im Klimacheck](https://kontext-institut.at/inhalte/letzte-regierung-vor-2030/)

---

 # Klimapolitische Positionen der Parteien

Donnerstag, 26.09.2024

**Chancen und Hürden für die Klimapolitik**

Die Autorinnen untersuchten die Positionen der Parteien im Nationalrat zu sechs zentralen Klimathemen. Während alle Parteien den Ausbau des öffentlichen Verkehrs unterstützen, zeigen sich unterschiedliche Haltungen bei Themen wie:

- Klimaneutralität bis 2040 verbindlich festlegen
- Von fossiler auf erneuerbare Energie umsteigen
- Ökologisierung der Wirtschaft vorantreiben
- CO₂-Bepreisung fortführen
- Klimaschädliche Subventionen abschaffen
- Elektromobilität vorrangig ausbauen

Die Analyse der Wahlprogramme und öffentlichen Aussagen zeigt deutliche Unterschiede, die sich in den Regierungsverhandlungen widerspiegeln und sowohl Chancen als auch Hürden für die Klimapolitik schaffen.

##  Weiterführende Links 

- [2024 09 Konklusio 7 Nationalrats Parteien im Klimacheck KONTEXT](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/2024_09_Konklusio_7_Nationalrats-Parteien-im-Klimacheck_KONTEXT.pdf)
- [Artikel: Die letzte Regierung vor 2030: Koalitionen im Klimacheck](https://kontext-institut.at/inhalte/letzte-regierung-vor-2030/)

---

 # Entlohnung zukunftsfähiger Jobs steigt unterschiedlich stark

Mittwoch, 11.09.2024

**Anstieg der Entlohnung für Green Jobs stark unterschiedlich**

Seit 2018 ist der Lohn für Green Jobs unterschiedlich gestiegen. Der mittlere Bruttostundenverdienst aller unselbständig Beschäftigten lag 2018 bei 15,1 Euro und stieg bis 2022 um 15,9 % auf 17,5 Euro. Einige Green Jobs, wie bei Naturwissenschaftler:innen, Ingenieur:innen und Elektroniker:innen, verzeichneten eine stärkere Gehaltssteigerung als der österreichische Durchschnitt. Bei Mechaniker:innen und Metallarbeitern war der Anstieg ähnlich, während Baufachkräfte und Montageberufe ein geringeres Plus hatten. Die Zahlen zeigen den Durchschnitt innerhalb der jeweiligen Berufsgruppen.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Aufgabe für nächste Regierung: Weichenstellung für Green Jobs](https://kontext-institut.at/inhalte/weichenstellung-fuer-green-jobs/)

---

 # Zustimmungswerte: Ökologisierung der Wirtschaft

Sonntag, 01.09.2024

**Ökologisierung der Wirtschaft als Chance**

Die Ökologisierung der Wirtschaft fördert langfristig Wohlstand. 69,4 % der Österreicher:innen wollen, dass Österreich eine führende Rolle bei Zukunftstechnologien übernimmt, was Arbeitsplätze (77,3 %) und Wettbewerbsfähigkeit (81,1 %) stärkt. Alle Parteienwähler:innen unterstützen die Stoppen von Subventionen für klimaschädliche Produkte. Um die Klimaziele 2030 zu erreichen, muss die nächste Regierung ambitioniert handeln. Knapp zwei Drittel der Befragten erwarten mehr Klimaschutzengagement von ihrer Partei.

##  Weiterführende Links 

- [Umfrage: Wähler:innen aller Parteien wollen mehr Klimaschutz](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/2024_09-Umfrageregebnisse-KONTEXT.pdf)
- [Kommentar: Bodenversiegelung: Schon 76 Prozent für fixe Grenzwerte](https://kontext-institut.at/inhalte/bodenversiegelung-grenzwerte/)

---

 # Zustimmungswerte: Bodenschutzund Renaturierung

Sonntag, 01.09.2024

**Konsens für Klimaschutz und Renaturierung**

Gesunde Böden binden CO2 und verbessern die Wasserabsorption. Flüsse brauchen durch Renaturierung mehr Raum, um Überschwemmungen zu verhindern. Wälder sollen von Monokulturen zu Mischwäldern werden, die Starkregen besser abpuffern. Die Politik schützt die Bevölkerung durch Naturschutz.

98,1 % der Grünen und 87,2 % der ÖVP-Wähler:innen fordern mehr Renaturierung und Anpassungsmaßnahmen. 86,6 % wollen weniger Bodenversiegelung, 75,7 % einen verbindlichen Grenzwert für den Bodenverbrauch, vor allem 77 % der ÖVP-Wähler:innen.

##  Weiterführende Links 

- [Umfrage: Wähler:innen aller Parteien wollen mehr Klimaschutz](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/2024_09-Umfrageregebnisse-KONTEXT.pdf)
- [Kommentar: Bodenversiegelung: Schon 76 Prozent für fixe Grenzwerte](https://kontext-institut.at/inhalte/bodenversiegelung-grenzwerte/)

---

 # Klimaschutz: Konsens bei Wähler:innen aller Parteien

Sonntag, 01.09.2024

Die Bevölkerung hat das längst erkannt – und zwar quer durch das politische Spektrum. Das zeigt eine neue KONTEXT-Umfrage, in deren Rahmen über 1.000 wahlberechtigte Menschen in Österreich zu Klimaschutz befragt wurden. Die Ergebnisse: Über die Parteigrenzen hinweg geben knapp drei Viertel der Befragten an, dass ihnen Klimaschutz ein wichtiges Anliegen ist. Zwei Drittel machen sich Sorgen um die Folgen der Klimakrise und erwarten von ihren jeweils gewählten Partei, dass sie sich stärker für Klimaschutz einsetzt.

Tatsächlich ist die Politik nicht ohnmächtig gegen Naturgewalten – ganz im Gegenteil. Sie hat die Macht und Verantwortung, hier gegenzusteuern – und zwar mit systemischen Maßnahmen in zwei Bereichen: Einerseits kann effektiver Klimaschutz verhindern, dass Extremwetterereignisse in Zukunft noch häufiger und heftiger werden. Andererseits lindern Bodenschutz und Renaturierung deren Auswirkungen.

##  Weiterführende Links 

- [Umfrage: Klimapolitik in Österreich Klimathemen im Kontext der Nationalratswahl](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/2024_09-Umfrageregebnisse-KONTEXT.pdf)
- [Bodenversiegelung: Schon 76 Prozent für fixe Grenzwerte](https://kontext-institut.at/inhalte/bodenversiegelung-grenzwerte/)

---

 # Klimapolitik in verschiedenen Koalitionsvarianten

Sonntag, 01.09.2024

##  Weiterführende Links 

- [Die letzte Regierung vor 2030: Koalitionen im Klimacheck](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/2024_09_Konklusio_7_Nationalrats-Parteien-im-Klimacheck_KONTEXT.pdf)
- [Kommentar: "Wie es mit dem Klima weitergeht, entscheidet die ÖVP"](https://kontext-institut.at/inhalte/klimapolitik-mit-koalitionsvarianten/)

---

 # Verschiedene Sektoren profitieren von Verlagerung der Schlüsseltechnologien

Samstag, 22.06.2024

#### **Positive Effekte auch für angrenzende Sektoren**

Neben den direkten Effekten auf die Produktionsstätten wirkt sich die Produktionsverlagerung auch auf die Wertschöpfungsketten aus. Ein Ausbau der Produktion von Elektroautos, zum Beispiel, steigert auch die Nachfrage von Komponenten, wie Batterien, und Dienstleistungen, wie Softwareentwicklung und Vertrieb. Das führt in der Zulieferindustrie und den Absatzmärkten zu einer signifikanten Expansion, und hat auch Auswirkungen auf angrenzende Sektoren.

##  Weiterführende Links 

- [Studie: Turbo für Wirtschaft und Beschäftigung durch Produktion grüner Technologien in der EU](https://kontext-institut.at/inhalte/studie-turbo-gruene-technologien/)
- [Studienergebnisse zusammengefasst](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202406_KONTEXT_WIIW_Gruene-Technologien.pdf)
- [wiiw – gesamte Studie](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202406_KONTEXT_wiiw_Study_Impacts-of-Green-Tech.pdf)

---

 # Schlüsseltechnologien stärken den Arbeitsmarkt der EU: Deutschland Bulgarien Österreich Potenzial für Österreich unter den Top 10

Samstag, 22.06.2024

#### **Produktion grüner Technologien schafft Arbeitsplätze**

Die Produktionsverlagerung der fünf Schlüsseltechnologien würde 243.000 neue Arbeitsplätze schaffen, wobei sich das Potenzial in den letzten 10 Jahren etwa verdoppelt hat.

In Österreich entstehen etwa 5.100 neue Arbeitsplätze, vor allem durch die Produktion von Elektroautos und Photovoltaikanlagen. Besonders starke Beschäftigungseffekte gibt es in Ost- und Mitteleuropa. Der größte Effekt wird in Deutschland mit rund 70.000 neuen Jobs erzielt, was ein Drittel aller neuen Arbeitsplätze ausmacht.

##  Weiterführende Links 

- [Studie: Turbo für Wirtschaft und Beschäftigung durch Produktion grüner Technologien in der EU](https://kontext-institut.at/inhalte/studie-turbo-gruene-technologien/)
- [Studienergebnisse zusammengefasst](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202406_KONTEXT_WIIW_Gruene-Technologien.pdf)
- [wiiw – gesamte Studie](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202406_KONTEXT_wiiw_Study_Impacts-of-Green-Tech.pdf)

---

 # Schlüsseltechnologien kurbeln die Wirtschaft der EU an: Potenzial für Österreich unter den Top 10

Samstag, 22.06.2024

Österreich würde durch die Produktionsverlagerung einen Wertschöpfungszuwachs von 560 Millionen Euro erzielen und liegt im EU-Vergleich auf Platz 7. Besonders profitieren Länder, die bereits Endprodukte wie Autos herstellen, da die nötige Infrastruktur vorhanden ist. Das größte Wachstum entfällt auf Länder in Ost- und Zentraleuropa wie Tschechien und Slowenien sowie auf industriebasierte Volkswirtschaften wie Deutschland.

##  Weiterführende Links 

- [Studie: Turbo für Wirtschaft und Beschäftigung durch Produktion grüner Technologien in der EU](https://kontext-institut.at/inhalte/studie-turbo-gruene-technologien/)
- [Studienergebnisse zusammengefasst](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202406_KONTEXT_WIIW_Gruene-Technologien.pdf)
- [wiiw – gesamte Studie](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202406_KONTEXT_wiiw_Study_Impacts-of-Green-Tech.pdf)

---

 # Schlüsseltechnologien bergen steigendes Potenzial für Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Samstag, 22.06.2024

#### **Produktion grüner Technologien steigert Wirtschaftsleistung**

Bei einer Produktionsverlagerung würde das BIP der EU um rund 18,4 Milliarden Euro steigen. Die Technologie mit dem stärksten Beitrag zum BIP-Wachstum ist die Produktion von Elektroautos (8,8 Milliarden Euro), gefolgt von Photovoltaik (4,7 Milliarden Euro), und Batterien (2,6 Milliarden Euro). Der Gesamteffekt einer Produktionsverlagerung hat sich im Vergleich zu den letzten 10 Jahren etwa verdoppelt. Mit dem voranschreitenden Ausbau zukunftsfähiger Technologien wird die Wertschöpfung deshalb voraussichtlich weiter zunehmen.

##  Weiterführende Links 

- [Studie: Turbo für Wirtschaft und Beschäftigung durch Produktion grüner Technologien in der EU](https://kontext-institut.at/inhalte/studie-turbo-gruene-technologien/)
- [Studienergebnisse zusammengefasst](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202406_KONTEXT_WIIW_Gruene-Technologien.pdf)
- [wiiw – gesamte Studie](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202406_KONTEXT_wiiw_Study_Impacts-of-Green-Tech.pdf)

---

 # Gaspreise am Großhandelsmarkt im Zeitverlauf

Dienstag, 04.06.2024

Der Umstieg von fossilen Energien schafft höhere Preisstabilität, da deren Preise auch ohne Krisen volatil sind und in Krisen drastische Schwankungen erleben. Zudem führt die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu geopolitischer Unsicherheit.

Ein Ausstieg erhöht die Wettbewerbsfähigkeit. Österreich ist zu zwei Dritteln auf Öl, Gas und Kohle angewiesen, die fast vollständig importiert werden müssen, was zu einer starken Abhängigkeit von der geopolitischen und wirtschaftlichen Lage führt. Dadurch entstehen Wettbewerbsnachteile, da andere Wirtschaftszonen durch geringere Importabhängigkeit Preisvorteile haben. Zudem ist die fossile Gasverfügbarkeit in Europa begrenzt.

##  Weiterführende Links 

- [Preisschocks: Fossile Energie gefährdet Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Sicherheit](https://kontext-institut.at/inhalte/preisschocks-fossile-energie/)
- [Zusammenfassung von Hauptaussagen der Studien](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202406_KONTEXT_WIIW_Preisschocks-Fossile-Energie-gefaehrdet-Wertschoepfung-Arbeitsplaetze-und-Sicherheit.pdf)
- [\[KON\]KLUSIO #3 Die nächste Industrielle Revolution](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202405_KONTEXT_wiiw_Study_Energy-Price-Shocks.pdf)

---

 # Effekt eines Gaspreisschocks auf die Arbeitsplätze

Dienstag, 04.06.2024

Ein Gaspreisschock von +80 % führt zu einem Rückgang der Beschäftigung in emissionsintensiven Sektoren um 4,1 %, was etwa 74.000 verlorene Arbeitsplätze im Vergleich zu 2022 bedeutet. Innerhalb von drei Jahren sind insgesamt etwa 133.000 Jobs in diesem Sektor gefährdet.

In emissionsarmen Sektoren hat der Preisschock keine signifikanten negativen Auswirkungen. Das Beschäftigungswachstum verlangsamt sich zwar, bleibt aber positiv. Im ersten Jahr steigt die Beschäftigung um 3,1 %, was 90.000 Arbeitsplätzen entspricht. Drei Jahre nach dem Schock gibt es insgesamt 279.000 zusätzliche Jobs.

##  Weiterführende Links 

- [Preisschocks: Fossile Energie gefährdet Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Sicherheit](https://kontext-institut.at/inhalte/preisschocks-fossile-energie/)
- [Zusammenfassung von Hauptaussagen der Studien](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202406_KONTEXT_WIIW_Preisschocks-Fossile-Energie-gefaehrdet-Wertschoepfung-Arbeitsplaetze-und-Sicherheit.pdf)
- [\[KON\]KLUSIO #3 Die nächste Industrielle Revolution](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202405_KONTEXT_wiiw_Study_Energy-Price-Shocks.pdf)

---

 # Effekt eines Gaspreisschocks auf die Bruttowertschöpfung

Dienstag, 04.06.2024

Ein Gaspreisschock von +80 % lässt die Wertschöpfung in emissionsintensiven Sektoren im Folgejahr um 6,6 % sinken, was einen Verlust von 10,1 Milliarden Euro im Vergleich zu 2022 bedeutet. Zwei Jahre nach dem Preisschock bleibt die Wertschöpfung um 5,8 % niedriger. Emissionsarme Sektoren sind von diesen Auswirkungen nicht signifikant betroffen.

##  Weiterführende Links 

- [Preisschocks: Fossile Energie gefährdet Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Sicherheit](https://kontext-institut.at/inhalte/preisschocks-fossile-energie/)
- [Zusammenfassung von Hauptaussagen der Studien](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202406_KONTEXT_WIIW_Preisschocks-Fossile-Energie-gefaehrdet-Wertschoepfung-Arbeitsplaetze-und-Sicherheit.pdf)
- [\[KON\]KLUSIO #3 Die nächste Industrielle Revolution](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202405_KONTEXT_wiiw_Study_Energy-Price-Shocks.pdf)

---

 # Green Deal... Weitere Ökologisierung

Mittwoch, 29.05.2024

#### Mehr als Klimaschutz: eine moderne und zukunftsfähige Wirtschaft

Der Green Deal basiert auf dem Europäischen Klimagesetz, das das Ziel der EU, bis 2050 klimaneutral zu werden, verbindlich macht. Er umfasst zudem zahlreiche Rechtsakte, die konkrete Ziele festlegen, Maßnahmen definieren und einen rechtlichen Rahmen für neue Technologien und Lösungen schaffen.

##  Weiterführende Links 

- [\[KON\]KLUSIO #4: Der europäische Green Deal: Rückblick, Status quo und Ausblick](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202405_KONTEXT_Konklusio_Der-europaeische-Green-Deal.pdf)
- [Artikel: Der europäische Green Deal: Rückblick, Status Quo und Ausblick](https://kontext-institut.at/inhalte/eu-green-deal-analyse/)

---

 # Auswirkung des Green Deals auf den Emissionspfad

Mittwoch, 29.05.2024

#### **Wo steht die Umsetzung und was hat der Green Deal gebracht?**

Während ein Großteil der Rechtsakte des Green Deals bereits beschlossen wurden, müssen viele noch umgesetzt werden und die Wirkung wird sich erst in den kommenden Jahren entfalten. Dennoch haben die neuen Rechtsakte die EU bereits auf einen Emissionspfad gebracht, der mit Szenarien vereinbar ist, die den globalen Temperaturanstieg auf etwas über 2 °C begrenzen. Das stellt eine Verbesserung um mehr als 1°C im Vergleich zu den Prognosen vor dem Green Deal dar.

##  Weiterführende Links 

- [\[KON\]KLUSIO #4: Der europäische Green Deal: Rückblick, Status quo und Ausblick](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202405_KONTEXT_Konklusio_Der-europaeische-Green-Deal.pdf)
- [Artikel: Der europäische Green Deal: Rückblick, Status Quo und Ausblick](https://kontext-institut.at/inhalte/eu-green-deal-analyse/)

---

 # Green Deal

Mittwoch, 29.05.2024

#### Mehr als Klimaschutz: eine moderne und zukunftsfähige Wirtschaft

Der Green Deal basiert auf dem Europäischen Klimagesetz, das das Ziel der EU, bis 2050 klimaneutral zu werden, verbindlich macht. Er umfasst zudem zahlreiche Rechtsakte, die konkrete Ziele festlegen, Maßnahmen definieren und einen rechtlichen Rahmen für neue Technologien und Lösungen schaffen.

##  Weiterführende Links 

- [\[KON\]KLUSIO #4: Der europäische Green Deal: Rückblick, Status quo und Ausblick](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202405_KONTEXT_Konklusio_Der-europaeische-Green-Deal.pdf)
- [Artikel: Der europäische Green Deal: Rückblick, Status Quo und Ausblick](https://kontext-institut.at/inhalte/eu-green-deal-analyse/)

---

 # Zukunftstechnologien auf globalen Märkten

Sonntag, 26.05.2024

Dass die Ökologisierung bereits in vollem Gange ist, zeigen verschiedene Trends eindeutig: Investitionen in erneuerbare Energiequellen nehmen zu. Im Jahr 2023 wurden global rund 1.780 Milliarden US-Dollar in die Energiewende investiert. Verkaufs- und Produktionszahlen von Zukunftstechnologien wie Elektroautos, Photovoltaik, Windkraftanlagen und Wärmepumpen steigen kontinuierlich. Vor allem in den letzten Jahren macht sich die Ökologisierung auf globalen Märkten bemerkbar.

##  Weiterführende Links 

- [EU: Ökologisierung der Wirtschaft bringt Sicherheit, Unabhängigkeit und Wohlstand](https://kontext-institut.at/inhalte/konklusio-eu-oekologisierung-der-wirtschaft/)
- [\[KON\]KLUSIO #3: Die nächste Industrielle Revolution.](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202405_KONTEXT_Konklusio_Oekologisierung_Die-naechste-Industrielle-Revolution.pdf)

---

 # Fossile Energieverluste im aktuellen Energiesystem

Sonntag, 26.05.2024

Die Abhängigkeit von fossilen Energien führt zu hohen Energiepreisen, ökonomischen Risiken und geopolitischer Verwundbarkeit, insbesondere durch Preisvolatilität und externe Schocks. Erneuerbare Energien bieten langfristig stabile Preise, verringern diese Abhängigkeit und reduzieren Sicherheitsrisiken. Zudem sind fossile Energien ineffizient, wobei ein Großteil der Primärenergie verloren geht, während erneuerbare Energien deutlich effizienter sind.

##  Weiterführende Links 

- [EU: Ökologisierung der Wirtschaft bringt Sicherheit, Unabhängigkeit und Wohlstand](https://kontext-institut.at/inhalte/konklusio-eu-oekologisierung-der-wirtschaft/)
- [\[KON\]KLUSIO #3: Die nächste Industrielle Revolution.](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202405_KONTEXT_Konklusio_Oekologisierung_Die-naechste-Industrielle-Revolution.pdf)

---

 # Das Zeitalter der Ökologisierung

Sonntag, 26.05.2024

Für die globale Wirtschaft bricht derzeit ein neues Zeitalter der Industrialisierung an. Die Ökologisierung zeichnet sich durch den massiven Ausbau erneuerbarer Energien und eine breitflächige Elektrifizierung von Prozessen in allen Sektoren aus. Von fossilen Energieträgern abzukommen, steht dabei im Vordergrund. Die Gründe dafür sind vielfältig: Neben der Reduktion von Treibhausgasen geht es um Fragen der Kosten, Sicherheit und Effizienz.

##  Weiterführende Links 

- [EU: Ökologisierung der Wirtschaft bringt Sicherheit, Unabhängigkeit und Wohlstand](https://kontext-institut.at/inhalte/konklusio-eu-oekologisierung-der-wirtschaft/)
- [\[KON\]KLUSIO #3: Die nächste Industrielle Revolution.](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202405_KONTEXT_Konklusio_Oekologisierung_Die-naechste-Industrielle-Revolution.pdf)

---

 # Ausbau erneuerbarer Energien essentiell für Wettbewerbsfähigkeit & Arbeitsplätze in Europa

Dienstag, 14.05.2024

Mit der bevorstehenden EU-Wahl wird die Zukunft Europas entschieden. Eine Mehrheit der österreichischen Bevölkerung sieht in der Ökologisierung der Wirtschaft eine Schlüsselchance für Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze, insbesondere durch den Ausbau klimafreundlicher Sektoren und den Einsatz erneuerbarer Energien. Dies zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts marketagent, bei der 1.000 Personen befragt wurden.

##  Weiterführende Links 

- [Umfrage: Zukunftsfähige Wirtschaftszweige bringen Wettbewerbsvorteil und Arbeitsplätze](https://kontext-institut.at/inhalte/umfrag-eu-wahlen-2024/)

---

 # Klimaschutz als Schlüssel für Sicherheit und Unabhängigkeit Europas

Freitag, 10.05.2024

Die Österreicher:innen wählen ein neues EU-Parlament, was entscheidend für die zukünftige Energiepolitik ist. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung fordern eine schnellere Abkehr von Öl, Kohle und Gas, um die Sicherheit und Unabhängigkeit Europas zu gewährleisten. Das zeigt eine Umfrage des KONTEXT Instituts für Klimafragen, durchgeführt von marketagent mit 1.000 repräsentativ befragten Personen.

##  Weiterführende Links 

- [Umfrage: Klimaschutz als Schlüssel für Sicherheit und Unabhängigkeit Europas](https://kontext-institut.at/inhalte/umfrage-eu-wahlen-2024-2/)

---

 # Energie und Mobilität im Fokus der Klimadebatte

Donnerstag, 25.04.2024

Die Themen Mobilität und Energie stehen im Fokus der klimapolitischen Debatte in Österreich. Weit mehr als die Hälfte (60 %) aller themenbezogenen Aussagen entfallen auf diese zwei besonders emissionsintensiven Bereiche, in denen die Abkehr von Öl, Kohle und Gas große Veränderungen erfordert. Kaum diskutiert wird hingegen das Thema Arbeitsmarkt, obwohl der Weg zur Klimaneutralität auch über strukturelle Veränderungen in der Arbeitswelt führt. Die am häufigsten diskutierten Politikmaßnahmen sind das Klimaschutzgesetz, der Green Deal und das Erneuerbaren-Wärme-Gesetz.

##  Weiterführende Links 

- [Kontextanalyse: Wer die österreichische Klimadebatte bestimmt, wer Maßnahmen verschleppt](https://kontext-institut.at/inhalte/kontextanalyse-klimadebatte/)
- [\[KON\]TEXTANALYSE #1 Klimadebatte in Oesterreich](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/KONTEXTANALYSE_Klimadebatte-in-Oesterreich.pdf)

---

 # Wie Parteien Klimaschutz diskutieren

Donnerstag, 25.04.2024

Betrachtet man die österreichischen Parteien, zeigt sich, dass insbesondere die Österreichische Volkspartei (ÖVP) und die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) Klimaschutz überproportional häufig verschleppen: 62 Prozent aller Aussagen, die Klimaschutz verzögern, kommen von der ÖVP, weitere 31 Prozent von der FPÖ. Die einzigen drei Aussagen der Stichprobe, die Klimaschutz leugnen, stammen ebenfalls von Politiker:innen der FPÖ.

##  Weiterführende Links 

- [Kontextanalyse: Wer die österreichische Klimadebatte bestimmt, wer Maßnahmen verschleppt](https://kontext-institut.at/inhalte/kontextanalyse-klimadebatte/)
- [\[KON\]TEXTANALYSE #1 Klimadebatte in Oesterreich](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/KONTEXTANALYSE_Klimadebatte-in-Oesterreich.pdf)

---

 # Die Rolle verschiedener Akteur:innen im Klimadiskurs

Donnerstag, 25.04.2024

In Österreich wird die Klimaschutzdebatte zu einem Drittel (34 %) von Politiker:innen dominiert, gefolgt von zivilgesellschaftlichen Akteur:innen (21 %) und Expert:innen (17 %). Während die Debatte insgesamt konstruktiv ist, tragen vor allem zivilgesellschaftliche Akteur:innen (26 %) positiv zum Diskurs bei. Politiker:innen nutzen hingegen häufig Taktiken, um Entscheidungen zu verzögern, wobei mehr als die Hälfte (57 %) der verschleppenden Aussagen von ihnen stammt.

##  Weiterführende Links 

- [Kontextanalyse: Wer die österreichische Klimadebatte bestimmt, wer Maßnahmen verschleppt](https://kontext-institut.at/inhalte/kontextanalyse-klimadebatte/)
- [\[KON\]TEXTANALYSE #1 Klimadebatte in Oesterreich](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/KONTEXTANALYSE_Klimadebatte-in-Oesterreich.pdf)

---

 # Elektroantrieb effizienter als Wasserstoff und E-Fuels

Mittwoch, 20.03.2024

Wasserstoff wird durch Elektrolyse gewonnen und kann anschließend zu E-Fuels weiterverarbeitet werden. Er kann aber auch direkt genutzt werden, indem er in einer Brennstoffzelle Strom erzeugt – allerdings mit deutlich höheren Verlusten als bei einem Elektrofahrzeug mit Batterie. Es zeigt sich: Das Trugbild von E-Fuels als breit anwendbare Lösung in der Mobilität entbehrt jeg- lichen wissenschaftlichen Einordnungen und ver- schleppt die notwendige Transformation in Rich- tung Klimaneutralität. Technologieklarheit heißt im Gegensatz dazu: E-Fuels dort einzusetzen, wo es keine Alternativen gibt, und effizientere Tech- nologien dort zu bevorzugen, wo es um die breite Anwendung geht.

##  Weiterführende Links 

- [\[KON\]KLUSIO #2: Technologieklarheit als Schlüssel zu einer wirksamen Klimapolitik](https://kontext-institut.at/uploads/202403_KONKLUSIO_Technologieklarheit-als-Schluessel-zu-einer-wirksamen-Klimapolitik.pdf)

---

 # Wo der Einsatz von Wasserstoff und E-Fuels sinnvoll ist

Mittwoch, 20.03.2024

Wasserstoff und E-Fuels sind in Bereichen wie Flug- und Schiffsverkehr oder Industrie konkrete Lösungen, wo keine verlässlichen Alternativen bestehen. In ineffizienten Bereichen wie Heizen oder Mobilität jedoch verschwendet ihr Einsatz Ressourcen und behindert klimaneutrale Produktionsprozesse. Für einen effizienten Technologieneinsatz ist Technologieklarheit notwendig, um marktreife Lösungen zu fördern und begrenzte Ressourcen gezielt dort einzusetzen, wo keine Alternativen existieren.

##  Weiterführende Links 

- [\[KON\]KLUSIO: Mit Technologieklarheit gegen Trugbilder](https://kontext-institut.at/inhalte/konklusio-technologieklarheit/)
- [\[KON\]KLUSIO #2: Technologieklarheit als Schlüssel zu einer wirksamen Klimapolitik](https://kontext-institut.at/uploads/202403_KONKLUSIO_Technologieklarheit-als-Schluessel-zu-einer-wirksamen-Klimapolitik.pdf)

---

 # Wärmepumpen fünfmal effizienter als Wasserstoff

Mittwoch, 20.03.2024

Politisch und wirtschaftlich werden oft Technologien beworben, die noch nicht marktreif sind oder nur für Nischenanwendungen geeignet. Diese Technik-Trugbilder verschleppen den Ausbau erprobter, einsatzbereiter Technologien, was den weiteren Einsatz von Öl, Gas und Kohle zur Folge hat. Beispielsweise verzögert der Einsatz von E-Fuels oder grünem Gas den Umstieg auf effizientere Alternativen wie Elektroautos oder Wärmepumpen.

##  Weiterführende Links 

- [\[KON\]KLUSIO: Mit Technologieklarheit gegen Trugbilder](https://kontext-institut.at/inhalte/konklusio-technologieklarheit/)
- [\[KON\]KLUSIO #2: Technologieklarheit als Schlüssel zu einer wirksamen Klimapolitik](https://kontext-institut.at/uploads/202403_KONKLUSIO_Technologieklarheit-als-Schluessel-zu-einer-wirksamen-Klimapolitik.pdf)

---

 # Technologien für die Energiewende bereit zum Einsatz

Mittwoch, 20.03.2024

Die meisten Technologien, die für die notwendige Emissionsreduktion gebraucht werden, haben wir bereits: Windkraft und Photovoltaik, Batterien, Wärmepumpen oder Elektro-Fahrzeuge. Um die Transformation möglichst rasch voranzubringen, müssen sie ausgebaut und überall dort eingesetzt werden, wo sie Öl, Kohle und Gas ersetzen können. Dafür notwendig sind vor allem ein verlässlicher rechtlicher Rahmen und ausreichend finanzielle Mittel. So kann Planungssicherheit für Betriebe und die Bevölkerung geschaffen und damit sichergestellt werden, dass verfügbare Ressourcen und Infrastruktur bestmöglich genutzt werde

##  Weiterführende Links 

- [\[KON\]KLUSIO: Mit Technologieklarheit gegen Trugbilder](https://kontext-institut.at/inhalte/konklusio-technologieklarheit/)
- [\[KON\]KLUSIO #2: Technologieklarheit als Schlüssel zu einer wirksamen Klimapolitik](https://kontext-institut.at/uploads/202403_KONKLUSIO_Technologieklarheit-als-Schluessel-zu-einer-wirksamen-Klimapolitik.pdf)

---

 # Flächeninanspruchnahme und Versiegelung in Österreich

Freitag, 08.03.2024

Täglich gehen in Österreich rund 12 Hektar – also 12 große Fußballfelder – an natürlichem Boden verloren. Diese werden vorrangig von Siedlungsflächen, Straßen und Gewerbegebieten in Anspruch genommen. Mehr als die Hälfte davon wird versiegelt. Um die Versiegelung ist kürzlich eine politische Debatte entbrannt. Der Auslöser: Vertreter:innen von Bundesländern, Gemeinde- und Städtebund haben eine „Bodenstrategie“ beschlossen. Allerdings ohne die Bundesregierung und ohne Obergrenze für den Bodenverbrauch

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Die Sache mit dem Boden](https://kontext-institut.at/inhalte/bodenstrategie/)

---

 # Infografik: Einsparungen durch Erneuerbaren-Umstieg

Freitag, 01.03.2024

So schnell wie möglich auf erneuerbare Energiesysteme umzusteigen, ist nicht nur eine Klimafrage. Eine rasche Energiewende ist auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll, denn sie ist deutlich günstiger, als sie zu verschleppen oder gar nichts zu tun. Die Einsparungen, die sich im Gesamtenergiesystem durch einen schnellen Umstieg auf erneuerbare Energien ergeben, liegen im Billionenbereich. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher:innen, die untersucht haben, wie sich die Kosten für verschiedene Technologien im Energiebereich in Zukunft entwickeln werden. Zusätzliche Kosten, die durch Klimaschäden entstehen, sind in ihrer Berechnung noch nicht einmal enthalten.

##  Weiterführende Links 

- [Studie: Empirically grounded technology forecasts and the energy transition](https://www.cell.com/joule/fulltext/S2542-4351(22)00410-X)

---

 # Infografik: Von Verschleppung zur Beschleunigung

Samstag, 24.02.2024

Unsere erste \[Kon\]klusio zeigt, wie Maßnahmen und Entscheidungen im Klimaschutz verschleppt werden. Das klingt erstmal negativ. Doch die Taktiken dahinter zu verstehen, gibt uns auch eine Chance. Raus aus verfahrenen Positionen – hin zu einem konstruktiven Dialog. Aber wie genau können wir von der Verschleppung in die Beschleunigung von Maßnahmen kommen? Das beantwortet die folgende Infografik.

---

 # Sicherheitsindex 2024: Klimakrise als Risiko

Freitag, 23.02.2024

Die Münchner Sicherheitskonferenz 2024 hat unterschiedliche Implikationen für die Klimapolitik. Dabei wurde hervorgehoben, dass klimapolitische Ziele auch zunehmend mit wirtschafts- und geopolitischen Zielen übereinstimmen. Was die Bewertung von Sicherheitsrisiken angeht, stehen Umwelt, Klima und Energie im Zentrum der Aufmerksamkeit von Menschen aus unterschiedlichsten Teilen der Welt. Das zeigt der Münchner Sicherheitsindex 2024, der die öffentliche Risikowahrnehmung durch repräsentative Umfragen abbildet.

##  Weiterführende Links: 

- [Munich Security Report 2024](https://securityconference.org/assets/01_Bilder_Inhalte/03_Medien/02_Publikationen/2024/MSR_2024/MunichSecurityReport2024_Lose-lose.pdf)
- [Munich Security Index 2024](https://securityconference.org/assets/01_Bilder_Inhalte/03_Medien/02_Publikationen/2024/MSR_2024/MunichSecurityIndex2024.pdf)

---

 # Golfstrom nähert sich dem Kipppunkt

Freitag, 16.02.2024

Da der Golfstrom dafür sorgt, dass das Klima in Europa milder ist, als man für diese Breitengrade erwarten würde, hat sein Kollaps weitreichende Folgen. Auf Österreich heruntergebrochen prognostiziert die niederländische Studie einen Rückgang der Wintertemperatur um 8 °C. In Norwegen sinken die Temperaturen um bis zu 35° C. Im Sommer wird der Effekt durch die Erderhitzung weitgehend kompensiert – es kommt zu starken Temperaturschwankungen.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Golfstrom nähert sich dem Kipppunkt](https://kontext-institut.at/inhalte/golfstrom-kipppunkt/)

---

 # Fossilwirtschaft treibt die Verschleppung von Klimaschutz voran

Freitag, 16.02.2024

International ist gut belegt, dass die Fossilwirtschaft lange Zweifel an der Klimakrise gestreut hat. Aber das Leugnen wird immer schwieriger. Deshalb werden jetzt vor allem konkrete klimapolitische Maßnahmen angegriffen und damit verschleppt. Wie bei einer Konkursverschleppung wird an überholten Geschäftsmodellen festgehalten, um das Vermögen, das sie abwerfen, zu schützen. Die Fossilwirtschaft zögert damit aktiv hinaus, was unvermeidbar ist: Eine Transformation hin zu einer klimafreundlichen Gesellschaft und Wirtschaft – einerseits indem sie Verschleppungstaktiken direkt anwendet, andererseits durch finanzielle Unterstützung jener, die sie aktiv verbreiten

##  Weiterführende Links 

- [\[KON\]KLUSIO: Wie Klimaschutz verschleppt wird](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202402_Konklusio_Verschleppungstaktiken.pdf)

---

 # Wie Klimaschutz verschleppt wird

Freitag, 16.02.2024

Der Werkzeugkoffer für effektiven Klimaschutz liegt bereit. An welchen Stellschrauben gedreht werden muss, ist bekannt und die Dringlichkeit wird immer klarer. Trotzdem werden die notwendigen Entscheidungen hinausgezögert, während sich die Lage verschärft. Kurz: Klimaschutz wird verschleppt. Die Taktiken, die dazu eingesetzt werden, sind vielseitig und oft schwer zu erkennen. Gemeinsam haben sie, dass sie vorhandene Unsicherheiten und berechtigte Sorgen verstärken und mit Desinformation vermischen.

##  Weiterführende Links 

- [\[KON\]KLUSIO: Wie Klimaschutz verschleppt wird](https://kontext-institut.at/uploads/Dateien/202402_Konklusio_Verschleppungstaktiken.pdf)

---

 # Erneuerbare überholen Kohle und Gas in der EU

Donnerstag, 15.02.2024

**Im vergangenen Jahr erreichten Erneuerbare ein Rekordhoch: Zum ersten Mal wurde mehr Strom aus Windkraft gewonnen als aus Gaskraftwerken. Wind-, Solar-, Wasserkraftwerke und Co. lieferten 44 Prozent des produzierten Stroms in der EU. Weniger als ein Drittel stammte hingegen aus fossilen Quellen. Das zeigt ein neuer Bericht des Thinktanks Ember.**

Europas Umbau hin zu einem nachhaltigen Energiesystem macht große Schritte. Im vergangenen Jahr erreichten Erneuerbare ein Rekordhoch: Wind-, Solar-, Wasserkraftwerke und Co. lieferten **44 Prozent des produzierten Stroms** in der EU. Weniger als ein Drittel stammte hingegen aus fossilen Quellen. Das zeigt ein neuer Bericht des Thinktanks Ember.

Vor allem Wind- und Solarenergie nehmen in der EU stetig zu. Zusammen erfuhren sie 2023 den bisher stärksten Zuwachs innerhalb eines Jahres sowohl bei der Erzeugung von Strom als auch beim Ausbau. **Zum ersten Mal wurde mehr Strom aus Windkraft gewonnen als aus Gaskraftwerken.** Der Erfolg rührt allerdings nicht allein vom Ausbau der Kapazitäten. Auch der Stromverbrauch ging im vergangenen Jahr aufgrund der Gaskrise deutlich zurück. Vor allem die Stromproduktion aus Gas, aber auch aus Kohle ist eingebrochen – und damit der CO₂-Ausstoß im Stromsektor.

In den kommenden Jahren wird der Bedarf an Strom allerdings wieder steigen: Elektrische Anwendungen wie Wärmepumpen oder E-Autos sollen ineffiziente fossile Energie wie Öl und Gas ersetzen. Um sicherzustellen, dass der Strom für ihren Betrieb aus nachhaltigen Quellen stammt – und die europäischen Energieziele eingehalten werden können – **muss der Ausbau von Erneuerbaren in den kommenden Jahren nochmals deutlich zulegen**. Gleichzeitig ist es weiter nötig, den Verbrauch der Sektoren so umzugestalten, dass insgesamt weniger Energie benötigt wird.

##  Weiterführende Links: 

- [Ember European Electricity Review 2024](https://ember-climate.org/insights/research/european-electricity-review-2024/)
- [Ember European Electricity Review 2024](https://ember-climate.org/app/uploads/2024/02/European-Electricity-Review-2024.pdf)

---

 # CO₂-Ausstoß in Sektoren des EU-Emissionshandels sinkt deutlich stärker

Donnerstag, 16.07.2026

Das Emissionshandelssystem der EU (ETS) ist das zentrale marktwirtschaftliche Instrument für die Ökologisierung der europäischen Wirtschaft. Es deckelt den CO2-Ausstoß und lässt Unternehmen mit einer jährlich sinkenden Zahl an Verschmutzungsrechten handeln. So bekommen Emissionen einen Preis – und Unternehmen einen Anreiz, sie zu vermeiden.

Seit 2005 gilt das ETS für die Sektoren Energie und Industrie. Und es wirkt: Die vom ETS erfassten Emissionen sind zwischen 2005 und 2024 EU-weit um 51 Prozent zurückgegangen und damit deutlich stärker als die gesamten EU-Emissionen im selben Zeitraum.

Verschiedene Studien, die der Brüsseler Thinktank Bruegel zusammengefasst hat, zeigen: Das ETS hat die EU-Gesamtemissionen zwischen 2005 und 2020 um 14 bis 16 Prozent gesenkt – verglichen mit einem Szenario ohne ETS. Damit ist das ETS das wirksamste Preissignal für Ökologisierung, das bislang erprobt wurde.

##  Weiterführende Links 

- [Artikel: Der EU-Emissionshandel ist eine Chance für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie](https://www.kontext-institut.at/inhalte/eu-emissionshandel-ets/)

---

 # Hitze: Risiko für Schlüsselsektoren

Donnerstag, 30.07.2026

Extreme Hitze ist längst kein Zukunftsszenario mehr. Längere und intensivere Hitzewellen belasten nicht nur die Bevölkerung, sondern setzen auch die heimische Wirtschaft massiv unter Druck. Für österreichische Schlüsselsektoren sind die Folgen bereits wirtschaftliche Realität. Vier davon haben wir in unserem [Chancenreport Österreich](https://www.kontext-institut.at/inhalte/chancenreport/) analysiert: Automobilbranche, Energie, Landwirtschaft und Tourismus.  

All diese Hitzerisken, denen die heimische Wirtschaft ausgesetzt ist, zeigen, warum die Ökologisierung nicht nur notwendig, sondern auch eine wirtschaftliche Chance ist – und sie ist längst im Gange. Spät oder gar nicht zu handeln wird immer teurer, für Unternehmen und den österreichischen Standort. Wer hingegen die Ökologisierung als Gestaltungsaufgabe begreift, kann ihre Chancen nützen: Die Elektrifizierung der Mobilität schafft neue Märkte für Ladeinfrastruktur, Batteriesicherheit und Fahrzeugsoftware – Bereiche, in denen Österreichs IT- und Industrieunternehmen bereits stark positioniert sind. Der steigende Strombedarf einer elektrifizierten Wirtschaft öffnet für die Energiebranche strukturell wachsende Absatzmärkte. In der Landwirtschaft stärken veränderte Konsummuster pflanzliche, regionale und biologische Produktsegmente. Im Tourismus bieten Nachhaltigkeit, Diversifikation und neue Zielgruppen echte Zukunftspfade.

*Die Grafik wurde auf Basis unseres* [*Chancenreport Österreich*](https://www.kontext-institut.at/inhalte/chancenreport/) *erstellt, der die Klimarisiken und Chancen der Ökologisierung für österreichische Schlüsselsektoren im Detail analysiert.*

##  Weiterführende Links 

- [Mehr dazu: Hitze setzt Schlüsselsektoren unter Druck](https://www.kontext-institut.at/inhalte/hitze-risiko-wirtschaft/)
- [Chancenreport Österreich](https://www.kontext-institut.at/inhalte/chancenreport/)

---

 # Hitze ist ein Sicherheitsrisiko

Dienstag, 04.08.2026

Hitze belastet alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche gleichzeitig: Gesundheit, Infrastruktur, Energie, Ökosysteme, Landwirtschaft und Wirtschaft sind unmittelbar betroffen – von Hitzetoten und verstärkten Erkrankungen über beschädigte Straßen, Schienen und Rechenzentren bis hin zu gefährdeter Energie- und Wasserversorgung, Ernteverlusten und steigenden Betriebskosten. Hitze ist damit längst keine alleinige Umweltfrage mehr, sondern bedroht direkt die Sicherheit der Menschen und den Wohlstand im Land. Die Risiken greifen dabei ineinander und verstärken sich gegenseitig – die Farbgebung bildet keine Rangfolge ab.

##  Weiterführende Links 

- [Mehr dazu: Sicherheits- und Wohlstandsrisiko Hitze](https://www.kontext-institut.at/inhalte/sicherheitsrisiko-hitze/)

---

 # Industrie kaum von Klimagesetz berührt

Donnerstag, 03.09.2026

Die Grafik zeigt, wo welcher klimapolitische Hebel greift: Für Verkehr, Landwirtschaft, Gebäude und Abfallwirtschaft ist das österreichische Klimagesetz der zentrale Hebel, für die Industrie hingegen die EU-Klimapolitik über den Emissionshandel (ETS):

Von den gesamten heimischen Treibhausgasemissionen (2024: rund 67 Millionen Tonnen) wird nur etwa ein Drittel über den EU-Emissionshandel geregelt, während zwei Drittel unter das nationale Klimaschutzgesetz fallen. Im Industrie- und Energiesektor kehrt sich dieses Verhältnis jedoch um: Hier unterliegen über 80 Prozent der Emissionen dem ETS, nur ein kleiner Rest fällt in den Anwendungsbereich des Klimagesetzes. Der nun in Verhandlung befindliche Entwurf des Klimagesetzes würde die Industrie damit kaum unmittelbar berühren, vor allem nicht die emissionsintensive Großindustrie, deren CO₂-Ausstoß bereits über den europäischen Zertifikathandel bepreist und geregelt ist. Gleichzeitig zeigt sich, wie zentral dieser Sektor für die Klimaneutralität bleibt: Mit knapp 30 Millionen Tonnen CO₂ ist der Industrie- und Energiesektor für einen erheblichen Teil der heimischen Emissionen verantwortlich.

**Aufteilung & Abgrenzung Industrie- und Energie**

Laut Klimadashboard lag der Sektor „Industrie- und Energie“ 2024 bei insgesamt rund 29,3 Mio. Tonnen CO₂ (gleiche Daten wie UBA). Davon entfielen:

- Industrie: 22,64 Mio. Tonnen (ca 77 %)
- Energie: 6,65 Mio. Tonnen (ca 23 %), davon ca. die Hälfte Fernwärme, die Hälfte Erdölraffination

Die Industrie ist innerhalb des Sektors also klar dominant und für mehr als drei Viertel der Emissionen verantwortlich (deckt sich ca. mit [Klimaschutzbericht](https://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/rep0913.pdf) 2024 des Umweltbundesamts (Zahlen aus 2022)).

Innerhalb der Industrie- und Energieemissionen, die durch den ETS geregelt werden (die oben genannten > 80 Prozent) kann nicht genau gesagt werden, wie viel rein von Industrie kommt. (Energie fällt nicht so stark raus; zumindest mal die gesamte öffentliche Fernwärmeerzeugung ist fast immer über dem Schwellwert (> 20 MW Anlagen), also mind. Die Hälfte aller Energieemissionen liegen schon mal fix im ETS).

**Was an „Industrie und Energie“ fällt unter das KSG?**

Das hängt hauptsächlich an der Größe der Anlagen und ist definiert über die EU-Emissionshandelsrichtlinie (2003/87/EG): „Verbrennungsanlagen ab einer Feuerungswärmeleistung von 20 MW sowie bestimmte Industrieprozesse ab tätigkeitsspezifischen Kapazitätsschwellen – etwa Stahlproduktion ab 2,5 Tonnen/Stunde oder Zementklinker ab 50–500 Tonnen/Tag – emissionshandelspflichtig.“

Abfallverbrennungsanlagen fallen generell nicht unter Industrie (sondern unter Abfallwirtschaft).

---


## Notes

v1.0 © 2026 KONTEXT Institut